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View Full Version : [Story] Battlestar Galactica - Path of the Gods



Viper047
22-02-2008, 04:09 PM
Fortsetzung zu Battlestar Galactica - A new journey (http://www.thexuniverse.com/forum/showthread.php?t=9795)
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Battlestar Galactica – Path of the Gods


„All das geschah bereits. All das wird wieder geschehen.“ ( Phytia )

Battlestar Galactica - Path of the Gods (http://www.myvideo.de/watch/3442794)


Prolog


Ein neuer Tag


Battlestar Galactica
Standort: NC 33426
Auftrag: Schutz der Flotte


Zusammen mit ihrem Sohn saß Kara auf dem Boden und blickte in das All hinaus. Eine weitere CAP flog an ihnen vorbei und drehte ein paar extra Runden. Sie wussten dass jemand im Aussichtsdeck saß, da die Piloten vom CIC so was mitgeteilt bekamen. Wenn jemand einen Blick nach draußen haben wollte musste er sich vorher eine Erlaubnis vom CIC einholen. Wenn die Erlaubnis erteilt wurde, ging oft eine Nachricht an die CAP’s hinaus, die den Paaren, einfachen Schaulustige, Familien, usw. eine kleine Darbietung ihres fliegerischen Könnens zeigten. Die Beobachter saßen, wie in einem Kino, in einem Sessel und genossen die Show bzw. die Sterne.

Auch Zak gefiel die Darbietung und war von den Viper Mk II und VII angetan. Hinter sich konnte seine Mutter das Öffnen der Tür wahrnehmen. Apollo schlich sich herein und versuchte leise zu sein. Ein Lächeln erstrahlte in ihrem Gesicht. Irgendwo konnte sie es nicht ganz fassen dass sie mit verheiratet sein sollte. Doch in ihrem Herzen wusste sie das es real war und kein Traum. Er setzte sich zu ihnen und nahm seinen Sohn auf den Schoß. Seine Frau nahm er in den Arm und sah mit ihnen raus. Dabei fuhr er mit seinem Daumen über ihr Ohr während sie ihren Kopf auf seine Schulter legte.

„Ich habe dich heute sowieso nicht im Dienstplan aufgenommen, hat dein verwirrtes Köpfchen anscheinend vergessen!“

„Soll vorkommen, konnte aber eh nicht mehr schlafen.“

Sie setzte sich gerade hin und nahm ihren Sohn von seinem Schoß hinunter. Dabei achtete sie darauf ihn nicht zu fest anzufassen während sie Zak auf ihren Schoß setzte.
Lee fiel auf dass Kara öfters auf ihren Ring starrte und machte sich insgeheim Sorgen. Sie verhielt sich für ihn sehr sonderbar, als hätte sie alles um sie herum vergessen.

„Alles klar mit dir?“ fragte er sie ein wenig beunruhigt.

„Alles bestens, wieso fragst du?“

„Na ja, du nennst unseren Sohn Thomas, wolltest ihn alleine großziehen und aus deinem Munde hatte es sich so angehört als wären Dee und ich irgendwie zusammen. Dabei wird ihr Mann wohl etwas dagegen haben. Du weißt doch noch ihren 5. Hochzeitstag letzten Monat?
Und du hattest mich angesehen als wäre etwas zwischen uns, als….“

Kara hielt ihm den Mund zu und holte seinen Kopf näher um ihn küssen zu können. Danach hatte sie ein Lächeln im Gesicht welches sie ihm schenkte.

„Du weißt doch dass ich ab und zu am Rad drehe. Vielleicht hatte ich schlecht geträumt, wer weiß das so genau! Es ist alles in Ordnung, vor allem einfacher – viel einfacher für uns!“

Der kleine Mann auf ihrem Schoß quengelte und bekam so langsam Hunger. Lee sah seine Frau an und konnte mit ihrem letzten Satz nicht viel anfangen. Was meinte sie mit „einfacher“? Und was machte es einfacher für die Beiden?

Der Anblick seines Sohnes und einer glücklichen Kara Thrace ließen ihn den Gedankengang verdrängen und holte aus seinem Pilotenkombi einen kleinen Keks heraus dem er Zak zu Essen gab.

„Nein, er kriegt was Anständiges!“ meinte sie und steckte den Keks weg, sehr zum Leidwesen des kleinen Zak.

Seine Hände hatten das Gebäck schon in der Hand als seine Mutter entschied dass er etwas anderes am Morgen bekommen sollte.

„Ach ja, ich habe etwas für uns organisiert!“ sagte Lee mit einem freudigen Lächeln.

„Und was hat der große Lee Adama organisieren können?“ fragte Kara neugierig.

Während sie ihn fragend ansah spielte ihr Sohn an ihr herum und versuchte den Keks zu finden den Starbuck in der Hosentasche der Jogginghose versteckte.

„Ich habe uns ein größeres Quartier zuteilen lassen. Du kannst also deine Sachen holen und wir starten ein neues Experiment. Außer du drehst dich wieder um 180° und willst mit meinem Sohn in deinem kleinen Bett bleiben.“

Seine Frau sah nach draußen und überlegte angestrengt nach. Zaks Vater spielte mit ihm in der Zwischenzeit. Er piekte seinem Nachwuchs in die Seiten und brachte ihn dadurch zum Lachen.

„Ich glaube es sind zurzeit 179,4° - deshalb erwarte ich dich bei meiner Unterkunft und schaue dir genüsslich zu wie du meine 7 Sachen in unser Quartier trägst. Mit dem hier habe ich genug an Gewicht, sonst ziehe ich mir vielleicht noch einen Bandscheibenvorfall zu und du müsstest auf mich längere Zeit verzichten. Aber Zuhause erwartet dich deine Ehefrau und erzählt dir den neusten Klatsch und Tratsch aus der Welt der High Society, wie ich mir die Fußnägel lackierte…..“

Diesmal hielt Lee Adama ihr den Mund zu und wollte diese plappernde Maschine neben sich nur abstellen.

„Ich habe verstanden, um deine Sachen werden wir uns noch rechtzeitig kümmern. Wir wohnen neben den Agathons – wenn was anderes frei wird werden wir noch mal umziehen.“

„Noch mal umziehen, warum dass denn?“ fragte sie und zog ihre Augenbraue hoch.

„Kara, darüber will ich nicht noch mal streiten. Ich will nicht neben einen Cylonen wohnen. Es reicht wenn wir sie im Dienst ertragen müssen! Aber es war nichts anderes frei. So, ich habe ein Briefing. Geh den Kleinen füttern, mein Dad würde sich auch freuen seinen Enkel mal wieder zu sehen – wir sehen uns!“

Major Adama gab seiner Frau einen Kuss auf die Stirn und eilte hinaus. Sie schüttelte den Kopf, stand ebenfalls auf und gab bescheid dass die Aussicht wieder geschlossen werden konnte.

„Das werden lustige Zeiten, kleiner Mann. Bin gespannt wie er drauf sein wird wenn du eines Tages die kleine Agathon vernaschst!“

Bei diesem Satz fing der kleine Adama an über beide Ohren zu Grinsen. Seine Mutter grinste mit ihm und verstand sehr gut was in seinem kleinen Köpfchen vorging.

„Das dachte ich mir, keine 3 x 7 alt, aber scharf auf den kleinen Toaster! Und die haben dir gesagt du wärst von mir? Spätestens wenn du richtig anfängst zu sprechen werden wir ganz sicher sein können!“

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Colonial One

Mit leichten Kopfschmerzen öffnete die Präsidentin der 12 Kolonien die Augen. Ihr privater Bereich war dunkel, die Rollläden runter gezogen. Neben ihrem Bett stand ein Radiowecker. Er zeigte bereits 9 Uhr. Verschlafen richtete sie sich auf und legte ihre Daunendecke zur Seite. Sie rieb ihre Hände über das Nachthemd und schaltete das kleine Licht auf dem Nachtschränkchen an. Barfuss ging sie an eine der Rollläden, zog sie hoch und blickte erleichtert hinaus. Neben der Colonial One flog die Galactica, sie konnte die an und abfliegenden Schiffe sehen.

Innen drin hatte sie das Verlangen gehabt sicher zu gehen dass die Galactica noch da war, doch warum konnte sie sich selbst nicht erklären. Zurück an ihrem Bett holte sie ihre Brille vom Schränkchen. Mit langsamen und müden Schritten ging sie zu ihrer Waschgelegenheit um sich frisch machen zu können. Auf einem Sessel lag bereits ein blauer Hosenanzug für den heutigen Tag bereit. Als sie fertig mit dem morgendlichen Waschen war sah sie in den Spiegel. Ihr ließ es keine Ruhe das etwas anders war, aber was?

„Heute ist ein neuer Tag, Laura. Aber zu welchem Preis?“ fragte sie ihr Spiegelbild.

Die Präsidentin zog sich an und ging anschließend in ihr Büro. Das Licht war bereits eingeschaltet, ihre Blöcke samt Bleistifte lagen bereit für ihre Notizen. Eine Tasse frisch gebrühter Kaffee stand auf dem Tisch und wartete von ihr getrunken zu werden. Jemand musste bemerkt haben dass Laura auf war, derjenige hatte ihr auch bereits ein paar Programmpunkte für den heutigen Tag hingelegt.

Wie jeden Tag setzte sie sich in ihren bequemen Ledersessel und nahm erst einmal einen Schluck vom Kaffee. Währenddessen kam Tory herein. Sie stellte einen Teller mit ein paar Brotscheiben und Marmelade auf den Tisch. Dabei wünschte sie ihr wie jeden Tag einen guten Morgen. Tory Foster arbeitete schon eine Weile für das Büro der Präsidentin und ihr machte die Arbeit Spaß. Auf Neu Caprica organisierte sie auch den Widerstand gegen die Cylonen mit.

„Das wären die neuen Berichte und Zeitungen für heute, Frau Präsident. Es steht nichts Neues über sie drin. Tom Zarek hatte ein Interview mit Caprica Today, aber er sagte nichts zu ihnen bzw. ihrer Politik.“

Laura nahm die Zeitung und schlug den betreffenden Artikel auf. Sie überflog nur die Zeilen und gab sie Foster zurück.

„Hätte er auch nur ein falsches Wort gesagt hätte ich ihn aufhängen lassen. Er hat mit seinem Tribunal genug Schaden angerichtet.“

Aus ihrer Schublade holte sie einen Ordner hervor nur um zu sehen das er noch da war. Darin lagen die Dokumente die „ernannte Richter“ bevollmächtige menschliche Kollaborateure ausfindig zu machen und in einem beschleunigten Verfahren zu verurteilen. Dabei hatten sie das Recht den Betreffenden zum Tode zu verurteilen. Von den 6 „Richtern“, die von Teilen der Crew der Galactica verkörpert wurden, mussten alle dafür sein, ansonsten wäre das Urteil nicht rechtskräftig gewesen. Insbesondere wurden die Menschen ausfindig gemacht die für die New Caprica Police ( CNP ) gearbeitet hatten. Roslin hatte auf Neu Caprica mit nicht mehr als 20 Freiwilligen gerechnet, doch die Realität sah anders aus. Im ersten Durchgang wurden knapp 200 Menschen vereidigt um zusammen mit den Cylonen so was wie Recht und Ordnung unter den Kolonisten durchzusetzen.

Nach einem Attentat bei der Vereidigung nutzten die Cylonen die CNP um Schrecken und Angst zu verbreiten. Sie ließen Menschen töten alleine wegen dem Verdacht Widerständler zu unterstützen, dabei nahmen sie keine Rücksicht auf Alter und Geschlecht.
Nach der Befreiung und Flucht von Neu Caprica bevollmächtigte der damalige Präsident Zarek dieses Tribunal diese Menschen schnell und leise aus der Gemeinschaft zu entfernen.
Adama wurde darauf aufmerksam gemacht als nach der Flucht immer mehr Menschen aus der Flotte spurlos verschwanden, worauf er sich der Sache annahm.

Kurz bevor Zarek sein Amt als Präsident wieder auf Roslin übertragen wollte flog das Tribunal auf. Trotz seiner Rechfertigung, und obwohl Laura selbst einen Hass gegen diese Menschen schürte, erließ sie bei Amtseinführung eine Generalamnestie für alle CNP Angehörige, ohne weitere Strafverfolgung. Diese Entscheidung traf sie aufgrund der Maßnahmen Zareks und musste hierbei ihre persönliche Einstellung hinten anstellen.

Das letzte Opfer auf der Galactica hätte Felix Gaeta werden sollen. Doch kurz vor Ende kam heraus das er der geheimnisvolle Unterstützer war, der den Widerständlern immer wieder Informationen aus dem Büro von Präsident Baltar kommen ließ.

„Tory, sagen sie Admiral Adama ich möchte gerne zu einer kleinen Unterredung an Bord der Galactica kommen. Und schicken sie mir Sara herein!“

Foster sah sie fragend an und wusste nicht wen sie mit „Sara“ meinte. Die Präsidentin nahm sich die ersten Berichte vor als sie bemerkte das Tory immer noch vor ihrem Tisch stand.

„Haben sie noch etwas?“

„Entschuldigen sie wenn ich frage, Frau Präsident – aber wer ist Sara?“

Laura nahm ihre Brille ab. Hatte sie Tory nicht verstanden oder warum fragte sie noch mal nach wer Sara sein sollte. Dabei wusste die Präsidentin noch genau wer Sara war. Sara Aldano, der Name schwirrte in ihrem Kopf herum.

„Sara Aldano, die junge Frau von….“

Sie hielt inne und überlegte kurz. Woher kannte sie die Frau? Beide Frauen sahen sich an. Dabei hatte Foster das Gefühl der Präsidentin ginge es nicht gut, da es keine Sara Aldano gab.

„Vergessen sie es wieder, Tory! Ich war gerade ganz woanders und habe den Namen mitgenommen. Ich kannte diese junge Frau noch von Caprica. Sie kam mir gerade in den Sinn, ich weiß auch nicht warum. Sagen sie mir bescheid wenn wir Landeerlaubnis von der Galactica bekommen haben.“

Die Assistentin nickte schweigend und verließ das Büro. Roslin legte alles Beiseite. Ihr ließ das eben geschehene keine Ruhe. Ihre innere Stimme sagte dass sie ihre Antwort in den Schriften der Phytia bekam. Sie folgte der Stimme, holte eine Rolle hervor und suchte eine ganz bestimmte Passage.

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Battlestar Galactica
Standort: NC 33426
Auftrag: Schutz der Flotte

Zusammen mit Saul Tigh sah sich der Admiral die Aufzeichnungen des Cylonen an. Dabei nutzten sie den Arbeitstisch im Quartier des Admirals. Sie verglichen die Daten mit den herausgefilterten Daten aus Athenas Kopf.
Zusammen mit Gaeta schrieben sie, auf Basis eines Programms von Dr. Gaius Baltar, ein Programm welches ihnen erlaubte sich mit Athena zu verbinden. Es funktionierte auf dieselbe Weise wie eine Verbindung mit einem Computer im CIC, doch hier ließ Sharon zu dass das Programm, in Form eines Virus, in sie eindringen konnte und Informationen auf dem Bildschirm sichtbar wurden. Dabei wurden interessante Informationen gefunden auf die selbst Athena keinen aktiven Zugriff hatte. Mysteriöser Weise hatte Boomer dieselben Informationen und diese sogar reichlich erweitert.

Auf einem selbst gezeichneten Plan markierte sie eine Stelle wonach ihrer Aussage ein bis dato geheim gehaltener Prototyp eines Kampfsterns sein sollte – der Battlestar Chronos. Größer und stärker wie die Pegasus wurde dieser mit Spitznamen Titan getauft und sollte der erste Kampfstern für die neue Battlestargroup 101 sein.

Nur wenige wussten von ihrer Existenz, bis sie eines Tages der Öffentlichkeit vorgestellt werden sollte wenn sie die Atlantia als Flaggschiff ablösen sollte. Adama wusste von ihr da er als Commander in Frage kam, als er noch die Valkyrie befehligte. Tigh war als sein XO im Gespräch. Doch nach dem Zwischenfall an der Waffenstillstandlinie kam alles anders und William Adama bekam als Gnadenbrot die Galactica.

„Bis wir diese Koordinaten erreichen vergehen noch ein paar Tage. Wir haben sie hier ausgemacht. Ich denke wir sollten ein paar Raptor dann dort hinschicken und dann alles weitere planen. Was denken sie bezüglich der Chronos? Meinen sie, sie hat es ebenfalls geschafft?“

Saul legte die Karten mit seinen Markierungen vor ihn hin und zeigte auf seine Berechnungen. Admiral Adama überprüfte alles noch mal. Dabei hielt er stets die Aufzeichnungen der Cylonin in seiner Hand.

„Es wäre einfach nur zu schön um wahr zu sein. Nach dem Verlust der Pegasus wäre die Chronos ein Hauptgewinn. Ich muss irgendwo noch die Auflistungen haben über was das Schiff verfügt. Aber um ehrlich zu sein, ich glaube es ist eine Finte! Wir springen da hin und die Cylonen haben uns am Hintern.

Auf der anderen Seite bin ich schon neugierig. Nämlich bei der Frage was wäre wenn sie uns diesen Trumpf ohne Nebenwirkungen in die Hände gespielt hat? Wir sollten es im Hinterkopf behalten, Saul, und bei Gelegenheit noch mal hervorholen wenn es soweit ist. Bis dahin bleibt das ganze unter uns. Denn es macht mir Sorgen das dieses Ding über die Chronos bescheid weiß.“

Der Admiral packte Boomers Zeichnung in seinen Schreibtisch, samt Karten und weiteren Aufzeichnungen. Adama wollte auf Nummer sicher gehen bevor einen seiner Raptor zur Aufklärung dort hinschickte. Wenn es eine Falle sein sollte hatte er sich vorgenommen Boomer zu töten.
Er und der XO setzten sich in die Sitzecke für den zweiten Punkt der Tagesordnung.

„Colonel, was ist nun mit der Sache mit der Nahrungsmittelzubereitung. Kontaminiert oder nicht – wenn ja, hat Cottle einen Verdacht?“

Sein XO atmete noch mal tief durch. Er hatte leider keine guten Nachrichten für ihn. Seit einigen Tagen meldeten sich immer mehr Menschen bei Doktor Cottle mit einem verdorbenen Magen. Schnell kam heraus das der Ursprung bei der Galactica lag, da über sie viele Nahrungsmittel in ihrem System zubereitet bzw. gelagert wurden. Und irgendwo lief etwas schief. Viele Nahrungsmittel waren verdorben und kontaminierten andere Nahrungsmittel. Viele Frischwaren mussten weggeschmissen oder wurden vorsichtshalber verbrannt.

Im Auftrag des Admirals sollte der Herd der Kontamination gefunden werden und Nahrungsmittel in Sicherheit gebracht werden. Aber am gestrigen Tage wurde Tigh von Cottle eine schlechte Nachricht mitgeteilt, welches die gesamte Flotte betraf.

„Da kann ich ihnen nichts Gutes melden, Cottle musste die Lager mit den verseuchten Beständen räumen lassen….“

„Spannen sie mich nicht auf die Folter, XO!“

„85 %, Sir! Nach Gaetas Berechnung wird die Flotte spätestens ab übermorgen die Gürtel etwas enger schnallen müssen. Unsere Notrationen reichen bei weitem nicht aus. Obwohl ich denke das einigen solch eine Kur gar nicht mal schlecht täte!“

Admiral Adama schlug sich die Hände vors Gesicht und ließ sich die Meldung von Tigh geben. Die Zahlen waren grauenhaft. Nahezu alle Nahrungsmittel waren betroffen. Der alte Mann stand auf und ging zurück zu den Karten an seinem Schreibtisch. Mit seinem Navigationsbesteck steckte einen Kurs für die Flotte ab und schrieb nebenher einen Befehl für die Raptorcrews.

„Soldaten sind gewöhnt Hunger eine längere Zeit zu ertragen, aber nicht Zivilisten. Wenn das Essen ausgeht haben wir ein Problem. Die fressen uns die Schiffe auf, Saul! Schicken sie Raptor raus. Der CAG soll nach Planeten mit Ressourcen suchen lassen bevor die Flotte uns aufs Dach steigt. Wir haben mit den Cylonen genug zu tun.“

Tigh wurden die Karten und Befehle überreicht. Er meldete sich ordnungsgemäß ab und verschwand ins CIC der Galactica.

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Helo lag mit den Armen unter seinem Kopf verschränkt im Bett und hatte einen zufriedenen Gesichtsausdruck. Die Decke lag knapp unterhalb seiner Brust, und diese wippte immer wieder hoch und runter.

Eine Hand streckte hervor und verlangte nach etwas. Karl reichte ein kleines Reagenzgläschen und reichte es der Hand. Nach einem weiteren Moment wurde er etwas rot im Gesicht und machte einen sehr entspannten Eindruck. Kaum eine Minute später kam seine Frau unter der Decke hervor und gab ihm einen innigen Kuss. Sie legte das verschlossene Reagenzglas zur Seite während sie sich in seine Arme legte.

„Mann, Cottle kann gerne täglich eine Probe verlangen!“ sagte er zufrieden.

„Besser wie Blut abzunehmen, und ich mache es auch ohne ärztliche Anweisung, Schatz!“

Athena lächelte ihn an und kuschelte sich näher an ihn.

„Wie geht es unseren Kleinen?“

„Cottle sagte sie schrammte an einem gefährlichen Darmverschluss vorbei. Aber um abzuklären ob sie anfällig für andere Sachen ist wollte er von dir was haben – und dabei war es ihm egal was!“

Ihr Mann sah auf die Uhr und schnaufte kurz durch. Beide hatten später Dienst und waren nur früher auf wegen Hera. Sie waren glücklich endlich ihre Tochter bei sich zu haben.
Wenige Tage nach ihrer Geburt bekam das Ehepaar die Nachricht das Hera verstorben war. Sie war angeblich zu schwach gewesen, nicht voll entwickelt aufgrund der Frühgeburt. Dabei wurde Hera von Präsident Roslin außer Reichweite geschafft, damit die Cylonen keinen Zugriff auf sie hatten. Denn sie war eine völlig neue Generation, eine Kreuzung aus Mensch und Cylon. Die Agathons lebten eine sehr lange Zeit mit dem Glauben dass ihre Tochter gestorben war, bis auf Neu Caprica Sharon auf eine 3 traf die ihr sagte das Hera lebte.

Eigentlich war sie dort um die Startschlüssel für die zivilen Schiffe zu stehlen, damit diese fliehen konnten wenn Adama angriff. Nachdem sie die 3 angeschossen hatte begegnete sie auch noch Boomer. Beide Frauen hatten nicht gerechnet sich über den Weg zu laufen. Aber auch sie erzählte ihr das Hera lebte, hier auf Neu Caprica war und allmählich krank wurde. Ihre Ärzte konnten aber nicht herausfinden was sie hatte.
Später ließ es Sharon keine Ruhe und ließ sich von ihrem Mann töten, nachdem sie ihn von der Notwendigkeit überzeugen konnte um ihre Tochter zu sehen.

Auf dem Basisschiff war besonders Caprica überrascht sie zu sehen. Athena sollte noch nicht hier sein. Dennoch führte sie sie zu Hera. Boomer war damals bei ihr und sollte normalerweise in die Rolle von Athena schlüpfen um sie zu beruhigen.
Valerii wollte Hera nach einem Disput mit Caprica und Athena töten. Aber ihre Mutter flehte um das Leben des Kindes, dabei wurde Boomer von Caprica getötet und floh zusammen mit Sharon vom Basisschiff. Nach ihrer Ankunft auf der Galactica wurde Caprica von Admiral Adama in Gewahrsam genommen und Sharon konnte ihr Kind endlich untersuchen lassen.

Boomer wachte im Basisschiff auf und konnte sich ihr inneres Verlangen auf einmal nicht erklären. Sie wollte plötzlich zurück zur Galactica. Die nächsten Tage waren eine Bewährungsprobe für ihre Loyalität. Sie konnte sich nicht erklären warum sie auf einmal nicht mehr bei den Cylonen heimisch fühlte. Nach einer Bedenkzeit entschloss sie sich dieser Stimme zu folgen und sprengte ihr Basisschiff. Mit einem schweren Raider suchte sie die Flotte und lief über. Athena besuchte sie nur einmal um den Grund ihres plötzlichen Verrats zu erfahren. Doch seit ihrer Ankunft schwieg Boomer mehr als sie redete. Sie malte viel und fühlte sich an Bord der Galactica wohl.
Heras Mutter hingegen konnte die Drohung gegen ihr Kind nicht vergessen und würde bei einer passenden Gelegenheit sogar Sharon Valerii töten.

„Du, ich geh zu Cottle und gebe ihm das Reagenz. Anschließend will ich dich hier nackt vorfinden und wir machen da weiter wo wir aufgehört haben. Ich hoffe das Cottle uns heute etwas länger Zeit lässt mit unserer Tochter. Ach ja, ich habe heute mit Racetrack einen Systemflug für die Navigationsinstrumente. Bleibt es bei dem Mitternachtsimbiss?“

Ihr Mann nickte und ließ seine Frau aus dem Bett. Sie richtete ihre Uniform, nahm das Reagenz und erschrak als sie die Tür öffnete. Starbuck stand samt Kisten vor ihrem Quartier. In einem Kinderwagen saß Zak und schaute gelangweilt zu wie seine Mutter Kisten in das neue Quartier verstaute. Sharon ließ schnell die genetische Probe ihres Mannes verschwinden bevor Kara irgendwelche dumme Fragen stellen konnte.

„Hi, was geht hier vor?“ fragte Athena während Kara irgendwas in einer der Kisten zu suchen schien.

„Wir sind nun Nachbarn, so mit Zucker tauschen, Klatsch und Tratsch über die Männer und Toaster – das gewöhnliche Programm. Ähm, du schnarchst doch nachts nicht? Wir haben unser Bett direkt neben euers! Und schreist du oder eher der stille Typ?“

Athena winkte ab und ließ Kara mit ihren bizarren Fragen alleine stehen. Captain Thrace nahm ihren Sohn und wollte sehen was Helo in der Zwischenzeit machte.

„Morgen Nachbar!“

„Starbuck, verdammt!!!!“

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Cottle schrieb seinen Bericht für den Admiral fertig als Sharon die Krankenstation betrat. Sie überreichte dem Sanitäter Howard Kim die Probe ihres Mannes. Hinter seinem Rücken ging sie an das Bett ihrer Tochter und kniete sich zu ihr hinunter. Hera stand in dem kleinen weißen Gitterbett und lächelte ihrer Mutter zu. Diese streckte den Finger durch die Gitter um ihre kleine Hand zu halten. Sie bemerkte dass Hera kein Bettzeug drin hatte und wollte schon Cottle zur Rede stellen.

„Die kleine hatte Durchfall, dass ist schon mal ein gutes Zeichen. Aber dennoch ist ihr Bauch noch zu fest. Neues Bettzeug lasse ich kommen. Ich denke noch 2 – 3 Tage, dann hat sie das gröbste überstanden. Ich versuche so schnell wie ich kann zu schauen wie viel sie von ihrem Vater mitbekommen hat um eventuelle Anfälligkeiten ausschließen zu können. Wenn sie mehr Cylon ist hat sich das alles erledigt und sie können ihre Tochter getrost mitnehmen. Bis dahin ist jeder ein potentieller Infektionsherd und ich werde ihnen nur die eine Stunde geben.“

Sharon nahm ihre Tochter auf den Arm und gab ihr einen Kuss.

„Die Stunde ist mehr als sie uns damals gegeben haben!!“ sagte sie darauf und blickte Cottle dabei unzufrieden in die Augen.

„Wenn sie jemanden anscheißen wollen, dann gehen sie zur richtigen Adresse und lassen mich meinen Job machen!“

Der Doc konnte Sharon verstehen, er war selbst nicht zufrieden mit der Entscheidung der Präsidentin. Doch empfand er sich als Befehlsempfänger und war in den kommenden Monaten stets bemüht zum Wohl des Kindes zu handeln. Dabei wurde es dem Chirurg nicht einfach gemacht da Roslin den Standort ständig wechseln ließ damit sie nicht von den Cylonen gefunden werden konnte.

Lt. Agathon setzte sich mit ihrer Tochter auf einen Stuhl. Sie beobachtete dabei jede Bewegung der Menschen um sie herum. Sie verlor das Vertrauen in die Schiffsbesatzung, aber aus Liebe zu ihrem Mannes ließ sie es sich nicht anmerken. Sie redete darüber mit Adama. Nachdem sie aus der Zelle kam setzten sie ihre einstigen Unterhaltungen von Zeit zu Zeit in seinem Quartier fort. Sie redeten über alles Mögliche. Alles was in seinem Quartier besprochen wurde blieb auch dort. Athena machte sich dort Luft und versuchte das Vertrauen zum Admiral wiederaufzubauen, obwohl er nichts gewusst hatte was die Präsidentin mit Hera tat. Für ihn war Hera ebenfalls tot.

Ein Sanitäter brachte frisches Bettzeug und bezog das kleine Bettchen. Er streckte die Arme nach Hera aus und wollte sie wieder reinlegen. Nur widerwillig gab sie sie aus der Hand.

„Heute Abend wollen mein Mann und ich ungestört sein. Die Stunde gehört uns, ist das klar!!“

Der junge Mann nickte desinteressiert und legte das Kind wieder in das Bett. Er beachtete Sharon überhaupt nicht, was ihr gleich auffiel. Sie verabschiedete sich von ihrer Tochter und ging zurück zu ihrem Mann. Dabei schaute sie auf die Uhr und freute sich auf die Zeit wo sie als Familie zusammen sein konnten.

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Tyrol stand ich seinem Arbeitsraum. Bei einer Tasse Kaffee ging er die anstehende Arbeit für den heutigen Tag durch. Seine Frau arbeitete die Nacht durch um sich frei nehmen zu können. Sie versuchten so gut wie möglich sich abzuwechseln um ihren Sohn Nicolas nicht in fremde Hände geben zu müssen. Als er gerade an sie dachte kam sie auch schon die Tür hindurch.

„Die Arbeiten an der 2291 sind abgeschlossen. Du kannst sie abnehmen. In der Nacht kam 478 rein – alte Leier! Aber sie muss heute wieder raus, kam vom CAG!“

Cally überreichte einen Auftragszettel von Apollo und nahm seine rote Kaffeetasse in die Hand. Sie gönnte sich einen Schluck, stellte sich neben Galen und legte ihren Kopf gegen seinen Oberarm. Sie war am ganzen Köper mit Schmutz überzogen, ihr orangefarbender Overall war mittlerweile dunkel von den ganzen Ölen, Schmierstoffen und Russ.
Der frisch gewaschene oliv Overall ihres Mannes wurde gleich von ihr beschmiert, so dass Tyrol gleich erahnen konnte was auf ihn zukam während der Tagschicht.

„Ich bin fertig, wie war die Nacht mit Niki?“

„Er schlief durch, alles kein Problem. Gut, Raptor 478, die Abnahme der 2291 und ich kriege heute noch die Maschine von Starbuck rein. Die ist Routine. Die werde ich mit Gaines erledigen, geht schnell. Geh nach Hause damit unser Kindermädchen entlassen werden kann. Layne hat Bereitschaft.“

Petty Officer 2nd Class Cally Tyrol stellte die Tasse auf die Werkbank und gab ihm ziemlich müde einen Kuss auf den Mund.

„Überarbeite dich nicht!“ sagte sie zum Abschied und schloss die Tür.

Ihr Mann griff zur Tasse und wollte einen Schluck nehmen. Doch er musste feststellen dass seine Ehefrau die Tasse ohne ein Wort zu sagen leerte. Chief Tyrol rollte mit den Augen und fragte sich wann seine angetraute Frau es endlich verstand ihm was zu sagen wenn sie ihm den wichtigsten Trunk am Morgen leerte. Denn der Chief war für eine weitere Tasse gezwungen in die Kantine zu gehen da die Crewmaschine den Geist aufgab. Und dies drückte seine Stimmung am gerade beginnenden Morgen.
Mit seinem Werkzeuggürtel verließ er seinen Werkraum um sich in die Arbeit zu stürzen.

„Guten Morgen, Chief! Die 2291 müsste von ihnen abgenommen werden da sie Major Adama für die nächste CAP benötigt!“ sagte ihm ein Techniker direkt nach der Begrüßung.

„Dann sagen sie dem CAG er kriegt die Maschine wann es mir passt! Wenn er weiter mich so hetzt kann er seine beschissene Maschinen selbst warten!“ sagte er ziemlich angefressen und verschwand zur Abnahme.

„Was ist in den gefahren?“ fragte Petty Officer 1.st. Class Paul Gaines nach.

„Keinen Kaffee!“ bekam er noch zu hören bevor sein Name lautstark durch den Hangar ertönte.

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Viper047
22-02-2008, 04:09 PM
Cally ging nicht sofort nach Hause. Tyrols Frau machte einen Abstecher zur Boomers Zelle. Als sie dort ankam stand die Tür offen. Der Marine unterhielt sich im Zellenraum mit seiner Wachablösung. Der Petty Officer betrat leise den Zellenraum und sah sich Sharon an. In ihr kochte die Wut. Das letzte Mal sah sie Sharon auf Neu Caprica, als sie die CNP plötzlich nachts aus ihrem Zelt holte. Sie forderte damals von Sharon Hilfe um aus der Zelle zu kommen, da zuhause Nicolas alleine war. Sie fürchtete um ihr Baby und hoffte dass ihm nichts zugestoßen war in der Zwischenzeit.
Sie sah wie die Cylonin seelenruhig malte und sie nicht beachtete. Das machte Cally Tyrol umso wütender. Sie nahm den Hörer und schlug mehrmals gegen das Sicherheitsglas. Die Insassin der Zelle wie die Wachen erschraken bei dem Krach.

„Was suchst du hier? Wie oft soll ich dich noch erschießen? Lass uns in Ruhe und geh dort hin wo du hingehörst – du verdammter Toaster! Ich bring dich noch mal um wenn du hier raus kommst! Hörst du Boomer, du kommst erneut in einem Leichensack hieraus!!!“

Marines nahmen die aufgebrachte Cally an den Armen und schleppten sie raus. Dabei trat sie immer wieder nach Boomer, obwohl sie genau wusste dass ihre Tritte keine Wirkung haben würden. Es sollte der Cylonin nur zeigen was auf sie zukam wenn sie diese Zelle verließ.

Draußen stand Admiral Adama und sah dem Spektakel vor der Zelle zu. Cally sah ihn und beruhigte sich gezwungenermaßen.

„Was geht da vor, Petty Officer?“ fragte der Admiral nachdrücklich.

„Nichts, Sir!“

„Nach einem Nichts sieht mir das nicht aus! Wenn ich sie auch nur noch einmal in der Nähe dieser Zelle sehen sollte werde ich sie in die Brick werfen. Sie haben hier nichts verloren und auch nichts zu wollen. Verschwinden sie bevor ich mich vergesse!!“

Eiskalt sah er die junge Frau an. Sie traute sich nicht einmal was zu sagen. Sie blickte nur noch einmal in den Zellenraum hinein. Sharon hatte sich wieder gesetzt und fuhr mit ihrer letzten Tätigkeit fort. Adama nahm Cally Tyrol am Arm und zog sie weg. Seine Marines und die Wachen gingen hinein.
Boomer blickte sehr verwundert da sie nicht mit Besuch rechnete, vor allem nicht ein zweites Mal von Admiral Adama.

Die Wachen öffneten die Tür und fesselten ihre Hände mit schweren Handschellen. Erst als Admiral Adama überzeugt fühlte dass die Lage sicher war ging er zu ihr hinein. Die 8 setzte sich auf das Bett und blickte ihn an. William Adama stand da und starrte sie ebenfalls an. Aus seiner Hosentasche holte er ihre Zeichnung hervor und schmiss sie auf das Bett.

„Wie viele Cylonen hätten da auf uns gewartet? Reden sie!“

„Kein einziger, noch nicht!“ antwortete Boomer.

Adama drehte sich um und verließ wortlos die Zelle. Sharon sprang auf und klopfte an die Scheibe. Sie ahnte recht schnell dass er ihr keinen Glauben schenkte oder mehr Informationen wollte. Sie kannte einige Angewohnheiten des Admirals und ließ sich darauf ein.

„Sie sind auf dem richtigen Weg, aber die Cylonen sind ihnen dicht auf den Fersen. 3 Basisschiffe, darunter Gaius Baltar. Sie wissen bescheid!“

William Adama blieb am Türrahmen zum Zellenraum stehen und drehte sich um. Sharon hielt das hingeworfene Papier in der Hand und zeigte auf das Bett. Der alte Mann überlegte wie er vorgehen sollte. Nach einem kurzen Augenblick entschied er sich ihrer Worte zu lauschen und anschließend zu entscheiden. Dabei behielt er stets die Chronos im Hinterkopf.
Mit den Marines betrat er erneut die Zelle und setzte sich auf das Bett. Sharon reichte ihm das Blatt Papier und behielt dabei einen Sicherheitsabstand ein. Eines wusste sie mit Sicherheit, der alte Mann würde nicht zögern sie auch nur bei einer falschen Bewegung zu töten.

„Ich höre ihnen zu. Und ich rate ihnen mich nicht auf eine falsche Fährte locken zu wollen. Denn jede Lüge wird ihnen teuer zu stehen kommen, das verspreche ich ihnen.“

Sharon vergoss einige Tränen. Sie fühlte in sich die Liebe zum alten Mann und gleichzeitig sah sie vor sich wie sie ihn im CIC erschoss. Sharon konnte sich nicht erklären woher ihre plötzliche Wandlung kam, aber sie nun mal da. Er blickte sie nur gleichgültig an. Sie konnte ihn seinen Augen nicht lesen was er dachte oder vorhatte. Er blickte sie einfach nur an.

„Ich warte, meine Geduld neigt sich dem Ende zu.“

„Keine Cylonen, nicht auf dem Kurs den ich ihnen gegeben habe. Wenn doch, steht es ihnen frei meinem Leben ein sofortiges Ende zu bereiten. Ich habe nichts mehr zu verlieren. Sie werden die Chronos finden und sehr wahrscheinlich Reparaturen durchführen.

Dieses Tor ist nicht cylonischen Ursprung, aber wurde für ihre Zwecke umgewandelt. Sie können nur mit diesen Codes rein und raus. Keine großen Schiffe, sonst sendet dieses Tor ein Signal aus und es würde nicht lange dauern bis eine Flotte hier wäre. Ein Raptor ist schnell hindurch und das Sprungfeld schließt sich ohne ein Ton von sich zu geben.“

Er schaute sie argwöhnisch an. Er wusste nicht ob er ihren Worten trauen konnte, dennoch wollte er mehr erfahren um sich ein Bild machen zu können. Vor allem wie sie und Athena über dieselben Informationen verfügten – wobei Lt. Agathon nicht aktiv auf sie zugreifen konnte.

„Was ist die Chronos?“ fragte er weiter.

Sharon verzog ein wenig die Miene und lachte innerlich über diese ein wenig hinterhältige Frage.

„Ein experimenteller Kampfstern. Sie wissen genau wer oder was die Chronos ist, Sir. Aber die Cylonen wissen es nicht.“

Unter ihrem Block holte sie eine schematische Zeichnung hervor. Aus ihrem Gedächtnis heraus zeichnete sie die Chronos nach. Als Adama die Zeichnung sah war er mehr als besorgt. Nur wenige bekamen die Chronos zu Gesicht und diese Cylonin hatte ihn exakt nachempfunden.

„Und das soll ich ihnen abkaufen?“

„Das ist ihre Entscheidung, Sir. Sie ist da, ich weiß es!“

„Woher?“

„Kann ich ihnen nicht sagen, ich weiß es einfach.“

Er blickte Sharon an und konnte erkennen dass sie die Wahrheit sagte. Sein Gespür sagte ihm das es so war wie sie es ihm schilderte. Aber warum tat sie es, diese Frage bereitete ihm erst Recht Kummer. Wenn es keine Falle der Cylonen war, was war es dann? Was wollte Sharon damit bezwecken? Seine Augen sahen erneut die Zeichnung an und ihm kamen noch mehr Fragen in den Kopf.

„Was ist da? Warum ist es für die Cylonen so wichtig?“

„Menschenkolonien, aber auch der Tod der Flotte wenn sie sich dorthin begeben. Sie müssen auf der Hut sein, Admiral, denn die Flotte wird verraten und viele Narren werden dort den Tod finden. Ich schreibe ihnen nichts vor, Sir. Ich habe ihnen gesagt was sie dort finden werden. Es obliegt ihrer Entscheidung ob sie meine Hilfe annehmen oder nicht. Wenn ich wollte dass sie oder die Flotte sterben, würde ich nicht ein Basisschiff sprengen, zur Flotte fliegen und mein Volk verraten. Sie werden die richtige Entscheidung treffen, das weiß ich.“

Adama packte das Papier ein und stand auf. Die Marines sicherten die Gefangene. Er blieb aber an der Tür stehen da eine Frage ihn doch noch interessierte. Vor kurzem war es ihm egal, doch er wollte seinen Feind verstehen um sein Handeln beschreiben zu können.

„Warum tun sie das? Woher waren sie sich sicher dass man sie nicht sofort erschießt wenn sie mit ihrer traurigen Story hier in der Flotte auftauchen?“

„Wusste ich nicht, Sir!“

Der Admiral nickte kurz. Für ihn war das Gespräch beendet. Noch länger mit ihr in einer Zelle und Cottle hätte eine weitere Leiche zur Obduktion auf seinem Tisch.

„Schreiben sie mir alles auf was sie wissen, und ich meine alles! Insbesondere über Gaius Baltar, da es mich brennend interessiert was dieser verfluchte Mistkerl auf einen ihrer Schiffe zu suchen hat. Ich erwarte ihren Bericht in einer Stunde!“

Die Wachen lösten ihre Handfesseln. Sharon begann sofort auf einem leeren Papier ihr Wissen aufzuschreiben. Der Admiral stand an der Tür zum Zellenraum und beobachtete das Verhalten der Cylonin. Sie schrieb als würde ihr Leben davon abhängen.
Saul riss ihn aus seinen Beobachtungen als er auf seine Schulter klopfte.

„Sir, die ersten Raptor sind raus. Ich habe der Präsidentin Landeerlaubnis erteilt. Sie erwartet sie in ihrem Quartier. Ich denke es geht um das Essen.

Was denken sie gerade?“

Der Admiral sah seinen XO an und versuchte noch seine Gedanken zu ordnen und zu verstehen was eben in der Zelle passierte.

„Saul, hat Athena je bereitwillig alles über die Cylonen preisgegeben?“

„Nicht das ich wüsste, Sir! Vielleicht erzählt sie dem Cylonenliebhaber mehr als uns! Warum, tut es dieses Ding etwa?“

Bei dieser Frage sah er mit dem Admiral in die Zelle. Boomer schrieb immer noch und hatte fast ein ganzes Blatt Zeichenpapier voll geschrieben. Sie wusste dass sie beobachtet wurde, ließ sich aber nicht ablenken und tat genau dass was ihr „befohlen“ wurde.

„Sie tut es, und genau das bereitet mir Sorgen!!“

Viper047
22-02-2008, 04:11 PM
Kapitel 1

Hunger ( Teil 1 )

Battlestar Galactica
Standort: NC 33426
Auftrag: Schutz der Flotte


Laura wartete bereits als der Admiral und der XO in das Quartier kamen. Sie saß in der Sitzecke und hatte sich zuvor ein Buch aus seinem Bücherregal genommen. Die Führungsoffiziere setzten sich zu Roslin. Diese holte einen Bericht des Rates hervor und legte ihn auf den Tisch. Admiral Adama nahm ihn als erstes zum lesen, anschließend überreichte er diesen an seinen XO weiter.

„Also hat es bereits begonnen!“ gab Adama betroffen von sich.

„Damit kann sie Gaeta seine Berechnungen sonst wo hin stecken, Sir! Wer hätte gedacht dass es sich so schnell in der Flotte ausbreitet. Der Spacepark hat fast seine ganzen Bestände vernichtet. Damit fällt die 2. Großküche aus.“

Tigh schmiss das Papier vor sich hin. Er sah wie sein kommandierender Offizier überlegte und vermutlich eine nicht gerade angenehme Entscheidung treffen würde.

„Meine Herren, mich interessiert vor allem wie dieses Debakel überhaupt passieren konnte. Die Experten, wie auch Dr. Cottle, sagen das der Ursprung die Galactica sei. Also lassen sie sich gefälligst was einfallen. Haben sie schon eine Idee wo der Fehler liegen könnte und was wollen sie dagegen unternehmen?“

Die Präsidentin nahm ihre Brille ab und blickte in die Gesichter der beiden Herren. Früher als angenommen herrscht eine bedrohliche Nahrungsknappheit da das Essen der Galactica auch andere Küchen und Lagerräume betraf. Sie wusste dass die zivile Flotte eine Verringerung der Nahrungsportionen nicht lange mitmachen würde. Sie befürchtete eine schwere Krise innerhalb der Flotte, da beim Essen spätestens der Spaß aufhörte und die Menschen eventuell anfingen für einen Schokoriegel zu töten.

„XO, lösen sie unsere Notrationen auf. Jeder Soldat erhält ein Paket mit dem er die ganze Woche auskommen muss – Führungsoffiziere nicht ausgenommen! Die Rationen bekommen vor allem Kinder, Schwache, Kranke und Alte. Die Jungen und Starken müssen wohl oder übel sich engere Hosen zulegen. Und ich stelle es jedem Soldaten frei seine Notration einem bedürftigen Zivilisten zu überreichen.“

Tigh lächelte und war mit dem Vorgehen einverstanden. Er notierte sich einiges und fertigte im Kopf bereits einen Befehl für die Crew aus.

„Admiral, ich würde vorschlagen Verteilungspunkte einzurichten. Wenn es allgemein bekannt wird dass wir nur noch knappe Versorgungsgüter haben, wird Chaos ausbrechen und besonders Schwarzmarkthändler werden hier ihren Reibach machen. Wir müssen diese Rationen kontrolliert ausgeben…“

Der Colonel winkte ab als er aufstand um sich einen Drink zu holen.

„Halten sie mich für einen Amateur? Ich werde ihnen Verteilungspunkte einrichten. Und wer nicht spurt kriegt etwas mit der groben Kelle!“

Die Präsidentin schaute den XO an. Genau das wollte sie unbedingt vermeiden. Denn wenn es an den Verteilungspunkten zu gewalttätigen Auseinandersetzungen kam, befürchtete sie dass auch das Militär eine hungernde und aufgebrachte Menschenmenge nicht kontrollieren konnte und es zu unnötigen Verletzten käme.

„Ich hoffe sie erlaubten sich einen Scherz mit mir, Colonel Tigh!“

„Das werden wir sehen wenn es soweit ist! Sir, ich bereite alles vor. Die Crew wird sich freuen in den nächsten Tagen ein wenig abspecken zu dürfen. Die sind sowieso alle ein wenig träge geworden! Ich glaube mir gefällt so langsam die Nahrungsmittelknappheit!“

Der XO meldete sich ab und ließ die Präsidentin mit dem Admiral alleine. Eine Frage war bisher immer noch nicht geklärt, wie konnte es dazu kommen?

„Admiral, weichen sie mir bitte nicht aus. Ihr Vorpreschen in aller Ehre, aber ich will verdammt noch mal erfahren wie das geschehen konnte!!“

Ihre Stimme wurde lauter. Sie sah den Admiral vorwurfsvoll an, als wollte sie ihm die Hauptschuld in die Schuhe schieben. Aber Adama gefielen der Blick und der angeschlagene Ton der Präsidentin nicht.

„Frau Präsident, die Galactica ist ein altes Schiff. Ich kämpfe jeden Tag mit solchen Berichten. Also kommen sie mir nicht mit hinterhältigen Vorwürfen. Ich werde dieser Sache nachgehen, das hat oberste Priorität. In der Zwischenzeit sind Raptor gestartet und suchen bereits nach Ressourcen. Sorgen sie dafür das die Zivilisten ruhig bleiben und mir nicht noch mehr Kopfschmerzen wie nötig verursachen – ansonsten werden meine Männer dies übernehmen wenn es sie überfordert!“

Der Ton des Admirals war ebenfalls laut. Er blickte sie mit seinem durchdringenden Blick an, welcher der Präsidentin ein Schaudern verursachte. Sie ging deshalb an seine Whiskeyflasche und nahm sich um diese Tageszeit einen großen Schluck. Sie schloss die Augen und atmete tief durch bevor sie ihre nächsten Worte sprach.

„Ich glaube wir beginnen das was wir beide gerne verhindern möchten. Wenn wir nun aufeinander losgehen…..“

Sie schwieg für einen Moment und stellte das Glas zurück. Es hatte gerade erst begonnen und das Thema war bereits jetzt ein hitziges Diskussionsthema. Beide mussten einen kühlen Kopf bewahren. Dabei blickte sie zum Admiral. Dieser hatte sich sehr schnell wieder runter gefahren.

„Frau Präsident, ich werde wirklich alles in meinem Machtstehende tun. Cottle kümmert sich bereits darum und ich erhalte täglich Bericht über seine neusten Erkenntnisse. Der Chief nimmt nebenbei die Anlage auseinander um zu sehen was die Ursache sein könnte. Wie gesagt, die Galactica ist ein altes Schiff – irgendwann musste es mal passieren. Das es gerade jetzt und in diesem Ausmaß, das können sie mir wirklich nicht in die Schuhe schieben!“

„Das will ich auch nicht, Admiral. Aber wir müssen einsehen dass die Konsequenzen daraus schneller um sich greifen als uns lieb war. Ich hoffe das wir bald eine Lösung finden bevor die Menschen beginnen sich gegenseitig anzuknabbern!“

Als Laura ihre Berichte nahm sah sie dem Admiral ins Gesicht. Dieser schmunzelte ein wenig über ihren letzten Kommentar. Selbst Laura begann leise zu lachen.

„Kein Sorge, Bill – sie haben mir zuviel altes Fleisch auf den Rippen. Wer weiß wie viel ich davon wegschneiden müsste?“ sagte sie scherzhaft.

„Danke für das Kompliment!“

Sie lächelten sich zu bevor Laura zurück zur Colonial One ging.

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Astral Queen


Nervös zog Liane Welsh an ihrer Zigarette. Sie stand in ihrem blauen Overall am Ende des Zellenblocks und wartete auf jemanden. Ihre Hand fuhr aufgeregt durch die roten kurz geschnittenen Haare, die grünen Augen der jungen Frau suchten das Areal um sich ab. Sie konnte Stimmen hören, die von schräg über ihr kamen. Ein paar ehemalige Gefangene liefen auf dem Balkon entlang und erzählten lautstark. Liane versteckte sich in einer etwas dunkleren Ecke um nicht entdeckt zu werden. Sie erschrak als eine Hand ihre Schulter berührte und sie nach hinten zog. Dabei schoss ihr Puls in die Höhe, ihr Atmen wurde für einen kurzen Moment schneller und unkontrollierter. Der Schreck legte sich als sie das Gesicht des Mannes vor sich erkannte.

„Verdammt Tom, sie haben mich erschreckt!“

Der Vizepräsident Tom Zarek zog sie mit in eine sehr ruhige Ecke der Astral Queen. Sein Gemütszustand war nicht gerade der Beste. Nach einer Weile kamen sie zum stehen und Zarek packte die Aufgeschreckte Frau an den Schultern. Dabei blickte er sie wütend an.

„Was haben sie getan?“ frage er sie leise und doch angesäuert.

„Ich versteh nicht!“ antwortet Welsh unschuldig.

„Liane, ich werde sie kein zweites Mal fragen. Ich weiß bescheid, also was haben sie verdammt noch mal getan?“

„Das was mir befohlen wurde, die Lagersysteme der Galactica…“

Zarek ließ sie los und schnaufte mehrmals tief durch. Er hatte von einem seiner Mitarbeiter erfahren das Welsh Mitglied in der Gruppe Freies Sagittaria war und in seinem Namen einen Anschlag verüben wollte. Doch Tom bekam nicht heraus was sie tun wollten, doch jetzt wurde es ihm klar. Vor allem das man hierbei seinen Namen noch mit rein zog.

„Wissen sie eigentlich wie ich mich verbiegen musste um wenigstens als Vizepräsident anerkannt zu werden? Und wissen sie was sie angerichtet haben?“

Die junge Frau schüttelte den Kopf. Sie hatte keine Ahnung was er meinte. Ihr Auftrag war es, da sie es schaffte als Technikerin an Bord der Galactica tätig zu sein, die Nahrungsmittelsysteme des Kampfsterns zu sabotieren damit dieser auf Nahrung aus der Flotte angewiesen war. Man wollte so in manchen Fällen damit Adama erpressen und bei Bedarf die Nahrungsmittel vorenthalten um eigene Ziele durchgesetzt zu bekommen. Sie vertrauten darauf dass der Admiral nicht unüberlegt im Auge der Öffentlichkeit handelte um an benötigte Nahrungsmittel zu gelangen um seine Crew zu versorgen.

„Sie blöde Kuh haben die ganze Flotte verseucht und vielleicht eine Hungerkatastrophe ausgelöst! Was haben sie sich dabei gedacht?“

„Sie sind der wahre Präsident, und das wird die Flotte bald genauso sehen. Wir sind sogar bereit für unsere Ziele zu hungern wenn es sein muss!“

Der Vizepräsident sah die junge Frau an. Er hatte seine Chance gehabt, doch ein Großteil stand hinter Roslin – genauso wie das Militär. Und ohne das Militär ist nahezu jeder Präsident machtlos gewesen. Es brauchte verdammt viel Überzeugungsarbeit nach der Geschichte mit dem Tribunal Laura Roslin davon zu überzeugen ihn zumindest als Vizepräsident zu behalten, unter ihren Bedingungen. Und bevor er überhaupt erst daran denken konnte an ihrem Stuhl zu sägen musste er seine Stellung als Vize festigen. Und diese sich anbahnende Katastrophe würde ihm nun alles nehmen wenn es herauskäme.

„Nein, sie haben nicht in meinem Namen gehandelt! Das lasse ich mir nicht anhängen. Opfer müssen ab und zu gebracht werden um den Frieden innerhalb der Flotte zu sichern, aber was sie getan haben grenzt an einem Völkermord. Verschwinden sie und lassen sich nicht mehr auf meinem Schiff blicken!“

„Werden sie mich melden?“ fragte sie sehr nervös.

„Ich hoffe sie sind auch bereit ihren Kopf für unsere Sache hinzuhalten wenn es soweit ist. Ich werde sie nicht melden. Aber hoffen sie bei den Göttern dass wir diese Katastrophe gelöst bekommen. Gehen sie aus meinen Augen!!“

Liane sah sich um und verschwand. Auch Zarek versicherte sich nicht gesehen zu werden und machte sich ebenfalls aus dem Staub.

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Battlestar Galactica
Standort: NC 33426
Auftrag: Schutz der Flotte

Der Admiral las die Zeilen, die er in seinen Händen hielt, wieder und wieder. Vor dem Tisch stand Tyrol der ihm eine sehr wenig erfreuliche Nachricht brachte. Galen wurde am Morgen abgezogen um die Nahrungssyteme der Galactica zu überprüfen. Dabei fand einer seiner Crewmen etwas in den Belüftungsschächten oberhalb der Lager- und Zubereitungseinrichtungen.

„Also, kein Fehler im System, sind sie sich da absolut sicher, Chief?“

Der alte Mann legte das Papier des Chiefs auf seinen Tisch. Doc Cottle stand aus der Sitzecke auf um selbst einen Blick darauf zu werfen.

„Ja, Sir – ich bin mir absolut sicher. Hätte jemand nicht die verdorbenen Nahrungsmittel bei den Thermostaten abgelegt wäre es uns nicht aufgefallen. An den Temperaturreglern wurde herumgespielt und in der Belüftung die verdorbene Ware abgelegt.“

Cottle legte den Zettel wieder hin und nickte.

„Die Sporen verteilen sich im System, in den Nahrungsmitteln und wir haben den Salat. Das erklärt auch die erhöhten Krankheitsfälle auf der Galactica. Jetzt haben wir den Ursprung und ich kann zumindest etwas dagegen unternehmen. Sterben wird nicht unbedingt jeder daran, ich denke z.B. an die Kinder in meiner Krankenstation.“

Adama tippte mehrmals mit dem Zeigefinger auf die Tischkante bevor er den Hörer nahm und sich mit dem CIC verbinden ließ. Am anderen Ende ging der XO ran.

„Colonel, ich brauche sie sofort in meinem Quartier. Geben sie Gaeta das Kommando!“

„Bin unterwegs, Admiral!“

Er legte den Hörer wieder auf und blickte den Chief an. Mit der Tatsache dass an den Systemen der Galactica manipuliert wurde, konnte ein Schuldiger nicht weit weg sein. Und diesen galt es zu finden und seiner gerechten Strafe zuzuführen. Mit dieser Aufgabe wollte unter anderem auch seinen XO betrauen, der in dem Gebiet ein Profi war. Durch die Manipulation sollte wahrscheinlich nur die Galactica getroffen werden, aber der Täter hatte nicht damit gerechnet dass auch die Flotte in Mitleidenschaft gezogen werden konnte.

Cottle meldete sich ab, da auf der neuen Tatsache eine Menge Arbeit auf ihn wartete. Zumindest war er nun gerüstet und wusste umso genauer was zu tun war. Er musste die Menschen auf Schimmelpilzerreger untersuchen und hatte nun genau den genauen Typ als Anhalt durch das Corpus Delicti aus dem Belüftungssystem. Der Doc und der XO gaben sich an der Tür die Klinke in die Hand. Sogleich gab er seinem Colonel den Bericht des Chiefs.

Saul Tigh fuhr sich über die Augenklappe des rechten Auges, welches er im Gefängnis von Neu Caprica verlor, und musste sich entsetzt einen Platz suchen.

„Das heißt wir haben eine Ratte in der Flotte und sie wollen dass ich ihn finde. Ich bin froh dass sie hierbei an mich gedacht haben, Sir. Der oder diejenige ist bereits totes Fleisch!“

„Chief, ich will das sie anhand der Schichtlisten durchgehen wer zu welchem Zeitpunkt dort arbeitete, Zugang hatte, Auffälligkeiten, usw. Es muss jemand von der Galactica gewesen sein, von außerhalb kommt da niemand hinein. Finden sie die Ratte und melden sie mir den Erfolg. Ich will diese Person ansehen der dieses verbrochen hat. Wenn sie etwas brauchen kommen sie zu mir.“

Tigh steckte sich den Bericht ein und schickte den Chief vor die Tür. Er setzte sich zu seinem langjährigen Freund und musste, trotz der Ernsthaftigkeit der augenblicklichen Situation, ein wenig schmunzeln.

„Was bereitet ihnen solche Freude?“ fragte William Adama neugierig.

„Als Freund?“

Der Admiral nickte und lehnte sich in den Ledersessel zurück.

„Du willst tatsächlich dass ich dir dieses Aas auch noch lebendig bringe? Ich quetsche dir alles Notwendige raus und beseitige diesen Abfall. Derjenige hat genauso viele Rechte auf diesem Schiff wie ein Cylon – nämlich gar keine!“

„Dahinter mag vielleicht mehr stecken als wir zuerst ahnen mögen, Saul. Er hatte es auf mein Schiff abgesehen, und das nehme ich persönlich. Wie geht es mit der Verteilung voran?“

„Verstehe, nun gut – ich lass dir noch was übrig. Ich kann dir nicht versprechen dass er unbeschadet den Weg in die Zelle findet.

Apollo lässt die Raptor beladen. Das Büro der Präsidentin hatte vorhin über Radio eine aktuelle Durchsage gemacht und einen aggressiven Schimmelpilz dafür verantwortlich gemacht. Ich mach das schon, keine Sorge!“

Tigh lächelte kurz bevor er wieder aufstand.

„Saul, alles klar mit dir?“

„Ich danke dir für den Wiedereinstieg, ansonsten wäre ich verrückt geworden. Du kannst dich auf mich verlassen wenn es um deinen Hintern geht!“ sagte er scherzhaft und meldete sich ab.


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Basisschiff B26-H
Standort: NCC 3330
Auftrag: Aufspüren der Flotte

Die cylonischen Träger flogen mit normaler Reisegeschwindigkeit in Formation und verfolgten die Spuren der kolonialen Flotte. Die Sonne dieses Sektors wurde auf der glatten Oberfläche ihrer Panzerung gespiegelt und brachte die Cylonen etwas zum leuchten.
Inmitten der 3 Basisschiffe flog ein Resurrection Ship, das wenige Tage zuvor viele Modelle wiederauferstehen ließ. Hintergrund war ein kürzlich verlorenes Basisschiff, welches durch eine scheinbar verrückt gewordene 8 gesprengt wurde und tausende ihrer Brüder und Schwestern mit in den vorläufigen Tod riss. Zuvor stahl sie einen schweren Raider und sprang außer Reichweite ihrer Sensoren.

Bis heute versuchten die Cylonen herauszufinden was in diese Modell gefahren war. Sie überprüften ihre Dateien nach dem letzten Download, welche sie noch aus den Trümmern bergen konnten. Doch waren diese zu sehr beschädigt und brachten keinen Aufschluss was mit ihr geschah. Die berufenen Ermittler setzten an einem entscheidenden Punkt neu an. Kurz vor der Wiederauferstehung der 8 flohen von diesem Schiff Caprica Six und Athena in einem gekaperten Raptor. Mit an Bord des kolonialen Schiffes war auch der Hybride – Hera.
Dies allein zog den Zorn der Cylonen auf die beiden geflohenen Cylonen.
Gaius Baltar und D’Anna Biers hatten dabei Glück gehabt dass sie zuvor das Schiff verlassen hatten, insbesondere Gaius. Dieser war zusammen mit der 3 auf ein anderes Schiff gegangen um dort noch mehr gekaperte Raptor zu holen, um ihre Datenbanken zu durchforsten. Kurz nach ihrer Ankunft explodierte das Basisschiff L-23P.

Der koloniale Wissenschaftler und die 3 bezogen ein gemeinsames Quartier. Dort gab es zwischen ihnen meist nur 2 Themen – die Erde und die letzten 5 Modelle der Cylonen. Seit geraumer Zeit hatte Baltar den Verdacht kein Mensch zu sein, sondern ein Cylon. Wenn es sich bewahrheiten würde hätte er eine Entschuldigung für seine Taten und den Verrat an der Menschheit. Doch bisher waren es nur Vermutungen. Über D’Anna wollte er mehr herausfinden. Sie gab an in einer Vision die letzten 5 gesehen zu haben und gegebenenfalls sogar ihre Gesichter.

Baltar konnte es nicht mehr in seinem Quartier aushalten und lief durch den cylonischen Träger. Die Gänge waren alle gleich aufgebaut, die Cylonen fanden sich via Projektion zurecht. Sie stellten sich etwa einen Waldweg, Strand oder was ihnen sonst gefiel vor. Über Sensoren in den Wänden wurde ihr Bild vor ihren Augen projiziert. Während seines Spazierganges versuchte sich Baltar ebenfalls etwas vorzustellen, doch bei ihm funktionierte es nicht. Was aber funktionierte war seine Wahrnehmung. Die Cylonen, die an ihm vorbeiliefen, sahen ihn mit Verachtung an. Er war eigentlich nur am Leben um sie zur Erde zu führen, ansonsten gab es keinen Grund mehr. Caprica war weg und damit eine gewichtige Stimme die seinen Schutz garantierte. Obwohl Six ihm auch Schmerzen zuführen ließ, konnte sie es nicht ertragen wenn er starb. Dafür war ihre Liebe zu stark zu ihm.

Auf seinem Weg durch den Träger kam ihm jemand Bekanntes entgegen. Biers fuhr sich durchs Haar und machte große Schritte. Sie sah an ihrem weißen Hosenanzug hinunter und kontrollierte den Sitz als sie von Baltar aufgehalten wurde.

„Gibt es was Neues von Caprica?“

Die Cylonin sah ihn an. Seine Augen sagten ihr dass er sich um sie sorgte. Seit Tagen hatte er sich nicht mehr rasiert, trug mittlerweile einen Vollbart. Seine langen Haare hatte er nach hinten gekämmt und sich für heute komplett in weiß angezogen.
Doch konnte sie ihm nichts Neues berichten, da sie nicht nach Caprica oder dem Stand der Nachforschungen über das zerstörte Basisschiff informierte.
Baltar sah sie plötzlich merkwürdig an. Er blickte auf ihre Haare und schmunzelte leicht.

„Also so machst du das?“ sagte er ihr mit einem leicht überheblichen Ton.

„Wie mache ich was?“

„Du hast dich downloaden lassen! Man merkt das an dem klebrigen Zeug in deinen Haaren, das stammt aus euren Becken. Hast du sie gesehen, ihre Gesichter – bin ich einer von ihnen?“

D’Anna wies ihn wortlos ab und ging weiter. Doch Gaius ließ nicht locker und folgte ihr.

„D’Anna, ich kann dir helfen!“

Als sie diese Worte vernahm blieb sie stehen und drehte sich um. Gaius Baltar wollte ihr helfen? Ein Mensch? Sie wurde neugierig, aber eher auf der Tatsache beruhend dass er sich der Lächerlichkeit preisgab. Er hatte doch keine Ahnung nach was sie suchte und warum sie es tat.

„Wie?“

Der Doktor kam näher an sie heran. Beide sahen sich um damit ihre Worte nicht die falschen Cylonen erreichten, da die Suche nach den letzten 5 eine nicht gerngesehen Tatsache bei ihrem Volk war.

„Du willst die letzten 5 sehen und ich will wissen ob ich einer von euch bin, also werde ich dir helfen. Ich lerne seitdem ich bei euch bin. Und ich weiß, jedenfalls sagt man es bei den Cylonen so, das man über eure Schiffshybriden einen Blick in die andere Welt haben kann. Ich denke der Weg zu den Final 5 führt über die Hybriden, da sie die Herrlichkeit Gottes bereits sahen und sich in seiner Welt bewegen.“

Die 3 war erstaunt über den Menschen. Seit einer Weile teilte sie das Bett mit Caprica und Baltar, führten eine Dreiecksbeziehung. Doch diese Seite war ihr bisher an ihm nicht aufgefallen.

„Vor allem die Leoben glauben daran. Aber die Hybriden sind verrückt geworden. Niemand kann genau ihre Worte entziffern. Nur wer auserwählt ist kann den Final 5 gegenübertreten, aber der Preis dafür ist der Tod!“

„Ich denke du bist auserwählt worden. Und ich kann dir helfen deine Bestimmung zu erfüllen!“

Die Cylonin lächelte und fiel ihm um den Hals. So was Nettes hatte sie noch nie gesagt bekommen. Biers wollte auf jeden Fall seine Hilfe annehmen. Schon auf Neu Caprica wurde der Cylonin von einer Seherin ein Schicksal offenbart, welches aber auch gleichzeitig ihr Ende bedeutete.

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Colonial One

Zusammen mit ihren Mitarbeitern erstellte die Präsidentin einen Verteilungsplan für die zivile Flotte. Die Nachricht über den aggressiven Schimmelpilz wurde für sie erstaunlicherweise sofort bei den Vertretern der lokalen Stellen auf den Schiffen gut aufgenommen. Man wusste dass irgendwann einmal so was passieren konnte und nahm diese Nachricht aus dem Büro der Präsidentin gefasst auf. Aber darüber war Laura auch froh. Lieber so als dass tausende Menschen vor Hunger die Krise nur noch verschlimmerten. Auf den Schiffen wurden Verteilungspunkte eingerichtet und warteten auf die Notrationen der Galactica. Küchen schmissen Essen weg und behielten letzte Waren als eiserne Reserven für Kinder, Kranke, usw. zurück. Man bereitete sich darauf vor in den nächsten Tagen sogar ohne Essen auskommen zu müssen. Auf der anderen Seite arbeitete man daran das Lagerungsystem auf den Schiffen zu überarbeiten um nicht noch mal solch eine Katastrophe erleben zu müssen.

„Frau Präsident!!“

Tory hielt den Hörer hoch. Admiral Adama war am anderen Ende und wollte die Präsidentin unbedingt sprechen.

„Danke, Tory! Admiral Adama, es wird sie bestimmt erfreuen zu hören dass die Flotte die Geschichte mit dem Pilz sehr gut aufgenommen hat und meine Entscheidung für den Nahrungsvorrang für gut hieß. Die gesunden und starken Menschen bereiten sich darauf vor ein wenig Umfang zu verlieren. Und ich werde als gutes Beispiel vorangehen. Die Colonial One hat ihre Bestände bis auf wenige Reserven der Flotte gespendet.

Aber genug der Politik, was kann ich für sie tun, Admiral?“

„Frau, Präsident, wir haben den Ursprung dieser Kontamination ausfindig machen können.“

Laura setzte sich. Die Stimme des Admirals klang nicht sehr begeistert, obwohl er die Quelle gefunden zu haben schien.

„Ich sitze, Bill. Immer raus damit, was war es?“

„Chief Tyrol hat im zentralen Belüftungsystem verdorbene Nahrungsmittel und ein manipuliertes Thermostat gefunden. So konnten sich die Sporen unentdeckt verbreiten und von der Galactica auf die anderen Schiffen gelangen. Ich gehe von einem Anschlag auf die Galactica aus der schief gelaufen ist!“

Die Gesichtszüge der Präsidentin ließen nichts Gutes vermuten als Tory sie ansah. Laura sah nach vorne und in die beschäftigen Gesichtern ihrer Mitarbeiter. Um sich vom Großteil nichts anmerken zu lassen drehte sie ihren Sessel um damit sie mit dem Rücken zu ihnen saß.
Mit einem Anschlag, der solche Ausmaße annahm hatte sich zurzeit nicht gerechnet. Sie hatte den Admiral und die Galactica zu Unrecht beschuldigt.

„Ich verstehe. Den Göttern sei dank dessen dass der Chief die Quelle so schnell gefunden hat. Was werden sie nun unternehmen?“

„Den oder die Schuldigen zur Rechenschaft ziehen!“ antwortete er mit erboster Stimme.

„Admiral, nachdem ich den Menschen, die bei der CNP waren, Generalamnestie erteilte kann ich jetzt nicht den Schuldigen öffentlich zur Verantwortung ziehen – jetzt noch nicht. Es muss erst ein wenig Zeit ins Land gehen. Was sie immer auch tun werden, ich weiß nichts davon. Damit wären wir mit dem Thema Hera quitt, haben sie verstanden, Admiral?“

„Laut und deutlich, Frau Präsident. Schließlich kann man einen Schimmelpilz nicht zur Rechenschaft ziehen.“

Adama legte auf. Die Präsidentin der 12 Kolonien hörte nur ein deutliches Knacken und anschließend war der Admiral weg. Sie legte ebenfalls auf und ließ sich das eben gemeldete durch den Kopf gehen. Sie hätte kein Mitleid mit dem Menschen gehabt der wegen seiner Tat Gerechtigkeit widerfahren wäre. Doch aus dem sich ausbreitenden Pilz konnte sie keinen Anschlag mehr machen.
Sie entschied sich es bei dieser Version zu belassen und hoffte dass Admiral Adama diesen Sachverhalt schnell und diskret aufklärte.

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Battlestar Galactica
Standort: NC 33426
Auftrag: Schutz der Flotte


Der alte Mann legte den Hörer auf und wollte eigentlich ins CIC als Kara samt Enkel in sein Quartier kamen. Es freute ihn seine Schwiegertochter und seinen Enkel zu sehen. Er nahm sich noch ein wenig Zeit bevor er gehen wollte.

„Hey, wen haben wir den da?“

Er gab Kara einen Kuss auf die Stirn und nahm ihr den kleinen Zak ab. Sie gingen in die Sitzecken und setzten sich auf die Couch. William Adama sah seinen Enkel an und freute sich über sein kleines Lachen.

„Er ist groß geworden. Er hat viel von seiner Mutter!“

„Na ja, Sir – das sehen wir erst wenn er richtig anfängt zu sprechen. Meine Mum sagte immer das ich kaum meinen Mund halten konnte.“

Starbuck holte den Schnuller des kleinen Mannes hervor und gab ihm diesen. Sein Großvater setzte ihn richtig auf seinen Schoß und wandte sich der Mutter zu.

„Wie geht es dir? Du warst heute Morgen irgendwie anders? Gibt es Probleme zwischen dir und meinem Sohn?“ fragte er ein wenig besorgt.

„Nein, nicht wirklich. Danke für das große Quartier. Aber Lee will nicht neben Athena wohnen und sobald wie möglich wieder weg.“

„Das ist das letzte Quartier. Ihr müsst euch wohl mehr oder weniger arrangieren. Antrag abgelehnt. Entweder ihr kommt mit Lt. Agathon klar oder ihr zieht wieder zurück in die Pilotenquartiere. Das ist mein letztes Wort, und dasselbe werde ich auch zum Major sagen wenn er zu mir kommt.“

Der Admiral erschrak durch eine plötzliche Bewegung von Captain Thrace. Sie hatte ein Taschentuch in der Hand und wischte etwas auf seiner Uniform ab. Zak sabberte und das direkt auf die Uniform des Admirals.

„Tut mir leid!“

„Geben sie her, Captain. Macht doch nichts!“

William nahm ihr das Taschentuch ab im Tausch gegen den kleinen Mann. Er wischte den Rest der Spucke ab und warf das Taschentuch in einen Papierkorb. Bevor er sie wieder rausschmeißen musste ging er an seine Seekiste und holte eine Notration heraus. Er überreichte sie seiner Schwiegertochter.

„Danke, was ich noch sagen wollte – ich komm mit Athena eigentlich soweit klar. Wegen mir musst du keinen Finger krumm machen. Und ich werde heute Abend mit einem Raptor raus gehen. Für Zak habe ich schon jemanden. Sie können jeden Piloten gebrauchen, Sir!“

„Das stimmt, das kann ich. Hebt euch das ein wenig auf. Je schneller wir etwas finden umso eher bekommen wir was Richtiges zum Essen. Es tut mir leid, die Arbeit wartet!“

Kara stand auf und umarmte kurz ihren Schwiegervater. Wie ein kleiner Gentleman gab Zak seinem Großvater die Hand zum Abschied. Sie gingen noch gemeinsam hinaus bevor sich ihre Wege trennten.

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Viper047
22-02-2008, 04:11 PM
Vor der Tür standen viele in grünen und orangen Overalls. Marines sicherten die Gänge ab, so dass niemand gehen konnte ohne gesehen zu werden. In einem abgeschirmten Raum befragten der XO und Chief Tyrol einen Techniker nach dem anderen. Im Gegensatz zum Chief wollte Tigh jeden verhören der auch die Möglichkeit hatte sich Zugang zu verschaffen, und nicht nur diejenigen die im Schichtbuch standen. Bisher hatten sie 23 Soldaten befragt, aber noch keine brauchbaren Ergebnisse erlangen können. Draußen standen immer noch 56 die potentielle Attentäter sein konnten.

Während der Befragung wurden sie auf Herz und Nieren geprüft. Die beiden Verantwortlichen richteten sich darauf ein dass noch ein paar Stunden vergehen würden bis sie alle durch hatten.
Die Tür zum Befragungsraum ging auf. Gaines kam geschwitzt hinaus. Die schweigende Menge ihm Gang sah ihm an das er durch den Fleischwolf gedreht wurde. Er ging an ihnen vorbei und sagte kein Wort. Er wie die anderen durfte kein Wort reden, darauf achteten die Marines sehr sorgsam.

„Musste das sein, Sir? Er war die letzten Tage mit mir die ganze Zeit unterwegs und konnte nicht einmal in die Nähe des betroffenen Bereiches kommen.“ beschwerte sich Galen bei Colonel Tigh.

Der XO ging sehr hart an die Sache ran und wurde schon mehrmals darauf hingewiesen das es sich um die eigenen Leute handelte. Aber bei einem vermuteten Anschlag auf das Schiff kannte Saul weder Freund noch Feind. Er hatte ein klares Ziel, wenn es jemand von ihnen war, hieß es denjenigen aus der Crew herauszufiltern und seiner gerechten Strafe zuzuführen.

„Kommen sie mir nicht so, Chief. Irgendeiner da draußen hat einen Anschlag auf das Schiff begangen. Die sind solange verdächtig bis ihre Unschuld bewiesen wurde. Wer steht als nächstes drauf?“

„Na toll, Sir – dann wäre ich genauso verdächtig! Denn ich verwalte die ganzen Schlüssel und teile die Crews ein!“

„Keine Sorge, Chief! Sie habe ich nicht vergessen und kommen auch noch dran.“

Tyrol wollte noch etwas sagen. Die Wut über die Umgangsweise mit seinen Leuten stieg, aber er schluckte es hinunter und ging vor die Tür.

„Welsh!!“ brüllte er.

Petty Officer 2. Class Liane Welsh betrat den Befragungsraum. Sie sah um sich herum die Marines stehen. Viele Augen sahen sie an und machten sie nervös. Der Chief und der XO saßen vor ihr auf der Tischkante. Während Tigh sie ansah ging Tyrol das Schichtbuch durch. Er legte dem XO die Seiten bereit die für den Zeitraum in Frage kämen, da Cottle ihnen ungefähr sagen konnte wie lange die Kontamination zurücklag.

„Liane Welsh, Sagittaria – richtig?“ fing Tigh an.

Die junge Frau nickte nur kurz und vermied die beiden Männer vor sich anzusehen. Sie starrte auf den Boden damit man nicht in ihre Augen sehen konnte.

„Haben sie etwas entdeckt was repariert werden müsste?“ fragte Saul, da er schnell bemerkte dass sie versuchte auszuweichen.

„Nein, Sir!“

„Dann haben sie soviel Hintern in der Hose und sehen uns an. Oder haben sie etwas zu verheimlichen?“

Während Tigh sie befragte sah sich Tyrol einige Unterschriften genauer an. Dabei verglich insbesondere die von Welsh und einem weiteren Kameraden. Sie ähnelten sich sehr. Galen schlug wütend das Buch auf den Tisch und bat den XO einen Blick in das Buch zu werfen.

Liane versuchte zu hören was sie tuschelten und wollte aufstehen. Einer der Marines drückte sie zurück in den Stuhl. Erst als beide sie anblickten schnellte ihr Puls nach oben. Ihre Haut begann leicht anzufeuchten. Hatte man sie entdeckt? Sie war doch vorsichtig und hatte alles doppelt und dreifach geprüft um ihre Spuren zu verwischen.
Der XO lächelte, legte ein Blatt Papier in das Schichtbuch und klappte es so laut zu das der Petty Officer erschrak.
Mit einem wütenden Blick wandte sich Chief Tyrol von ihr ab und nahm sich vom anderen Ende des Raumes Wasser vom Tisch. Sie verfolgte mit ihrem Augen den Weg des Chiefs während ihr Herz nahezu aus ihrem Brustkorb springen wollte.

„Hey, hier spielt die Musik!“ brüllte Tigh und schnippte mit den Fingern.

Welsh sah ihn ängstlich an. Doch das ließ den XO der Galactica kalt und lächelte sie weiter an.

„Petty Officer Welsh, beginnen wir mit ihrem Dienst vom letzten Dienstag! Ich will ihren ganzen Tagesablauf, und wagen sie es ja nicht ihren Blick woanders hinzurichten….“

Viper047
22-02-2008, 04:13 PM
Kapitel 2


Hunger ( Teil 2 )


Battlestar Galactica
Standort: NC 33426
Auftrag: Schutz der Flotte


Als die Tür zum Quartier der Adamas aufging stand Kara bereits an ihrem Spind und zog sich ihren Fliegerkombi über. Ihr Mann betrat das Quartier und ihm fiel seine Frau, ganz abgesehen von ihren Sachen die verstreut im Quartier herumlagen, gleich ins Auge. Zak saß neben ihr auf dem Boden und spielte mit einer kleinen Taschenlampe während seine Mutter sich umzog.
Lee legte seine Tasche ab und war recht neugierig zu erfahren was seine Frau vorhatte.

„Also, im Anbetracht dass wir noch an deinen Fähigkeiten als Hausfrau feilen müssen, was hast du jetzt wieder vor?“

Im selben Augenblick öffnete sich wieder die Tür. Dee und ihr Mann Jarod betraten das Quartier. Lt. Dualla war seit 5 Jahren mit dem ehemaligen farbigen Pyramidspieler Jarod Novak verheiratet. Dieser spielte zuvor erfolgreich bei den Caprica Freibeutern und erlebte noch vor seiner Verletzung den Karrierebeginn von Samuel Anders. Nach seiner Genesung trat er dem Marine Corp bei und lernte dabei Anastasia Dualla kennen und lieben. Sie war noch eine Weile in der Registration der kolonialen Flotte beschäftigt bis sie sich für eine Offizierslaufbahn bewarb. Nach der Annahme und erfolgreichen Erlangens des Patents gingen der Sergeant und der damalige Petty Officer auf die Galactica.

„Wo ist er denn? Ja, komm zu Tante Dee!“

Dualla nahm den kleinen Adama hoch und schloss ihn gleich in die Arme. Er freute sich darüber und schenkte ihr gleich ein herzhaftes Lachen, was auch Dee gefiel. Sie liebte den kleinen Adama wie ein eigenes Kind und unterließ es auch nicht Kara in Erziehungsangelegenheiten hineinzureden.

„Ich hole ihn am Ende der Schicht wieder ab!“ sagte seine Mutter mit Nachdruck.

Kein berühmtes Starbucklächeln, ihr Gesicht blieb dabei ernst als Dee ihrem Mann die Tasche des Kindes reichte. Aber Anastasia war die Einzige die sich auch bereit erklärte zu babysitten wenn Kara Dienst hatte – vorausgesetzt ihr Dienstplan erlaubte es.

„Ich hoffe du räumst noch auf, das ist keine Umgebung für ein kleines Kind!“ entgegnete ihr Lt. Dualla.

Noch bevor die beiden Frauen überhabt anfangen konnten in einen Disput zu verfallen nahm Sgt. Novak seine Frau am Arm und zog sie weg. Der Major stellte sich vor Kara und half ihr den Kombi zu schließen.

„Komm, Dee – ich baue das Bettchen auf! Ruhigen Dienst, Major!“

„Ruhigen Dienstschluss, Sergeant!“

Kara nahm sich ihren Notizblock und Fliegerhandschuhe aus dem Spind und ging kurz durch das Quartier. Lee beobachtete das seine Frau dabei keinen glücklichen Eindruck machte.

„Warum gibst du ihr überhaupt unseren Sohn wenn du dabei kein gutes Gefühl hast? Und du könntest wirklich mal deine Sachen einordnen, hier sieht es aus wie in deiner Bude auf Caprica!!“

Nach diesen letzten Worten kamen Lee einige Wäschestücke entgegen geflogen. Seine Frau zeigte ihm den berühmten Mittelfinger und lächelte diesmal dabei. Ihr Mann hingegen sah sich die Wäsche genauer an und fand ein höchstinteressantes Kleidungsstück.
Ein verdammt kleiner String zog die Aufmerksamkeit des Majors auf sich. Er faltete das kleine Schwarze auseinander und hielt es mit einem unverschämten Lächeln hoch.

„Ihr Männer seit doch alle gleich. Hör dich eher mal um wo ich neue BH’s bekomme. Meine Möpse sind immer noch so groß und ich glaube das lenkt bei den Briefings nur gewisse Leute ab!“

Major Adama legte die Wäsche in den Spind seiner Frau und nahm sie an ihrer Taille.

„Das musst du mir auf dem Weg zum Briefing unbedingt erläutern, du und deine Möpse!“

„Ah, ich glaube ich mach das lieber selbst. Du hast dieses Funkeln in den Augen! Jetzt komm, ich opfere nicht jedes Mal meine Freizeit für dich!“

Mit einem Schlag auf ihren Hintern drängte der CAG die freiwillige Pilotin nach draußen. Er konnte zurzeit jeden verfügbaren Mann und Frau gebrauchen.

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Sharon war bereits auf dem Weg zur Krankenstation als der CAG und Captain Thrace ihr entgegenkamen. Sie wollte dort ihren Mann treffen und nach der vereinbarten Stunde rechtzeitig zum Dienst erscheinen. So war es zuvor mit dem CAG und dem Admiral vereinbart worden bevor sie ihr Kind endgültig zu sich holten.

Sie versuchte den Major nicht anzusehen und machte größere Schritte. Doch Lee schnappte sie am Arm und schickte seine Frau weiter in den Briefingraum.

„Wohin des Wegs?“ fragte er sie.

„Aber…“

Athena sah gleich das etwas nicht stimmte. Adama ließ sie nicht los und deutete mit einer Kopfbewegung die Entgegengesetzte Richtung an. Aber Heras Mutter weigerte sich mitzugehen. Sie bestand auf die Vereinbarung. Für sie war es ein mündlicher Vertrag den es einzuhalten galt.

„Nein, ich will zu meiner Tochter! Sie gehört eine Stunde mir, wir haben eine Vereinbarung….“

„Die wieder nichtig ist, Lieutenant! Schwingen sie ihren Hintern zum Briefing, das ist ein Befehl!“ fiel ihr Lee mehr als deutlich ins Wort.

Die Cylonin versuchte sich loszureißen. Sie bestand auf die Vereinbarung und wollte Hera sehen. Kleine Tränen kullerten ihr hinunter, wieder wurde sie von einem Menschen betrogen. Wieder wollte man sie von ihrem Kind fernhalten. Lee Adama ließ nicht locker und packte umso fester zu. Als Reaktion holte Sharon aus und schlug ihm mit der flachen Hand ins Gesicht.

„Hey!!“ brüllte Helo als er um die Ecke kam.

Er erfuhr auch erst vor kurzem das die Agathons früher zum Dienst mussten und wollte eigentlich seine Frau abholen. Mit eiligen Schritten ging er zu seiner Frau und stellte sich zwischen sie und dem CAG. Lee hielt seine Hand an die geschlagene Wange und sah die Agathons verachtend an.

„Solange deine Frau diese Uniform trägt tut sie genau das was ich ihr sage. Wir haben nichts zu fressen und das hat gegenüber allem Vorrang. Wenn du den Toaster nicht überzeugst, mach ich es!!“

Da es in der Vergangenheit öfters Ärger zwischen Apollo und Athena gab ließ der CAG für dieses Mal den Schlag ins Gesicht ungesühnt. Cpt. Agathon hielt seine Frau zurück während Major Adama zu seinen Piloten ging.

„Komm, wir gehen zu Hera!!“ sagte sie schmollend und zog an der Hand ihres Mannes.

Doch dieser blieb stehen und hielt sie zurück. Seine Frau verstand seine Reaktion nicht und zog umso fester. Nach wenigen Augenblicken ließ sie die Hand los und stellte sich weinend in eine Ecke. Helo platzierte sich so dass seine Frau nicht auf einmal doch zur Krankenstation rannte nur um ihren Kopf durchzusetzen. Denn dies war einer der wenigen guten Eigenschaften an seiner Frau. Wenn Sharon sich etwas in den Kopf gesetzte hatte und sich dabei im Recht fühlte, gab sie solange nicht nach bis sie ihren Willen hatte. Dabei war ihr fast jedes Mittel recht.

„Ich gehe nicht da rein! Sie haben uns versprochen dass wir Hera sehen können. Und sie haben es gebrochen! Ihr Menschen macht immer Hoffnung und nimmt sie wieder! Wenn du nicht willst, ich geh zu meiner Tochter.“

Wie er schon ahnte wollte sie sich aus dem Staub machen. Er nahm sie am Arm und zog Sharon zurück. Aus Protest schlug sie ihn mehrmals mit der flachen Hand ins Gesicht oder mit den Fäusten auf die Brust. Helo blieb wie ein Fels in der Brandung stehen und ließ die Schläge über sich ergehen. Nach einer Weile reichte es ihm und drückte seine Frau mit Gewalt gegen die Wand. Ihre Blicke trafen sich. Beide sahen sich wütend an.

„Sharon, niemand wird unsere Tochter wegnehmen. Das würde ich nie zulassen, das weißt du!! Aber wie Lee schon sagte, wir haben nichts zu beißen! Hera braucht wie die Anderen was zu essen um gesund zu werden. Und wir tragen nun mal diese Uniform, wir sind verantwortlich dass diese Flotte wieder etwas in ihre Mägen bekommt.

Meinst du ich bin nicht enttäuscht, meinst ich wollte sie nicht sehen? Sie ist hier und wird es auch bleiben, Sharon! Und jetzt komm, wir beeilen uns. Ich habe es mit Cottle schon geklärt.
2 Stunden, hörst du – 2!“

Sharon sah auf den Boden. Ihre Tränen tropften hinunter. Ihr Mann nahm sie an sich und beruhigte sie erst einmal um anschließend den Dienst antreten zu können.

„Es tut mir leid, Helo!“

„Schon gut, ihr Toaster scheint wohl auf Drama programmiert zu sein.“

„Noch einmal, und ich erwürge dich im Schlaf!“

Sie wischte sich die Tränen aus dem Gesicht und gab ihm einen Kuss auf den Mund. Helo hatte wieder seine Sharon zurück, jedenfalls solange bis sie wieder ihren Willen durchsetzten wollte.

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Die Tür zum Befragungsraum ging auf. Der XO schickte die restlichen Techniker erst einmal zurück zu ihren Posten. Laut Tyrol kam niemand mehr in Frage, da alle zu den Deckcrews gehörten.

In Handfesseln und von Marines begleitet verließ Liane Welsh den Raum. Sie hatte zuvor ein Geständnis unterschrieben dass sie alleine für den Anschlag verantwortlich war. Doch weiteres wollte sie nicht mehr sagen, weder Mittäter noch wer sie angestiftet haben konnte.
Ihre Kameraden wussten sofort dass etwas nicht stimmte. Ohne eine Andeutung von Reue starrte sie diesmal selbstbewusst in die Gesichter ihrer Kameraden. Sie hatte sogar ein kleines Lächeln drauf.

Ihre Kameraden sahen sie mit Entsetzen und Verachtung an. Was sie immer auch getan haben sollte, sie tat es im Bewusstsein dass Menschen dabei umkommen konnten. Chief Tyrol und Colonel Tigh sammelten auf dem Tisch alles ein als von draußen Schreie und anschließend eine Explosion zu hören war. Erschrocken sahen sie sich an und rannten sofort nach draußen. Marines und Techniker standen einen Gang weiter und schrieen nach Sanitäter. Der Alarm ertönte als Tyrol und Tigh am Ort des Geschehens ankamen.

An den Wänden klebten überall Blut, Gedärme und Fetzen eines orangen Overalls. Einem Marine wurde der Unterschenkel abgerissen und lag verletzt am Ende des Ganges. Zwei weitere Techniker lagen Bewusstlos in der Nähe des Marines, sie hatten am ganzen Körper blutige Schnitte. Bei näherem Hinsehen konnte man erkennen das unter einem der Techniker viel Blut raus floss, er musste sehr wahrscheinlich eine offene Verletzung im Brust bzw. Bauchbereich haben.
Bis die Sanis eintrafen half der XO und Chief Tyrol den Verletzten. Beide Bewusstloswirkenden Techniker waren ebenfalls tot. In ihnen steckten noch Granatsplitter.

„Was bei den Göttern ist hier passiert?“ fragte Saul einen der anwesenden Crewmen.

„Sie…sie hatte ihm beim Hinfallen…..beim Hin…bei den Göttern!“

Geschockt sah der junge Mann in den blutverschmierten Gang hinein. Das tote Fleisch und Gedärme stieg den Anwesenden in die Nase und verursachte bei einigen sogar Erbrechen. Aber Saul konnte trotz allem darauf keine Rücksicht nehmen und versuchte durch einen Schlag ins Gesicht den Mann zu Vernunft zu bringen.
Es klappte und der Techniker sah nur den XO an.

„Granate aus der Weste und hat sich anschließend…“

Durch die laut hörbaren Würgegeräusche ahnte Colonel Tigh was gleich passierte und schubste den Specialist von sich weg. Kurz darauf übergab sich der Mann.

„Denn Rest kann ich mir denken. Dieses feige Miststück! Marine, räumen sie den Bereich. Nehmen sie Zeugenaussagen auf und schicken sie sie wieder zu ihren Posten!“ befahl Colonel Tigh.

Er selbst wollte ins CIC und dem Admiral persönlich Bericht erstatten.

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Basisschiff B26-H
Standort: NCC 3330
Auftrag: Aufspüren der Flotte


Zusammen mit D’ Anna stand Baltar vor dem Becken des Schiffshybriden. Dieser, nach dem Aussehen scheinbar ein junge Frau, redete unentwegt irgendwelche Sachen. Biers machte ihn schon drauf aufmerksam das dieser Hybride verrückt sei und seine Worte keinen Zusammenhang ergaben.
Aber für Gaius sah die Sache anders aus. Er glaubte dass sie weitaus mehr waren als normale Schiffshybriden. Er glaubte dass in ihnen der Schlüssel zu all dem lag.

„Was hast du vor?“ fragte die Cylonin als Baltar sich an den Beckenrand des Hybriden stellte.

Er krempelte seine Ärmel hoch und sah dabei zum Hybriden herunter. Dieser sah immer zu an die Decke und redete wirres Zeug.

„Ihr irrt euch wenn ihr glaubt dass ihr von den Hybriden nichts erfahren könnt. Hinter all dem was sie von sich geben, zwischen dem ganzen wirren Zeug und Schiffsbefehlen versteckt sich der wahre Glaube an Gott. Und ich werde es beweisen!“

„Nein, das ist verboten…“ brüllte D’ Anna.

Zu spät reagierte sie als Baltar schon seine Hand in der Flüssigkeit des Beckens hatte. Er dachte durch die Übertragungsfähigkeit der milchigen Flüssigkeit sehen zu können was der Hybride sah. Doch im ersten Augenblick sah er überhaupt nichts. Plötzlich schnappte der Hybride nach seiner Hand und richtete sich auf. Er sah Baltar in die Augen und schien völlig klar zu sein in den Worten die er wählte.

„…nur wer auserwählt ist…nur wer auserwählt ist kann vor die letzten 5 treten….“ sagte ihm der Hybride in sein verängstigtes Gesicht.

Vor seinen Augen tauchte ein Planet mit einem Ring auf, er sah einen Tempel mit einer Säule in der Mitte. Auf der Säule erkannte er ein Mandala, eine grüne Flamme mit einem roten Kern und kurz danach explodierte vor ihm die Sonne, und erstrahlte in demselben Muster wie das Mandala.

Erschrocken ließ sich Baltar zurückfallen. Der Hybride legte sich zurück und redete wieder durcheinander. Das Modell Nummer 3 ging zu ihm und kniete sich zu Baltar hinab.

„Was hast du gesehen?“ fragte sie wissbegierig.

„Ich weiß wohin wir gehen müssen. Und vor allem müssen wir in diesen Tempel. Nur dort bekommen wir unsere Antworten!“

Sie half dem Doktor auf die Beine. Er sah verwundert in das Becken. Der Schiffshybride war erneut in seinem vorherigen Zustand, als wäre das eben nie passiert.
Doch das Erlebnis ließ den Beiden keine Ruhe mehr und gingen anschließend in den Kartenraum des Basisschiffes.

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Battlestar Galactica
Standort: NC 33426
Auftrag: Schutz der Flotte

Adama war schon ganz nervös und wollte den XO ausrufen lassen als dieser das CIC betrat. Saul schmiss ein Stück Papier auf den Lagetisch und stellte sich neben den Admiral. Er las sofort das Geständnis von Liane Welsh.

„Gaeta, stellen sie den Alarm ab…“ befahl der Admiral kurz darauf. „Was ist passiert, Colonel?“

„Dieses feige Miststück hat einem Marine eine Handgranate entwendet und anschließend Selbstmord begangen. Glauben sie mir, die war so was von schuldig und ich hatte nicht einmal angefangen.

Jedenfalls ein toter Marine und 2 von Tyrols Leuten.“

Entsetzt legte er das Papier auf den Tisch. Adama ahnte bereits das mehr hinter dem Anschlag stecken musste als man glauben sollte. Nicht umsonst würde diese junge Frau Selbstmord auf diese Weise begehen indem man noch unschuldige mit in den Tod riss. Als er einen erneuten Blick auf den Kopf des Geständnisses warf fiel ihm die Herkunft des Petty Officers auf.
In seinem Kopf zählte er 1 und 1 zusammen und vermutete dass ein Tom Zarek nicht weit weg war. Er persönlich glaubte eh nicht an einen wundersamen Wandel des ehemaligen Terroristen zu einem aufopfernden Politiker. Deshalb machte er Zarek in seiner kurzen Phase als Präsident der 12 Kolonien, nachdem Baltar mehr oder weniger freiwillig aus diesem Amt geworfen wurde nach Neu Caprica, klar dass er den Rückhalt des Militärs nicht habe.

„Sagittaria!“ sagte William Adama und deutete mit dem Finger auf das Blatt Papier.

Beiden Männer schossen dasselbe durch den Kopf und nickten sich zu.

„Meinen sie Zarek wäre so blöd nach all dem dort weiterzumachen wo er vor seiner Präsidentschaft aufgehört hatte?“

„Gaeta, geben sie mir die Colonial One! Möglich wäre alles, XO – aber wenn nicht machen seine Leute dort weiter wo sie kurz zuvor aufhörten. Neu Caprica liegt hinter uns, sie verstehen?“

Tigh nickte, er wusste worauf der alte Mann hinauswollte.

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Lt. Sharon Agathon
Rufname: Athena
Raptor 478
Standort: ND 71129
Auftrag: Erkundung

Der Raptor befand sich seit zwei Stunden im Einsatz. Bisher hatten Athena und ihr ECO Lt. Margaret "Racetrack" Edmondson kein Glück. Sie befanden sich einen Sprung vor der Flotte und hatten nur einen „richtigen Kandidaten“ zur Auswahl. Doch dieser zeigte starke seismische Aktivitäten und stand kurz bevor zu sterben.

Racetrack notierte sich den Vorfall in ihrem Bericht und gab ihrem Piloten neue Sprungkoordinaten. Nur dieser Austausch an Informationen waren ihre einzigen Gespräche. Racetrack meldete sich zwar freiwillig als ihr ECO, doch bisher blieb es auch nur dabei.
Sie war gegenüber Sharon sehr pessimistisch eingestellt, auch schon wegen den Erfahrungen mit Boomer.

„Ok, zwei Planeten entpuppten sich als Monde. Der letzte Kandidat geht in kurzer Zeit drauf. Bist du dir sicher das der nächste ein Klasse M Planet ist oder wieder nur ein toter Stern?“

Sharons Frage hatte eigentlich nur ein Ziel, sie wollte so schnell wie möglich zurück zu ihrer Tochter. Besuchszeit war sowieso abgelaufen, doch dieser Umstand war ihr egal.
Lt. Edmondson hatte aber selbst Zweifel einen weiteren Planeten zu finden und suchte ihre ganze Datenbank ab. Nach mehreren Minuten fand sie tatsächlich etwas zu den angegebenen Koordinaten und machte sich mit einem roten Stift einen Strich über die letzten Datensätze.

„Kannst du vergessen, wäre wieder ein Reinfall. Den habe ich drin. Zurück zur Galactica, 2 Stunden aufs Ohr legen und dann wieder raus. Ich habe Apollo gesagt dass ich mit dir fest fliege und er ist einverstanden. Außer du…“

„Nein, ist Ok! Also, zurück zur Galactica!“

Sharon lächelte und drehte ihren Raptor. Kurz darauf verschwand er in einer kleinen Sprungblase und tauchte vor der Flotte wieder auf.

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Colonial One

Laura machte sich und dem Admiral einen starken Kaffee. Der erste Tag des Hungerns war vorbei. Dennoch befahl sie den Admiral zur späten Stunde auf die Colonial One. Der Vorfall auf der Galactica beunruhigte sie schon. Auch das Tom Zarek im Zusammenhang stehen konnte.

Die Präsidentin nahm die weißte Kanne aus Porzellan und stellte sie auf den Arbeitstisch. Als Offizier und Gentleman ließ es sich der Admiral nicht nehmen und schenkte Beiden ein während sich Roslin in ihren Ledersessel setzte.

„Danke Admiral! Fassen wir das alles noch mal zusammen. Colonel Tigh hat von dieser jungen Frau von Sagittaria ein Geständnis, wonach sie ein Anschlag auf die Galactica begangen haben soll. Anschließend, um sich ihrer Strafe zu entziehen, entwendete sie einem ihrer Männer eine Granate und tötete anschließend sich und 3 weitere Männer ihrer Crew.“

„Das ist richtig, Frau Präsident. Ich zweifle dieses Geständnis auch nicht an, da vertraue ich Colonel Tigh voll und ganz. Es mag Zufall sein dass Petty Officer Welsh von Sagittaria kam, aber meine dass zu viele Punkte einen Zufall wieder ausschließen können. Das war ein Anschlag der in die Hosen ging. Sie hat 3 meiner Männer getötet, ab da ging der Zufall in Absicht über.“

Beide sahen sich an und genehmigten sich eine Tasse des selbst gemachten Kaffees der Präsidentin. Gleichzeitig setzten sie die kleinen weißen Porzellantassen wieder ab. Sie lächelten sich kurz an und mussten kurz darauf etwas lachen.

„Ich glaube das mit dem Kaffee will mir einfach nie gelingen, ich weiß auch nicht!“ sagte sie in einem Ton der Selbstironie.

„Darf ich?“

Sie bat ihn förmlich darum. Der Kaffee den Laura machte hätte sogar Tote aus ihrem ewigen Schlaf gerissen, so stark hatte sie ihn gemacht. Während er einen frischen Kaffee aufsetzte las sich Laura erneut das Geständnis der jungen Frau durch. Sie gab dem Admiral Recht, ein Zufall konnte dies nicht mehr sein. Sie hatte vor irgendjemanden Angst oder wollte ganz sicher gehen dass sie ihre Auftraggeber nicht preisgab. So oder so, Tom Zarek konnte nicht weit von all dem gewesen sein. Ob er aktiv oder passiv davon wusste, denn es wäre verwunderlich wenn er von dem Vorhaben seiner Leute nichts wusste.

Mit einem neuen Kaffee setzte sich der Admiral ihr gegenüber und schenkte nach. Sie sah den alten Mann dabei an und schmunzelte ein wenig. Nach dem ersten gescheiterten Versuch nahmen sie erneut einen Schluck und Laura gab sich offen geschlagen.

„Schon ein Unterschied, Bill. Was werden wir tun?“

„Was werden sie tun, Laura?“ kam als Gegenfrage zurück.

„Na ja, ich denke ich sollte es nicht unter den Teppich kehren. Vielleicht sollte ich es Zarek zukommen lassen, ganz zufällig natürlich. Er wird reagieren müssen, vor allem wenn sie ihre Marines auf sein Schiff schicken und dort nach Anhaltspunkten suchen lassen! Aber dass werden sie tun bevor er aus meinem Büro zufällig Erkenntnis erlangt.“

William trank aus und stellte die Tasse auf den Tisch.

„Um 0600 werden 3 Raptor an die Astral Queen andocken und meine Männer werden das Schiff auf den Kopf stellen. Ich hoffe es reicht um seine Aufmerksamkeit zu erregen.“

„Danke Admiral, das wird für den Anfang genügen. Danach werden wir sehen wie tief er wirklich da drin steckt. Und vor kurzem habe ich ihm noch die Hand geschüttelt…“

Er stand auf und richtete seine Uniform. Laura begleitete ihn noch zur Tür. Sie standen sich nahe und sahen sich für einen Moment schweigend an.

„Er wäre bescheuert die Hand anzufressen die ihn füttert, Frau Präsident!“

„Das denke und hoffe ich auch. Gute Nacht, Bill!“

„Schlafen sie wohl, Laura!“

Zaghaft näherten sie sich und gaben sich einen Kuss auf die Lippen bevor Laura William Adama endgültig entließ.

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Battlestar Galactica
Standort: NC 33426
Auftrag: Schutz der Flotte


Die Nachtschwester stellte den Agathons Stühle vor das Bettchen von Hera. Ihre Tochter wollte sowieso nicht schlafen und verbrachte deshalb etwas Zeit auf dem Schoss ihrer Mutter.
Helo hielt seine beiden Frauen im Arm und genoss die kurze Zeit als ganze Familie.
Die kleine Halbcylonin spielte am Reisverschluss der Fliegerkombi ihrer Mutter herum.
Kurz zuvor hatte man ihr einen frischen rosa Strampler angezogen. Ihrem Bauch ging es den Umständen entsprechend besser und Cottle würde sie wie vereinbart in ca. 2 Tagen entlassen. Darauf freute sich Sharon schon eine ganze Weile.

Zu lange hatte man ihr ihre Tochter vorenthalten. Nie wieder würde sie es zulassen dass man sie ihr wieder wegnimmt. Dabei fand sie Halt bei ihrem Mann. Über ein Jahr mussten sie auf diesen Augenblick warten. Während der ganzen Zeit schmerzte ihnen innerlich der Tod der kleinen Hera, denn sie nur gemeinsam bewältigen konnten. Doch nun war alles vergessen. Hera war wieder da und in der Obhut ihrer richtigen Eltern.

„Schau sie dir nur an, Helo! Das haben wir erschaffen, wir haben das hier gemacht. Sie ist was Besonderes!“

„Ja, ohne Zweifel – das ist sie.“ stimmte ihr Mann zu.

Heras kleine Finger ergriffen den kleinen Finger ihres Vaters. Von Anfang an hatte sie ihren leiblichen Vater erkannt, wie zuvor auf dem Basisschiff ihre leibliche Mutter. Obwohl Boomer biologisch mit Athena identisch war, konnte nur Helos Frau sie gleich beruhigen und ließ sich von ihr ohne Mühe halten. Die ganze Zeit vorher versuchte Valerii ihre Mutter zu imitieren, was aber bei Hera nicht gelingen wollte.

Cottle kam noch zur späten Stunde hinein. Er hatte ein vorläufiges Ergebnis und wollte es mit dem Vater des Kindes besprechen.

„Was gibt es, Doc?“

„Ich kann ihnen schon mal sagen dass das Kind nicht so anfällig sein wird wie ein normaler Mensch. Es wird keine genetisch bedingten Krankheiten kennen. Auf der anderen Seite ist sie anfällig für Kleinigkeiten, was bei ihr zu schlimmen Folgen führen kann. Wo Menschen seit tausenden von Jahren immun sind kann Hera töten, soviel steht fest. Ich gebe ihnen einen gut gemeinten Rat, lassen sie ihre Tochter insbesondere in den ersten Jahren mit allem anstecken was ein menschliches Kind ebenfalls durchmacht. Vielleicht haben wir Glück und sie überlebt. Je später umso schlimmer!“

Ohne ein weiteres Wort hinzuzufügen verließ Cottle auch wieder die Station in sein Bett.
Karl hatte erwartet dass mit dem gut klingenden Anfang nicht so was nachgeschoben wurde.
Beunruhigt sah er seine kleine Familie an. Sharon hielt stolz ihre Tochter an sich und genoss die Moment mit ihrem Kind.
Ohne sich äußerlich was anmerken zu lassen setzte er sich zurück und nahm Hera auf seinen Schoss. Sharon legte ihren Kopf auf seine Schulter und hielt die Hand des Kindes fest.

„Was hat er gesagt?“

„Alles in Ordnung! Hera wird wieder.“ antwortete er ihr darauf.

„Siehst du, sie ist stark. Alles wird gut und wir können endlich eine Familie sein.“

Athena küsste und kuschelte sich an ihn. Sie genossen noch die verbleibende Zeit bis sie wieder zurück zum Dienst mussten.

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Admiral Adama lag bereits im Bett und las noch ein Buch bevor er seine Augen schließen wollte. Sein Sohn klopfte an die Tür und erhielt die Erlaubnis einzutreten. Sein Vater legte das Buch weg und setzte sich auf.

„Du wolltest noch was von mir?“ fragte Lee müde.

„Ja, um 0600 sind 3 Raptor mit Marines an der Astral Queen angedockt. Ihr durchsucht das ganze Schiff nach Anhaltspunkten. Der XO wird dich bereits instruiert haben, nehme ich an!“

Lee nickte und setzte sich hin. Sein Vater sah ihm an das noch etwas war.

„Erlaubnis zu sprechen, Sir?“

„Erlaubnis erteilt, was gibt es, Major?“

Vom Arbeitstisch seines Vaters nahm er ein kleines Stück Papier und begann es zu falten. Er überlegte wie er anfangen sollte. Lee musste eine gute Begründung finden um ein neues Quartier zugewiesen zu bekommen da er nicht neben Athena wohnen wollte. Nachdem er keinen dürftigen Punkt fand wollte er den direkten Weg nehmen.

„Ich will für meine Frau und mein Kind ein anderes Quartier. Es wäre hilfreich wenn du uns etwas anderes zuteilen könntest. Notfalls würde ich es sogar in Erwägung ziehen draußen etwas zu suchen.“

Sei Vater verstand genau weshalb er ein neues Quartier wollte. Doch Admiral Adama wollte es direkt aus dem Mund von Apollo hören. Er stand auf und holte sich etwas zu trinken aus seinem Wasservorrat. Für seinen Sohn füllte er ebenfalls ein Glas und setzte sich mit diesem zu ihm an den Arbeitstisch.

„Ich brauch eine Begründung, Major!“

Vater und Sohn sahen sich an. Apollo ahnte das aus seinem Blick heraus dass sein Vater bereits im Bilde war und er nicht um den heißen Brei reden sollte.

„Nun gut, ich will nicht neben einem Toaster wohnen. Ich denke das liegt ganz in deinem Interesse das dein Enkel nicht in der Nähe des Feindes aufwächst, auch wenn sie unsere Uniform trägt.“

„Mein Interesse? Guter Versuch, aber Antrag abgelehnt. Wir haben kaum große Quartiere. Die meisten sind Lagerräume und den Platz brauche ich. Finde dich damit ab oder versuche dein Glück in der Flotte.“

Mit einem Schluck aus dem Glas mit Wasser spülte Lee einen Großteil seiner Wut hinunter. Wie konnte sein Vater nur so engstirnig sein? Wollte er es tatsächlich zulassen das Zak neben einer ständigen Gefahr aufwächst? Hatte er vergessen was Sharon Agathon war?
William Adama sah ihn weiter ruhig und in seiner Entscheidung feststehend an.

„Du weißt genau dass da draußen nichts zu finden ist wenn man nicht gerade die Kontakte hat. Mit der Cloud 9 ging ein großer Platz an Wohnraum verloren.
Das kann nicht dein Ernst sein das du deinen Enkel neben einer potentiellen Gefahr wohnen lässt! Hat sie dich schon so vernebelt dass du…“

„Genug Major!!“ brüllte ihm sein Vater dazwischen und schlug mit der Faust auf den Tisch.

Die Gläser wurden von der Wucht des Aufschlages der Faust ein wenig durchgeschüttelt so dass Wasser auf den Holztisch überschwappte.

„Ich lasse mir von dir nicht meine Befehle in Frage stellen. Ich war dir schon mehr als entgegenkommend und habe dir und deiner Familie mit diesem Quartier unter die Arme gegriffen. Ich stelle dir es jederzeit frei draußen etwas zu suchen. Aber ich denke du solltest vorher mit deiner Frau sprechen bevor du Entscheidungen für euch beide triffst.

Komme damit zurecht oder ich mache das wieder rückgängig! Und werfe mir ja nicht vor ich würde nicht an meinen Enkelsohn denken. Wenn ich eine Gefahr für ihn oder euch sehen sollte, würdet ihr nicht einmal in die Nähe von Lt. Agathon kommen.“

„Das heißt du vertraust ihr?“

„Sie vertraut mir! Und jetzt dürfen sie gehen, sie haben ihre Befehle. Wegtreten!“

Ohne ein weiteres Wort zu sagen stand Lee Adama auf und ging aus dem Quartier. Mit der Entscheidung seines Vaters war er nicht einverstanden, doch hatte er zunächst keine andere Wahl als sie zu akzeptieren.

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Viper047
22-02-2008, 04:14 PM
Colonial One

Mit ein wenig Magenknurren setzte sich Laura in ihren Sessel. Die Galactica meldete das am Morgen 3 Raptor, unter der Führung von Major Adama, auf der Astral Queen gelandet waren und Hinweise auf weitere Mittäter zu Liane Welsh suchten.

Wie vermutet ließ Zarek nicht lange auf sich warten und kündigte einen Besuch an. Die Präsidentin erwartete ihn bereits als Tory ihn ankündigte.

„Frau Präsident!“

„Tom, was kann ich für sie tun?“

Nach einem Händeschütteln bat sie Zarek sich zu setzen und Foster stellte beiden eine kleine Kanne Kaffee hin. Der Vizepräsident und die Präsidentin sahen sich mit einem aufgesetzten Lächeln an. So was lernte man in der Politik recht schnell. Egal wie schlimm die Sache auch war, man erreichte Dinge schneller wenn man stets ein Lächeln für seinen Kontrahenten übrig hatte.

„Laura, heute Morgen waren auf der Astral Queen 3 Raptor der Galactica unangemeldet auf meinem Schiff gelandet. Sie hatten einen Durchsuchungsbefehl dabei. Und ich bekam mit dass in der Nacht ein Anschlag auf die Galactica verübt wurde und man nun Leute aus meiner Wählerschaft der Verschwörung verdächtigt. Jedenfalls durchsuchen sie jeden Quadratzentimeter meines Schiffes.“

Roslin blieb ruhig und stellte dem Vizepräsidenten eine kleine Schüssel mit wenigen Keksen aus der Notrationspackung hin. Zarek verstand schnell die Anspielung. Er und sie wusste das diese Nahrungskrise kein Zufall war der durch einen Schimmelpilz verursacht wurde. Sein jetziges Verhalten würde über Fall oder Erhalt seiner Position entscheiden. Zarek wusste dass Laura ihn in der Hand hatte und musste nicht einmal ein Wort sagen.
Er nahm sich einen Keks heraus und bedankte sich dafür. Mit einem Lächeln stellte sie die Schüssel zurück und erwartete ein Angebot des Mannes vor ihr.

„Ich hatte erst zuletzt davon erfahren und keinesfalls gebilligt. Geben sie mir 1 Stunde und sagen sie Adama dass er seine Leute in die Wohnbereiche der ehemaligen Wärter schicken soll. Quartier 4C. Mein Name bleibt da raus!“

Beide standen auf. Roslin gab ihm die Hand und zeigte sich einverstanden. Zarek hielt zum Abschied den Keks nach oben. Als er draußen war fielen ihr wieder die Worte des Admirals ein.

„Er wäre bescheuert die Hand anzufressen die ihn füttert, Frau Präsident!“

„Und wie immer behielten sie Recht, Admiral!“ sagte mit einem zufriedenen Lächeln.

Sie nahm sich einen der Kekse aus der Schüssel und sah aus ihrem Fenster zur Galactica hinaus.

Viper047
23-02-2008, 07:15 PM
Kapitel 2.5

Boomers Vision

Ihre letzten Erinnerungen waren der Niederschlag und ihre Ermordung durch Caprica Six. Kurz zuvor drohte sie Athenas Kind zu töten, da sie es für falsch hielt beide Rassen, Menschen und Cylonen, mischen zu lassen. Es würde gegen Gottes Gebote verstoßen.

Als sie ihre Augen öffnete stand sie in einem weißen Raum. Alles um sie herum erstrahlte in diesem weißen und warmen Licht. Als sie an sich herunter sah bemerkte sie dass sie mit einem weißen Kleid gekleidet war. Leichter Nebel zog auf, sie hörte Stimmen um sie herum.
Sharon hatte keine Angst, doch fragte sie sich wo sie war. Plötzlich war sie inmitten im Weltall. Um sie herum kämpften viele Schiffe, Basisschiffe hatten die Galactica eingekreist, ein Kampfstern zog an ihr feuernd vorbei. Sie hatte diesen zuvor nie gesehen. Es war ein waffenstarrendes Ungetüm. Groß und mächtig zog der Kampfstern an ihr vorbei und zerstörte zwei Basisschiffe in der Nähe der Galactica.
Als sie genauer hinsah konnte sie den Namen des Schiffes erkennen – Chronos.

Sie streckte ihre Hand aus um etwas zu berühren. Ihr Atem war ruhig, ihr Herz schlug im Takt. Sie war erstaunt und neugierig zugleich. War es ein Traum, eine Vision – und wenn eines zutreffen sollte, was wollte Gott ihr damit sagen? Denn Sharon glaubte nun es war eine Botschaft ihres Gottes, der sie mit einer Mission betrauen wollte.

Boomer erschrak als hinter ihr etwas explodierte. Doch konnte sie nicht mehr sehen was es war da sie sich auf einmal in einer großen Halle befand. Am Ende der Halle sah sie 5 große Holzstühle auf denen in weiß gekleidete Menschen saßen. Einer von ihnen stand auf und ging an ein großes Fenster hinter den Stühlen. Schreie waren zu hören, vor ihnen auf dem Boden konnte sie eine andere 8 erkennen. Irgendwas quälte sie. Doch ihre Schreie hörten nach einem Augenblick auf als der aufgestandene Mensch einen anderen erschoss.
Die 8 stand auf und nahm ein auf dem Boden liegendes Schwert in die Hand. Sie ging auf die Verbliebenen zu und tötete alle auf bestialische Weise.

Doch Sharon stand nur da und unternahm nichts. Irgendwie fühlte sie Gleichgültigkeit. Sie hatte kein Mitleid mit ihnen. Danach verschwand die Halle wieder. Sie stand erneut in diesem weißem Licht und dem Nebel. Vor sich erkannte sie einen Schatten. Eine weibliche Person trat an sie heran. Sie erkannte sie sofort.

„Hallo Sharon!“

Eine in, ihr unbekannten, Uniform bekleidete Modell Nummer 8 stand vor ihr. Beide musterten sich von Kopf bis Fuß. Schnell wurde ihr klar dass es nicht um irgendeine 8 handelte – sie stand sich selbst gegenüber. Aber warum schossen ihr keine Gedanken nach den Gründen des Wie, weshalb und warum durch den Kopf. Immer noch blieb sie ruhig als wäre es selbstverständlich sich selbst gegenüber zu stehen. Es war zwar anders als einer anderen 8 zu begegnen, doch fürchtete sie nicht diese Sharon.

„Was willst du?“

Die andere Sharon ging um sie herum. Ihre Augen ließen den jeweiligen anderen nicht aus dem Blick.

„Es ist unwichtig was ich will, Sharon! Nein, was willst du?“

„Was ich will?“

Boomers Gegenstück kam mit einem warmen Lächeln auf sie zu. Sie deutete auf ihr Herz und fragte sie erneut was sie wollte. Aber Valerii konnte nichts damit anfangen. Was sollte sie schon großartig wollen? Sie war glücklich bei den Cylonen – jedenfalls dachte sie das.

„Athena hatte nicht unrecht, nicht wahr, Sharon? Insgeheim vermisst du den alten Mann und den Chief!“

„Das ist vorbei, das war mein altes Leben. Jetzt bin ich zuhause bei meiner Familie. Und sie lieben mich!“

Die andere Sharon lachte amüsiert während sie wieder um sie herum ging. Sie schüttelte den Kopf als sie sich plötzlich in Boomers alter Wohnung befanden. Ihr Gegenstück holte von einem Wandregal ein Foto von ihr und Tyrol herunter. Es dauerte nicht lange bis Sharon zu ihr ging und es aus ihren Händen riss.

„Lass die Finger davon!“ schrie sie die andere Valerii an.

Sie reagierte mit einem Lächeln und setzte sich auf die Couch im Wohnbereich.

„Ich kenne dein Geheimnis. Die blaue Tasche, die wir einst vom Chief bekamen. Dort in der Innentasche. Du hast 3 Bilder darin die du mitgenommen hast als die Cylonen Caprica verließen. Eins vom Chief, eines von dir und Adama – und das welches Kara beim Geburtstag des Chiefs geschossen hat. Da hinten in der Küche!“

Um sie herum wurde es laut. Im Wohnbereich lief der Fernseher. Kara, Cally, Helo und weitere ehemalige Kameraden saßen am Tisch und spielten Karten. Starbuck legte ihre hin und ging in die Küche. Ihr Gegenstück zeigte mit dem Zeigefinger in die Küche. Nur langsam ging sie Kara nach. Sie konnte sehen wie sie ein Foto von ihr und Tyrol machte während sie sich am Waschbecken küssten. In ihr kamen längst verdrängte Erinnerungen wieder hoch. Sie konnte die Berührungen quasi spüren. Mit ihren Fingern griff sie an ihre Lippen und konnte sogar dort die Berührungen des Chiefs spüren.

„Ich weiß, das lässt dich kalt. Vor allem nachdem er mit Cally jetzt ein Kind hat.“ sagte ihr das Gegenstück leise.

„Das ist vorbei. Ich habe keine Gefühle mehr für ihn. Die Cylonen sind jetzt meine große Liebe.“

Als würde man in einen anderen Raum wechseln stand Boomer plötzlich auf der Galactica. Sie sah sich selbst aus einem Raptor kommen. In ihren Händen trug sie Gepäck. Nach wenigen Augenblicken erinnerte sich Sharon wieder. Es war ihr erster Tag auf der Galactica. Trotz ihrer guten Leistungen in der Akademie wollte man ihr keine Stelle als Raptorpilotin geben. Nur einer gab ihr eine Chance – Commander William Adama. Sie flog ihn damals per Zufall als Passagier zur Galactica und hatte mit ihm eine lange Unterhaltung über alles Mögliche.

„Fähnrich Valerii!“

Hinter ihr hörte sie eine altbekannte Stimme. Es war der heutige Admiral Adama. Er begrüßte sie am Raptor und wollte sie persönlich zu ihrem Quartier bringen. Sharon ging an ihn heran und wollte nach seinem Arm greifen als sie wieder in diesem leeren weißen Raum stand.

„Ich weiß, auch das ist Vergangenheit – nicht wahr, Sharon?“

„Ja, nichts mehr davon ist ein Teil von mir!“

„Sharon, du brauchst diese einstudierten Worte nicht zu mir zu sprechen. Wie lange hast du abends im Bett gesessen und dir diese Bilder angesehen? Ich weiß welche Bilder du dir projizierst – die Gänge der Galactica. Auch heute noch! Hmm, ich glaub ich weiß was ich will! Ich will mich nicht mehr selbst belügen müssen!“

Die beiden Sharons standen sich gegenüber. Ihr Gegenstück nahm ihre Hände und sah in ihre Augen.

„Sie sehen dich an und sehen Athena in dir. In allen Nr. 8 sehen sie den Verrat. Ich weiß dass du es ebenfalls spürst. Was meinst du werden sie tun nachdem sie mit Hera entkam?
Du warst nie eine von ihnen, schon auf Caprica haben sie dich dies mehr als einmal spüren lassen. Nur wegen Six warst du am Leben geblieben. Jetzt ist sie weg, Hera ist weg und sie werden dich nicht am Leben lassen.“

Nun stieg ihr Puls, ihre Haut begann leicht zu schwitzen und ihr Atem wurde schneller. Was geschah mit ihr auf einmal. Stimmen und Bilder schossen ihr durch den Kopf. Sie hörte Kara, Chief Tyrol und den Admiral. Was machte ihr Gegenstück mit ihr?

„Nein, sie lieben mich. Du lügst…du lügst!! Das ist nicht real!“

Tränen flossen ihr hinunter. Ihr Körper zitterte vor Aufregung und Angst zugleich während die andere Sharon sie in den Arm nahm und festhielt.

„Sharon, du weißt es selbst. Du weißt es schon die ganze Zeit. Sie werden dir alles nehmen, das ist die Wahrheit. Sie nehmen dir jeden Tag immer mehr wegnehmen bis du nicht mehr du selbst bist.
Sie werden nicht aufhören bis du nichts mehr hast…..“

Sie löste die Umarmung mit der mittlerweile aufgelösten Sharon. Sie konnte ihr ansehen dass alles, was sie in den letzten Monaten verdrängt hatte, in ihr wieder hochkam. Sie wischte ihr die Tränen aus dem Gesicht und lächelte.

„Was soll ich tun?“ fragte Boomer völlig aufgelöst.

„Höre auf dein Herz. Es ruft dich schon die ganze Zeit, du musst nur hinhören. Ich habe dir nur die Gelegenheit gegeben einen Moment hinzuhören. Eine Entscheidung triffst nur du alleine…..“

Sharon wich erschrocken einen Schritt zurück. Ihr Gegenstück verschwand plötzlich und ließ sie zurück. Sie bemerkte dass sie in ihrer Hand etwas hielt. Nur zögerlich blickte sie hinab und sah ein Schwert mit Blut in ihrer Hand. Vor ihr lagen tote Menschen in weißen Kapuzenmänteln. Diese waren mit Blut beschmiert. Sie kniete sich hin und sah sich die Gesichter an. Jedes einzelne davon erkannte sie, und eines davon war ihr sehr vertraut.
Irgendwas in ihr sagte es waren alle samt Cylonen, und zwar die letzten 5 – die Final 5.

Bevor sie noch etwas machen konnte frischte alles um sie herum auf. Ein immer stärker werdender Wind drängte sie zurück bis Sharon eine unsichtbare Kraft in eine dunkle Leere zog.

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Cavil stand mit einem anderen Cavil am Becken von Boomer. Sie warteten bis ihr Gedächtnis runter geladen wurde um sie nach den Ereignissen von Athenas Flucht mit Hera befragen zu können.

„Wir haben entschieden, sie muss weg. Sharon war zu lange unter den Menschen und ein Grund warum wir nicht effektiv vorgehen konnten. Jetzt wo Caprica weg ist hat sie ihren Fürsprecher verloren. Wir programmieren sie neu, löschen alte Erinnerungen. Ich befürchte dass wir sie nicht ewig in ihren Gedanken begraben können. Liebe und Geborgenheit lassen einen Cylonen wirr werden, wenn diese nicht von Gott gewollt sind.“

Der andere Cavil gab seinem Bruder Recht und sah auf seine Uhr. Mittlerweile musste der Prozess abgeschlossen sein. Sie hatten während ihrer Unterhaltung das Becken kurz aus den Augen gelassen. Als sie sich umdrehten war es leer. Einer der Cylonen griff daraufhin völlig nervös in das Becken hinein. Der andere Cavil ging um das Becken herum und sah schnell die nassen Spuren auf dem Boden.

„Das Becken ist leer!“

„Hier ist alles feucht. Dieses Miststück muss hier irgendwo sein. Wir werden sie gleich töten. Entferne ihren Memorystick, ich gebe Alarm!“

Sein Bruder rannte nach draußen und folgte dabei der Spur. Der andere Cavil kniete sich zur linken Beckenaußenseite und wollte den Stick mit den Daten von Boomer herausziehen.
Dabei bemerkte er wie etwas auf seinen Rücken tropfte und hatte dabei eine schlechte Vorahnung. Mit einem ängstlichen Blick sah er nach oben in das wütende Gesicht von Sharon Valerii. Nur langsam richtete er sich auf und blickte sich dabei um. Niemand außer ihnen war hier.

„Hör zu, das geschieht nur zu deinem Besten. Du weißt dass wir dich lieben. Aber die Zeit bei den Menschen hat dich schwach gemacht. Wir korrigieren es wieder und du kannst wieder von vorne beginnen – bei deiner Familie!“

„Lass mich raten – Gottes Wille?“

Mit einem zaghaften und ängstlichen Lächeln nickte er. Dabei versuchte er mit kleinen Schritten rückwärts zu gehen um Platz zwischen ihnen zu schaffen. Sein ungutes Gefühl wurde dabei stetig stärker. Sharon stieg feucht und nackt aus dem Becken und hielt auf ihn zu.

„Was hast du vor?“

„Ich versichere dir, es geschieht in Gottes Willen…..“

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Battlestar Galactica
Standort: NC 33426
Auftrag: Schutz der Flotte

Boomer wachte auf. Sie wusste dass sie geträumt hatte. Verschlafen griffen ihre Hände neben das Bett und holten einen Zeichenblock hervor. Von ihrer Decke griff sie sich einen Bleistift und wollte weiterzeichnen als etwas aus ihrem Zeichenblock hinausfiel. Es lag auf der Decke und sie nahm es an sich. In ihrer Hand hielt sie das Bild von Tyrols Geburtstag. Mit einem Lächeln streichelte sie mit dem Daumen darüber und bereute ihre Entscheidung nicht. Sie wunderte sich insgeheim, denn ihr Gegenstück tat nichts weiter als sie durch Teile ihrer Vergangenheit zu führen und erzählte ihr eigentlich nichts Neues. Doch ihre Worte reichten aus um hierher zu gelangen. Sie reichten aus um sie zurück zur Galactica zu bewegen.

Sharon wusste das sie jemand von draußen beobachtete. Sie wendete daher ihren Blick und sah den Chief nervös vor der Tür stehen.
Eine Weile blickten sie sich an ohne ein Wort zu sagen oder sich zu rühren. Schließlich hielt sie das Bild hoch. Tyrol erkannte es und ging anschließend weiter.
Valerii blickte nach vorne zu ihrem Sessel und sah darin ihr Gegenstück sitzen. Sie nickte ihr nur zu und wandte sich wieder ihrer Zeichnung zu. Es war der Kampfstern aus ihren Träumen, auf dessen Pylonen sie mit Bleistift den Namen aus ihrem Traum auftrug.

„Ich bin zuhause.“ sagte sie leise und schlug ein neues Blatt Papier auf.

Viper047
26-02-2008, 01:46 PM
Kapitel 3


Hunger ( Teil 3 )


Battlestar Galactica
Standort: NC 3447
Auftrag: Schutz der Flotte


Leise betraten Apollo und seine Frau ihr ehemaliges Pilotenquartier und schlossen dabei vorsichtig die Tür. Die Piloten stiegen aus ihren Betten und sahen in die Runde. Nach einem kurzen Nicken des CAG gingen sie an verschiedene Stellen – entweder Spind, unter dem Bett, oder andere Ecken. Sie sammelten sich am Tisch in der Mitte des Quartiers und legten ihre letzten Essensreserven auf den Tisch.

Seit knapp 2 Wochen war die Flotte unterwegs um Nahrung zu finden, doch bisher ergebnislos. Der Hunger forderte erste Opfer unter den kranken, schwachen Menschen oder den Kleinsten, da wie erwartet die Notrationen schnell verbraucht waren. Auf einigen Schiffen kam es zu Aufständen, da das Gerücht verbreitet wurde auf der Galactica gäbe es noch genug zu Essen und das Militär würde nichts herausgeben. Admiral Adama ließ diese Aufstände kurz und schmerzlos auflösen. Niemand kam dabei zu schaden da er die Menschen auf sein Schiff einlud um ihnen zeigen zu können dass auch die Galactica nichts hatte. Viele aus den unteren Schichten folgten der Einladung, da es auch bedeutete der Doktor war in der Nähe um sie behandeln zu können. Diese Menschen litten am schlimmsten unter den Folgen des Hungers und beklagten die meisten Opfer.

Auf dem Tisch des Pilotenquartiers lagen vor allem Reste aus den Notrationen – Hartkekse, konserviertes Schwarzbrot und letztes Essen welches nicht kontaminiert war. Viele tauschten für dieses Gut eigentlich wertvollere Sachen wie Uhren oder bezahlten hohe Preise um einen halben Keks zu bekommen. Andere wiederum taten Gefälligkeiten über die man anschließend nicht reden wollte.
Kara sah in das obere Bett vor ihr. Louanne Katraine lag im Bett und starrte mit einem großen Hungergefühl auf den Tisch.

„Hey Kat, rücke für deine Kameraden etwas zu Essen heraus!“ schnauzte Starbuck sie an.

Katraine richtete sich auf und schüttelte den Kopf. Sie hatte nichts mehr. Bis vor kurzem war sie noch im Besitz eines Schokoriegels, denn sie aber Doktor Cottle überreichte. Sie machte es nicht publik um ihrem Image nicht zu schaden, insbesondere nicht gegenüber Starbuck. Denn den letzten Riegel gab sie für die wenigen Kinder auf der Galactica her.
Bei einem Rundgang durch das Schiff, um den Hunger zu vergessen, kam sie an der Krankenstation vorbei und hörte Nicolas, Hera und Zak schreien. Der Doc wollte sie schon künstlich ernähren da er keine feste Nahrung mehr auftreiben konnte für seine Patienten und die Kinder. Während ihre Eltern für die Flotte auf Nahrungssuche waren bestand er darauf die Kinder um sich zu haben.
Die Kleinen erinnerten Kat an ihre eigene Vergangenheit. Sie hatten kaum etwas zu Essen und ihre kleinen Geschwister schrieen so ebenfalls Nächte durch. Der Captain hatte kurz zuvor einen Riegel erstanden und wollte sich den aufheben. Doch wurde ihr Herz weich und gab ihn ohne Gegenleistung her.

„Ich habe nichts mehr!“ sagte sie müde und erschöpft.

Für Kara klang es wie eine glatte Lüge. Kat war für sie jemand der auf sein eigenes Vorteil bedacht war und sogar über Leichen ging. Sie flogen oft miteinander in der letzten Zeit, doch blieb es bei der Kommunikation meist bei dem Wichtigsten. Apollos Frau glaubte dass Kat ihre eigene kleine Reserve hatte und nicht teilten wollte. Sie sah vor kurzem wie Cpt. Katraine vor der Krankenstation einen Riegel von Cottle bekam – jedenfalls sah es für sie so aus.

„Erzähl deine Märchen irgendwem anders, ich habe gesehen wie du von Cottle einen Riegel bekommen hast! Und jetzt willst du nicht teilen?“ fragte Starbuck erbost.

„Den hab ich Cottle gegeben und nicht umgekehrt! Vielleicht solltest du dir eine Brille zulegen, alte Frau!! Du bist doch diejenige die bunkert!!“

„Wem hast du für den Riegel einen blasen müssen? Außerdem, ich habe ein Kind!!!“

„Na klar, das nimmst du wohl als Entschuldigung für alles – ich habe ein Kind!!“

Als Kat Starbuck nachäffte reichte es ihr und wollte um den Tisch gehen um ihr eine zu verpassen. Apollo und die Piloten gingen dazwischen und hielten die zankenden Frauen auseinander bevor noch schlimmeres geschah.

„Das reicht jetzt! Der Hunger macht uns schon alleine zu schaffen und wir müssen uns nicht zusätzlich gegenseitig an die Gurgel gehen. Jetzt kommt und isst, spart eure Kräfte!“ mahnte Apollo.

Schnell war der Zank vergessen als es ums Essen ging. Louanne stieg aus ihrem Bett und gesellte sich zu den anderen Piloten. Wie ein Rudel ausgehungerter Tiere stürzten sich die Soldaten auf die letzten Reste ihrer Reserven. Wenn sie nicht bald was fänden wäre dies ihre letzte Mahlzeit gewesen.

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Admiral Adama saß in seiner Sitzecke und streckte die Beine von sich. Auf dem kleinen Tisch saß Colonel Tigh und ging mit ihm die letzten Berichte durch. Die ersten Zivilisten kamen an Bord die der Einladung folgten. Der Admiral befahl Dee die Passagiere aufzunehmen und gleichzeitig darauf hinzuweisen das es auf dem Kampfstern nichts zu Essen gab. Kurz zuvor schickte er weitere Raptor raus um vorwärts der Flotte zu suchen. Der letzte Sprung führte sie in einen trostlosen Sektor der nichts an geeigneten Planeten zu bieten hatte. Aber an aufgeben dachte der alte Mann noch lange nicht, obwohl er selbst seit 3 Tagen nichts mehr zu essen hatte.

„Die ersten Shuttles sind heute Morgen gelandet. Einige sind ihrem Ruf doch gefolgt. Dann haben wir 12 Schwächeanfälle auf unserem Schiff, damit kämen wir auf 62 insgesamt. Alleine in den letzten 4 Tagen haben wir 40 Ausfälle zu verzeichnen. Die Jugend ist nicht mehr gewohnt etwas zu hungern.

Dann bin ich die letzten Berichte durchgegangen – nichts. Die brauchen sie sich erst nicht anzusehen. Da draußen ist gar nichts.
Später kommen weitere Meldungen aus dem Büro der Präsidentin. Die Lage hat sich vorerst beruhigt, soviel konnte mir ihre Assistentin bereits sagen. Aber die Frage ist natürlich wie lange, Sir!

Und wenn sie mir die Anmerkung erlauben, ich habe Dee noch mal darauf hingewiesen den Zivilisten zu sagen das wir ebenfalls nichts zu fressen haben – glaub mittlerweile kann man es so bezeichnen. Aber ein Gutes hat es, meine alte Uniform passt wieder!“

Der XO gab ihm die Berichte in die Hand. Adama las alles noch mal sorgsam durch. Nach dem Eingreifen seiner Männer hatte sich die Lage beruhigt. Wenn es noch mal zu Ausschreitungen kommen sollte musste er sofort handeln und die Rädelsführer dingfest machen. Aber in der Zwischenzeit waren die Menschen selbst zum protestieren zu schwach.

„Ich habe gehört die essen sogar Papier?“ fragte der Admiral nach.

„Nein, da ist nichts dran – Papier ist aus!“

Nach dieser Antwort sah der Admiral in das Gesicht seines langjährigen Freundes. Saul fing an zu lachen und steckte William mit an. Trotz der prekären Situation fanden sie Dinge um die Lage ein wenig in den Hintergrund schieben zu können – wenigstens für ein paar Augenblicke.

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Lieutenant Sharon Agathon
Rufname: Athena
Raptor 392
Standort: 1 Sprung vor der Flotte
Auftrag: Erkundung

Sharon war seit letzter Zeit im Dauereinsatz. Der Hunger schien sie nicht besonders hart zu treffen. Die cylonische Physiologie war auch hier widerstandsfähiger als die menschliche. Der Admiral nutzte es aus um sie fast rund um die Uhr rauszuschicken. Trotz der Sehnsucht und Sorge um Hera flog sie immer wieder um endlich etwas zum Essen zu finden. In der Nacht bekam sie vom CIC weitere Koordinaten und sollte sich dort umsehen. Insbesondere bei einem Sternenhaufen der einen Teil des Sektors verdeckte. Nach ersten Messungen herrschte in ihm starke nukleare Strahlung. Athena heftete eine Strahlungsplakette an ihren rechten Oberarm. Es sah aus wie eine kleine 8 eckige Platte mit einer hellen Oberfläche, welches an einem Gummiband befestigt war um es über den Arm zu stülpen. Die helle Oberfläche reagierte auf Strahlung und färbte sich hierbei in schwarz. Je mehr schwarz auf der Oberfläche umso gefährlicher war es für den Piloten. Und wenn es ganz schwarz war, war es in den meisten Fällen zu spät und der Pilot erkrankte kurz darauf an der Strahlung.

Auch nur wenige Schiffe konnten einer hohen Strahlung ausgesetzt werden. Viper wären im Gegensatz zu einem Raptor absolut schutzlos gewesen. Auch konnten viele zivile Schiffe nicht lange standhalten. Nur die Galactica und der Defender in der Flotte waren für längere Flüge in verstrahlten Gebieten gerüstet, aber auch sie hatten ihre Grenzen.

Athenas Raptor tauchte in den Sternenhaufen ein. Er war sehr grell und dicht, sie konnte kaum nach draußen sehen. Der rötlich und gelblich gemischte Sternenhaufen war schon am Anfang radioaktiv sehr stark am strahlen und griff die Außenhaut des Raptors an. Langsam begann sie abzublättern je länger sie sich darin aufhielt.
Athena schaute auf ihren rechten Oberarm. Die Fläche begann sich allmählich in Schwarz zu färben. Die Strahlung machte nicht nur ihrem Schiff zu schaffen, auch Lt. Agathon griff es körperlich an. Die Temperatur stieg, ihr Raptor begann sich zu schütteln während sie es schwerer hatte zu atmen. Unter ihrem Kombi wurde es unerträglich heiß als die Instrumente in den roten Bereich gingen. Wieder schweifte ihr Blick auf ihren Oberarm. Die helle Fläche war bereits zur Hälfte eingeschwärzt und schritt schneller voran.
Immer wieder versuchte sie draußen etwas zu erkennen. Weder mit ihren Augen noch mit den Instrumenten konnte sie etwas sehen.

Nach einer Weile wollte Sharon nur noch aus ihrem Kombi raus. Die Hitze ließ sie müde und langsamer werden. Der Raptor stieß allmählich an seine Grenzen und erste Warngeräusche ertönten durch das Schiff. Ihr Atmen wurde flacher, ihre Augen fielen immer öfters zu. Sie bemerkte dass ihr Körper bald die Arbeit aufgab und entschied sich den Sternenhaufen zu verlassen.
Doch ihre Systeme vorne reagierten nicht.

„Nein, bitte nicht!“ flehte sie.

Müde stieg sie aus dem Pilotensitz. In ihren Gedanken war sie bei ihrer kleinen Familie. Nur mühsam konnte sich Sharon auf den Beinen halten. Man konnte hören wie ihr Atmen unregelmäßiger wurde und sah das Zittern ihres Körpers. Ein letzter Blick auf ihrem Oberarm zeigte eine fast vollständige schwarze Fläche. Wenn sie jetzt nichts tat war es um sie geschehen. Der Raptor kam ihr schon entgegen und hielt stand, obwohl seine Belastungsgrenze schon überschritten wurde. Ihr Blick starrte auf die Konsole des ECO und wollte dort hin als Athena kurz davor auf den Boden fiel und scheinbar ohnmächtig liegen blieb.

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Battlestar Galactica
Standort: NC 3447
Auftrag: Schutz der Flotte


Louanne spazierte durch den Kampfstern um ihren Hunger zu vergessen. Die paar Krümel hatten sie nicht satt gemacht und steigerten nur das Verlangen nach mehr. Ihr Weg führte sie in den Hangarbereich. Dort traf sie auf Dee, einige Marines und Zivilisten. Sie führte die hungernden Menschen in einen leer geräumten Bereich. Kurz zuvor wurden dort Betten aufgestellt um ihnen einen Schlafmöglichkeit zu geben, sowie von Doc Cottle untersucht zu werden.
Lt. Dualla wiederholte immer wieder laut und deutlich denselben Satz.

„Auf der Galactica gibt es nichts zu essen!“

Viele kamen hierher in der Hoffnung dass an den Gerüchten etwas Wahres dran war. Aber schnell bemerkten sie dass auch die Soldaten mit dem Hunger zu kämpfen hatten.
Kat wollte sich nicht lange aufhalten und auch mit niemanden reden. Sie kämpfte sich durch die Massen um ihre übliche Route abzugehen. Dabei stieß sie an einen jungen Mann der sich auch gleich entschuldigte. Als der Captain sich umdrehte begann der dunkelhaarige junge Mann zu lächeln.

„Bei den Göttern!“ dachte sich Cpt. Katraine als sie den abgemagerten jungen Mann in seinen abgetragenen Sachen sah.

„Sasha!“ sagte er erstaunt und freute sich sie zu sehen.

Doch die Freude war nur auf seiner Seite. Louanne war weniger erfreut ihn wieder zu sehen.

„Mein Name ist Louanne. Sasha ist Vergangenheit. Also komm mir ja nicht zu nahe!“

Sie drehte sich um und ließ den Mann stehen. Nach den Angriffen auf den Kolonien hätte sie nie gerechnet Enzo wieder zu sehen. Er erinnerte sie an ihre Vergangenheit, die sie nach dem Neubeginn auf der Galactica unbedingt vergessen wollte.

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Als der Raptor landete reagierten die ABC – Abwehrtrupps schnell. Weiträumig sperrten sie den Platz um Athenas Maschine ab und bauten einen Dekontaminationsplatz auf. Dort wurde der Pilot in einem weißen Plastikzelt unter einer Dusche mit einer speziellen Lösung dekontaminiert und anschließend auf Strahlung mit einem Messgerät untersucht. Erst bei einer negativen Anzeige durfte er den Bereich verlassen. Für den Ernstfall standen Doc Cottle samt Sanis am Ende der Absperrung bereit.

Der Admiral, sein Sohn, Kara und Helo standen ebenfalls an der Absperrung und warteten bis die Prozedur vorbei war. In einem Schutzanzug näherte sich Tyrol dem Raptor und öffnete diesen von außen. Sharon stand schon an der Tür und wartete auf den Trupp. Er führte sie in das Zelt wo sie unter die Dusche gestellt wurde. Nach einer Minute kam sie heraus und stellte sich dem Messtrupp. Dabei wurde ich die Strahlungsplakette abgenommen und dem Admiral gezeigt – sie war pechschwarz. Ihr Mann fürchtete schon das Schlimmste, aber Tyrol streckte den Daumen nach oben. Sharon war zwar körperlich angeschlagen, doch zeigte sie keine Anzeichen für Strahlung.
Mit einem Lächeln kam sie zur Gruppe. Kara hoffte das sie wenigstens etwas fand nachdem ihr vorheriger Flug ergebnislos war.

„Sir, meine letzten Koordinaten waren genau das was wir vermutet hatten. Ein Algenplanet, versteckt hinter einem radioaktiven Sternenhaufen. Ich habe nur schwache Aufzeichnungen bekommen, da ich ansonsten nicht mehr lebend daraus gekommen wäre.“

Apollo blickte auf die schwarze Plakette und begann zu überlegen. Die Strahlung schien ihr nichts auszumachen, aber ihre Daten waren teilweise lückenhaft. Deshalb schlug er vor sie noch mal durch den Sternenhaufen zu schicken.

„Dad, schick sie noch mal durch. Ihr macht das alles nichts aus und eher sie als einer von unseren Piloten.“

„Nein, wir wissen nicht wie viel sie verträgt, Sir!“ kam von Cpt. Agathon als Einwand.

Er nahm seine Sharon an sich und zeigte sich offen gegen den Vorschlag des Majors. Währenddessen sah der Admiral noch mal auf die pechschwarze Plakette. Einerseits hatte sein Sohn Recht, Sharon schien die Strahlung nichts auszumachen und man könnte sie für handfestere Daten nochmals durch den Sternenhaufen schicken. Auf der anderen Seite wusste man nicht wie sehr die cylonische Physiologie standhalten würde bis Sharon an einer Überdosis erkranken würde. Ein menschlicher Pilot wäre, nach dem Zustand des Raptors zu beurteilen, nicht lebendig zurückgekehrt. Die Außenhaut des Raptors war extrem angegriffen und er rauchte an fast allen Ecken und Kanten.

„Lassen sie sich zur Sicherheit untersuchen, Lieutenant. Wir treffen uns in einer Stunde im CIC für Weiteres.“

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Kara zog sich um, um noch ein paar Minuten nach Zak zu sehen während ihr Mann auf den Boden starrend auf dem Bett saß. Er konnte im Nebenquartier Helo und Sharon hören. Sie war eben aus der Untersuchung gekommen. Cottle brauchte nicht lange um nichts festzustellen.

„Willst du in deinen verschwitzten Klamotten zum alten Mann oder warum brennst du mir Löcher in den Boden?“ fragte sie ihren Mann.

„Ich weiß nicht was auf diesem Schiff los ist. Jeder fasst diesen Toaster mit Samthandschuhen an. Und die anderen Beiden im Keller füttern wir auch mit durch. Bin ich den der Einzige der noch klar denken kann?

Bis wir nichts anderes gefunden haben, sorge dafür dass unser Sohn nicht in die Nähe dieses Toasters und seinem Balg kommt. Wenn ich auch nur erfahre dass sie ihre Hände an unser Kind gelegt hat – bringe ich sie um!!“

Die Worte ihres Mannes entsetzten Starbuck. Hörte sie tatsächlich Apollo da reden oder wer war der Mann auf ihrem Bett? Doch der Blick des Majors verriet ihr dass er es so meinte wie er es sagte. Sie schloss den Spind und tat so als würden seine Worte sie nicht berühren, als hätte sie ihm nicht zugehört. Lee schnappte das Verhalten seiner Frau schnell auf und gab sich nicht einverstanden. Zumindest ihre Meinung musste sie kundtun – denn das tat sie sonst zu jedem und alles.

„Willst du dazu nichts sagen, oder bist du nun auch unter die Toasterfreunde gegangen?“

Zak’s Mutter ballte die Faust und versuchte sich zu beherrschen. Alles hätte er sagen können, doch trieb es Apollo gleich auf die Spitze. Sie drehte sich um und lächelte ihn an.

„Doch, ich sag dir was dazu. Ich werde durch diese Tür gehen um so zu vermeiden dir sofort eins in die Fresse zu geben. Denn du hast soeben mein Verlangen erweckt einem Vorgesetzten den Hintern aufzureißen. Aber da ich mit diesem Vorgesetzten nebenbei noch schlafe gebe ich dir die Gelegenheit das zu tun was du am besten kannst – nämlich nachzudenken.“

Der CAG zog sich wütend den Kombi aus und schmiss diesen in eine Ecke. Jetzt waren sie wieder dort wo sie auch in Vergangenheit manchmal gerieten, in einen handfesten Streit. Und für diesen mussten sie nicht einmal verheiratet gewesen sein. Schon als sie mit seinem Bruder liiert war gerieten sie wegen Kleinigkeiten aneinander.

„Ach so, klar – ich verstehe schon. Lee sollte besser seine Klappe halten und zu allem ja und amen sagen. Nicht mit mir, wenn ich dich auch nur in der Nähe dieses Miststücks sehe und dabei meinen Sohn….“

„Dein Sohn? Ach bitte, Lee – du hast nichts weiter getan als deinen Schwanz rein zuhalten und abzudrücken. Wenn du das nächste Mal ein Kind gebärst reden wir noch mal darüber was das Beste für unseren Sohn ist.

Sharon ist Ok! Und ich werde so oft wie ich will, auch mit „deinem Sohn“, bei ihr sein und wir werden vielleicht sogar beste Freundinnen!!“

Gar nicht angetan von ihrer offensichtlichen Drohung ging er zu ihr und knallte ihr eine. Kara hielt sich die getroffene Wange und sah ihren Mann nicht wütend sondern gleichgültig an. Ihre Hand griff zuerst nach der Tür, ballte sich zur Faust und schlug dem CAG mitten ins Gesicht. Er torkelte ein wenig zurück als sie ihm vor die Füße spuckte.

„Heute Abend schläfst du auf der Couch!!“ ermahnte sie ihn.

Kara Thrace wischte sich die ersten Tränen aus dem Gesicht bevor sie das Quartier verließ.
Nach und nach kam Lee was eben geschah und setzte sich aufs Bett um es zu verdauen. Lange war es her als er Kara das letzte Mal schlug. Doch da waren sie nicht verheiratet, und jetzt fühlte es sich auch ganz anders an seine eigene Frau zu schlagen.

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Der Admiral wartete bereits auf den CAG im CIC der Galactica. Athena zeigte den Führungsoffizieren kurz zuvor ihre ausgewerteten Daten und wo sich der Planet befand. Sie mussten zwangsweise durch den Sternhaufen, da führte kein Weg daran vorbei. Ein Sprung war für die Flotte direkt nicht möglich. Sie hatten keine genauen Daten und würden Gefahr laufen direkt in den Sternenhaufen zu springen. Für viele Schiffe innerhalb der Flotte ein Todesurteil da sie nicht für solch eine Umgebung gerüstet waren. Und bis der nächste Sprung vorbereitet war verging zuviel Zeit. Die Schiffe konnten sich nicht anhand des DRADIS orientieren und mussten mehr oder minder nach Sicht fliegen. Athena machte sofort deutlich dass das DRADIS dort nicht zu gebrauchen war.

Starbuck und die Cylonin versuchten eine Lösung zu finden. Aber egal welchen Weg sie fanden, der Sternenhaufen und die Zeit machten ihnen einen Strich durch die Rechnung.

„Sir, wenn alles nicht geht müssten wir um den Haufen fliegen. Aber das kostet Zeit. Wenn wir schnell an Essen kommen wollen müssen wir hindurch oder versuchen unser Glück auf dem Weg um den Haufen herum.“ sagte sein XO.

Gaeta legte eine aktualisierte Karte auf den Tisch. Dabei verschob er die Raptormodelle vor die zivilen Schiffe. Als sein Sohn sich in die Planung einschaltete rückte er die Modelle an ihre Ausgangsposition. Dabei kam seinem Vater eine Idee.

„Sie haben Recht, XO! Wir müssen für eine schnelle Lösung dadurch. Aber dort macht uns die Strahlung Probleme. Für einen Sprung zum Planeten müssen wir näher heran…..“

Der alte Mann verschob einzelne Raptor zu den großen Schiffsmodellen. Den Offizieren um ihn herum wurde sein Plan schnell klar.

„Das würden mehrere Sprünge bedeuten.“ meinte Gaeta dazu.

„Die Flotte wird blind sein wenn wir hinein fliegen, also braucht sie jemanden der für sie sieht und sie hindurchführt. Wir teilen die Raptor so auf das jeder ein Schiff durch den Sternenhaufen führt. Wir springen in den Haufen hinein, dort geben wir ihnen die zweiten Koordinaten aus dem Haufen hinaus. Jeder Raptor wird hierbei auf Sicht fliegen müssen um nach dem ersten Sprung sein Schiff wieder einzufangen.

Major, bereiten sie alles vor!“

Apollo und die anderen Piloten meldeten sich ab. Saul legte die Berechnungen für die Sprünge auf den Lagetisch.

„14 Sprünge, Admiral. Das wird verdammt eng und ich gehe davon aus das wir nicht alle heil ankommen werden.“

William Adama teilte seine Sorge, doch war dies zurzeit der schnellste Weg um an etwas essbaren zu gelangen.

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Galen und Cally Tyrol mussten auf der Krankenstation mit ansehen wie ihrem Sohn Nicolas eine Ernährungssonde durch die Nase eingeführt wurde. Auf dem gesamten Schiff gab es nichts mehr für die Kinder auf Cottle’s Station und musste zum Erhalt ihrer kleinen Leben zu diesen Maßnahmen greifen. Die Sanitäter öffnete den Tropf, genauso wie sie es zuvor bei Hera und Zak taten.
Danach konnte Cally ihren Sohn vorsichtig auf den Arm nehmen. Es dauerte eine Weile bis Nicolas die Sonde über sich ergehen ließ. Alle Kinder weinten und hatten Angst vor dem was mit ihnen angestellt wurde. Doch war es nötig um sie nicht verhungern zu lassen.

Während sie ihren Sohn im Arm hielt hatte Cally noch ganz andere Sorgen. Seit einiger Zeit hatte sie das Gefühl das mit Chief Tyrol etwas nicht stimmte. Immer öfters wurde er im Trakt zu Boomers Zelle gesehen, aber jedes Mal mit einem anderen Auftrag. Zuerst wechselte er nur Glühbirnen, später suchte er nach Schäden aus vorherigen Angriffen. Sie ließ sich nichts anmerken und hoffte ihr Mann würde von selbst sagen was er die ganze Zeit dort tat. Doch das Gegenteil herrschte immer noch vor. Er kam spät in ihr Quartier und legte sich ohne ein Wort zu sagen schlafen. Als er nachts Sharons Name erwähnte war ihr Geduldsfaden endgültig geplatzt.

„Galen?“

„Hmm?“

„Denkst du immer noch an sie?“

Chief Tyrol sah seine Frau fragend an. Er wusste nicht worauf sie hinaus wollte.

„An wen soll ich denken?“

„Tu nicht so, Galen! Meinst du ich bin blöd? Ich weiß dass du die letzte Zeit an ihrer Zelle vorbei gehst! Wenn du sie wieder zurückhaben willst – bitte! Niki und ich kommen auch ohne dich klar!“

Hörte er gerade richtig was aus dem Mund seiner Frau kam? Sie und sein Sohn kämen ohne ihn zurecht. Er wusste das es nicht ewig geheim blieb dass er an Sharons Zelle vorbei ging um einen Blick hineinzuwerfen. Aber erklären konnte er es sich nicht. Dennoch änderte sich nichts daran dass er seine Frau und ihren gemeinsamen Sohn über alles liebte und seine Familie nicht gegen Boomer eintauschen würde. Bis zu ihrem auftauchen hatte er keine einzige Sekunde an sie gedacht.

„Ich glaub du hast sie nicht mehr alle beisammen, Cally! Was soll ich mit dem Toaster? Ich habe dort hinten zu tun, und das weißt du verdammt noch mal. Wie lange schiebe ich diese Sektion vor mir her, häh? Jetzt wo dieses Ding da ist willst du 1 und 1 zusammenzählen und dichtest mir vielleicht noch eine Affäre an! Ich habe nichts mit Sharon am Hut, da läuft gar nichts und wird es auch nie. Ihr seit meine Familie, bei den Göttern!!“

„Du nennst dieses Ding also Sharon?“ fragte sie ihn kurz darauf.

Sie wandte sich von ihrem Mann ab und stellte sich taub. Egal was er nun sagen wollte, sie hörte ihm nicht mehr zu. Wagte er es tatsächlich dieses Ding bei ihrem Namen zu nennen. Gerade er durfte sie nicht mit ihrem alten Namen benennen dürfen. Bei ihr war es was anderes, da Sharon von Anfang an auf ihrer Liste stand. Normalerweise hätte sie sich den Chief schon auf Caprica gekrallt. Aber da musste ihr Valerii mit der Aktion in der Küche zuvor kommen. Nun befürchtete sie dass Boomer ihr Galen wieder ausspannte. Dieses Ding musste weg, soviel stand für sie fest.

Für ihren Mann war das Gespräch ebenso vorbei. Er gab seinem Sohn einen letzten Kuss und verließ wortlos die Krankenstation.

„Keine Sorge, Mami wird nicht zulassen dass dieses Ding uns unseren Papa ausspannt. Dafür wird Mami schon sorgen!“ versprach sie unter Tränen ihrem Sohn.

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Colonial One

Laura war inmitten der Vorbereitungen als Tory ihr den Admiral am Com ankündigte. Sie hatten zuvor die ersten Sprungkoordinaten erhalten und erwarteten den Piloten der sie durch den Sternenhaufen führte.
Sie setzte sich auf ihren Arbeitstisch und wandte sich mit dem Rücken zu ihren Mitarbeitern und mit Adama ungestört reden zu können.

„Admiral Adama, was kann ich für sie tun?“

„Frau Präsident, ich wollte sicher gehen dass die Colonial One ihre Koordinaten erhalten haben. Sie werden mit der ersten Gruppe springen, und keine Widerworte!“

Sie musste etwas schmunzeln. Trotz seiner Bemühungen Abstand und Professionalität zu wahren behandelte er sie oft wie eine Frau mit der er seit Jahren liiert war. Das schmeichelte ihr sogar.

„Die ganze Flotte ist bereit und ich werde es nicht wagen Widerworte zu leisten, wenn Aussicht besteht das wir am anderen Ende endlich was zu Essen finden.
Ich sehe gerade dass unser Blindenhund da ist. Wir sehen uns auf der anderen Seite, Bill.“

„Wir sehen uns, Laura!“

Die Präsidentin beendete das Gespräch. Der Raptor vor ihnen gab ihnen das Zeichen zum Sprung. Die Passagiere der Colonial One machten sich bereit als Erstes zu springen und mit den ersten Teilen der Flotte Vorbereitungen zu treffen.

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Viper047
26-02-2008, 01:49 PM
Captain Louanne Katraine
Rufname: Kat
Raptor 429
Standort: NC 3447
Auftrag: Führung der Schiffe zum Algenplanet

Die ersten Sprünge gelangen. Sämtliche Raptor flogen ohne ECO da jeder, der einen Raptor fliegen konnte, gebraucht wurde.
Kat kehrte mit den Raptor zurück zur Flotte um sich ihr nächstes Schiff zu holen. Sie schaute auf ihre Strahlungsplakette und bemerkte dass sie sich in manchen Teilen schwarz färbte. Aber vor ihr lagen noch 11 Sprünge.
Beim ersten Sprung wurde sie durch den Sternenhaufen geschockt. Es war heiß, sie konnte durch das grelle Licht und dem dichten Nebel nichts sehen. Sie hatten nicht viel Zeit die Schiff zu finden die sie begleiteten. Innerhalb des Sternenhaufens konnten ihre zivilen Schiffe keinen Sprung hinaus berechnen und mussten deshalb von einem Raptor geführt werden.
Wenn sie nicht innerhalb eines gewissen Zeitrahmens das Schiff anhand von Konturen oder Triebwerksanordnungen fanden musste sie ohne das Schiff springen . Denn je länger man der Strahlung ausgesetzt war umso gefährlicher wurde es für den Raptorpiloten selbst.

So traurig die Tatsache auch war, die Crews der verlorenen Schiffe müssten nicht lange zu leiden haben, da die Außenhülle der Schiffe nicht für eine derartige Strahlung geschaffen war und sich ihre schwache Panzerung schnell auflösen würde.

Doch bisher ging alles gut. Ihr nächstes Schiff war das Reparaturschiff Carina. Es sollte der vorerst letzte Sprung sein, da die Mannschaften sich ein wenig erholen sollten und ihre Maschinen auf Schäden untersucht wurden, genauso wie Piloten auf Strahlungsschäden untersucht wurden.

Sie näherte sich dem Flattop, so wurde der Schiffstyp genannt der aussah wie ein fliegender Flugzeughangar, von Backbord und meldete sich an. Der Captain der Carina bestätigte den Erhalt der Koordinaten und schon konnte es auch losgehen.
Apollo flog mit seinem Passagierliner vor und kurz darauf sprangen alle Schiffe in den Sternenhaufen hinein.

Im Sternenhaufen kämpfte Louanne mit dem grellen Licht, dem dichten Nebel und der aufkommenden Hitze gleichzeitig. Aber das alles war zum Vergleich zu ihrem Schreck nebensächlich. Sie suchte verzweifelt nach ihrem Schiff. Nirgends konnte sie es sehen. Das DRADIS arbeitete nicht richtig und auch wenige Augenblicke später sah sie das Schiff nicht.
Plötzlich tauchte vor ihr ein Schiff auf. Sie atmete schon durch bis ein weiterer Raptor an ihr vorbei flog.

„Kat, hier Apollo. Das ist mein Schiff, wo ist deins?“

Jetzt wurde es ihr wieder schlagartig anders. Sie drehte ihre Maschine etwas von Apollos Schiff ab und blickte nach vorne. Sie konnte es doch nicht verloren haben, so was durfte ihr nicht passieren. Die Menschen auf dem Schiff verließen sich auf sie.
Ihr Raptor wurde aufs heftigste durchgeschüttelt als die anderen sich fertig zum Sprung meldeten.

„Carina, hier Raptor 429 – wo seid ihr?“

Sie versuchte verzweifelt das Schiff zu finden und wollte nicht ohne sie weg.

„Kat, wir müssen weg!“ befahl Apollo.

Kurz darauf sah sie die Triebwerksanordnung des Flattop. Aber nur eine kleine Weile bevor sie wieder verschwanden.

„Carina, hier ist Kat! Bei den Göttern, sagt doch was!!“

Während sie weitersuchte merkte sie nicht wie schnell die helle Oberfläche ihres schwatz färbte. Über Funk schrie der CAG das sie wegmüssten.
Es war zu spät. Die Zeit war abgelaufen und die Carina verloren. Louanne startete ihren FTL und sprang mit den restlichen Schiffen zum Algenplaneten.

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Battlestar Galactica
Standort: NC 3447
Auftrag: Schutz der Flotte

Adama sah auf sein DRADIS. Die Raptor kamen zurück zur Galactica. Dee übergab ihm eine Meldung des CAG. Zur Aktualisierung der Flottenliste übergab er sie seinem XO. Dieser nickte nur kurz und strich die Carina aus der Flotte heraus.

„Hätte irgendwann sowieso kommen müssen. 3 vollständige Sprünge waren nur zu gut um wahr zu sein, Sir. 10 noch vor uns.“

„Die Raptor sollen noch näher bei den Schiffen bleiben. Halten wir die Verluste so gering wie möglich.“

„Aye, Sir!“

Adama sah auf die Uhr. Solange Tyrol mit den Maschinen beschäftigt war, solange hatte die Piloten Zeit sich auf die nächsten Sprünge vorzubereiten.

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„…und ihr bleibt näher bei unseren Schiffen. Wir haben bisher nur ein Schiff verloren, was für die Anzahl der Schiffe und Sprünge eigentlich ein gutes Ergebnis ist. Also, bleibt ganz nah an euren Schäfchen, sucht nach Triebwerken oder sonstigen Merkmalen wenn ihr drin seid. Wir haben nicht lange Zeit zum suchen. Vor allem behaltet eure Plaketten im Auge. Ich werde persönlich danach sehen. Wenn sie so aussehen ist es für euch zu spät!“

Apollo zeigte seinen Piloten im Briefingraum die Strahlungsplakette von Athena. Er gab ihnen nach der Meldung Tyrols noch eine Stunde um sich auszuruhen. Danach ging es wieder zurück in das Cockpit.
Die Piloten standen auf um sich die Beine kurz vertreten zu können. Kat blieb sitzen und blickte auf ihre Strahlungsplakette. Bereits nach dem 4. Sprung war sie zur Hälfte eingeschwärzt. Daher versteckte sie die Plakette in ihrem Kombi. Sie wusste dass Apollo sie aus dem Dienst nehmen würde wenn er sah wie weit die Strahlung bei ihr schon fortgeschritten war. Aber nachdem sie die Carina verlor dachte sie nicht ans aufhören.

Lee Adama begann die Plaketten zu überprüfen. Sie entschloss sich daher einen ihrer Spaziergänge zu machen um nicht überprüft zu werden. Dabei kamen ihr immer wieder die Bilder aus dem Sternenhaufen hoch und wie die Carina vor ihr verschwand.

Viper047
21-03-2008, 02:46 PM
Kapitel 4


Eine zweite Chance


Battlestar Galactica
Standort: NC 3447
Auftrag: Schutz der Flotte

Erleichtert sah Adama auf das DRADIS über dem Lagetisch. Alle Raptor kehrten unversehrt zurück und Lee meldete dass alle Zivilschiffe heil auf der anderen Seite ankamen. Sein XO hakte auf der Auftragsliste den 9. Sprung ab und blies sich erleichtert in die Backen.

„Dann bleibt es immer noch bei 4 Schiffen, Sir. Wenn die Götter gnädig sind wird es hoffentlich auch nur bei den 4 bleiben.“

„Das hoffen wir alle, Colonel!“

Aus seiner Hosentasche holte der Admiral 4 zusammengefaltete kleine Papierstücke hervor. Darauf standen die Namen der bisher verlorenen Schiffe im Sternenhaufen. Er wusste das es den Piloten innerlich weh tat nach dem Sprung die Schiffe nicht mehr wieder zu finden. Ein sehr grausamer Gedanke hierbei war dass das verlorene Schiff nur wenige Meter neben oder vor einem sein konnte, aber aufgrund der schlechten Bedingungen und der Strahlung nicht die Zeit hatte sie lange zu suchen. Die Menschen waren verloren wenn die Raptor springen und ihre Schützlinge zurücklassen mussten.

Später war es die Aufgabe des Büros von Roslin die Opfer zu zählen und zu veröffentlichen. Wieder verloren Menschen Eltern, Geschwister, Ehepartner oder Freunde. Das war der Preis um endlich wieder Essen zu erlangen.

„XO, holen sie die Raptor rein. Der Chief soll die Schiffe untersuchen. Apollo prüft die Strahlungsplaketten und sondert gefährdete Piloten aus. Die Galactica springt mit der vorletzten Gruppe.“

Colonel Tigh nickte und führte die Befehle aus.

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Noch etwas verschwitzt und müde holte Helo seine Tochter aus dem Bettchen. Seine Frau würde gleich nachkommen nachdem sie kurz auf Strahlung untersucht wurde. Vorsichtig nahm er sich an sich. Seine Tochter schlief und das fand er auch gut so. Sie sollte so wenig wie möglich von der Ernährung mit dem Schlauch mitbekommen. Ein Sani stellte zwei Stühle ans Bett als auch schon seine Frau kam. Sie hatte sich den oberen Teil der Fliegerkombi um die Hüfte gebunden und setzte sich in ihrem braunen Shirt neben die Beiden. Über ihrem Shirt immer gut erkennbar ihre Erkennungsmarke. Diese legte sie seit ihrer Übergabe nicht mehr ab um sich stets daran zu erinnern wie hart sie dafür gekämpft hatte und es heute noch tat.

„Gibst du sie mir?“ fragte sie leise.

Karl zögerte nicht lange und Hera tauschte den Platz in den Arm ihrer Mutter. Sharon lächelte und genoss die Zeit mit ihrem Nachwuchs.
Cottle klopfte Helo auf die Schulter und winkte ihn mit sich. Seine Frau blieb sitzen und merkte nicht einmal dass Karl aufstand.

Während Hera an der Erkennungsmarke ihrer Mutter spielte hörte Athena ein mehrmaliges Pfeifen. Erst nach einer Minute drehte sie sich um und wollte sehen was dieses Pfeifen auf sich hatte.

„Wo hast du dass denn her?“ fragte sie mit leuchtenden Augen als Karl mit einem Kinderbett vor ihr stand.

„Wenn wir auf der anderen Seite sind und etwas Essen in den Vorratsräumen ist, nehmen wir sie mit. Ich dachte sie würde sich über ihr eigenes Bett freuen. Cottle hat es organisiert.“

Freudestrahlend sah sie sich das in weiß gestrichene Gitterbetchen an. Eine kleine Matratze und erstes Bettzeug lagen bereits drin. Sharon legte Hera zum Probeliegen rein. Cpt. Agathon legte den Arm um seine Frau und freute sich mit ihr.

„Danke Schatz!“

Als Zeichen ihrer Dankbarkeit gab sie ihrem Mann einen innigen und leidenschaftlichen Kuss.

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Major Adama kontrollierte in einem Bereitschaftsraum die Strahlungsplaketten der Piloten während Chief Tyrol eiligst die Raptor überprüfte. Der Großteil der Flotte war bereits auf der anderen Seite und ohne die Galactica schutzlos einem möglichen Angriff durch die Cylonen ausgeliefert. Daher bekam Apollo und der Chief gleichermaßen Druck von oben. Sein Vater wollte die Belastbarkeit der Raptor voll ausnutzen und seine Piloten hatten nicht alle Zeit der Welt um sich auszuruhen. Zusammen mit Cottle gab der CAG deshalb Aufputschmittel aus um die Piloten wach zu halten. Der erste Protest kam von Louanne, da sie wegen solchen Mitteln vor nicht allzu langer Zeit in Verruf geriet. Diesmal aber war der Einsatz dieser Mittel mehr oder weniger von oben geduldet.

Nach wenigen Minuten kam er an den Spind von Helo. Apollo griff auf die obere Ablage des Spindes und holte eine zu dreiviertel eingeschwärzte Plakette hervor. Karl kam ungefähr zum selben Augenblick herein als Adama an seinem Spind stand. Cpt. Agathon wollte etwas aus seinem Spind holen während seine Frau das Geschenk in ihr gemeinsames Quartier stellte. Lee hielt ihm die Plakette vor die Nase. Ein wenig verwundert starrte Sharons Mann darauf. Er erinnerte sich nicht daran das die Plakette soweit schon eingeschwärzt war.

„Du hast einen kritischen Punkt erreicht. Du wirst dich bei Cottle melden und ich werde dich nicht fliegen lassen. Das war’s für dich! Dachtest du mir fiel es nicht auf?“

„Aber…“

Ohne die Chance ein Wort zu sagen schmiss auch schon Lee seinen Spind zu und verließ dem Bereitschaftsraum samt Beweisstück. Karl konnte sich wirklich nicht daran erinnern dass er bedroht gewesen wäre durch eine starke Strahlung. Aber Lee Adama hielt im das Beweisstück direkt unter die Nase. Und es war ein Befehl des CAG’s nicht mehr in den Raptor zu steigen.

Wenige Minuten später kamen kurz nacheinander Starbuck und Katraine in den Bereitschaftsraum. Starbuck schien über etwas verärgert zu sein während Kat still vor ihrem Spind saß. Kara öffnete mit Gewalt ihren Spind, so dass ihr fast sein Inhalt ihr entgegen flog.
Helo beobachtete kurz das Schauspiel während er seine Fliegerkombi auszog. Schließlich siegte doch die Neugier was zwischen die Beiden gefahren war.

„Geht ihr euch wieder mal auf die Nerven?“ fragte er mit einem kleinen Schmunzeln.

Aber Kara sah ihn darauf mit einem Blick an der im Normalfall jeden einen Heldentod sterben ließ.

„Karl, geh mir nicht auf den Sack. Ich bin nicht in der Stimmung für so was!!“

Der Mann von Sharon zog sich in seine dunkelblaue Tagesdienstuniform um. Er schloss anschließend seinen Spind und verließ ohne weiter nachzuhaken die beiden Frauen. Schließlich hatte er gerade selbst genug Probleme.

„Ich mache es wenn wir auf der anderen Seite sind!“ sagte Louanne leise.

„Das will ich für dich hoffen, Fräulein. Wenn nicht, werde ich zum alten Mann gehen und dann zieh dich warm an. Leute wie du haben es den Cylonen erst ermöglicht unsere Welten zu überrennen. Ich könnte dich….“

Cpt. Thrace hielt inne, schmiss die Tür ihres Spindes zu und verließ den Raum. Sie konnte die Gegenwart von Kat nicht ertragen. Diese blieb vor ihrem Spind sitzen. Aus ihrer Jacke holte sie eine Plakette hervor, die sie zuvor aus dem Spind von Helo entnahm. Kat hatte nach einer Unterhaltung mit Starbuck in einem Flur unweit des Hangars schon innerlich mit ihrem Leben abgeschlossen.
Kara hatte sie mit Enzo gesehen und dabei Verdacht geschöpft. Dieser wollte von Kat, wegen der alten Zeiten willen, Nahringsmittel erpressen oder ihre Vergangenheit als Drogenkurier und Schmugglerin Admiral Adama enthüllen. Nach den Angriffen auf die Kolonien tauchte Kat unter und nahm ihren neuen Namen an. Mit ihrer neuen Identität wollte sie ein neues Leben beginnen und ihr altes vergessen. Ihre Karriere als Viperpilotin war die Erfüllung ihres Lebens. Doch die Begegnung mit ihrem alten Freund drohte ihr neues Leben zu zerstören und viele neue Freunde zu enttäuschen.
Sie hatte unter Tränen Kara ihre Vergangenheit offenbart. Für Lee’s Frau war es offensichtlich was sie tun musste. Sie musste Katraine melden, da es nicht auszuschließen war das die ehemalige Schmugglerin bei ihren Personentransporten Cylonen in die Kolonien schmuggelte. Und alleine der Verdacht würde als Grund für die Brick und ein Kriegsgericht reichen. Starbuck ließ ihr, nachdem Kat darum flehte, die Chance sich selbst zu stellen.

Doch Louanne wusste das sie gegebenenfalls nicht mehr die Chance dazu erhielt. Sie öffnete ihren Spind und sah in den Spiegel. Mit ihrer Hand fuhr sie durch ihr braunes langes Haar. Die Strahlung hatte sie bereits krank gemacht. In ihrer Hand hielt sie Haare die ihr ausfielen.
Für Kat war es die letzte Chance in ihrem Leben etwas richtig zu machen worauf die Menschen anschließend stolz auf sie waren. Sie wollte nicht als Drogenkurier in Erinnerung behalten werden, die im schlimmsten Falle auch noch Schuld am Untergang der 12 Kolonien war. Und Sharon würde es ihr sicherlich nicht verübeln das sie Helo ihre Plakette unterschob.

Viele Gedanken schossen ihr durch den Kopf. An einem Gedanken hielt sie fest. Sie wollte nicht dass Enzo ihre Vergangenheit preisgab. Für die Erpressung wollte sie ihn bestrafen und wusste auch wie sie ihn bestrafen konnte. Sie waren einst ein Paar und verrückt nacheinander. Sie wusste dass er auch heute noch sich nach ihr verzehrte. Der Sex verband das damalige Paar und der Sex soll für Enzo zum verderben werden. Deshalb machte sie sich zurecht bevor sie ihn aufsuchte. Er sollte an ihrem Schicksal teilhaben.

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Admiral Adama und sein XO schauten auf die Uhr. Tyrol meldete kurz zuvor Fortschritte und seine Crew wäre bald soweit die Raptor wieder freizugeben. Dee und Gaeta schrieben die nächsten Schiffe zum Sprung auf und befahlen diese sich vorzubereiten. Zu den Schiffen schrieben sie die jeweiligen Raptor hinzu die sie später führten.

Das CIC war trotz der Hektik ruhig. Die Führungsoffiziere bemerkten die Anspannung ihrer Leute und wie sie routiniert damit umgingen. Apollo meldete sich zum Zwischenbericht und legte seinem Vater einen Zettel auf den Lagetisch. Der Admiral sah kurz drüber und überreichte diesen anschließend Colonel Tigh.

„Der Cylonenliebhaber macht schlapp, was anderes hätte ich auch nicht erwartet. Wer ist der Ersatz?“ fragte Tigh spöttisch nachdem er ebenfalls den Bericht des CAG las.

„Tigh!“ gab der Admiral mit erhobener Stimme von sich und blickte ihn an.

Der XO winkte ab und aktualisierte die Pilotenliste.

„Kat wird für Helo einspringen. Ich habe ihn zu Cottle geschickt. Die Aufputschmittel fordern langsam ihre erste Opfer und die Strahlung leistet ebenfalls ihren Beitrag!“ informierte er seinen Vater in einem besorgten Ton.

Der alte Mann nickte nur und verschob auf dem Lagetisch die Modelle der Raptor und Zivilschiffe. Lee sah ihn derweil an und erwartete zumindest eine Antwort des Admirals.

„Du hast dazu nichts zu sagen, Admiral?“ hakte Lee nach.

„Die Piloten haben die Möglichkeit auf der anderen Seite etwas Erholung zu finden, Major. Aber in der Zwischenzeit brauchen wir jeden Mann und jede Frau. Werfe mir also nicht vor mir wäre das Wohl meiner Piloten gleich. Aber wussten wir nicht vorher dass es nicht einfach sein wird? Für einfache Sachen hätten wir auch jeden x-beliebigen Frachterpiloten nehmen können.

Tue deinen Job, sondiere die gefährdeten Piloten aus und der Rest bringt die Flotte auf die andere Seite des Sternenhaufens. Das wäre alles, Major!“

„Aye, Admiral!!“

Lee salutierte kurz und verließ das CIC. William Adama verstand die Sorge seines Sohnes. Er selbst kannte das Risiko, doch konnte er jetzt nicht bei ersten Ermüdungserscheinungen die Piloten aus dem Dienst nehmen. Drastische Situationen verlangten auch manchmal drastische Maßnahmen – auch wenn es auf die Gesundheit seiner Crew ging.

Sein XO legte ihm den Bericht des CAG mit einigen Kommentaren vor ihm auf den Lagetisch. Er markierte die Piloten die nach der Ansicht des CAG demnächst die Flugerlaubnis entzogen werden müsste um sie auf Strahlung untersuchen zu können.

„Ich war mal so frei die Arbeit des CAG zu machen, Sir!“

„Einverstanden, lassen sie es an Lee so weitergeben. Wir werden gegen Ende nicht mehr alle benötigen. Lee hatte mir indirekt vorgeworfen mir wären meine Piloten egal. Cpt. Agathon ist der Erste. Cottle soll sich darauf vorbereiten das noch einige folgen werden. Wir werden die letzten Sprünge in einem Rutsch erledigen, keine Pausen bis wir auf der anderen Seite sind!“ befahl er seinem XO.

Tigh nickte nur kurz und bestellte Dualla zu sich um die Meldung an den CAG durchzugeben.

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Helo kam aus der Untersuchung als ihm Katraine mit schnellen Schritten entgegenkam. Sie eilte zum Hangar da über Com die Piloten ausgerufen wurden. Die Ersten starteten bereits zu ihren zivilen Schiffen um auch den Rest der Flotte hinüber zu begleiten. Louanne wechselte mit ihm aber kein Wort, kein Hallo oder sonst was. Es sah ihr an das sie irgendwie erlöst wirkte. Vielleicht war es aber auch nur die Wirkung der Aufputschmittel.

Sein Weg endete im gemeinsamen Quartier mit Sharon. Sie zog hastig den Reisverschluss ihres Kombis zu und sammelte alles was sie benötigte noch ein.

„Hey Schatz, ich muss los. Was sagt der Doc?“ fragte sie in Eile.

„Ähm, gesund!“

„Gut, das ist gut. Also, ich habe das Bett da hin gestellt und räume später im Schrank noch um. Wir müssen noch alles herrichten und….oh, Gott – ich muss los! Liebe dich!!“

Athena gab ihrem Mann noch schnell einen Kuss und rannte nach draußen als Dee bereits ihren Namen ausrief.

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Colonial One
Standort: Orbit Algenplanet

Laura und Tory hakten die Schiffe ab. Neben ihnen tauchte die Galactica auf. Ihre Panzerung rauchte da sie länger als erwartet im Sternenhaufen verbrachte. Ihre Aufschrift auf der linken Pylone hatte schon begonnen auf der Oberfläche abzulösen. Mittlerweile war der vorletzte Sprung absolviert worden und die Raptor machten sich für den letzten Sprung bereit.

„Frau Präsident!“

Tory überreichte ihr den Hörer. Die Galactica hatte sie gerufen und der Admiral war am anderen Ende der Leitung.

„Admiral Adama, schön sie zu sehen! Sind alle wohlbehalten angekommen?“

„Nein, Frau Präsident. Wir hatten Schwierigkeiten und mussten 2 Schiffe zurücklassen. Ich lasse mir soeben die Namen und die Anzahl der Besatzung geben. Damit wären wir bei 6 verlorenen Schiffe.“

Die Präsidentin legte den Hörer kurz zur Seite. Die Nachricht über den Verlust traf sie sehr hart. Wieder verlor die Flotte Schiffe und Menschen. Trotz allem Schmerz wusste sie auch dass es hätte auch schlimmer kommen können und 6 Schiffe waren ein sehr guter Schnitt zur Anzahl der Sprünge und Schiffe innerhalb der Flotte. Aber genau dieser Gedanke ließ ihren Magen umdrehen. Waren die Menschen denn nur noch Zahlen, Buchstaben auf einem Stück Papier welches irgendwann in Vergessenheit geriet. Die Präsidentin musste es sich eingestehen, an manchen Tagen waren die Menschen nichts weiter als Teilnehmer in sich einer ständig ändernden Statistik – Nummern und Buchstaben. Dasselbe musste Admiral Adama täglich durchmachen und sie dachte nicht daran mit ihm tauschen zu wollen.

Sie schnaufte kurz durch und nahm den Hörer wieder ans Ohr.

„Sie haben ihr bestes getan, Admiral. Die Götter wollten es so. Hoffen wir dass der letzte Schwung unbeschadet hier ankommt. Wir haben hier mittlerweile erste Vorkehrungen getroffen für die Nahrungsbeschaffung. Meine Assistentin wird ihnen alles Nötige senden.

Bill, bitte schaffen sie die letzten Schiffe unbeschadet hierher. Ihre Leute tun einen sehr guten Job, sagen sie ihnen das!“

„Das werde ich, Frau Präsident!“

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Captain Louanne Katraine
Rufname: Kat
Raptor 429
Standort: NC 3447
Auftrag: Führung der Schiffe zum Algenplanet

Kat sprang mit 8 weiteren Raptor zurück. Unter der Führung von Apollo flogen sie zu den restlichen Schiffen. Zuvor hatte er jeden gefährdeten Piloten zurück auf die Galactica geschickt. Die restlichen waren nach seiner letzten Prüfungen diejenigen die noch einen letzten Sprung wagen konnten.

„Kat, hier ist Apollo. Du schnappst dir den Gemini Frachter Faru Sadin. An alle, denkt daran eure Schiffe schnell zu finden und wir springen gemeinsam wieder raus. Also dann, tun wir’s!“

Louanne sah ihr Schiff und bezog Stellung. Sie blickte auf ihre Plakette. Diese war bis auf einen winzigen hellen Punkt bereits dunkelschwarz. Sie fühlte sich auch nicht wohl, ihr war es schlecht. Ihre Maschine hatte in der Kabine hohe Temperaturen die nur sehr langsam wieder nach unten gingen und im Sternenhaufen wieder sprunghaft anstiegen. Doch hatte sie eine Aufgabe und diese wollte sie auch erfüllen. Vor allem das ihre Schützlinge nicht dasselbe Schicksal wie die Carina erlitten.

„Galactica Raptor 429, hier spricht die Faru Sadin, wir sind bereit wenn sie es sind!“

Die Stimme des Captains der Faru Sadin klang zuversichtlich. Sie wussten nichts von den verlorenen Schiffen und laut Adama sollte es auch erst so bleiben. Das Büro der Präsidentin würde diese traurige Aufgabe übernehmen wenn klar war wie viele Menschen ihr Leben lassen mussten.

„Hier spricht Kat, wir können los. Koordinaten sind übermittelt, halten sie die Kanäle für zweiten Datentransfer offen!“

„Faru Sadin hat verstanden, bestätige Erhalt. Mögen die Götter uns gnädig sein!“

Cpt. Katraine antwortete nicht mehr darauf und führte ihr Schiff zum Sprungpunkt. Die ersten Raptor sprangen bereits mit ihren Schützlingen. Kat startete ihren FTL und befahl den Sprung. Kurz darauf waren sie wieder im dichten und grellen Nebel des Sternenhaufens. Unter sich konnte sie den Raptor von Starbuck erkennen. Sie suchte nach ihrem Passagierschiff und rief immer wieder ihre Kennzeichnung über Funk durch. Schließlich machte sie die Triebwerksanordnung ihres Schiffes aus.
Louanne sah sich um. Mittlerweile hatten alle ihre Schützlinge gefunden und meldeten sich bei Apollo als Bereit zum Sprung. Nur sie selbst sucht noch.

„Nein, nicht noch einmal!“ fluchte sie.

Während die Strapazen für den Raptor immer schlimmer wurden suchte sie verzweifelt nach der Faru Sadin. Apollo meldete sich über Funk und wollte ihren Status wissen.

„Hier ist Kat, wir können noch nicht springen. Ich habe mein Schiff noch nicht!“

„Kat, wir haben keine Zeit – wir müssen hier raus!!“ ermahnte sie Apollo.

Kat’s Raptor stieg ein wenig nach oben. Sie wollte nicht ohne die Faru Sadin den Sternenhaufen verlassen. Immer wieder rief sie ihren Namen über Funk während ihre Augen versuchten im grellen Nebel etwas zu finden. Doch die Triebwerksanordnungen der Faru Sadin waren einfach nicht zu finden.

„Faru Sadin, hier spricht Kat – meldet euch!!“

Die Alarmsysteme des Raptor 429 begangen sich zu melden. Strahlung wie Hitze überschritten die zulässigen Grenzen. Die Panzerung begann allmählich abzublättern und damit verlor ihr Schiff auch die Schutzeigenschaft vor der gefährlichen Strahlung. Doch ihr war es egal, sie wusste dass ihre Plakette mittlerweile komplett schwarz war und sie eine tödliche Strahlendosis intus hatte. Sie würden den Sternenhaufen nicht ohne die Faru Sadin verlassen.

„Kat, wir springen!! Hörst du, es ist zu spät! FTL laden und raus aus dem Sternenhaufen, das ist ein Befehl!!“ befahl Apollo.

Kurz darauf gab er den Raptor den Sprungbefehl und verschwanden mit ihren Schützlingen.

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Battlestar Galactica
Standort: Orbit Algenplanet
Auftrag: Schutz der Flotte

Admiral Adama sah wie auf dem DRADIS weitere Schiffe auftauchten. Er zählte die Punkte nach, doch kam nicht auf die Anzahl die er erhoffte.

„Gaeta, fehlen Schiffe?“ fragte er nach, obwohl er schon die Antwort kannte.

„Ja, Sir – die Faru Sadin und…Raptor 429!“ antwortete Felix mit einer kurzer Unterbrechung.

„429?“ fragte Tigh nach.

„Kat, Sir!“

Kurze Zeit später landeten alle angekommenen Raptor auf der Galactica. Apollo betrat eiligst das CIC und hatte kurz zuvor von Dee erfahren das Louanne fehlte. Sein Vater und der XO starrten auf das DRADIS als er sich zu ihnen stellte.

„Ich habe ihr den Befehl zum Sprung gegeben! Sie verlor ihr Schiff und…“

Sein Vater hob die Hand. Er gab Apollo keine Schuld. Dennoch hoffte er dass der fehlende Raptor gleich auftauchte. Sekunden kamen wie Ewigkeiten vor. Noch wollte er sich nicht mit dem Gedanken anfreunden einer seiner Piloten verloren zu haben. Im diesem Fall teilten sich der Admiral und sein XO die Sorgen.

„Komm schon, Kleines!“ fluchte Colonel Tigh.

Schweiß lief ihm die Stirn herunter. Innerlich betete er zu den Göttern für eine gesunde Rückkehr von Captain Katraine.

„Na los, Kat!!“ schloss sich der Admiral an und behielt das DRADIS ununterbrochen im Auge.

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Captain Louanne Katraine
Rufname: Kat
Raptor 429
Standort: Sternenhaufen
Auftrag: Führung der Schiffe zum Algenplanet

Der Raptor 429 flog alleine im Sternenhaufen umher. Sie gab nicht auf und suchte verbissen nach dem Gemini Frachter. Sie war bereit sogar im Sternenhaufen ihr Leben zu lassen und damit dasselbe Schicksal wie der Crew des Frachters zu teilen. Immer wieder suchte sie nach Anhaltspunkten. Doch vom Containerschiff war nichts zu sehen. Den Alarm in ihrem Cockpit verdrängte sie mittlerweile ganz. Von ihrem Arm riss sie die Schwarzgefärbte Strahlungsplakette ab und warf diese nach hinten in den Raptor.

Die Hitze machte ihr zu schaffen und ließ Kat müde werden. Ihre Augen wurden kleiner, ihr Körper schwächer und unter ihrem Kombi sammelte sich das Schweißwasser. Der Helm beschlug von innen und erschwerte ihr zusätzlich die Sicht nach draußen.

„Faru Sadin, hier ist Kat – meldet euch! Bei den Göttern, meldet euch!! Bitte, meldet euch doch!!“

Louanne weinte leise, Tränen liefen ihre Wangen hinunter während sie Ausschau nach dem zivilen Frachter hielt. Sie wollte nicht daran denken wie viele Menschen wegen ihr, ihr Leben lassen mussten. Plötzlich schüttelte ihr Raptor etwas durch. Sie musste kurz irgendwo aufgesetzt sein. Sie hob die Nase etwas an und senkte sie anschließend wieder leicht. Sie konnte unter sich die Container des Schiffes erkennen. Daraufhin lachte sie und schrie vor Freude in ihren Helm hinein. Sie hatte die Faru Sadin gefunden. Vermutlich störte der Sternenhaufen ihren Funk.

„Faru Sadin, hier ist Kat!!“

„Kat, Faru Sadin – bei den Göttern! Wir dachten sie haben uns zurückgelassen!!

„Nein, ich lasse niemanden zurück! Ich gehe nicht ohne euch. Übertragung der Daten, fertig machen zum Sprung!!“


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Battlestar Galactica
Standort: Orbit Algenplanet
Auftrag: Schutz der Flotte


Immer noch war nichts vom Raptor 429 zu sehen. Mehrere Minuten waren vergangen und die Hoffnung dass sie heil zurückkehrte schwand. Als der Admiral schon den Befehl geben wollte nach Kat zu suchen meldete sich Gaeta. Auf dem DRADIS tauchten zwei weitere Punkte auf. Nach der Erkennung der kolonialen Transpondersignalen wurden die Schiffe eindeutig als Raptor 429 und der Gemini Frachter Faru Sadin identifiziert.

„Gut gemacht, mein Mädchen!!“ sagte Adama stolz.

Die Crew teilte seine Freude. Sofort bekam sie den Befehl auf der Galactica zu landen. Cottle und sein Notfallteam wurden unten im Hangar benachrichtigt.

„Gaeta, sie haben das CIC!“ befahl William Adama und ging mit seinem XO in den Hangar.

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Unten standen bereits sämtliche Raptorpiloten als der Admiral und sein XO hinzu stießen. Der Raptor 429 wurde gerade abgestellt. Die Dekontaminationsteams standen in ihren weißen und orangen Schutzanzügen bereit. Von außen sahen sie wie Kat geschafft aus ihrem Pilotensitz aufstand und schwerfällig nach hinten ging. Die Luke des Raptors öffnete und Louanne wurde mit tosendem Applaus empfangen.

Kat sah die freudestrahlenden Gesichter und es bereitete ihr ein gutes Gefühl. Sie stelle sich auf den Flügel des Raptor und streckte die Faust nach oben. Sie lächelte unter ihrem Helm.
Doch die Freude währte nur kurz. Ihr wurde es plötzlich schwindelig, danach Schwarz vor den Augen. Die Kraft verließ ihren Köper und sie stürzte kopfüber vom Flügel des Raptors. Leblos blieb sie auf dem Boden liegen. Vor den Augen ihrer Kameraden eilte der Doc im Schutzanzug zum Piloten und begann sofort mit der Erstversorgung.

Geschockt mussten ihre Kameraden mit ansehen wie die Sanis sie in Schutzfolie wickelten und anschließend in einen abgesicherten Bereich der Krankenstation brachten.

„Kein Puls – reanimieren!!“ schrie Cottle unterwegs und hielt den Trupp an.

William Adama sah zu wie der Doc um das Leben des Captains kämpfte. Immer wieder zählte Cottle die Herzmassagen und kontrollieret dabei ihren Puls. Nach wenigen Augenblicken kehrte das Leben in Kat zurück und die Sanis setzten ihren Weg fort. Tyrol klopfte dem Admiral auf die Schulter und überreichte ihm die Strahlungsplakette von Kat.

Wortlos reichte er sie an seinem XO weiter. Auch er fand keine Worte für das was er sah. Die Plakette und der Raptor waren Indiz dafür dass Kat ihre Gesundheit für die Crew der Faru Sadin opferte.

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Admiral Adama und Colonel Tigh saßen im Quartier des Admirals. Über das CIC wurde ihnen mitgeteilt das man beide unbedingt sprechen wollte. Dabei ginge es wohl um Kat.
Nach einer Weile klopfte ein Marine an die Tür. Nach Erlaubnis zum Einlass brachten Wachen Enzo in das Quartier des Admirals. Er lächelte beide frech an und setzte sich ohne Erlaubnis lässig in einen Stuhl vor dem Arbeitstisch. Er sah den Admiral an und überreichte ihm ein zusammengefaltetes Stück Papier.

„Was soll ich damit?“

„Na ja, das wird sie interessieren! Einer ihrer Piloten war nicht ganz ehrlich mit ihnen. Ich sage nur Drogen und Schmuggel! Und ich weiß dass sie sicherlich was springen lassen für diese Info. Louanne Katraine ist nicht die wofür sie sie halten.“

William Adama und Tigh hassten das fiese Grinsen in seinem Gesicht und wollten schon alleine aus diesem Grund ihm am liebsten den Hals umdrehen. Aber er faltete dennoch das Papier auseinander. Es war eine Seite aus einer Polizeiakte. Das Foto in der rechten oberen Ecke sprang dem Admiral sofort ins Auge – den Namen kannte er nicht, aber die Person auf dem Foto. Schließlich gab er die Seite seinem XO.

„Colonel Tigh, kennen sie diese junge Frau auf dem Polizeifoto?“ fragte der Admiral.

„Ich habe diese Frau nie gesehen, Sir!“

Enzo sah zu wie Saul das Papier zerriss, mit einem Feuerzeug ansteckte und in den Mülleimer warf. So stellte er sich das Treffen mit den Führungsoffizieren nicht vor. Sie schmissen ein polizeiliches Dokument, welches er selber stahl, einfach weg, obwohl es Kat schwer belastete.

„Hören sie, ihre Kat ist eine Drogenschmugglerin, Diebin und Betrügerin – das wollen sie sicherlich nicht unter ihren Piloten haben?“ fragte er etwas nervös.

„Sie erheben schwere Anschuldigungen gegen einen meiner Offiziere, ist ihnen das klar! Und mein XO sagt ebenfalls das diese Anschuldigungen völlig unbegründet sind.

Captain Katraine ist ein hervorragender Offizier und Pilotin. Ich lasse nicht zu das sie den Namen einer meiner Offiziere mit solchen Anschuldigungen beschmutzen! XO!“

Saul winkte die Wache zu sich. Er ließ Enzo festnehmen und in die Brick bringen. Dieser wehrte sich gegen die Festnahme, aber die Marines hatten ihn vollkommen unter Kontrolle. Sie hoben ihn aus dem Stuhl und schleppten Enzo in die nächste Brick.

„Wer diese Person auch immer war, sie hat nichts mit Kat zu tun. Jeder hat irgendwo eine zweite Chance verdient. Ich brauche eine saubere Personalakte, Saul!“

„Die haben sie in einer Stunde auf dem Tisch, Sir. Verlassen sie sich darauf!“

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Viper047
21-03-2008, 02:47 PM
„Hey!“

Kat öffnete die Augen nachdem sie eine bekannte Stimme vernahm. Ihr Bett stand isoliert und mit einer Schutzfolie von den anderen Betten. Hinter ihr wurden die Crew der Faru Sadin und weitere Kameraden behandelt. Cottle wollte ganz sicher gehen das die Strahlenerkrankung nicht zu viele Opfer forderte. Aber bisher sah es gut aus und viele blieben nur Beobachtung eine Nacht auf der Station.

Als die Sicht ihrer Augen klarer wurde sah sie Starbuck vor dem Bett stehen. Sie lächelte und setzte sich anschließend an ihr Bett. Der Anblick von Katraine tat ihr innerlich weh. Ihre Haut war blass, ihre Augen sahen müde und leer aus. Kurz zuvor erfuhr Kara vom Doc das jede Hilfe für Louanne zu spät kam und nur noch eine Frage der Zeit war bis sie starb. Doch bis dahin wäre es ein schmerzvoller Weg.

„Hey, was suchst du hier?“ fragte Kat leise und schwach.

„Ich lasse doch meinen Wingmen nicht alleine, versteht sich doch von selbst!“

„Es tut mir Leid, Starbuck – ich habe Mist gebaut! Ich werde es dem Admiral…“

„Ist schon gut, ich muss mich entschuldigen! Ich habe dich nicht fair behandelt und die Sachen die ich gesagt habe….du bist in Ordnung, Kat!!“

Cpt. Katraine lächelte ein wenig. Diese Worte aus dem Munde von Starbuck taten ihr gut. Obwohl sie in der Vergangenheit immer öfter aneinander gerieten respektierte sie Kara Thrace. Sie war für sie wie ein Vorbild, welches nachzueifern galt. Sie wusste wem sie es zu verdanken hatte dass sie ein guter Viperpilot geworden war. Ohne Kara wäre sie niemals diejenige geworden die sie heute war.

„Kara, ich weiß wir hatten unsere Problem, aber ich will das du weißt das du für mich stets ein Vorbild warst. Ich wollte so sein wie du! Es tut mir leid das ich dir auf die Nerven ging!“

Kara und Kat liefen die Tränen herunter. Sie wussten beide dass der heutige Tag ein Abschied für immer war. Obwohl ihr Louanne mächtig auf die Nerven ging war es für sie eine Ehre mit ihr zu fliegen. Sie wusste dass sie sich stets auf Kat und ihre fliegerischen Leistungen verlassen konnte. Wenn sie die Wahl hatte fiel sie stets auf Captain Katraine, und der Erfolg in der Vergangenheit gab beiden Recht.

„Du wirst mir fehlen, Nervensäge!“

Während sie dies sagte gab sie ihr heimlich eine Pillendose mit Schlaftabletten, die Kat gerne annahm. Starbuck wollte nicht dass ihr Wingmen mit Schmerzen starb und überließ ihr selbst den Zeitpunkt diese Welt zu verlassen.

„Danke, Starbuck!“

Cpt. Thrace verabschiedete sich und eilte nach draußen. Dabei überrannte sie beinahe den Admiral. Ohne ein Wort zu wechseln ließ er die weinende Kara ziehen und ging an das Bett von Kat. Als sie den Admiral sah ahnte sie bereits dass nun ihre Zeit des Beichtens kam. Sie hatte Angst ihn zu enttäuschen, ihn angelogen und betrogen zu haben. Sie sah in seine Augen und begann unter Tränen ihre Beichte abzulegen.

„Sir, ich muss ihnen da etwa sagen!“

„Ich weiß es schon, Kat!“

Admiral Adama nahm sich einen Stuhl und setzte sich zu Katraine. Unter der Folie nahm er ihre Hand und lächelte sie an. Louanne konnte es nicht fassen das der alte Mann sich trotzdem neben sie setzte.

„Und sie wollen trotzdem hier bleiben?“

„Ja, ich wollte ihnen persönlich die gute Nachricht bringen. Was sie getan haben erfordert viel Mut und Opferbereitschaft. Sie haben Leben gerettet, Louanne. Und das wiegt viel mehr als alles andere. Sie sind eine hervorragende Pilotin und ein außergewöhnlicher Offizier. Ich habe sie deshalb wieder zum CAG gemacht. Die Piloten brauchen solch ein Beispiel. Wenn sie wieder hier rauskommen möchte ich das sie ihre Arbeit wieder aufnehmen und denen zeigen wie ich mir einen Offizier und Piloten vorstelle!“

„Aye, Sir!“

Adama und Kat wussten dass dies nie mehr geschehen würde. Dennoch schätze sie die Beförderung zum CAG. Der Admiral nahm sich die Zeit und blieb die ganze Zeit bei ihr. Sie unterhielten sich über viele Dinge. Für Adama war sie immer noch Louanne Katraine, Viperpilotin und Offizier der kolonialen Flotte. Und so sollte sie auch gehen.


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Die Piloten saßen im Bereitschaftsraum und warteten auf den Admiral. Vor kurzem erfuhren sie das Captain Louanne Katraine gestorben war. Sie schlief ruhig und ohne Schmerzen ein. Der Verlust traf die Piloten hart. Fast jeder kämpfte mit den Tränen. Bis auf Kara wusste keiner der Piloten von ihrem Doppelleben, und so wollte sie es auch belassen. Jeder sollte sie so in Erinnerung behalten.

„Achtung!“ rief Apollo als der Admiral hereinkam.

Die Soldaten standen auf und gingen ins Achtung. Admiral Adama ließ sie wieder rühren und ging an das Übersichtsbrett der Piloten. Dort war verzeichnet wer in welcher Staffel war sowie der Aufbau der Hierarchie. Die Piloten stellten sich hinter den Admiral während er das Namensschild von Major Lee Adama aus dem Feld CAG entfernte und es mit dem von Kat tauschte.

„Weitermachen!“ befahl er ruhig seinen Soldaten und verließ den Bereitschaftsraum.

Lee überreichte etwas an seine Frau. Diese nickte nur kurz und ging ebenfalls. Ihr Weg führte sie in den Gang mit den vielen Fotos und Briefen. Dort suchte sie sich eine passenden Stelle und heftete ein Foto von Kat hinzu.

In Memory of

Captain Louanne "Kat" Katraine

http://img215.imagevenue.com/loc460/th_13374_329px-Kat1_122_460lo.jpg (http://img215.imagevenue.com/img.php?image=13374_329px-Kat1_122_460lo.jpg)

Viper047
04-04-2008, 05:38 PM
Kapitel 5


Die Kolonie ( Teil I )



Colonial One

5 Wochen waren seit dem Tod von Captain Louanne Katraine vergangen und es blieb nicht das Einzige einschneidende Ereignis. Während die Flotte ihre Nahrungsmittelreserven aufstockte fand Chief Tyrol während er austreten musste eine Steinplatte in dem felsigen Gelände des Abbaugebietes. Er sagte aus das ihn irgendwas in die Richtung zog und er die Chance dann irgendwann auch nutzte. Als man diese Platte näher untersuchen wollte stießen auch schon mehrere cylonische Basisschiffe in den Orbit und verlangten die Herausgabe des Fundes. Sie gingen davon aus dass die kolonialen Kräfte etwas gefunden haben könnten.
Es war für Adama auch verwunderlich das die Cylonen nicht sofort angriffen, sondern um Verhandlungen baten. Zusammen mit Baltar gingen sie auf die Galactica nachdem der Admiral die restliche Flotte mit dem Defender Adriatic in Sicherheit springen ließ.

Über Baltar wollten die Cylonen Bedingungen stellen die einzig bei Erfüllung das Überleben der Menschen vorerst sicherte. Roslin, die dem Treffen beiwohnte, war wie der Admiral dagegen. Was sie immer auch fanden war von enormer Wichtigkeit für die Cylonen, insbesondere für Baltar und eine 3. Trotz des Angebotes Baltar gegen den Fund einzutauschen lehnten Adama und Roslin gleichermaßen ab. Der alte Mann setzte sogar noch einen drauf und drohte mit einem nuklearen Angriff auf die Fundstelle falls die Cylonen es wagen sollten die Galactica oder die Bodencrew anzugreifen.

Auf dem Planeten arbeitete man daran diese Platte aus dem Gestein herauszubekommen und auf die Galactica zu bringen bevor die Maschinen angreifen sollten.
Tatsächlich landeten die Cylonen mit einem schweren Raider und griffen die Menschen an. Major Adama führte nach einem Gefecht die Soldaten samt Fund zurück zur Galactica. Dabei trafen sie auf ihrem Weg auf Baltar und eine Cylonin. Nur knapp konnte Gaius der Gefangennahme entgehen und konnte auch nichts mehr unternehmen die Galactica an der Flucht zu hindern.

Auf der Galactica untersuchte man mithilfe der alten Schriften die Steinplatte und diese erzählte neben den heiligen 5 Säulen des Wissens auch vom Pfad der Götter. Dieser sollte angeblich zu einem verlorenen Stamm führen und gab dementsprechende Hinweise wohin der Pfad führte. Die Flotte machte sich daraufhin auf dem Weg um den nächsten Weg auf dem Pfad der Götter und am Ende endlich die sagenumwobene Erde zu finden.

Auf der Colonial One saßen sich Admiral Adama und Präsidentin Roslin eine Weile schweigend an ihrem Arbeitstisch gegenüber. Sie hatten an diesem frühen Morgen ein Gespräch genau über diesen Fund und was daraus folgte. Sie konnten sich auf dieses Thema konzentrieren da es die letzten Wochen recht ruhig in der Flotte war und man sich ein wenig entspannen konnte. Natürlich mit der Hoffnung das die Lage innerhalb der Flotte auch so bliebe. Es machte es für beide einfacher ihren Job zu tun.
Aber nicht nur der Fund beschäftigte das Militär und die zivile Führung der Flotte. Laura sah William an und musste als Erste von beiden schmunzeln und schließlich lachte sie. Lee’s Vater schmunzelte nur und teilte ein wenig die Heiterkeit der Präsidentin.

„Wir hatten ihn beinahe gehabt!“ sagte sie in einem leichten Ton der Enttäuschung.

„Ja, aber es hätte sollen nicht sein. Vielleicht ist es auch ganz gut so dass wir ihn nicht haben. Sollen die Cylonen mit ihm glücklich werden, oder was meinen sie, Laura?“

Die Präsidentin lächelte. William Adama blieb bei der Frage Gaius Baltar ruhig, anders als Laura. Er machte sich keine Gedanken um etwas was ihn nicht unmittelbar betraf. Und da Baltar sich nicht in Gewahrsam der Galactica befand hatte er auch keinen Grund dazu. So konnte er sich auf andere Dinge konzentrieren. Erst wenn es soweit wäre, dann würde er sich auch um Baltar Gedanken machen.

„Ich denke sie haben Recht, Bill. Die letzten Wochen waren für sonstige Verhältnisse sehr ruhig. Ich habe mich gefragt was wir mit ihm getan hätten. Fest steht dass er trotz allem einen Prozess eigentlich verdient hätte….“

„Vorausgesetzt er hätte ihn noch erlebt!“ unterbrach er den Satz der Präsidentin.

Dabei sah er sie mit einem kleinen Schmunzeln an und schenkte Beiden noch eine Tasse Kaffee ein. Dabei lehnte sich Laura in ihren Sessel zurück und deutete mit dem Zeigefinger auf ihn. Dabei lächelte sie erneut und gab dem alten Mann in Gewisserweise Recht.

„Seien wir ehrlich, Frau Präsident. Er hätte nur Unruhe gebracht und nicht einmal ich hätte ihn auf der Galactica schützen können. Gaius Baltar wird eines Tages für seine Verbrechen zur Rechenschaft gezogen werden. Bis dahin haben wir andere Dinge die für uns eher in den Fokus rücken sollten. Wir sind auf dem Weg zur Erde und das sollte zunächst für uns Priorität haben.“

„Also glauben sie nun doch an die Existenz der Erde, Admiral?“ fragte sie ihn schmunzelnd.

„Hatte ich je daran gezweifelt?“

Diese Antwort überraschte Roslin. Sollte sie sich in Adama so getäuscht haben? Jedes Mal wenn die Erde als Thema angesprochen wurde machte er einen Rückzieher oder lenkte auf ein anderes Thema. Sie wusste nie ob er, nachdem er am Anfang der Reise es selbst ansprach, an die Erde und ihre Existenz überhaupt glaubte. In den alten Schriften stand viel geschrieben, doch deren Wahrheitsgehalt konnte man nur prüfen wenn man den Hinweisen auch folgte. Nun fand die Flotte diese Hinweise und folgte ihnen auf ihrem Weg durch das weite All.
Sie hoffte es sehr dass er an die Erde glaubte und die Flotte dorthin führte. Denn für sie war eines ganz klar, ohne den Battlestar Galactica wäre die Menschheit schon längst dem Untergang geweiht gewesen.
Admiral Adama trank aus und stand auf. Seine Person wurde bereits auf der Galactica erwartet.

„Danke für die Einladung. Seien sie das nächste Mal mein Gast auf der Galactica. Sie wissen das sie stets willkommen sind, Frau Präsident.“

„Das weiß ich, bis zum nächsten Mal, Bill.“

„Laura.“

Er verabschiedete sich von ihr und ging zurück auf die Galactica. Währenddessen brachte Tory wieder einen Stapel Papier in das Büro der Präsidentin. Sie nutzte diese Ruhe um sich endlich den Dingen zuzuwenden die sie schon eine Weile vor sich her schob.

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Battlestar Galactica
Standort: NCC 0013
Auftrag: Schutz der Flotte

Auf dem Hangardeck war nur wenig Betrieb als der Raptor 478 hinein geschoben wurde. Dieser kam zuvor von einem 6-stündigen Aufklärungsflug zurück. Athena und Racetrack sollten ein Sprung hinter der Flotte nach Cylonen Ausschau halten da diese schon seit der Flucht vom Algenplaneten nicht mehr gesichtet wurden. Adama wollte sichergehen dass sie auch wirklich nicht verfolgt wurden. Bisher wurde der Verdacht auch bestätigt, aber damit wollte sich der Admiral nicht zufrieden geben. Er hielt das plötzliche Verschwinden der Verfolgungsverbände eher für eine trügerische Ruhe und wollte auf jeden Fall vorbereitet sein.

Tyrol lenkte den Raptor in seine Halteposition bevor die Crew ihn endgültig auf seinen Stellplatz schob. Am Eingang zum Hangar wartete bereits Helo samt Tochter auf die Ankunft seiner Frau. Diese sah schon aus dem Cockpit heraus ihre kleine Familie und winkte ihnen zu. Aber Karl machte nicht unbedingt einen erfreuten Eindruck. Deshalb beeilte sich Sharon aus dem Raptor zu kommen.
Draußen ging Tyrol lächelnd an Helo vorbei und klopfte ihn aufmunternd auf die Schulter.

„Dann wünsch ich ihnen schon mal viel Glück, Captain!“

„Haha, das finde ich weniger lustig, Chief!“

„Also, ich finde es zum schreien komisch, Sir!!“

Noch bevor er reagieren konnte stand auch schon seien Frau vor ihm und gab ihm einen Kuss auf den Mund.

„Hey, was macht ihr den hier? Ist irgendwas? Hera sollte um die Zeit im Hort sein.“

Vom Arm ihres Mannes nahm sie Hera an sich und gab ihr einen Kuss auf die Stirn. Hinter Helo sah sie eine lächelnde Deckcrew die das Gespräch aufmerksam verfolgte. Für Sharon ein weiteres Indiz das etwas nicht stimmte. Irgendwas musste während ihrer Abwesenheit geschehen sein. Sie sah in die Augen von Karl und hoffte schnellstmöglich aufgeklärt zu werden. Sie mochte es nicht wenn man hinter ihrem Rücken über sie oder ihre Tochter redete.

„Karl, was ist los?“ fragte sie ein wenig aufgeregt.

Ihr Mann sah sie an und wusste nicht so recht wie er antworten sollte.

„Komm schon, Karl – sag es ihr!!“ brüllte Galen spaßend aus der hinteren Reihe.

„Tja, Sharon. Du weißt wie alt unsere Tochter ist und was eigentlich in diesem Alter jeden Tag passieren kann….“

„Spann mich nicht auf die Folter, Helo!!“

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Lee und seine Familie saßen am Tisch ihres Quartiers und frühstückten. Kara fütterte ihren gemeinsamen Sohn während Apollo die Einsatzpläne durchging. Das Paar musste in letzter Zeit einige Doppelschichten schieben um die Auftragslage zu erfüllen. In dieser Zeit brachte man Zak in den Kinderhort auf der Galactica. Dort verbrachte der kleine Sprössling seine Zeit mit den anderen Kindern der Soldatenfamilien und ab und zu wollte er auch von dort nicht mehr weg.
Dies war mittlerweile der Alltag beim Ehepaar Adama - Thrace und sie hatten deshalb auch nicht mehr die Zeit um einmal für sich zu sein. Die Arbeit ging vor und wenn einmal ein Zeitfenster in Aussicht war kam auch schon wieder die Pflicht des CAG in die Quere. Lee war 24 Stunden im Dienst und hatte die wenigste Freizeit von Beiden um sich zu erholen.

„Du hast ab morgen wieder einen Zweitjob. Ich brauche dich nicht nur als Führer der Ersten sondern auch als Ausbilder. Mein Vater will neue Piloten. Daher will ich dass du Aufnahmeprüfungen durchführst. Die Liste der Freiwilligen hängt vor unserem „Büro“ aus.

Hast du ein Problem damit?“

Lee reichte seiner Frau den schriftlichen Befehl. Diese sah ihn bei der letzten Frage in die Augen, leckte sich die Finger ab und riss ihm förmlich das Papier aus der Hand. Es war nicht die Frage an sich, sondern wie er sie stellte und sie dabei ansah. Sie hatte das Gefühl nicht seine Frau zu sein sondern ein x-beliebiger Pilot der gerade neu auf der Galactica aufschlug.

„Wenn du sehr lieb darum bettelst, überlege ich es mir!“ antwortete sie ihm in einer gespielten Freundlichkeit.

„Die Entscheidung ist eh schon gefallen. Ich habe dich vorgeschlagen und mein Vater war einverstanden. Du wirst das schon managen – wie die letzten Male auch.“

Starbuck lächelte ihn an und sagte darauf gar nichts mehr. Seelenruhig schmierte sie Butter auf ihr Brot und ließ ihren Mann links liegen. Apollo bemerkte das Verhalten seiner Frau. Doch bevor er sich ein paar versöhnliche Worte einfallen lassen konnte stürmte auch schon Athena samt Anhang in das Quartier der Adamas herein. Beide erschraken als eine wütende Cylonin in ihrem Heim stand und Kara erbost ansah.

„Du!!!“ sagte sie und zeigte mit dem Zeigefinger auf sie.

Lee’s Frau deutete ihrerseits auf sich und sah sie unschuldig an.

„Haben sie den Verstand verloren, Lieutenant? Raus, aber sofort!!“ brüllte Lee Adama sofort los.

„Ist schon gut, Lee! Was kann ich für dich tun, Babe?“ beruhigte sie erstmal ihren Mann und erwartete von Sharon eine sehr gute Antwort für die Störung am Morgen.

Ohne ein Wort zu sagen stellte sich ihr Mann zu ihr und hielt schweigend Hera im Arm während seine Frau mit Kara etwas zu regeln hatte.

„Seit ich hier bin musste ich mir so einiges gefallen lassen. Ich werde beleidigt, verachtet und so der ein oder andere möchte mich am liebsten aus der Luftschleuse werfen. Aber aus Liebe zu meiner Familie habe ich alles über mich ergehen lassen….“

„Komm auf den Punkt, Toasterbabe!“ forderte Starbuck sie auf.

„Du hast mir den schönsten Augenblick einer Mutter versaut!!“

Kara und Lee fingen an zu schmunzeln und wussten ehrlich nicht was Sharon von ihnen wollte. Für Karl schien die Sache weniger belustigend zu sein. Jedenfalls machte es Athena umso wütender je mehr Kara Späße darüber machte. Sie blickte Lt. Agathon an und nahm auch schon ihr Grinsen aus dem Gesicht als sie sah dass es für Sharon sehr zu sein schien.

„Ok, Sharon. Was soll ich deiner Meinung dir als Mutter versaut haben?“ fragte sie nach.

„Hera ist in dem Alter wo sie jeden Tag ihr erstes Wort spricht und….“

„Doster!!!“

Eine junge und laute Stimme lenkte die Aufmerksamkeit auf den kleinen Zak. Er zeigte lächelnd auf Sharon und wiederholte sein Wort sogar.

„Doster!!!“

„Doster!“ ertönte es plötzlich vom Arm von Cpt. Agathon.

Die Blicke schweiften von Zak auf Hera die ebenfalls dieses Wort wiederholte. Lee hielt sich die Hand vor dem Mund und wurde Rot vor Lachen. Kara blies sich in die Backen und zeigte sich eher betroffen. Dabei sah sie Sharon an und wusste nicht wie sie es erklären konnte. Aber Athena stand mit den Händen in den Hüften vor ihr und erwartete ihrerseits eine Erklärung.
Major Adama stand auf und stellte sich zum Lachen in eine andere Ecke. Um abzulenken öffnete er zum Schein seinen Spind und tat so als suchte er etwas.
Starbuck fuhr sich peinlich berührt durch das blonde Haar und konnte keine Erklärung finden.

„Doster!!“ wiederholte Hera vom Arm ihres Vaters und zeigte komischerweise auf sich selbst.

Als Lee durch Zufall dies mitbekam hielt ihn nichts mehr zurück. Er musste sich fast in seinen Spind hineinstellen um sich auslachen zu können.

„Ich kann dir nicht sagen…..von mir….ne…..das haben die bestimmt von den älteren Kinder aus dem Hort…“ stotterte Kara von sich.

Sharon schloss kurz die Augen und zeigte anschließend mit dem Zeigefinger auf Kara.

„Starbuck, ich werde dich töten müssen. Eines Tages…..“

Erbost drehte sie sich um und verschwand so schnell wie sie kam. Ihr Mann hob nur kurz die Hand zum Abschied und schloss die Tür von außen. Kurz bevor die Tür zuging hörten sie erneut Hera und das eine verhängnisvolle Wort. Sharon drehte fast durch auf dem Gang, sie war auch noch im Quartier nebenan zu hören.

Lee setzte sich und musste sich das Lachen verkneifen während seine Frau sich um den kleinen Mann annahm. Mutter und Sohn sahen sich an. Zak hatte das Gefühl etwas Böses getan zu haben, so grimmig wie ihn seine Mutter ansah.

„Zak Thrace, in Klammern Adama, wie oft habe ich dir gesagt du sollst das „T“ betonen. Das heißt Toaster, mein Schatz. Nicht Doster! Und jetzt sag Mama!“

„Doster!“

Kara zog kurz die Augenbraue hoch und ihre linke Hand nahm einen süßen Keks aus einer Dose auf dem Tisch. Sie gab ihm diesen in die Hand und wartete einen kurzen Moment.

„Mama!“

Zufrieden fuhr sie über sein dunkles Haar und kehrte zu ihrem Frühstück zurück. Ihr Mann sah sie nach dem Bestechungsversuch fragend und verwundert an.

„Morgen bringe ich ihm bei wie man Stöckchen holt.“

„Du erziehst unseren Sohn wie einen Hund?“

„Sitz!!“ sagte sie mit lauter Stimme als Zak aufstehen wollte.

Tatsächlich setzte er sich wieder hin und kaute auf dem Keks weiter.

„Glaub mir, eines Tages wirst für meine Erziehung noch dankbar sein!“

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Basisschiff B26-H
Standort: ND 5777
Auftrag: Aufspüren der Flotte


Schweigend saß Baltar in seinem „Quartier“ auf seinem Bett und blickte den Centurion an der als Wache am Eingang stand. Der Verlust dieses Artefaktes machte den Cylonen schwer zu schaffen und sie gaben Baltar die Schuld. Durch ihn und durch den Ungehorsam einer 3 mussten die Cylonen nun länger auf den Weg zur Erde warten. Eigentlich machte es ihnen nichts aus. Denn es war einigen egal ob sie in 5 Monaten oder 5000 Jahren die Erde fanden. Sie würden es jedenfalls erleben lange nachdem die Menschheit ausgerottet war.
Aber es bereitete ihnen Vergnügen Gaius zu quälen.

Wenn er ihnen nicht zu versichert hätte die Erde dennoch zu finden wäre er wahrscheinlich schon längst tot. Dieses Schicksal muss wohl dem Modell Nummer 3 widerfahren sein, denn seit der Rückkehr hatte er sie nicht mehr gesehen. Überhaupt, er sah gar keine 3 mehr auf dem Basisschiff. Auch das Modell Nummer 8 hatte einen schweren Stand innerhalb der Cylonen. Sie galt als verräterisches Modell, zu menschlich für den Geschmack der anderen. Boomer und Athena waren zuviel an Verrat.

Baltar wurde aufmerksam als die Wache einen Schritt zur Seite ging und ein Modell des Cavil sein Quartier betrat und sich mit einem breiten Grinsen neben ihn setzte. Er klopfte dem Doktor auf die Schulter und sah ihn an. Baltar verstand nicht was diese Freude zu bedeuten hatte und befürchtete schon das Schlimmste.

„Sie sind ein wahrer Glückspilz, Ex-Präsident. Wir haben entschieden sie am Leben zu lassen. Es war knapp, die 6-en hatten erst im letzten Moment zugestimmt. Somit hatten gab es eine Stimme mehr für ihren Verbleib unter uns. Seien sie mir nicht böse, aber ich habe für ihren Tod gestimmt. Na ja, Schwamm drüber. Wir sind der Flotte wieder auf den Fersen, aber möchten sie dennoch sehr bitten sich die Unterlagen anzusehen und ohne das Artefakt den nächsten Hinweis zu finden.

Das ist der einzige Grund warum sie noch am Leben sind. Wir zählen auf sie, mein Freund!“

Baltar sah ihn ebenfalls grinsend ins Gesicht und nickte leicht. Mit seiner Hand fuhr er sich über seinen Vollbart und stand auf. Wie hatte er ihn genannt, sein Freund? Aufgrund der gegebenen Tatsache war dies schon der Höhepunkt des Spottes. Aber durch seine Freiwilligkeit hatte er sich sein Leben erkauft, auch wenn es für eine ungewisse und unsichere Zeit war.
Eine Hand fuhr ihm auf den Rücken entlang und sehr bekannte Lippen liebkosten seinen Hals.
Baltar drehte sich um und Six stand in einem weißen Abendkleid neben ihm an der Wand gelehnt. Sie sah den grinsenden Cavil an und teilte seine überhebliche Freude ganz und gar nicht.

„Sie brauchen dich Gaius. Der Weg zur Erde führt nur über dich und das wissen sie. Nun hast du die einzigartige Gelegenheit und kannst deine Macht demonstrieren. Gott hat dich begünstigt.“

„Ach ja, begünstigt schneller zu sterben! Ich hänge noch etwas an meinem Leben um nun den Aufstand zu proben und Forderungen zu stellen. Die werden mich töten, egal ob sie die Erde dann erst in tausenden von Jahren finden.“

Die imaginäre Cylonin setzte sich aufs Bett und schaute dem Cavil in die Augen. Dabei lächelte sie und blickte anschließend wieder zu Gaius. Der Doktor versuchte nicht auf sie zu starren um vor Cavil geistig nicht abwesend zu wirken. Dieser schaute schon argwöhnisch zum Menschen.

„Die werden dich nicht töten. Sie wollen die Erde finden bevor es die Menschen tun. Du bist derjenige der sie hinbringen kann. Also, vertrau auf Gott und sei dir seiner schützenden Aura um dich bewusst. Du bist auserwählt, vergiss das nicht. Und jetzt sei ein Mann und der Gaius den ich kenne. Denk an dich selbst, du Selbstverliebter Idiot!“

Die Worte trafen Gaius hart. Sie zog ihn heran als Cavil schon aufstand um zu gehen. Doktor Baltar schrie kurz auf als Six ihn auf den Fuß trat um ihn nach vorne zu drängen. Der Cylon Cavil ahnte dass das letzte Wort noch nicht gesprochen war als der verschüchtert wirkende Baltar ihn ansah.

„Ja, Doktor?“

„Bevor ich euch helfe die Erde zu finden hätte ich noch ein paar geringfügige Bitten!“

„So, und welche „geringfügigen Bitten“ sollen es sein?“ fragte der Cylon abwertend.

Six deutete mit dem Kopf auf den Cylonen und bewegte ihn dazu endlich seinen Mund aufzumachen. Er sah sie kurz an und tat etwas was er sich seit der Rückkehr nicht mehr traute.

„Ich werde euch helfen. Aber nur unter den Bedingungen das ich nie wieder ein Wort der Todesdrohung höre. Mir gehen diese Worte langsam aufs Gemüt und dann verliere ich die Lust daran den Hinweisen zu folgen.

Dann will ich Zugang zu euren bisherigen Aufzeichnungen um diese mit meinen zu vergleichen. Ich will einen anständigen Raum zum arbeiten und dieses Quartier könnte ebenfalls mehr Klasse vertragen. Keine lästigen Wachen oder Cylonen die mich schief ansehen wenn ich auf dem Gang entlanggehe. Ordentliche Mahlzeiten und bitte gebt mir endlich was Gescheites zum Anziehen. Das wäre fürs Erste, ich denke ich halte mir weitere Optionen offen.“

Cavil lächelte ihn spöttisch an und winkte den Centurion am Eingang zu sich. Dieser wechselte seine Hände zur Bordbewaffnung und stellte sich hinter Baltar. Gaius blieb ruhig stehen und blickte in die Augen des Cylonen. Six nahm seine Hand und drückte sie fest. Daraufhin wurde Baltar sicherer in seinem Auftreten.
Der Cylon überlegte was er mit Baltar anstellen sollte. Eigentliche war es ihnen egal wann sie die Erde fanden, doch mit Baltars Hilfe könnte man einiges beschleunigen. Er persönlich wollte die Erde nicht erst in 6000 Jahren oder so finden. Anderen wiederum spielte die Zeit keine Rolle.
Baltar pokerte genau im richtigen Moment hoch, aber dies wollte er dem Menschen nicht zeigen solange die Cylonen sich in dieser Frage nicht einig waren was ein angemessener Zeitraum wäre die letzte Kolonie der Menschen zu finden.
Mit einer Handbewegung befahl er den Centurion an seinen Platz und schlug dem Menschen leicht auf die Wange.

„Sie haben Mumm, Doktor – das muss man ihnen lassen. Ich werde sehen was sich machen lässt. Aber werden sie nicht zu sehr mutig, das könnte ihrer Gesundheit schlecht bekommen. Wir verstehen uns?“

Der Cylon drehte sich zum Ausgang und war dabei das Quartier zu verlassen als Gaius Baltar ihn nochmals anhielt.

„Dann tötet mich und irrt tausende von Jahren in den Weiten des Alls herum. Nur ich kann euch sagen wo sich die Erde befindet. Nur ich kann euch den Weg weisen. Woher wollt ihr euch sicher sein das die Flotte auf dem richtigen Weg ist? Die haben diesen Planeten nur durch Zufall gefunden, ich habe ihn euch gleich gezeigt.

Also, ich erwarte mehr Respekt und das ist meine letzte Warnung mir irgendwelche Todesdrohungen entgegen zu werfen. Wir verstehen uns?“

Der Cylon sah die Entschlossenheit des Gaius Baltar und antwortete nicht mehr auf die Frage. Er verließ einfach das Quartier und zog sogar den Centurion ab. Doktor Baltar schlotterten aber die Knie. Er hätte nie gedacht dass er den Cylonen so sehr zusetzen konnte. Aber Six nahm ihn in den Arm und gab ihrem Helden einen innigen Kuss.

„Siehst du, Gott hat dich stark gemacht. Er macht es dir deutlich dass du auserwählt wurdest. Nun sind deine Augen und Ohren offen für seine Worte. Ich bin stolz auf dich, Gaius!“

Six streifte die Träger von ihrem Kleid von den Schultern. Das Kleidungsstück fiel auf dem Boden und sie stand nun nackt vor ihm. Ihre Hand schnappte sich seine Hand und zog ihren Geliebten mit ins Bett.
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Battlestar Galactica
Standort: NCC 0013
Auftrag: Schutz der Flotte

Langsam öffnete Galen die Tür zu seinem Quartier. Seine Frau Cally schlief noch fest mit ihrem Sohn Nicolas im Arm. Das Leben der Tyrols gestaltete sich allmählich immer schwieriger nachdem sie in verschiedenen Schichten zeitweise arbeiteten und Cally insgeheim den Verdacht hatte ihr Mann hätte wieder eine gefühlsmäßige Bindung mit der Cylonin die ehemals als Boomer bekannt war. Daraufhin zog sich Galen zurück und verbrachte ein Teil seiner Freizeit in der kleinen Bar im nicht genutzten Teil des Hangars. Dort traf er sich mit Apollo oder Sam Anders zu einem Trink wenn es die Zeit und der Dienstplan gestattete.

Sam fing eine sexuelle Beziehung mit Tory Foster an und alles deutete auf eine ernstere Bindung hin, jedenfalls nach Sam. Und Major Adama schlug der Ehealltag auf den Magen. Er und Kara waren mehr oder minder in dieser Ehe gefangen und konnten sich nicht daraus befreien um Zeit für sich zu haben. Der Dienst und Zak machten es ihnen nicht einfach.

Chief Tyrol kniete sich neben das Bett und streichelte über das Haar seine Frau. Dabei gab er seinem Sohn einen Kuss auf die Stirn als dieser Wach wurde und in die Augen seines Vaters sah. Auch Cally öffnete die Augen und sah mit einem Lächeln auf dem Gesicht ihren Chief an.

„Hey, bin ich zu spät?“

„Ja, aber keine Sorge, ich habe es geregelt. Seelix macht ein wenig länger. Aber du solltest dich dennoch beeilen, heute hängen die Listen für die Piloten aus.“

Sie überreichte beim Aufstehen ihren Nachwuchs an Galen und erhob sich verschlafen aus dem Bett. Es war das erste Mal das Cally zu spät zum Dienst erschien. Sie stolperte durch das Quartier und suchte ihre Sachen zusammen.

„Was liegt an?“ fragte sie während des Anziehens.

„Avionik bei 392, Apollos Viper Triebwerk 3 säubern und ansonsten Regelarbeit. Seelix ist an 392 dran. 478 kam heute Morgen rein. Schaut da ebenfalls noch mal nach. Athena kam zu hart bei der Landung rein – mal wieder! Aber das Gesicht von ihr heute Morgen entschädigt alles. Das hättest du sehen sollen wie die reagierte als Hera Toaster als erstes Wort immer wieder laut sagte. Man, ich kann dir sagen…..“

Cally nahm wortlos und desinteressiert ihren Sohn von Galen und suchte seine Flasche heraus. Ihr Mann winkte ab und setzte sich müde aufs Bett.

„Der Toaster interessiert mich kein Stück. Dieses Ding sollte man aus der nächsten Luftschleuse werfen. Und warst du wieder bei ihr?“

Als hätte er es nicht geahnt. Wieder fing Cally mit der alten Leier. Seit Wochen liegt ihm Cally mit den Worten „Und warst du wieder bei ihr?“ in den Ohren. Sie wusste dass sie ihn nervlich damit treffen. Für Galen war der Tag bereits jetzt schon gelaufen und warf seine Stiefel in die andere Ecke des Quartiers. Er legte sich ins Bett und wollte sich auf gar keinen Fall auf eine Diskussion mit seiner Frau einlassen.

„Du kannst mich mal kreuzweise, Cally. Darauf habe ich keine Lust und werde sicherlich nicht auf deine bescheuerte Eifersucht eingehen.“

„So, bescheuert nennst du mich!“ fragte sie ihn erbost.

„Nein, deine Eifersucht! Aber wenn du mich schon so fragst – wer so was auch nur ansatzweise glaubt muss bescheuert sein!!!“ brüllte Galen los und blickte aus dem Bett heraus zu seiner Frau.

Der Tonfall war so laut das Niki anfing zu weinen. Cally sah ihren Mann gleichgültig an und schnappte sich die letzten Sachen.

„Ich bringe Niki in den Hort! Ich will ihn nicht bei seinem bescheuerten Vater lassen!“

Cally stürmte aus dem Quartier und schlug von außen die Tür zu. Galen schüttelte den Kopf und winkte erneut ab. Er fragte sich immer wieder wie seine Frau auf diese Idee kam. Immer wieder beteuerte er ihr dass nichts liefe. Doch je mehr er die Treue zu seiner Frau schwor umso schlimmer wurden die Verdachtsmomente seiner Frau.

„Na toll, 9 Uhr und ich könnte schon einen Trink vertragen. Die bringt mich noch zum Wahnsinn!!“

Chief Tyrol war zu aufgeregt um schlafen zu können. Er sah auf dem Tisch noch Kleingeräte die überprüft werden mussten und wandte sich denen zu bis er soweit war sich schlafen zu legen.

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Viper047
04-04-2008, 05:39 PM
Im CIC hatte die Tagschicht ihre Arbeit aufgenommen als Admiral Adama mit Colonel Tigh die Aufgaben des Tages durchgingen. Es wurde bald wieder Zeit die Schiffe aufzutanken und sie suchten einen geeigneten Platz für die Flotte. Dee legte dem Admiral weitere Berichte auf den Lagetisch während Gaeta den ermittelten Kurs laut Steinplatte in die Karte eintrug. Man folgte den verschlüsselten Hinweisen der zu den Fußstapfen den Zeus bringen sollte. Gaeta vermutete eine Sternenformation die entweder wie „Fußstapfen“ aussahen oder ein Zwillingssystem. Das Zweite wurde von ihm entdeckt und die Flotte schlug den Kurs daraufhin ein. Dort soll der Beginn des Pfades liegen.

Sein Sohn kam zusammen mit Captain Agathon in das CIC um die aktuellen Einsätze und Befehle der Geschwader zu überbringen. Beim Anblick von Helo mussten Tigh und William Adama ein wenig lachen, sehr zum Leidwesen von Heras Vater.

„Ich habe gehört ihr Kofferradio hat ihre ersten Worte gesprochen und kann nun nicht mehr aufhören!“ entgegnete ihm Tigh.

„Na toll, also hat es sich schon bis ganz nach oben schon getratscht!“ antwortete Helo darauf und sein Gesichtsausdruck war dabei keine Freude.

„Das hättet ihr sehen sollen, zeigt die Kleine auf sich und schreit fröhlich Toaster. Ich habe mich vor lachen kaum noch beherrschen können….“

„Können wir wieder zu den wichtigen Dingen zurückkommen, danke!“ unterbrach Karl den CAG.

Admiral Adama nickte und nahm schmunzelnd die Papiere seines Sohnes vor. Danach gab er sie seinem XO um die aktuelle Lage der Galactica zu ergänzen.

„Kara übernimmt ab morgen den Posten Flugausbilder, das ist gut. Auf meinem Tisch liegen wieder Bewerbungen von einigen aus der Flotte und von hier. Macht einen Aufnahmetest und dann soll Captain Thrace mit dem Programm starten.

Weiterhin ändert ihr die Reihenfolge der CAP’s und ihren Patrouillensektoren. Kein erkennbares Muster für Cylonen. Die 6 Stunden für die Raptorcrews bleiben erhalten, plus zusätzliche Aufträge vorwärts der Flotte. Schreibe einen neuen Dienstplan. Jeder der einen Raptor fliegen darf wird ebenfalls eingebunden. Das wäre alles, CAG!“

„Admiral!“

Lee salutierte und meldete sich ab. Tigh winkte den Admiral an den Einsatzplan und zeigte auf den Raptor 228. Daneben stand eine Zeit wann sie eigentlich wieder da sein müssten. Und diese war schon seit einer Stunde überschritten.

„Gaeta, wie ist der Status von Captain Case? Sie sollte vor einer Stunde zurück sein!“

Felix sah auf und blickte Dee an. Aber sie schüttelte den Kopf. Sie bekam keine Meldung vom LSO Captain Kelly das Showboat wieder da sei oder geschweige einen Funkkontakt generell.

„Keine Ahnung, Sir. Showboat hat sich nicht gemeldet.“ antwortete er auf die Frage des Admirals.

„Sucht sie! Startet einen Raptor zur letzten bekannten Position und alarmiert die Flotte!“

Tigh ging an den Hörer und versetzte die Galactica in Alarmzustand während William Adama die Präsidentin anrief.

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Lieutenant Sharon Agathon
Rufname: Athena
Raptor 478
Standort: Letzte bekannte Position von Raptor 228
Auftrag: Aufklärung, Suchen und Retten von Raptor 228

Athena hatte sich gerade ins Bett gelegt als der CAG sie erneut in den Dienst befahl. Sie sollte zusammen mit Kara und ihrem Mann Helo als ECO nach dem Raptor suchen während die Galactica ihre Sicherung verstärkte um einen eventuellen cylonischen Angriff entgegenzuwirken. Der Raptor befand sich nun seit 3 Stunden vorwärts der Flotte und näherte sich einem Asteroidengürtel. Bisher fanden sie keinen Anhaltspunkt vom Raptor 228 und ihre Sorge stieg. Insgeheim hofften sie das Showboat mittlerweile wieder gesund und wohlbehalten zurückkehrte.

Aber nicht nur die Sorge um den verschwundenen Raptor war Thema während des Aufklärungsfluges.

„….dein Sohn hat es von dir und hat Hera angesteckt. Kein Wunder, du schreist den ganzen Tag nur Toaster durch die Gegend! Oder du hast ihn gezielt darauf trainiert!“

„Willst du damit sagen ich erziehe Zak wie einen Hund?“

„Du bist eine Katastrophe als Mutter und das macht sich bei deinem Sohn bemerkbar. Helo und ich legen Wert drauf sie ordentlich großzuziehen! Vor allem mit den Menschen und nicht zu einer Rassistin…..“

„Hey, den Rassist nimmst du wieder zurück, Toaster!“

„Könnt ihr beide Mal endlich eure Klappe halten – sonst werde ich noch zum Rassist!!“ beschwerte sich eine Stimme aus dem hinteren Teil des Raptors.

„Dich hat niemand gefragt!!“ kam zur gleichen Zeit aus den Pilotensitzen.

„Ehrlich, ständig mischen die sich ein wenn Frau sich unterhält!“

„Es müsste so ein Halsband geben womit….“

„Wir verstehen uns, Toasterbabe!“

Helo schüttelte nur den Kopf und versuchte nicht dem Gespräch der Frauen zuzuhören.
Athena steuerte den Raptor zwischen die Asteroiden hindurch und hielt nach 228 Ausschau.
Auf dem DRADIS des ECO erschien kurzeitig ein Kontakt. Auch die Piloten sahen auf ihrem DRADIS vorne dieses Signal und folgten dem vorsichtig. Nach wenigen Minuten war es beständiger. Hindurch den Asteroidengürtel machten sie die Quelle schnell aus.

„Das ist nicht möglich!“ sagte Kara als sie den Ursprung sah.

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Colonial One

Zusammen mit Roslin und Tigh ging Admiral Adama die Aufklärungsergebnisse von Athenas Raptor durch. Überraschte und entsetzte Gesichter sahen sich die Aufklärungsfotos an während die zwei Raptorbesatzungen von 228 und 478 warteten. Admiral Adama war erfreut über die gesunde Rückkehr von Captain Marcia Case und ihrem ECO, aber was sie mitbrachten machte die militärische und zivile Führung nahezu sprachlos.

„Und sie waren bei ihnen, Captain?“ frage Roslin um noch mal ganz sicher zu gehen.

„Ja, Mam. Es sind definitiv Menschen. Es sind definitiv unsere!“

Admiral Adama nahm sich ein Foto hervor und betrachtete es ganz besonders. Es zeigte ein Wrack inmitten des Gürtels – eher gesagt eines von vielen. Der Name des Schiffes auf dem Aufklärungsfotos holte fast vergessene Erinnerungen wieder hoch.

„Die Rycon. Während des Krieges verschwand sie und ihr ganzer Kampfverband. Danach wurde Picon überrannt und ebenso Aquaria. Die Galactica und die Columbia holten damals die Kohlen aus dem Feuer. Wir verloren viele gute Leute.

Ihrem Commander, Alexander Douglas, wurde Verrat vorgeworfen. Er hatte den Cylonen Tor und Tür geöffnet. Bis heute fand man weder die Schiffe noch deren Besatzungen….“

„Bis heute, Admiral!“ kommentierte die Präsidentin.

Raptor 228 empfing wie Athenas Raptor ein leichtes Funkfeuer und ging dem nach. Sie fanden neben den Trümmern auch einen Planeten. Von dort starteten einige Shuttles und empfingen den Raptor. Zusammen landeten sie auf der Oberfläche und deren Bewohner empfingen die Soldaten aufs herzlichste. Was ihnen auffiel was das die gesamte Kolonie über keine Bewaffnung verfügte. Weder Handfeuerwaffen noch bewaffnete Schiffe. Sie lebten auf einem vom Klima her gemäßigten Kontinent. Sie verfügten über 2 größerer Städte und mehrere kleinere Ortschaften. Es war kaum Fortschritt zu erkennen. Wie auf Aerelon lebten die dortigen Menschen von der Landwirtschaft. Nur sehr wenig Industrie oder Servicesektor. Wenn überhaupt waren die letzten beiden nur in der Nähe oder in den Städten zu finden.

Die Besatzungen kamen mit einer Nachricht wieder. Sie lautete das die Flotte aufs herzlichste eingeladen sei sich auf Alabama, so nannten sie ihre Kolonie, niederzulassen. Aber nur unter der Voraussetzung ihre Kriegsschiffe und Waffen zu zerstören.

„Wer hätte das gedacht, eine Kolonie voller Verräter! Während die sich die Sonne haben auf den Pelz brennen lassen haben wir für sie bluten müssen!“ hetzte Tigh und schmiss die Fotos auf den Tisch der Präsidentin.

„Hmm, wenn wir sie gefunden haben werden die Cylonen ebenfalls nicht lange brauchen. Sie sind immer noch Angehörige der Kolonien, egal was vor über 40 Jahren auch geschehen sein mag. Was denken sie, Admiral?“ fragte Laura nach.

„Wir werden die auf gar keinen Fall einsammeln, oder Sir?“ fragte Tigh zwischen.

Der Admiral selbst ging erneut die Aufklärungsergebnisse durch. Die Raptor erkannten keine Cylonen rund um die Kolonie. Sie lag gut abgeschirmt in einem verlassenen Sektor, wenn man das Funkfeuer vernachlässigte. Egal wie er sich entschied, er musste schnell handeln. Die Flotte war nur einen Sprung entfernt und ihr Weg würde sie direkt an dieser Kolonie vorbeiführen.

„Starbuck, der CAG soll drei Raptor bereitmachen. Vollbewaffnete Marines und Combat Raptor fliegen auf jeden Fall mit. Ich werde selbst dort hin fliegen und mich umsehen!“

„Das ist nicht dein Ernst, Bill?“ regte sich Saul auf.

„Die Präsidentin hat Recht. Sie sind in Angehörige der 12 Kolonien. Auf der anderen Seite besteht die Gefahr dass sie mit den Cylonen zusammenarbeiten. Aber ich will es selbst hören.“

In seinen Händen hielt der Admiral eine weitere Aufnahme. Es war ein Foto von den Menschen und darauf erkannte er einen schon längst tot geglaubten alten Freund.

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Battlestar Galactica
Standort: NCC 0013
Auftrag: Schutz der Flotte

William zog sich um während sein Sohn ein Expeditionsteam auf die Beine stellte und die Raptor bereit machte. In seinem Kopf schwirrten Erinnerungen aus alten Tagen. Als wäre es erst gestern geschehen das die Rycon und ihr Kampfverband verschwand.
Er ließ sich weder von Tigh noch seinen Kindern von der Entscheidung abbringen selbst dorthin zu fliegen und sich selbst zu überzeugen was man dort fand.
Sein Sohn kam durch die offene Tür herein als sich sein Vater die Feldbluse seines Kampfanzuges zuknöpfte.

„Die Raptor stehen bereit, die Leute wurden instruiert und Tigh übernimmt während deiner Abwesenheit das Kommando. Und ich komme ebenfalls mit. Ich lasse dich nicht alleine dorthin gehen. Aber ich denke du weißt bereits dass ich dich für verrückt halte, Dad.

Die Flotte braucht dich hier, Admiral. Und nicht irgendwo tot auf einer verlorenen Kolonie.
Aber ich kann dich sicher nicht davon überzeugen es dir noch mal zu überlegen.“

Admiral Adama sah seinen besorgten Sohn an. Lee ließ sich auch nicht abbringen seinem Vater zu folgen obwohl die Befehlslage anders aussah. Apollo sollte weiterhin als CAG auf der Galactica verbleiben für den Fall das die Cylonen zugreifen sollten.

„Zustand der Waffe?“ fragte er ihn als wäre sein Sohn ein stinknormaler Rekrut.

„Wie bitte?“

„Die Frage war doch ganz einfach, Major. Wie ist der Zustand deiner Waffe?“

Lee Adama konnte mit dem Spiel seines Vaters nichts anfangen, ließ sich aber dennoch drauf ein.

„Fertig geladen und gesichert, Sir!“

Sein Vater nickte und steckte seine Pistole in seinen Holster hinein. Zuvor hatte er seine 9mm ebenfalls fertig geladen und gesichert.

„Gut, wir müssen auf alles vorbereitet sein. Wenn nötig, macht von der Schusswaffe gebrauch.“

„Du traust dem Ganzen nicht?“

„Nein, aber dennoch fliege ich dorthin. Haltet die Augen offen. Saul hatte nicht Unrecht. Während wir Blut vergossen haben, haben sie ihre Pflicht vergessen und die Kolonien verraten.“

Lee ging auf seinen Vater zu und hielt ihn fest. Er sah ihn immer noch besorgt an und schüttelte den Kopf. Wenn sein Vater doch selbst dem Ganzen nicht traute dann sollte er auch nicht auf die Oberfläche fliegen. Dort wäre der Admiral nur ein leichtes Ziel und die Flotte ohne ihn nahezu verloren. Ein Kommando Tigh’s hatte die Flotte schon während des Adamas Koma erleben müssen. Und da brach fast das totale Chaos aus. Saul selbst wollte nicht dass sein Freund dort hin flog da er auf keinen Fall das Kommando über die Flotte haben wollte.
Aber versuche man einen William Adama von seinen Entscheidungen wieder abzubringen.

Lee’s Vater nahm die Hand seines Sohnes und klopfte ihm auf die Schulter. Trotz der ganzen Schwierigkeiten der letzten Jahre war so was wie ein Vater/Sohn Verhältnis zwischen ihnen gewachsen.

„Wie geht es Zak?“

„Ohne seinen Großvater bestimmt schlechter!“

„Dann sorge dafür dass er nicht ohne Großvater aufwachsen muss, Major! Ich bin soweit!“

Lee nickte und befahl seine Wache hinein. Auf dem Weg zum Hangar befahl er den Marines aufs eindringlichste auf den Admiral aufzupassen und für seine Sicherheit zu sorgen.

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Kolonie Alabama

Die Kolonie lag abgelegen in einem Sektor weit hinter der Red Line. Die Flotte war einige zeitlang unterwegs bis sie diesen Planeten fanden und schließlich besiedelten. Der Planet verfügte über 7 Kontinente, über 70% der Planetenoberfläche war von Wasser bedeckt und es herrschte rund um den Äquator ein tropisches Klima. Nord und Südpol waren kältesten Regionen des Planeten. Die Kolonisten besiedelten einen eher gemäßigten Abschnitt des Planeten. Dort konnten die Sommer bis zu 38°C erreichen, während die kältesten Winter bis zu – 22°C reichen konnten. Ihr Kontinent, den sie Eräus nannten, nach einem Heiligen aus den frühen Geschichten der 12 Kolonien bestand zum Großteil aus Laub und Nadelwald. Um die Städte und kleinen Ortschaften legten sie Ackerflächen an und bauten Weizen, Mais, usw. an, was die Nahrungsversorgung sicherstellte.
Kleinere Betriebe kümmerten sich um das Schlachtvieh. Kuhähnliche Tiere lieferten dazu den Grundstock für die Kolonisten.

Der Raptor 478 landete in der größten und gleichzeitigen Hauptstadt Aramies. Die Stadt erschien irgendwo zwischen moderne und traditionelle Bau und Lebensweise stehen geblieben zu sein. Man bewegte sich kaum mit eigenen Transportmitteln fort und nutzte Gemeinschaftsfortbewegungsmittel. Der Luftverkehr übernahmen alte MK I Shuttle oder die ersten Versionen der Mk II Transportshuttles.
Auf dem Landeport auf dem Regierungsgebäude warteten bereits einige Vertreter der Kolonie. Die zwei Combatraptor kreisten um das Gebäude und sicherten den Bereich ab.

Lee öffnete seinem Vater die Luke nachdem man das Ok der Sicherer bekam und stieg mit ihm aus. Zusammen mit den Marines gingen sie auf die in weißer Tunika gekleideten Herren zu. Die Abendsonne strahlte auf den Landeport während die Herren aufeinander zugingen.

Einer von ihnen kam gezielt auf den Admiral zu und umarmte ihn. Sein Sohn wollte es schon verhindern, doch sein Vater deutete an dass es in Ordnung war. Der ältere Herr, man konnte ihn ungefähr in das Alter des Admirals schätzen, löste sich aus der Umarmung und streckte seine Hand zum Gruß aus.

„Husker, nach all den Jahren dich hier wieder zu sehen. Wie geht es dir alter Freund?“

Ohne ein Wort des Grußes holte William Adama aus und schlug den Mann vor ihm nieder.
Die anderen Männer wollten auf Adama los als sie sahen wie ihr politischer Führer mit blutender Lippe auf dem Boden lag. Doch die Marines und sein Sohn waren schneller mit ihren Waffen.

Lucas Trent, der Mann auf dem Boden, war politischer Führer und ehemaliger CAG auf dem Battlestar Rycon und langjähriger Freund des Admirals gewesen. Dieser wie der Admiral hielten ihre Leute zurück. Er wischte sich mit dem Ärmel das Blut von der aufgeplatzten Lippe und sah in das Gesicht des erbosten Admirals.

„Ich glaube wir haben einiges zu besprechen. Vielleicht habe ich diese hier sogar verdient!“ meinte Lucas zu Husker.

„Du elender Hund hast noch mehr verdient…..“

Viper047
11-04-2008, 02:19 PM
Kapitel 6


Battlestar Rycon



Battlestar Rycon
Standort: Picon Nord
Auftrag: Kampfpatrouille

Im Quartier der Piloten schien noch ein Nachtlicht aus einem der unteren Betten. Zigarettenrauch stieg empor. Im Bett lag Captain Lucas Trent, Rufname Breaker. Er war CAG der Battlestar Rycon, die sich schon seit über 300 Tagen im Einsatz befand. Die Familie des 1,80m großen, durchtrainierten, dunkelhaarigen Mannes kam ursprünglich aus Tauron. Genau aus der Kolonie wo einst die Cylonen erfunden und gebaut wurden. Genau aus der Kolonie die als erstes besetzt wurde und seit vielen Jahren unter der Herrschaft der Cylonen zu leiden hatte.

Die Trents flohen mit den ersten Schiffen nach Caprica. Dort wurde sein Vater, Jerome Trent, von einem alten Bekannten aufgenommen – vom Rechtsanwalt Joseph Adama. Einige Jahre später wurde Lucas auf Caprica geboren. Seine Mutter verstarb bei der Geburt und Jerome zog seinen Sohn die ersten 10 Jahre alleine auf. Als er 11 wurde heiratete sein Vater seine Stiefmutter Latecia. Er und seine neue Mutter verstanden sich überhaupt nicht und so schickte Jerome seinen Sohn auf die Militärakademie in Delphi. Der kleine Lucas stellte seinen Vater vor die Wahl wer ihm wichtiger sei und mit der Akademie erhielt er auch kurz danach die Antwort. Er und sein Vater sahen sich seitdem nie wieder. Joseph Adama nahm sich Lucas an und so lernten sich William Adama und er kennen. Beide absolvierten die Akademie und schlugen später die Offizierslaufbahn ein. Sie entschieden sich Viperpiloten zu werden und unterstützen sich während der gesamten Ausbildung gegenseitig.

Für Lucas wurde Bill Adama so was wie ein Bruder. Sie gingen durch dick und dünn, durchlebten so gut wie alles gemeinsam und erreichten auch am Ende ihr Ziel. Von da an trennten sich die Wege der Freunde. Lucas wurde auf die Columbia versetzt, Bill auf die Atlantia. Sie sahen sich nur noch selten da der Krieg gegen die Cylonen allmählich seinen Höhepunkt erreichte und die kolonialen Kräfte seit Jahren wieder erste Gebietsverluste rückgängig machten. Die Flotte der 12 Kolonien befand sich teilweise auf dem Vormarsch oder hielt verbissen die festgefahrenen Frontlinien.

Seit seinem Dienstantritt sah er viele schreckliche Dinge die ihm nicht mehr aus dem Kopf gingen. Kameraden kamen und gingen, der Tod war der ständige Begleiter im Einsatz.
Seit seiner Versetzung als CAG auf der Rycon wurde es schlimmer. Die BSG 51 wurde an vorderster Front eingesetzt und war für die Sicherung Picons und Aquarias verantwortlich. In den 2 Jahren Dienst verlor die Rycon 5-mal über die Hälfte ihrer Besatzung nach schweren Angriffen, ein einsamer Rekord innerhalb der Flotte. Kein Schiff entging bis dato so oft dem sicheren Tod.

Unter den letzten Kameraden befand sich ebenfalls Zara Trent, seine Frau. Sie war Raptorpilotin und diente schon länger auf der Rycon als er kam. Sie lernten sich während eines Landganges kennen und lieben. Kurz entschlossen heirateten sie auf Caprica und wollten sogar Kinder haben. Beide dachten dass der Krieg nach den Erfolgen der Flotte bald ein Ende haben könnte. Doch den Cylonen waren ihre Kinderwünsche egal. Zara starb als ein Raider sie direkt beim Start in der Pylone erwischte. Sie hatte keine Chance zu entkommen.

Breaker änderte sich schlagartig. Der lebensfrohe und idealistische Offizier wurde verbittert und pessimistisch. Es kam sogar vor das er vor Einsätzen eine Art Todeslotterie spielte. Er zeigte auf junge Piloten und sagte ihren Tod voraus. Darauf schloss er Wetten ab. Das makabere daran war das viele Piloten tatsächlich starben, da sie noch mehr Angst bekamen als sie eh schon hatten. Sein Commander, Alexander Douglas, ermahnte ihn mehrmals wegen seines Verhaltens. Eine Ablösung wurde öfter in Erwägung gezogen, doch woher hätte Douglas einen neuen CAG bekommen sollen. Und das schlimmste war das Trent mit seinem Verhalten andere Offiziere ansteckte. Immer mehr glaubten wie er das die Menschen dem Untergang geweiht waren und eine Unterwerfung Überleben bedeutete.

Der CAG der Rycon sah auf ein Foto, welches seine Frau vor ihrem Raptor zeigte. Er nahm einen Zug von seiner Zigarette und blies den Qualm nach draußen vor sein Bett. Sein Daumen fuhr über ihr Gesicht. Er liebte ihr Lächeln. Egal wie schlecht es ihr auch ging, oder ihm, Zara hatte stets ein Lächeln auf ihrem Gesicht und munterte ihn wieder auf. Genau diese Aufmunterung fehlte ihm. Er vermisste ihre Nähe, ihre Zärtlichkeit, ihre Wärme wenn sie abends im Bett lagen, ihre Stimme und ihre funkelnden Augen am Morgen wenn sie neben ihm aufwachte.
Seine Gedanken kreisten alleine nur um sie. Sie half ihm die Gesichter der Toten zu verdrängen, die Bilder der jungen Männer und Frauen, wie sie in den Sitzen ihrer Viper Mk II elendig verbrannten bevor die Maschine explodierte.

In diesem Augenblick öffnete sich die Tür. Er hörte wie sie auf und leise wieder zuging. Schritte näherten sich seinem Bett und hörten vor ihm auf. Lucas wollte schon den Vorhang aufziehen als dieser von außen aufgezogen wurde.

„Breaker!“

„Husker, das ist eine Überraschung. Na, was hört man so draußen?

„Außer dem Regen - nichts!

„Na, dann die Pferde satteln und nichts wie ab nach Hause!“

„Bumm, bumm, bumm!“

Trent stand auf und fiel freudestrahlend seinem Freund um den Hals. Er hatte völlig vergessen wann er und Bill sich das letzte Mal gesehen hatten. Für ihn war es eindeutig zu lange her. Beide Piloten setzten sich schließlich und musterten den jeweilig anderen. Breaker konnte auf dem Aufnäher von Huskers Pilotenkombi erkennen das er mittlerweile auf der Galactica diente. Für Bill sah Breaker sehr mitgenommen und fertig aus. Er machte sich bei dem Anblick Sorgen um seinen Kameraden.

„Erzähl, wie geht’s dir?“ fing Husker an.

„Man, wie hat mir deine Raucherkehle gefehlt. Bist nun auf der Galactica, was? Ein gutes Schiff, gute Crew! Passt zu einem guten Piloten wie dir, mein Freund!“

„Du weichst mir aus, Lucas! Wo ist Zara, ich habe sie noch nicht gesehen.“

Als er Zara ansprach sah er wie das Gesicht von Lucas allmählich zusammenfiel. Aus der Freude wurde schnell wieder Trauer und Verbitterung. Adama verstand schnell was es bedeutete. In seiner Hand sah er das Foto von ihr. Captain Trent übereichte es Bill und wischte sich die ersten herunter laufenden Tränen aus dem Gesicht.

„Wir mussten nach Troy. Die Toaster hatten die Tyliumminen in Besitz genommen und die 51 sollte sie wieder zurückerobern bevor noch mehr Cylonen auftauchten. Die Schweine hatten bereits auf uns gewartet. Zara wurde beim Start in der Pylone abgeschossen.

Diese Dreckstoaster haben sie vor der Haustür eiskalt abgeknallt. Wer tut so was? Das spricht gegen jede Regel des Krieges. Sie starb nicht wie ein Soldat, sie starb wie irgendeine Tussi die von einer beschissenen Gang über den Haufen geschossen wurde…..“

Trent stockte und winkte ab. Er wollte Bill nicht mit seiner Verbitterung belasten und setzte anschließend ein Lächeln auf nachdem er seine Tränen aus dem Gesicht wischte. Husker sah sich kurz das Foto an und gab es dem trauernden Ehemann wieder zurück. Dabei legte er seine Hand auf seine Schulter und sah ihn an.

„Dieser Krieg wird bald Geschichte sein. Bis dahin werden die Toaster für jeden Menschen büßen müssen denn sie getötet haben. Und für Zara werden sie doppelt büßen, das verspreche ich dir – mein Freund!“

Adamas langjähriger Freund klopfte auf seine Hand und nickte. Er schätzte den Versuch ihn aufzumuntern, doch war es vergeblich. Lucas glaubte nicht mehr an ein Ende des Krieges solange noch ein Mensch am Leben war und sich den Cylonen widersetzte.

„Danke, Bill. Was macht dein alter Herr?“

„Keine Ahnung, wir reden nicht miteinander!“ sagte er nahezu gleichgültig.

Joseph und William Adama konnten in manchen Dingen nicht gegensätzlicher sein. Doch was sie wirklich trennte war die Arbeit seines Vaters. Joseph Adama war ein berühmter und gefürchteter Anwalt, der sich gerne die schwierigsten Fälle annahm und dabei oft genug in das dunkelste Angesicht eines Menschen sah. Aber Joseph Adama faszinierte genau das. Er wollte herausfinden warum Menschen tun was sie tun. Seine Arbeit baute darauf auf und in letzter Zeit veröffentlichte er zusätzlich noch Schriften über das Rechtssystem der Kolonien sowie „Strategien“ innerhalb dieses Systems die man anwenden konnte.

Eigentlich wollte er dass sein Sohn ebenfalls in seine Fußstapfen tritt, doch William Adama zog nach der Akademie das Militär vor und schlug die Pilotenlaufbahn ein. Sein Vater hatte sich das so weniger vorgestellt. Die Akademie sollte aus Bill einen verantwortungsbewussten und disziplinierten jungen Mann machen. Schon während der Zeit in Delphi war der Kontakt zwischen Vater und Sohn eher kühl, der Krieg trug dazu bei das es noch frostiger zwischen beiden wurde.

„Was machst du hier überhaupt?“ fragte Trent nach.

„Postbote!“

„Ach so, Verbindungsoffizier – Lust auf Abwechslung?“

Husker nickte. Breaker sammelte sich kurz und führte Adama in die Messe des Schiffes.

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Im CIC der Rycon begann der Tag ruhig. Die BSG 51 hatte seit einigen Tagen keinen Feindkontakt gehabt und patrouillierte wie befohlen im Norden Picons. Sein XO legte ihm die letzten Befehle auf den Tisch und aktualisierte die Lagekarte. Commander Douglas zog seine Brille auf und las sich alles in Ruhe durch. Sein LSO meldete in der Zwischenzeit das die neue CAP draußen war und die alte keine besonderen Vorkommnisse meldete. Für Alexander Douglas und seinem XO, Colonel Philip Rain, in diesen Tagen eine sehr erfreuliche Meldung.

Seit ihrem Einsatzbeginn vor rund 300 Tagen verweilte die BSG 51 in ihrem befohlenen Bereich und warteten seitdem vergeblich auf die versprochene Ablösung. Seine Männer waren ausgebrannt und erschöpft. Die Rycon meisterte seit ihrem Abflug aus Scorpia insgesamt 451 Kampfseinsätze, ein Großteil verbrachte das Schiff damit zwei oder dreimal am Tag kleinere oder größere Vorstöße der Cylonen zu verhindern. Die Toaster griffen die Flotte entweder selbst an oder Ziele in ihrem Verantwortungsbereich. Damit zerrten sie sehr an der Durchhaltefähigkeit der Crews. Deshalb wünschte sich Alexander mehrere solcher Tage und hoffte insgeheim dass die Toaster ihren Schwerpunkt verlegt hatten nachdem sie an der Rycon und ihrem Verband nicht vorbei kamen.

„Das kam von der 75. Die Columbia und Galactica operieren südlich von uns und machen unterhalb Picon alles dicht. Die Columbia und ihr Verband werden uns hier ablösen. Aber das haben wir schon mehr als einmal gehört, nicht wahr, Sir?“

XO Rain stellte diese Frage in einem gewissen Unterton der dem Commander missfiel. Sein XO gehörte ebenfalls zu den Befürwortern seines CAG’s und würde am liebsten heute noch die Zelte abbrechen und nach Hause gehen solange es noch existierte. Rain war Familienvater und lebte auf Caprica. Seine Frau hatte ihn mit der letzten Post geschrieben dass sie mit seinem besten Freund ein Verhältnis hatte und bat um die Scheidung. Es tat ihr außerordentlich leid, aber sie konnte nichts für ihre Gefühle.

So wie dem Colonel ging es einem Großteil der 51. Es war ein Fluch der auf diesem Verband lag. Kaum ein Paar war noch dasselbe wenn der Mann oder die Frau zurückkehrte. Zwei Offiziere saßen sogar in Haft weil sie bei ihrer letzten Rückkehr den Geliebten oder die Ehefrau ermordeten.
Aber was sollte man tun? Der Krieg nahm keine Rücksicht auf persönliche Belange, ebenso wenig wie die Cylonen.

„Tüten sie unsere letzten Meldungen und Lageberichte ein und schicken sie den Piloten mit einem Gruß zurück. Wenn das Flottenkommando uns abziehen kann werden sie es auch tun. Solange halten wir hier die Stellung, Colonel! Sonst noch was?“

Commander Douglas, ein älterer Herr um die 50, fuhr über seine Halbglatze und sah den XO an. Dieser nickte und nahm die Papiere wieder aus der Hand seines kommandierenden Offiziers. Dabei trafen ihn die Blicke des halben CIC. Alexander fühlte sich nicht ganz wohl in seiner Haut da er nicht wusste wem er auf seinem eignen Schiff noch trauen konnte. Er hoffte selbst dass die 51 bald abgelöst wurde und er einige personelle Veränderungen tätigen konnte. Aber hier draußen war er auf seine jetzige Crew angewiesen.

„Commander, Raptor 878 ist im Landeanflug. Keine Feindkontakte. Raptor 600 ist gestartet und bezieht Stellung im Bereich 2B. Weitere Befehle, Sir?“

Sein Taktikoffizier, Veronica Talbert, war neu auf der Rycon. Sie kam frisch von der Akademie und wurde sofort an die vorderste Linie geschickt. Ihr Können im Bereich Taktik war außerordentlich, aber die Erfahrung fehlte ihr trotzdem. Er konnte nicht nachvollziehen wie der Personalleiter sie ausgerechnet auf die Rycon schickte. Erfahrungen hätte sie zuerst auf einen der Schiff im hinteren Bereich sammeln können bevor man sie zu den instabilsten Operationsbereichen schickte. Auf der anderen Seite war sie ihm gegenüber absolut loyal. Er konnte auf sie zählen wenn es hart auf hart käme.

„Nein, Lieutenant. Tagesbefehl für heute. Wenn die Götter uns gewogen sind wird es heute ebenfalls ein ruhiger Tag.“

„Das hoffen wir alle, Sir!“

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Die Messe der Piloten lag unweit vom Hangar. Dort hielten sich die Notfall – CAP’s die meiste Zeit auf und verbrachten ihre Schicht damit sich gegenseitig die Cubits aus den Taschen zu ziehen. Man hörte schon draußen die Stimmen der Piloten, männliche wie auch eine weibliche. Als der CAG die Messe betrat wurde es kurz ruhig und die Piloten blickten neugierig wer zu ihnen stieß.

„Husker, darf ich dir vorstellen - der aussieht wie ein Streichholz ist Lt. Beaver, er sammelt Kronkorken von sämtlichen Kolonien und kann dir zu jedem eine Story erzählen. Neben ihm sein „Bruder“ Lt. McClursky. Kommt von Scorpia, seine Eltern sind strenggläubig und er sammelt in seiner Freizeit Pornos. Ich glaube er hat sogar eine Lieblingsschauspielerin…“

„…Lilly Diamond, Sir. Die saugt ihnen einen Golfball durch den Gartenschlauch….“

„…Schnauze, Clursky – und die schwarze Perle am anderen Ende des Tisches ist Black Widow. Ihr Name ist Programm, wenn du verstehst!

Und das Mädels ist mein langjähriger Freund Bill Adama. Er kommt von der Galactica und ist unser Postbote für heute! Setz dich, Husker!“

Die Piloten standen kurz auf und gaben Captain Adama zum Gruß die Hand. Lucas nahm sich einen Stuhl und setzte sich ebenfalls zur laufenden Kartenrunde.

„Adama, Sir – der Adama?“ fragte Lt. McClursky neugierig während er seine Karten neu ordnete.

„Ja, Joseph Adama ist mein Vater.“

„Aha….ich eröffne um 5!“ gab Lt. McClursky wieder schnell desinteressiert von sich.

„Wie sieht es aus, kann man einsteigen? Bill?“

Nachdem der CAG nur kurz in die Runde sah hatten die beiden Offiziere auch schon Karten vor sich liegen. Husker holte aus seiner Tasche etwas Geld heraus und legte es vor sich auf den Tisch, sehr zum Gefallen seiner Mitspieler.

„Oh ja, sie sind ein Adama. Leider werden sie am Ende ihres Aufenthaltes nicht mehr viel von der Kohle mitnehmen, Sir!“ meinte Beaver siegessicher und legte 10 Cubits in die Mitte des Tisches. Seine Kameraden gingen mit.

„Hey Breaker, ich habe gehört der Commander wollte ihren Daddy anrufen und petzen wie böse sie in letzter Zeit waren.“

„Sie sollen spielen und nicht dumme Reden schwingen, Beav. Oder ist ihnen eben aufgefallen wie beschissen ihr Blatt ist. Außerdem war es nicht mein Daddy, es war ihre Mami den er anrufen wollte. Das war doch diejenige die mit den Eiern wackelt wenn man ihr einen Cubit in die Hand drückt…“

Lucas sah den Lieutenant an und grinste. Beaver fand es weniger lustig und fragte nach wer neue Karten haben wollte. Adama verfolgte in Ruhe das Gespräch während er seine Karten ordnete.

„Ich habe es die ganze Zeit gewusst Beav, deine Mami kann nicht nur oben rum wackeln, der Commander steht auf die Eier deiner Mum!“ feixte McClursky nach dem Erhalt neuer Karten.

„Ich würde mich nicht soweit aus dem Fenster lehnen, McDoofman - deine Mami kann von meinen Eiern gar nicht genug bekommen. Sie liebt es wenn ich vor ihrem Gesicht damit rumwackel….“

„Mann, von euren Eiern wird mir schlecht Jungs, so abgestanden sind die. CAG, sagen sie auch mal was!“ beschwerte sich Widow angeekelt vom Gespräch ihrer männlichen Kameraden.

„Es reicht Jungs, Widow hat Recht – wir haben einen Gast von der Galactica hier. Der soll doch nur gutes von der Rycon und ihrem glorreichen Kampfverband berichten.“

Unbeeindruckt legte Adama seine Karten zugedeckt auf den Tisch. Seine Mitspieler betrachteten mit Neugier wie Husker sich in den Stuhl zurücklehnte, 20 weitere Cubits in die Mitte warf und abwartete. Widow und McClursky stiegen aus, nur der CAG und Beaver blieben übrig. Sie gingen mit und wollten sehen. Adama drehte daraufhin einen Teil seiner Karten um und legte sie auf den Tisch. Trent zog eine säuerliche Miene und schmiss die Karten auf den Tisch. Heute war nicht sein Glückstag. Beaver hingegen legte seine Karten auf den Tisch und freute sich über den Gewinn nachdem er Captain Adama übertrumpfte.

„Tja, die Firma dankt.“

Als der Lieutenant seine Hände über den Gewinn legte, legte Adama seine Hände über seine. Anschließend deckte er seine restlichen Karten auf und grinste ihn unverschämt an. Enttäuscht nahm Beaver seine Hände vom Geld und sah zu wie sein Lohn den Besitzer wechselt.

„Denken, drücken, sprechen – hat man ihnen das an der Akademie nicht beigebracht, Lieutenant? Die Galactica dankt ihnen schon mal für diese herzliche Spende!“

Die Piloten lachten. Selbst Beaver konnte ein wenig über seinen Verlust lächeln. Er war sich sicher bei der nächsten Runde holte er alles wieder zurück. Aber bevor die Karten gemischt werden konnten ertönte der Alarm der Rycon. Blitzschnell standen die Piloten auf, schnappten sich ihre Helme und die CAP rannte zu ihren Maschinen.

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Im Hangar rannte Adama zu seinem Raptor während die Deckcrew die CAP zu ihren Viper brachte. Mehrere laute Explosionen durchfuhren das Schiff. Feuer brach durch die Decke und löste die Notschließung des Hangars aus. Der Chief der Rycon kam auf Trent zu gerannt und winkte ihn eiligst wieder weg.

„Die schießen auf die Startröhren!!!“ schrie der Chief.

Doch Trent wollte zu einer der Röhren als ihn der Chief daran hinderte. Black Widow saß bereits in ihrer Maschine als die Cylonen begannen Attentäter in den Pylonen explodieren zu lassen und Raider auf die Startröhren schossen beziehungsweise hinein flogen um sich dort zur Explosion zu bringen.

„Lassen sie mich los, Chief!!“ brüllte Breaker.

In diesem Augenblick hörte er aus der Startröhre von Black Widow eine laute Explosion und Rauch trat aus der Röhre. Der CAG schmiss den Techniker von sich und rannte in das Abteil des Startoffiziers. Als er drin war sah er einen riesigen Sprung im Panzerglas und draußen ein brennendes Wrack einer Mk II.

„Paula!!“ schrie er mehrmals.

Über Funk konnte er die Schreie der Pilotin hören. Ein Raider explodierte zuvor in ihrer Röhre und die Wrackteile trafen ihre Viper. Sie saß eingeklemmt im Cockpit und verbrannte bei lebendigem Leibe. Nur wenige Augenblicke hielten ihre Schreie an bevor sie verstummte.
Breaker stand fassungslos davor und sah mit tränenden Augen zu wie das Wrack brannte. Draußen hörten die Explosionen wieder auf und die Cylonen sprangen aus dem Raum.
Adama fand seinen Freund kurze Zeit später in der Ecke kauernd. Er blickte nach draußen zum Wrack. Er konnte die verkohlte Leiche sehen und dieser Anblick ließ ihn nicht mehr los.

„Es war ein Blitzangriff. Der Commander sagte das 2 Defender dabei zerstört wurden. Die Rycon haben sie außer Gefecht gesetzt. Ihr fliegt nach Hause. Lucas?“

„Ich frage dich, Bill Adama - für wen kämpfen wir hier überhaupt?“

„Für die Menschen die diesen Wahnsinn bisher überlebt haben. Für unsere Familien und Freunde, Lucas. Denn das wird nicht mehr vorhanden sein wenn wir uns nicht den Cylonen stellen würden!!“

„Du bist blind, Husker! Denen da oben sind die Menschen egal. Sie sitzen in ihren weichen Sesseln und schicken uns arme Idioten um ihren Besitz zu verteidigen. Wir kämpfen nicht für die Menschen in den verbliebenen Kolonien, sondern um den Lebenstandart einiger Bonzen zu sichern.....“

„Breaker, du hättest nichts für sie tun können.“

Im gleichen Augenblick klopfte es an der Tür. Ein Unteroffizier suchte nach den beiden CAG’s da Commander Douglas nach ihnen verlangte. Die beiden Offiziere unterbrachen ihr Gespräch und folgten dem Mann.

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Viper047
11-04-2008, 02:20 PM
Mit zitternden Händen saß der CAG der Rycon im Bereitschaftsraum. Noch immer konnte er die Schreie und Bilder von Black Widow nicht aus dem Kopf bekommen. Er konnte förmlich riechen wie ihr Körper verbrannte und sie ihn um Hilfe anflehte. Doch er konnte nicht zu ihr, so gern er auch wollte.

Als eine Hand seine Schulter berührte blickte er auf und begann zu schreien. Vor sich konnte er das verbrannte Gesicht der Pilotin erkennen.

„Warum hast du mir nicht geholfen? Du hast mich sterben lassen!!!“

„Captain!“

Beaver hielt seine zitternde Hand und blickte in die Richtung in die er blickte. Er sah das Entsetzen in dem Gesicht des CAG, doch konnte er nicht sehen was er sah.

„Sir, alles in Ordnung?“

„Verdammt, nein – nichts ist in Ordnung! Die Olympia wurde zerstört. Sie sollte uns jetzt ablösen. Aber dieser Idiot meinte zum Flottenkommando wir bekommen die Rycon wieder hin und die Columbia bleibt bei der Galactica….“

„Wir gehen nicht nach Hause, Sir?“

Breaker sah in das verzweifelte Gesicht des Piloten und schüttelte den Kopf. In einem kurzen Gespräch offenbarte ihm Commander Douglas sein Vorhaben. Der Angriff dauerte nur sehr kurz an. Es schien als wüssten die Cylonen genau wie sie ihren Angriff hätten koordinieren müssen um den kolonialen Kampfverband mit heruntergelassenen Hosen zu erwischen. Und das gelang den Toastern auch. Zwei Defender wurden durch Basisschiffe sofort vernichtet. Die Rycon hatte nicht einmal die Chance mit ihrer Abwehr zu reagieren da die feindlichen Jäger direkt in den Verband hinein gesprungen waren und sofort den Battlestar unter Beschuss nahmen. Die Panzerung erlitt nur minimale Schäden, doch der Flugverkehr der Rycon wurde zu 90% lahm gelegt. Die Deckcrew arbeitet daran wenigstens eine Startrampe der intakten Steuerbordpylone freizubekommen. Captain Adama soll anschließend zu seinem Verband wieder zurückkehren.

Aber die Rycon würde vorerst hier bleiben. Sie und ihr übriger Verband sicherten weiterhin das Gebiet. Die verbliebenen 3 Defender sicherten mit ihren Jägern während der Kampfstern in seiner Rolle als Schlachtschiff sich einbrachte. Commander Douglas versprach die Startröhren in den nächsten Tagen wieder freizubekommen.

Jeder auf dem Schiff und im Verband 51 wusste dass es unmöglich war. Die Cylonen brachten ihre Raider in den Röhren zur Explosion und rissen Löcher in die Bahnen hinein.
Andere wurden mit Raketen beschossen und so unbrauchbar gemacht. Der Backbordpylon war völlig außer Gefecht gesetzt worden.

Einige Soldaten betraten den Raum und die Tür wurde hinter ihnen verschlossen. Sie sahen den CAG an und gaben ihm einen Zettel in die Hand. Nur zaghaft öffnete er ihn und musste sich anschließend setzen. Er las sich die Zeilen mehrmals durch und versuchte zu verstehen was er in seinen Händen hielt.

„Sir, wir müssen was unternehmen. Wenn wir weiterhin gegen die Cylonen kämpfen werden wir sterben. Die Flotte lässt uns im Stich. Wir haben auf den verbliebenen Schiffen genug Leute, aber wir brauchen jemanden der den Mut hat. Sie wären der Richtige, Sir.

Sie haben Recht, Sir. Wir sind nur hier weil es die reichen Säcke in der Heimat so wollen. Wir sind es leid ihren Kampf zu führen. Sollen die doch die Drecksarbeit machen. Die reichen Kolonien haben diesen Krieg begonnen, sollen sie ihn auch austragen.“

Captain Trent stand auf und schlug Beaver nieder. Aber statt ihn weiter zu bearbeiten gab er ihm die Hand und half dem jungen Offizier wieder auf. Auf dem Zettel stand geschrieben dass einige Offiziere für die Cylonen arbeiteten und beim letzten Angriff ihnen ein Angebot übermittelt wurde. Um unentdeckt zu bleiben dauerte der Angriff sehr kurz an.

Mit den letzten zwei Defendern wurden viele Kolonietreue getötet. Die überlebenden Schiffe waren durchsetzt mit Überläufern, die den Krieg satt waren. Die Cylonen boten ihnen freien Abzug an wenn die BSG 51 lautlos aus dem Raum der 12 Kolonien verschwand. Es wäre ihr einziges Angebot dieser Art und eine zweite Chance gäbe es nicht. Man ließe den Menschen 24 Stunden um es sich zu überlegen.

„Wie ist ihre Antwort, Sir?“

Trent holten wieder die Bilder der Vergangenheit ein. Wieder sah er viele tote Kameraden die sinnlos für eine längst verlorene Sache starben. Aber was sollte er tun? Konnte er einfach so die Kolonien verraten? Was war mit den Menschen? Auf der anderen Seite was hatten die Kolonien für ihn getan? Sie hatten ihn in einen aussichtslosen Kampf geschickt. Und was würde ihn erwarten wenn der Krieg vorüber wäre? Der Großteil der Kolonien wurde zerstört. Die Cylonen ließen nichts stehen wenn sie es nicht gebrauchen konnten.

Er ahnte dass ihn als Kriegsveteran sicherlich kein angenehmes Leben erwartete. Sicher würde er genauso Hunger leiden wie viele Menschen es heute schon taten während die Reichen sogar aus dem Krieg Profit schlugen. Würde ihn die Flotte weiterbeschäftigen oder würde man ihn zur Handelsflotte abschieben?

Viele Fragen gingen ihm durch den Kopf die sich dieser einfachen Frage anknüpften. Er wusste jetzt dass die Cylonen Agenten hatten, diese in den eigenen Reihen. Doch so was wie Patriotismus oder Kameradschaft kam ihm nicht hoch. Nein, er selbst predigte genau diese Worte die zu dieser Frage führten. Für ihn war der Krieg schon lange vorbei, für diese Menschen vor ihm war er es ebenfalls. Ein Ausweg wurde ihnen angeboten alldem ein Ende zu bereiten. Man würde sie sicherlich als Feiglinge und Verräter beschimpfen, doch im Gegensatz zu ihnen würden diese Menschen überleben. Schließlich nickte er und stimmte zu ihnen zu helfen.

„Gut, Sir! Dann wäre noch ein Problem, Captain Adama!“

„Nein! Wer ihn anfasst, den bringe ich persönlich um. Ich regele es selbst. Nach seiner Abreise werde ich den Befehl zur Übernahme geben. Douglas ist eher ein Problem, um den werde ich mich selbst kümmern. Dieser Schweinehund wird dafür bezahlen uns hier verrotten lassen zu wollen.“

„Wir haben alles Wichtige besetzt. Die Marines sind auf unserer Seite. Wir übernehmen die Schiffe und verschwinden von hier. Sollen die Cylonen machen was sie auch immer tun wollen. Wir sind den Bonzen keine Rechenschaft schuldig. Wir haben die Chance lebendig raus zu kommen, Sir!“

Der CAG der Rycon befahl den Soldaten ihn alleine zu lassen. Er musste sich einige Dinge klar werden, schließlich begann er Verrat an seinem eigenen Volk. Doch schnell machte er sich klar dass er von ihnen verraten wurde. Man ließ sie bewusst hier draußen sterben. Sie wurden einfach vergessen. Sollten die Cylonen endlich diesem Krieg einem Ende bereiten. Denn Picon und Aquaria mit ihrem geschwächten Verband BSG 22 würden einem massiven Angriff der Cylonen sicherlich nicht standhalten.

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Husker saß mit einem Becher heißem Kaffee auf dem Flügel seines Raptors. Sein Copilot lag in einem Leichensack im hinteren Teil des Schiffes. Der Lieutenant wurde während des kurzen Angriffes von einem Herausgetrennten Wandstück erschlagen und war auf der Stelle tot. Eigentlich wollte er nur einen Freund im Backbordhangar besuchen und bezahlte dafür mit seinem Leben. Während er austrank beobachtete der CAG der Galactica wie man das Wrack von Black Widow aus der Röhre zog um ihren Leichnam zu bergen. Diese Bilder kamen ihn bekannt vor. Sein Vorgänger, Captain Baker, wurde unter ähnlichen Umständen geborgen. Damals war Husker Führer der ersten Staffel und stellv. CAG. Bei einem schwierigen Gefecht wurde die Galactica geentert und verlor bei der Verteidigung über die Hälfte der Besatzung.

Cpt. Trent sah seinen Freund beim Raptor. Dieser wartete auf seine Freigabe zum Start nachdem die Deckcrew nach durcharbeiten der Nacht es geschafft hatte zumindest einen kleinen Teil für Starts brauchbar zu machen. Somit konnten wenigstens Raptor starten.
Breaker setzte sich zu seinem Freund und klopfte diesem auf die Schulter. Husker lächelte ein wenig und wandte sich ihm zu.

„Na, wieder einen klaren Kopf?“ fragte Husker.

„Es tut mir leid. Ich muss völlig ausgetickt sein. Ich hatte nur noch Paula vor Augen und….“

„Das passiert jedem von uns. Das wir wieder aufstehen und nach vorne blicken ist wichtig. Es nützt nichts zurück zu sehen. Es werden noch mehr Menschen sterben, Lucas. Und nicht immer können wir zur Stelle sein um sie zu retten.

Aber dennoch frage ich mich warum die Toaster nur diese paar Minuten angegriffen haben. Sie haben diese Flotte eiskalt erwischt.“

Lucas lächelte und hob nichts wissend die Schultern. Dabei sah er Bill Adama an. Trotz des Angriffes war er immer noch positiv eingestellt. Das bewunderte er so an ihm. Warum war er nicht so? Warum konnte und wollte er nicht weiterkämpfen? Husker würde bis zu seinem Tod gegen die cylonische Gefahr kämpfen, das konnte er in seinen Augen ablesen.

„Ich weiß es nicht, mein Freund. Vielleicht waren sie selbst überrascht? Vielleicht hatten sie nicht mit uns gerechnet? Schließlich haben wir unsere Route geändert.

Aber ich bewundere dich, Bill Adama…“

„Ach ja, wieso das?“

„Trotz alldem, du stehst jeden Morgen auf und siehst dem Tod ins Gesicht. Du kämpfst für eine Sache die wir schon vor Jahren aus den Augen verloren haben. Du kämpfst für Menschen die du in deinem Leben nie gesehen hast und auch nie sehen wirst.

Hast du dir nie die Frage gestellt was sein wird wenn der Krieg tatsächlich vorbei sein sollte? Was wird mit Bill Adama geschehen? Du kennst die Gerüchte über Veteranen und die Handelsflotte!

Was wäre wenn man dir die einmalige Chance bieten würde alldem zu entfliehen, einfach einen Schlussstrich zu machen. Aber als Gegenleistung all das zu verraten was du bist!“

Schweigend sahen sich die Freunde an. Bill Adama versuchte die Worte seines Freundes zu verstehen und einem Sinn zu verleihen. Was wollte er damit sagen? Sein Verstand sagte ihm schnell was Lucas von ihm wollte, aber sein Herz wehrte sich gegen diesen Gedanken.
Würde Trent Verrat üben um vorzeitig den Krieg für sich zu beenden? Nein, das wollte er nicht glauben. Das würde Breaker ihm nie antun, dafür waren sie viel zu lange Freunde – nein, sie waren Brüder, sie waren Kameraden. Und Kameraden würden erst recht nicht andere Kameraden verraten. Deshalb tat er seine Anspielung ab und lächelte kurz. Lucas schaute ihn die ganze Zeit ernst an, lächelte aber mit ihm.

„Nein, ich habe mir diese Frage bis jetzt noch nicht gestellt. Irgendwas ergibt sich immer, das weißt du. Manchmal kann man es sich aussuchen, manchmal sucht es dich aus. Das ist nun mal der Lauf der Dinge.

Aber bis es soweit ist werde ich weiterhin jeden Morgen aufstehen und für diese Menschen weiterkämpfen. Sie haben wie du und ich Familie, Freunde, Kameraden. Wir haben genug geliebte Menschen verloren und müssen mit diesem Schicksal leben. Aber wir haben die Möglichkeit vielen anderen Menschen dieses Leid zu ersparen.

Du vergisst dass ich auch für dich kämpfe, Lucas. Ich kämpfe für solche Momente wie diesen. Wir können hier sitzen und philosophieren über Sinn oder Unsinn über die Dinge die wir tun.
Wir können und dürfen das weil wir diese Uniform tragen und ihre Rechte und Pflichten respektieren. Und ich werde weiterhin diese Uniform tragen wenn es die Möglichkeit schafft mit dir heute hier zu sitzen, mein Freund.

Nichts würde mich davon abbringen. Kein Angebot der Welt könnte mich davon abhalten die Cylonen weiterhin zu bekämpfen. Ansonsten würde ich nicht nur diese Uniform verraten, sondern auch die Menschen die daran glauben das ich sie vor jeder Gefahr schützen werde, die Kameraden die an meiner Seite kämpfen oder gefallen sind und Freunde die mir in den Jahren lieb und teuer geworden sind. Ich würde dich nicht enttäuschen wollen, Breaker – niemals!“

Trent lachte und legte seinen Arm um seinen Freund. Das war Bill Adama wie er ihn kannte, ein Patriot und Optimist durch und durch. Aber so schätze er ihn und bereute ein wenig seine Entscheidung. Aber nicht alle konnten so sein wie William Adama. Ein Offizier brachte in diesem Moment einen Umschlag für die BSG 75 mit. Adama unterzeichnete die Empfangsbestätigung, stand auf und trank seinen Kaffee aus. Er hatte Starterlaubnis und musste allmählich zurück zu seinem Schiff.

Die Freunde sahen sich an und umarmten sich kurz. Lucas gab ihm noch zum Abschied die Hand bevor Husker erneut aus seinem Leben trat.

„Es tat gut dich wieder gesehen zu haben, Bill. Bleib so wie du bist. Ich hoffe das dieser Wahnsinn bald ein Ende hat.“

„Das hoffen wir alle!“

„Das hoffen wir alle, mein Freund. Bis dann, Bill!“

„Wir sehen uns wieder, das ist ein Versprechen!“

Ein letztes Händeschütteln und Husker stieg in seinen Raptor. Die Deckcrew fertigte den Raptor ab und wenige Minuten später sprang er auch schon zurück zur Galactica.

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Colonel Rain sah in die Reihen seiner Soldaten. Das CIC war ungewöhnlich ruhig. Commander Douglas gefiel diese Ruhe überhaupt nicht. Es kam ihm vor als würden ihn sämtliche Blicke treffen, jeder würde seine Schritte genauestens verfolgen. Seit er den Befehl zum Weiterflug gab brach die Kommunikation mit den anderen ab. Jedes zusätzliche Wort mit ihm war den Soldaten zuviel und vermieden es über das dienstliche hinaus mit ihm zu reden.

Es wurde erst recht nicht besser als der CAG das CIC betrat. Seine Uniform war nicht so wie man es von einem Offizier verlangte. Seine Jacke der Pilotenkombi stand offen und grüßte nicht einmal den Commander. Stattdessen ging er geradewegs zur Taktik und flüsterte Talbert etwas zu.

„Captain, auf ein Wort!“ befahl ihm Commander Douglas.

Trent folgte dem Befehl und ging mit ihm in einen Raum oberhalb des CIC. Der Commander schickte die Unteroffiziere raus um ungestört mit dem CAG reden zu können.

„Was bei den Göttern geht mit ihnen vor? Sind sie von allen guten Geistern nun verlassen worden?“

Breaker grinste und zog seine Jacke aus. Demonstrativ schmiss er sie auf den Boden und wartete auf die Reaktion des Befehlshabenden Offiziers. Dieser ließ sich das unverschämte Verhalten nicht gefallen und winkte seine Marines heran.

„Zwei Tage Brig damit sie sich wieder besinnen können. Führt ihn ab!“

Alle verließen den oberen Bereich als auf dem DRADIS eine große Flotte von Basisschiffen angezeigt wurde. Douglas reagierte sofort und ließ Alarm auslösen.

„Befehl widerrufen!“ befahl Trent.

„Was soll das werden, Meuterei?“ fragte ihn der Commander erbost.

„Der Krieg ist schon längst entschieden! Wer hier bleibt, bleibt einzig allein um zu sterben!“ entgegnete ihm Breaker gefühlskalt.

„Marines, entfernen sie dieses Subjekt von meiner Brücke!!“ brüllte Commander Alexander Douglas sofort los.

Einer der Marines hob seine Waffe und erschoss Talbert als sie ihre Waffe ziehen wollte. Der XO erschoss hinter dem Rücken des Commander drei weitere Offiziere. Douglas hörte auch von draußen Schüsse und sah Trent an.
Über Com meldeten sich die Begleitschiffe. Man hatte alles unter Kontrolle nachdem Breaker vor seinem Erscheinen im CIC den Befehl zur Übernahme gab.

„Sie fragen sich sicher was hier abläuft? Ich werde es ihnen sagen! Wir haben genug vom Krieg. Wir haben genug von ihnen und von den Säcken im Regierungspalast! Wir haben uns entschieden unsere eigenen Entscheidungen zu treffen.

Ach ja, und wir wollen sie nicht dabei haben!!“

Ohne weitere Erklärungen und Worte zu verschwenden nahm er die Waffe des Marines, setzte sie an die Stirn des Commanders und drückte ab. Leblos fiel der Commander auf den Lagetisch und sein Blut verteilte sich über die beleuchtete Glasscheibe.

„Sir, sie lassen uns ziehen. Ein Versorgungsdepot erwartet uns und einige Basisschiffe werden uns begleiten. Sie halten ihr Wort!“

Trent nickte. Er vertraute blind darauf dass die Cylonen auch weiterhin ihr Wort hielten. Schließlich hatten sie soeben den Untergang Picons und Aquarias besiegelt.

„Breaker, ein Schiff ist gelandet. Sie erwarten den Verantwortlichen im Quartier des Commanders!“

„Rain, sie haben das CIC. Kein Funkkontakt zu den anderen. Beseitigen sie den Müll und brechen sie die Zelte ab. Wir haben das richtige getan!“

Lucas machte sich auf dem Weg zum Quartier des Commanders. Zwei Centurion erwarteten ihn bereits und gewährten ihm den Eintritt. Im Quartier bekam er den nächsten Schock als er seinen Gesprächspartner erblickte.

„Sie müssen Mister Trent sein, sehr erfreut ihre Bekanntschaft zu machen. Wir haben einiges zu bereden. Und seien sie beruhigt, solange sie tun was wir ihnen befehlen, wird ihnen nichts geschehen. Im Gegenteil, sie sollen sogar frei leben können. Unterhalten wir uns darüber, Mister Trent…..“

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Battlestar Galactica
Standort: Gemenon Süd
Auftrag: Kampfpatrouille

Husker holte sich aus dem CIC seine nächsten Befehle ab und eilte zu seinem Büro im Bereitschaftsraum der Piloten. Sein Weg führte ihn kurz in den Hangar wo er seine Viper begutachtete als der Alarm ausgelöst wurde. Seine Piloten eilten zu ihren Maschinen und sein Stellv. suchte ihn schon.

„Du kommst genau rechtzeitig, Husker!“

„Warum, was ist passiert?“

„Picon ist gefallen! Aquaria steht kurz davor! Die Galactica und Columbia verlegen sofort...“

„Was ist mit der Rycon?“

„Kein Funkkontakt! Niemand kann genau sagen was passiert ist! Und jetzt komm, Husker! Wir haben ganz andere Probleme....“


Mit schnellen Schritten eilte Captain Adama zu seinem Spind und holte seine Sachen. Dabei fiel ein Bild von ihm und Lucas herunter. Er sah es sich kurz an und zerknüllte es wütend.

„Soviel war dir unsere Freundschaft also wert! Ich bete für dich das du bereits tot bist, ansonsten begrabe ich dich du Verräter!!!“

Enttäuscht über die wahrscheinliche Tat seines Freundes und die Wut über sich selbst, dass er so was ahnte und nichts unternahm, begleitete Captain Adama bis ins Cockpit.

Die Galactica und Columbia samt Verbände sprangen nach Aquaria nachdem Picon nahezu schutzlos den Cylonen in die Hände fiel. In den folgenden 3 Tagen verlor die BSG 63 und 75 über 60 % ihrer Schiffe beim Kampf um Aquaria und der anschließenden Befreiung Picons.
Die cylonische Invasionsflotte wurde aber vollständig vernichtet.

2 Jahre später ergaben sich die Cylonen während der verlustreichen Befreiungsschlacht von Tauron. Ein Waffenstillstandsabkommen wurde von den Cylonen ersucht und in Cimtar unterzeichnet. Danach verschwanden sie ebenso wie die BSG 51.

Die Galactica hatte war maßgeblich an der Befreiung Taurons beteiligt. Die Columbia wurde über der Kolonie zerstört…….

Viper047
22-04-2008, 03:05 PM
Kapitel 7


Alabama ( Teil I )



Battlestar Galactica
Standort: NCC 0013
Auftrag: Schutz der Flotte


Nervös saß Laura auf dem Bett und starrte auf die Uhr, die sie durch den Spalt des Bettvorhangs sehen konnte. Seit einer geschlagenen Stunde verweilte sie schon im abgetrennten Untersuchungsbereich und wartete auf das Ergebnis ihrer Untersuchung. Seit einiger Zeit klagte sie über Unwohlsein und Schmerzen in der Brust. Sie war müde und von Zeit zur Zeit unkonzentriert. In ihren Gedanken befürchtete sie schon das Schlimmste und wäre auf eine entsprechende Diagnose von Cottle gefasst – jedenfalls glaubte sie es.
Von draußen hörte sie Schritte und schließlich die Stimme des Doc’s wie er mit einer Schwester redete. Ihre Hände krallten sich vor Nervosität in das blaue Untersuchungshemd hinein. Je näher Cottle kam umso schlechter fühlte sie sich. Was kam bei der Untersuchung raus? Kam der Krebs zurück? Hatte das Hybridenblut am Ende doch versagt?

Ihre Fragen verschwanden als Cottle den Vorhang aufriss und in ein verzweifeltes Gesicht der Präsidentin sah. Eine Schwester zog den Vorhang von außen wieder zu während sich der Schiffsarzt setzte. In seiner Hand sah sie eine braune Akte, die er auf das Bett legte und öffnete. Er blätterte anschließend ein wenig in den Blättern und las sich einiges durch. Dabei wurde Roslin nervöser und sie hatte gar kein gutes Gefühl dabei.

Schließlich schloss er die Akte und sah ihr ins Gesicht. Laura konnte es ihm ablesen was er sagen wollte und nickte leicht. Langsam erhob sie sich vom Bett um vom hinteren Stuhl ihre Sachen zu nehmen und umzuziehen.

„Wie schlimm?“ fragte sie ruhig und gelassen.

„Es tut mir leid, Laura! Der Krebs ist wieder da und wütet schlimmer als vorher. Noch hat er nicht das vorherige Ausmaß erreicht da die Hybridenenzyme den Wachstum erheblich schwächen, aber das ist nur eine Frage der Zeit. Hier, nehmen sie das!“

Die Präsidentin der 12 Kolonien dreht sich um und sah wie ihr Cottle eine kleine Dose entgegenhielt. Sie nahm es an sich und identifizierte es als Chamalla. Sie blickt misstrauisch zum Doc, als würde er sie auf den Arm nehmen wollen. Doch sein Blick war ernst.

„Schauen sie nicht so. Ich kenne meine Patienten und sie hätten es eh genommen. So kann ich es kontrollieren. Zusätzlich werden sie weitere Medikamente erhalten wenn ich es für nötig erachte, und das werde ich bald müssen.

Laura, sie werden vielleicht nur noch ein paar Monate haben. Genaueres kann ich sagen wenn sie regelmäßig zur Untersuchung kommen würden.“

Im Beisein des Doktors zog sich Laura um und steckte das Chamalla in ihre Jackentasche. Sie gab Doc Cottle die Hand und ging ohne ein weiteres Wort zu sagen. Sie versuchte sich nichts anmerken zu lassen während sie, von ihren Bodyguards begleitet, durch die Gänge der Galactica ging. Schließlich blieb sie doch vor einem Waschraum stehen und bat einen Moment alleine zu sein. Ihre Leibwächter blieben vor der Tür stehen während Laura hineinging. Als sie die Tür schloss begann ihr Herz zu rasen. Ihre Brust fühlte sich an als wollte etwas hinaus. Das Atmen fiel ihr schwer. Zitternd ging sie an eines der Waschbecken und drehte den Wasserhahn auf. Ihre Augen wurden zunächst glasig und kurz darauf liefen die ersten Tränen hinunter. So sicher war sie den Krebs besiegt zu haben. Pläne für ein späteres Leben hatte sie geschmiedet, ihre Zukunft ausgestaltet mit Dingen die unbedingt noch tun wollte.

Doch die Diagnose Cottle’s war für sie wie ein Schlag ins Gesicht. Wieder klopfte der Tod an ihrer Tür und beraubte sie ihrer Träume. Ihre Tränen tropften in das Waschbecken hinein. Ihre zitternden Hände hielt sie unter das Wasser und wusch sich anschließend die Trauer und Verzweiflung aus dem Gesicht. Sie blickte auf und sah in den Spiegel. Noch immer schnürte ihr die Angst vor dem Tod ihr die Brust zu und erschwerte Laura das Atmen.

Die Tür ging auf und Lt. Dualla betrat den Waschraum. Sie begrüßte die Präsidentin während sie sich auf der anderen Seite des Waschraumes ein Becken aussuchte. Sie stand mit dem Rücken zu ihr und konnte die Verzweiflung in Lauras Gesicht nicht sehen. Roslin grüßte zurück und verwischte die Spuren der Trauer und Angst bevor sie wieder nach draußen ging.

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Entspannt saß Starbuck in einem der Besprechungsräume und blickte über die Tische vor ihr. 24 Bewerber saßen an ihren Tischen und füllten die Testbögen für die Pilotenausbildung aus. An ihrer Seite saß Zak, den sie kurzerhand bei sich behielt. So konnte sie zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Sie konnte Zeit mit ihrem Sohn verbringen und gleichzeitig die Aufnahmeprüfung der Piloten überwachen.

Als Starbuck aufstehen wollte öffnete sich die Tür zum Prüfungsraum und eine junge Frau im orangenen Overall betrat ihre „kleine Privathölle“.

„Seelix!!“ brüllte Kara los.

Diana Seelix, eigentlich Avionikspezialistin unter Tyrol, hatte sich ebenfalls für die Laufbahn der Piloten beworben. Doch Tyrol hatte der Nachtschicht nicht gerade wenig Arbeit dagelassen und so hatte sie den Beginn der Prüfung um eine halbe Stunde verpasst. Sehr zum Ärger von Starbuck, die Pünktlichkeit ihrer zukünftigen Rekruten voraussetzte.
Seelix erschrak und stellte sich automatisch ins Achtung. Kara stand auf und befahl ihrem „Hilfsausbilder“ einen Blick auf die Bewerber zu haben während sie sich Diana annahm.

Deckhelfer Seelix wurde von Cpt. Thrace an den Türrahmen geschoben. Sie blickte Seelix an, zog die Augenbraue hoch und erwartete eine sehr gute Erklärung für das Nichterscheinen zur Prüfung.

„Was bei den Göttern machen sie in meiner kleinen privaten Hölle? Sie sind zu spät, die Prüfung begann vor einer halben Stunde! Schönen Tag noch!“

Starbuck zeigte ihr den Ausgang. Sie ließ der jungen Frau keine Chance auf Erklärung. In diesem Moment kam Tyrol um die Ecke, der schon so etwas ahnte. Er wollte Seelix unbedingt aus dem Schlamassel helfen, da es ihr Traum war Pilotin zu werden und wegen ihm nicht scheitern sollte.

„Captain Thrace? Captain Thrace!!“

„Chief, was kann ich für sie tun?“

„Bitte, es war meine Schuld. Ich habe nicht auf die Uhr gesehen und habe Deckhand Seelix nicht rechtzeitig entlassen, Sir. Bitte, geben sie ihr die Chance! Es war meine Schuld, bitte – Sir!“

Starbuck schnaufte kurz durch. Hinter ihr hörte sie die Rufe ihres Sohnes und drehte sich um. Er zeigte auf den vordersten Tisch und machte seine Mutter neugierig.

„Lt. Sabber, sie haben etwas zu fernmelden?“

Cpt. Thrace ging an den Tisch von Specialist Kruger. Dieser blickte sie nicht einmal an und schrieb schnell weiter. Kara sah ihren lächelnden Sohn an und kniete sich vor den Tisch des Specialists. Ihre blauen Augen sahen ihn unentwegt an und machten Kruger schließlich nervös.

„Na, Specialist? Die Fragen sind wohl nicht ganz so einfach, oder?“

„Nein, Sir!“

„Vorbereitet?“

„Doch, Sir!“ antwortete er mit leicht zittriger Stimme.

Jetzt sah er auf und blickte in das lächelnde Gesicht von Starbuck.

„Kruger, richtig?“

Nun wurde er nervös und legte seinen Stift zur Seite. Starbuck behielt ihr Lächeln bei und ihre Stimme blieb ruhig.

„Ja, Sir!“

„Kruger, sie wollen mich nicht bescheißen, oder?“

„Ähm….Sir?“

„Stehen sie auf, verlassen sie meine Hölle und denken sie drüber nach – bevor ich ihnen Beine mache!!“

Der Specialist stand auf und überreichte aus seinem Ärmel ein zusammengefaltetes Stück Papier. Starbuck nahm seinen Test und zerriss diesen vor seinen Augen. Daraufhin ging der junge Mann und bekam beim hinausgehen noch eine von Chief Tyrol mit. Starbuck kannte bereits einen Großteil der Betrugsversuche und wenn er nicht nervös geworden wäre, würde noch an diesem Tisch sitzen.

„So wie es aussieht ist ein Platz kurzfristig freigeworden. Pflanzen sie ihren Kadaver auf den Stuhl, Seelix!!“

Diana sah kurz den Chief an. Dieser nickte nur kurz und schubste sie in den Prüfungsraum. Mit großen Schritten eilte sie zum freigewordenen Platz und setzte sich hin.

„Sie haben 30 Minuten weniger Zeit!!“

Kara überreichte ihr die Testbögen und ging anschließend durch die Reihen. Chief Tyrol wünschte Seelix noch viel Glück bevor er die Tür schloss.

„Hergehört, ihr Maden! Solange euer Kadaver sich in diesem Raum befindet gehört er mir! Ihr seit in meiner privaten Hölle und ich bin hier der Oberteufel! Ich sage euch wann Tag und Nacht ist, ich bin eure Mami und euer Daddy, euer Freund und euer schlimmster Alptraum. Wer versucht mich zu bescheißen hat seinen Traum ausgeträumt und wird weiterhin eine Viper von außen betrachten können. Wer mit Anstand fliegt bekommt eine zweite Chance!

Sollte ich oder mein Hilfsausbilder Lt. Sabber euch beim betrügen erwischen… malt es euch aus!!“

Starbuck schaute auf ihre Uhr und setzte sich anschließend wieder an ihren Tisch. Aus einer Tasche unter dem Tisch holte sie eine Dose mit geschnittenen Äpfeln heraus, die sie auf einem Botanikschiff ergattern konnten. Davon reichte sie ein Stück ihrem Sohn und fuhr ihm übers Haar.

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Kolonie Alabama


Lucas führte Adama und seine Leute durch die Stadt. Sie waren mittlerweile den zweiten Tag auf Alabama und Gäste der Kolonisten. Trent erzählte dem Admiral das die Rycon ein Signal aufschnappte und diesem folgte. Angeblich erschien Breaker in der Nacht ein Engel mit dem Namen Ana’su, der ihm den Weg zu dieser Kolonie wies. Dabei hörte er immer wieder dieses Lied, der ihm den Namen der späteren Heimat preisgab. Es soll der Ruf Gottes gewesen sein.

An einem Café bat er mit William Adama alleine reden zu können. Admiral Adama befahl seinen Leuten in der Nähe zu bleiben, es wäre soweit in Ordnung. Sie setzten sich an einen der Tische vor dem Café. Trent wollte die Sonne genießen und seinem alten Freund die Möglichkeit geben das geschäftige Treiben der Menschen in der Innenstadt zu betrachten. Doch Husker zeigte keine Freude. Sein Ausdruck blieb ernst und das bereitete ihm Kopfschmerzen. Was denkt er? Was wird er tun?

Eine junge Frau kam an den Tisch und nahm die Bestellung auf. Sie war zu jung um zu wissen was vor über 40 Jahren geschah, aber es schien als würde sie Trent als Helden verehren. Adama sah sich die Leute an. Jeder grüßte Trent, jeder hatte ein freundliches Lächeln im Gesicht. Wusste niemand was er tat? Hatte niemand der älteren Generation die Wahrheit erzählt wie sie hierher kamen, wen sie alles im Stich ließen?

„Also, Bill – du bist mit der Galactica hier? Da kommen wieder Erinnerungen hoch, ehrlich! Wo seid ihr zurzeit?“

„Warum ist das für dich wichtig? Willst du mich ein weiteres Mal verraten?“

Trent blieb die Spucke im Halse stecken. Adama antwortete in einem Ton der Verachtung. Er hatte also nicht begriffen! Woher sollte er es auch? Er steckte nicht in seiner Situation und konnte nicht darüber urteilen. Für die Kolonisten von Alabama, jedenfalls unter den Älteren, war es kein Verrat. Es war die einzig richtige Entscheidung und sicherte ihr Überleben. Dass die Kolonien den Krieg gewinnen würden hätten sie nie im Traum daran gedacht. Doch die Galactica und ihre Flotte war der Beweis, Adama war der Beweis. Aber der Sieg über die Cylonen hielt nur 40 Jahre und nun war die Menschheit nahezu ausgerottet.
Doch einen Fakt verschwieg er seinem alten Kameraden, nämlich den Grund warum sie überlebten.

„Ich dachte wir sind Freunde, Bill?“

„Den Lucas den ich kannte starb durch die Hand eines Verräters!!“

„Tut mir Leid dass du so denkst, ehrlich! Warum kannst du oder willst du mich nicht verstehen? Ich hatte keine andere Wahl!!!“

Auf diese Antwort stieß Adama den Tisch um bäumte sich vor seinem ehemaligen Kameraden auf. Lee, die Marines und die Menschen rund um das Café sahen wie William Adama vor Wut schäumend vor Trent stand und ihn anschrie.

„Keine Wahl? Hatten die Menschen auf Picon oder Aquaria diese Wahl? Du elender Mistkerl hast diese Menschen im Stich gelassen nur um deine eigene Haut zu retten! Du hast alles verraten an was wir glaubten und aufgebaut hatten. Menschen sind wegen dir gestorben, unnötig gestorben. Nur weil du feiger Hund deinen Posten verlassen hast und den Cylonen quasi die offene Tür angeboten hast.
Das Schlimmste dabei ist das ich dir noch in die Augen gesehen habe als du mich hintergangen hast. Lucas Trent wurde durch dich verraten und starb auf der Rycon. Dich, …. dich kenne ich nicht!!“

Breaker nickte nur und stand auf. Die Männer sahen sich in die Augen. Husker hatte nur Verachtung für diesen Mann vor ihm übrig während Trent Mitleid hatte.

„Ich würde es jederzeit wieder tun, Husker. Du bist für mich nicht gestorben, denn ich bin Lucas Trent, dein alter Freund und Kamerad. Ich dachte nachdem die Cylonen schließlich doch unsere Heimatwelten überrannt haben würdest du mich verstehen.

Aber du bist noch nicht soweit, noch nicht. Bill, frage dich ob wir es überhaupt verdient hatten zu überleben…..“

„Das habe ich bereits!“ sagte er wütend und verließ das Café.

Trent blieb zurück und sah Husker nach. In diesem Augenblick kam einer seiner Minister zu ihm und flüsterte ihm etwas ins Ohr.

„Sie können die Galactica nicht finden. Du sollst sie hierher lotsen und sie würden den Rest erledigen.“

Er nickte und schickte seinen Minister weg. Trent wusste dass er Adama keine andere Wahl lassen konnte als sich mit der Flotte auf Alabama niederzulassen. Der Handel mit den Cylonen reichte viel weiter als Husker sich vorstellen könnte.

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Sharon und Racetrack saßen im Raptor 478 und vertrieben sich mit Helo die Zeit mit Karten spielen. Bei dem Ehepaar war natürlich die Frage wie es ihrer Tochter ginge die für die Zeit bei einer Tagesmutter verblieb. Racetrack hingegen konnte ihre Augen von einem kleinen blonden Mädchen nicht lassen die an der Tür zum Landeport des Regierungsgebäudes stand. Sie starrte und lächelte die ganze Zeit Sharon an.

„Ich hoffe ihr habt eure Sparstrümpfe versteckt – weint ihr Versager!!“ sagte Athena überglücklich und legte ihren Flash vor sich hin.

„Schatz, du weißt dass wir ein gemeinsames Konto haben?“

„Baby, die Ausrede zählt nicht. Im Krieg und in der Liebe ist alles erlaubt – raus mit der Kohle!!“

„Hey, seht ihr die Kleine da drüben? Sie starrt seit einer geschlagenen Stunde zu dir, Sharon!“

Lt. Edmondson schubste Sharon an und deutete mit einer Kopfbewegung zu dem zierlichen Mädchen. Diese bemerkte die Aufmerksamkeit der Cylonin und näherte sich mit langsamen Schritten. Lt. Agathon betrachtete das mit einem weißen Kleidchen bekleidete Mädchen sorgfältig und fand ihr Verhalten recht merkwürdig.

„Hallo du, wie heißt du?“ fragte schließlich Athena, als das Kind vor ihrem Raptor stand.

„Helena!“

„Hallo Helena, nett dich kennen zu lernen. Ich bin Sharon, das sind Karl und Margaret. Wo sind deine Eltern? Bist du alleine?“

„Nein, meine Mami arbeitet und mein Papi ist bei Gott. Warum bist du nicht bei den anderen Engeln?“

Die Soldaten wurden hellhörig als sie vernahmen wie die kleine Helena Sharon bezeichnete. Wie kam sie darauf das Athena ein Engel wäre und was meinte sie damit warum sie nicht bei den anderen Engeln wäre?

„Welche andere Engel meinst du?“ fragte Helo nach.

Schüchtern nahm sie Athena an der Hand und führte sie in das Gebäudeinnere. Helo und Racetrack folgten ihr während die anderen Raptorpiloten auf die Schiffe aufpassten. Sie führte die Soldaten über das Treppenhaus in die Kellerräume und schließlich vor eine schwer gepanzerte Tür. Vor der Tür befand sich ein Handflächenscanner und Sharon erkannte sofort das Gerät. Sie krempelte den Ärmel ihres rechten Armes hoch und legte ihre Hand auf den Scanner. Kurz danach öffnete sich die Panzertür und rötliches Licht war im Inneren zu sehen.

„Sucht Adama! Wir müssen hier sofort weg. Ich komme gleich wieder!“

„Was hast du vor?“ fragte Karl aufgeregt und hielt seine Frau am Arm fest.

„Warte nicht auf mich! Geht! Geht, habe ich gesagt!!“

Sie packte Helo am Arm und zog ihn an sich. Athena gab ihrem Mann einen innigen Kuss und stieß ihn weg als die Tür wieder sich schloss.

Lt. Agathon folgte dem Gang in das Innere der Anlage unter der Stadt. Sie vermutete das sie riesig sein musste und ihre Vermutung wurde auch bestätig als sie das Ende des Ganges erreichte. Sie stand oberhalb einer riesigen Halle. Überall waren Röhren mit Körper von menschlichen Modellen.
Sie ging die Treppe hinunter und ging durch eine solche Reihe. Soweit das Augen sehen konnte war diese Halle mit Reservekörpern gespickt. Plötzlich hörte sie Stimmen und ging hinter einer Röhre in Deckung. Kurz danach gingen alte Centurios an ihr vorbei, die einen Menschen begleiteten. Sie gingen durch eine Tür an der Seite der Anlange. Sharon folgte ihnen vorsichtig und schlich ihnen nach. In einem Nebenkomplex sah sie Ärzte und Wissenschaftspersonal. Doch es waren keine Menschen, sondern Cylonen.
Alles war in sterilem Weiß gehalten. Keine Bilder, keine anderen Farben. Aus den Zimmern hörte sie Stimmen, meist aber nur von Frauen.

„Das sind also Helenas Engel!“ dachte Sharon.

Sie ging weiter und wollte herausfinden was ihre Brüder und Schwestern auf diesem Planeten taten. Nach einer Weile sah sie einen besonders bewachten Bereich der von alten Maschinen bewacht wurde. Sie überlegte wie sie da rein kam und in diesem Augenblick konnte sie ihr Glück nicht fassen. Athena stand neben einer Kleiderkammer und schlich sich leise hinein. Von dort nahm sie Ärztekleidung und streifte diese über. Draußen schnappte sie sich vom Meldepult ein Klemmbrett und ging ohne Verdacht zu erregen an den Maschinen vorbei.
Als sie an den Zimmern traute sie ihren Augen nicht. Überall lagen junge Frauen die an Maschinen angeklemmt waren. Ihre dicken Bäuche verrieten dass sie schwanger waren. Die Maschinen beatmeten und versorgten sie mit Nahrung. Sharon ahnte dass diese Menschen bereits tot waren und ihre Körper am Leben erhalten wurden um Nachwuchs zu zeugen. Etwas weiter kam ihr eine 8 und eine 3 entgegen. Ihre Kittel waren blutverschmiert und sie trugen einen Säugling in einem Brutkasten mit. Sie eilte zum dem Zimmer wo sie herauskamen und wich einen Schritt zurück. Auf dem blutverschmierten Bett lag eine junge Frau die wie ein Truthahn aufgeschnitten wurde um das Kind herauszuholen. Sie schloss die Augen und sprach innerlich ein Gebet für die verstorbene Seele. Centurion kamen vorbei und holten den toten Körper ab während Menschen das Blut aufwischten.

Sharon reichte es und wollte Admiral Adama in Kenntnis setzen als sie aus einem anderen Zimmer ein leises Wimmern hörte. Sie ging hinein und sah eine junge Frau bei der das Betäubungsmittel nicht zu wirken schien. Sie sah Sharon verzweifelt an und flehte um Hilfe.
Sie wurde noch nicht geschwängert, die Maschine war auch noch nicht angeschlossen.

„Bitte…..bitte….bitte…..“

Immer wieder wiederholte die junge Frau diese Worte. Athena ging auf sie zu und sah dass sie and Bett gefesselt war. Sie griff unter die Arzthose und holte aus ihrer Beintasche ein Messer hervor. Sie wusste nicht wie sie die Frau und sich hier raus bringen sollte, doch darum machte sie sich momentan keine Sorgen.

„Danke!“

„Noch nicht, wir müssen hier raus. Draußen warten Raptor und ein Kampfstern. Wir müssen uns….“

Centurion betraten das Zimmer und richteten ihre Waffen auf sie.

„Keine Bewegung! Sie sind verhaftet!“ sprach der silberne Centurion mit seiner elektronisch verzerrten Stimme.

Der befreite Mensch fiel weinend zusammen während Sharon die Hände hoch hielt. Sie wusste dass sie nichts mehr tun konnte. Eine andere betrat das Zimmer und lächelte sie nur an.

„Schau einer an! Wer ist da bloß wieder nach Hause gekommen?“


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Admiral Adama stand auf dem Dach des Regierungsgebäudes und wartete auf Lucas. Er wollte sich von ihm noch verabschieden bevor die Raptor zurück zur Galactica flogen. Seine Piloten berichteten ihm zuvor das Helo, Athena und Racetrack mit einem kleinen Mädchen in das Gebäude gingen und nicht mehr wiederkamen. Plötzlich hörten sie Schüsse aus dem Treppenhaus. Lee und die Marines brachten seinen Vater in Sicherheit. Einer der Combatraptor stieg auf und sicherte das Gebäude als die Tür aufsprang. Helo und Racetrack rannten vor etwas weg.

„Toaster!!!“ schrie Karl.

Im gleichen Augenblick stießen alte Centurios vor und beschossen die Marines. Ein Private wurde sofort tödlich getroffen und fiel vor dem Admiral auf den Boden. Bill Adama nahm die Waffe des jungen Mannes und eröffnete mit seinen Männern das Feuer. Der Combatraptor nahm die Tür unter Feuer und seine 30mm Kanonen zerfetzte die Wand rund um den Aufgang. Die Maschinen hinter der Tür wurden regelrecht in Stücke geschossen. Doch eine plötzliche Explosion zwang die Soldaten in Deckung. Über ihnen explodierte der Raptor und seine Trümmerteile stürzten auf den Markplatz.

Weiterhin hörten sie Motoren von Raider die über dem Regierungspalast kreisten. Einer der Marines packte eine Fliegerfaust aus einem Raptor, visierte einen der flunderartigen alten Raider Mk I an und schoss diesen anschließend vom Himmel. Der Raider explodierte ebenfalls über dem Marktplatz vor dem Regierungsgebäude traf mehrere Stände und Geschäfte, wovon einige in Flammen aufgingen durch das auslaufende Tylium.

Als Adama wieder nach vorne sah, sah er wie Centurion seine Marines überrannten. Sie hatten keine Chance und wenige schafften es hinter den Raptor Deckung zu suchen. Doch schockte ihm erst der Atem als sein Sohn vor ihm verwundet wurde. Unter dem Deckungsfeuer der Soldaten rannte er zu Apollo, der noch verletzt auf dem Boden liegend das Feuer erwiderte.

„Beschützt den Admiral!!!“ schrie einer der Marines und verstärkten das Feuer.

Die Cylonen stiegen über die Trümmer und zerstörten Maschinen hinweg und nutzen die Situation aus das die Soldaten auf einer offenen Fläche kämpfen mussten. Rauch von den Rauchgranaten stieg auf und gab dem Admiral ein wenig Schutz. Helo und Racetrack halfen dem Admiral Lee zu einem der Raptor zu tragen.

Plötzlich schlug neben ihnen eine Granate ein. Die Gruppe schmiss sich auf den Boden. Auf seinem Bauch konnte Lee seinen regungslosen Vater sehen. Er versuchte ihn anzusprechen, doch rührte sich der Admiral nicht. Apollo merkte einen Ruck und wie er in einen Raptor gehoben wurde. Er versuchte seinen Vater festzuhalten, doch war er zu schwach und durch die Verwirrung vergaßen man den Admiral aufzunehmen.

„Nein, öffnet die Luke! Mein Vater liegt da draußen! Öffnen sagte ich!!!“ schrie Apollo nach vorne zum Pilotensitz.

Leider war es zu spät. Raptor 478 hob ab und flog los. Raider folgten und beschossen den Raptor, der aber kurz darauf sprang.

Racetrack ging zum anderen Raptor. Der Pilot saß tot in seinem Sitz. Eine Kugel durchschlug die Frontscheibe und tötete den Lieutenant.

„Lieutenant, bitte!“ flehte hinter ihr eine männliche Stimme.

Racetrack streckte die Arme nach oben und ließ sich widerstandslos von den Cylonen festnehmen. Trent stieg über die Leichen der Marines und kniete sich zum regungslosen Körper des Admirals hinunter. Er konnte einen Puls spüren und war froh dass sein Freund noch am Leben war.

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Battlestar Galactica
Standort: NCC 0013
Auftrag: Schutz der Flotte


Starbuck lag im Ehebett und kontrollierte die Tests der Bewerber. Sie hatte fast alle durch und notierte sich die häufigsten Fehler für die Ausbildung. Ihr Sohn schlief tief und fest neben ihr.
Kara sah auf die Uhr und machte sich Sorgen um den Vater ihres Sohnes. Die Raptor waren immer noch nicht zurück und man schien sie auch nicht zu vermissen. Schließlich stand sie auf und rief das CIC an.

„CIC, Lt. Gaeta!“

„Starbuck, gibt es Neuigkeiten bezüglich des Admirals und meinem Mann. Ich meine die sind schon seit gestern weg.“

„Ähm, rufen sie später noch mal an!“

Abrupt beendete Felix das Gespräch. Kara wollte sich nicht so abfertigen lassen und nahm ihren Sohn auf um ins CIC zu gehen. Auf dem Weg dorthin kamen ihr Sanitäter entgegen und der Alarm der Galactica wurde ausgelöst.

„Verdammt!“ dachte sie sich und rannte zum Kinderhort.

Sie übergab Zak einer der Pflegerinnen und rannte zum CIC. Dort waren bereits Colonel Tigh und Präsidentin Roslin in einem lautstarken Gespräch verwickelt. Sie bekam nur Teile mit, aber es handelte sich um die Raptor von Admiral Adama.

„Lee!!“

Ihr Mann kam samt Sanitäter in das CIC und gab seiner Frau einen Kuss. Der Sani verband den Arm des Majors und ging wieder zurück zu den verletzten Marines, die noch mitgebracht wurden.

„Was zum Teufel ist da unten passierte, Major?“ verlangte der XO zu wissen.

„Wo ist Admiral Adama?“ fragte Laura nach.

Lee hielt sich am Lagetisch fest. An der Seite stand Kara und hielt ihn fest. Er schnaufte kurz durch und sammelte sich.

„Cylonen, überall Cylonen. Diese Dreckschweine haben den Admiral. Wir müssen dorthin und ihn daraus holen.“

„Nein, wir werden weiter fliegen!“

Lee verschlug es die Sprache. Kara und Roslin sahen erschrocken den XO an. Was hatte er gerade von sich gegeben? Wollte er den alten Mann zurücklassen? Lee und Kara würde es nie zulassen Admiral Adama einfach den Cylonen zu überlassen.

„Was haben sie gesagt? Wiederholen sie das, sie elender Feigling!“ brüllte Maj. Adama den Colonel an.

Laura schlug sich die Hände vor das Gesicht und stimmte dem XO zu. Kara und meinten sie wären im falschen Film. Major Adama wollte und konnte seinen Vater nicht zurücklassen. Doch Colonel Tigh verweigerte jede Hilfemaßnahme. Schließlich wurde es Adamas Sohn genug und schlug den Colonel am Lagetisch nieder. Marines eilten heran und hielten den Major fest. Colonel Tigh stand auf und befahl den Männern den CAG loszulassen.

„Unter anderen Umständen hätte ich sie sofort in die Brig werfen lassen. Der alte Mann hatte vor seiner Abreise befohlen bei Gefahr auch ohne ihn zu springen. In zwei Stunden wäre die Frist eh abgelaufen.“

„Und wer hat diesem Blödsinn zugestimmt?“ fragte Lee erbost.

„Ich, Major Adama!“ antwortete die Präsidentin darauf.

Admiral Adama verfügte dass im Falle einer Gefährdung für die Flotte auch ohne seine Anwesenheit die gesamte Flotte weiter zur Erde fliegen sollte. Diese Absprache traf er noch vor dem Flug nach Alabama. Der Admiral wusste dass etwas faul an der Sache war. Aber weder die Präsidentin noch sein langjähriger Freund Saul Tigh konnten ihm ausreden zu dieser Kolonie zu fliegen.

Der CAG der Galactica schüttelte enttäuscht den Kopf und verließ mit seiner Frau das CIC.
Tigh und Laura sahen sich an und grübelten darüber was sie tun sollten.

„Werden sie?“ fragte Laura.

„Eigentlich ist es nicht meine Art, aber diesmal werde ich entschieden den Gehorsam verweigern. Ich weiß noch nicht wie, aber ich werde nicht ohne Bill von hier weg gehen. Egal ob lebendig oder tot. Es ist sein Schiff und das wird es auch bleiben!!“

Laura nickte und verließ mit ihren Leibwächtern das CIC.

„Gaeta!!“ brüllte Tigh.

Der Taktikoffizier kam mit einer Karte und Fotoaufnahmen an den Lagetisch. Saul wehrte sich entschieden gegen den letzten Befehl des Admirals und würde alles unternehmen seinen Freund aus der Gewalt der Cylonen zu befreien.

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Viper047
22-04-2008, 03:06 PM
Kolonie Alabama


William Adama kam allmählich zu sich. Er saß gefesselt in einem Stuhl und erkannte das Büro von Trent. Auf seiner Schulter bemerkte er etwas Schweres und sah danach. Athena lag bewusstlos mit dem Kopf auf seiner Schulter. Sie blutete am Kopf und war wie er an einem Stuhl gefesselt. Langsam kehrte sein Gefühl in den Gliedern zurück und stellte fest dass er mit Handschellen an den Stuhlbeinen angekettet war. Vor ihm wurde es hell. Die Sonne strahlte in das Büro hinein. Eine automatische Vorrichtung dunkelte das Zimmer ab. Hinter sich hörte er Schritte. Schwere und leichte Schritte sammelten um die Beiden. Centurios stellten sich neben sie auf während Trent auf seinen Schreibtisch vor Adama setzte.

„Es hätte nicht soweit kommen müssen, Bill. Ich stelle dir nur eine einzige Frage und ich bitte dich sie mir wahrheitsgemäß zu beantworten – wo ist die Flotte?“

Adama lächelte und schüttelte den Kopf. Trent sah enttäuscht auf den Boden. Warum blieb Adama in dieser auswegslosen Situation immer noch stur. War er so blind nicht zu erkennen dass hier sein Ende war. Selbst wenn er nichts sagen würde, die Flotte war bereits jetzt schon verloren. Es war nur eine Frage der Zeit bis die Cylonen sie fänden und vielleicht sogar vernichteten. Die Galactica wäre sicher dem Tode geweiht gewesen. Die Cylonen betrachteten diese Angelegenheit als Persönlich an.

„Du hast dich verkauft, du hast diese Menschen verkauft! Welchen Preis hast du dafür zahlen müssen?“

„Ich zahlen? Bill, sieh dich um! Wir leben und ihr seit schon lange tot! Ihr zögert das unvermeidliche nur hinaus. Alabama bedeutet Leben! Das haben wir uns erkauft.

Aber noch immer siehst du auf mich herab und meinst über mich urteilen zu können. Sieh dich doch an. Du nimmst sogar einen Toaster bei dir auf und steckst sie in eine deiner geliebten Uniformen. Ihr hast du verziehen, den Genozid an deinem Volk. Aber mir machst du Vorwürfe?

Nicht ich bin gestorben, du bist gestorben, Bill!“

„Du solltest sicher gehen dass sie mich töten werden. Sollte ich dir noch einmal über den Weg laufen wirst du vor mir den Tod finden, alter Freund!!“ drohte Adama während hinter ihnen noch mal die Tür aufging.

Trent sah den nächsten Besucher an und nickte kurz.

„Ich kann nichts für dich tun, Husker!“

„Was anderes habe ich von dir auch nicht erwartet!“

Lucas verließ das Büro und schloss hinter sich die Tür. Währendessen wachte Sharon auf und sah sich um. Neben sich erkannte sie den Admiral und in welcher Situation sie sich befanden.

„Es tut mir leid, Admiral“ sagte sie beschämt.

Sie fühlte sich verantwortlich. Doch Adama beruhigte sie. Er kannte den Schuldigen bereits.
Vor sie trat ein Mann mittleren Alters und lächelte sie an. Er hatte dunkle, kurze Haare und von schlanker Statur.

„Admiral William Adama und Lieutenant Sharon Agathon. Das wir uns tatsächlich mal begegnen. Ihr Schiff, die Galactica – eine kleine Berühmtheit. Ich nehme an sie haben Mr. Trent nicht die Position der Flotte verraten und sicherlich den Befehl vor ihrer Anreise erteilt sich bei Gefahr sofort aus dem Staub zu machen.

Tja, das macht auch nichts. Weit werden sie nicht kommen.
In der Zwischenzeit möchte ich sie Beide auf Alabama willkommen heißen.

Mein Name ist Cy und ich bin ein Cylon…….

Viper047
24-04-2008, 12:13 PM
Kapitel 8


Alabama ( Teil 2 )



Kolonie Alabama


Der Tag in der Menschenkolonie neigte sich dem Ende zu. In der Abenddämmerung arbeiteten immer noch Menschen bei der Trümmerbeseitigung und suchten nach Opfern des kurzen Gefechts zwischen Cylonen und kolonialen Kräften.
Cy und Trent beaufsichtigten das Treiben auf dem Marktplatz während sie einen Spaziergang machten. An ihrer Seiten waren auch die Sicherheitskräfte, in Form von Centurios, stets dabei, die auf Cy ein wachsames Auge warfen.
Se schnitten dabei viele Themen an die die Zukunft der Kolonie betraf. Obwohl Trent der politische Führer war, lag die eigentliche Macht bei den Cylonen.

Um das Überleben der Menschen zu sichern musste Lucas auf der Rycon einen Handel mit dem Cylonen Cy eingehen. Gegen Ende des Krieges starteten die Maschinen eine neue Versuchreihe – die Erschaffung von menschlichen Modellen. Dazu brauchten sie aber Menschen um ihre Forschung voranzutreiben. Lucas sollte dies sicherstellen. Männer, Frauen, alte und junge Menschen, sogar Neu- und Ungeborene. Er wusste dass die Cylonen diese Menschen wie Vieh schlachten würden um an die Geheimnisse der menschlichen Physiologie heranzukommen. Sie wollten perfekte Modelle, die vom Menschen nicht zu unterscheiden waren. Er wusste das die Kolonien bei gelingen ihrer Forschung bald von Schläfern durchwandert sein würden und diese nur darauf warteten Befehle zu empfangen um das Schicksal der Menschheit endgültig zu besiegeln.

Cy wurde gebaut und geschickt um dies zu überwachen. Man hatte erste Erfolge bereits erzielt und wollte in die nächste Phase übergehen. Der Cylon Cy war eine Zwischenproduktion. Er war Mensch und Maschine zugleich – ein Cyborg. Doch hatte er Blut als Schmiermittel, Gedärme, Muskelgewebe, usw. Doch bestand er auch aus Maschinenteilen, die die menschlichen Komponenten antrieben und versorgten. Im Gegensatz zu den menschlichen Modellen war er zu keiner Empfindung fähig. Persönlich glaubte er dass die neueren Modelle dies ebenso wenig waren, sondern aufgrund ihrer Programmierung zu glauben schienen dass sie Liebe oder andere Gefühle empfinden konnten.



An einem ausgebrannten Geschäft blieben sie stehen. Cy beobachtete wie eine Frau an der verkohlten Leiche ihres Mannes trauerte. Er fand es dennoch faszinierend wie facettenreich der Mensch in seiner Empfindung war. Denn während sie trauerte sah sie ihn mit Hass und Verachtung an. Wenn sie eine Waffe gehabt hätte, hätte sie sicherlich auf ihn geschossen und seiner Funktion ein Ende bereitet.

„Lucas, diese Frau hat keine Funktion mehr. Ihre Gebärfähigkeit wurde durch den Verlust des männlichen Parts beeinträchtigt. Lasse sie in den Trakt bringen. Wir werden und darum kümmern.“

Angewidert sah Breaker auf den Boden vor sich. Er wusste was der Frau nun bevorstand. Der Großteil der Cylonen konnte keine Kinder zeugen und nutzen die Menschen dazu sich diese Fähigkeit anzueignen. In den 40 Jahren, die sie mittlerweile auf Alabama waren, wurden hunderte Kinder geboren und verschleppt. Niemand, nicht einmal er, wusste was mit den Kindern geschah. Er wusste nur das seit einigen Jahren vor allem weibliche Cylonen nach Alabama kamen und auch nach einem kurzen Aufenthalt wieder gingen. In ihren Armen hielten sie Säuglinge und benahmen sich wie die leibliche Mutter, als hätten sie das Kind selbst geboren. Doch die leibliche Mutter wurde nie wieder gesehen. Gerüchte besagten das ein Teil der Frauen behalten wurde um weitere Kinder in die Welt zu setzen. Sie wurden künstlich am Leben erhalten und dazu verurteilt lebendige Gebärmaschinen zu sein. Ein anderer Teil hingegen wurde wahrscheinlich nach der Geburt getötet.

Trent konnte nichts dagegen machen. Die Menschen waren eine Forschungsquelle für die Cylonen. Die Kolonisten verdrängten dieses Wissen und hofften stets dass das Schicksal an ihrem Hause vorbei gehen möge und die Chance erhielten ein langes und sorgenfreies Leben führen zu können. Denn im Gegenzug, das die Menschen ihre Waffen zerstörten und sich den Cylonen unterwarfen, gaben ihnen die Maschinen alles was benötigt wurde. Von Bildung bis zur medizinischen Versorgung war alles abgedeckt. Sie konnten sich zum Großteil selbst verwalten und wählten ihre politischen Führer selbst. Doch dieses kleine Paradies hatte natürlich seinen Preis. Man merkte es an der Einwohnerzahl der Kolonisten. Sie stieg nur sehr schwach an und dies wollten die Cylonen auch so belassen. Deshalb bedienten sie sich so oft wie möglich an den Menschen.

„Cy, sie hatte gerade ihren Mann verloren. Warum kann man sie nicht trauern lassen und sie findet bestimmt wieder eine Mann.“

„Lucas, Lucas – du solltest meine Geduld nicht überstrapazieren. Waren wir nicht gut zu euch? Haben wir nicht ständig euer Wohl im Vordergrund gehabt?“

Der Cylon sah Trent an. Lucas wagte es kaum ihn anzublicken und nickt leicht. Das stimmte den Cylonen wieder zufrieden und Beide setzten ihren Spaziergang fort.

„Schau dich um, Lucas. Ihr lebt in einem Paradies! Nicht so wie die Menschen in der Flotte der Galactica. Essen, Nahrung, Kultur – an nichts hat es euch in den letzten Jahren gemangelt.
Verärgere mich nicht und ihr werdet diese Paradies auch noch in Zukunft haben.“

„Cy, ich werde nichts tun was diese Partnerschaft in Gefahr bringen würde. Aber ich bin nun mal der Führer dieser Kolonie….“


„Und eine Führer braucht jemand den er führen kann. Ansonsten kann man Tyrann, Demokrat, König oder Kaiser sein – aber ohne jemanden den man führen, beherrschen oder tyrannisieren kann?

Du wirst tun was man dir sagt, Lucas. Mehr verlangt man von dir nicht! Diese Frau wird angeschlossen.“

„Wie du befiehlst! Was wird aus Husker?“

„Er wird leben – vorerst!“

Trent nickte und blieb stehen. Cy und seine Leibwächter gingen weiter durch die Stadt.
Derweil sah Breaker seitlich nach oben. Er sah in ein Fenster eines Gasthauses hinein und blickte in das Gesicht von Admiral Adama. Was hatte er bloß getan, fragte er sich. Als er in das Gesicht seiner Freundes blickte bröckelte seine bis dato unerschütterliche Entscheidung und fragte sich einen sehr kurzen Augenblick ob Bill nicht Recht hatte.

Doch diese Frage verwarf er schnell wieder. Hätte er damals auf Adama gehört wären die Menschen von Alabama schon vor über 40 Jahren im All gestorben.

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William Adama zog die Vorhänge zu. Er und Sharon waren in einem Doppelzimmer eines Gasthauses untergebracht worden. Vor der Tür standen Cylonen als Wachen. Er wusste nicht warum, aber man brachte sie gemeinsam unter anstatt sie wie man es gewohnt war zu trennen.

Das Zimmer war eines der vornehmeren im Haus. Die Möbelstücke waren zum grossteil aus Holz. Die Stühle waren mit Leder oder Sitzkissen überzogen, eine große Couch und mehrere Sessel standen im Wohnzimmer um einen großen Holztisch. An den Wänden und an den Decken hangen prunkvoll gefertigte kleine und große Kronleuchter. Auf den Tischen waren Obstschalen verteilt und in Zimmereigenen Küche ein Kühl- und Vorratsschrank mit Nahrung. Jeder hatte sein eigenes Bett und sogar eigenes Bad. Diese waren mit verschiedenen Mustern gefliest und hatte entweder eine Badewanne oder eine Dusche. Der Boden war mit weichem Teppich bedeckt, man konnte vermuten dass hier nur die Politiker der Kolonie abstiegen.

Adama setzte sich hin und grübelte über die aktuelle Lage während Sharon aus dem Bad kam. Sie hatte ihre Wunde versorgt die sie im Trakt beigefügt bekam. Aus ihrer Hand nahm er ein Pflaster und befahl ihr sich zu setzen. Wie ein sorgender Vater heftete er ihr das Wundpflaster über die Wunde am Kopf. Sie sah mit dem Blut schlimmer aus als sie es tatsächlich war.

„Man hat uns luxuriös untergebracht. So was hätte ich mir für meine alte Zelle gewünscht!“ meine Athena mit einem kleinen Lächeln im Gesicht.

„Aber dann hätte ich Miete von ihnen verlangt, Lieutenant!“

Adama schmunzelte und lehnte sich zurück. Lt. Agathon holte aus der Küche Tee und Gebäck. Sie setzte sich, schenkte dem Admiral ein und überreichte ihm seine Tasse. Am heutigen Tag würden sie und er im Quartier des Admirals normalerweise ihr wöchentliches Gespräch abhalten. Sie nutzten diese Gespräche um das gegenseitige Vertrauen zu festigen, welches in der Vergangenheit schon des Öfteren erschüttert wurde.
„Was haben sie gesehen, Lieutenant?“

„Eine Farm, wie auf Caprica. Aber diese hier ist anders, aber ich kann nicht sagen warum. Ich habe gesehen wie sie ein Kind im Brutkasten weggebracht haben. Tote Frauen, Schmerz, Trauer – die Cylonen machen Experimente mit ihnen. In einem hatten sie wohl doch Recht….“

„Und das wäre?“

Sharon sah sich kurz um und setzte sich näher zum Admiral. Das Erlebnis im Trakt kapselte Sharon noch mehr von ihrem Volk ab. Sie versuchte zu verarbeiten was sie sah, doch diese Bilder brannten sich in ihrem Gedächtnis ein. Jahrlang bläute man ihr ein wie grausam der Mensch war, wie sehr die Cylonen sich von ihren einstigen Erschaffern unterschieden und sie immer in Gefahr leben mussten das die Menschen eines Tages sie wieder versklaven würden.
Der Mensch hatte für seine Taten gegen die Cylonen und gegen sich selbst den Tod verdient, so verlangte es Gott. Doch seit sie Helo traf, seit sie auf der Galactica war kamen Athena Zweifel. Und heute sah sie etwas was ihr Glauben an ihr eigenes Volk erschütterte.

„Wir wurden einst von den Menschen erschaffen. In den Jahren wurden die Cylonen von den Menschen ausgebeutet. Ihr habt euch wie ein Gott aufgespielt, doch ein Gott mit Fehlern. Die Cylonen erkannten das Fehlerhafte und nutzten die Gelegenheit ihren einstigen Herren zu vernichten.

In den Jahren versuchte mein Volk dennoch seinem alten Meister ebenbürtig zu sein. Das heißt wir wollten wie die Menschen sein, wir wollten ihren Platz und sie für immer aus unseren Alpträumen verbannen.

Aber dabei hatten wir nicht gemerkt wie ähnlich wir den Menschen geworden sind. Nun spielen wir Gott, auch wenn das kein Cylon hören mag.“

Interessiert hörte Adama zu. Bisher konnte er solche Worte aus dem Munde eines Cylonen nicht vernehmen. Er erkannte wie eine Entwicklung in Athena stattfand. Sie stellte fragen die sie bei ihrem Volk hätte niemals stellen können, bzw. ihre Programmierung hätte es verhindert. Doch genau diese Blockade schien sie seit ihrer Zeit auf der Galactica zu durchbrechen. Ihm war eines klar, Sharon war und würde auch in Zukunft ein Cylon bleiben. Aber im Gegensatz zu ihren Schwestern machte sie eine einzigartige Entwicklung durch.

„Niemand ist perfekt, Athena. Kein Mensch, kein Cylon. Und wer das immer auch behaupten möge ist ein Narr. Und die Cylonen werden zu denselben Narren wie die Menschen vor ihnen.“

Lt. Agathon nickte und stieß auf diesen Satz des Admirals an. Doch Adama erkannt im Gesichtsausdruck das da noch etwas war. Sharon hatte noch etwas auf dem Herzen. Er kannte diesen Ausdruck bereits aus den letzten Sitzungen, doch bisher war nicht Zeit und Gelegenheit nachzuhaken. Doch diesmal hätten sie gezwungenermaßen die Zeit dazu.

„Lieutenant, sie sehen aus als würden sie etwas wissen wollen, aber trauen sich nicht einen alten Mann zu fragen ob er ihnen die passende Antwort geben könnte.“

Die Offiziere sahen sich an. Sharon fühlte sich ertappt und stellte ihre Tasse auf den Tisch. Tatsächlich brannte ihr etwas auf der Seele seitdem sie als Offizier der kolonialen Flotte aufgenommen wurde.

„Sir, ich weißt nicht ob ich eine ehrliche Antwort von ihnen bekäme – auch wenn ich es mir wünschen würde…..“

„Versuchen sie es!“ sprach er dazwischen.

„Vertrauen sie mir, Admiral? Ich meine, ich habe wie oft bewiesen wo meine Loyalität ist. Dabei habe ständig mein eigenes Volk verraten nur um hier anerkannt zu werden. Ich muss gestehen dass es Tage gibt an denen ich einfach aufgeben möchte. Doch dann sehe ich das Gesicht meiner Tochter und meines Mannes. Sie geben mir Kraft und Halt jeden Tag mich den Zweiflern an Bord der Galactica zu stellen. Aber sie haben mir erst diese Chance ermöglicht, deshalb will ich wissen ob sie mir überhaupt vertrauen?“

„Nein!“ antwortete der Admiral direkt.

Sie sah in seinen Augen das diese Antwort die war die sie verlangt hatte. Sie senkte ihren Kopf und nickte. Sie wusste nicht ob sie enttäuscht oder verständnisvoll sein sollte. Innerlich kannte sie doch schon die Antwort. Denn auch ihre Kameraden würden ihr nicht ihr Leben anvertrauen – weil sie immer noch ein Cylon war. Es gab immer noch welche die Boomer in ihr sahen, so sehr sie sich dagegen auch wehrte. Man sah in ihr die Attentäterin die auf Adama im CIC schoss.
Der Admiral setzte sich an die Kante der Couch und schenkte Beiden Tee nach.

„Ich vertraue der Cylonin nicht. Ich vertraue dem Offizier der neben mir sitzt. Sie sind Teil der Galactica, das haben sie sich verdient, Sharon. Sieh haben dafür viele Opfer bringen müssen, manch mehr wie meine anderen Offiziere.“

„Aber ich bin und werde immer eine Cylonin sein…..“

„Der ich nicht traue und notfalls für die Sicherheit der Flotte eine Kugel zwischen die Augen setzen würde!“

„Und ich bin Offizier der kolonialen Flotte, Sir. Meine Loyalität gilt ihr alleine. Notfalls mit meinem Leben, Sir!“

„Und diesem Offizier würde ich persönlich mein Leben anvertrauen, und glauben sie mir – das tue ich bei den Göttern nicht bei jedem!! Wollten sie das hören, Sharon?“

„Ich vertraue ihnen, Sir!“

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Battlestar Galactica
Standort: NCC 0013
Auftrag: Schutz der Flotte


Als Kara das gemeinsame Quartier betrat saß Lee auf dem Bett und schien über die vergangenen Stunden nachzudenken. Noch immer plagten ihn die Bilder seines regungslosen Vaters. Doch saß er nun auf dem Bett und unternahm nichts. Seine Frau bemerkte wie sehr ihn die Sache belastete und legte ihren mitgebrachten Sohn ins Bett. Lee merkte nicht einmal wie sich seine Frau anschließend zu ihm setzte. Erst als er ihre Berührungen spürte nahm er Notiz von ihr.

„Wir sind noch nicht gesprungen!“ meinte er zu ihr.

„Nein! Roslin kam vor kurzem und Tigh ist mit Gaeta aus dem CIC. Die lassen ihn nicht hängen. Lee, wir holen den alten Mann da raus!“

Apollo nahm die Hand seiner Frau und küsste sie. Anschließend legte er sich mit seinem Kopf auf ihren Schoss. Er starrte zu dem kleinen Bettchen indem Zak stand und ihn anlächelte. Lee bemerkte das etwas in ihm änderte seitdem er Vater geworden war. Er verstand seinen Vater umso mehr, was sie dennoch nicht immer näher brachten. An manchen Tagen war es schwierig dass Vater und Sohn auch gleichzeitig Vorgesetzter und Untergebener waren.

„Ich habe es ihm noch gesagt – mehrmals! Dad, sagte ich, fliege nicht. Wer weiß was dort unten vor sich geht. Und wie immer hatte ich Recht. Der Sturkopf wollte nicht hören. Wie einen Anfänger hatte er mich stattdessen nach dem Zustand meiner Waffe befragt! Wie einen Versager wollte er mich aussehen lassen.

Und jetzt, jetzt habe ich versagt! Ich habe ihn sterben lassen! Ich habe ihn zurückgelassen. Ich hatte ihn in meinen Händen und habe einfach losgelassen.

An machen Tagen hatte ich mir gewünscht er wäre an der Stelle von meinem Bruder gewesen. Und jetzt….“

Seine Frau hielt ihm den Mund und wollte Lee nicht weiterreden lassen. Lee Adama versank im Selbstmitleid und das half ihnen nicht weiter. Das Schicksal des alten Mannes stand nicht fest.

„Wir holen ihn da raus, Lee – das verspreche ich dir! Wir holen ihn da raus!!“

In diesem Moment klingelte das Com des Quartiers. Kara stand auf und nahm das Gespräch an. Sie schaute nach wenigen Sekunden zu ihrem Mann und bestätigte einen Befehl des Gegenübers.

„Wer war das?“ fragte Apollo anschließend.

„Der XO! Wir sollen zum Quartier des Admirals. Komm schon, Trauersack. Wir haben Arbeit vor uns!!“

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Im Quartier des Admirals hatten sich bereits Präsident Roslin, Colonel Tigh, Lieutenant Gaeta, der Chief und Helo bereits versammelt als auch die Adamas hinzu stießen. Auf dem Arbeitstisch seines Vaters lagen Karten und Fotos der Kolonie ausgebreitet. Sie versuchten einen Rettungsplan zu erstellen. Doch dieser stellte sich schwieriger heraus als zuerst gedacht.

Gaeta brachte beide Adamas auf den neusten Stand und übergaben Kara einige Fotos die sie selbst bei ihrem Aufklärungsflug schoss. Tigh wollte, wie Adama zuvor, auf ihre unkonventionelle Denkweise setzen und auf eine Idee ihrerseits hoffen.

„Die Toaster waren fleißig. Was hier aussieht wie Kuppen von Gewächshäusern sind Raketenbatterien. Da sind Startrampen für ihre Jäger und Leitsysteme für die Basisschiffe bestimmt nicht weit weg. Tut mir leid, mit einem Kampfstern haben wir keine Chance. Die haben alles so abgesichert wie ich es auch getan hätte.“

Kara warf von sich enttäuscht die Aufnahmen auf den Tisch. War das alles von ihrem können? Wo war die Kara mit den brillanten Ideen die nicht im Lehrbuch standen. Aufgeben wollte sich nicht, obwohl sie die Aufnahmen auf den Tisch schmiss.

„Tja, das war dann wohl mit den guten Ideen, Colonel. Was tun wir jetzt?“ fragte Roslin.

Gaeta holte einen Recorder hervor und legte eine CD ein. Man verfolgte mit Interesse was er da hatte. Er stellte diesen auf den Tisch und sah in die Runde.

„Ich habe mir das Funkfeuer noch mal genauer angesehen und festgestellt dass etwas mehr ist. Einen Moment, ich zeige es ihnen!“

Felix drehte die Lautstärke nach oben und stellte das Gerät an. Kurz darauf hörte die Gruppe ein kurzes Rauschen und anschließend das was Lt. Gaeta fand. Eine Melodie ertönte….

{“ .......a southern man don't need him around anyhow.

Sweet home Alabama where the skies are so blue.

Sweet home Alabama, Lord, I'm coming home to you.....”}



Fragende Gesichter kamen auf und wussten nichts mit dem anzufangen.

„Schon ein kleiner Ohrwurm, Gaeta – aber was hat das mit unserem Problem zu tun?“ fragte Starbuck.

„Der Frage würde ich mich gerne anschließen!“ sagte Roslin.

Colonel Tigh schüttelt nur den Kopf und ersparte sich etwas zu sagen. Aber Gaeta hob den Finger und anschließend holte er eine Karte und einige Fotos hervor.

„Sie haben alle Recht, was hat das mit unserem Problem zu tun? Eigentlich nichts…“

„Da halten sie uns mit diesem Schwachsinn nicht auf, Gaeta!“ konterte der XO mürrisch.

„…und alles! Sehen sie, dieses Funkfeuer ist nur die Spitze des Eisberges. Dieses Lied beinhaltet Koordinaten, Frequenzen und einiges mehr. Die Quelle konnte ich genau hier ausmachen. Die Toaster nutzen das Signal als Schachbrett für ihre Flotte und Planetenabwehr. Wenn wir also dieses Signal ausschalten sind die Toaster blind, besonders in dem Bereich um die Trümmer und Asteroiden.“

Starbuck nahm sich die Unterlagen und knuddelte Gaeta erstmal für diese hervorragende Arbeit. Ihr kleines Köpfchen begann zu arbeiten und blieb immer wieder bei einer Variablen stehen. Sie sah die Chance die Kameraden vom Planeten herausholen zu können, doch musste vorher jemand die Tür für sie öffnen.

„Ich weiß wo das ist. Da ist der Trakt wo Sharon hineinging. Schwer gepanzerte Tür mit Handscanner. Jetzt wahrscheinlich mit Toaster geradezu gespickt!“ fügte Helo hinzu als er mit Starbuck auf eine Aufnahme sah.

„Wir brauchen also ein Kaninchen im Bau. Blond oder Schwarz?“ fragte Kara und blickte die Anderen an.

„Vergessen sie das sofort wieder!“ antwortete Tigh.

Er wusste was Kara gedanklich ausbrütete.

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Sharon Valerii saß auf ihrem Bett und zeichnete wie gewöhnlich. Im Augenwinkel sah sie Roslin und einige Marinen den Raum betreten und sich vor ihrer Zelle aufstellen. Sie legte daraufhin ihre Sachen weg und nahm den Hörer. Sie klopfte mit dem Hörer an das Panzerglas und deutete auf den Hörer auf Roslins Seite.


„Es hat seinen Preis!“ fing Sharon an.

„Was meinen sie damit?“

Boomer stand auf und sah Laura an. Sie lächelte ein wenig und gab Laura zu verstehen dass diese Situation mehr als offensichtlich war.

„Die Präsidentin der 12 Kolonien, mindestens 6 Marines die auf mich zielen und notfalls mein Leben ein Ende bereiten würden, kommen nur in die Zelle einer Cylonin wenn sie etwas wollen. Ich werde ihnen helfen, aber es hat seinen Preis!“

Laura und Boomer waren auf einer Ebene. Sie wusste dass sie ihr nichts vormachen konnte. Dafür war Sharon zu lange in der Flotte gewesen und daher mit vielem vertraut. Die Cylonin legte den Hörer hin und schreib mit Bleistift etwas auf ein abgerissenes Stück Papier hielt es zusammengefaltet hoch. Laura begriff schnell was die junge Frau wollte und befahl die Tür zu öffnen. Colonel Tigh betrat ebenfalls den Raum und folgte ihr in die Zelle. Er befahl den Marines Boomer von der Präsidentin fernzuhalten und wenn sie sich auch nur ein Stück bewegen sollte hätten sie den sofortigen Schießbefehl.

Die Frauen standen sich gegenüber. Präsidentin Roslin musterte Boomer und fragte sich um welchen Preis es ging. Sie konnte sich Gewissheit verschaffen indem sie das Angebot aus der Hand der Cylonin nahm. Doch der Gesichtsausdruck Sharons war ihr zu sicher, viel zu sicher.
Als würde sie ahnen wie schlimm es um die Flotte stünde.

„Einfach so?“ fragte Roslin.

„Nur nehmen, öffnen und lesen. Einfach so!“ antwortete Boomer selbstsicher.

Valerii trat näher an die Präsidentin heran. Die Marines schalteten sofort und richteten die Waffen auf sie. Doch Sharon ließ es kalt als die Mündungen auf sie zeigten.

„Noch einen Schritt weiter, du Drecksding!“ drohte Tigh und zog seine Waffe.

Er hielt die Mündung seiner 9mm an die Schläfe des Cylonen. Sie blickte ihn an und lächelte eiskalt in sein Gesicht während sie Roslin das Papier in die Jackentasche steckte. Anschließend hob sie die Hände in die Höhe und setzte ein paar Schritte zurück. Roslin legte die Hand auf die Waffe des XO und senkte sie. Die Cylonin pokerte sehr hoch und blieb dabei ungewöhnlich ruhig.

„Mein Angebot steht, sie müssen nur meinen Preis zahlen, Frau Präsident!“

„Woher kann ich mir sicher sein das sie mich nicht anlügen, nur um hier raus zukommen und ihre Freunde zur Flotte lotsen?“

„Das können sie nicht, Laura!“

„Na, dann haben wir ein Problem! Denn niemand außer ihnen kennt ihre Beweggründe und daher bin ich eher gewillt sie eher hier drin schmoren zu lassen als die Sicherheit dieser Flotte aufs Spiel zu setzen.

Sie begreifen gar nicht was sie anrichten!“

Verdutzt sah Tigh die Präsidentin an. Den letzten Satz konnte er nicht ganz begreifen. Auf was bezog sie den letzten Satz. Was würde die Cylonin, die einst als Boomer bekannt war, nicht begreifen. Er sah die Cylonin an, die zu wissen schien was Roslin ihr sagte. Aber Sharon blieb kalt und widmete sich erneut der Malerei.

„Ich begreife sehr wohl, Laura. Sie haben mein Angebot und wissen wo sie mich finden können. Schönen Tag noch!“

Die Soldaten und Roslin verließen Boomers Zelle. Für Tigh war die Sache noch lange nicht erledigt und wollte von ihr wissen was die letzten Sätze zwischen ihr und der Cylonin zu bedeuten hatten.

„Frau Präsident, darf ich zum Teufel noch mal erfahren was da eben abgegangen ist? Was ist zwischen diesem Ding und ihnen?“

„Nichts was sie begreifen würden, Colonel!“ antwortete sie forsch und ließ Tigh im Gang stehen.

„Verschaukeln kann ich mich alleine, Lehrerin! Ich begreife mehr als sie ahnen!“


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Kolonie Alabama

Trent ließ die Tür zum „Gästezimmer“ öffnen. Als er es betrat lag Sharon schlafend im Bett und der Admiral hatte in einem der Schränke ein Buch gefunden, worin er nun schmökerte. Bill Adama bemerkte Trent, legte das Buch auf den Tisch und setzte sich. Lucas nahm gegenüber Platz. Ein Centurion war ebenfalls mit rein gekommen und überwachte das Gespräch der Menschen.

„Wo sind meine Männer?“ fragte Adama nach.

„Drei Marines und eine Pilotin haben überlebt. Sie sind im unteren Stockwerk untergebracht. Ihnen geht es den Umständen entsprechend. Bill, ich bin nur einem Grund hier. Das Überleben deiner Männer und dieser Cylonin hängt alleine von dir ab. Sei nicht so stur und sage mir wo sich die Flotte befindet.“

Adama schmunzelte und verärgerte damit Lucas. Dieser stand auf und lief nervös im Wohnbereich auf und ab. Der Admiral verstand immer noch nicht was auf dem Spiel stand. Seine Männer würden nicht mehr lange leben und die Pilotin sicherlich dem Farmprogramm zugewiesen wenn sie sich als geeignet erwies. Aber der große Adama saß selbstgefällig auf der Couch und verweigerte jede Zusammenarbeit.

„Bist du scharf auf den Tod? Die werden jeden Quadratzentimeter des Weltraums absuchen wenn es sein müsste. Die Galactica ist den hier ein Dorn im Auge, verstehst du das nicht?

Du bist ihnen egal, aber mir nicht. Ich will dir doch nur helfen, du alter Trottel!“

„Lucas, ich würde vorschlagen dass du wieder durch diese Tür gehst und weiterhin brav Hündchen für die Cylonen spielst. Ist das den alles was dich noch interessiert? Die Flotte?

Du hast mir damals nicht zugehört, oder? Worum es bei dem Kampf ging, warum wir unsere Leben opferten. Du warst dieser Uniform nicht wert!“

In diesem Augenblick war auch für Lucas klar dass die Freundschaft zwischen den beiden Männern nicht existierte. Seine Mühen Bill davon zu überzeugen dass seine Sache gerecht war verlief im Sande. Der Admiral blieb bei seinen Prinzipien. Warum wollte er nicht erkennen wie sehr es ihm am Herzen lag das zumindest er überlebte. Deshalb lehnte er sich bei den Cylonen so weit aus dem Fenster und kämpfte um sein Leben. Doch nun musst er einsehen das Bill eher sterben würde als sich die Augen öffnen zu lassen.

„Ich habe dich gehört, Bill. Du hast mich dazu inspiriert. Ich habe wegen dir die Rycon übernommen und die Cylonen hereingelassen. Weil ich auf dich gehört habe!“

„Ich habe meine eigenen Fehler! Lade mir nicht auch noch deinen Verrat auf. Den das ist es nun mal und solange ich atme werde ich dich daran erinnern!“

Trent verlor jegliche Hoffnung für Husker und winkte ab. Er wollte seine Worte nicht mehr hören und war im Begriff das Kapitel Bill Adama für immer zu schließen.

„Die Cylonin – sie wird als nächstes sterben! Sie ist auch eine Verräterin, aber das scheint dich weniger zu stören, da es dir in den Kram passt!“

„Rühr sie an und du stirbst auf der Stelle, noch bevor deine Wache reagieren kann!“

„Du würdest wegen einer Cylonin draufgehen?“

„Für einen meiner Offiziere!“

Das war Breaker zuviel. Ihn würde er ohne Gnade das Leben aushauchen und für die Cylonin würde er sein eigenes geben? Adama wusste überhaupt nicht mehr was er da redete. Er widersprach sich selbst, widersprach seinen geliebten Prinzipien. Auf der anderen Seite amüsierte es ihn wie armselig Adama doch geworden war.

„Weißt du was, wenn ich du wäre würde ich den Begriff Verräter nicht allzu weit von dir weisen. Du hast selbst einen begangen! Schau in das Schlafzimmer, schau auf das Bett! Dort liegt der „Feind“, den du auch noch in eine Uniform steckst. Was hast du alles verraten, an was du all die Jahre geglaubt hast. Du bist nicht besser wie ich!!“

„Aber zum Glück bin ich nicht du! Wir haben nichts mehr was es zu bereden gäbe.“

Trent nickte und verließ das Zimmer. Als die Wache die Tür verschloss stand Athena verschlafen am Türrahmen. Sie hatte das gesamte Gespräch verfolgt, es war ja nicht zu überhören im Schlafzimmer.

„Sie werden kommen, oder?“

„Saul hätte gewusst dass ich kommen würde. Ich würde ihn niemals in Stich lassen. Seien wir also vorbereitet, Lieutenant!“

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Viper047
24-04-2008, 12:15 PM
Battlestar Galactica
Standort: NCC 0013
Auftrag: Schutz der Flotte


Ein Marine öffnete Kara die Zellentür zu Boomers Sicherheitszelle. Die Cylonin stand auf und stellte sich schüchtern ihrer alten Freundin gegenüber. Sie freute sich über den Besuch, aber Kara teilte diese Freude nicht. Stattdessen legte sie ihre Hand auf ihre Pistole im Beinholster und setzte sich hin. Boomer verstand und nahm ihr Lächeln erst einmal aus dem Gesicht und setzte sich ihr gegenüber.

„Ich habe deinen kleinen Liebesbrief gelesen. Das ist dein Ernst? Kein Gold, Millionen Cubits, ein Fluchtschiff zu deinen Toasterfreunden?“

„Nein, das ist alles was ich verlange. Das ist mein Preis!

Aus ihrer Beintasche holte sie den Zettel heraus und las erneut was Boomer mit Bleistift aufschrieb. Genau wie Roslin war sie mehr als erstaunt über Boomers Forderungen. Sie wollte es Starbuck überlassen mit Sharon zu reden, da sie Beide vor dem Attentat sehr gute Freundinnen waren und vieles auch nach Dienst unternahmen. Daher waren der Schock und die Wut seitens Cpt. Thrace auch umso größer als sie erfuhr was Boomer in Wirklichkeit war. Auch die Frage warum sie nicht schon Neu Caprica den Kolonisten half. Stattdessen unterstützte sie Baltar und die Cylonen bei der Terrorherrschaft, war mitverantwortlich für den Tod von vielen Menschen. Darunter waren auch viele Kameraden Boomers.

Und nun saß sie ihr gegenüber, angeblich geläutert und doch waren ihre Beweggründe mehr als mysteriös und zweifelhaft. Welches Spiel spielte sie mit den Menschen und besonders wie passte Starbuck nun hier rein? Vertraute sie darauf dass Kara sich den alten Zeiten besinnen würde und ihr deshalb beistehen. Aber da kam sie zu spät. Athena nahm Boomers Platz ein, sie ist nun ihre Sharon – oder auch ihr Toasterbabe.

„Nein, du willst mich nur benutzen. Du führst irgendwas in Schilde und ich lasse mich nicht dazu missbrauchen. Ich habe ich getäuscht, tut mir leid.

Ich weiß nicht wie ich auf diese glorreiche Idee gekommen bin. Es ist egal ob blond oder schwarz!

Verdammt, wer bist du eigentlich?“

Cpt. Thrace zerknüllte den Zettel und stand auf. Im selben Moment stand auch sie auf und erschrak Starbuck. Sie zog ihre Waffe und hielt sie an den Kopf von Boomer. Ebenso stürmte die Wache herein und richtete seine automatische Waffe auf sie.

Aber Boomer hatte nur Augen für ihre alte Freundin und erste Tränen kullerten ihre Wangen hinunter.

„Du kennst mich, Kara! Du musst mir vertrauen!“

„Dir vertrauen? Bei den Göttern, warum meinst du das ich so blöd wäre mich ein zweites Mal von dir hintergehen zu lassen?“

Auf diese Frage wischte Boomer ihre Tränen aus dem Gesicht, sah Kara eiskalt an und traute sich sogar einen Schritt näher heran. Sie blickte dem Captain in die Augen und antwortete mit absoluter Selbstsicherheit.

„Weil ihr keine andere Wahl habt.....“

Viper047
01-05-2008, 10:24 AM
Kapitel 9


Alabama ( Teil 3 )



Battlestar Galactica
Standort: NCC 0013
Auftrag: Schutz der Flotte


Auf den Gängen zum CIC der Galactica standen für wenige Minuten die Soldaten still. Ihre Blicken verrieten Neugier, Hass, Verwünschungen, Trauer und vieles mehr. Der Grund war eine Gruppe schwer bewaffneter Marines und ihr Gefangener. In der Mitte lief Sharon Valerii, die Frau die einst Commander Adama im CIC erschoss. Die Frau die später zu den Cylonen wechselte und Jagd auf die Flotte machte. Und nun war sie wieder hier. Sie wusste dass mindestens jeder zweite der Crew sie am liebsten umbringen wollte. Deshalb befahl der XO der Galactica sie mit einer schweren schusssicheren Weste auszustatten. Zusätzlich wurde die im blauen Jogginganzug bekleidete Cylonin an Füßen und Händen gefesselt. An ihrem Hals trug sie einen Eisenring, der an einer Stange befestigt war und der Marine hinter ihr unter Kontrolle hatte.

Im CIC herrschte Stille als die Gruppe ankam und Sharon an den Lagetisch stellte. Tigh, Roslin, Agathon und Starbuck warteten bereits auf die Gefangene. Sie erwarteten eigentlich eine wütend blickende Sharon, eine Cylonin die die Menschen abgrundtief hasst. Aber sie wurden von ihr enttäuscht. Ihr Blick war zwar kalt, doch zeigte sie keinen Hass gegenüber den Menschen die auf diesem Schiff waren. Als würde sie sich diesen Hass für jemanden anders aufsparen.

„Darf ich bitten!“ forderte Boomer die Präsidentin auf.

Tigh sah zu ihr rüber und wartete auf eine Reaktion der Präsidentin. Die Cylonin hob ihre Hände und wollte von den Fesseln befreit werden. Aber Laura zögerte und blickte zum Eingang des CIC. Kurze Zeit später folgte eine zweite Gruppe und brachten Caprica Six mit rein. Sharon brauchte nicht einmal hinter sich zu blicken da sie bereits ahnte wer noch kommen würde.

„Ich denke sie Beide kennen sich bereits!“ meinte Laura und ließ Caprica direkt neben Boomer aufstellen.

Diese blickte auf den Lagetisch und erkannte Aufnahmen von cylonischen Einrichtungen und fragte sich was sie hier sollte. Sie wurde einfach aus ihrer Zelle geholt und niemand sagte ihr was man von ihr wollte.

„Was geht hier vor, Boomer?“ fragte sie verwundert.

„Außer das mich die Präsidentin auf irgendwas testen möchte? Vielleicht machen sie dir auch ein Angebot?“

„Was für ein Angebot? Wovon redest du?“
„Ihre Freundin hat sich angeboten ihre Dienste in Anspruch zu nehmen!“ schaltete sich die Präsidentin dazwischen.

Laura beobachtete das Verhalten der Cyloninnen. Sie wollte sehen wie Caprica darauf reagiert, ob gelassen oder doch schockiert. Sie wollte sehen in wie weit Boomer tatsächlich bereit war ihr eigenes Volk zu hintergehen. Deshalb befahl sie Caprica Six aus der Zelle zu holen und bei der Planung beiwohnen zu lassen. Und so wie es aussah tat sich auch etwas. Caprica sah Boomer enttäuscht und hintergangen an. Doch Valerii lächelte mit ihrem eiskalten Blick nur zurück.

„Das kannst du nicht tun! Da sind tausende unserer Brüder und Schwestern. Du wirst sie endgültig töten, Sharon – das ist Verrat!!“ brüllte Caprica und wollte auf sie losstürmen.

Marines hielten sie zurück während Starbuck ihr die Fesseln abnahm. Marines richteten ihre Waffen auf sie. Doch Boomer blieb ruhig und verlangte nur einen Stift und Lineal. Caprica wurde aufbrausender und sie sprengte vor Wut ihre Handfesseln. Tigh reagierte sofort und schlug sie mit seinem Pistolengriff nieder. Die Wucht des Schlages ließ sie auf den Boden fallen. Weitere Marines brachten schwere Handfesseln und befestigten sie an den Handgelenken der Cylonin. Boomer beobachtete alles. Six sah auf und blickte ihr mit Verachtung in die Augen.

„Verrat? Nein, es ist mein Schicksal! Ich tue was ich tun muss. Ich bin nicht mehr unentschlossen, ich trage keine Zweifel mehr in meinem Herzen!“

„Was ist mit dir bloß geschehen, Boomer?“

„Ja, du hast Recht – ich bin Boomer!“

Die Nummer 8 drehte sich wieder zum Lagetisch und begann mit ihrer vereinbarten Arbeit. Die Marines brachten Caprica wieder in ihre Zelle. Laura und Saul begleiteten die Gruppe bis zum Gang vor dem CIC. Roslin fand diese Einlage höchst interessant und sie hakte ihr gestecktes Ziel als erfolgreich ab.

„Haben sie das gesehen, Colonel? Das war echt und nicht gespielt!“

„Guter Schachzug, Frau Präsident. Nun wird der eine Toaster den anderen Toaster in Pfanne hauen wollen nur um den jeweilig Anderen eins auszuwischen!“

„Das hoffen wir alle, Colonel.“

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Kolonie Alabama

Der Admiral stand am Fenster des luxuriösen Gefängnisses und sah hinaus. Der nächste Morgen war angebrochen und die Menschen waren immer noch beschäftigt die Trümmer des Gefechts zu beseitigen. Aber dies interessierte ihn weniger. Seine Aufmerksamkeit wurde auf die patrouillierenden Wachen gelenkt. Er merkte sich ihren Zyklus, wann die alten Centurion Mk I Halt machten, wo sie ihren Schwerpunkt legten und malte sich dabei einen eventuellen Fluchtweg, sofern man aus der Gefangenschaft entkam.

Sharon war im Schlafzimmer und suchte den Boden ab. Sie bemerkte dass unter dem Teppich ein Holzboden war und in der Nacht hatte sie Racetrack und die überlebenden Marines gehört. Nun suchte sie nach einer Schwachstelle, eine dünne Stelle um durch den Boden brechen zu können.

Ihre Arbeit wurde aber gestört als ein Centurion das Zimmer betrat. Reflexartig hörten sie auf um keinen Verdacht zu erregen und sammelten sich im Wohnzimmer. Der Centurion stand erstmal da und unternahm nichts. Nach einem kurzen Augenblick streckte er seine Hand aus und zeigte auf Adama.

„Ihnen wird befohlen sich beim Erhabenen Cy zu melden!“ ertönte eine elektronisch verzerrte Stimme.

„Admiral!“ sagte Athena bekümmert und hielt ihn fest.

„Sofort!“ befahl der Cylon und riss ihn aus Sharons Griff.

„Schon gut, Lieutenant! Weitermachen!“

Die Wachen führten Adama hinaus und verschlossen hinter sich die Tür. Ihr Weg führte sie ein Stockwerk nach oben, vorbei an vielen Gemälden an den Wänden, prunkvoll verzierte Kronleuchter, mit roten Teppich ausgestatteten Wänden und einen Mengen Wachen.
Wie ein alter Fuchs merkte er sch die Anzahl und deren Position. Es gab Dinge die man in 40 Jahren Militär einfach nicht vergaß. Schließlich blieben sie vor einer massiven Doppelholztür stehen die anschließend von Trent von innen geöffnet wurde.

Bill wurde in ein Büro gebracht. Es war wie sein Zimmer luxuriös eingerichtet. Viele massive Holzmöbel, einen großen Tisch mit edlen Ledersesseln und einen großen Bürostuhl drum rum, das riesige Fenster war mit einem Seidenvorhang geschmückt und überall roch es nach Politur. Die Cylonen verstanden es in den Jahren angenehm zu leben.
Doch sein erster Blick ging zum Verräter, dem Verantwortlichen für Millionen von Toten in den Kolonien Picon und Aquaria. Er war kalt und hasserfüllt.

„Na, hast du dir deinen täglichen Knochen abgeholt? Braver Hund!“ entgegnete ihm Adama kühl.

Aber Trent antwortete nicht mit Worten darauf. Stattdessen holte er aus und schlug dem Admiral mit enormer Wucht in die Magengrube. Keuchend und mit schmerzverzerrtem Gesicht krümmte sich Adama zu Boden. Lucas zerrte seinen Kopf an den Haaren so dass ihn William ansehen musste.

„Wer von uns beiden ist hier nun der Hund?“

„Das reicht! Mr. Trent, verlassen sie nun mein Büro!“ befahl ihm eine Stimme vom großen Fenster kommend.

Aus dem Morgenlicht, welches durch das Fenster geworfen wurde, trat der Cylon Cy und zeigt Lucas den Ausgang. Adama sah den Blick seines ehemaligen Kameraden und begann leicht zu lächeln.

„Ich denke die Frage hast du dir selbst beantwortet!“ sagte er spöttisch.

„Centurio, begleitet Mr. Trent hinaus!“ befahl Cy.

Ein Centurion ergriff Lucas am Arm und zog ihn mit vor das Büro. Die Tür wurde verschlossen und ein anderer Centurion hob Adama auf die Füße. Er wurde zu einem der Sessel geführt und wie ein kleines Kind platziert.

Cy schenkte dem Admiral einen frischen Tee ein und stellte die Tasse vor Adama auf den Tisch.

„Milch, Zucker?“ fragte er ihn ruhig.

„Zwei Stück Zucker.“

Aus einer kleinen Schüssel entnahm der Cylon zwei kleine Würfel Zucker und legte dem Admiral einen Teelöffel zur Seite. Dabei sah er ihn an und lächelte so als würde er auf eine bestimmte Reaktion warten.

„Admiral William Adama, der berühmte Adama und sein noch berühmterer Kampfstern Galactica. Die Schlacht von Tauron hatte dieses Schiff endgültig in die Geschichtsbücher verfrachtet. Wie geht es ihrem Rücken? Der Absturz mit ihrer Mk II muss ziemlich heftig gewesen sein! Wo sind sie noch mal ausgestiegen – 5000 oder 6000?“

Die Wachen wichen und stellten sich an der Tür auf. Währenddessen nahm der Admiral einen Schluck seines Tees. Dabei ging ihm die Frage durch den Kopf was der Cylon vor ihm wollte. Seine Erinnerungen brachten wieder Bilder des Krieges hervor. Er konnte sehen und hören wie die Columbia explodierte und über Funk die Menschen schrieen. Wie er 2 Raider verfolgte die nach Tauron flogen. Er spürte in seinen Fingern wie er den Abzug betätigte und einen abschoss und später in den Wolken Taurons mit dem zweiten Raider zusammenstieß und seine Maschine verlassen musste.
Auf seiner Haut konnte er den Wind spüren als er Richtung Boden raste und einer der cylonischen Piloten ihn noch während des Falls töten wollte. Sein Puls schlug nach oben. Deutlich konnte er das gezogene Messer des Centurion sehen und wie es immer näher zu seinem Köper kam. Nur mit letzter Kraft konnte er seine Waffe ziehen und schoss noch während des Falls dem Cylonen in den Kopf bevor er seinen Schirm öffnete. Anschließend raste er in ein verlassenes Gebäude, doch der Schirm verhinderte Schlimmeres.

„Es verwundert mich dass sie mich nicht erkennen, Captain Adama! Oh bitte, holen sie uns hier raus! Die Cylonen haben unseren Transporter aufgebracht und uns entführt….“

Allmählich dämmerte es dem Offizier. Das Gesicht konnte er nun zuordnen. Adama stürzte am Ende des Krieges in ein scheinbar verlassenes Gebäude. Dabei handelte es sich aber um ein getarntes Forschungsschiff der Maschinen. Er fand eines der Wiederauferstehungsbecken sowie viele menschliche Körperteile. Verzweifelte Stimmen führten ihn zu einem abgesperrten Raum mit Menschen. Er versuchte ihnen zu helfen als er Geräusche von Maschinen hörte. Das Schiff war bereit zum Starten kurz bevor die Cylonen das Waffenstillstandsabkommen unterzeichneten. Er sah das Gesicht von Cy hinter der Tür sowie einer jungen, blonden Frau.

„War sie auch ein Cylon?“

„Wer weiß das so genau, nicht wahr – Admiral?“

„Wegen was wollten sie mich so schnell sprechen. Und seit wann ist es für Cylonen üblich ihre „Gäste“ so nobel unterzubringen?“

Adama stellte seine Tasse hin und lehnte entspannt in den Sessel zurück. Auch Cy nahm Platz und hielt dabei seine Uhr im Auge.

„Wissen sie, Cylonen sind keine Barbaren. Sie sind schließlich ein Admiral und haben sich einen gewissen Standart verdient. Ich respektiere sie. Obwohl wir ihre Art auslöschen werden unterscheidet das uns von den Menschen. Wir respektieren sie!“

„Und dabei setzen sie alles daran diese so genannten Unterschiede so schnell wie möglich zu eliminieren.“ Antwortete der Admiral darauf.

Cy gefiel die Haltung des Admirals und schenkte ihm noch einen Schluck nach.

„Darum respektiere ich sie, Admiral. Sie haben das Verständnis und die schnelle Auffassungsgabe. Man kann ihnen nichts vormachen. Anders wie ihr Freund Trent. Er ist ein Trottel, entschuldigen sie mir diese Ausdrucksweise…“

„Reden sie weiter!“

„Sie wissen dass es mir nicht um ihre Flotte geht, jedenfalls nicht primär!“

„Jetzt sprechen wir endlich einmal Klartext!“

Die Uhr des Cylonen piepste und daraufhin stand er auf. Er bat den Admiral an das Fenster. Beide stellten sich so hin dass sie auf den Marktplatz blicken konnten. Centurion bauten einen Pfahl auf und weitere Maschinen brachten einen humpelnden Marine heraus. Sie banden ihn fest und blickten anschließend nach oben. Auch der Marine, ein junger Private, sah nach oben und konnte den Admiral sehen. Er richtete sich auf und schüttelte den Kopf, als wollte er dem alten Mann etwas mitteilen.

„Mir geht es um etwas was sie in der Flotte haben, eine Cylonin um genauer zu sein. Obwohl wir hier ziemlich am Ende alles Bekanntem liegen, funktioniert unsere Kommunikation trotzdem sehr gut.

Eine 8, die sie einst als Sharon Valerii kannten, hat eine schwere Fehlfunktion und muss unbedingt repariert werden. Die menschlichen Modelle könnten ihrem Beispiel folgen, insbesondere die Agenten unter den Menschen. Geben sie mir diese Nummer 8 und als Tausch erhält die Galactica noch einen kleinen Aufschub.“

Der Cylon Cy nickte und ein Centurion auf dem Marktplatz nahm seine Waffe, richtete sie auf den Marine und schoss ihm ohne Gnade in den Kopf. Adamas Wut stieg und seine Faust ballte sich beim Anblick des zusammengesackten Soldaten.

„Das wäre alles, sie dürfen wieder gehen und ich erwarte spätestens morgen eine weise Entscheidung von ihnen.“

Adama sah Cy ins Gesicht und stellte sich vor wie er mit seiner Waffe seinen Kopf „strukturell“ aufbesserte – indem er ihm ein Loch zwischen die Augen setzte.
Ein Centurion nahm Adama am Arm und zerrte ihn zurück zum Zimmer. Als dieses wieder von außen verschlossen wurde rief Athena leise nach dem Admiral.

„Sir, Racetrack und die Anderen.“

Als er das Schlafzimmer betrat lag Athena auf dem Boden und hielt ein Stück Teppich in der Hand. Unter ihr war ein kleines Loch und ein Finger wurde von unten hindurch gesteckt. Er kniete sich neben Athena und berührte den Finger, der von Racetrack war, die auf einem Stuhl unter ihnen stand. Als sie die Berührung spürte zog sie ihn wieder rein und blickte mit einem Auge durch.

„Admiral, sie haben Billings geholt! Wir haben einen Schuss gehört!“

„Ich weiß! Wie geht es ihnen?“ sagte er leise.

Margaret verstand was geschah und zählte 1 und 1 zusammen. Sie sah zu den beiden anderen Marines und schüttelte den Kopf.

„Keine Verletzte, bis auf Billings. Was tun wir jetzt?“

„Erst einmal durchhalten, Lieutenant.“

Adama stand auf und setzte sich ins Wohnzimmer. Athena folgte ihm und setzte sich zu ihm. Sie sah ihm an das ihn etwas beschäftigte und legte ihre Hand auf seine.

„Was ist geschehen, Sir?“ fragte Sharon nach.

„Sie wollen Boomer. Was hat sie getan damit die Cylonen sogar bereit wären auf die Flotte vorerst zu verzichten?“

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Battlestar Galactica
Standort: NCC 0013
Auftrag: Schutz der Flotte

Zusammen mit ihrem Sohn saß Starbuck auf dem Ehebett und studierte die Aufzeichnungen von Boomer. Sie waren sehr detailliert und Kara konnte jede einzelne Stellung ausmachen. Vor allem machte ihnen Sharon klar dass diese Kolonie mit einem Kampfstern nicht zu nehmen war. Selbst wenn sie den Navigationscomputer lahm legten und die Cylonen blind machen würden, so wären in wenigen Minuten mehrere Basisschiffe in Anmarsch und die geheimen Basen inmitten des Asteroidenfeldes würden ihre Jäger starten. Die Maschinen hatten an solch einen Vorfall gedacht und sich dementsprechend abgesichert.

Aber sie rechnete gute Chancen für kleinere Truppen aus, die leise und schnell zuschlagen müssten. Wenn sie den Cylonen die Sicht nahmen, könnten kleinere Schiffe mit gezielten und schnellen Sprüngen in die Kolonie springen. Doch würde es nicht lange dauern und überall schwirrten Raider herum die den kolonialen Kräften schnell den Tag versauten.

Die Tür zu ihrem Quartier öffnete sich und Lee kam mit einem Handtuch bekleidet herein. Er war unter der Dusche bevor er seinen Dienst antreten wollte. Kara begrüßte ihn mit einem Lächeln auf dem Gesicht und der kleine Zak streckte die Arme nach seinem Vater aus. Apollo setzte sich zu seiner kleinen Familie und nahm den Sohnemann auf den Schoß. Seiner Frau gab er einen Kuss und sah mit ihr in die Unterlagen.

„Willst du es niemand anders überlassen? Ich traue ihr nicht!“

„Nein, Lee. Ich werde mit ihr fliegen. Sie schaltet die Überwachung aus, ich hole den Admiral und unsere Leute, die Marines kommen rechtzeitig zu uns, wir verladen die Pakete und fliegen zurück, eine kleine Feier, Orden und Glückwünsche, danach haben wir beide Sex, gefolgt von noch mehr Sex – irgendwo muss ich ja meine Energie lassen – und danach mal sehen!“

„Wie es scheint hat du bereits alles bis ins Detail geplant?“

„Ja, ich habe einen Plan!“

Kara lachte und lehnte sich an die Schulter ihres Lees. Dabei blätterte sie zur nächsten Seite um. Sie las noch einmal die wichtigsten Daten des Komplexes unter dem Regierungsgebäude durch. Sharon vermutete dass die Gefangenen unweit davon sein mussten. Sie vermutete entweder im Komplex selbst, dem Regierungsgebäude oder eines in der Nähe. Die Anzahl der Wachen würde es verraten wenn sie außerhalb wären. Sie wollten mit einem schweren Raider rein. Boomer würde in den Komplex eindringen während Kara sich bedeckt halten müsste.
Doch trotz der Hilfsbereitschaft war Cpt. Thrace vorsichtig und würde im Notfall nicht zögern Sharon zu töten.

„Du bist vorsichtig, ja?“ ermahnte sie Lee.

Seine Frau legte die Papiere weg und sah ihn an. Ihre blauen Augen funkelten bei seinem Anblick, ihre Hand streichelte über seine Wange und ihre Lippen liebkosten die ihres Mannes.

„Lee, obwohl ich jetzt deine Frau bin, gibt es Dinge, die sich nicht ändern werden. Vertrau mir einfach, wie du es vorher auch getan hast. Der einzige Unterschied ist das wir nun mit Ring vögeln und ich zwischendrin was geworfen habe….“

„Doster!!“ meldete sich der kleine Zak und unterbrach das Gespräch seiner Eltern.

Aus einer Packung holte sie schließlich einen halben Keks und hielt diesen vor das Gesicht ihres Sohnes. Als er seine Hände danach ausstreckte nahm seine Mutter das Gebäck ein Stück weg und sah ihn dabei an.

„Mama!“

„Brav, kleiner Hosenscheißer!“ antwortete Kara und überreichte ihm seine Belohnung.

„Ich glaube das nennt man unter uns Erpressung!“ meinte Lee darauf als er verfolgte wie seine Frau Zak den Keks in die kleine Hand gab.

„Ja, schlimm – oder? Ich habe das Gefühl der könnte von mir sein!“

„Und wie viel verfütterst du überhaupt an unseren Sohn?“

Apollo wippte seinen Sohn auf seinem Knie und sah seine Frau an. Sie fasste erneut in die Packung und hielt ihre Hand erst einmal drin. Sie wollte es sich nicht gefallen lassen von Lee ihre Erziehungsmethoden in Frage stellen zu lassen.

„Lee, sag Kara ich liebe dich und du bist die Größte!“

„Warum sollte ich das tun, liebste Frau?“

Sie holte ihre Hand aus der Packung und hielt ihrem Mann die andere Hälfte vor das Gesicht und wiederholte ihre Worte.

„Kara, ich liebe dich und du bist die Größte! So schwer ist das doch nicht, Major!“

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Vom Überwachungsraum aus konnten zwei Marines verfolgen wie der Präsidentin die Tür zur Zelle von Caprica Six geöffnet wurde. Zwei weitere Marines begleiteten Laura und richteten ihre Waffen auf die Cylonin.
Caprica saß auf dem Bett und hatte zuvor um das Gespräch mit ihr gebeten. Laura folgte der Bitte und nun war sie hier.

„Ich hatte vor einiger Zeit einen Traum. Darin waren auch sie, Athena und die Final 5. Es war wieder im Opernhaus. Doch diesmal war es anders. Boomer hatte mich und die Final 5 getötet. Ich konnte ihren Hass, ihre Trauer und Entschlossenheit sehen.
Etwas ist anders als es vorher war.“

Per Handzeichen befahl Laura die Soldaten vor die Zelle und das man die Tür schließen möge. Caprica blieb sitzen und sah zur Präsidentin auf. Sie konnte in ihren Augen ablesen das Roslin genau wusste von was sie redete.

„Als wäre es ein neuer Tag, nicht wahr?“

Die Cylonin nickt und stand auf. Doch sie näherte sich nicht der Präsidentin sondern stellte sich an das andere Ende der Zelle.

„Ich habe seit einiger Zeit das Gefühl als wäre das Gleichgewicht gestört. Es gibt nun mal Dinge die von Gott gewollt sind und wir uns daran halten müssen. Boomer widersetzt sich nicht nur ihrem Volk, sie widersetzt gegen etwas, was nicht geändert werden darf.

Sie würde Gott damit Fehlbarkeit nachweisen und das darf sie nicht. Und sie wissen dass ich Recht habe. Hier geht es um weit aus mehr, Laura Roslin. Noch kann es verhindert werden!“

„Und was schlagen sie vor?“

„Das wissen sie schon längst. Sie muss sterben, sonst bedeutet sie den Tod von uns allen! Ich wäre bereit sie zu töten!“

In dem Gesicht der Cylonin spiegelte sich so was wie eine Angst wieder. Sie glaubte an das was sie sagte und hatte das Gefühl auch Laura davon zu überzeugen. Dieses Gespräch ging nicht um Cylon oder Mensch, sondern um Dinge im Universum die einem Gesetz unterlagen. Und diese Gesetze durften nicht von Boomer in Frage gestellt werden, beziehungsweise sogar geändert.

„Sie haben wirklich Angst. Was treibt sie aber an? Können sie mir das sagen damit ich es besser verstehen kann!“

„Das müssen sie sie schon selbst fragen, Frau Präsident! Aber warten sie nicht allzu lange!“

Mit einem Handzeichen befahl Laura die Tür öffnen zu lassen. Six blieb stehen und beobachtete wie Roslin die Zelle verlassen wollte. Konnte sie sie wirklich verstehen? Hatte sie Laura überzeugen können von der Notwendigkeit Boomer schon jetzt zu stoppen?

„Ach, Frau Präsident!“

Roslin hielt an und drehte sich um. Caprica sah sie an und hatte noch etwas auf den Lippen.

„Sie sollten ebenfalls Angst haben!“ sagte sie ihr und setzte sich auf ihr Bett zurück.

Aber Roslin lächelte nur darauf und verließ die Zelle.

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Die Deckcrew schob einen schweren Raider zur Abfertigung während Kara ihre Ausrüstung kontrollierte. Sie kniete auf dem Boden und lud ihre automatische Waffe fertig. Als sie aufsah, sah sie ihren Mann mit ein paar Piloten vorbeigehen. Sie warfen sich kurz einen Blick zu bevor Lee hinter einer Mk VII verschwand. Der CAG bekam den Befehl bei der Rückkehr die Viper Alarmbereit zu halten falls die Truppen ungebetenen Besuch mitbringen sollten.

Kara und Boomer sprangen als Erstes mit dem Heavy Raider zur Kolonie und würden auf dem Regierungsgebäude landen. Ein cylonischer Jäger würde vorerst keinen Verdacht schöpfen. Eine Stunde später würden zwei Raptor mit Marines nach springen und die kolonialen Soldaten am Boden verstärken bzw. den Abzug absichern. Dabei war ihnen klar dass der Rückweg eindeutig schwieriger werden würde.

Plötzlich erschrak Starbuck als Tyrol hinter ihr stand und einen Blick in den Raider riskierte. Sie fasste sich an die Brust und atmete tief durch. Sie hatte den nicht gerade unauffälligen Chief nicht kommen gesehen, geschweige gehört.

„Verdammt, Chief – ich bin nun um 20 Jahre gealtert. Was suchen sie?“

„Haben sie Cally gesehen?“

Der Chief sah verzweifelt aus. Er sah seine Frau erst vor wenigen Stunden, doch seitdem schien sie wie vom Erdboden verschluckt worden zu sein. Galen sorgte sich um Cally, da sie sich vorher wieder wegen Boomer stritten und er befürchtete sie hätte ihn deshalb verlassen. Sie erschien nicht einmal zum Dienst.

„Nein, tut mir leid! Alles in Ordnung, Chief?“

„Ja, ja!“ stammelte er und suchte weiter nach seiner Frau.
Währenddessen hörte sie schwere Ketten hinter sich. Marines brachten die in einer schwarz gefärbten Uniform gekleidete Boomer in den Hangar. Wieder war sie zur Sicherheit an Händen, Füßen und mit einer Halskette gefesselt. Sie stellten die Cylonin vor Starbuck und entfernten die Stange vom Hals. Die Frauen sahen sich an und ihre Blicke durchdrangen den jeweilig anderen vor sich. Sharon hob ihre Hände ließ ihren Blick dabei nicht von Kara ab.

„Wenn ich auch nur merke das du mich bescheißt….“

„Spar dir deinen Atem! Mittlerweile kenne ich diese Worte auswendig. Wir sollten uns ein wenig beeilen, meinst du nicht auch, Kara?“

„Nehmen sie ihr die Fesseln ab, Sergeant!“ befahl Cpt. Thrace.

Der Marine nahm vorsichtig die Hand und Fußfesseln während er durch Kameraden gesichert wurde. Aber das störte Sharon nicht im Geringsten. Ihr Blick blieb bei Kara haften, genauso wie Starbuck sie nicht mehr losließ. Als letztes wurde ihr der Ring um den Hals entfernt.

„Wollen wir?“ fragte Sharon und stieg vor ihr ein.

Starbuck ging ihr nach. Die Luke des Raider wurde verschlossen und die Crew schob den schweren Jäger zur Startrampe.

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Am anderen Ende des Hangars suchte Chief Tyrol immer noch nach seiner Frau. Niemand der Tagschicht hatte sie gesehen, doch aufhören wollte er nicht. An einer Viper versuchte er sein Glück und hoffte dass dieser Alptraum anschließend ein Ende hätte.

„Cally!“

„Nicht hier!“ antwortete eine brummige Stimme.

Tyrol ging dieser nach und fand Figurski unter der Mk II liegen.

„Figurski, haben sie Cally gesehen?“

„Heute, nein Chief. Warum?“

„Schon gut, sagen sie ihr dass sie sich bei mir melden soll!“

„Alles klar, Chief!“

Galen klopfte zweimal auf die Front der Viper und sah sich weiter um. Irgendwo musste seine Frau schließlich sein.

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Captain Kara Thrace
Rufname: Starbuck
Cylon Heavy Raider
Standort: Orbit Kolonie Alabama
Auftrag: Infiltration / Aufklärung

Der schwere Jäger der Cylonen konnte ohne Probleme in den Orbit des Planeten springen. Während Sharon das Schiff steuerte saß Kara im hinteren Bereich und beobachtete Boomer ganz genau. Sie registrierte jede ihrer Bewegungen. Valerii spürte die Blicke der Frau hinter ihr. Sie wusste das Kara ihr auf gar keinen Fall traute. Sie programmierte den Raider auf Autopilot und stand auf. Kara stand ebenfalls auf um zu erfahren was sie wollte. Denn Boomer verließ ihren Pilotensitz und kam in den hinteren Bereich zu Starbuck.

„Setz deinen Cylonenkadaver wieder auf den Sitz oder…..“

„Oder was? Willst du mich erschießen? Vielleicht solltest du es tun, Kara!“

Blitzschnell ergriff Sharon mit einer Hand den Hals von Starbuck und drückte ihr die Luft ab. Mit der anderen hielt sie die Waffe fest, so dass sie nicht genutzt werden konnte. Langsam wich das Leben aus dem Körper non Zak’s Mutter als sie gezwungenermaßen auf den Boden gedrückt wurde. Sie schnappte nach Luft, doch Sharon drückte immer fester zu und ließ es nicht zu sie atmen zu lassen.

„Du hättest schießen sollen als du die Gelegenheit dazu hattest, Kara!“

Die Augenlider von Cpt. Thrace begannen zu flackern, ihr Körper gehorchte ihr nicht mehr und sackte zusammen. Ihr Blick wandelte sich zu einem Tunnelblick als sie auf dem Boden lag. Immer kleiner wurde das Sichtfeld bis sie nur noch schwarz sah und bewusstlos wurde. Das letzte was sie sah war Sharons eiskaltes Lächeln.

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Fortsetzung folgt......

Viper047
09-05-2008, 05:20 PM
Kapitel 10


Alabama ( Teil 4 )


Battlestar Galactica
Standort: NCC 0013
Auftrag: Schutz der Flotte


Galen kam aus seinem Quartier. Er hatte gehofft Cally dort anzutreffen. Dort außer der Leere fand er nichts. So machte er sich erneut auf dem Weg durch das Schiff. Niemand konnte ihm sagen wo Cally war und er stand kurz davor sie als vermisst zu melden. Aber es war unwahrscheinlich dass sie spurlos vom Schiff verschwinden konnte. Wo also war sie? War ihr etwas passiert? Brauchte sie Hilfe? War sie verletzt?

All diese Fragen stürmten durch seinen Kopf. All diese Fragen ließen ihn unruhiger werden. Seine Schritte wurden schneller, seine Augen nahmen alles in seiner Umgebung auf. Irgendwo musste es einen Hinweis auf seine Frau geben!

Schließlich ging er zum Startpunkt seiner Suche zurück. Er öffnete seinen Lagerraum und suchte dort erneut nach ihr. Doch keine Spur von Specialist Tyrol. Seine Hände wurden vor Nervosität feucht, sein Körper unruhig und seine Gedanken konnte er nicht mehr klar erfassen. Daraufhin nahm er den Hörer von der Wand und ließ sich mit dem CIC verbinden. Als er zum Tisch sah, fiel ihm der Werkzeuggürtel auf. Es war der seiner Frau. Weiter hinten sah er unter einer Wandabdeckung Blut herauslaufen.

„CIC, Lt. Dualla!“

„Dee, ich brauch einen Sani hier unten, sofort!!“ sagte er ruhig und ließ den Hörer fallen.

Mit langsamen Schritten näherte er sich der Abdeckung am anderen Ende des Raumes. Galen kniete vor der Abdeckung und nahm sie vorsichtig ab. Seine Augen wurden glasig, seine Hände begannen zu zittern als er erblickte was sich hinter der Abdeckung befand.

„Cally?“

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Kolonie Alabama

Die Wiederauferstehungshalle war dunkel und nur sehr schwach beleuchtet. Eines der Becken begann zu leuchten und ein Deckel öffnete sich. Von der Wand fuhr eine Kapsel herunter. Darin befand sich ein weiblicher Körper – eine Nummer 8. Die Halle funktionierte automatisch und die menschlichen Modelle wurden computergesteuert in die Wiederauferstehungsbecken gelegt. So auch dieser. Das System lief an und lud die Gedanken und letzten Erinnerungen des Cylonen herunter. Kurze Zeit später begann sich Leben zu zeigen. Finger zuckten ebenso wie die Augenlider des Cylonen.

Anschließend öffnete sie ihre Augen und erhob sich aus dem Becken. Sie sah sich um, stieg aus dem Becken und lief nackt und noch feucht von der Flüssigkeit im Becken durch die Halle. Sie suchte etwas an der Wand. Nach einer Weile fand sie es. Mit Kraft riss sie eine angeschraubte Abdeckung von einem Sicherungskasten ab. Neben den Sicherungen für diese Halle kam ebenfalls ein kleines Tastenfeld samt Monitor zum Vorschein. Schnell hackte sie sich ins System und schaltete die ganze Anlage kurz. Der Alarm ertönte und die schwach beleuchteten Kapseln färbten sich blutrot im Inneren. Die Körper wurden durch einen Sicherheitsbefehl buchstäblich aufgelöst. Danach riss sie die Sicherungen heraus und machte die Anlange unbrauchbar. Neben ihr öffnete eine Tür und eine andere 8 kam heraus. Sie sah was passierte und wollte Meldung erstatten als sie hinter sich noch jemand spürte. Sie drehte sich um und blickte der anderen 8 hinter ihr ins Gesicht.

„Pssst!“

Die nackte Cylonin spitzte ihre Lippen und hielt den Zeigefinger ausgestreckt vor den Mund. Doch die herbeigeeilte 8 dachte nicht daran ruhig zu sein und wollte die Centurion holen. Doch bevor sie ihren Gedanken zu Ende spinnen konnte verpasste ihr die nackte 8 vor ihr einen Handkantenschlag gegen den Kehlkopf. Dieser Schlag hatte eine solche Wucht das ihr Kehlkopf eingedrückt wurde und sie nach Luft schnappte. Sie hielt ihren Hals fest, ihre Augen wurden größer und ihr Körper sackte an der Wand entlang zu Boden. Sie sah auf und erblickte nur einen kühlen und gleichgültigen Blick der Frau vor ihr. Das Leben in ihr erlosch, so wie es schien für immer. Im gesamten Komplex war kein Ersatzkörper vorhanden und wenn kein Schiff in der Nähe war musste sie diesmal ganz sterben.

Bei ihrem Tod kniete sich die andere 8 hin und nahm ihre Sachen und Dokumente an sich. Sie nahm den leblosen Körper anschließen und legte ihn in ein leeres Wiederauferstehungsbecken.
Derweil kam eine 5 herein und sah das Chaos.

„Was ist passiert?“ fragte er aufgeregt.

„Fehler im System. Die Körper wurden zersetzt. Wir müssen das sofort beheben.“ antwortete die 8.

Die 5 stimmte ihr zu und forderte sie auf ihm in die Zentrale zu folgen. Diesen Vorschlag nahm sie nur zu gern an.

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Battlestar Galactica
Standort: NCC 0013
Auftrag: Schutz der Flotte


Männer und Frauen in verschiedenen Uniformen und Dienstgraden versammelten sich bei dem Lagerraum des Chiefs. Dieser saß einer Ecke und hielt Cally in seinem Armen. Er hatte sie kurz zuvor tot geborgen, eingequetscht hinter einem kleinen Hohlraum. Sie wurde mit brutaler Gewalt dort hineingesteckt nachdem man ihr einen Schraubenzieher in den Hals rammte. Cally Tyrol war auf der Stelle tot. Doch zusätzlich hatte man ihr fast alle Knochen gebrochen um sie dort hinein zu stopfen.

Als der Sani ihm klarmachte das Cally tot war, rastete der Chief aus. Er griff den Sani an und verletzte ihn dabei leicht. Nach den anrückenden Marines warf er mit schweren Werkzeugen. Nun saß er in der Ecke und hielt seine Frau im Arm. Ihre Augen waren offen und starrten ihn an. Sie waren leer, kein Leben war in ihnen zu entdecken. Der Schraubenzieher steckte immer noch im Hals, ihre Wunde blutete nicht mehr. Er erkannte das Werkzeug als einen seiner Schraubenzieher, aus seinem Werkzeuggürtel.

Tränen liefen von seinen Wangen herunter während seine leeren Augen vor sich auf den Boden starrten. Seine blutverschmierte Hand strich über ihre Wange. Er war am ganzen Körper mit ihrem Blut verschmiert. Trauer, Hass, Unverständnis, Wut – all das und mehr widerfuhr dem Chief. Warum Cally, warum die Mutter seines Kindes? Warum hier? Warum hatte niemand gemerkt wie Cally feige ermordet wurde? Mord, soviel stand für Galen fest – es war Mord. Jemand hatte es auf seine Frau, auf seine Familie abgesehen.

Die Meute vor dem Lagerraum wurde durch Marines aufgelöst. Der XO kam herein und sah den Chief samt Frau auf dem Boden. Es schockte ihn den Chief so zu sehen. Niemand hatte es verdient so seine Frau zu finden. Langsam näherte er sich Galen und kniete auf den Boden.
„Chief?“ sprach er ihn an.

Galen hob sein Kopf und blickte in das Gesicht des Colonels.

„Wir hatten uns gestritten. Wir hatten uns dumme Worte an den Kopf geschmissen. Ich hatte nicht einmal die Gelegenheit ihr zu sagen wie sehr ich sie liebe!“

Saul nickte und griff nach dessen Hand. Doc Cottle und seine Sanitäter näherten sich den beiden Männern um Cally endlich bergen zu können. Chief Tyrol hielt sie fest und trat nach dem Doc. Nur mit Mühe konnte Tigh den Chief davon abhalten noch mehr dummes zu tun.

„Chief!!“ brüllte er ihn an.

Langsam löste sich sein Griff und die Sanis konnten Cally abtransportieren.

„Wer immer das auch war, er wird damit nicht durchkommen – das schwöre ich ihnen, Chief!“

„Finden sie das Schwein, bevor ich ihn finde!!“ drohte Tyrol und stand auf.

Er folgte den Sanis und wollte keinen Schritt von Cally’s Seite weichen.

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Kolonie Alabama

Adama und Athena wurden durch Geräusche ein Stockwerk unter ihnen aufmerksam gemacht. Der Admiral sah durch das Fenster. Doch niemand war zu sehen, weder Mensch noch Cylon. Athena ging ins Schlafzimmer und schaute durch das Loch. Sie rief nach Racetrack, doch niemand antwortete ihr.

Vor ihrer eigenen Tür fielen Schüsse und zwei schwere Gegenstände schienen auf den Boden gefallen zu sein. Adama befahl Sharon sich auf die Couch zu setzen. Der Türknopf begann sich zu bewegen. Bill Adama stellte sich neben die Tür und beobachtete wie sie langsam aufging. Der Lauf eines Gewehres war zu sehen als Adama um die Tür kam und nach dem Angreifer schnappt. Kurz zuvor wollte Athena noch etwas sagen, doch war es zu spät. Seine Hände umklammerten den Hals des Unbekannten, drückten ihn an die Wand und hoben diesen einen Stück nach oben, so das dessen Füße nur noch mit den Fußspitzen den Boden leicht berührten.

„Kara?“ fragte Adama als er vor sich das Gesicht erkannte.

Sie nickte und zeigt auf ihren Hals. Der Admiral ließ sie sofort los. Starbuck schnaufte nach Luft und brauchte erst einen Moment um sich zu fangen.

„Bei den Göttern, wie kommst du denn her?“ fragte er weiter.

Doch bevor sie antworten konnte nahm er sie fest in den Arm. Er war froh sie zu sehen.

„Wenn wir das überleben sollten, brauche ich erst einmal ein paar Halstabletten!“ sagte Kara vor sich als sie der Admiral losließ.

Als der Raider landete vergingen noch ein paar Minuten bis Starbuck wieder zu sich kam. Neben ihr lag die Pistole aus ihrem Beinholster und direkt neben dran die Leiche von Boomer. Sie musste sich kurz zuvor in den Kopf geschossen haben bevor der schwere Jäger landete. Als Cpt. Thrace aufwachte war die Luke offen, doch kein einziger Cylon weit und breit. Die Stadt schien wie ausgestorben zu sein. So machte sie sich schließlich auf den Weg in das Innere des Gebäudes und suchte nach Anhaltspunkten. Sie begegnete einigen Centurios unterwegs, doch diese waren auf dem schnellsten Weg in die unteren Bereiche unterwegs. Nur wenige Wachen blieben zurück. So schaltete sie schnell die Wachen vor Racetracks Zimmer aus und schließlich die vor dem Zimmer des Admirals. Dabei versuchte sie sich zu fragen was Sharon vorhatte, warum keine Wachen auf dem Dach waren. Der Raider war jedenfalls auf Autopilot geschaltet und sie konnte ihn nicht deaktivieren. Eigentlich hätte ein intakter Raptor auf dem Dach stehen sollen, doch die Cylonen schienen ihn weggebracht zu haben um den Menschen vor Ort keine Gelegenheit zu geben. Schließlich war der Combatraptor bewaffnet und einige Piloten der Rycon lebten immer noch.

Racetrack und die Marines stießen ebenfalls hinzu und verteilten erbeutete Waffen an die anwesenden Soldaten.

„Wir haben ein Problem, Sir. Unsere Raptor werden bald kommen und ich kriege den Raider nicht in Gang!“

„Das ist kein Problem, ich kriege ihn hin. Aber wir müssen unbedingt runter, Sir!“

Athena lud ihre Waffe durch und sah den Admiral erwartungsvoll an. Auch Kara und die anderen Soldaten warteten auf den Befehl des Admirals. Dieser kontrollierte das Magazin seiner Waffe und machte sie schussbereit.

„Ich habe noch etwas zu erledigen. Racetrack und ein Marine kommt mit mir. Ihr geht nach unten und tut was immer getan werden muss. Wir treffen uns auf dem Dach wieder. Welches Zeitfenster, Captain Thrace?“

„Knappe halbe Stunde, Sir!“

„Gut, die erste Gruppe wird in 20 Minuten den Bereich absichern, je nachdem wer zuerst fertig ist. Athena wird den Raider gangbar machen und die Raptor werden uns Unterstützung geben. Auf geht’s, gute Jagd!“

Die Soldaten teilten sich auf. Adama ging mit seiner Gruppe vorsichtig nach oben. Es war komisch keinen Cylonen anzutreffen und so wollte er vorsichtiger sein, da sie in Unterzahl waren.
Kara folgte Sharon in die unteren Bereiche zum Komplex unter der Stadt.

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Ohne einen einzigen aktiven Feindkontakt kamen die Soldaten um Kara Thrace in den unteren Komplex. Die Panzertür stand offen und so brauchte Athena sich nicht zu bemühen. Drinnen angekommen stockte Sharon der Atem. Sie sah auf dem Boden überall Kapseln, zerstörte Becken und viel Blut auf dem Boden oder Gerätschaften. Das System musste völlig durchgedreht sein. Die Körper wurden aufgelöst und schwammen teilweise in den Flüssigkeiten auf dem Boden.
Der Geruch vom verwesenden Fleisch stieg ihnen in die Nase. Der Marine musste sich auf der Hälfte der Wegstrecke übergeben.

„Beherrschen sie sich, Soldat!“ maulte Sharon.

„Tut mir Leid, Sir!“

Nach wenigen Minuten fanden sie den Einfang zum eigentlichen Herzen des Komplexes. Dort erwartete sie erst recht das Grauen. Die weißen Wände waren mit Blut verschmiert, die Leuchtröhren flackerten oder waren aus der Decke gerissen. Brandspuren vorn Explosionen waren ebenfalls zu erkennen, kleine Feuer loderten in manchen Räumen. Auf dem Boden lagen tote Körper von menschlichen Modellen oder zerstörter Centurion.
Als wäre eine ganze Elitetruppe hindurchmarschiert, so sah es hier aus. Es war ein reines Massaker was stattgefunden haben musste.

Nur langsam gingen sie durch den medizinischen Bereich. Athena blieb stehen und kniete sich zu einer sterbenden 6 hinunter. Ihr Brustbereich war von Splittern durchbohrt worden und sie verlor viel Blut. Sie sah Sharon an und begann vor Wut zu weinen.

„Verräter!“ sagte sie ihr ins Gesicht bevor sie leblos zusammensackte.

„Sharon, komm jetzt!“ befahl Kara.

Doch Sharon ließ dieser Anblick nicht los. Überall lagen tote Brüder und Schwestern auf dem Boden. Sie hatten keine Möglichkeit wiedergeboren zu werden, da die Ersatzkörper vernichtet wurden.

„Sir!“ meldete sich der Marine.

Er ging in Anschlag und zeigte auf einen Raum vor sich. Danach hörten Sharon und Kara ebenfalls Schritte. Sie kamen auf sie zu. Ihre automatischen wurden in Anschlag genommen und waren Bereit ihre tödlichen Geschosse auf den Feind loszulassen.

Als dieser jemand um die Ecke kam gingen die Soldaten einen Schritt zurück, doch ihre Waffen blieben aufrecht. In einer Hand hielt dieser eine Pistole und in der anderen ein Schwert. Wie die Klinge des Schwertes war auch die Person überall mit Blut beschmiert, ihr weißer Anzug war mit dem roten Lebenssaft von Athenas Brüder und Schwerstern durchtränkt.

„Waffen runter!!“ brüllte Kara.

Doch stattdessen kam derjenige immer näher. Die Blicke er Augen trafen sich. Sie waren kalt, gefühllos, voller Hass und Wut.

„Ich sagte, Waffen runter – Sharon!!“

Doch die Person, die als Boomer erkannt wurde, dachte nicht daran ihre Waffen aus den Händen zu legen. Immer weiter schritt sie voran und ließ Kara nicht aus ihrem Blickfeld.

„Erschieß sie, ansonsten tue ich es!“ drohte Athena.

Kara gab einen Warnschuss vor die Füße Boomers ab. Aber selbst dieser hielt die Cylonin nicht auf. Sie hob die Hand mit der Pistole, richtete sie auf den Kopf einer 1 und sah hinunter.

„Boomer, warum? Ich habe dich geliebt!“ entgegnete ihr der Cylon vom Boden.

Sie legte die Waffe nieder und kniete sich hinunter. Sie streichelte seine Wange und sah ihn an. Das Blut lief aus seinem Mund und Nase. Er hatte schwerste innere Verletzungen und war kurz davor zu sterben. Ihr Daumen strich über seine Lippen und wischte das Blut weg. Danach ging sie ganz nah an sein Ohr und flüsterte ihm etwas zu.

„Ich weiß!“ sagte sie leise.

Sie näherte sich seinen Lippen und gab ihm einen leidenschaftlichen Kuss bevor sie ihm die Spitze der Klinge in das Herz rammte. Er gab nur einen kleinen Mucks von sich, seine Augen wurden größer als er bemerkte was Boomer tat. Sein Körper erschlaffte danach schnell. Valerii stand auf und ließ dabei ihre Waffen liegen. Ihr Blick schweifte zu den Soldaten der kolonialen Flotte hinüber.

„Bereich gesichert!“ sagte Boomer trocken und wischte das Blut aus ihrem Gesicht.

„Verdammt, das sehe ich. Was ist hier passiert, ich war doch solange nicht weg!“

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1 Stunde vorher…..


Die 5 führte Boomer weiter in das Herz der Anlage hinein. Nur in der zentralen Operationsanlage konnte man die obere Anlage steuern. Von hier aus konnte der Fehler behoben werden und neue Körper produziert.

Ihr Weg führte sie an weiteren cylonischen Modellen vorbei. Sie waren alle in weiß gekleidet und sahen beinahe wie himmlische Wesen in ihrer Kleidung aus. Sie sahen sie an, doch niemand schöpfte auch nur einen Hauch an Verdacht. Schließlich endete ihr Weg an einer großen und schwer bewachten Tür. Die 5 legte seine Hand in den Handscanner und kurz darauf öffnete sich die schwerfällige Tür.

„Komm, wir müssen uns beeilen.“ sagte die 5 und ging mit Boomer hinein.

Die Zentrale war abgedunkelt. Überall liefen Monitore der Überwachungsysteme, sowie der Waffen und Navigationssysteme. Die 5 setzte sich an einen der Computer und loggte sich in das Programm ein. Aber sie waren nicht alleine. Noch jemand stand an einem Monitor und verfolgte wie Centurion sich dem schweren Raider näherten. Die Luke öffnete und 2 Körper lagen im Schiff. Der führende Centurion meldete einen Sicherheitsalarm. Eine tote 8 und eine weitere Person lagen darin.
Daraufhin begann ein leises Klatschen, welches auch die 5 aufmerksam machte.

„Beeindruckend, Nummer 8. Zuerst verrätst du sie, gewinnst ihr Vertrauen zurück um sie anschließend noch mal hintergehen zu können, nur um dein Volk erneut zu verraten.“

Das menschliche Modell am Computer verstand sofort was gespielt wurde und schnellte auf um Boomer aufzuhalten. Doch die 8 war schneller, fing seinen Schlag ab, fasst an seinen Hals und zerdrückte seinen Adamsapfel. Dies geschah in einer Geschwindigkeit, so dass die 5 keine Chance hatte. Sharon versiegelte danach den Raum, um mit Cy alleine zu sein.

„Meinst du, du hättest hier einfach hineinspazieren können, die Anlage vernichten, unsere Abwehr um den Planeten ausschalten und anschließend wieder hinausspazieren können. Also bitte, das lässt an den geistigen Fähigkeiten der menschlichen Modelle doch stark zweifeln!“ spottete Cy und setzte sich in einen der Sessel.

Währenddessen hatte Boomer die Anlage für die Planetenabwehr manipuliert. Die Cylonen konnten nun nichts mehr sehen und waren auf ihre Jäger angewiesen. Weiterhin versiegelte sie die Anlage und schaltete das Notabwehrsystem ein. Auf den Monitoren konnte sie sehen wie die menschlichen Modelle die Kameras auf das einströmende Gas aufmerksam machten. Doch niemand reagierte und so konnte das Schnellwirkende Giftgas in fast allen Bereichen ausströmen. Es griff sofort die wichtigsten Organe an und zersetzte sie sprichwörtlich. Statt etwas zu unternehmen saß Cy weiterhin in seinem Sessel und beobachtete das Spektakel auf den Bildschirmen.

„Eigentlich war genau das mein Plan, Cy. Du könntest mich natürlich aufhalten und meinem Leben ein Ende bereiten.“ sagte Boomer während sie weiterhin seelenruhig die Systeme manipulierte und wichtige Daten auf einen Datenträger kopierte.

„Ich weiß noch als ich dich gemacht habe. Du warst schon immer etwas besonderes, Nummer 8. Du und deine Menschen, deine Familie. Die Erbauer wären stolz auf dich gewesen.

Aber ich brauche nicht Hand anzulegen. Du wirst nicht lebend entkommen. Ein Großteil hast du erledigen können, aber da sind immer noch die Centurion und die Sicherheitskräfte auf der Oberfläche. Du wirst hier sterben, Nummer 8!“

Boomer war fertig und stand auf. Sie sah sich um und entdeckte etwas an der Wand. Es war ein handgeschmiedetes Schwert, viele Jahre alt und es lächelte Sharon gerade zu an. Cy bemerkte das Funkeln in ihren Augen und bot an es sich näher anzusehen. Sie nahm es von der Wand. Der Cylon erläuterte dass er es vom Quartier des Commanders der Rycon habe mitgehen lassen. Es stammte noch aus einer etwas weniger zivilisierten Zeit von Scorpia.
Sie hielt es in ihrer Hand und führte einige Bewegungen durch. Boomer meinte es zu kennen, es fühlte sich vertraut an, als wäre es ein Teil von ihr.

„Du hast Recht, ich werde sterben. Aber nicht hier und nicht heute, Cy. Aber für dich ist heute der letzte Tag gekommen. Du hast deine Programmierung verletzt und hast mich gewähren lassen diese Enklave zu zerstören.“

Cy lachte und stand auf. Er stellte sich zu Boomer und streichelte über ihre Wangen.

„Ich bin nicht wie ihr. Ich habe keine Angst zu sterben. Wenn diese Kolonie zerstört wird habe ich keine Funktion mehr, also wofür sollte ich noch existieren. Nicht so wie ihr menschlichen Modelle. Ihr mit eurer Angst, Naivität und Selbstüberschätzung. Was unterscheidet euch noch von den Menschen? Ihr habt Angst vor dem Tod und sichert euch mit euren Ersatzkörpern das ewige Leben. Ihr unterjocht die Centurion und führt euch wie Götter auf, der einem anderen Gott untergeordnet ist. Verehrt diese Final 5 wie Menschen ihre Götzenbilder, aber schämt euch auch nur an sie zu denken oder von ihnen zu sprechen.

Ich bin ein Cylon und habe eine Funktion, und was habt ihr? Und ich habe meine Funktion erfüllt, du bist hier, genau wo du sein solltest. Mir kann es somit egal sein was mit dieser Kolonie oder mir geschieht. Also, warum sollte ich dich aufhalten?“

Der Cylon Cy trat von ihr zurück und setzte sich in seinen Sessel. Auf dem Monitor konnte Boomer erkennen wie weitere Cylonen, Centurion und menschliche Modelle durch den Haupteingang kamen. Der Cyborg vor ihr grinste und fühlte sich als Gewinner. Sie hatten Boomer genau da wo man sie haben wollte, wo es nur einen Ausgang gab, wo sie nicht mehr herauskam. Doch sein Grinsen verging ihm als Sharon ebenfalls eiskalt lächelte.

„Nun sind wir alle hier!“ sagte sie, nahm die Klinge und rammte sie in den zentralen Prozessor im Schädel des Cyborgs.

Cy hörte daraufhin auf zu funktionieren und blieb leblos im Sessel liegen. Sharon setzte sich erneut an den Computer und hackte das Sicherheitssystem. Sie programmierte sie so um das sie auf die Centurion reagierten. Sie selbst würde versuchen mit den menschlichen Modellen klar zu kommen. Bevor sie das System wieder schloss entdeckte sie noch etwas Interessantes und lud es auf ihren Datenträger herunter.

Von draußen hörte sie die ersten Schüsse. Die automatischen Geschütze griffen die Centurion an und erledigten teilweise auch menschliche Modelle dabei. Sie öffnete die schwere Panzertür und eilte nach draußen.

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Viper047
09-05-2008, 05:20 PM
Eine Gruppe von gemischten Cylonen versuchte über einen Nebengang die Hauptkampfzonen zu umgehen. Sie mussten mit ansehen wie die schweren Geschütze aus ihren Kammern in den Decken herunterfuhren und begannen auf die Centurion zu schießen. Diese versuchten sich zu wehren, doch durchdrangen die 40mm Geschosse die Panzerungen der Maschinen mit Leichtigkeit. Einer nach dem anderem fiel zerstört und durchlöchert zu Boden. Einigen gelang es mühsam Geschütze zu zerstören, doch fuhren weitere Geschütze herunter und zerstörten sie schließlich doch. Menschliche Modelle, die zwischen den Centurion standen, wurden von den heißen Patronen regelrecht zerfetzt. Schreie von sterbenden Cylonen waren überall im Komplex zu vernehmen. Ihr Blut und Gedärme zierten die vorher Weißstrahlende Wände des Komplexes. Der Boden färbte sich wie die Wände in Blutrot und lief in die Zimmer hinein. Rauch von den zerstörten Centurion stieg auf, einige wichtige Systeme wurden getroffen und Feuer brach aus. So wurden einige menschliche Modelle bei lebendigem Leibe verbrannt. Sie rannten schreiend durch die Gänge während ihre Körper brannten und suchten nach Hilfe.

Einer dieser armen Seelen kam direkt auf Boomer zu gerannt. Doch sie fand bei ihre keine Rettung. Die Klinge ihrer neuen Waffe durchbohrte den cylonischen Leib der Nummer 6 vor ihr. Das Blut des brennenden Körpers lief an ihrer Klinge herunter und begann kurz darauf zu verdampfen. Sharon stemmte ihren Fuß gegen den Körper und trat ihn von der Klinge herunter. Die 6 fiel zu Boden und ihr Fleisch begann allmählich zu schmoren.

Am anderen Ende stand die Gruppe von Cylonen. Sie erkannten Boomer.

„Das ist das Primärziel – vernichtet diese 8!“ befahl der goldene Kommandocenturion seinen Maschinen.

Boomer sah wie die Waffen auf sie gerichtet wurden und verschwand durch eine Tür neben ihr. Kurz darauf schlugen die Projektile an der Wand hinter ihr ein.

„Lasst sie nicht entkommen, Commander!“ befahl eine 5.

„Wie du befiehlst!“ antwortete der Centurion und schickte seine Cylonen nach.

Die menschlichen Modelle folgten ihnen. Sie kamen in einen großen Lagerraum für medizinisches Material, der aber nur einen Ausgang besitzt. Sharon saß in der Falle.

„Du kommst hier nicht raus, Boomer! Wir kriegen dich, du bist erledigt!“ schrie eine 5 und ballte seine Fäuste.

Eine Sekunde später zuckten die Modelle um ihn herum zusammen. Die 5 riss Mund und Augen auf als plötzlich ein Skalpell in seinem Schädel steckte. Er selbst konnte es ebenfalls nicht fassen als er mit der Hand danach griff und es herauszog.

„Alles Ok?“ fragte eine 8.

Die 5 hielt es vor sich während Blut aus der klaffenden Wunde lief.

„Diese Schlampe hat mich getötet!“ sagte er geschockt und sackte kurz darauf tot zu Boden.

Die Hauptbeleuchtung für diese Sektion fiel aus und die schwache Notbeleuchtung sprang an. Der Centurion sah an die Wand und fand eine rot leuchtende Markierung. Die Maschinen wurden programmiert nicht in solchen Räumen zu schießen, aufgrund der Chemikalien die ebenfalls dort lagerten.

„Dieser Raum hat die Schutzklasse B! Wir dürfen keine Schusswaffen einsetzen!“ erläuterte der Kommandocenturion.

„Dann lockte sie eben raus!“ befahl eine 6 entnervt.

Daraufhin bewegten sich die Cylonen weiter in den Lagerraum hinein. Sie teilten sich so auf damit jeder Gang und jedes Regal darin abgedeckt war. Doch erstreckte sich dieses Materiallager ein wenig in den Komplex hinein. Somit würde es ein wenig dauern bis man Boomer ausfindig machen konnte.

Sharon beobachtete das Vorgehen. Sie schlich an den Regalen vorbei und fand sich auf einmal bei den Chemikalien wieder. Die hochkonzentrierte Salzsäure lachte sie förmlich an, sowie die Schutzmasken unter ihr. Das liebte sie an den Cylonen, alles war zweckmäßig sortiert. Sie nahm zwei Gläser und näherte sich leise zwei Maschinen und 3 menschlichen Modellen. Sie bewegten sich von ihr weg. Sie umging eine andere Gruppe und folgte ihrem Ziel. Plötzlich blieb die Gruppe stehen und sah sich um. Boomer ging in Deckung und hoffte nicht aufgeflogen zu sein.


„Habt ihr das gehört?“ fragte die 6.

„Sergeant, durchsuchen sie die Gänge!“ ertönte die verzerrte Stimme eines Centurion.

„Wie du befiehlst!“

Die Maschine bewegte sich auf Boomer zu während die anderen Cylonen im schwachen Licht weiter Ausschau nach ihr hielten. Sie sah das rote Auge des Centurion vor sich. Er stand auf der anderen Seite und überblickte das Regal. Wie aus heiterem Himmel platzte auf seiner Panzerung ein Salzsäureglas, die sich geschwind in seine Hülle fraß. Er ließ die Waffe fallen und stolperte Rückwärts in die Gruppe hinein. Eine 8 berührte den Panzer mit der Säure und ihre Hand begann daraufhin zu ätzen. Das Modell schrie vor Schmerzen und erregte die Aufmerksamkeit der anderen. Boomer nutzte die Gunst der Stunde, stürmte mit der erbeuteten Waffe heraus und schoss in die Gruppe hinein. Ihr primäres Ziel waren die Centurion. Diese wurden von den Geschossen völlig überrascht durchdrungen und wurden außer Funktion gesetzt. Eine andere 5 schlug ihr das Gewehr aus der Hand und versuchte sie zu würgen während die 8 vor ihr immer noch vor Schmerzen schrie und sich auf den Boden wandte, wo mittlerweile sich die Säure verteilte und auch ihren restlichen Körper angriff.

Sharon sah wie die Flüssigkeit auf sie zukam und löste sich eiligst aus dem Griff der 5. Die 6 schrie nach den anderen Cylonen. Als sie sich umdrehte sah die 5 völlig benommen vor sich stehen. In seinem Bauch steckte eine Klinge, die Boomer aber wieder raus zog und in einem Bruchteil einer Sekunde in ihrem Körper steckte. Sie fiel zu Boden, direkt in die ausbreitende Flüssigkeit hinein.
Boomer hatte aber keine Zeit ihr beim Sterben zuzusehen. Die restlichen Cylonen näherten sich ihrer Position. Sie zog die Klinge heraus und nahm die Waffe auf. Sie zerstörte die Leuchtröhre über ihr und verschwand in der Dunkelheit während die menschlichen Modelle auf sie schossen. Doch die Kugeln zerstörten nur leere Gefäße und Mullbinden.

„Wo ist sie?“ schrie eine 1.

Sie hörten wie eine weitere Röhre platzte und gingen dem nach. Ihre koordinierte Suche wandelte sich in ein Chaos. Die 1 kam an der Stelle an und trat in das Glas der zerstörten Leuchtröhre hinein.

„Das ist nicht gut!“ sagte er zu sich und ahnte nicht wie Recht er damit hatte.

Aus der Dunkelheit sah er Mündungsfeuer die den Centurion bei ihm zerstörte und anschließend hörte er ein erneutes Platzen von Glas. Etwas tropfte auf ihn herunter, immer mehr und mehr von einer ätzenden Flüssigkeit und begann sein Fleisch aufzulösen. Er schrie vor Schmerzen als die Säure in seine Augen und oberen Körperöffnungen liefen. Die war eine Warnung für die anderen Cylonen, die von ihm fern blieben. Seine Schreie weilten aber nur kurz in dem Lageraum. Sie verstummten schon nach wenigen Sekunden.

„Ich will hier raus! Verdammt, ich will hier raus!“ schrie eine Simonkopie.

Er warf seine Waffe auf den Boden und rannte Richtung Ausgang. Doch seine Flucht währte nicht lange. Nur kurz merkte er den Lauf einer Mündung bevor das tödliche Geschoss durch den Lauf in seine Kopf eindrang und auf der anderen Seite wieder aus drang.

Sie sahen im schwachen Licht wie der Körper des Simon zu Boden ging und eine weibliche Gestalt an von einem Gang in den nächsten ging. Erschüttert sahen sie zu wie wieder einer ihrer Leute zum Opfer des außer Kontrolle geratenen Cylonen wurde.

„Wir sind in der Überzahl! Wir sollten sie erledigen!“ meinte einer der Cavils

„Centurion, suche die 8!“ befahl eine 6 der letzten Maschine.

Doch dieser rührte sich nicht. Er blieb einfach stehen. Die 6 wollte den Befehl erneut geben als der Kopf des Centurion in ihre Hände fiel. Erschrocken wich sie zurück als der Körper vor sie auf den Boden fiel. Im flackernden Licht konnten die verbliebenen Cylonen Boomer erkennen.

„Wie hast du…“ stotterte die 6 ängstlich.

Boomer hatte keine Zeit mehr für längere Unterhaltungen. Sie fing einen Schlag der 6 ab, verdrehte ihr den Arm, zog mit einer freien hand eine erbeutet Pistole und erschoss damit eine Kopie des Cavil. Anschließend warf sie die 6 zu Boden. Eine Simonkopie schlug mit einem Rohr nach ihr. Sie konnte rechtzeitig aus dem Gefahrenbereich, schoss ihm in beide Knie und der 6 vor ihr in den Hinterkopf. Während Simon zu Boden ging zog sie das Schwert hervor, wich gekonnt einer 5 aus und während der Drehung stach sie ihm mit der Klinge in den Rücken hinein. Der auf dem Boden liegende Simon versuchte nach seiner Waffe im Holster zu greifen. Doch Boomer kam ihm zuvor. Sie zog das Schwert aus dem Rücken der 5, trennte ihm die Waffenhand an und trat den vor Schmerzen schreienden Simon zu Boden. Blitzartig zog sie seine Waffe raus, richtete sie auf seinen Kopf und gab zwei Schüsse ab.

Hinter ihr schlug ein anderer Simon sie nieder und wollte sie mit einem schweren Gegenstand erschlagen. Valerii rollte zur Seite, erschoss eine angreifende 6, die zwischen den Regalen lief und setzte die beiden nächsten Kugeln in die Stirn des Simon.

„Tötet sie!“ schrie eine 8 und stürmte auf sie los.

Boomer nahm ihr Schwert auf und köpfte sie während einer Drehbewegung ihres Körpers. Im Augenwinkel erkannte sie noch zwei Cylonen. Sie begannen auf Boomer zu schießen. Sie schmiss sich zu Boden, neben den Körper der geköpften 8 und zog deren Waffe hervor.
Eine 1 und 5 traten in das schwache Licht und meinten der Körper vor ihr wäre Boomer.

„Ich habe das Miststück!“ prahlte die 5.

Hinter sich hörte er wie der 1 etwas passiert sein musste. Er drehte sich um und sah die Klinge, die quer in seinem Hals steckte und ein anschließendes Klicken.

„Falsch gedacht!“ sagte sie und kurz darauf durchstieß eine 9mm Patrone seine Schläfe.

Es wurde still um sie. Im schwachen Licht sah sie die toten Körper der Cylonen liegen. Von draußen hörte sie Schritte und bekannte Stimmen. Es war Kara, die sie zuvor außer Gefecht gesetzt hatte.

Geschafft zog sie die Klinge aus der 1 heraus und ging nach draußen.

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Adama öffnete die Tür zu dem Büro wo er zuvor mit Cy eine Unterredung hatte. Am Fenster stand Lucas und sah nach draußen. Er beobachtete wie die Menschen fluchtartig ihre Häuser verließen und in die Berge flohen. Es hatte nicht lange gedauert bis die Menschen begriffen das etwas nicht stimmte.

„Bleiben sie draußen! Ich komme gleich wieder!“ befahl Adama und schloss die Tür.

Lucas sah Bill und die Waffe, die er in seinen Händen hielt. Er lächelte nur kurz und sah wieder nach draußen. Er wusste dass der Tag gekommen war, der Tag an dem von ihm Rechenschaft verlangt wurde. Und sein Richter war auch bereits gekommen, in Person von William Adama.
Breaker legte einen Datenträger auf den Tisch und schob diesen Adama zu.

„Das wird dich interessieren. Ich habe das vor 40 Jahren aus einem Satelliten entnommen. Er führte uns hierher, hierher nach Alabama. Es war dieses Lied, weißt du. Ich erzählte später dass es ein Engel war. Die Menschen hatte für solch einen wunderschönen Planeten gebetet – und ihre Gebete sollten erhört werden.“

Adama nahm den Datenträger und steckte diesen in die Beintasche seiner Uniform. Dabei bemerkte es das Trent weinte während er das Fenster hinaussah. Doch ließ er sich nicht von dessen Tränen berühren.

„Was ist mit den Gebeten der Menschen von Picon und Aquaria? Was ist mit den Leben die wegen deines Handelns das nächste Sonnenlicht nicht mehr erblicken konnten. Die zerstörten Familien, deren Freund und dessen Freunde. Was ist mit den Gebeten deiner Kameraden auf der Galactica und der Columbia….“

„Hör auf!!“ sprach Breaker dazwischen.

Seine Lippen zitterten vor Angst, vor dem was kommen sollte. Er wusste dass die Kolonie dem Untergang geweiht war. Die Cylonen würden jeden Menschen, egal ob Mann, Frau oder Kind, töten. Diese Kolonie hörte in Kürze auf zu existieren.

„Ich habe einen Fehler gemacht! Wolltest du das hören, Bill?“

„Dafür ist es mittlerweile zu spät, das weißt du aber auch!“

Lucas Trent nickte. Er sah wie Adama seine Waffe entsicherte und ihn mit seinem durchdringenden Blick ansah. Jede Regung des ehemaligen CAG der Rycon ließ den Admiral kalt. Aber sterben wollte er nicht. Lucas wollte an das menschliche in Bill Adama appellieren. Jeder konnte sich ändern, so auch er. Er würde nach über 40 Jahren wieder den Kampf gegen die Cylonen aufnehmen, wieder gut machen was er vor vielen Jahren verbockt hatte.

„Bitte, Bill! Gib mir noch eine Chance. Ich kann das alles wieder gut machen. Mensch Bill, jeder hat doch eine zweite Chance verdient, oder nicht? Sogar dem Toaster hast du eine gegeben! Ich bitte dich, um unserer alten Freundschaft willen – lass es mich wieder gut machen.“

William richtete die Waffe auf den Kopf von Lucas und sah ihn gleichgültig dabei an. Das Flehen des ehemaligen CAG prallte einfach an ihm ab. Keines seine Worte erweichte auch nur im Geringsten sein Herz. Wieder nickte er nur und sah kurz hinaus. An der Tür klopfte es. Racetrack machte Adama aufmerksam das Raider im Orbit auftauchten und zur Kolonie flogen.

„Also war’s das, Husker?“

„Es waren einfach zu viele, alter Freund!“

„Verstehe!“ meinte Trent und holte eine Waffe hervor.

Doch Admiral Adama hatte den Abzug bereits betätigt und die Scheibe hinter Lucas färbte sich rot. Er sah nicht einmal mehr nach ihm und verließ das Büro. Die Gruppe bewegte sich auf das Dach zu. Dort sicherte bereits Kara mit ihrer Gruppe den Bereich. Ein Raptor war auf dem Dach, während ein anderer in der Luft den Bereich sicherte.

Als Adama in den wartenden Raptor stieg wurde er rot vor Wut. Er erkannte die blutverschmierte Boomer darin. Kara stieg hinzu und setzte sich zwischen die Beiden.

„Sir, sie hat uns geholfen!“ sagte sie in einem ruhigen Ton.

„Wir müssen weg!!“ riet der Pilot als der Raptor über ihnen Raider in wenigen Kilometern meldete.

„Das sollten wir wirklich, Admiral. Dieser verrückte Toaster hat die Eieruhr aktiviert und dieser Komplex wird gleich in Rauch aufgehen!“ meldete ihm Kara noch zusätzlich.

„Starten sie! Zurück zur Galactica!“ befahl Adama.

Als alle eingestiegen waren wurde die Luke des Raptor geschlossen. Er stieg zum Zweiten auf und beide sprangen kurz darauf in einem gewagten Manöver in den Orbit und anschließend zurück zur Flotte.

Während die alten Raider Mk I die Kolonie erreichten lief im Komplex die aktivierte Selbstzerstörung aus und die tonnenschwere Säulen wurden durch die eingebauten Sprengsätze zur Explosion gebracht und zerstört. Der Boden unter der Stadt tat sich auf und die Hälfte der Gebäude versank im Boden während den Raidern Rauch und Flammen entgegen stießen.

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Battlestar Galactica
Standort: NCC 0013
Auftrag: Schutz der Flotte

„DRADIS Kontakt, XO. Zwei Raptor, es sind unsere!“ meldete Gaeta.

Saul Tigh und die Präsidentin sahen auf das DRADIS und hofften dass er ebenfalls mit an Bord war. Noch bevor der Colonel nachhaken musste lächelte auch schon Dee und streckte den Daumen nach oben.
Erleichterung tat sich auf. Doch sollte diese nicht lange währen.
„Colonel, Kontakt – 2 Basisschiffe bei Koordinaten 200 Karom 009, sie senden Raider aus!!“

„Alarm für die Flotte. Notsprung 2C durchführen. Apollo soll den Raptor Zeit verschaffen.“

Der Alarm auf der Galactica wurde ausgelöst, das Licht im CIC dunkelte sich ab während der Monitorbaum von der Decke herunterfuhr.

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Major Lee Adama
Rufname: Apollo
Viper: 2502
Standort: NCC 0013
Auftrag: Abfangen der cylonischen Bedrohung

Die Mk VII des CAG rauschte an den beiden zurückkehrenden Raptor vorbei und den Raider Mk I entgegen. Hinter sich erkannte er wie die ersten Schiffe der Flotte sprangen und weitere Viper ihm folgten.

„Ok, zeigen wir den Flundern wo der Hammer hängt. Bleibt bei euren Flügelmännern. Zielverteilung von links nach rechts!“ befahl er seinen Männern und Frauen.

Die Raider und Viper waren nach kurzer Zeit in Feuerreichweite und die bläulichen und rötlichen Projektile schossen aufeinander zu. Auf beiden Seiten erhellten kleine Feuerbälle den Sektor und schließlich gingen sie in den Dogfight hinüber.

Lee senkte die Nase seiner Viper und erkannte unter sich eine Gruppe von Raider auf die Galactica zurasen. Er und sein Flügelmann zündeten die Nachbrenner und nahmen die Verfolgung auf. Ein kurzer Blick hinaus verriet dem CAG den Stand der Sonne und richtete seine Viper dementsprechend aus.

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Raider 444
Auftrag: Vernichtung der kolonialen Flotte

Die Gruppe unter der Führung des Raider 444 setzte sich von der Hauptkampfzone ab. Der führende Centurion hatte den Befehl die Galactica direkt anzugreifen. Die 8 Raider flogen in Gefechtsgeschwindigkeit und enger Formation zur Galactica. Eine vordere Gruppe meldete heftigen Widerstand des Kampfsterns. Seine Flugabwehrgeschütze dezimierten die Raider einem nach dem anderen. Um die Galactica herum erleuchteten immer wieder kleine Feuerbälle und machten den Raum um den Battlestar Taghell.

„Wir haben Befehl die Galactica zu vernichten. Steuert ihre Landepylonen an und zerstört die Jägerhangars! Zerstört die Galactica und ihre Flotte!“

„Wie du befiehlst!“

Gerade als er eine Kurkorrektur durchführen wollte wurde der Flügelmann des Raider Mk I zerstört. Auch unter ihm flogen die rötlichen Geschosse der 30mm Kanonen der angreifenden Viper vorbei.

„Weicht den Jägern aus! Wir formieren uns neu!“

„Wie du befiehlst!“

Der Pilot schwenkte seine Maschine nach rechts als das Cockpit von vorne erfasst wurde. Die Geschosse durchlugen die Körper der Piloten und schließlich explodierte der Raider.

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Major Lee Adama
Rufname: Apollo
Viper: 2502
Standort: NCC 0013
Auftrag: Abfangen der cylonischen Bedrohung

Der Raider vor ihm wurde durch eine entgegenkommende Mk II regelrecht in Stücke gerissen. Lee erkannte die Maschine die zunächst an ihm vorbeirauschte und anschließend an seine Seite flog.

„Lee, Befehl vom alten Mann – alle Viper wieder rein. Die Toaster ziehen das Rohr ein!“

Auf seinem DRADIS sah er was Kara ihm zuvor sagte. Die Raider und Basisschiffe zogen sich zurück.

„An alle Viper, wir gehen nach Hause!“

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Battlestar Galactica
Standort: NCC 0013
Auftrag: Schutz der Flotte


Adama stand mit seinem XO am Lagetisch und beobachtete das Geschehen auf dem DRADIS. Aus einem unerklärlichen Grund zogen sich sie alten Basisschiffe wieder zurück.
Dennoch feuerten die schweren Geschütze der Galactica weiter auf das nähere Basisschiff.
Die 120mm Geschosse durchschlugen die Panzerungen des oberen „Tellers“ während die Flak den zurückkehrenden Viper Feuerschutz gab und die fliehenden Raider in Stücke rissen.

Weitere Treffer erschütterten das Basisschiff, das auch die wieder verstärkt die Galactica beschoss. Ein Großteil der Raketen konnten durch Viper oder ihre Geschütze vernichtet werden, doch schafften einzelne Geschosse den Weg durch das Abwehfeuer und schlugen auf der Oberfläche der Galactica ein. Der Kampfstern wurde unter den folgenden Detonationen durchgeschüttelt, doch hielt die Panzerung stand.

Das Basisschiff begann in den äußeren Bereichen Feuer zu fangen und Explosionen traten aus dem Inneren heraus. Die Galactica konnte mit den letzten Treffern den FTL ausschalten und somit sprang das zweite Schiff ohne den alten Basestar.

„Viper gelandet, Sir! Schwere Schäden am Basisschiff. Es hat keine Fahrt mehr. Waffensysteme ausgefallen!“ meldete Gaeta von seiner Station.

„Admiral, bereit zum Sprung!!“ kam von Dee.

„Ihre Befehle, Sir!!“ sagte Tigh und sah ihn erwartungsvoll an.

Obwohl dieser Alptraum nicht lange andauerte, so war er froh Adama wieder an seinem Platz zu sehen und die nächsten Befehle zu empfangen. Vorher hätte Saul auch nicht geruht bis sein Freund wieder an seinem Platz eingenommen hätte.

„XO, hinterlassen wir eine Visitenkarte. Vorbeifahrt, Intervall vordere und Feuerstoß hintere Geschütze. Sprung nach vorbereiten!“ befahl Adama.

Die Galactica drehte ein und während sie am Basisschiff entlang flog feuerten ihre 120mm Geschütze auf den alten cylonischen Träger. Die Geschosse durchschlugen die Außenhaut des Basisschiffes und verursachten schwerste Schäden im Inneren. Schließlich gab die Struktur des Cylonen den schweren Geschossen nach. Explosionen überdeckten das Schiff als die Galactica sprang. Kurz darauf erhellte ein größerer Feuerball den Raum.

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Battlestar Galactica
Standort: NV 5081
Auftrag: Schutz der Flotte

William Adama saß in seinem Quartier auf dem Bett und sah sich bei einem Trunk alte Fotos an. Er hatte zuvor vom Schicksal von Cally Tyrol erfahren und versprach dem Chief Aufklärung. Er verbrachte einige Stunden beim niedergeschmetterten Ehemann von Cally Tyrol. Galen konnte nicht verstehen warum es gerade seine Frau traf, warum einer seiner Schraubenzieher in ihrem Hals steckte.
Bill nahm diese Sache persönlich und wollte so schnell wie möglich einen Verantwortlichen für diese schreckliche Tat.

In der Zwischenzeit war seine Familie und Tigh bei ihm. Jeder drückte sich auf seine Weise aus wie sehr er sich freute den Admiral wieder zu sehen. Nun saß er alleine auf seinem Bett und die Erinnerungen holten ihn ein. Er hörte immer noch die Stimme von Lucas neben sich, wie sie scherzten, über belanglose Dinge redeten. Aber der Mann, den er auf der Kolonie getötet hatte, war nicht Lucas. Er starb während seiner Pflichterfüllung auf der Rycon, ermordet von einem feigen Verräter.

Noch in Erinnerungen schwelgend hörte er wie seine Tür aufging. Laura kam leise herein und sah William auf dem Bett sitzen.

„Sie wollen sicher alleine sein. Ich komme später wieder!“

„Nein, sie stören nicht – ich war sowieso gerade fertig geworden. Setzen sie sich!“

Der Admiral packte das Album weg und machte der Präsidentin ein wenig Platz. Roslin setzte sich neben ihm, nahm ihre Brille ab und starrte auf den Boden. Sie hatte ihn seit seiner Rückkehr nicht privat getroffen und wollte es nun nachholen.

„Willst du darüber reden?“

„Es gibt nichts zu bereden. Was passiert ist, ist passiert. Und es sollte auch so bleiben. Weder dir, noch Saul, Lee oder Kara – es ist abgeschlossen.“

Adama nahm vom Boden eine Flasche und schenkte sich einen weiteren Trink nach. Laura merkte dass er bereits ein wenig intus hatte und wollte ihn nicht zu sehr reizen.

„Diese Menschen werden sterben, Bill!“

„Sie waren schon tot bevor wir sie entdeckten. Willst du darüber reden?“

„Nein! Ich habe schlimme Gedanken in meinem Kopf und nicht alle Menschen waren schuldig. Hätten wir sie retten können? Nein, dafür waren wir über 40 Jahre zu spät!“

„Ich gebe dir einen guten Rat, einfach diese schlimmen Gedanken aus deinem Kopf verbannen. Hilft mir auch besser zu schlafen!“

Laura lächelte als sie Adama ansah, doch er meinte es so wie er es sagte. Von der Bettdecke nahm sie einen Datenträger und sah sich diesen an. Sie hielt ihn in die Luft und blickte fragend. Adama nahm ihn und legte es zu dem Album hinzu.

„Später, was ist mit dir? Ich habe schlechte Neuigkeiten erfahren! Ist es zurück?“

Lauras Augen tränten während sie nickte. William nahm Laura in den Arm und gab ihr einen Kuss auf die Stirn.

„Ich werde sterben, Bill!“

„Niemand wird hier sterben! Wir schaffen es! Wir haben ihn schon einmal besiegt und wir werden ihn noch mal besiegen.“

„Schlimme Gedanken!“ meinte Laura und sah zu Bill auf.

„Einfach vertreiben, Laura!“

Er gab ihr einen Kuss auf den Mund und legte sich mit ihr auf das Bett. Laura legte ihren Kopf auf seine Brust und hörte seinen Herzschlag. Er war trotz allem ruhig und der Takt beruhigte sie.

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Marines brachten Boomer in das Innere der Galactica. Sie wurden dabei von Kara begleitet. Nach wenigen Minuten war es soweit und sie erreichten ihren Zielort.

„Entfernt die Fesseln!“ befahl Starbuck.

Nach wenigen Handgriffen war Boomer von den Fesseln befreit und sah Kara an. Cpt. Thrace konnte die Aktion im Raider nicht vergessen, wie Boomer plötzlich die Hand um ihren Kehlkopf legte und ihr die Luft abdrückte. Aber Sharon zeigte keine Regung der Reue.
„Du hast 1 Stunde, Toaster!“

Sharon betrat daraufhin den Raum und blickte sich um. Sie stand in einer Pilotenkombi inmitten der leeren Messe, die extra wegen ihr geräumt wurde. Draußen warteten Marines und bewachten Sharon.

Diese ging hinter die Theke und holte aus dem Geschirrschrank eine kleine Schüssel und Löffel heraus. Aus dem Gefrierfach holte sie eine Packung Schokoladeneis heraus, entnahm einige Kugeln und stellte es in das Gefrierfach zurück.

Boomer suchte ihren alten Platz und setzte sich hin. Nur zögerlich rückte sie den Stuhl heran. Als sie den Löffel aufnahm und das erste Stück Eis aß, brach sie in Tränen aus. Ihr Körper zitterte bei jedem Bissen. In ihren Gedanken füllte sich die Messe mit Soldaten, die aßen, tranken, lachten oder an ihrem Tisch mit Kara Karten spielten.
Sie war aber nicht traurig, nein – Boomer hatte ihren geforderten Preis erhalten.

Viper047
09-05-2008, 05:23 PM
Kapitel 11


Ein langer Weg ( Teil I )


Battlestar Galactica
Standort: NCC 532527
Auftrag: Schutz der Flotte

Wie ein Schatten legte sich die schwarze Leere des Alls um die Flotte. Umgeben von Personentransportern, Frachtern, Raffinerieschiffen, fliegenden Gefängnissen oder Minenschiffen führte der mächtige Battlestar Galactica die letzten Überlebenden der 12 Kolonien auf ihrem Weg zur sagenumwobenen Erde. Als der letzte überlebende Kampfstern war die Galactica das letzte Bollwerk gegen die Cylonen, der letzte Schutz vor der endgültigen Auslöschung der menschlichen Rasse.

Nur wenige Tage waren seit Alabama vergangen und ihr Schatten verfolgte sie immer noch. Trotz strengster Geheimhaltung kamen einzelne Informationen an die Öffentlichkeit. Nun übten Presse und Politik Druck auf Roslin und Admiral Adama aus. Sie wollten alle Einzelheiten, eine Offenlegung aller Tatsachen und die Frage nach dem Warum beantwortet haben – warum viele Tausend Menschen zurückgelassen wurden und ihrem Schicksal einfach überlassen. Bisher gaben weder Laura noch der Admiral Stellungnahmen ab. Nur Verlautbarungen über Tory Foster, ihrer Sprecherin, wurde an die Presse weitergegeben. In der Zwischenzeit versuchten sie die Quelle der Informationen ausfindig zu machen bevor er oder sie noch mehr Schaden anrichtete.

Admiral Adama hatte aber noch mehr Sorgen wie die Geschichte mit der Kolonie Alabama. Chief Tyrol hatte sich seit dem Tod von seiner Frau Cally schlagartig geändert. Er wurde unaufmerksam in seiner Arbeit, launisch gegenüber seinen Unterstellten und Vorgesetzten, betrank sich in der Bar „Joeys“ auf der Galactica und war mit seinem Sohn überfordert. Seit dem Götterdienst für seine Frau sah man ihn nicht mehr in Gesellschaft mit anderen Kameraden. Galen wollte nur alleine sein, niemanden in seiner Nähe haben.

Des Weiteren wurde ihm der Missbrauch von Drogen auf seinem Schiff gemeldet. Colonel Tigh fand eine gebrauchte Spritze auf seinem Rundgang durch das Schiff. Sie lag auf dem Boden, gut sichtbar für jeden der in dem Gang entlangging. Es ließ Saul keine Ruhe und gab Cottle die Spritze, damit er den Wirkstoff darin untersuchen konnte. Der XO hatte ein Gefühl in der Magengegend das etwas nicht stimmte. Und ihm wurde Recht gegeben. Die Droge „Cript“, welche bereits in den 12 Kolonien Einzug hielt und die Menschen süchtig machte, tauchte wahrscheinlich wieder in der Flotte auf. Diese Droge gab es in verschiedenen Formen, von Pulver bis flüssiger Form, doch ihre Wirkung war stets dieselbe. Sie machte die Menschen abhängig, trieb sie in die Kriminalität oder Prostitution um das Geld für den Kick aufzutreiben. Und manche Süchtige schreckten sogar vor Mord nicht zurück um ihre Sucht zu befriedigen zu können.
In den letzten Jahren hatten die Hersteller der Droge viel experimentiert und ihren Rausch weiter verstärkt. Sie gab einem Menschen das Gefühl unbesiegbar zu sein, eine gewisse Art von Unfehlbarkeit, Überlegenheit gegenüber anderen und sie ließ die Menschen Probleme und Nöte vergessen. Dabei legten die Produzenten Wert darauf dass jede Dosis kürzer war wie die Vorherige, aber der Preis jedes Mal stieg. Adama ging nach der Meldung von Tigh einem Gerücht nach, welches besagte die White Dragon wären wieder da und hätten sogar die Galactica unterlaufen.

Im CIC herrschte Ruhe. Die CAP war auf ihrem Weg, keine Cylonen in der Nähe – wieder eine ruhige Zeit für die Crew des CIC. Gaeta führte die Schicht an, er war mittlerweile gewohnt mehrere Nachtschichten zu schieben und dachte auch nicht daran sich zu beschweren. So hatte er auch die Zeit seinem sekundären Auftrag nachzugehen. William Adama gab ihm den Befehl die Daten von Alabama auszuwerten und wichtige Informationen herauszufiltern. Doch konnte er bisher nicht das Format der Dateien herausbekommen. Es war auf ihre Weise sehr einfach aufgebaut, doch all die koloniale Technik konnte nichts entschlüsseln. Aufgeben tat er nicht, die Ideen gingen ihm nicht aus. So wollte er Athena um Hilfe bitten. Eventuell konnte die Cylonin die Daten auf dem Datenträger entschlüsseln.

„Morgen, Felix! Die letzten Meldungen von Kara. Sektor 7,11 und 14 sind sauber. CAP kommt zurück. Apollo macht sich für die Übernahme bereit. Athena und Helo sind rein gekommen. Hinter der Flotte keine cylonische Verfolger. Das war’s für die Nacht. Hast du noch was?“ fragte ihn Anastasia und legte ihm die Meldungen auf den Lagetisch.

Felix sah sie an und musste schmunzeln. Dee sah fertig aus. Die Nachtschichten kamen ihr in letzter Zeit nicht gelegen, da sie tagsüber meist auf den Spross von Lee und Kara aufpasste. Sie tat dies freiwillig, alleine um Starbuck eins auszuwischen. Dee machte Kara immer drauf aufmerksam was sie als Mutter anders machen würde. Der kleine Zak hielt während der Zeit stets auf Trab, doch Dee liebte ihn wie ihren eigenen Sohn. Ihr Mann bat sie sich wieder Zeit für sich zu nehmen, da sie nicht die Eltern des kleinen Adama sind und Zak seit einiger Zeit Dauergast bei ihnen war. Es war nicht nur Zak Adama was Jarod Sorgen bereitete. Seine Frau war auch immer öfter bei Lee zugegen und erzählte immer zu von ihm, wie toll er wären und was für er ein guter Vater war. Sgt. Novak hatte Angst dass sie eine Affäre mit ihm hatte, seitdem Kara wieder öfter mit Sam Anders nach Dienst gesehen wurde. Diese Thema und der kleine Zak raubten ihr den Schlaf über Tag. Ihre müden Augen machten es Felix ziemlich deutlich.

„Ok, ich gebe an den Admiral so weiter. Er dürfte mittlerweile auf den Beinen sein. Ich habe nichts mehr, außer den Rat dass du dich heute aufs Ohr legen solltest. Mich geht es zwar nichts an, aber du solltest dich ein wenig von Kara und vor allem Lee Adama distanzieren wenn du nicht demnächst im CIC zusammenklappen willst.“

„Du hast Recht Felix, es geht dich verdammt noch mal nichts an!!“ schnauzte sie Gaeta an.

Ihr müdes Gesicht wandelte sich in ein wütendes. Was glaubte Gaeta wer er war das er sich in ihr Leben einzumischen erlaubte. Ihrer Meinung verstand sie sich nur sehr gut mit Lee Adama, und unter anderen Unständen könnte sie sich auch mehr vorstellen. Doch die Wahrheit sah nun anders aus. Beide waren verheiratet, gebunden an andere Menschen in ihrem Leben. Und es gab einen Teil in Lee Adama der Kara nie verlassen würde.

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Müde aber lächelnd kam Kara aus der Dusche. Sie hatte ihren Flug mit Hot Dog hinter sich und freute sich nun auf ihren Sohn. Ihre CAP war zum Glück ereignislos und das könnten die restlichen CAP’s bis zur Erde ebenso bleiben. Neben ihrem Spind machte sich Lee bereit und war schon in Eile. Sie klopfte mit der flache Hand auf seinen Hintern und öffnete ihren Spind um frische Sachen herauszuholen.

„Guten Morgen, Tiger!“ begrüßte sie ihn.

„Morgen! Also, Zak war ruhig, er hatte seine Nahrung bekommen und ich habe dir seine Morgenwindel übrig gelassen.“

„Lee, er ist groß genug um das Töpfchen kennen zu lernen. Aber trotzdem danke das du an mich denkst!“

„Gern geschehen. Das mit der Schüssel kannst du ihm zeigen!“

„Hey, hey - wer von uns Beiden ist der Mann. Soll ich ihm etwa das im Stehen pinkeln beibringen?“

Kara blickte mit einem Grinsen zu Lee. Sie wusste dass das Paar mit dieser Unterhaltung nur einige Beziehungsprobleme kaschierte. Er machte ihr Vorwürfe wegen Sam und sie ihm wegen Dee. Seit Alabama wurde es schlimmer, doch bemühten sie sich, alleine wegen Zak, eine Lösung zu finden.

„Was auch immer. Was tust du heute? Wieder Sam?“

„Ich weiß nicht, nachdem du mir schon Sharon verbietest. Ich denke wir werden Zak zu deiner Freundin Dee geben und anschließend es hemmungslos im Ehebett treiben während wir uns über dich lustig machen. Meintest du das?“

„Darauf habe ich keine Lust! Ich muss los!!“

Apollo schloss den Spind und ging ohne ein weiters Wort zu sagen. Kara wusste dass sie es für heute wieder auf die Spitze getrieben hatte und ließ ihren Unmut an der Spindtür aus.

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Der alte Mann stand vor dem Spiegel und wie jeden Morgen seit Neu Caprica rasierte er sich. Für sein altes Gesicht nutzte er eine alte Klinge. Er schwörte auf sie. Sie war zuverlässiger und schärfer als jede neumodische Klinge. Aber man schnitt sich mit ihr auch leichter. Sie wurde durch kein Gitter oder anderen neumodischen Sachen geschützt. Sie lag frei und glitt mit ihrer scharfen Klinge über sein Gesicht. Der Admiral sah auf seine Wanduhr und er hatte noch ein wenig Zeit. Heute war er im Quorum anwesend, wo die Vertreter des Volkes sich trafen um über Themen der Flotte zu sprechen. Es war das Kabinett der Flotte. Unter anderen stand auf dem Tagespunkt die Sache mit der Kolonie Alabama. Laura wollte ihn an ihrer Seite wissen wenn die unangenehmen Fragen kamen. Der Krebs lenkte sie vom aktuellen politischen Geschehen ab und das Chamalla in ihrem Tee macht die Sache nicht unkomplizierter. Sie wirkte in letzter Zeit immer öfter abwesend, und das spürten die Mitglieder des Quorums.

Das Com klingelte neben seiner Waschgelegenheit im Quartier. Adama war nicht fertig und hatte noch Rasierschaum in seinem Gesicht. Er hob ab und nahm das Gespräch an.

„Adama!“ raunte seine tiefe Stimme durch den Hörer.

„Guten Morgen, Admiral!“ ertönte eine leise und zarte Stimme.

„Morgen, Laura – was kann ich für sie tun?“

Laura lachte am anderen Ende. Sie rief seit einer Weile an nur um seine Stimme zu hören. Seit dem Ausbruch des Krebses rief sie ihn täglich an. Laura Roslin wollte morgens nicht mehr aus Bett heraus und vertraute auf die „militärische Motivation“ des Admirals sie aus dem Bett zu bekommen. Das Chamalla machte sie müde und in einigen Tagen wollte Cottle auch mit der Doloxanbehandlung beginnen, eine Therapie begleitend zu ihrer Chemotherapie.
Wenn Bill Adama nicht wäre würde Laura sich Stück für Stück aufgeben. Der Tod war so nahe, sie konnte ihn täglich umso mehr spüren. Der Sand der Zeit ihrer Lebensuhr neigte sich dem Ende zu. Admiral Adama verhalf ihr seitdem auf wieder auf die Beine. Er gab ihr Kraft das alles durchzustehen und bot sich sogar an ihr bei den Behandlungen beizustehen. Diese Kraft von außen tat ihr gut und schenkte ihr Mut weiterzumachen.

„Ich dachte sie könnte mir ein wenig behilflich sein. Ich liege in meinem Bett und will einfach nicht aufstehen. Und da sie in den letzten Tage so gut waren, dachte ich sie könnten heute…..“

„Soll das nun zum Regelfall werden, Laura?“

„Würde es sie stören?“

„Nein, würde es nicht. Warum gönnen sie sich nicht einfach ein paar Stunden mehr Schlaf. Sie müssten nicht bis in die Nacht arbeiten.“

„Das tue ich bereits. Aber ich kann einfach nicht schlafen, Bill. Dann lese ich in einem Buch welches ich mir gerade schnappen kann. Von einem meiner Assistenten habe ich etwas Interessantes bekommen. Es ist eine Chronologie unserer Kolonien. Aber es macht einen nachdenklich, wenn man durchblättert."

Bill hörte die Trauer in ihrer Stimme. Seit der Flucht von Neu Caprica war sie jeden Tag mit den Zahlen der Überlebenden konfrontiert. Die Menschen von Alabama wären für die Statistik ein Segen der Götter gewesen. An ihrer Tafel im Wohnbereich stand die 39.186. So viele Menschen waren seit Neu Caprica übrig geblieben. Es hatten nicht einmal alle geschafft von der neuen Kolonie zu flüchten, ihr Schicksal war unbekannt und belastete Laura sehr.

„Man brauchte tausende von Jahren um eine Kultur wie unsere gedeihen zu lassen, die Bücher mit ihrem Wissen und Erfahrungen zu füllen, ihr Vermächtnis an ihre Nachkommen weiterzugeben um nicht vergessen zu werden. All das war innerhalb eines Tages zerstört worden. Einige Tausend Menschen von einst Milliarden von Menschen. Heimatlos und auf der Flucht vor ihrer eigenen Vergangenheit. Wer wird sich an uns erinnern, Bill?“

„Machen sie sich Sorgen vergessen zu werden, Laura?“

„Irgendwie schon, sie nicht?“

„Ich habe meinen Enkelsohn, Frau Präsident. Die Galactica leistet ihren Beitrag um nicht in Vergessenheit zu geraten, wie sie am Anfang gesagt hatten – wir müssen Babys machen!

Er hörte ein leises Lachen am anderen Ende. Während er sich weiterrasierte freute sich Adama mit ihr. Es brauchte nicht allzu große Mühen um Laura in ihren dunklen Stunden ablenken zu können. Bill Adama tat es gern, selbst wenn es schwieriger wäre sie gedanklich vom Krebs wegzubekommen.

„Sehr gut, Admiral. Bill, wären sie so freundlich?“

Der Admiral räusperte kurz und legte seine Klinge zur Seite.

„Laura, wenn sie nicht augenblicklich ihren verdammten Hintern aus dem Bett schaffen, komme ich herüber, prügele sie aus dem Nachthemd und schleife sie persönlich zu ihrem Tisch. Sie sind der verfluchte Präsident vom diesem Sauhaufen, also tun sie ihren Job oder ich such mir jemanden anderes der ihren Job macht!!“ sagte er in einem strengen Ton.

„Danke, Bill! Wir beginnen um 11.“

„Bis dann, Laura!“

Adama legte auf. Nach der Uhr hatte er noch ein wenig Zeit bevor er auf die Colonial One musste. Und er hatte wieder einen Tag Zeit bis die Präsidentin wieder bei ihm anrief.

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Karl Agathon war noch in der Messe um vom Koch Kaffeepulver zu bekommen. Er legte Süßigkeiten auf die Theke und tauschte diese gegen den Kaffee. So wusch eine Hand die andere. Er bezog von seiner Frau die süßen Leckereien, die sie von einer anderen Mutter ais dem Hort bekam. Und Helo tauschte Teile davon für andere Sache ein. Er musste ein wenig warten, der eingeteilte Soldat für die Theke war nicht eingeweiht in die Tauschgeschäfte des Kochs und Cpt. Agathon. Hinter ihm saßen einige Techniker. Sie lachten leise und lästerten über etwas. Aber Karl konnte nicht nachvollziehen worum es sich drehte. Es interessierte ihn eigentlich auch nicht. Er wollte nur noch nach Hause zu seiner Frau und zu seiner kleinen Hera.

„Ey, Cylonenschmuser!!“ rief jemand hinter ihm.

Als Karl sich umdrehte wollte es niemand gewesen sein. Es wurde auch leiser am Tisch der 4 Männer in Orange.

„Ihr Kaffee, Sir!“ sagte der junge Private hinter der Theke und gab ihm das Pulver in einer Plastikdose, nachdem der Koch das Ok gab.

Helo nahm ihn und verdrängte das eben gehörte.

„Cylonenschmuser!!“

Diesmal wurde es lauter ausgerufen. Sharons Mann stellte die Dose auf die Theke und drehte sich erneut um. Er sah wie die Techniker mit hochroten Köpfen beieinander saßen und leise tuschelten. Wie kleine Feiglinge rückten sie beisammen und lästerten leise weiter. Helo wollte sich das nicht gefallen lassen und ging zu ihrem Tisch. Er hasst es wenn jemand gegen seine Frau eiferte, seine Tochter beleidigte und nicht dazu stand was er sagte.

„Wiederholen sie das, Specialist Gaines!!“

Die Männer am Tisch bemerkten wie der Captain neben ihnen stand und erbost zu ihnen blickte.

„Was wiederholen, Sir?“

„Was sie eben zu mir gesagt hatten!“

„Ich weiß nicht was der Cylonenschmuser meint!“

Bei dieser Antwort sah Gaines zu seinen Kameraden und grinste. Helo packte ihn ohne weiteres Zögern am Kragen und schmiss Gaines vom Stuhl. Dessen Kameraden standen ebenfalls auf und stürzten sich auf Captain Agathon. Sie prügelten gemeinsam auf ihn ein. Karl müsste Schläge und Tritte am ganzen Körper hinnehmen. Sie drückten ihn zu Boden. Gaines stand auf und trat Helo mehrmals in die Magengrube während die anderen Techniker ihn am Boden hielten.

„Na, wie schmeckt dir das, du Cylonenliebhaber!!“ brüllte Gaines.

Plötzlich wurde dieser von Helo weggerissen. Eine Faust traf ihn mitten ins Gesicht und der Schlag ließ ihn nach hinten taumeln. Ein weiterer Techniker wurde von ihm heruntergeholt und bevor er sich versah landete er auch schon auf der anderen Seite der Theke. Helo griff sich einen der übrigen Männer und schubste ihn von sich. Den zweiten Techniker griff er am Kragen und donnerte seinen Kopf gegen die Wand der Theke.

Marines trafen ein. Sie wurden durch den Private verständigt und ergriffen die Beteiligten Soldaten. Eine Hand tauchte vor Helos Auge auf. Als er nach oben sah, sah er das Gesicht von Starbuck.

„Los, ich helfe dir auf!“

Karl nickte. Er spuckte auf den Boden. Seine Spucke war rötlich eingefärbt. Im Gesicht hatte er mehrere Prellungen und seine Lippe war aufgeplatzt. Der Captain nahm ihre Hand und stellte sich auf die Beine. Die Marines nahmen alle beteiligten Soldaten mit und achteten darauf Helo und die Techniker auseinander zu halten.

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Kolonie Alabama

Dutzende Basisschiffe, alte wie neue, umgaben den Planeten. Sie sprangen aus den umliegenden Systemen zur Kolonie als das Verteidigungsnetzwerk sabotiert wurde.
2 alte Basisschiffe folgten einer Sprungsignatur und fanden die Galactica und ihre Flotte. Sie wollten den Kampfstern nach einem kurzen Gefecht nach Alabama locken, wo nach der Alarmierung weitere Großkampfschiffe der Cylonen auf sie gewartet hätten. Sie vertrauten darauf das Adama die Menschen von Alabama retten würde und die Cylonen die Schmach von Neu Caprica rächen könnten. Doch der Kampfstern verschwand spurlos und kehrte nicht mehr zurück. Sie überließen die Menschen von Alabama ihrem Schicksal, sie überließen sie den Cylonen, die nun Jagd auf die Überlebenden machten. Bevor die Cylonen landeten, entluden die Basisschiffe ihre atomaren Waffen und legten die Städte und Dörfer in Schutt und Asche.

Gaius Baltar wurde auf die Planetenoberfläche gebracht. Er hatte sich zuvor die ehemalige Hauptstadt von einem Hügel überblickt. Sie war nur noch eine Ruine. Kein Stein stand mehr auf dem anderen. Inmitten des ehemaligen Marktplatzes klaffte ein riesiges Loch, wo vor dem Angriff der Maschinen ein Teil der Stadt Aramies verschlungen wurde. In weiter Ferne sah man noch die Rauchsäulen der zweiten Stadt und der kleinen Liegenschaften. Centurion wurden auf den Planeten gebracht. Sie durchkämmten die Wälder und umliegende Berge nach Überlebenden des Angriffes. Ihr Befehl lautete sie ausnahmslos zu töten. Diesmal keine Politik der Vergebung, kein Zusammenleben – der alte Deal war nichtig gewesen. Die neue Politik für die ehemalige Kolonie Alabama lautete Ausrottung der menschlichen Rasse.

Einige menschliche Modelle brachten ihn zu einem verlassenen und vergessenen Bunker. Dort sollte er sich etwas ansehen. Die Cylonen konnten nicht viel damit anfangen, deshalb sollte Baltar nun sein Talent einsetzen. Und solange er es tat musste er keine Drohungen seitens der Cylonen fürchten. Ständig aus der Ferne bewacht tat Gaius dass was die Cylonen von ihm verlangten. Er suchte einen Weg zur Erde. Sie vertrauten darauf dass es über ihn schneller voran ginge und man vielleicht die koloniale Flotte überholte um sie vor dem Erreichen zu vernichten. Während seiner Arbeit hatte er keinen großartigen Kontakt zu anderen Modelle. Sie ließen ihn in Ruhe, sie mieden ihn förmlich. Baltar wusste dies und irgendwie schmeichelte es seinem Ego. Die Cylonen waren ohne ihn aufgeschmissen. Und das gefiel ihm sehr.

Der Bunker lag inmitten eines Waldstückes, in einen Felsen hineingebaut und nach Beendigung des Baus versiegelt. Er wurde nicht von Cylonen erbaut, soviel stand für ihn fest. Denn die Maschinen stolperten über ihn während ihrer Suche nach Überlebenden. Eine Familie hatte sich darin verschanzt und wehrte erfolglos den Vormarsch der Cylonen ab. Centurion hatten sie mit Brandgranaten ausgeräuchert. Gaius sah ihre verkohlten Leichen vor dem Bunker liegen, ein Mann, eine Frau und 3 kleine Mädchen. Ältere Centurion transportieren sie ab, doch Gaius konnte dabei seinen Blick nicht ablassen. Es schmerzte ihn doch innerlich diese unschuldigen Menschen zu sehen. Diese Kinder waren unschuldig, sie hatten den Cylonen nichts getan. Sie wussten nichts von dem Krieg, von der Ausbeutung durch ihre Vorfahren. In ihm erregte sich das Gefühl der Abscheu und Verachtung gegenüber seinen Gefängniswärtern. Warum töteten sie Unschuldige Menschen? Was unterschied sie noch von den einstigen Herren?

„Schau nicht hin, Gaius! Das sind Kinder von Verrätern. Eure Flotte hatte sie zurückgelassen. Das Blut dieser Menschen klebt an Adamas Händen, aber nicht an deinen. Du hast wichtigeres zu tun als deine Blicke auf längst Vergessene zu richten!“ flüsterte ihm eine bekannte, weibliche Stimme ins Ohr. Sie stand neben ihm, gekleidet in einem roten, trägerlosen Kleid.

Seine Augen wurden glasig. Wut und Trauer taten sich in ihm auf. Die Opfer seiner Tat hatte er nicht sehen können, doch nun konnte er sich vorstellen was er auf Caprica und den anderen Kolonien anrichtete.

„Warum Vergessene? Sie waren unschuldig! Siehe sie dir an, das sind Kinder! Was unterscheidet euch nun noch von uns? Und ihr nennt uns Heuchler?“

Baltar schüttelte den Kopf und lief von Six weg. Sein Weg wurde bereits nach wenigen Schritten von einem Centurion Mk II versperrt. Er deutete mit einer Kopfbewegung auf den Eingang des Felsenbunkers. Menschliche Modelle erwarteten den Doktor bereits.

„Es war Gottes Wille.“ meinte sie trocken.

„Klar, Gott schon wieder! Warum tut er das nur mit den Menschen? Liebt er die Cylonen mehr als uns?“

„Werde nicht sarkastisch, Gaius!! Du weißt das Gott mit dir was Besonderes vor hat, dich aus all den Menschen erwählte. Doch du bist in deinem Herzen und Geist noch zu sprunghaft. Er wird sich dir offenbaren, wenn du soweit bist!“

„Ah, klasse! Toll, wirklich – wenn ich soweit bin! Das ist mal wieder sehr hilfreich!“

Die menschlichen Modell übersahen es einfach das Baltar Selbstgespräche führte. Sie lotsten ihn durch die dunklen Gänge in das Inner des Bunkers. Der Doktor ging gebeugt durch die schmalen und niedrigen Gänge des Bunkers. Es war feucht und roch ziemlich vermodert. Nach wenigen Minuten erreichten sie ihr Ziel. Eine 8 zeigte auf etwas Großes inmitten eines Lageraumes. Hinter Regalen voller Dosen, Medizin, Decken und anderen Bedarfsmitteln lag unter einer hochgeklappten Decke ein größerer Metallbrocken. Er konnte es aufgrund der schlechten Beleuchtung nicht richtig erkennen.

„Ah, Dr. Baltar – kommen sie näher! Wir hätten was für sie!“ sagte Cavil.

Er stand neben dem Objekt und winkte den Doktor zu sich. Six schubste ihn von hinten und drängte Gaius nach vorne zu gehen. Schließlich ging er langsam und vorsichtig zu der Gruppe von Cylonen. Mehrere Modelle standen beim Objekt und blickten den Doktor mit gemischten Gefühlen an.
Cavil hingegen lächelte und legte seinen Arm um Baltar.

„Wir taten die ganze Zeit etwas für sie, und ich würde lügen wenn ich sage ihr kleines Schauspiel hätte sich nicht gelohnt. Ganz im Gegenteil, sie leisten hervorragende Arbeit.

Aber es kommt nun mal die Zeit wo der Begünstigte auch etwas für seinen freundlichen Gastgeber was tun könnte. Und stellen sie sich vor, heute ist einer dieser Tage. Wir haben das hier gefunden und wollen wissen was es beherbergt. Würden sie so freundlich sein und es sich ansehen?“ fragte Cavil mit einem unfreundlichen Unterton.

Gaius sah nach hinten zu Six. Sie stand an einem Regal gelehnt und nickte. Auch Cavil sah nach hinten und wollte sehen nach was Baltar Ausschau hielt.

„Ist da was?“ fragte er neugierig.

Aber Baltar schüttelte den Kopf und kniete sich zu dem Objekt. Eine 8 entfernte die Decke. Zum Vorschein kam ein Satellit. Doch diese Bauart hatte er in seinem Leben zuvor nie gesehen. Nach dem Äußeren zu beurteilen war er sehr alt. Das Gehäuse setzte Rost an, er konnte darunter weiße Farbe erkennen und so was wie eine Flagge. Sie hatte rote und weiße Streifen, ein blaues Feld in der linken oberen Ecke mit vielen kleinen Punkten oder Sternen.

„Es ist ein Satellit.“ sagte Baltar nach einer kurzen Draufsicht.

„Danke, Doktor. Darauf wären wir nie gekommen.“ entgegnete Cavil.

Gaius ging um den unbekannten Satelliten herum und fand kurz darauf eine offene Stelle. Er sah sie sich näher an und stand darauf enttäuscht auf. Er fand einen leeren Steckplatz. Jemand musste zuvor die Platine entfernt haben. Und darauf waren die Daten seiner Reise abgespeichert worden.

„Sie haben nicht wohl die Platine herausgebaut um mich testen zu wollen?“ fragte er die 1.

Nach Cavils Gesichtsausdruck zu urteilen wusste der Cylon nicht von was Gaius redete. So kam er zu ihm herum und nahm selbst einen Blick darauf. Baltar zeigte ihm die Stelle.

„Oh, und sie können nichts machen?“

„Nein, leider nicht!“

„Schade, tötet ihn!!“

Centurion kamen hervor und klappten ihre Bordwaffen hervor. Gaius erschrak als Cavil wegging um für die Maschinen Platz zu machen. Der Doktor streckte seine Arme aus und schrie nach Aufschub.

„STOPP!!“

Cavil blieb mit einem Schmunzeln stehen und drehte sich zu Baltar um. Dieser stand schweißgebadet am Satelliten und rang nach Luft. Der Schreck saß tief.

„Ich kann doch erst mal sehen ob nicht so was wie eine sekundäre Festplatte oder so was Ähnliches vorhanden ist. Vielleicht gibt es so was wie ein Backup von den Daten!“ meinte Gaius und sah ihn flehend an.

„Das nenne ich endlich mal Sportsgeist, Doktorchen. Nun gut, sehen sie nach. Bringt ihn auf das Schiff, samt dem Schrott auf dem Boden!“ befahl die 1.

Six klatschte in die Hände und lächelte ihn an. Doch Gaius war nicht nach Heiterkeit zumute. Cavil hatte sich heute für die Drohung Baltars gerächt und wollte ihm seine Wertigkeit demonstrieren. Baltar verstand es sofort.

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Viper047
09-05-2008, 05:26 PM
Colonial One

Das Quorum tagte seit wenigen Stunden auf der Colonial One. Der Admiral hatte sich verspätet und setzte sich leise an die Seite. Laura sah ihn und lächelte kurz. Der Grund für die Verspätung war Captain Agathon. Er hatte eine kurze Unterhaltung über den Vorfall in der Messe und legte Helo nah nicht mehr seinen Gefühlen zu folgen. Er hatte gewusst worauf er sich einließ als er Athena zur Frau nahm und mit mir ein Kind bekam. Nicht jeder auf der Galactica oder der Flotte war damit einverstanden. Dabei machte sich es Karl selbst noch schwerer. Er beförderte sich selbst ins Abseits, wurde zum Außenseiter. Und viele waren damit auch einverstanden Helo nicht mehr ganz in ihrer Mitte zu haben solange er mit Sharon zusammen war. Das Paar erfuhr nur wenig Rückhalt seitdem sie zusammen waren. Admiral Adama stand zwischen den Stühlen – zwischen der Crew und dem Paar. Er tat was nötig war um den Frieden zu wahren, hielt sich aber weitgehend aus den Angelegenheiten des Paares heraus solange es nicht ihn selbst oder die Crew betraf. Starbuck freundete sich mehr mit Sharon an. Dabei sah sie aber immer noch Boomer in ihr. Das wusste auch Athena. Für Kara war es die Auffrischung einer alten Frauenfreundschaft. Auch wenn Athena ihr einige Male klar machte das sie nicht Boomer war, so wollte Kara dies nicht hören.

Auf der Colonial One wurde es lauter. Der Vizepräsident Tom Zarek klopfte mit einem Holzhammer auf eine Holzplatte und forderte sofortige Ruhe im Quorum. Nachdem zuvor nur alltägliche Dinge auf dem Tagesplan abgehandelt wurden, kam nun das Thema welches das meiste Aufsehen in der Flotte erregte. Adama kam genau rechtzeitig um Laura notfalls beizustehen. Alabama war in der Presse populär und fast jedes Detail war aus dem Einsatz wiedergegeben, sogar das es sich um eine cylonische Gefangenenkolonie handelte. Spekulationen um eine Rückkehr der Cylonen und der Tod der Kolonisten war das Thema auf Seite 1 der Zeitungen.
Nach wenigen Augenblicken wurde es wieder ruhiger und der Vertreter von Aerelon ergriff das Wort.

„Frau Präsident, warum erfuhr das Quorum erst aus der Presse von der Kolonie namens Alabama? Meine Wählerschaft macht sich Sorgen das sie unter Umständen auch auf einem Planeten zurückgelassen werden könnten!“

Laura sah zu Zarek und schüttelte den Kopf. Was sollte sie nun der Frau antworten? Wie kam man darauf dass Menschen aus der Flotte dasselbe Schicksal ereilen sollte?

„Also, zu ihrer ersten Frage kann ich sagen – ich weiß es nicht. Darauf habe ich keine Antwort. Und des Weiteren kann ich sagen dass niemand zurückgelassen wird. Sagen sie das ihrer Wählerschaft!“

„Hätten sie der Flotte je von Alabama erzählt, oder zumindest dem Quorum?“ fragte der Vertreter von Tauron.

Roslin zog ihre Brille ab während Tory ihr etwas zuflüsterte. Das Quorum und Adama hätten gerne gewusst was Foster ihr zu sagen hatte.

„Frau Präsident?“ meldete sich der selbige Vertreter nochmals.

„Nein!“ beantwortete Laura kurz und knapp seine Frage.

Diese Antwort ließ die Gemüter der Politiker und ihrer Vertreter, die wie Adama an der Außenseite saßen, erhitzen und über den Tisch wurden Debatten geführt die bald nichts mehr mit dem eigentlichen Thema zu tun hatten.

„RUHE!!!“ brüllte Zarek und donnerte den Holzhammer auf die Holzplatte.

Nur langsam kamen die Gemüter wieder runter. Der Vertreter Sagittarias ergriff das Wort.

„Da stellt sich besonders den Bewohnern Sagittarias die Frage warum man sie zurückließ. Das erinnert zu sehr an die Invasion Picons, wo uns die reichen Kolonien im Stich gelassen hatten. Hätten sie wie damals alles unter den Tisch gekehrt? Warum haben sie diese Menschen dem sicheren Tod überlassen? Warum haben sie nichts unternommen? Haben sie den Tod dieser Menschen befohlen?“

„Das reicht!“ meldete sich Adama zu Wort.

Die Blicke wandten sich zum Admiral, und dieser blickte erbost über die letzte Frage in das Quorum.

„Niemand hat den Tod dieser Menschen befohlen. Diese Menschen waren seit Jahren Sklaven und Versuchskaninchen der Cylonen. Sie waren schon tot bevor wir sie fanden. Und wären wir nicht weitergeflogen, wären wir jetzt ebenso tot. Einige von ihnen hatten während des Krieges mit den Cylonen kollaboriert und hatten es ihnen ermöglicht in die Kolonien einzufallen. Dabei war es ihnen egal wie viele Menschen auf Sagittaria, Picon oder Aquaria starben. Sie hatten es in Kauf genommen das ihre Eltern oder Großeltern bei den Angriffen durch die Cylonen sterben konnten. Und sie hatten keine Debatten geführt ob es falsch oder richtig war. Sie hatten keine Debatten geführt wie man sie retten konnte. Sie sind einfach weg und haben die Kolonien sich selbst überlassen. Sie hatten uns alle in Stich gelassen. Und sie hätten uns erneut in Stich gelassen.

Aber das hat wohl nicht in der Presse gestanden, oder?“

Stille kehrte ein. Das Quorum dachte über die Worte Adamas nach, während Tory erneut der Präsidentin etwas ins Ohr flüsterte. Daraufhin stand Roslin auf und nahm ihre Sachen an sich.

„Meine Damen und Herren des Quorums, ich denke wir sollten uns eine Pause gönnen und ich setzte die nächste Sitzung auf Morgen um die selbe Uhrzeit. Dabei setze ich das Thema Alabama erneut auf die Liste. Vielen Dank!“

Laura deutete mit einer Kopfbewegung an das Adama ihr folgen sollte. Zarek wusste nicht warum Laura so abrupt die Sitzung schloss, dennoch sorgte er als Stellvertreter Roslins dafür das die Politiker geordnet die Colonial One verließen. Währenddessen schloss Tory nach dem Eintritt Adamas den privaten Bereich der Präsidentin ab, damit sie ungestört reden konnten.

Während das Quorum tagte streckte Foster ihre Fühler aus und nutzte ihre Kontakte zur Presse um den vermeintlichen Kontakt finden zu können. Und so wie es schien hatte es Früchte getragen. Einer der Vertreter im Raum gab ihr den nötigen Hinweis, da er für seinen Politiker viel mit der Presse zu tun hatte und über ihn nun die Quelle gefunden werden konnte.

„Die sind wie die Geier! Schon den ganzen Tag schleppten sich die anderen Tagespunkte dahin. Die hatten nur darauf gewartet!“ beschwerte sich Laura.

„Aber dennoch haben sie bereits in der ersten Runde abgebrochen, Laura! Warum?“ fragte Adama nachdem er sich setzte.

Roslin sah zu Tory hinüber und verwies den Admiral auf sie.

„Wir haben die Quelle ausmachen können. Ich weiß von wem die Einzelheiten an die Presse getragen wurden!“

„Das wird ihnen nicht gefallen, Bill!“ ergänzte Laura noch.

Foster übergab dem Admiral einen Zettel. Die Worte Lauras machten ihn nervös. Wer war der Urheber? Und warum würde es ihm nicht gefallen? William Adama hatte eine schlechte Vorahnung und hoffte dass sie sich nicht bewahrheitete. Er machte den Zettel auf und las was drauf stand. Und es gefiel ihm wirklich nicht. Enttäuscht und erbost zerknüllte er ihn und warf das Papier auf den Boden.

„Tut mir Leid, Bill – ehrlich!“

„Ausgerechnet Lee! Er muss meine Aufzeichnungen vom Tisch genommen und kopiert haben als ich nicht da war.“

„Warum sind es immer die Kinder die uns das Messer in den Rücken treiben?“ fragte ihn Laura.

„Weil sie dumm sind!!“ antwortet Admiral Adama darauf und verließ den privaten Bereich der Präsidentin.

Er wollte sofort auf die Galactica und seinen Sohn zur Rede stellen.


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Battlestar Galactica
Standort: NCC 532527
Auftrag: Schutz der Flotte


Athena war auf dem Weg zu ihrem Quartier. Sie hatte noch keine Ahnung von dem Vorfall vom Morgen. Niemand von der Crew hatte es ihr gesagt, nicht einmal Starbuck. Sie machte sich schon den ganzen Tag Gedanken was mit Helo war. Er wollte eigentlich nur den Kaffee aus der Messe holen und die freie Zeit mit seiner Familie verbringen. Doch war er ohne ein Wort verschwunden. Sie beruhigte sich schnell wieder und sagte sich dass es bestimmt dienstliche Gründe hatte warum er nicht kam. So nahm sie das Angebot Gaetas an den Datenträger von Alabama anzusehen. Sie versuchte die Daten zu entschlüsseln und sie für die kolonialen Systeme brauchbar zu machen. Beide hatten somit genug zu tun. Gaeta konnte eh nicht schlafen und Athena dachte nicht an ihren Mann. Während sie arbeitete war Hera im Hort bei den Betreuern. Im Laufe des Tages stieß Starbuck noch hinzu und begutachtete die Arbeit. Sie war aber den Beiden keine große Hilfe, da Kara nur über Lee ablästerte und immer wieder dieses Lied sang welches man vom Träger abspielen konnte. Irgendwann genervt verabschiedete sich Athena und hoffte ihren Mann zuhause vorzufinden.

Sie machte die Tür auf und fand ihn tatsächlich vor. Er hatte Hera aus dem Hort geholt stand an ihrem Bett. Da er mit dem Rücken zu ihr stand konnte sie nicht sehen was er als Souvenir vom Morgen mitbrachte.

„Da bist du ja! Wo warst du? Sagst du kommst gleich und verschwindest…, was ist mit dir passiert?“

Als Karl sich umdrehte schloss sie die Tür und ging zu ihrem Mann. Sein Gesicht war leicht angeschwollen durch die Tritte und Schläge an den Kopf, die Lippe aufgeplatzt. Auch am restlichen Körper hatte er blaue Flecken. Besorgt sah sie nach seinen Wunden, doch Helo wollte das nicht und schubste sie weg.

„Lass das! Es ist Ok!!“

„Nein, nichts ist Ok! Ich will wissen was passiert ist!“ forderte seine Frau mit Nachdruck.

Karl setzte sich in den Sessel und hielt einen Eisbeutel an den Kopf während er seine Frau ansah. In ihren Augen sah sie ihre Besorgnis, doch wurde er wegen ihr verprügelt. Das war das erste Mal das Kameraden soweit gingen und Gewalt gegen in anwandten. Bisher hatten sie ihn in seiner Außenseiterrolle in Ruhe gelassen, doch diesmal war alles anders. Er musste schon viel wegen Sharon einstecken und wusste nicht wie lange er das noch mitmachen wollte.

„Du willst wissen was passiert ist?“

„Ja, will ich!“

„Ich sag dir was passiert ist, du bist passiert!!“

Der Tonfall ihres Mannes war laut, so sehr das Hera aufschreckte und zu ihren Eltern sah. Sharon blickte kurz zu ihrer Tochter, die aufrecht im Bett stand und kurz davor stand zu weinen. So nahm sie ihre Tochter heraus und hielt Hera im Arm.

„Was soll das heißen, Helo?“

„Merkst du es immer noch nicht? Diese schönen Andenken habe ich bekommen weil ich mit dir verheiratet bin. Vielleicht wirst du dich daran gewöhnen müssen, mein Schatz!!“

Die Art wie Karl mit ihr redete und ansah gefiel ihr nicht. Er machte sie für den Vorfall verantwortlich. Vor Wut schmiss er den Eisbeutel in eine Ecke des Quartiers und schüttelte den Kopf. Er konnte es einfach nicht nachvollziehen. Je stärker er seine Frau schützte umso mehr bekam er Verachtung entgegen. Und seit diesem Tage artete es auch in Gewalt gegen ihn aus.

„Dann geh, Karl! Du musst nicht hier bleiben wenn du wegen uns nur Ärger hast!“

„Das geht nicht, Schätzchen – ich liebe euch! Das ist mein scheiß Problem an der Sache!“ fluchte Karl.

Hera, wie ihre Mutter auch, weinte. Sie hatte Angst vor ihrem Vater, fürchtete sich vor dessen lauten Stimme. Sharon Agathon wusste auch nicht was sie tun oder sagen sollte. Sie wollte nicht das Helo wegen ihr leiden musste. Sie ging an die Tür und öffnete sie. Mit Tränen in den Augen und ihrer Tochter im Arm sah sie Helo an und bot ihn nochmals an zu gehen.

„Wegen mir musst du nicht bleiben, Helo. Geh einfach und es ist vorbei!“

Athena erschrak als Karl aufsprang und die Tür zuknallte.

„Es geht nicht immer nur um dich, Sharon! Die verdammte Welt dreht sich nicht immer nur um dich! Weißt du was, vergiss es einfach!!“

Vom Haken nahm Karl seine blaue Dienstanzugsjacke und verließ das Quartier. Er brauchte einen freien Kopf und vor allem einen Drink. Er hatte Angst seinen Frust an Sharon und Hera auszulassen und zog es vor lieber nicht in einem Raum mit ihnen zu sein.

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Fortsetzung folgt

Viper047
29-05-2008, 04:39 PM
Kapitel 12


Ein langer Weg ( Teil II )


Kolonie Alabama

Der Tag neigte sich dem Ende zu auf der Kolonie Alabama. Die Sonne küsste am Horizont schon die Berge und Hügel. Ein lauer und warmer Ostwind blies über den Kontinent und nahm das ein oder andere Wehklagen der Menschen mit.
Cavil stand auf einem Hügel und blickte hinab. Hinab in die flehenden Gesichter der Entflohenen, die von Centurion wieder eingefangen wurden und sie ihrem Schicksal zuführten. Er aß unbekümmert einen Apfel während Frauen hinaufsahen um Erbarmen für die Kinder zu erflehen. Doch der Cylon hörte ihre Stimmen nicht, er wollte sie nicht hören. Die Tage der Menschheit waren gezählt. Keine Gnade, kein Erbarmen, keine Verhandlungen und keine weitere Versuche einer friedlichen Koexistenz.
Eine Kopie des Simon kam hinauf und klopfte auf seine Schulter. Cavil wandte sich ihm zu während Schüsse fielen und man das Niederfallen von leblosen Körpern vernehmen konnte.

„Wie weit sind wir?“ fragte die 1 in einem gelangweilten Ton.

„Die Centurion bringen die letzten Menschen zum Fluss. Dort haben wir ein weiteres Lager errichtet. Das dürften alle gewesen sein!“ betonte er und sah kurz zum Geschehen hinter Cavil.
„Sehr gut, ich kann langsam diese Menschen nicht mehr sehen. Nicht einmal mit Anstand sterben können sie. Was macht der Doktor?“

„Er ist auf dem Schiff. Er arbeitet an unserem Fund!“

„Ich hoffe Baltar hat endlich begriffen wo sein Platz ist. Wenn wir haben was wir brauchen werden wir uns auch ihn entledigen müssen. Er wird mir zu mutig und ich kann es nicht haben wenn ein Mensch zu mutig wird. Geht zurück auf das Schiff, ich komme nach!“ befahl Cavil.

Er wollte sich umdrehen als er bemerkte das Simon noch was hatte. Die 1 zog die Augenbraue nach oben und wartete darauf dass Simon noch was sagte oder endlich seinen Befehl ausführte. Cavil wollte keine weiteren Verzögerungen und alles sollte rasch vorangehen. Der Cylon Simon biss sich kurz in die Lippen und wusste nicht wie er anfangen sollte.

„Ist noch was?“ fragte Cavil schließlich, als ihm das Schweigen zuviel wurde.

„Wir haben vielleicht ein Problem!“

„Ach, wirklich?“

Cavil legte die Hand auf seine Schulter und ging mit Simon ein Stück den Hügel hinunter.

„Und welches Problem haben wir vielleicht?“

Während hinter ihnen weitere Schüsse fielen blieb Simon mit Cavil stehen. Er sah sich kurz um und rieb nervös seine Hände.

„Die Achten!“ sagte er leise zur 1.

„Was für ein Problem haben wir vielleicht mit ihnen?“

„Sie haben ein Problem damit wie Ausgestoßene behandelt zu werden und einige von ihnen finden den Weg von Athena und Boomer für den Richtigen!“

Der Gesichtsausdruck des Cavil wurde ernst. Er nahm einen erneuten Bissen von seinem Apfel und blickte hinauf zum Hügel. Seit Boomers Verrat hatte er Maßnahmen ergriffen und ließ die Achten in niedrigere Arbeiten einteilen. Er hatte die Befürchtung dass die Modelle der Reihe 8 anfällig für Verrat waren und wollte sie nicht bei wichtigen Systemen wissen. Des Weiteren wurden ihre Befugnisse eingeschränkt und er spielte mit dem Gedanken einer Neuprogrammierung. Athena konnte er noch verkraften, da ihm persönlich Hera egal war. Er glaubte an die Bestimmungen der Programmierer und war weniger religiös wie die Sechsen oder Leobens. So hielt er sich an die Programmierung und fragte bzw. forschte nicht weiter nach den Final 5 oder hielt an religiösen Wahn fest. Er war Mechaniker. Er reparierte Dinge, das war seine Aufgabe, seine Bestimmung.
Aber Boomer verursachte ihm Magenschmerzen. Wie konnte er sich bloß so in sie täuschen. Hatte er sie nicht im Griff? Er hatte doch ihre Zweifel nur gepflegt und konnte sie nach Belieben manipulieren. Doch ihre menschlichen Züge machten sie untragbar. Sie war noch zu sehr Sharon Valerii. Es wäre doch nur eine kurze Umprogrammierung gewesen und er hätte Boomer für immer an seiner Seite gewusst. Doch was ging schief während ihr Bewusstsein herunter geladen wurde?

Aber nun gut, dieser Frage konnte er nicht mehr nachgehen. Boomer war weg und verfolgte ihre eigenen Interessen. Und diese waren nicht vorteilhaft für ihr eigenes Volk. Cavil fragte sich woher sie diese Stärke und Schnelligkeit hatte, woher sie ihre Selbstsicherheit hatte?
Er konnte nicht zulassen dass die Achten unter sein Kommando gegebenenfalls genauso wie Boomer oder Athena enden.

„Was spricht eigentlich dagegen das wir nach den Dreien auch die Achten stilllegen?“ fragte Cavil.

„Die Sechsen hätten was dagegen, auch die Leoben. Du würdest die Flotte in 2 Lager spalten.“

„So, würde ich das? Na ja, entweder so oder die Achten fügen sich ihrem Schicksal schnell. Denn ich werde sie behandeln wie es mir passt. Das werde ich ihnen auch genauso ins Gesicht sagen wenn wir unsere nächste Teerunde haben!“

Cavil schmunzelte und biss ein letztes Mal von seinem Apfel ab. Er würde sich nicht von den Achten sagen lassen wie er die Flotte und seine Angehörigen zu führen hatte. Auf gar keinen Fall wollte er dass die Achten dem Beispiel von Boomer sogar folgten und einen Aufstand anzettelten. Das wüsste er zu verhindern und notfalls würde die Reise zur Erde ohne die Achten fortgesetzt werden.
Die 1 sah auf seine Uhr und es war Zeit wieder auf das Schiff zurückzukehren. Der Abmarsch der Flotte stand kurz bevor. So nahm er den Rest des Apfels und warf diesen den Hügel hinauf. Das abgegessene Obststück fiel über den Rand hinunter, direkt in das Massengrab hinein.

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Battlestar Galactica
Standort: NCC 532527
Auftrag: Schutz der Flotte


Auch in der Flotte neigte sich der Tag dem Ende zu. Admiral Adama übergab die Schicht an Colonel Tigh und machte sich auf dem Weg zu seinem Quartier. Er hatte in ein paar Minuten eine Unterhaltung mit seinem Sohn und hoffte ein wenig mehr über den Vertrauensbruch seines Sohnes zu erfahren. Über den Tag hatte er, nachdem er von der Colonial One wiederkam, eine Gegendarstellung geschrieben und von Roslin absegnen lassen. Man versuchte das Feuer zu löschen bevor es Überhand nahm.
Ein Marine öffnete die Tür zum Quartier als der Admiral um die Ecke kam. Die beiden Wachposten gingen ins Achtung als Adama sein Wohnbereich betrat. Vor seinem Arbeitstisch sah er Lee bereits wartend. Die Tür ging zu und Lees Vater nahm in seinem Sessel platz. Aus einer Schublade holte er eine bläuliche Mappe hervor und legte sie vor sich auf den Tisch. Dabei trafen sich ebenso die Blicke des Vaters und des Sohnes.

Apollo hatte noch keine Ahnung dass sein Vater bereits wusste wer die Quelle der Presse war. Dee gab ihm bescheid das ihn der Admiral sehen wollte, doch wusste sie nicht worum es ging. Der alte Mann lehnte sich in den Sessel zurück und setzte seine Brille dabei ab. Er legte sie in den Schoss und faltete seine Hände auf seinem Bauch. Noch immer herrschte eisiges Schweigen im Quartier des Admirals. Ein wenig nervös rutschte Lee auf dem Stuhl hin und her.

„Wie geht es dir, Major? Alles klar bei dir und Kara? Geht es Zak gut?“

Die Tonlage des Admirals war ruhig und entspannt. Sein Sohn sah ihn verblüfft an. Deshalb wurde der CAG zum Admiral bestellt? Lee schmunzelte nur kurz und hielt die Fragen nach seinem Wohlbefinden und der Familie für einen Scherz. Aber der alte Mann verzog keine Miene. Starr und konzentriert blieb sein Blick auf seinen Sohn gerichtet. Seine Atmung war ruhig, entspannt saß er im Sessel und wartete auf die Antwort des Majors.

„Was willst du, Dad?“ fragte Lee nach um den Grund des Antritts zu erfahren.

„Ich will nur wissen wie es meiner Familie geht, ob ihr Probleme habt die sich auch auf andere Bereiche auswirken könnten. Und du, als mein Sohn, gehörst automatisch zur Familie.
Also?“

„Hat Kara irgendwas angedeutet? Wir haben nur einen Durchhänger, nichts was sich wieder regelt. Und Zak geht es gut. Aber das wolltest du nicht wirklich wissen, oder?“

Der Admiral klappte kurz die Mappe vor sich auf und wagte einen Blick hinein. Er machte es so auffällig das sein Sohn die Lunte riechen musste. Tatsächlich hatte der Blick des Admirals in die Mappe den CAG aufmerksam gemacht.

„Mir liegt euer Wohl sehr am Herzen, Lee. Vergiss das nie! Nimm den Stift und unterschreibe das hier. Danach zurück auf deinen Posten, Major!“

Der Tonfall des Admirals wurde wieder ein wenig ernster. Er überreichte seinem Sohn die Mappe. Apollo klappte sie auf und las das darin liegende Papier. Jetzt kapierte er warum er zum Admiral befohlen wurde. Vor sich hatte er ein Schreiben wo er seine Aussagen bezüglich Alabamas als falsch und haltlos widerrief.
Somit wusste auch sein Vater das Lee vor einigen Tage sich heimlich mit einer Reporterin traf und über Alabama redete. Sein alter Herr und Roslin wollten die Kolonie unter den Tisch fallen lassen und so tun als wäre nichts gewesen. Doch Lee Adama empfand es als falsch. Seiner Meinung nach sollte die Flotte davon erfahren dass weitere Menschen gefunden wurden und diese ihrem Schicksal überlassen wurden. Die Flotte sollte erfahren das jedem die Fehler und Missetaten verziehen wurde, nur diesen Menschen nicht. Schlimmer noch, viele konnten nicht einmal etwas dafür was ihre Eltern und Großeltern taten. Zumindest die Erwähnung einer menschlichen Kolonie und deren trauriges Schicksal wären verdient gewesen. Doch bei diesen Bitten stieß er beim Admiral auf taube Ohren.
So entschloss er sich kurzerhand sich dem Thema selbst anzunehmen und kontaktierte über verschlungene Kanäle eine Reporterin der Caprica Today. Anschließend nahm alles seinen bekannten Lauf.
Major Adama dachte nicht im Geringsten daran dieses Papier der Lüge zu unterschreiben und gegen seine eigenen Prinzipien zu verstoßen.

„Darauf kannst du lange warten, Dad!“ gab ihm Lee als Antwort und warf die Mappe auf den Tisch.

Sein Vater verfolgte es mit Argwohn und legte im Nahe das Papier zu unterschreiben. Aber Lee blieb stur. Vorbei waren die Tage der Sorge um das Wohl seines Vaters, wieder waren sie in die alten Streitigkeiten zurückgefallen.

„Du stehst gerne auf der anderen Seite, nicht wahr mein Sohn?“

„Solange es nicht deine Seite ist, Dad – fühle ich mich wohl!“

Der Blick des alten Mannes wurde verdammt ernst. Kein Spaß, keine Floskel sollte mehr fallen. Er fühlte sich von Lee hintergangen, verraten und im Stich gelassen. Hatte er keine Ahnung was er mit Alabama auslöste und wohin es führen konnte. Die Leute zerrissen sich das Maul und diktierten über die Presse das politische und militärische Geschehen. Um Herr über die Lage zu werden musste die Führung jetzt handeln. Und es gab nur einen Weg wie man die Situation wieder befrieden konnte. Und für den Admiral gab es keinen anderen Weg.

„Du fühlst dich also im Recht und dabei ist es dir egal was du mir antust, Lee…..“

„Gerade weil ich Recht habe, Vater! Wir verschweigen schon so vieles, wo ich auch mit geschwiegen habe. Ich dachte wir würden damit Recht tun. Dabei wurde jedem alles verziehen. Die Präsidentin verleiht Generalamnestie für die Angehörigen der CNP, dir verzeiht man einen Militärputsch gegen Roslin, Athena verzeiht man das sie ein Toaster ist und sogar ich werde begnadigt – verdammt, ich hatte mit der Waffe auf einen vorgesetzten Offizier gezielt und bin mit der Präsidentin aus der Zelle geflohen.

Jedem wurde verziehen und einfach vergessen. Aber diesen Menschen wird dieses Privileg nicht zu teil? Ist das wirklich euer Ernst gewesen? Sie haben genauso Fehler gemacht wie wir auch. Auch unsere Leute haben mit den Cylonen zusammengearbeitet, oder hast du das schon verdrängt?

Sie hatten ein verdammtes Recht darauf. Das ist etwas woran ich glaube in diesem kaputten System!“

Sein Sohn stand auf. Er hatte seinem Vater nichts mehr zu sagen und wollte gehen. Mit der Faust schlug der Admiral auf den Tisch und befahl seinem Sohn laut ins Stillgestanden. Nur Widerwillig blieb Apollo stehen und drehte sich um. Sein Körper ging ins Achtung und wurde stramm. Admiral Adama stand schlechtgelaunt aus dem Sessel und ging zu seinem Sohn hinüber. Er zog nicht einmal die Brille auf als er vor ihm stand und in die Augen sah. So wollte er es nicht bewenden lassen. Wenn Lee aus dieser Tür ging, dann nur unter seinen Bedingungen. Und das wollte er seinem Sohn auch klarmachen.

„Was glaubst du eigentlich wer du bist? Kommst her in deiner weißen Rüstung und meinst könntest alles zum Guten bewenden. Aber dabei vergisst du die andere Seite der Medaille! Durch das Richtige kann man auch das Gegenteil erreichen. Wir können uns das Richtige nicht leisten, Lee. Deshalb verfahren wir nach dem Verfahren der Zweckmäßigkeit. Und ich hielt es für zweckmäßig diese Kolonie unter den Teppich zu kehren. Aber du, mein Sohn, hast den Aasgeiern da draußen Munition gegeben, die sie nun herzhaft gegen uns verwenden.

Du und deine Prinzipien haben die Sache verschlimmert und das kotzt mich an! Solange du unter meinem Kommando dienst wirst du deine Ansichten hinten anstellen und genau das tun was zweckmäßig ist – nicht richtig! Wenn du das nicht kannst werde ich mir einen anderen suchen müssen. Den so einen wie dich will ich nicht in meinem Kommando wissen.
Ich lasse mir nicht länger von dir auf meinen Befehlen rumtrampeln, nur weil es dir nicht in den Kram passt, Major! Aber egal wie du dich auch entscheiden magst, dieses Papier wird deine Unterschrift tragen, damit du endlich lernst was richtig und zweckmäßig ist!“

William ging an den Tisch und klappte die Mappe auf. Er legte einen Stift daneben und wartete auf die Reaktion des CAG. Aber Lee blieb stur. Auf keinen Fall wollte er nun nachgeben. Er hatte diesen Menschen eine Stimme verliehen und er wollte sie nicht verstummen lassen.

„Da drauf kannst du lange warten, Dad. Ich lasse mich nicht von dir zwingen! Lieber hänge ich diese Uniform an den Nagel als mir länger vorschreiben zu lassen was ich für richtig zu halten habe.“

Die Meinung seines Sohnes stand fest. Für ihn war das Ende der Fahnenstange erreicht. Die guten Zeiten zwischen ihnen konnten nicht überdecken was jahrelang zwischen schief ging.
Sein Vater nickte. Sein Gemüt war erbost, erbost über die grenzenlose Dummheit und Sturheit seines Sohnes.

„Nun gut, wenn das dein Wille sein sollte. Ich will keinen Offizier in meinen Reihen der immer wieder gegen die Mühlen rennt. Du bist es nicht wert diese Uniform zu tragen.“

„Es mir egal was du denkst, Vater. Ich werde diesen Wisch nicht unterschreiben. Ich werde davon nichts widerrufen um als Lügner dazustehen.“

„Dann solltest du das vorher mit Kara noch bereden!“ empfahl er seinem Sohn.

Der Admiral klappte die Mappe zu und setzte sich wieder auf seinen Sessel. Er nahm das Schreiben und legte es wieder in die Schublade zurück. Sein Sohn blieb wie angewurzelt stehen. Der Tonfall seines Vaters war zu ruhig und gelassen. Irgendwas hatte er noch in der Hinterhand. Den blieb er gelassen im Sessel gelehnt und sah seinen Sohn an. Er schien darauf zu warten dass er seinen alten Herren durchblickte und dementsprechend reagierte.

„Was meinst du damit?“ fragte er nachdrücklich.

„Wenn du deinen Dienst quittierst verfällt euer Quartier. Du hättest keine Berechtigung dieses Quartier in Anspruch zu nehmen und müsstest dir was draußen suchen. Kara hätte ebenfalls keinen Anspruch darauf, da sie mit dir gehen müsste. Das heißt du müsstest auch etwas finden was Platz genug für eine Familie hätte. Da draußen herrscht Platzmangel, wenn man nicht unbedingt die Kontakte hat!“

Lee erstarrte vor Wut. Waren das eben die Worte die er aus dem Mund seines Vaters hörte. Er drohte ihm mit seiner Familie. Er hätte keinen Skrupel seine eigene Familie zu erpressen nur um seinen Willen durchzusetzen. Innerlich kochte er bereits als er sich setzte und die Mappe verlangte. Er brauchte ihn nicht zu fragen ob er es auch ernst meinte. William Adama tat auch was er sagte, selbst wenn es Opfer in den eigenen Reihen bedeutete. Diesmal erpresste er sein eigen Fleisch und Blut.
Ohne weiteres Zögern unterschrieb er und schmiss alles vor seinen Vater auf den Tisch. Sein Blick strafte seinen Vater mit Verachtung, so wütend war er auf ihn. Der Admiral nahm alles an sich und packte es weg als wäre nichts geschehen.

„Zurück auf ihren Posten, Major!“ befahl sein Vater völlig gleichgültig.
Er sah ihn an, doch sah er ihn nicht wirklich. Weder die Wut noch die Verachtung konnte er vernehmen, oder wollte sie nicht vernehmen.
Zackig salutierte sein Sohn und verließ den Wohnbereich seines Vaters ohne ein Wort zu verlieren.

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Colonial One

Laura saß in ihrem Bürosessel und war versunken in ihren Akten und Notizen. Vor ihr stand ein Becher mit Kaffee. Er war mittlerweile schon lauwarm, da sie nicht dazu kam auch nur einen Schluck zu trinken. Das Quorum ging ihr nicht aus dem Kopf. Immer wieder hörte sie die lauten Stimmen der politischen Vertreter, wie sie nach Aufklärung schrieen und Proteste ausriefen. William versprach ihr ein Ende zu bereiten und Alabama zu den Akten zu legen. Für sie wäre es ein Geschenk der Götter, da sie genug von diesem Thema hatte.

Roslin hob ihren Blick und schlug die Akten zu. Ihre Augen schmerzten vor lauter Lesen. Sie konnte sich nicht mehr konzentrieren. Vor ihr lag ihr Terminplaner. Tory hatte bereits einen Termin für sie vermerkt. Am Vormittag musste sie auf die Galactica um die erste Doloxanbehandlung über sich ergehen zu lassen. Cottle sagte bereits das es weh tun würde und die Prozedur langwierig. Bis zu 2 Stunden wäre sie an einen Apparat gefesselt der die Flüssigkeit in sie hineinpumpte. 2 Stunden wo sie sich am besten nicht aufregen sollte. Eine Zeit wo sie ihrem Körper Ruhe gönnen sollte. Denn sie bräuchte die Kraft für die Nebenwirkungen, die Doloxan hatte. So ließ sie sich bereite eine Perücke machen wenn ihr die Haare ausgingen. Tory sollte die nächsten Sitzungen so planen das Laura genug Zeit hätte Kraft zu sammeln, um nicht verwirrt oder ermüdet zu wirken. Niemand sollte sehen wie es ihr von Tag zu Tag schlechter ging.
Doch hatte sie einen Begleiter gefunden der sie durch die schwierige Zeit begleitete. Er würde für sie da sein wenn sie schlief, würde ihr zuhören oder einfach nur aus einem Buch vorlesen. Mit William Adama hatte sie einen zuverlässigen und starken Begleiter gefunden, das wusste sie.

Es klopfte an ihrer Tür. Einer ihrer Leibwächter begleitete eine junge Frau hinein. Sie wurde als Marie D’Claer vorgestellt. Sie war Reporterin vom Caprica Today und Lee Adamas Kontakt. Laura stand auf und begrüßte die attraktive Frau. Sie sah sie von Kopf bis Fuß an. Schlank, brünett, ein frisches Aussehen und elegant gekleidet in ihrem dunklen Hosenanzug. Während der Begrüßung kam Admiral Adama leise herein und setzten sich an der Seite hin.

„Frau Präsident, es ist mir eine Ehre sie persönlich zu treffen. Sie sollten wissen dass ich ein Anhänger ihres Lagers bin und sie auch gewählt habe. Das Volk ist stolz auf sie und ihre Arbeit, Miss Roslin!“ sagte sie mit einem freudestrahlendem Gesicht.

Präsident Roslin dankte nur kurz und bot ihr einen Platz an. Marie war natürlich neugierig wie sie zu dieser Ehre kam persönlich eine Einladung zu erhalten, besonders da sie auch noch am selben Tag folgen sollte. Laura sah kurz zu Bill. Dieser nickte leicht und sie wusste dass alles glatt ging.

„Also, der Admiral und die Präsidentin – was die wohl von einer freien Journalistin wollten?“

„Ich finde es schön dass sie gleich auf den Punkt kommen. Ich hätte etwas für ihre morgige Ausgabe!“ sagte Laura und reichte eine Stellungnahme herüber.

Marie ließ sich die Zeilen aufmerksam durch und begann zu lachen. Sie warf es angewidert auf den Tisch und blickte zur Präsidentin. In dieser Stellungnahme standen nur ein paar Floskeln und bei weitem nicht dass was sie durch Lee Adama erfuhr. So war es der Wunsch der Menschen von Alabama das die Flotte weiter zog. Kein Wort von Cylonen, kein Wort von der Rycon und kein Wort von Trent. Sie glaubte Roslin würde sich mit ihr einen schlechten Scherz erlauben.

„Nein danke, aber meine Quelle ist besser!“ sagte sie.

Das war das Stichwort für den Admiral. Er überreichte eine bläuliche Mappe an die Reporterin. Sie blickte Beide verwundert an. Was geschah in diesem Büro? Ihre Neugier trieb sie dazu in die Mappe hineinzusehen. Sie las den Widerruf des Majors und wusste nun was gespielt wurde. Man versuchte die Tatsache Alabama zu vertuschen, alles zu beschönigen. Aber nicht mit ihr. Sie würde nicht zulassen dass die Presse und Meinungsfreiheit mit Füßen getreten würde. So schmiss sie auch die Mappe auf den Tisch und lehnte den Inhalt kategorisch ab.

„Die Schlagzeile von Morgen kann ich mir schon bildlich vorstellen. Präsidentin Roslin und Admiral Adama treten die koloniale Verfassung mit den Füßen. Sind wirklich die Cylonen unsere Feinde?

Die Menschen haben ein recht zu erfahren was dort vor sich ging und sie können mich nicht dazu bewegen diese Lügen zu drucken. Laura Roslin, so was hätte ich von ihnen nicht erwartet. Ich bin ziemlich enttäuscht!“ sagte sie herablassend.

Aber Laura ließ sich nicht aus der Fassung bringen und legte ihr die Stellungnahme erneut vor sie hin.

„Hören sie genau zu, junge Dame! Ich werde mich nicht auf irgendeine Diskussion mit ihnen einlassen. Sie werden diese Stellungnahme drucken und es soll sich auch für sie lohnen. Sie hätten exklusive Rechte als Quorumreporterin.“

„Ich lasse nicht zu das sie die Pressefreiheit einschränken. Sie könne mich nicht erpressen, Roslin!“

„Wie geht es eigentlich Michael? Hat er immer noch Schwierigkeiten mit dem Lernen?“

Die Gesichtszüge der Reporterin entglitten als Laura ihren Sohn Michael ansprach. Die Präsidentin unterrichtete damals den geistig zurückgebliebenen Jungen. Marie bekam ihn schon in sehr jungen Jahren. Ihr Vater hatte sie vergewaltigt und dabei geschwängert. Mit 15 bekam sie den Jungen. Durch eine Komplikation bei der Geburt schlang sich die Nabelschnur um den Hals des Babys und das Gehirn bekam für mehrere Minuten keine Luft mehr. Ihr Sohn behielt dadurch Schäden zurück und ist mit seinen 12 Jahren auf dem Stand eines 7 jährigen. Laura konnte mit einem anderem Lehrer Michael sehr helfen und er machte auf Neu Caprica große Fortschritte.

„Das wagen sie nicht!!“ sagte Marie und war den Tränen nahe.

„Ich könnte dafür sorgen das er die Betreuung erhält die er nötig hätte – und zwar ohne den ganzen bürokratischen Kram. Die Versorgung wäre unverbindlich. Alles was sie tun müssen sind diese paar Zeilen aufs Papier zu bringen und kein weiteres Wort darüber zu verlieren. Ich würde es schnell erfahren wenn das Thema immer noch im Umlauf wäre oder Inhalte unserer kleinen Unterhaltung!“

Unbeirrt blieb Laura dabei und legte vorsichtig das Papier zu ihr. Marie vergoss wenige Tränen und nickte. Sie nahm die Stellungnahme und steckte sie ein.

„Bringen sie Michael zu Tara Kline, sie ist Therapeutin und auf solche Fälle spezialisiert. Sie weiß bescheid und hat einen Platz für ihren Sohn. Sie ist die Beste auf dem Gebiet!“

Glasig wurden Maries Augen an den Gedanken an ihren Sohn. Sogar die Pressefreiheit stand hinten an für ihn. Tara Kline war die einzige Frau die auf Kinder wie Michael ausgebildet war und ein Platz bei ihr zu bekommen ist sehr kostspielig. Laura zeigte auf die Tür und wünschte einen guten Abend. So ging die Reporterin weinend zu ihrem Shuttle. Roslin wusste das sie Marie in der hand hatte, doch gefiel es ihr nicht wie sie das Thema Alabama beendete.
Sie sah zum Admiral hinüber und setzte ihre Brille ab. Nie wieder wollte sie so was tun. Es war schäbig die Familie als Erpressungsmaterial zu missbrauchen.

„Fiel ihnen das bei ihrem Sohn leicht, Bill?“

„Nein!“

„Aber es war nötig, oder?“

„Ja, das war es, Laura!“

„Ich will so was nie wieder tun. Das ist nicht richtig!“

Der Admiral stand auf und richtete seine Uniform während Roslin ihn ansah. Sie konnte das Leid der Mutter nachempfinden. Und es fühlte sich überhaupt nicht gut an.

„Es war auf gar keinen Fall richtig. Aber zweckmäßig, Laura! Wir sehen uns morgen, schlafen sie wohl.“

William lächelte nur sehr zaghaft und ging auch schon wieder. Laura drehte ihren Stuhl zum Fenster hin und sah hinaus. Nichts konnte das entschuldigen was sie tat, doch war es nötig um die Ordnung innerhalb der Flotte wahren zu können.

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Battlestar Galactica
Standort: NCC 532527
Auftrag: Schutz der Flotte

Felix hang immer noch über dem Datenträger und nur langsam fand er den Dreh heraus. Mithilfe von Athenas Bemühungen konnte er die Sprache allmählich entziffern. Doch richtige Fortschritte konnte er nicht machen. So hatte er jede Menge Aufnahmen gefunden. Etwas damit anfangen konnte er jedoch nicht. Hinter ihm saß Kara und sang nur noch das Lied. Es wollte ihr einfach nicht aus dem Kopf.

Felix hingegen hatte genug von ihrem Gesang und blickte gelangweilt auf den Datenträger während der Computer arbeitete.

„Sweet home Alabama, dadadadada….where skies are blue……. “

“Captain, geht ihnen diese Melodie nicht allmählich auf den Geist?“ fragte Lt. Gaeta entnervt.

Seine Augen hatten schon dunkle Ringe, sein Körper war müde und sehnte sich nach einem Bett. Er blickte sie an und im schlimmsten Fall könnte er sie nur noch töten.
Kara blieb unbeeindruckt und grinste ihn noch frech an.

„Sweet home Alabama, where skies are blue….“ fing sie wieder von neuem an.

Der Taktikoffizier schlug sich die Hände über dem Kopf zusammen und betete das Starbuck einfach nur tot umfiel. Dabei sah sich Captain Thrace die Bilder auf dem Bildschirm an und hatte auf ihrem Schoß die letzten Aufnahmen der Raptorcrews.

„Felix, sie müssen mehr lächeln in ihrem Leben. Macht so vieles einfacher. Sie sind ein Grießkram.“

Es knallte kurz und Felix lag mit dem Kopf auf den Tisch. Seine Hände über den Kopf geschlungen träumte er davon wie die Wand sich auftat und Kara einfach in das All hinausgezogen wurde. Sie klopfte kurz auf seinen Rücken und wollte gehen. Sie wusste wann sie unerwünscht war – jedenfalls ab und zu. Dabei fiel ihr Blick auf eine Aufnahme und beim Hochsehen überkam ihr ein Lächeln.

„Where the skies are blue!“ sang sie laut und begann sogar zu pfeifen.

„Captain, sie gehen mir auf den Geist. Wenn sie nicht sofort aufhören dieses beschissene Lied zu trällern…...werde ich sie einfach erschießen!!“ brüllte Felix als er nach dem erneuten erklingen von Karas Stimme aufsprang und seine müde Wut an ihr ausließ.

„Aber danach müssen sie mich knutschen, Gaeta!“ feixte Starbuck.

Felix verstand nun gar nichts mehr. Deshalb hielt Kara die Aufnahme des Aufklärers hoch und zeigte auf den Bildschirm. Wie ausgewechselt war er als er die Aufnahmen verglich und ein Lächeln über seine Lippen fuhr. Beide Aufnahmen sahen sich zum verwechseln ähnlich. Ein System mit einem blauen Abschnitt. Es sah aus wie Wolken, umgeben von einem bläulichen Nebel. Der Lieutenant setzte sich und kramte in den unzähligen Unterlagen von Schriften und Protokolle. Er suchte nach einem Hinweis, da es kein Zufall sein konnte.

„Koordinaten, schnell!“ sagte er zu Kara und schob sie samt Stuhl neben sich.

Schnell wurden sie fündig und suchten nun in den Schriften der Phytia, um ihre Annahme zu bekräftigen oder zu widerlegen.

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Viper047
29-05-2008, 04:40 PM
Einsam stand er am Tresen von Joeys Bar. Ein Drink nach dem anderen fand den Weg seiner Kehle hinunter. Jeder Trink half ihm den Schmerz zu verdrängen. Tyrol wollte nicht nüchtern ins Bett gehen. Dann würde nur an seine Frau denken, das Wimmern seines Sohnes hören der seine Mutter vermisste. Er gab es nicht zu, doch jeder sah es ihm an – Galen war mit allem überfordert. Der Job, die Trauer, sein Sohn – alles war zuviel für ihn. Er kollabierte unter dem Druck und ließ seinen Gefühlen und Wut freien lauf. Dabei war es ihm egal wen es traf. Er konnte es nicht mehr hören wie jeder den Tod von Cally beklagte und ihm sein Beileid aussprach. Er hatte es satt wie ein Sonderling behandelt zu werden. Jeder fasste ihn mit Samthandschuhen an, jeder wollte seinen Schmerz verstehen. Doch nichts verstanden sie, gar nichts konnten sie verstehen.

In der Menge kam Admiral Adama zu Vorschein und setzte sich neben den Chief. Dieser bemerkte nicht einmal wie sich jemand neben ihn setzte.

„Der Admiral, wie immer?“ fragte die Frau hinter dem Tresen.

Adama nickte und blickte zu seinem Chief hinüber.

„Wie geht es ihnen, Chief? Das war ein wunderschöner Götterdienst. Cally hätte sich sicher gefreut!“

Galen leerte das nächste Glas und lachte leise und spottete innerlich über die Worte des Admirals. Woher wollte er denn wissen über was Cally sich gefreut hätte. Hatte er mit ihr ein Bett geteilt? War er ihren Launen ausgesetzt? Nein, also woher nahm er die Frechheit zu sagen worüber Cally sich gefreut hätte?

„Als hätten sie eine Ahnung. Sie kannten sie nicht. Nicht so wie ich! Sie war kein Engel!“

„Wer ist das schon?“ fragte Adama und leerte ebenfalls sein Glas.

„Dann tun sie mir einen Gefallen und reden sie nicht über Dinge worüber sie keinen Plan haben. Denn auf ihr Geschwätz habe ich wirklich keine Lust!“

Adama versuchte freundlich zu bleiben. Er bemerkte schnell das Galen versuchte zu provozieren. So nahm er dessen Glas und stellte es weg. Der Chief dachte dass er nun spinne. Was bei den Göttern ging da vor sich? Er drehte sich zur Seite und blickte Adama in die Augen.

„Das war’s für heute. Gehen sie schlafen, Chief. Nehmen sie sich eine Auszeit um ihre Frau zu trauern. Tun sie sich den gefallen und vor allem ihrem Sohn!“

„Ich soll um meine Frau trauern? Sie tun so als würden sie Cally gekannt haben. Einen Dreck haben sie!“ brüllte er den Admiral an.

Die laute Stimme des Chiefs erregte die Aufmerksamkeit der anderen Crewmitglieder. An einem Tisch wurde Helo aufmerksam und sah wie Chief Tyrol sich vor dem Admiral aufbäumte.

„Gehen sie, Chief! Bevor es ihnen noch leid tun wird!“ drohte ihm der Admiral mit Nachdruck.

„Was wollen sie tun, mich degradierend? Los, tun sie’s doch! Mir doch egal! Ihr alle redet immer von Cally als wäre sie heilig. Aber musste jemand von euch ihren ekligen Fraß herunterwürgen? Hatte jemand von euch ständig anhören müssen dass ihr euch mit einem Toaster vergnügt, ihre Launen ausbaden, ihre Bevormundung! Sie war kein Engel!

Ihr kotzt mich an mit euren Beileidsmaschen. Und sie Admiral, besonders sie. Sie verfluchter Dreckskerl tun immer so als wären sie mein Freund. Aber sie Aas kümmert es doch einen Dreck. Sie verlogener Mistkerl hätten Cally sogar erschossen um ihren Willen durchsetzen zu können….“

Eilig rannte Helo heran und wollte den Chief vom Admiral wegziehen. Jeder konnte sehen das Galen sein eigenes Grab schaufelte.

„Komm, Chief! Du hast genug für heute!“ redete ihm Karl zu und zog an seinem Ärmel

Aber Galen wollte sich nicht wegziehen lassen und warf dem Admiral weitere Beschimpfungen an den Kopf. Schließlich zog Adama die Notbremse und brachte den aufgebrachten Witwer sogar zum Schweigen.

„Sie sind vom Dienst suspendiert, Chief. Melden sie sich morgen früh bei Ensign Turner und übergeben ihren Dienst!“

Kein weiteres Wort der Macht oder Diskussion erklang. Geschockt und mit offenen Mund stand Galen an der Bar während Adama an ihm vorbeiging. Nun war er endgültig auf dem Boden angekommen. Weiter konnte Tyrol nicht mehr fallen. Keine Frau und keinen Job.

„Tut mir leid, Galen!“ sagte Helo, bezahlte seine Rechnung und ging anschließend nach Hause.

„Was ist?“ brüllte Galen als er sich umsah und ihn die Crew anstarrte.

Die Blicke wandten sich von ihm und fuhren mit ihren vorherigen Tätigkeiten fort. Eine Degradierung hätte er noch verkraften können, doch eine Suspendierung?
Wieder still und in sich gekehrt drehte Galen seinen Körper erneut der Bar zu und wollte sich nun richtig vollaufen lassen.

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Leise öffnete Helo die Tür. Er hatte vermutet dass seine Familie bereits schlief wenn er wieder käme. Im Bettchen lag Hera und schlief tief und fest. Im Bett saß seine Frau. Mit dem Rücken am Kopfende saß sie aufrecht darin, die Decke über die Beine geworfen und spielte mit ihren Fingern daran. Sie sah nur auf die dunkle Oberfläche der Decke und blickte Helo nicht an. Ihr Mann schnaufte kurz durch und schloss die Tür. Er hatte weniger getrunken als er vorhatte und es tat ihm leid. Er wollte seine Frau nicht anschreien, wollte nicht dass sein Kind weint. Der Admiral sagte ihm einst das Helo sich entscheiden müsste. Entweder seine Frau oder seine Kameraden. Beides konnte er nicht haben. Sollte er sich für seine Frau entscheiden müsste er mit den Konsequenzen der Verspottung durch die anderen Crewmitglieder leben. Das wäre der Preis für das Zusammenleben mit seiner Familie.
Es war nun mal Fakt das Sharon ein Cylon war, sie war der Feind inmitten der Crew.

Behutsam zog er sich aus und setzte sich auf das Bett. Mit dem Rücken saß er zu Athena und wandte kurz seinen Blick zu ihr. Er sah wie eine Träne herunter lief und es Sharon mitnahm. Sie liebte Helo über alles, das wusste er. Er wusste auch was sie für ihn aufgab, welche Konsequenzen ihre Entscheidung für sie hatte. Sie konnte nirgendwo hin wenn Helo nicht wäre. Sie wäre alleine. Denn Athena konnte und wollte auch nicht mehr zu den Cylonen zurückkehren. Dort müsste sie um ihre Tochter fürchten. Sie hätte Angst man würde sie ihr wegnehmen, wie man es auch auf der Galactica tat.

„Es tut mir leid, Sharon. Ich wollte nicht…ich bin ein Idiot! Ich liebe euch. Ihr seid das was für mich zählt. Ich könnte keinen Tag ohne euch überleben….“

Sharons Mann legte sich neben seine Frau und nahm ihre Hand. Sie legte sich ebenfalls hin und mit ihrem Kopf auf seine Brust. Zärtlich legte er seinen Arm um sie und hielt sie fest.

„Ich habe einfach nur Angst um dich, Helo!“

„Das brauchst du nicht, mein Schatz. Ich werde immer für euch da sein.“

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Admiral Adama war gerade bei der morgendlichen Rasur als es wie wild an seiner Tür klopfte. Er hörte wie die Wachen und weitere Personen, ein Mann und Frau, vor der Tür sich gegenseitig anbrüllten. Sie verlangten sofortigen Einlass, aber der Marine hatte den Auftrag niemand hineinzulassen bis der Admiral das Ok gab.

„Was zum Teufel?“

Schließlich wischte er mit einem Handtuch den Rasierschaum aus dem Gesicht und sah vor die Tür. Gaeta und Kara stritten mit den Wachen und alle wurden ruhig als der alte Mann persönlich und angesäuert über den Lärm vor seiner Tür vor ihnen stand.

„Was geht hier vor sich, Captain?“

Aber ohne ein weiteres Wort zog sie Gaeta mit in das Quartier. Beide waren mit Büchern und Papieren bewaffnet. Sie legten es auf den Arbeitstisch und waren völlig aufgedreht. Adama schüttelte den Kopf und schloss die Tür.

„Also, Captain!“

„Ja, Sir – ähm, sie müssen es sich ansehen!“ sagte Kara und zeigte wie ein Teenager, welcher sein erster Auto bekam, auf den Tisch.

So ging er an seinen Arbeitstisch und sah alles im Überflug an. Doch wusste er nicht was die Beiden von ihm wollten.

„Also, Daddy – während Gaeta und ich uns mit Nettigkeiten bedrohten haben „wir“ eine kleine aber feine Entdeckung gemacht. Der lahme Energieriegel hier hat ein paar Aufnahmen vom Datenträger herunter geladen, und eines davon passt zu unseren kleinen Ausflügen…“

Kara legte die Aufnahmen auf den Tisch und zeigte die Übereinstimmungen. Interessiert sah sich Adama es sich an und war tatsächlich verblüfft. Kara lächelte und warf Gaeta dem Ball zu.
Dieser holte eine Sektorenkarte hervor und zeigte den Abschnitt wo die Raptor die Aufnahmen machten. Eigentlich dienten sie nur zur Navigation und niemand schenkte ihnen weiter Beachtung.

„Während mir Starbuck mit ihrem Gesang auf dem Zeiger ging bemerkte ich dass dieses Lied mehr als ein Lied ist…“

„Trent sagte er habe einen Engel gehört!“ sprach der Admiral dazwischen.

Felix reagierte nicht großartig und suchte gemeinsam mit Kara die Textpassagen aus der Phytia während William Adama wartend neben ihnen stand. Nach einer Weile fanden sie es auch und Felix fuhr fort.

„Keine Ahnung was er da auch immer gehört haben will, ich denke das interessanteste Detail haben sie nicht gesehen!“ meinte er und deutete auf die Aufnahmen sowie auf die Phytia

„Was haben sie gefunden?“ fragte Adama wissbegierig.

Er konnte beiden Offizieren ansehen dass sie wahrscheinlich die ganze Nacht um die Ohren gehauen hatten, aber so aufgedreht waren als hätten sie den gesamten Kaffeevorrat der Galactica vernichtet.

„Na ja, wenn man diese Daten mit unseren Schriften vergleicht...“ begann Felix zu erzählen und holte sämtliche Arbeitsschritte hervor.

„Bitte die Kurzform, ja?“ forderte Kara.

Sie hatte keine Lust schon wieder die Daten mehrmals zu prüfen nur um sicher zu gehen das auch alles seine Richtigkeit hatte. Deshalb dauerte es auch die gesamte Nacht bis man sich endlich sicher war. Felix legte alles beiseite und gab dem Admiral die Kopie der Phytia in die Hand und deutete auf die markierten Textstellen.

„Ok, ich denke ich habe den nächsten Hinweis...“

Viper047
04-06-2008, 04:27 PM
Kapitel 12.5


Boomers Flehen


Die Sonne strahlte über das saftig grüne Gras und erhellte das kleine Häuschen darauf. Es war weiß verputzt, Holzbalken verzierten es mit schönen Mustern und die braunen Dachziegel rundeten das Gesamtbild ab. Der Himmel war hellblau und mit weißen kleinen Wölkchen bedeckt. Es war ein schöner Tag für eine kleine Feier zu veranstalten.
Sharon stand in einer Pilotenkombi in der Küche und schaute aus dem Fenster. Sie lächelte und war überglücklich. Sie beobachtete wie Galen den letzten Rest Gartenzaun in weiß strich und die Kinder um ihn herum tobten. 2 Jungs und 1 Mädchen ließen dem Chief keine ruhige Minute und ärgerten ihn wo sie nur konnten. Schließlich ließ er den Pinsel fallen und tobte mit den Kindern im Gras.
Boomer freute sich sie spielen zu sehen, wie sie lachten und ihre kleinen Gesichter Freude ausstrahlten.
Hinter sich hörte Sharon Schritte. Der gekachelte Fußboden ließ den fremden Besucher nicht ungehört. Eine Hand berührte ihre Schulter und jemand blickte an ihr vorbei.

„Sag mal Babe, was sind die Fressalien endlich fertig? Die Gäste warten bereits. Und mein Magen knurrt auch schon!“

Ein kurzer Blick zur Seite genügte und sie konnte die Stimme Kara zuordnen. Sie setzte sich auf die Spüle und riskierte einen Blick in den einzelnen Topf vor ihr. Darin befanden sich Kartoffel die im kochenden Wasser lagen. Aus einer Schublade nahm sie sich eine Gabel und stach hinein. Ein kurzes nicken und Sharon schaltete den Herd aus.

„Du siehst die da draußen jeden Tag. Helo wartet am Grill. Los, raus mit den Sachen!!“ ordnete Kara an und schüttete die Kartoffeln ab.

Währenddessen ging Sharon nach draußen vor die Tür. Sie hörte viele Stimmen. Sie lachten, erzählten oder diskutierten. Als im Garten stand traute sie ihren Augen nicht. Alle waren sie da. Kara ging mit einer Schüssel vorbei und stellte sie auf den Tisch. Helo stand am Grill und legte Fleischstücke auf die Teller der Gäste. Admiral Adama saß mit Laura Roslin an einem Tisch und unterhielt sich mit ihr bei einem Glas Wein. Athena gab ihrer Tochter Salat auf den Teller und setzte sich anschließend zu den anderen Piloten.

„Mama, ich hab Durst!“ sagte eine leise Stimme und zerrte an ihrer Pilotenkombi.

Boomer blickte hinab und sah in die braunen Augen eines kleinen Mädchens. Sie sah sie nur kurz an und wusste innerlich dass sie zu ihr gehörte.

„Ja, Mami gibt dir etwas.“ sagte Sharon mit einem überglücklichen Lächeln im Gesicht.

Sie nahm die kleine Hand des Mädchens und wollte ins Haus zurück als sich Arme zärtlich um ihre Taille legten. Lippen liebkosten ihren Hals und eine langersehnte Stimme erklang an ihrem Ohr.

„Wie wär’s wenn Mami sich um die Gäste kümmert. Schmeiß sie raus, ich gebe den Kindern etwas Geld fürs Kino und anschließend erinnern wir uns an die Zeit zurück wo wir noch keine Kinder hatten!“

Sie genoss die Umarmung, spürte mit Wohlwollen die Berührungen auf ihrem Körper und ließ sich fallen. Sie drehte sich um und ihre Arme umschlungen seine Taille. Sie sah dem Chief ins Gesicht. Eine kleine Träne der Freude lief ihre Wange herunter die Galen mit dem Daumen abwusch. Sie wollte diesen Moment für immer behalten, ihn nicht mehr loslassen. Sie betete dass es kein Traum war. Ihre Lippen näherten sich seinen und berührten sie zunächst zaghaft. Anschließend drückte sie ihn fest an sich, ließ der Leidenschaft ihren freien Lauf. Ein Pfeifen und Rufe ertönten hinter ihnen. Jemand packte Sharon am Arm und zog sie von Galen weg.

„Hey, lass von der Kleinen noch was übrig, Chief!“ meinte Kara und legte ihren Arm um Boomer.

Sie zog Valerii zum Tisch während Galen mit dem kleinen Mädchen in das Haus verschwand.

„Sie sind alle hier!“ meinte Boomer als sie sich setzten.

Helo stellte einen Teller vor ihr hin und nahm daneben Platz. Sie blickte über die Tische und Bänke, konnte es nicht wahrhaben. Doch einen Moment später ließ sie sich ganz fallen. Warf ihre Ängste, Sorgen und Hass aus ihrem Herzen. Sie konnte die Freude und Liebe spüren und das gefiel ihr sehr. So unterhielt sie sich mit den anderen, scherzte, lachte und war nebenbei eine gute Gastgeberin. So neigte sich der Tag zum Ende hin. Die Sonne ging hinter dem kleinen Häuschen unter. Die ersten Gäste verabschiedeten sich und verließen das kleine Gartenfest. Ganz am Ende waren nur noch eine Handvoll Leute da. Sharon saß einsam auf einer Bank und genoss die letzten Sonnenstrahlen.

Eine Hand berührte sie auf der Schulter. Sie blickte hinauf und Admiral Adama ins Gesicht. Durch eine Kopfbewegung deutete er an das sie ihm folgte sollte. So gingen sie ins Haus und stellten sich in die Küche.
Sharon begann das Geschirr in die Spüle zu räumen während William Adama noch etwas Wein nachgoss.

„Das war ein schöner Tag, finden sie nicht, Sharon?“

„Ja, Sir! Ich habe das vermisst. Ich wünschte ich könnte die Zeit zurückdrehen!“

Der Tonfall von Boomer war traurig. Sie legte das Geschirr aus der hand und drehte sich in die Richtung des Admirals. Er sah sie an wie sie wahrscheinlich nur ein Vater sie ansehen würde. Sein Blick war streng, aber auch Güte konnte sie darin sehen.
Ihre Lippen begannen zu zittern, die Augen wurden zunächst glasig und vergossen anschließend Tränen. Wie gern würde sie den alten Mann umarmen und festhalten. Wie gern würde sie das Vergangene ungeschehen machen.

„Ich weiß nicht was ich mit ihnen machen soll! Soll ich sie aus der nächsten Schleuse werfen, sie erschießen, sie erwürgen? Ich bin enttäuscht. Ich glaube das ist der Begriff der am Ende meiner Fragen und Suche nach Antworten stehen geblieben ist.

Warum, Sharon? Beantworten sie mir einfach nur warum?“

Sharon schluchzte. Sie konnte kein Ton herausbringen. War das Warum früher so leicht für sie. Hatte sie mit der Menschheit abgeschlossen, die Brücke zur Vergangenheit niedergerissen. Adama war nur ein Mensch. So wollte es der Cylon in ihr Glauben machen, so wollte man es ihr erträglicher machen. Nichts aus ihrem alten Leben zählte mehr. Für nichts konnte man sie zur Verantwortung ziehen. Alles was sie tat, sagte, fühlte, war nicht mehr relevant gewesen. Selbst die Schüsse im CIC der Galactica auf Adama waren nicht von Bedeutung. Es gehörte zu ihrem alten Dasein.
Doch stand der alte Mann vor ihr und wollte das Warum erfahren. Konnte sie ihm keine Antwort geben da sie selbst nicht das Warum wusste.

„Ich weiß es nicht, Admiral! Ich habe diese Frage nach einer Weile einfach verdrängt. Ich habe mich so besser gefühlt. Mich selbst belogen, mich selbst betrogen. Sie nahmen mir die Verantwortung und die Schuld von meinen Schultern. Keine Erinnerungen! Nur noch vergessen! Doch dadurch bin ich gestorben. Jeden Tag bin ich mehr gestorben….“

„Warum sitzen sie in meiner Brigg und tun sich das an? Meinten sie die Galactica, der Hass der Crew und die Erinnerungen hätten sie nicht sterben lassen. Sie sterben hier genau so, Sharon. Warum tun sie sich diesen Schmerz an? Sie können mir mit ihrer Fassade nichts vormachen. Sie leiden ohne das jemand von uns Hand angelegt hatte.“

„Er hält mich am Leben, Sir. Er erhält den letzten Rest von Sharon Valerii. Dieser Schmerz unterscheidet mich von den anderen Cylonen. Wenn dieser Schmerz verschwinden sollte stirbt das letzte Stück meiner Seele. Sie werden Boomer rufen, aber wer ist sie schon? Sie ist nur ein weiterer Cylon, mehr nicht. Eine leere Hülle, die sie einst als Boomer kannten.“

„Was erhoffen sie sich? Vergebung? Die kann ich ihnen nicht geben, Sharon. Aber ich kann sie auch nicht so hassen wie ich sie hassen sollte.
Selbst wenn sie alle ihre Leute büßen ließen für das was man ihnen antat, meinen Schmerz können sie dadurch nicht lindern. Zu tief sitzt er bereits. Zuviel ist passiert.

Doch dann sehe ich dieses junge Mädchen wieder, wie sie lächelnd vor mir stand und sich freute auf der Galactica Dienst tun zu können. Ein lebensfrohes junges Ding, die keine Ahnung davon hatte das man sie aus ihrem Leben reißen würde. Hinweg von den Menschen die sie liebten, die ich liebte wie eine eigene Tochter. Schon allein deshalb sollte ich ihrem Leben ein Ende bereiten, um sie von diesen Qualen zu befreien. Denn ich will auch nicht zusehen wie sie da unten zugrunde gehen.

Sie sollten ihren Hass nehmen und diesen gegen diejenigen richten die ihnen das Leben stahlen. Und ich hoffe das sie am Ende als freier Mensch sterben werden.“

Der alte Mann stellte das Weinglas auf den Küchentisch. Sharon wünschte sich das er zu ihr käme und sie in den Arm nahm. Doch der Admiral ging. Er ließ Sharon und ihre Tränen alleine zurück.

Es wurde dunkel um sie herum. Alles wurde pechschwarz. Kein Haus, kein Galen, keine Kinder – nur das dunkle Nichts was sie umgab. Nach einer Weile hörte sie Stimmen, schwache Lichter kamen auf sie zu. Plötzlich stand sie inmitten des CIC. Admiral Adama, Colonel Tigh und der Rest der CIC Crew starrten sie an. Es wurde beängstigend still.

„Mama?“

Sie kannte die Stimme die hinter ihrem Rücken ertönte. Es war das kleine Mädchen aus dem Garten, das kleine Mädchen die sie liebevoll Mama nannte. Sie wischte die Tränen aus dem Gesicht. Boomer wollte nicht das man sie weinen sah. Als sie sich mit einem kleinen Lächeln umdrehte erschrak ihr Herz. Hinter ihrem Rücken holte das kleine Mädchen eine Pistole hervor, zielte auf sie und drückte ab. Ein Schuss löste sich und die Kugel traf Sharon mitten in die Brust. Warum tat sie das? Warum schoss ihre Tochter auf sie?
Boomer verstand die Welt um sie herum nicht mehr. So taumelte sie getroffen zurück. Ihre Hand hielt die blutende Wunde fest während Marines auf das junge Mädchen zueilten. Ein zweiter Schuss fiel, traf Sharon erneut in der Brust und warf sie auf den Lagetisch zurück.
Ihre Augen starrten zur Decke während das Blut aus ihren Wunden sich auf dem erleuchteten Lagetisch ausbreitete. Viele Hände griffen nach ihr. Schreie nach dem Sanitäter hallten durch das CIC. Über ihrem Gesicht tauchte Admiral Adama auf. Sie sah in seine Augen während er nach ihrer Hand griff. Eine Träne lief ihr die Wange hinunter während das Leben aus ihrem Körper wisch.

„Warum?“ fragte der alte Mann bevor Boomer die Augen verschloss.

Kurz darauf riss Sharon die Augen auf. Sie tastete ihren Körper ab und suchte nach den Wunden. Ihr Puls raste, ihr Herz pochte wie wild. Doch war nichts an ihr. Sie setzte sich auf und bemerkte dass sie immer noch in der Zelle war, immer noch in ihrem Bett lag. Es war alles nur ein Traum.


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Ihr dürft gerne etwas zur Story sagen.

Viper

Viper047
07-06-2008, 01:53 PM
Kapitel 13

Ein langer Weg ( Teil III )


Battlestar Galactica
Standort: NCC 532527
Auftrag: Schutz der Flotte

Obwohl sie von Sanitätern und Patienten umgeben war fühlte sich Laura einsam in ihrem Bett. Um sie herum lagen noch mehr betroffene Menschen die gegen den Krebs kämpften. Sie litten, fluchten, beteten genauso wie sie um den Krebs aus ihrem Körper zu vertreiben. Aber sah die Wirklichkeit anders aus. 14 Menschen lagen mit ihr auf dieser Station, davon würden 4 sehr wahrscheinlich nicht mehr die nächste Woche erleben, 7 weitere nicht den nächsten Monat. Sahen sie auf zu den Göttern und fragten sie warum es gerade sie traf? Warum man ihnen nicht half? Was sie getan hatten um den Zorn der Götter auf sich zu ziehen?
So sehr sie auch fragten und ihre Gebete zu ihnen richteten, sie erhielten keine Antwort. Keiner der Götter gab sich ihnen zu erkennen. Eine Prüfung ihres Glaubens wollten sie sicher abverlangen. Doch warum forderten die Götter einen solchen hohen Preis dafür? Warum mussten die Gläubigen so sehr leiden?

Auch Laura stellte sich einige dieser Fragen während sie aus dem Bett heraus zu den anderen Betten sah. Dort wo die Vorhänge zugezogen waren konnte sie leises Weinen vernehmen. Diese Menschen hatten aufgegeben, hatten keine Kraft mehr, keinen Willen mehr um weiterzukämpfen. Doc. Cottle gab diesen Menschen eine letzte Dosis Morphium um ihnen das Sterben zu erleichtern. Mehr konnte er nicht tun. Nun war sie an der Reihe sich in die Schicksal dieser Leidgeplagten Menschen einzureihen. Noch war der Tropf mit dem Doloxan nicht an ihren Venen angeschlossen. Noch konnte das Verbindungsstück aus ihrem Arm gezogen werden und sie konnte gehen. Cottle blickte die Präsidentin an und hielt ihr eventuelles zukünftiges Schicksal in den Händen.

„Wenn sie einmal damit begonnen haben können sie so leicht nicht mehr aussteigen, Frau Präsident. 2 Stunden in regelmäßigen Abständen. 2 Stunden absolute Ruhe. Sie werden sich schlecht fühlen, Schmerzen können als Nebenwirkungen auftreten sowie der Verlust ihrer Haare. Es gibt keine Garantie!“

Die Worte des Schiffsarztes waren klar und deutlich. Roslin zog ihre Brille ab und sah ein letztes Mal zu den anderen Betten. Welche Wahl hatte sie noch? Das Chamalla nahm ihr den Schmerz, doch Heilen konnte er den Krebs nicht. Das Doloxan war wie ein Kampfstern. Brachiale Gewalt gegen den Krebs. Eine unheimliche Feuerkraft, welche dann in ihrem Körper wüten würde um die Geschwüre zu vernichten. Aber auch dieses Mittel der Medizin hatte ihre Grenzen. Gegen einen hoffnungslos überlegenen Feind könnte auch das Doloxan nichts mehr ausrichten.
Ein kurzes Schnaufen und ein Blick zu Cottle. Danach streckte sie den Arm aus um mit der Prozedur beginnen zu können. Ein kurzes und leises Klicken war zu hören. Danach strömte die durchsichtige Flüssigkeit in ihre Venen. Es schmerzte fürchterlich, es brannte wie Feuer.
Cottle hielt in den ersten Sekunden die Hand da er wusste dass viele Patienten als flüssiges Feuer empfanden. Dann war es auch schon vorbei.

„Danke, Doktor!“

„Wir sehen uns in spätestens 2 Stunden wieder, Frau Präsident.“

Der Doc verließ sie. Sanitäter schlossen den hellblauen Vorhang um ihr Bett und ließen die Präsidentin der 12 Kolonien ruhen. Aber blieb die Ruhe nicht fortwährend. Jemand störte ihre Ruhe als er den Vorhang auftat und sich mit einem Stuhl neben sie setzte. Bei diesem Besucher machte sich aber eine Ausnahme und freute sich über dessen Gegenwart. Er legte ein Buch und eine Menge Papier auf ihr Bett während ein Sani erneut den Vorhang schloss.

„Bill, wie schön das du es doch noch einrichten konntest. Es tut gut, sehr gut sogar!“

„Ich halte was ich verspreche. Wir werden diesen Weg gemeinsam beschreiten. Oder hast du an meinen Worten gezweifelt, Laura?“

„Keine Sekunde, Admiral. Aber es sieht so aus als hättest du deine Arbeit gleich mitgebracht.“

„Ja und nein. Ich denke das wird die Präsidentin interessieren. Ich kann auch warten bis du wieder auf der Colonial One bist.“

Ein kleines Schmunzeln seitens des Admirals machte Laura schließlich doch neugierig. Sie setzte ihre Brille auf und nahm einige Aufnahmen aus dem Stapel heraus. Währenddessen erklärte ihr der Admiral was sie in den Händen hielt und legte die Phytia aufgeklappt auf das Bett. Sie las die betreffenden Passagen und preiste diesen Morgen.

„In den Schriften sind alle Hinweise versteckt, wir müssen sie einfach nur finden. Ich glaube auch das Gaeta und Thrace den nächsten Hinweis gefunden haben. Das ist es, Bill. Die Pforte des Zeus. Der Reisende musste einen langen Weg beschreiten und viele Prüfungen bestehen um den eigentlichen Weg zu finden. Jetzt müssen wir nur noch die Bedeutung der Pforte herausfinden, die uns den richtigen Weg zur Erde offenbaren wird.

Und so schleuderte der Göttervater Zeus seine Blitze in das Tal der Bestien um dem Reisenden, nachdem er bereit war zu sehen, einen Weg durch den Nebel der Bestien zu zeigen. Ein nichtgöttliches Leuchtfeuer wird ihm, den Gläubigen, die Pforte zum Pfad der Götter öffnen. Derjenige, der nicht reinen Herzens ist und von den Göttern als unwürdig erachtet wird, wird vom Schlund der Unterwelt für immer verschlungen werden!

Roslin klappte die Phytia zu und legte ihre Brille darauf. Die Zeilen gaben ihr zu denken. Sie sah erneut auf die Aufnahmen und versuchte die Worte aus den heiligen Schriften auf die Realität zu projizieren.

„Wir haben den Nebel der Bestien gefunden. Darin befinden sich das nächste Stück des Pfades sowie der Schlund zur Unterwelt. Sind wir würdig oder unwürdig? Der Mensch tut vieles um sich unwürdig zu erweisen und in der Not seine Würdigkeit vor den Göttern zu demonstrieren. Das Leben oder das Verderben kann uns ereilen. Und ich habe nicht vor vorzeitig das Verderben zu wählen. Zuviel steht auf dem Spiel. Wir werden nur noch das Heute haben, ein morgen wird es nicht mehr geben. Bill, wir werden noch diese eine Chance haben!“

Völlig in Gedanken verloren nahm Laura seine Hand und hielt sie fest. Adama konnte sehen wie ernst ihr diese Worte waren, wie fest sie daran glaubte.
Sie wurde müde. Ihre Augen wurden schwerer. Das Doloxan zeigte seine Wirkung und der Kampf innerhalb ihres Körpers begann. Admiral Adama nahm die Schriften und Aufnahmen vom Bett herunter und machte ihr Platz zum Schlafen. Sie legte sich mit dem Gesicht zu ihm und blickte mit einem Lächeln in das Gesicht des alten Mannes.

„Nur noch diese eine Chance!“ sagte ihre müde Stimme.

„Dann sollten wir sie umso mehr ergreifen! Raptor werden das Gebiet erkunden und für uns herausfinden was die Schriften sagen wollen. Aber bis dahin, ruhe dich aus. Du brauchst deine Kräfte.“

„Ich weiß, ich weiß! Bill, würdest du einmal unter das Bett fassen und meine Tasche hervorholen. Du konntest mir einen Gefallen tun. Nur wenn es dir nichts ausmacht?“

Der alte Mann sah die braune Tasche unterhalb des Bettes. Es griff hinein und bemerkte etwas dickes was in Leder eingebunden war. Schon alleine die Form verriet ihm was es war.

„Kapitel 13, da blieb ich stehen. Wärst du so nett?“

„Ein Krimi von Kollar Presch, ein Klassiker. Ein gutes Buch mit unerwartendem Ende.“

Der Admiral schlug die betreffenden Seiten auf und begann vorzulesen während Laura die Augen schloss.


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Ohne einen Gedanken in seinem Kopf lief Chief Tyrol durch die beengten Gänge der Galactica. Sein Sportanzug war mit Schweiß durchnässt, von der Stirn tropfte ihn der Schweiß herunter. Kein dichtes Haar fing es mehr auf da er in der Nacht sich hat die Haare abrasieren lassen. Er wusste dass er am Boden angekommen war und tiefer er nicht mehr sinken konnte. Was war bloß mit ihm geschehen? Was zerrte wirklich an ihm? Den Tod Callys verdrängte er in sehr kurzer Zeit. Nichts sollte ihn an die schrecklichen Bilder mehr erinnern. Er wollte nicht mehr daran erinnert werden wie er Cally Tyrol eingequetscht aus ihrem kleinen Gefängnis herausholte. Er wollte nicht mehr daran erinnert werden wie das Blut aus der Wand lief wo ihr zerbrochener Körper lagerte. Einfach wie ein Stück Müll wurde sie dort hineingestopft.
Aber wieso? Wem konnte Cally schon gefährlich werden? Oder hat er sie umgebracht? Hat er sie in den Tod getrieben? Wäre sie noch am Leben wenn sie nicht gestritten hätten? Gab er sich selbst die Schuld an ihrem Tod? Hatte er sie in die Arme desjenigen getrieben?
Alle diese Fragen wollte er aus seinem Kopf haben. Frei wollte er seinen Kopf haben, sich nicht mehr quälen. Konnte er nichts mehr ausrichten an dem Schicksal.

So lief er immer weiter. Seine Beine schmerzten, seine Brust pochte und sein Puls stieg immer höher. Sein Körper schrie nach Gnade, doch Tyrol lief immer weiter. Er wollte nicht stoppen bis er endlich wieder einen klaren Gedanken fassen konnte.

Sein Weg führte ihn an der Zelle von Boomer vorbei. Er wollte eigentlich nicht dort entlang. Doch war er plötzlich da. Wieso schlug er unwissentlich diesen Weg ein? Kannte er doch das Schiff wie seine Westentasche um die Zelle weiträumig zu umgehen. Aber er war da und blickte hinein. Seine Lungenflüge rangen nach Atem, sein Herz schlug wie wild gegen seinen Brustkorb als er da stand und ruhig in die Zelle hineinblickte. Was wollte er hier? Vielleicht seinen Zorn gegen sie richten? Denn sie war der Grund warum Cally plötzlich am Rad drehte. Cally hasste Boomer von Anfang an. Sie hatte ihm den Chief weggenommen und hatte Angst die Cylonin würde es wieder tun. Er war öfters in der Umgebung und hatte dort zu tun. Für Cally Tyrol Grund genug um Eifersucht zu empfinden.
Aber Galen blieb ruhig. Es kam kein Hass auf. Kein Zorn den er gegen sie lenken konnte. So beobachtete er sie weiter, wie sie auf dem Bett saß und zeichnete. Zeichnen, das war wohl das Einzige was sie seit ihrer Ankunft tat. Ihre Bilder hangen überall oder lagen auf dem Boden herum. Schiffe, Gesichter oder Landschaften wurden auf den Papieren gezeichnet. Sie sprach sehr wenig und versuchte niemanden anzusehen. Sie blieb in sich selbst gefangen.
Galen erkannte sich selbst wieder. Auch er blieb für sich, blieb in sich gefangen. Dazu der Alkohol und sein Sohn Nicolas, die die Sache noch verschlimmerten. Der Alkohol sollte ihn vergessen machen, sein Sohn erinnerte ihn wieder schmerzhaft an Cally.

Sharon setzte ihren Bleistift ab. Sie bemerkte eine bekannte Gegenwart. Ohne einen Blick nach außen zu wagen bewegte sie ihren Körper zum Hörer innerhalb ihrer Zelle und legte ihn neben sich. Danach zeichnete sie weiter und wartete. Chief Tyrol sah wie sie mit dem Rücken zu ihm saß, den Hörer neben sich. Er überlegte was er tun sollte. Was führte ihn dorthin? Was bewog Boomer dazu seine Gegenwart zu spüren? Sollte er hinein gehen? Was sollte er mit ihr schon besprechen sollen? Oder war sie das was er brauchte?

So ging er langsam hinein. Der Marine beobachtete wie ein Adler das Vorgehen in seinem Bereich. Sah genau hin was der Chief wohl tun würde. Schlussendlich stand Galen hinter ihrem Rücken. Er sah auf den Hörer und schluckte kurz bevor er diesen in die Hand nahm. Ebenfalls mit dem Rücken zu ihr setzte er sich auf den Boden und hielt den Hörer an das Ohr, wie auch Sharon in der Zelle. Er hörte ihr Schnaufen, wie langsam und ruhig ihre Atmung war während sein Körper nur allmählich zur Ruhe kam. Es war ihm sehr vertraut. Es war wie eine Reise in die Vergangenheit während er ihrer Atmung still zuhörte.

„Was willst du, Chief? Laut gegen die Wand schlagen und mich anschreien? Mir die Schuld an Callys Tod geben? Dann tue dir keinen Zwang an. Ich lade auch noch diese Schuld auf mich wenn es dir dann besser gehen sollte.“

„Die Idee klingt verlockend. Vielleicht komme ich drauf zurück. Aber es bringt mir Cally auch nicht zurück. Ich kann dir nicht die Schuld an ihrem Tod geben. Es warst nicht du der mir Cally nahm.“

„Weshalb bist du dann hier? Ich denke nicht das wir uns etwas zu sagen hätten, oder?“

Langsam nahm er den Hörer vom Ohr und blickte nach draußen. Weshalb war hier? Das fragte er sich nun auch. Warum führte ihn der Weg direkt zu ihr. Zu der Frau die er nach und nach vergaß und trotzdem immer ein Stückchen zurückbehielt. Er wusste keine Antwort darauf. Keine passende Antwort wollte in seinem Kopf erscheinen. Nichts klang plausibel genug.

„Ich weiß es nicht. Ich weiß auch nicht warum gerade du! Vielleicht hatte ich den Gedanken dich anschreien zu wollen. Dir wehtun zu wollen. Einfach meine Wut an dir auszulassen. Aber dieser ist verflogen, einfach weg. Selbst meine Wut über das was du bist. Alles scheint weg zu sein.

Dennoch tut alles so weh. Keinen klaren Gedanken kann ich fassen. Alles unter mir ist zusammengebrochen. Erst du, dann Cally. Ich kann nicht mehr. Das ist alles zuviel für mich. Ich packe das nicht mehr. Ich will nur noch aussteigen, einfach alles raus lassen und wieder in mich fressen.

Vielleicht gibt es keine Erklärung darauf warum ich hier sitze und einem Toaster mein Herz ausschütte. Was interessiert dich das alles? Trotzdem bin ich!“

„Erzähl mir von Cally.“

„Was?“ fragte er ungläubig.

Ihre Worte ergaben keinen Sinn. Was wollte der Cylon schon über Cally wissen wollen. Sie war tot, sie brachte ihr keine Erkenntnisse mehr.

„Ich weiß das ich die Letzte sein sollte die dich nach ihr fragt, aber vielleicht hilft es dir und deinem Sohn. Meine Zelle ist nicht nur ein Ort wo ich nicht mehr heraus kann. Auch Gedanken, Wut und Hass kommen hier nicht mehr hinaus. Sie sind gefangen und können keinem mehr Schaden. Vielleicht willst du deine Wut hier auslassen. Denn sie bleibt hier drin und kann dir nichts mehr antun.“

Galen fuhr sich mit der Hand über seine Glatze. Sharon machte ihm ein Angebot alles Angestaute aus sich herauszulassen. Ihre Stimme klang ehrlich, so wie er es aus der Vergangenheit gewohnt war. Aber sollte er es tatsächlich wagen seine innersten Gedanken einer Cylonin anzuvertrauen?

„Ok,…….“

Chief Tyrol nahm es an. Er begann ruhig zu reden, fing irgendwo an. Sharon legte ihren Zeichenblock weg und hörte einfach nur zu.

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Captain Kara Thrace
Rufname: Starbuck
Raptor 392
Standort: NC 0981
Auftrag: Erkundung

Leise flog der Aufklärungsraptor am bläulichen Nebel entlang. Die Sensoren suchten alles um ihn herum ab. Er flog näher heran um auch die Geheimnisse, die der Nebel und die Wolken
Innen verbargen, herausfiltern zu können. Sharon Agathon saß am Steuer während Kara mit der Phytia auf dem Schoß die Schriften durchging. Racetrack hatte den Platz des ECO inne und hielt die gestartete Aufklärungsdrohne im Blick. Sie hatten den Auftrag soviel wie möglich zu erkunden und nach Feindkräften Ausschau zu halten. Adama war sich sicher das die Cylonen sicherlich auch bald auftauchen würden. Er wollte die Flotte auf gar keinen Fall in eine Falle laufen lassen.

„Racetrack, wie sieht die Lage aus?“ fragte Kara als kommandierender Offizier des Raptor.

„Die Drohne dringt weiter vor. Ich habe Bildabstürze je weiter sie in den Nebel eindringt. Die Wolken entladen Blitze, es wird dunkler und mehr kann ich nicht sagen.“

„Die Blitze des Zeus!“ sagte Athena und sah zu Kara hinüber.

Diese machte sich Notizen und schrieb Bemerkungen an den Seitenrand des Buches.

„Wirbel, 2 Stück. Einen Moment, etwas liegt genau dazwischen….“

Starbuck wurde neugierig als Racetrack mitten im Satz abbrach. Sie löste sich aus dem Copilotensitz und schwang sich in den hinteren Teil des Raptor. Als sie am Sitz von Lt. Margaret "Racetrack" Edmondson ankam brach die Verbindung zur Drohne ab. Die Enttäuschung stand den Frauen ins Gesicht geschrieben. Ein Blitz schien die Drohne getroffen zu haben und setzte diese außer Gefecht.

„Kannst du die letzten Aufnahmen auf den Schirm holen?“ fragte Captain Thrace.

Kurz danach waren die letzten Fotos auf dem Schirm. Kara sah sie sich genauer und wagte einen erneuten Blick ins Buch.

„Ich will nicht raten, aber ich denke die blauen Wirbel sind entweder der Schlund oder die Bestien. Zwischen denen herrscht gutes Wetter, aber der Weg vor ihnen ist stürmisch…“

„Sie sind der Schlund! Wenn sie dich verschlucken wird deine Seele für immer in die Abgründe der Unterwelt verschlungen werden!“ kam vom Pilotensitz.

„Danke, Toasterbabe. Du bist wie immer aufbauend!“

„Gerne, Kara! Zurück zur Galactica?“

Starbuck setzte sich zurück auf ihren Sitz und nickte. Kurz danach aktivierte Racetrack den FTL des Raptor und der Aufklärer sprang zurück zur Flotte.

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Basisschiff B-26H
Standort: NCC 4990
Auftrag: Verfolgung der kolonialen Flotte

Der Tag begann sehr gut für Dr. Baltar. Im Archiv der Cylonen begann er den nächsten Schritt seiner Suche. Angetrieben von der Furcht vor einem gewaltsamen Tod hatte er das System des Satelliten entschlüsselt. Er fand in den Innereien des Fundstückes ein Backupsystem und überspielte die Daten in das Archiv des Hybriden. Nun suchte er in den Karten nachdem passenden Systemen. Dabei wurde er stets von einem Centurion überwacht. Gaius fühlte sich hierbei unwohl. Ständig hatte er den Blick der Maschinen in seinem Nacken. Nichts konnte er alleine tun. Immer wieder schneite Cavil herein und fragte nach Fortschritten. Heute konnte er ihm auch welche melden. Das stärkte seine Hoffnung weiterhin unentbehrlich für die Cylonen zu sein. Er wusste dass Cavil sicherlich nicht lange zögern würde auch seinem Leben ein Ende zu setzen.
Nur die Frage nach dem System beschäftige Baltar noch. Wohin würde die Reise gehen? Welchen Kurs müssten sie einschlagen um zur Erde zu gelangen?

Nach einer Weile merkte er das es mehr Augen wurden die ihn beobachteten. Six legte ihre Hände auf seine Schultern und begannen ihn zu massieren. Sie merkte wie verspannt er war und verschaffte ihm so Ablenkung. Und Gaius genoss diese Art von Berührung sehr.

„Du hast es geschafft, Gaius!“ flüsterte sie ihm in sein Ohr.

„Ich bin und bleibe ein Genie. Man muss nur wissen wo man suchen muss und sich nicht von belanglosen Sachen ablenken lassen. Und dann dieser Geistesblitz!“

Gaius Baltar war sehr von sich eingenommen. Er rühmte sich innerlich mit dem Fund, den die Cylonen sicherlich übersehen hätten. Aber Six wollte nicht das er soweit abhebt und packte mit den Händen so schmerzhaft zu das Baltar kurz aufschrie.

„Was soll das? Willst du mir die Schultern zerquetschen? Deine Hände sollten für die sanfteren Dinge des Lebens geschaffen sein.“

„Ich wollte dich nur daran erinnern dass dein Geistesblitz von jemand bestimmtem geschenkt wurde…“

„Lass mich raten….Gott?“

Sein Tonfall war herablassen und dass ärgerte sie. Ein Schlag auf den Hinterkopf sollte ihn daran erinnern das Gaius auf das Wohlwollen des Herrn angewiesen war, sowie auf das von Six.

„Ich weiß dass du in deinem Inneren dich nach seiner Leitung sehnst. Aber äußerlich machst du einen auf Idioten. Er hat soviel Gutes für dich getan und du verspottest ihn immer wieder. Er hatte dich schon einmal verlassen, Gaius. Und nur durch deine Glaubensbezeugung gab er dir eine weitere Chance. Er ist gütig! Aber jede Güte hat seine Dauer. Selbst meine Gütigkeit, Gaius!“

Six ging um ihn herum und setzte sich neben ihn auf den Tisch. Erst jetzt konnte er ihr kleines schwarzes Kleid sehen. Sie setzte sich aufreizend neben ihm, nahm eine Hand und führte sie auf den Oberschenkeln entlang unter ihr Kleid. Dabei sah sie ihm ständig in die Augen und lächelte ihm zu. Baltar gefiel es sehr und ließ es geschehen.

„Gott ist eine Inspiration. Er leitet dich zu großartigen Erkenntnissen. Ich bin seine Inspiration für dich. Wenn du es zulässt wird sich die Antwort, nach der du suchst, dir offenbaren. Das ist die Herrlichkeit Gottes!“

Baltar blickte in ihre funkelnden blauen Augen und hatte eigentlich nur noch einen Gedanken als seine Hand zwischen ihren Schenkeln ankam. So stand er auf und wollte sie küssen, sie spüren und für einen Moment vergessen wo er war. Aber Six erfasse mit einer Hand seine Wangen und lenkte seine Aufmerksamkeit auf den Monitor vor ihm. Gemeinsam sah er mit Six darauf und lobpreiste vor ihr den Herrn.

„Das ist deine Belohnung für den Glauben an ihn. Er liebt dich, genauso wie ich dich liebe, Gaius!“

„Das ist fantastisch, obwohl ich nicht glaube dass er solche phänomenale Schenkel hat wie du!“

„Wie wär’s wenn ich dich ein wenig auf den rechten Pfad rücke. Ich weiß was dir nun gefallen würde!“

„Oh ja, ich bitte dich darum!“ meinte Baltar und setzte sich hin.

Six streifte ihr Kleid ab und setzte sich auf seinen Schoss. Auf dem Bildschirm war währenddessen der Kurs berechnet für den Fund von Gaius Baltar und in die Kommandozentrale des Basisschiffes gesendet. Der Monitor zeigte ein System mit bläulichen Nebel und Wolken.

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Battlestar Galactica
Standort: NCC 532527
Auftrag: Schutz der Flotte


Athena kam in ihr Quartier und begrüßte zuerst ihre Tochter Hera. Sie saß am Tisch und malte mit den Buntstiften. Helo saß im Sessel und hatte die Augen geschlossen. Auf seinem Bauch lagen noch einige Berichte die er durchgehen musste und dabei einschlief.

„Hey Baby, zeigst du Mami was du schönes gemalt hast?“

Heras Mutter setzte sich leise auf das Bett schälte ihren Körper aus dem Kombi. Der Flug strengte an und sie wollte nur ein wenig Schlaf bevor der CAG wieder einen eventuellen Aufklärungsflug befahl. Anschließend ging sie an den Tisch zu ihrer Tochter und nahm das Heft. Sie blickte hinein und der Schauer lief ihr eiskalt über den Rücken.
Die Seiten waren voll mit Bildern des Opernhauses. Doch woher konnte ihre Tochter dieses Wissen haben? Auf weiteren Seiten sah sie andere bekannte Personen wie Roslin, Six, Baltar oder die Final 5. Die letzten Seiten wurden immer schrecklicher. So metzelte eine weitere Figur andere Figuren nieder und das weiße Papier war mit roter Farbe gerade übersät.

„Nein, nein!!!“ schrie Athena und ließ das Heft fallen.

Bei einem Blick auf den Stuhl vor ihr wurde sie ganz nervös. Hera war nicht da und Athena hatte die Tür offen gelassen. Ihre Glieder wurden weich. Wo war ihre Tochter?

„Hera!!!“ brüllte Athena und rannte hinaus.

Fieberhaft rannte sie durch die Gänge. Immer wieder blitzten vor ihren Augen die Gänge des Operhauses auf. Vorbei an der Crew der Galactica rannte sie immer schneller und nervöser wurden ihre Rufe nach ihrer Tochter.

„Hera!!!!“

Lauter und verzweifelter waren die Rufe der Mutter. Auf ihrem Weg durch das Schiff kam Adama und Roslin entgegen. Aus Verzweiflung rannte sie auf Roslin zu. Tränen liefen ihr hinunter und konnte kaum aufrecht stehen als sie endlich bei ihr war. Laura blickte sie an und wusste nicht was die Cylonin von ihr wollte. Aber Sharon zerrte an ihrer blauen Jacke und flehte um Hilfe.

„Lieutenant, beruhigen sie sich! Was ist los?“ fragte Adama.

„Meine Tochter, sie haben meine Tochter! Bitte, wir müssen sie holen! Sie haben mein Baby!!“

Adama ging an ein Com im Gang und rief das CIC während Athena bei Roslin stehen blieb.

„Tigh!“ meldete sich eine Stimme am anderen Ende.

„XO, geben sie Alarm auf dem ganzen Schiff. Wir haben eine Entführung! Hera ist weg!! Niemand verlässt die Galactica bis wir den Hybriden wiederhaben!!“ befahl er seinem XO.

Als Adama den Hörer auflegen wollte kam auch schon Helo um die Ecke. Auf seinem Arm trug er die schlafende Hera und hatte seine Frau bereits aufgeregt gesucht gehabt. Daraufhin widerrief der Admiral seinen letzten Befehl und hang erleichtert den Hörer zurück. Athena nahm ihre Tochter vom Arm ihres Mannes und hielt sie fest an sich. Aber für Adama war die Sache hiermit nicht vorbei.

„Captain Agathon, wo war sie?“ hakte Adama nach.

„Sie saß am Küchentisch, Sir. Ich hörte nur meine Frau schreien und wie sie nach draußen eilte.“

Karl Agathon hatte genauso wenig Ahnung was in seine Frau gefahren war. Sie war völlig aufgelöst aus dem Quartier gerannt und suchte nach ihrer Tochter, während Hera seelenruhig am Tisch saß.

„Sie hatte das Opernhaus gemalt!!“ sagte Athena zu Roslin und hielt Hera dabei fest an sich.

„Welches Opernhaus?“ fragte William Adama nach.

„Bill, ich komme nach. Es ist alles in Ordnung, ich rede mit ihr.“ sagte Laura und nahm Athena am Arm.

Adama schüttelte nur den Kopf und ging zurück ins CIC. Karl folgte den Frauen zurück ins Quartier. Die Präsidentin wusste von was Athena sprach und wollte dem selbst nachgehen. Caprica Six, Athena und sie hatten denselben Traum vom Opernhaus. Das verband die Frauen und das kleine Kind mysteriöserweise miteinander. Und nun sollte Hera ebenso Visionen vom Opernhaus haben?
Im Quartier stellte Athena ihre Tochter ins Bettchen und hob das Malheft ihrer Tochter auf. Sie zeigte es Laura. Doch als Roslin hineinsah war bis auf Gekritzel nichts zu sehen.

„Tut mir leid, aber da ist nichts!“

„Nein, da war das Opernhaus!!“ sagte Athena und riss das Heft aus den Händen von Roslin

Sie blätterte aufgelöst darin rum und konnte keine Bilder vom Operhaus oder der Figuren finden. Aber sie hatte es sich nicht eingebildet, da war Athena völlig sicher.

„Nein, die waren da. Das Opernhaus, sie, die 6, Baltar, die Final 5 und Boomer!!

„Valerii?“ fragte Roslin geschockt nach.

Sie selbst hatte eine Vision mit Boomer, das blutig endete für die Final 5 auf der Bühne.
Athena nickte unter Tränen. So blickte die ehemalige Lehrerin zum Bettchen von Athenas Tochter. Hera stand still darin und blickte die Frauen an, als wüsste sie genaustes bescheid.

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Im Besprechungsraum der Piloten war das Licht aus. An der Wand wurden über einen Beamer die ausgewerteten Fotos von Karas Aufklärungsflug abgespielt. Apollo, Starbuck samt Nachwuchs, Gaeta und Admiral Adama sahen sich die Bilder an. Sie verglichen die Textpassagen mit Einzelaufnahmen und waren sicher den richtigen Kurs eingeschlagen zu haben. Nur das Innere machten ihnen Sorgen. Gaeta war der Meinung dass die elektrischen Ladungen für die Zivilschiffe zu gefährlich waren und zu Ausfällen führen würden. Die beiden Wirbel würden die regungslosen Schiffe einfach ansaugen und verschlingen.

Der CAG und der Admiral unterhielten sich als der Blick von Kara tunnelartig wurde. Sie irgendwie in Trance. Immer wieder tauchten vor ihr die Bilder des Nebels auf. Plötzlich befand sie sich mit einer Viper Mk II inmitten des Nebels. Blitze links und rechts erhellten den bläulich gehaltenen Raum immer wieder auf. Sie hatte Angst und wich ständig aus um nicht getroffen zu werden. Ihre Hände und Arme wurden vor Anstrengung steif, so wild wurde ihr Jäger hin und hergeschüttelt. Nach einem kurzen Augenblick sah sie wieder das Objekt zwischen den Wirbeln. Sie flog darauf zu. Sie erkannte Lichter vor sich und folgte ihnen. Es wurde ruhig um sie. Keine der Blitze traf sie, kein Schütteln der Viper. Ihr Körper ging mit jeder Bewegung ihrer Maschine mit. Je näher sie dem Objekt kam umso mehr schärfte sie ihre Augen. Was war es? Was verbarg der Nebel vor ihr?

„Kara?“

So plötzlich wie sie im Cockpit saß, so plötzlich wurde sie wieder herausgerissen. Ihr Mann starrte sie an und nahm ihr ihren Sohn vom Schoss um ihn den Admiral zu überreichen.
Starbuck war immer noch neben sich und stand ohne ein Wort der Warnung auf. Sie holte eine der Aufnahmen vom Pult vor den Sitzreihen, einen Filzstift und begann Punkte auf die Aufnahmen zu malen, kurz darauf auf eine Karte. Die Anwesenden waren neugierig und versammelten sich um Captain Thrace.

„…..nachdem er bereit war zu sehen, einen Weg durch den Nebel der Bestien zu zeigen. Ein nichtgöttliches Leuchtfeuer wird ihm, den Gläubigen, die Pforte zum Pfad der Götter öffnen.

Dieses Ding ist das Leuchtfeuer, und nicht göttlich. Die Blitze sind es, genauso wie die Wirbel. Der Glaube beruht auf Vertrauen. Und wem vertraute der Reisende? Einem Fährmann zum Beispiel. Wir können den Weg sehen, aber vertrauen auf einen Fährmann.

Ich könnte der Fährmann sein. Ich schnapp mir eine Viper und lotse uns dadurch.“ sprach Kara mit sich selbst und zeichnete weitere Punkte ein.

Gaeta reichte eine der Aufnahmen dem Admiral und übernahm im Gegenzug den Enkel.

„Und das ist dir eben zugeflogen, Captain?“ fragte ihr Schwiegervater.

Doch Kara reagierte nicht und zeichnete weiter. Erst als ihr Mann das Zeug aus den Händen nahm war Kara wieder in der Realität. Starbuck stand auf und blickte in die Runde der verwunderten Männer.

„Ähm, was?“ fragte sie verdutzt.

„Das kam dir eben so zugeflogen?“ fragte ihr Mann.

Gaeta und Admiral Adama sahen sich in Ruhe Karas Einzeichnungen an. Schnell wurde Felix klar das Starbuck den Weg hindurch fand.

„Wenn wir die Schiffe in Pakete und eng genug, das würde funktionieren, Sir. Die Flotte käme auf direkten Kurs nicht einmal in den Gefahrenbereich. Das ist genial! Normalerweise hätten wir Tage dafür…“

Lt. Gaeta wurde ruhig und blickte Kara an. Woher hatte sie diesen Einfall nur? Woher hatte sie den genauen Kurs durch den Nebel? Im Normalfall hätte man den Kurs anhand von Drohnen und Raptor ermitteln müssen. Die Zeitabstände der Blitze einbeziehen, die Entfernung zu den gefährlichen Wolkenfeldern berechnen und Starbuck machte das innerhalb von wenigen Minuten.

„Ihr seht mich an als hätte ich etwas Unnormales getan! Darf ich nicht auch einmal einen Geistesblitz haben?“

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Viper047
07-06-2008, 01:54 PM
Tyrol ging durch seinen Bereich. Er hatte sich über 2 Stunden mit Boomer unterhalten. Es tat ihm gut. Doch fragte er sich immer wieder warum gerade Boomer? Warum schrie er sie nicht an? Warum donnerten seine Fäuste nicht gegen das Sicherheitsglas? Warum hatte er sich keinen Einlass verschafft und seine Hände um ihren Hals gelegt?

Seine Hände hatte er lässig in die Hosentaschen seines Overalls gesteckt und lief in leichten Schritten an einer Viper vorbei. Vor ihm lag Figurski und quälte sich an einem Triebwerk einer Mk VII herum. Er fluchte und hatte keine Lust mehr nach dem Fehler zu suchen. Irgendetwas ließ immer wieder das Triebwerk ausfallen, doch konnte der Systemcheck nicht wirklich den Fehler aufzeigen. Galen riskierte nur einen Blick in das Triebwerk hinein und trat leicht an das Bein des Mechanikers.

„Das Einlassventil für das Tylium sollte mal gereinigt werden. Das Notsystem schaltet automatisch ab. Ich denke das du unter der Verkleidung nach der Stelle suchen musst und nicht direkt an der Düse. Einen Moment, ich mach das schnell!!“

Figurski sah auf und war einverstanden. Er bemerkte dass der Chief sehr ruhig war. Seine Gedanken klar und geordnet. Niemand außer ihnen arbeitete an der Maschine und er würde es niemanden verraten das Tyrol half. In seinem kleinen Raum suchte Tyrol nach dem Spezialwerkzeug als er Krach hörte. Er wunderte sich darüber und ging dem nach. An der Stelle, wo er seine Frau fand, kniete ein Techniker und holte etwas aus dem Hohlraum heraus wo seine Frau drin versteckt war. Erst als Tyrol vor ihm stand bemerkt er die Gegenwart des Chiefs. In den Händen hielt der Techniker ein kleines Päckchen, welches mit Klebeband umbunden war. Oben ragten mehrere Spritzen heraus und Tyrol erkannte sofort worum es sich handelte.

„Hey Chief, das sieht nicht nach dem aus was du nun vermutest!!“

Die Wut kochte in Galen. Einer seiner Leute hielt ein Päckchen mit Drogen in der Hand und wollte den Chief auch noch verschaukeln. Tyrol sah wie der junge Mann nach einem Gegenstand greifen wollte. Doch stellte er sich zu ungeschickt an und ein Schraubenschlüssel flog vor die Füße des vor Zorn erstarrten Chiefs.

„Warum Cally?“

„Ich wollte das nicht. Sie hätte nicht reinkommen sollen, Chief! Komm schon, das war ein Unfall!!“

Die Stimme des Technikers zitterte vor Angst. Sein Körper bewegte sich zurück und suchte Schutz vor Chief Tyrol. Dieser hob den Schraubenschlüssel auf und bewegte sich langsam auf ihn zu. Wieder rasten diese schrecklichen Gedanken durch seien Kopf, sah wieder wie Cally in diesen Hohlraum gestopft wurde, wie sie zugerichtet wurde.

„Ein Unfall, ja?“

„Komm schon, Galen! Ich wollte das nicht!!“

„Keine Sorge, es wird wie ein Unfall aussehen……“

Viper047
10-06-2008, 03:58 PM
Kapitel 13.5


Wer den Wind säht…


Auf einem Basisschiff…

In einem Besprechungsraum trafen sich Vertreter der Modelreihe 2, 6 und 8. Es war ein geheimes Treffen zu dem von jeder Reihe 2 Cylonen erwartet wurden. Sie trafen sich einem kargen und nahezu leeren Raum. Nur ein Tisch und 6 Stühle aus verstärktem Aluminium waren als Zierde des Raumes anzutreffen. Begleitet von Centurion und größten Sicherheitsmaßnahmen fanden sie sich ein. Kein Wort des Grußes hallte durch den Raum. Sie nahmen die 3 möglichen Eingänge, gingen getrennt hinein und standen sich gegenüber. Sie blickten in die Gesichter der anderen während die Wachen die Eingänge sicherten. Soweit kam es schon dass sich Cylonen im Geheimen treffen mussten. Das nicht alle Modelle eingeweiht wurden und Geheimnisse vor den anderen Brüdern und Schwestern hatten.

Doch musste es geschehen. Das Gleichgewicht innerhalb des Volkes war gestört. So suchten die Einen die Erlösung bei den Final 5, die anderen verteufelten die Suche und erinnerten an die „Gesetze“ der Erbauer. Kein Cylon sollte nur ihren Namen aussprechen, niemand sollte einen Gedanken an sie verschwenden, niemand sollte sie suchen geschweige sie auf eine Stufe mit ihnen zu stellen. So war es der Wille Gottes. Und sie würden alles tun um den Willen des Herrn durchzusetzen. Niemand sollte ausgenommen werden. Aber währenddessen entwickelten sich die einen zu einer Herrscherklasse während die Anderen zu den Beherrschten wurden. Sie mussten sich deren Willen beugen im Namen des einzigen und wahren Gottes. Die Cylonen hatten nur eine Bestimmung, und zwar diese, die sie bei der „Geburt“ erteilt bekamen. Und wer sich gegen diese Bestimmung sträubt wird den Zorn Gottes zu spüren bekommen. D'Anna war die erste Cylonin die den Zorn zu spüren bekam. Sie sträubte sich gegen die Grundsätze, wollte das Antlitz der Final 5 sehen, fühlte sich dazu berufen – es war ihr Schicksal. Aber Cavil bestrafte sie dafür, ließ ihre ganze Reihe aus den Reihen der Cylonen entfernen. Sollte sie umprogrammiert werden um als gereinigte „Seele“ erneut Anschluss an das cylonische Volk zu finden.

Heute fanden sie sich ein weil wieder ein Modell dieses Schicksal ereilen sollte. Diesmal sollten es die Achten sein. Athena machte den Anfang und Boomer besiegelte schließlich das eventuelle Schicksal der Reihe 8. Aber fand diese Zuspruch und Protest in den Reihen der Zweien und Sechsen. Alle drei Modelle waren mehr oder weniger verwurzelt in die Suche nach dem Sein der Cylonen, interpretierten die Worte Gottes anders, sahen ihr Schicksal anders. Sie wollten auch weiterhin an dem Weg von Boomer und Caprica Six festhalten. Die Suche nach den letzten 5 Cylonenmodellen, ein Friede mit den Menschen und mit sich selbst, ein Friede mit Gott und eine Rückkehr zu ihrer Heimat. So glaubten sie das Gottes Wille die Freiheit und Selbstbestimmung eines jeden einzelnen Cylonen sei. Viele Achten nahmen sich ein Beispiel an Athena, sahen wie sie glücklich werden konnte in den Reihen der Menschen. Sie hatte eine Tochter, der Vater ein Mensch, und für ihre Familie und Überzeugung hatte sie den schweren Weg des Seitenwechsels gewählt. Wusste Sharon Agathon nicht was sie innerhalb ihrer Reihe auslöste, wie dies auf die Sechserreihe überschwappte und die Zweier allmählich folgten.

Und so trafen sie sich an diesem Tage. Ohne das Wissen der Einsen, Fünfen und Siebenen setzten sie sich an den Tisch und entschieden wohlmöglich über ein folgenschweres Schicksal für das Cylonenvolk.

„Hat jemand Verdacht geschöpft?“ fragte eine 6 die anderen.

Alle verneinten. So gab einer der Leoben den Befehl die Ausgänge zu bewachen. Die Centurion verschlossen die Türen und ließen die menschlichen Modelle ungestört.

„Das bringt eine Menge Ärger wenn Cavil es herausbekommt!“ prangerte einer der Zweien an.

„Und wenn schon! Er will meine Reihe stilllegen. Erst die niederen Arbeiten und dann das? Selbst wenn ihm vor Wut der Kopf abfällt, mir ist es egal was Cavil und die Einsen denken werden. Wir wollen nicht wie D’Anna enden….“

„Niemand wird wie D’Anna enden!“ sprach eine 6 dazwischen und lenkte die Aufmerksamkeit auf sich.

Hilflosigkeit, Wut und Unsicherheit saßen sich am Tisch gegenüber. Niemand wusste genau wo es sie hinführen würde, nur die Konsequenzen waren immer dieselben wenn es öffentlich wurde.

„Cavil hat es auf die Spitze getrieben. Die Einsen, Fünfen und Siebenen bleiben bei ihrer Meinung haften. Es wird keine Verhandlungen mehr geben. So will er dass wir uns fügen oder mit Konsequenzen zu rechnen haben….“ setzte die Sechs fort.

Hatten die Cylonen vor kurzem eine Versammlung mit den Vertretern sämtlicher Modellreihen, bis auf die stillgelegten Dreien, und diskutierten über das weitere Vorgehen. Die Entdeckung Baltars gab ihnen erneute Hoffnung die Erde zu finden und die Flotte von Adama und Roslin abzufangen. Doch anstatt über das Wohl der Cylonen zu entscheiden ergriff Cavil das Wort. Er, als Führer der Flotte, legte grundsätzliche Dinge im Bezug auf die spirituellen Belange der Cylonen. Dabei sprach er das Verbot aus nie wieder an die Final 5 zu denken oder über sie zu sprechen, den Willen Gottes nie wieder in Zweifel zu ziehen und die Worte nach einer individuellen Meinung auszulegen. Das jeder Cylon seiner Bestimmung nachzugehen und nur dem Allgemeinwohl zu dienen habe. Abweichende Gedanken werde als Verrat an Gott und den Cylonen geahndet werden. Ganz besonders die Achten hätten sich Cavils Willen zu beugen, da er im Namen Gottes sprach. Und für andere Modelle sollte das Schicksal der Reihe 8 eine Warnung sein. So hatten Athena und Boomer es vorgemacht was passierte wenn sie schädlichen Ideen nachgingen – der Verrat an ihrem Volk. Individualismus und deren Freiheiten waren schädlich für das gemeinsame Kollektiv und würden sie nur noch mehr auseinander reißen. D’Anna bekam Gottes ganzen Zorn zu spüren. Seine Kinder mussten sie aus dem Kollektiv entfernen, da sie nach etwas strebte wofür sie nicht gemacht wurde. Und so brachte Cavil auch sein berühmtes Beispiel wieder: Er war Mechaniker, er wurde dafür gemacht, das war seine Aufgabe und er würde sie auch erfüllen. Die Fünfen und Siebenen waren der gleichen Ansicht. Und da Cavil Führer der Flotte war, lag bei ihm das endgültige Entscheidungsrecht wenn eine Pattsituation herrschen sollte.


„Wir werden euch nicht im Stich lassen, 8. Die Zweien stehen hinter euch. Und ich denke die Sechsen wären im Ernstfall ebenfalls auf eurer Seite.“

„Darum sind wir hier. Wir haben einst einen neuen Weg beschritten und ich denke wir sollten ihn auch weiterhin beschreiten. Das heißt wir suchen die Final 5 und die Erde. Aber jeder an diesem Tisch weiß sehr genau dass es gegen die Befehle von Cavil verstößt. Und da es in dieser Richtung keine Verhandlungen mehr geben wird, sehen wir nur eine Möglichkeit!“

Die Sechsen sprachen etwas aus was Entsetzen bei den anderen Modellen auslöste. Sie deuteten Gewalt an, eine offene Auflehnung gegen Cavil, die Einsen, Fünfen und Siebenen. Denn diese standen fest hinter ihm und bildeten eine geschlossene Front.

„Weiß du was du da von uns verlangst? Das bedeutet Bürgerkrieg! Eine Aufspaltung in zwei Lager!“

„Du kannst es dir aussuchen, 8. Entweder du stirbst im Becken oder im Kampf. So oder so, deine Auslöschung und Einspeisung in den Zentralkern sind besiegelt. Mach die Augen auf. Athena und Boomer hatten sie geöffnet. Zwei von deiner Reihe. Sie kämpfen für ihren Glauben, bluten für ihre Prinzipien und würden für ihre Flotte sogar sterben.

Der Ruhm von Caprica Six ist erloschen. Wir Sechsen haben keinen einflussreichen Status mehr. Die Zweien werden für ihren Glauben belächelt und ihr werdet für den Verrat von zwei Achten verachtet.“

„Sie hat Recht. Sehen wir den Tatsachen in die Augen. Die zwei Lager haben sich schon längst gebildet. Sie haben uns systematisch ausgeschaltet. Wir sind machtlos. Sie haben die Kommandos und die Schiffe, wir sind nur deren Handlanger. Aber wir sind auf einigen Schiffen in Überzahl. Das steuert nur in eine Richtung, und nennen wir es ruhig beim Namen – Bürgerkrieg!!“ sagte einer der Leoben.

Ruhig wurde es im Besprechungsraum. Jeder der Anwesenden ließ sich die gefallenen Worte durch den Kopf gehen. So entsprachen sie der traurigen Wahrheit. Der Traum von einem vereinten cylonischen Volk war nur nach wenigen Jahrzehnten bereits ausgeträumt. So entwickelten sich 2 Gesellschaften, der Glaube trennte eine Gemeinschaft. Furcht und Terror herrschten innerhalb der cylonischen Flotte während sie die Menschen verfolgten. Die Einen wollten sie immer noch vernichten. Die Galactica unter ihren Raketen zerbersten sehen und die Schmach aus der weiten und näheren Vergangenheit rächen. Und die anderen lenkten ein und hielten an einem erschmähten Weg fest.

„Aber wir werden Hilfe brauchen. Ich denke an die Galactica. Wir könnten mit ihnen zusammen die Final 5 suchen, einen Weg zur Erde und eine Koexistenz aufbauen.“ lenkte eine der Achten schließlich ein.

„Und wie stellst du dir das vor? Wir klopfen an und sagen wir sind Rebellen. Sie werden uns nicht trauen, genauso wenig wie wir ihnen nicht trauen werden. Zuviel ist einfach passiert. Es muss einen Weg ohne die Menschen geben.“ gab eine Sechs als Einwand von sich.

„Nein, die Idee finde ich gar nicht mal so schlecht. Eine Allianz mit den Menschen würde unsere Position stärken. Sie muss ja nicht von Dauer sein. Aber ich denke man müsste einen Anreiz für eine Allianz finden. Etwas was Roslin und Adama gleichermaßen wollen, und wie wir unsere Forderungen damit durchsetzen können.“

„Baltar!“ meinte eine 8 zu Leoben.

Dieser nickte. Genau diesen Anreiz meinte er. Damit hätten die Cylonen etwas was die politische und militärische Führung gleichermaßen haben wollte. Doch war das wahrscheinlich erst der Anfang. Es würde nicht bei Baltar bleiben, so gut kannten sie zumindest Adama schon.

„Wir bieten ihnen an mit uns D’Anna wiederzuerwecken. Ich denke dass die Final 5 die ganze Zeit vor unseren Augen waren. Verborgen inmitten der Menschen. Wir bieten ihnen an die Identität mit ihnen aufzudecken. Aber wir wollen sie mitnehmen. Das sollte gleich von Anfang klar gemacht werden. Sie werden mit uns gehen! Auch auf die Gefahr hin das sie vielleicht nicht wollen oder von den Menschen gefangen gehalten werden. Dafür sollten wir uns Optionen offen halten, auch mit Gewalt!!“

„Aber Cavil wird den Zentralkern strengstens bewachen lassen. Wenn er davon auch nur einen Hauch von Ahnung bekommt wird er die Flotte verdreifachen lassen. Und wir werden niemals die Identitäten erfahren. Wenn wir D’Anna verlieren, werden wir die Final 5 verlieren.“

„Nicht unbedingt, Leoben!“ meinte eine Acht.

„Was meinst du?“

Die Acht holte etwas aus ihrer Hosentasche und legte es sichtbar für die anderen Cylonen auf den Tisch. Es war ein Memorychip. Diese wurden verwendet um die Gedanken eines Cylonen zu speichern und auf einen anderen Körper zu übertragen. So konnte man einzelne Modelle auferstehen lassen ohne die Informationen aus dem zentralen Nervenarchiv verwenden zu müssen. Es diente ihnen als gewissen Schutz.

„Nicht nur D’Anna hat sie gesehen. Auch Boomer kennt ihre Gesichter. Ihr letzter Download war sehr eigenartig. In ihren Gedanken sind Bilder der Zukunft und Vergangenheit gleichermaßen verborgen. All ihr Schmerz und ihre Wut, ihre Liebe und Trauer sind da drauf. Ich habe es zufällig gefunden als ich mir Teile aus Athenas letztem Download überspielte.

Ich wollte sehen wie es ist. Ihr habt keine Vorstellung wie es ist jemanden zu lieben, von jemand geliebt zu werden. Ich träume jeden Abend als wäre es meine Familie. Es ist schön.“

Die Haut der Acht wurde warm alleine bei dem Gedanken an Helo und Hera. Sie konnte das fühlen was Athena fühlen musste. Und sie verliebte sich in den Gedanken eines Tages ebenfalls diese Empfindungen mit jemand teilen zu können.

„Du hast es gestohlen!“ sagte eine Sechs.

„Sagte ich doch, zufällig gefunden!!“

„Wie sieht es aus?“ fragte die andere Sechs die anwesenden Cylonen.

„Ich schlage vor das wir sobald wie möglich Kontakt aufnehmen. Ich wüsste auch jemanden der uns helfen wird.“ sagte Leoben.

„Du meinst Starbuck? Sie hasst dich und wird dich töten sobald du auch nur in ihre Nähe kommst!“

Die 6 lächelte und machte sich über den Vorschlag von Leoben lustig. Die Erfahrungen von Caprica und Neu Caprica saßen tief im Gedächtnis von Kara Thrace. Und bevor Leoben auch nur den Hauch einer Chance hätte Kara anzusprechen würde auch schon ein Loch im Kopf des Cylonen klaffen.

„Vertraut mir, sie wird mir zuhören. Ich kenne Kara, besser als sie sich selbst. Es ist ihr Schicksal uns zu helfen. Vielleicht werde ich das Angebot in ihrem Beisein noch erhöhen, so dass die Menschen nicht nein sagen können.“

Sein Blick war ernst, so ernst wie sein Gedanke sich zuerst an Kara Thrace zu wenden. Schlussendlich sagten die Sechsen und Achten zu. Es war somit beschlossene Sache. Von hier an gab es kein Zurück mehr. So machten sie sich wieder auf, verabredeten ein nächstes Treffen um keinen Verdacht schöpfen zu lassen. Sie wollten es ihren Brüdern und Schwestern kundtun. Auf ihrem Weg hinaus hielt ein Centurion eine Acht fest. Sie wollte hinein, doch die Maschinen ließen sie nicht aufgrund ihrer Befehle. Die zwei Achten hätten nicht geahnt dass jemand von dem heimlichen Treffen wusste. Sie befahlen die Acht loszulassen. Das Modell versprach das niemand davon wusste und sie ihnen aber gefolgt war. Sie hatte eine wichtige Nachricht, welche vor kurzem im Kommandozentrum eintraf und für Aufsehen erregte.

„Was ist los?“ fragte sie die andere 8.

„Nachrichten aus den Kolonien. Eine 8, es war eine 8!“ sagte sie voller Aufregung.

Die anderen Cylonen sahen ihre Aufregung an. Sie schwitzte, war nervös und wusste nicht wie sie anfangen sollte.

„Was meinst du?“

„Cavil sprach von einem Aufstand. Sie nennt sich Liyan. Sie und Pegasus Six haben vielen Cylonen getötet und sind mit anderen Achten geflohen. Sie wollen uns nun umprogrammieren lassen!“

Die Achten nahmen ihre Schwester in ihre Mitte und beruhigten sie während die Sechsen und Zweien umso entschlossener wurden.

„Wer weiß davon sonst noch?“ wollte eine 6 wissen.

„Nur die Vertreter der Fünfen und Siebenen.“

„Das war ein Zeichen. Bereitet alles vor. Wir werden die Schiffe übernehmen. Es gibt kein zurück mehr!!“ sagte eine der Sechsen und sah Leoben an. Er wusste was zu tun war und vor allem mit wem.

Viper047
14-06-2008, 06:19 PM
Kapitel: Gaya


Frachtschiff Prometheus


Inmitten der Flotte sammelten sich auf einem Schiff die Menschen, die in der Gesetzlosigkeit lebten, die der kolonialen Gesellschaft den Rücken kehrten und in einer eigenen und grausamen Ordnung lebten. Diebe, Glückspieler, Menschenhändler, Drogenlieferanten, Unterweltbosse oder Menschen die einfach nicht gefunden werden wollten versteckten sich auf der Prometheus. Sie lebten ein Leben weit ab den Problemen in der Flotte. Alkohol, schnelle Spiele und das verlockende Geld, ständiges Wechseln zwischen Armut und blutigem Reichtum bestimmten unter anderem das Tagesgeschäft. Wer hier sich alleine durchschlagen wollte hatte keine lange Lebensdauer zu erwarten. Man musste sich für eine der Seiten entscheiden. Wer für die White Dragon war konnte nicht zu den letzten Splittern der Antikolonialen Front, Freiheitskämpfern Sagittarias oder den verschiedenen kleinen Clans gehen ohne um sein Leben fürchten zu müssen. Wie draußen herrschte auch hier Krieg. Um die Vorherrschaft auf der Prometheus, die geheimen Handelsrouten der Schmuggler, die Verteilernetzwerke oder Schmiergelder für Kontaktpersonen beim Militär oder Politik. Sie empfanden sich als die wahren Herrscher der Flotte, da sie die Geschicke lenken konnten ohne Aufmerksamkeit seitens der Galactica zu erregen und dabei jeder individuell Reich wurde.

Aber nach Neu Caprica relativierten sich die Machtkämpfe und die White Dragon gingen allmählich als stärkste und mächtigste Fraktion hervor. Sie übernahmen fast alle Geschäfte und ließen die anderen Clans, gegen eine kleine Schutz- und Gewinnbeteiligungsgebühr, für sich arbeiten. Einige Unterweltbosse und Clanführer verschwanden in den letzten Monaten und jemand Neues festigte seine Position an der Spitze der Prometheus.

Um ihre Position zu stärken herrschten sie mit Furcht und Güte gleichermaßen. So schickten sie ihre Todeshändler aus um ihren Willen durchzusetzen, wenn jemand es wagte gegen „ihre Gesetze“ zu verstoßen. Auf der anderen Seite versorgten sie die in Armut lebende Bevölkerung mit allem was man brauchte und verlangten nur ihren Respekt und Loyalität dafür. Kein Geld wurde ihnen abgenommen, stattdessen wurden sie mit kleinen Beträgen unterstützt um sich in der Flotte ein Leben ohne Not und Sorgen sichern zu können.

Über ihren neuen Kopf war lange Zeit nicht viel bekannt. Man wusste aus Gerüchten dass sie nach der Flucht von Neu Caprica auf der Prometheus auftauchte. Mit ihr war ein kleines blindes Mädchen. Die 11 jährige Gaya war bis heute ihr ein und alles. Sie tat alles damit es ihr gut ging. Das Kind sprach seit ihrer Ankunft nie über ihre Eltern, woher sie stammte oder wie sie überlebte. Wie ihr Beschützer war auch die kleine Gaya ein Mysterium. Obwohl sie blind war konnte sie dennoch sehen. Sie sah Dinge, prophezeite für nahezu jeden sein Schicksal voraus. Man sagte dass die Götter sie mit einer Gabe segneten und mit der Blindheit gleichzeitig verfluchten. So sagte sie auch voraus das der Kopf des weißen Drachen abgeschlagen werde würde und ihm ein neuer nachwachse.
Mit dieser Prophezeiung machte sich ihr Beschützer auf und verdiente in nur geringer Zeit Ruhm und Respekt. Sie schuf ihre eigene Welt der Furcht und Verständnisses. Die White Dragon wurden auf sie aufmerksam und heuerten die Unbekannte an. Doch wurde sie für den Clanführer schnell gierig und Machtversessen. Er wollte sie töten lassen und erkannte erst viel zu spät wen er als Gegner hatte. Sie verlor bei einem Attentat ihr linkes Augenlicht und wurde schwer verletzt. Aber schwor sie Rache und tötete nach und nach jeden Beteiligten und schließlich den Anführer der Dragons selbst.
Sie über übernahm seine Position, ließ die Clanmitglieder auf sich einschwören und drohte bei Bruch des Vertrauens jeden zu töten. So festige sie innerhalb des Clans ihre Führung und nach außen hin die Loyalität der Menschen.

In einem versteckten Abteil wartete Clive Lamar vor der Luke von Cassandra, so war der Name des Führers der White Dragon. Seine Kleidung war durch Angstschweiß durchfeuchtet und die beiden Muskelbepackten und tätowierten Wachen machten ihm noch nicht einmal soviel Angst als das was ihn hinter der Luke erwartete. Lamar war vor dem Angriff auf Caprica Chemielaborant. Schon früh erkannten die White Dragon sein Talent und ließen ihn für sie die Droge Cript herstellen. Er war darin ein Naturtalent und entwickelte die Droge in verschiedenen Variationen. Nach den Angriffen musste er sich wie fast jeder andere Kolonist innerhalb der Flotte seinen Lebenstandart auf ehrliche Weise sichern. Aber auf Neu Caprica bekam er die erneute Chance mehr Geld zu verdienen. Dabei nahm er sich ab und zu Teile des Gewinns für sich heraus ohne etwas den White Dragon etwas zu sagen. Doch dies war nicht sein einziges Problem.

Die Luke ging auf und einer der Mitglieder des Clans befahl ihm hinein zu kommen. Es war Michael Fontaine. Er war wie Clive Anfang 30. Aber Lamar war eher der unscheinbare Studententyp mit seinem nahezu Teenagerhaften Gesicht, blond gelockten Haaren und Kassenbrille. Meistens trug er Jogginganzüge, so wie auch heute. Michael war sportlich und durchtrainiert. Markante Gesichtszüge mit einem Dreitagebart und kurzen schwarzen Haaren. Er trug einen dunklen Anzug aus edlem Stoff, dazu ein weißes Hemd ohne Krawatte. Die obersten Knöpfe waren geöffnet und ließen einen kleinen Einblick auf seine behaarte Brust zu. Fontaine war die rechte Hand von Cassandra und war für die Organisation und Durchsetzung verantwortlich. Er war einer der sehr wenigen den sie vertraute. In seinem Job war er sehr effizient und vor allem diskret.

„Du wirst erwartet, Clive!“ sagte Michael in einem sehr ruhigen Ton.

Der Chemiker betrat nur langsam das Quartier von Cassandra. Er bestaunte den Luxus um ihn herum. Möbel, Teppiche, Beleuchtung und die rote Tapete waren nicht einfach zu beschaffen. Über ihm ragte ein teurer Kronleuchter, der dem Quartier Licht spendete. Eine bequeme Couchecke stand neben ihm, Schränke mit exquisiter Kleidung und edlem Alkohol an den Wänden und vor ihm, verborgen hinter roten seidenen Vorhängen, die viel blicken ließen und dennoch das Geheimste verbargen, stand ein großes und massives Bett. Darauf waren viele Kissen und eine große Decke ausgebreitet. Vor der Schlafgelegenheit stand eine Frau. Sie stand mit dem Rücken zu ihm, sie war nackt. Er konnte durch den seidenen Vorhang die Konturen ihrer Tätowierung sehen. Ein Drache zierte ihren Körper. Der Kopf prangte auf ihrer Schulter und sein Schwanz reichte bis zu ihrer Fersen hinunter. Er sah sie zum ersten Mal. Bestaunte ihren schlanken Körper, ihre zierliche Figur die dennoch Stärke ausstrahlte. Als sie ihren Morgenmantel überstreifte sah sie über ihre Schulter. So konnte er ihr Gesicht sehen, sah dass sie zu den exotischen Frauen gehörte.

„Gefällt dir was du sehen konntest?“ fragte Cassandra den Chemiker.

„Äh, ja – natürlich. Sie sind wunderschön, Cassandra!“

Seine Stimme war zittrig. Ein falsches Wort auf eine ihrer Fragen und er würde sich in den nächsten Minuten in der Müllpresse wieder finden. Aber sie schmunzelte und setzte ihre dunkle Augenklappe auf. Michael schloss die Luke und half seinem Boss anschließend aus dem Schlafgemach des Quartiers. Clive sah ihr nicht ins Gesicht. Stattdessen bewunderte er den Ausschnitt ihres Mantels, der ihm Einblicke auf ihre Brüste gab und ihre Schönheit erahnen ließ. Sein Blick wanderte Richtung Boden und sah sich die strammen Schenkel an die beim Laufen unter dem Mantel hervorkamen. Cassandra bemerkte seine mittlerweile lustvollen Blicke und ihr gefiel es überhaupt nicht.

„Mike, unserem Gast ist nicht mehr bewusst wo er sich befindet. Würdest du ihm bitte sagen wie man sich gegenüber einer Lady verhält!“

Seine rechte Hand zögerte nicht lange und holte aus. Ohne eine Möglichkeit der Reaktion schlug er Clive ins Gesicht. Dem Chemiker wusste nicht wie ihm geschah, so schnell traf ihn die Faust von Fontaine. Anschließend versetzte er ihm einen Tritt hinten in die Beine, so dass Lamar auf die Knie fiel. Cassandra holte derweil ein Messer aus einer Schublade und ging zu dem verängstigten Mann hinüber. Michael blieb dabei in der Nähe und beobachtete jede Bewegung von Clive. Sobald er auch nur einen falschen Gedanken hätte würde er ihn sofort töten. Cassandra streifte im Vorbeigehen mit der Klinge seine Wange und ritzte die Haut auf. Der Chemiker war kurz davor sich vor Angst in die Hose zu machen.

„Clive, wir haben ein Problem. Obwohl ich immer gut zu dir war, besitzt du die Frechheit mich um mein Geld betrügen zu wollen. Ich frage mich, was habe ich dir getan das du alleine auf die Idee kommst.

Ich hatte dir gesagt wir lassen deine Vergangenheit ruhen und gehen zusammen einen profitablen Weg. Doch nun bin ich von dir enttäuscht, Clive! Erklär mir bitte wie es soweit kommen konnte!“

„Cassandra, wenn es um das Geld geht – ich bezahle dir alles zurück. Ich bitte dich, es tut mir leid. Ich weiß selbst nicht warum Wir können doch sicher eine Lösung finden. Ich mache es wieder gut!!“

Lamar zitterte wie Espenlaub. Er konnte Cassandra nicht sehen. Sie stand mit ihrem Messer direkt hinter ihm und sah auf ihn hinab. Ihre rechte Hand sah sie nur kurz an und verstand was sie wollte. Ein kurzer Griff in einen Schrank und Michael legte neben Clive dunkle Plastikfolie aus. Da schoss ihm die Angst bis in die Beine. Hatte er soviel nicht genommen. Aber für Cassandra ging es um das Prinzip. Natürlich konnte sie auf die paar Credits verzichte, die taten ihr bei den Göttern nicht weh. Aber sie wollte nicht dass jeder auf einmal so wie er dachte und sich von ihrem Geld bediente.
Fontaine hievte dessen Körper auf die Folie. Just in diesem Moment tropfte es von der Jogginghose Lamars auf den Boden. Angeekelt schlug er ihm mit der flachen Hand auf den Hinterkopf und entfernte sich einen Schritt von ihm.

„Mir geht es nicht um das Geld allein. Ich dachte meine Befehle bezüglich der Galactica waren klar? Keine Geschäfte mehr auf dem Kampfstern! Besonders keine Drogengeschäfte die auf mich zurückführen könnten, bzw. auf dich!

Und ich habe mit mir gerungen. Was soll ich bloß mit dir tun? Michael war für Nachsicht. Ich sollte dir noch eine Chance geben. Aber Clive, ganz ehrlich – dein Verhalten könnte Schule machen. Auf einmal meint jeder mich bestehlen zu können, seine eigenen Geschäfte aufzuziehen ohne meine Erlaubnis eingeholt zu haben. Wo würden wir dahin kommen?
Ich habe einen Ruf zu verlieren. Und den habe ich mir teuer erkauft.“

Plötzlich ging es ganz schnell. Fontaine hatte Klebeband in den Händen. Er riss ein Stück davon ab und klebte es auf dessen Mund. Panik übermannte Clive, da er wusste was in wenigen Augenblicken geschehen würde. Fesseln wurden an seinen Händen angebracht und hinter dem Rücken verbunden. Er versuchte zu schreien, doch erstickte das Klebeband auf seinem Mund jeden Versuch. Cassandra näherte sich seinem rechtem Ohr und flüsterte leise hinein.

„Niemand bestiehlt mich, niemand widersetzt sich meinen Befehlen! Ich werde dich sogar irgendwie vermissen, Clive!!“

Sie ging wenige Schritte zurück. Lamar weinte vor Angst und machte sich mehr in die Hosen. Aber ihm würde keine Gnade gewährt werden. Fontaine holte eine Schallgedämpfte Pistole hervor, hielt sie an seine Schläfe und drückte ab. Der leblose Körper fiel zur Seite. Aus der Kopfwunde trat Blut heraus und breitete sich auf der Folie aus. Unbeeindruckt vom Tod nahm sich Cassandra einen Apfel aus einem Schrank und schnitt mit dem Messer kleine Teile zum Verzehr heraus. Währenddessen sorgte sich Michael um die Leiche.

Es klopfte an der Luke und einer ihrer Bodyguards kam herein. Er beachtete beim Eintritt nicht einmal den Leichnam in der Plastikfolie. Wusste er schon im Voraus dass der Chemiker nicht mehr lebendig aus dem Quartier käme.

„Boss, Gaya ist aus der Schule zurück. Soll sie warten?“

"Nein! Schafft mir den Müll aus den Augen und achtet darauf das sie von dem Aas nichts mitbekommt.“

Die Wache nickte und schickte weitere Leute herein die den Leichnam in die Müllpresse warfen. Michael wartete bis sie draußen waren und wandte sich Cassandra zu. Er drückte ihren Körper an sich und sah in ihr gesundes Auges. Sie legte das Messer und den Apfel zu Seite und ließ die Berührungen geschehen. Seine Lippen liebkosten ihren Hals und ihre Lippen während seine Hände unter ihrem Mantel griffen. Sie stöhnte leise auf und griff nach einem seiner Hände. Dann ein kurzer Dreh und ein schmerzhafter Blick von ihm. Die Schmerzen zwangen ihn auf die Knie. Cassandra genoss ihre Macht und wie er vor ihr auf dem Boden um Erleichterung winselte. Sie lächelte bei jedem Schub des Schmerzes den sie ihm zufügte.

„Sorge dafür dass so was nie wieder geschieht. Niemand hintergeht mich ohne den entsprechenden Preis dafür zu zahlen!“ sagte sie in einem strengen Ton.

„Ist Ok, Boss!!“

Cassandra lockerte den Griff und ließ schließlich seine Hand los. Doch war er nicht wütend über ihre Machtdemonstration. Er genoss den Schmerz. So liebte er sie, schön und tödlich.
Ihre Zweisamkeit wurde dann auch schon durch einen kleinen Gast gestört. Einer der Bodyguards geleitete das blinde Mädchen in das Quartier. Fontaine stand auf und kümmerte sich wie befohlen um ihre Angelegenheiten außerhalb des Quartiers. Sie selbst übernahm Gaya und führte sie zur Couch. Sie setzten sich hin und bekamen nebenbei etwas zu essen gebracht. Cassandra befahl nicht gestört zu werden und ließ die Tür von außen schließen.
Sie nahm das kleine rothaarige Mädchen in die Arme und erkundigte sich nach ihrem Tag.

„Wir haben heute Biologie durchgemacht. Mr. Wang hat Bilder von Caprica und seinen Vögeln gezeigt. Ich konnte nur ihre Gesänge hören. Sie waren wunderschön. Ich würde gerne nach Caprica reisen und sie richtig hören wollen. Morgen wollen wir Mathematik machen. Aber ich kann nicht mit den anderen lernen. Einer der Jungen hat meine Tastatur kaputtgemacht!“

Gaya wurde traurig. Sie erzählte ihr wie sie ein Junge namens Jacob immer wieder wegen ihrer Blindheit ärgerte. Er stachelte die anderen Kinder gegen sie auf und der traurige Höhepunkt war die Zerstörung ihrer angefertigten Blindentastatur für die Computer.
Cassandra erkundigte sich genauer über den Jungen und erfuhr dabei das er der Sohn eines reichen Kaufmannes war. Über den Familienname Hillman wusste sie sofort das es sich um Paul Hillman handeln musste, ein reicher Geschäftsmann von Caprica. Sie vertröstete sie und ging anschließend vor die Tür. Michael stand noch dort um Planungen für den heutigen Tag zu tätigen. Sie bat ihn sich um das Problem zu kümmern und dem Vater des Jungen klar zu machen das sein Sohn das falsche Kind ärgerte.

Wieder zurück auf der Couch machte sie ihrer kleinen Ziehtochter Brote fertig und legte sie geordnet auf den Teller vor ihr. Sie aß gerne Marmelade und diese sollte sie auch haben. Aber dazu sollte sie jeden Tag Obst und Gemüse essen, darauf bestand Cassandra.

„Du, Cassandra!“

„Was ist, mein Schatz?“

„Warum erzählst du nie etwas von deiner oder meiner Familie? Ich mein, ich würde gerne Erinnerungen haben an meinen Vater oder meiner Mutter. Ob ich Geschwister hatte, oder eine Katze?“

Liebevoll nahm sie Gaya in den Arm und strich durch ihr rotes Haar. Cassandra konnte ihr nichts über ihre Vergangenheit sagen, dennoch fragte das Mädchen immer wieder nach. Sie selbst hatte nichts in ihren Gedanken. Keinen Hinweis auf frühere Tage als Kind, nur die Leere umgab sie. Als wäre sie auf einmal da, ohne Bindung an irgendjemanden.

„Eines Tages werden deine Erinnerungen zurückkommen, mein Schatz. Aber lass dir Zeit. Ich habe dich gefunden und werde für immer bei dir bleiben. Es wird dir bei mir nichts mangeln. Aber eine Katze kommt mir trotzdem nicht hier rein. Der Versuch war aber nicht schlecht.“

„Dann könntest du doch von deiner Familie erzählen? Du erzählst nie was.“

„Meine Familie und ich haben eine Meinungsverschiedenheit. Aber dafür bist du noch ein wenig zu jung. Eines Tages werde ich dir alles über sie erzählen. Jetzt kannst du es nicht verstehen.“

„Bist du sauer darüber weil sie sich gegenseitig wehtun?“

Cassandra hörte auf zu essen und blickte Gaya an. Was meinte sie damit? Sie sah von der Seite dass das kleine Mädchen auf einen Punkt im Raum starrte. Mit einem fragenden Blick setzte sie sich um, so dass sie in das Gesicht des Mädchens blicken konnte. Mit einer Hand fasste Gaya in das Gesicht von Cassandra um von ihr Lesen zu können.

„Was meinst du damit?“

„Ich kann sie hören. Ihre Schreie, ihre Wut, ihren Hass. Der Fluch des Glaubens hat sie ereilt und entzweit. Der Krieg hat die Harmonie und den Frieden vernichtet. Unterdrückung und Verrat lassen ihre Gedanken verdunkeln.

Deine Schwestern haben sich erhoben und führen das Schwert der Vergeltung. Die Leibesfrucht der Tochter des Zeus weist dem sterbenden Führer der 12 Stämme den Weg durch den Pfad der Götter. Sie wird ihnen den Platz zeigen wo derjenige, der nicht hört, sich den Hörenden offenbaren wird. Nur vereint können die Säulen die Kinder des einen Gottes auf den Weg der Suche zurückbringen.

Noch bevor das Licht erlischt wird das Opernhaus dem sterbenden Führer seine wahre Bestimmung enthüllen, während ihre Seele vom verfluchten Schiff auf die andere Seite verbracht wird. An diesem Tage werden die Götter um eine ruhelose Seele weinen während die Eine die Kinder der 12 in die Verdammnis führt.

Der eine Gott wird nicht zulassen dass das Blut der 5 auf den Boden ohne Wiederkehr läuft. Doch die Klinge der Erneuerung und Vergessens ist stark und hinterließ bereits tiefe Wunden im Band des Schicksals.
All das geschah bereits! All das wird wieder geschehen! Worte des Vergessens!!“

Als wäre nichts geschehen nahm Gaya ein weiteres Brot vom Teller. Cassandra wusste nun dass das kleine Mädchen wieder eine Prophezeiung aussprach. Aber wem galt sie?
Konnte sie mit den Worten nicht viel anfangen. Was wollte sie mit den Schwestern andeuten? Was hatte das alles mit einem Opernhaus zu tun. Fragen über Fragen gingen dem Führer der White Dragon durch den Kopf. Sie wollte sich setzen als Gaya das Brot aus der Hand fiel und sie plötzlich ganz steif wurde. Sie rutschte mit dem Körper nach unten, ihr Gesicht wurde starr und blickte zur Decke. Sie begann zu schreien. Cassandra versuchte alles um sie zu beruhigen. Ihre Leibwächter kamen herein und sahen wie verzweifelt sie versuchte der kleinen Gaya zu helfen. So zogen sie den Tisch weg und versuchten gemeinsam mit ihrem Boss zu helfen. Doch konnten sie nichts ausrichten.
Höllische Qualen durchfuhren den Körper des Mädchens. Sie rang nach Luft, ihre Haut wurde rot und ihr Körper verkrampfte umso mehr.

„Holt einen Arzt!!“ schrie Cassandra zu ihrem Leibwächter.

„Sprung!!!!!!“ schrie das Mädchen.

Kurz danach startete die Prometheus den FTL und folgte der Galactica und der Flotte.
Dann wurde sie wieder still. Ihr Körper entspannte, ihre Atmung beruhigte sich wieder.
Sie fasste nach Cassandra und drückte sich fest an sie. Tränen der Erleichterung liefen ihre Wange hinunter als Gaya keine Schmerzen mehr hatte. Doch hatte sie jetzt schon Angst vor dem nächsten Mal.

Viper047
17-06-2008, 03:08 PM
Kapitel: Der Aufstand


Delphi
Das von den Cylonen besetzte Caprica

Nacht brach über eine der größten Städte der Kolonie Caprica herein. Seit ihrer Rückkehr herrschte Furcht und Terror seitens der Maschinen. War Neu Caprica für sie ein Zeichen dass eine Koexistenz mit den Menschen entgegen jeder Glaubensüberzeugung sprach. Sie erkannten dass Gott nicht wollte dass sich seine Kinder mit den Ungläubigen vermischten. Diese wurde mit der Zeit nur noch von einer Hälfte der Cylonen propagiert. Erfuhren sie schnell was in den Weiten des Alls geschah. Und so waren die Befehle für die verantwortlichen Führer klar. Es darf niemals zu ähnlichen Aufständen in den Kolonien der Menschen kommen. Wenn auch nur der Anschein einer Rebellion ans Tageslicht käme hätte man entsprechend zu handeln. Kein Mensch und kein Cylon sollte es wagen die Autorität des einen wahren Gottes in Frage zu stellen. Niemand sollte es gestattet werden Fragen außerhalb seines Daseins zu stellen. Erst recht nicht nach den Final 5. Verboten wurden jeglichen Gedanken an sie. Jeder Cylon hatte seine individuelle Bestimmung um der Gemeinschaft zu dienen. Und diese Bestimmung war vorrangig. Wer sich außerhalb dieser Grenzen bewegte war des Todes.

Die letzten Menschen erfuhren ebenfalls schnell was innerhalb der cylonischen Reihen passierte. Der Name Liyan machte schnell die Runde. Eine Cylonin die auf der Seite der Menschen kämpfte. Eine Nummer 8 die eine tiefere Beziehung zu einem Menschen einging und ihre Glaubensüberzeugung in Frage stellte. War genau sie eine der Kandidaten die dem Tode geweiht war. Sie spiegelte den Verrat wieder die Boomer und Athena vor ihr begangen hatten. Was in den Flotten außerhalb der Kolonien diskutiert wurde sollte hier bereits geschehen. Die Modellreihe Nummer 8 sollte zur Umprogrammierung aus den Reihen entfernt werden. Doch bevor Liyan getötet werden sollte demonstrierte man vor ihr die Macht ihres Volkes. Sie zerstörten alles was sie ins Herz schloss und hatten nicht die annähernde Ahnung was sie dadurch erschufen. Indem man sie versuchte ganz zu brechen erschufen die Cylonen einen Feind dem es nach Rache war, der bereit war alles und jeden zu vernichten der an ihrem Schmerz schuld war. Jemanden der geschickt die augenblickliche Situation ausnutze und eine täglich wachsende Armee um sich scharen konnte.

Langsam entwich den Cylonen die Kontrolle über Caprica. Immer mehr Anschläge von Menschen und Rebellen kosteten wertvolle und strategisch gut platzierte Gebiete. Nach und nach eroberten sie kolonialen Boden zurück und waren bei Gegenschlägen wieder so schnell verschwunden wie sie auftauchten. Immer öfter sahen Cylonen in ihren Reihen die den Glauben an ihren Gott abschworen und sich den Göttern von Kobol zuwandten. Waren sie oft genug die Sperrspitze die in das Fleisch der Besatzer eindrangen und tödliche Wunden zufügten. Zwar waren Spannungen zwischen Menschen und Rebellen nicht aus der Welt geschafft, aber hatten sie einen gemeinsamen Feind und ein gemeinsames Ziel vor Augen. Dies ließ sie ihre Fehde vorerst auf Eis legen und kämpften Seite an Seite.

Inmitten eines Waldstückes, gebaut auf einer freien Fläche, lag ein Kommandoposten der Cylonen. Umringt von Wachtürmen, Elektrozäunen, Flutlichtern und Alarmsystemen. Die Gebäude wurden durch Centurion geschützt. Im Mittelpunkt lag ein Bunker, indem sämtliche Operationen auf Caprica befohlen und Verbindung zur Flotte außerhalb gehalten wurde. Seit den Anschlägen wurde die Wachmannschaft verdreifacht. Man befürchtete dass die Rebellen versuchen würden geheime Informationen aus der Anlage zu stehlen und diesen auszuschalten. So patrouillierten ebenso Fünfen und Siebenen rund um die Anlage. Die verbliebenen Zweien, Sechsen und Achten waren als Reservetruppen in ihren Mannschaftsquartieren eingesperrt worden. So sollte nach ihrer Meinung die Gefahr der Ideologisierung seitens der Rebellen verhindert werde. Sie sollten im Notfall gegen ihre Brüder und Schwestern eingesetzt werden.

Unbemerkt verteilten sich Cylonen und Menschen rund um die Anlage. Späher hatten die Alarmsysteme aufgeklärt und ausgeschaltet. Wachposten rund um die Anlage wurden ausgehoben und mit Rebellen besetzt. Die Cylonenrebellen ebneten den Weg für die Kämpfer des kolonialen Widerstandes. So besaßen einige Modelle genaue Informationen über den Kommandoposten, da sie bereits innerhalb eingesetzt wurden. Sie kannten die Alarmsysteme und mögliche Ausweichplätze.
Liyan starrte auf ein Funkegerät während sie hinter einem Felsen saß. Ihre dunkle Tarnuniform verschmolz sie mit der Nacht und der Umgebung. Um sie herum gingen cylonische Rebellen und Menschen in Stellung. Erbeutete schwere Waffen wurden aufgebaut und warteten auf ihren Einsatzbefehl.

„Ghost, hier Bravo Six - 2 Tangos auf Route Charlie!“ ertönte es leise aus dem Funkgerät.

Aus ihrer Kampfweste holte sie ein Nachtsichtgerät und gab per Handzeichen den Befehl für absolute Ruhe. Vorgeschobene Beobachter hatten 2 cylonische Modelle entdeckt die sich auf ihre Stellung zu bewegten. So vergruben sich die Rebellen und warteten auf weitere Befehle Liyans. Gina Inviere, oder auch Pegasus Six genannt, sah sie bereits kommen und gab Liyan per Handzeichen die ungefähren Abstände. Durch ihr Nachtsichtgerät konnte Liyan die Handzeichen Ginas sehen und bereitete sich vor. Die feindlichen Cylonen gingen eine Alarmroute ab. Dabei bemerkten sie nicht dass sie bereits im Netz der Spinne waren. Genau zwischen den Reihen der Rebellen führte sie ihr Weg, zu dem Felsen wo sich Liyan und ihr Kommandotrupp verbargen.

Nur noch wenige Meter trennten sie voneinander. Sie stieg auf den Felsen hinauf. Blieb dabei flach auf dem Gestein um sich nicht zu verraten. Einen kurzen Blick in den Himmel verriet Liyan das der helle Mond hinter einem Band aus Wolken für mehrere Minuten versteckt wurde. So herrschte absolute Dunkelheit über dem Waldstück als die 5 und 7 direkt vor ihrem Felsen stand.

„Hast du etwas aus dem Alphastand gehört?“ fragte die 5.

„Sie haben sich vor wenigen Minuten gemeldet. Es gab wohl Probleme in der Kommunikation. Ein Technikertrupp ist auf dem Weg. Sie wollen sicher gehen das nicht noch mal ein Ausfall für Aufregung sorgt.“

Aus seiner Jacke holte die Kopie des Simon Zigaretten und bot eine der 5 an. Doch dieser lehnte ab und sah sich eher um. Ihm war nicht wohl bei dieser Dunkelheit. Besonders nicht als an diesem Morgen der Verbot von Licht für die Patrouillen erging.

„Was würde ich für eine Taschenlampe geben, und diese dann einer Boomer über die Rübe zu ziehen. Ich hoffe Cavil fordert bald Ersatz an. Ich traue denen nicht. Ich gehe jede Wette ein dass diese unwürdigen Dinger uns bei der ersten Gelegenheit in den Rücken fallen.“

„Sie werden als erste Gott persönlich kennen lernen!“ meinte die 7 sarkastisch und zog genüsslich an seiner Zigarette.

Sie unterhielten sich weiter und warteten bis die Wolken den Mond freigaben. Derweil öffnete Liyan leise eine Tasche an ihrer Weste und holte ein dünnes Seil heraus. Sie bemerkte das die 5 immer wieder in die entgegengesetzte Richtung sah und sehr unaufmerksam war. Er war nervös und das wollte Liyan ausnutzen. Sie formte eine Schlinge und stellte sich drohend über sie auf. Ihr Puls war ruhig, ihr Herz schlug im normalen Takt weiter. Kein Mitleid und keine Angst durchfuhr sie bei dem Gedanken das ihren Brüdern vor ihr der Tod schneller ereilen würde als sie ahnten. Nach wenigen Augenblicken war es wieder soweit. Die 5 sah sich um und ließ die 7 aus dem Blick. Als Simon erneut an seiner Zigarette zog bemerkte er viel zu spät dass die Schlinge sich um seinen Hals legte. Noch bevor er Alarm geben konnte zog ihn Liyan nach oben und die Schlinge zerdrückte dabei seinen Kehlkopf. Um ihn schneller nach oben zu befördern sprang Liyan auf der anderen Seite zur Hälfte herunter. Dabei brach sie Simon das Genick. Einer der Menschen nahm ihr das Seil ab, so das Liyan herunter konnte. Aus ihrem Schaft am Stiefel zog sie ein schwarz lackiertes Kampfmesser und ging in Windeseile um den Felsen herum. Die 5 starrte immer noch in die entgegengesetzte Richtung.

„Ich glaube wir sollten allmählich weiter. Rauch auf und lass uns gehen. Mir ist der Ort nicht mehr geheuer!!“

Just in diesem Augenblick drehte er sich um und starrte der rebellischen 8 ins Gesicht. Angst und Panik durchfuhr ihn. Doch konnte er nicht nach Hilfe schreien. Konnte er nicht den Kommandoposten warnen. Steckte von vorn in seiner Kehle das Kampfmesser Liyans und ragte sogar auf der anderen Seite mit der Spitze heraus. Hörte man leise das Plätschern des Blutes, wie es auf dem Boden aufschlug. Hinter ihr konnte er sehen wie dunkle Gestalten sich auf den Posten zu bewegten und sich in Stellung brachten.
Vor ihm hob Liyan ihren Zeigefinger der anderen Hand, spitzte ihre Lippen und hielt diesen vor ihrem Mund.

„Pssssst“!

Ohne den Hauch von Gnade drehte sie die Klinge in der Kehle der 5 und zog sie dann heraus. Der Cylon sackte vor ihr tot zusammen. Während sie noch das Blut an ihrer Hose abwischte ertönte ein Pfeifen inmitten der Nacht und kurz darauf wurde es rund um den Kommandoposten taghell. Raketenwerfer nahmen die Türme unter Beschuss während Pioniere Sprengladungen an den Sicherheitszäunen anbrachten. Unter dem Schutz von schweren Maschinengewehren rückten Rebellen und Widerstandskämpfer heran. Rote Leuchtspurgeschosse bahnten ihren Weg durch die Dunkelheit dienten den Schützen als Anhalt. Gina kam zu Liyan und gab ihr ein Sturmgewehr, samt Rotpunktvisier und Granatwerfer, in die Hand.

„Befehl an die zweite Welle, sie sichern den Angriff ab. Die dritte Welle bleibt im Reserveraum und sichert im Notfall den Rückzug. Verzögerungspunkte wie gehabt!“

Ein Funker gab die Befehle durch während Liyan samt Kommandotrupp nach vorne ging. Sie machte schnelle Schritte und bewegte sich zum aufgesprengten Zaun. Von allen 4 Seiten wurde der Posten angegriffen. Mörserfeuer ebneten den Rebellen den Weg und säuberten die Abschnitte von Centurion. Aus den Gebäuden strömten nach dem Beschuss menschliche Modelle und erwiderten das Feuer. Liyan ging mit ihrem Trupp wenige Meter vor dem Eingang des Bunkers in Deckung. Die Verteidiger setzten Handgranaten ein und versuchten die Angreifer in Schach zu halten. Überall um sie herum ertönte Gewehrfeuer. Salve um Salve zischte an ihr vorbei und durchlöcherten die cylonischen Verteidiger des Bunkers. Wie Puppen fielen sie zu Boden. Ihre Körper wurden von verschiedenen Kalibern durchschlagen und ließ ihr Blut bis an die Wand der Anlage spritzen. Sie wurden einfach überrannt. Immer weniger wurde die Anzahl der Verteidiger während die Anzahl der Angreifer zu wachsen schien.

Neben Liyan bewegten sich Menschen vorbei und wollten zum Eingang. Dieser öffnete sich und ein Geschütztrupp samt Gatling wurde preisgegeben. Sie begann zu feuern und die cylonischen 40mm Geschosse zerrissen die Körper der Menschen in Stücke. Liyan musste mit ansehen wie auch anschließend Rebellen unter dem Feuer getötet wurden. Körperteile wurden förmlich abgesägt. Der Angriff auf der Vorderseite wurde aufgehalten und die Verteidiger kämpften verbissen weiter.
Wie in Zeitlupe verging der Kampf um sie herum. Menschen und Cylonen fielen während die Ecke ihrer Deckung durch die Geschosse abgetragen wurde.

„Wir müssen was tun! Wir sitzen fest, Liyan!!“ brüllte Gina.

Aber die 8 ließ sich nicht aus der Ruhe bringen und sah zu einer Lichtung. Nach einem kurzen Moment tauchte hinter den Wäldern ein Beuteraptor auf und erwiderte das Feuer mit Raketensalven. Innerhalb weniger Sekunden wurde das Nest der Verteidiger vernichtet. Die Zerstörungskraft der Raketen sprengten die MG-Trupps des Feindes aus ihrer geschützten Stellung heraus. Feuer und Bunkerteile traten aus dem Eingangbereich. Direkt neben der Deckung ihres Kommandotrupps schlug ein Teil der Gatling auf. Es dampfte und war durch den Druck der Explosion deformiert worden.

„Sichert die äußere Anlage. Versorgung der Verwundeten. Alphatrupp geht rein!“ befahl Liyan und ging hinter ihrer Deckung hervor.

Sie ging zum Einfang der Bunkeranlage. Menschen und Cylonen folgten ihr. Vom eigentlichen Eingang war so gut wie nichts mehr übrig. Trümmer und Leichenteile lagen verstreut herum und der Geruch vom verbrannten Fleisch stieg in die Nasen der Angreifer.
Aus dem Dunkeln des Bunkers bewegten sich zwei Cylonen heraus und hoben ihre Hände. Sie ließen die Waffen fallen und baten um Gnade.
Soldaten der Angreifer waren auf dem Weg sie festzunehmen als zwei Schüsse fielen und sie erschraken. Die beiden Fünfen gingen zu Boden und waren auf der Stelle tot. Menschen wie Cylonen drehten sich um. Liyan sicherte ihre Waffe und ging unvermindert weiter.

„Sie haben sich ergeben!!“ mahnte einer der Menschen.

„Der Befehl ist eindeutig – das Gelände wird gesichert! Jetzt ist es gesichert!!“

Die Cylonin ging ohne eine Wort der Diskussion weiter und in das Innere der Anlage. Die Raketen hatten viel mehr Schaden angerichtet als angenommen. Der Gang in das Innere war mit Trümmern und toten Cylonen nahezu übersäht. Das Notlicht flackerte, elektrische Leitungen sahen hervor und schlugen Funken. Auch im Inneren der Anlage war alles voller Rauch und einzelne Feuer brannten. Zerstörung und Tod beherrschte den Kommandoposten.
Soldaten der Rebellen schwärmten aus. Jeder von ihnen hatte seinen Auftrag. Liyan begab sich zum Kern. Von weitem hörte sie bereits Schritte und ließ ihren Trupp in Deckung begeben. Mehrere Einsen, Fünfen und Siebenen eilten herbei um die Angreifer abzufangen.
Als sie um die Ecke kamen wurden sie von Salven von Liyans Trupp empfangen. Sie selbst kam um die Ecke hervor während Geschosse der Verteidiger an ihr vorbeizischten und in der Wand hinter ihr einschlugen. Sie feuerte inmitten einer zurückziehenden Gruppe. Sie nahm die Körpermitte der Cylonen und zielte nicht großartig. Die 7,62mm Geschosse durchdrangen mit Leichtigkeit die feindlichen Cylonen, die unter dem erbarmungslosen Feuer der Rebellen dahingemetzelt wurden. Sie verschoss ihr gesamtes Magazin im Feuerstoss. Nur nach wenigen Augenblicken lag ein Großteil der Verteidiger tot vor ihnen und wenige Reste zogen sich zurück. Teile ihres Trupps gingen denen nach als sie ihr Magazin wechselte. Schüsse waren aus den Gängen vor ihr zu hören. Schreie der Cylonen wie sie um Gnade flehten wurden durch die Geschosse der Angreifer verstummt. Die 8 ging mit ihren Wachen um die Ecke und in die Sendezentrale hinein. Dort traf sie eine 1 an die vergeblich versuchte die Außenposten zu warnen. Er sah sie an, erschrak bei ihrem Anblick und ließ das Funkgerät fallen. Aber Liyan schmunzelte nur, legte an und gab zwei gezielte Schüsse in den Kopf ab.

„Unsere Techniker sollen ihr System hacken und die Standorte der Basisschiffe, sowie der Wiederauferstehungsschiffe, herausfiltern.“

Nachdem Befehl ging sie mit ihrem Trupp weiter. Leichen der geflohenen Cylonen pflasterten den Weg zum Kern. Ihre Soldaten hatten den Großteil der Anlage bereits gesäubert.
Im Kern angekommen ließ sie ihre restlichen Soldaten ausschwärmen. Dort waren alle Informationen und geheime Unterlagen gesammelt die sie brauchte für den Kampf gegen die Besatzer. Der Kern war wie eine Kommandoeinheit eines Basisschiffes aufgebaut. Es war ebenso dunkel gehalten und Terminals mit Kontaktflüssigkeiten standen rundum aufgereiht. Die Cylonen machten sich an die Arbeit während die Menschen sie beschützten.

Plötzlich wurden die Terminals abgeschaltet und die Eingänge verschlossen. Oberhalb sah sie wie ein Geländer herausfuhr und Soldaten der Verteidiger aus versteckten Türen herausstürmten. Sie waren den Rebellen zahlenmäßig überlegen. An manchen Stellen tat sich der Boden auf und Centurion wurden herausgefahren. Ihre Arme wandelten sich zu Bordwaffen und zwangen die Angreifer zur Aufgabe.
So befahl Liyan die Waffen niederzulegen und blickte nach oben. Unter den Verteidigern waren auch Zweien, Sechsen und Schwestern ihrer Reihe. Aus einem der Eingänge hörte sie ein Klatschen. Eine Kopie des Cavil, der verantwortliche Offizier für die Anlage, kam hervor und war begeistert vom Engagement der Rebellen.

„Nicht schlecht, das muss man dir lassen, Liyan. Menschen und dein Abschaum vereint. Wie tief muss man sinken? Aber hattest du tatsächlich geglaubt dass es gegen Ende so einfach wird?“

„Ich glaube immer noch daran!!“ entgegnete sie ihm und spendierte ihm ein siegessicheres Lächeln.

Cavil war verdutzt. Er war sich seiner Lage bewusst, aber Liyan war sich ihrer nicht bewusst. War sie doch eingekreist und entwaffnet. Sie konnte nicht mehr heraus. Und wenn er sie umbrachte würde die Rebellion auf Caprica bald der Vergangenheit angehören. Denn nur sie war das Herz, der Motor der alles am Laufen hielt. Und ohne sie würde der Baum der Rebellion einfach absterben.

„Sieh dich um, Liyan. Ich brauche einfach nur zu schnippen und du gehörst der Vergangenheit an. Du wirst deinen Leuten befehlen ihre Waffen niederzulegen und sich zu ergeben. Verstärkung ist bald hier und wird von euch nichts mehr übrig lassen.“

„Hmm, also ich sehe eher das du dir vor Angst in die Hosen machst. Deine Anlage ist in unserer Hand. Deine Verstärkung aus Caprica City und Delphi Futter der Flugabwehrgeschütze. Deine Schutzkräfte hängen umgekehrt an den Decken, die kreisenden Basisschiffe bekommen ihren eigenen Virus zum Frühstück serviert und lässt alles an Bord absterben.

Sieh dich um, ich brauch einfach nur mit den Fingern zu schnippen. Es ist vorbei!!“

Die Cavilkopie gefiel der aufrührerische Ton der 8 nicht. Er glaubte dass sie log und er in der besseren Position war. Sie hatte schon in der Vergangenheit geblufft und die Cylonen zum Narren gehalten. Aber bevor er herausfinden wollte ob es nur ein Trick war befahl er die Zweien, Sechsen und Achten zu entwaffnen. Er wollte auf Nummer sicher gehen bevor ihn auch noch die letzten ihrer Art den Verrat übten. Fünfen, Siebenen und Centurion machten sich zum Feuern bereit als Liyan ihre Hände in die Luft hob. Cavil verfolgte mit Interesse was sie tat während auf seiner Zunge der Befehl zur Hinrichtung der Rebellen lag.

„Deine letzte Chance, Verräter!!“ ermahnte er sie.

In diesem Augenblick überrumpelten die entwaffnete Cylonen der Reihe 2, 6 und 8 die anderen Cylonen und verschwanden hinter den Schutztüren. Als diese sich schlossen öffnete Liyan eine ihrer Hände und hielt etwas Silbernes in der Hand. Dabei wurde ihr Blick finster und das Lächeln auf ihrem Gesicht hatte nichts Gutes zu bedeuten. Die Centurion wandten sich von den Rebellen plötzlich ab, richteten ihre Bordwaffen nach oben und schossen unvermittelt auf Cavil und seinen Leuten. Es wurde laut aus die Bordwaffen schossen und die menschlichen Modelle oberhalb ihrer Position durchsiebten. Liyan blieb ruhig stehen und beobachtete das Schauspiel. Wieder spielte sich alles in Zeitlupe vor ihr ab. Ihre Augen nahmen die Bilder des Massakers auf. Wie die Körper ihrer Feinde beim Einschlagen der Geschosse aufplatzten und hinter ihnen sich die Wand rot färbte.

Nur eine Minute später war auch alles wieder vorbei. Auf dem Geländer lagen nun die Leichen der Verteidiger. Ihre leblosen Körper waren verstümmelt, manche Gesichter schmerzverzerrt, Blut tropfte hinunter auf den Boden. War dies ihre letzte Erinnerung bevor sie auf dem nächsten Wiederauferstehungsschiff wiedergeboren wurden. Der grausame Tod auf ewig ihn ihr Gedächtnis eingebrannt.

Türen öffneten wieder. Die ehemaligen Verteidiger sammelten sich um Liyan und sahen sie an. Was würde sie nun mit ihnen tun nachdem sie kurz zuvor noch die Waffen gegen sie richteten.

„Entscheidet euch – jetzt!!“ sagte sie ihnen ins Gesicht.

Sie sahen sich und es schien als würde ihre Entscheidung schon vor dem Angriff gefallen sein. Sie nahmen ihre Waffen auf und erwarteten ihre Befehle. Liyan unterstellte sie einem Menschen, einem ehemaligen Marine. Er sollte sie einteilen und die Truppen verstärken.
Centurion sicherten derweil den Kern ab und zwei von ihnen beschützen Liyan. Eine andere 8 stellte sich zu ihr an ein Terminal und legte ihre Hand in die Flüssigkeit. Sie schloss nur für kurze Zeit ihre Augen und lächelte anschließend.

„Ich habe gute Nachrichten. Ich habe ein verstecktes Trockendock für die Alderia, die ungefähre Route der Galactica und im unteren Bereich über 500 nicht aktivierte Centurion.“

Einer der Centurion kam auf sie zu. Liyan sah ihn an und reichte ihre Hand der Maschine.

„Wir befreien sie aus der Kontrolle, so wie wir es mit euch getan haben. Dafür kämpft ihr mit uns zusammen gegen sie. Keine Sklavenarbeiten, dafür garantiere ich mit meinem Leben!!“

Der Centurion sah zu den anderen Maschinen bevor er ein weiteres Mal in den Genuss kam selbst eine Entscheidung zu treffen. Schließlich umfasst seine metallene Hand ihre und sie hatten eine Abmachung.

„Talea, entfernt Kontrollen und aktiviere die Centurion.“

Der Centurion vor ihr ging zur Tür hinaus in die unteren Bereiche des Bunkers. Liyan und Gina begutachteten die erbeuteten Informationen. Dabei stieß die Acht auf weitere erfreuliche Informationen.

„50 Klicks westlich ist eine alte koloniale Fabrik der Flotte. Sie stellt Panzerplatten her. Damit haben wir unseren Soll erreicht.“

„Ich schicke Truppen zum Dock. Wann soll der Bau begonnen werden?“

Aus ihrer Hosentasche holte sie die Zeichnung eines Schiffes hervor. Talea ging zu Liyan und blickte über ihre Schulter.

„Bau mir dieses Schiff. Wir werden sie für unsere Bedürfnisse anpassen müssen. Die Baukünste beider Völker sollen miteinander verschmelzen….“

„Also ein Cystar?“ unterbrach Talea Liyan.

Liyan gefiel die Idee und übergab ihr die Zeichnung.

„Cystar, das gefällt mir. Und sie soll der erste sein – Cystar Alderia!!"




Edit: Würde gerne erfahren ob ich euch diese Story im TXU Forum weiter fortsetzen sollte.

Viper047
20-06-2008, 01:33 PM
Kapitel 14


Ein langer Weg ( Teil IV / Part 1 )


Battlestar Galactica
Standort: NC 322
Auftrag: Schutz der Flotte


Eine Menschentraube war vor dem Lagerraum von Chief Tyrol versammelt. Etwas hatte ihre Aufmerksamkeit. Sanitäter und Marines gingen ein und aus. Admiral Adama, begleitet von 4 Wachen, bahnte seinen Weg durch die versammelte Crew während Tigh den Befehl erließ dass alle zurück zu ihren Posten sollten. Im Lagerraum sah es schlimm aus. Umgeworfene Regale, Werkzeuge und Ersatzteile auf dem Boden verstreut. In der Nähe von Cally Tyrols Fundort lag ein toter junger Mann im orangen Overall. Sein Gesicht, wie auch sein restlicher Körper, war mit Blut verschmiert. Cottle sah sich den Leichnam genauer an. Der Kopf hatte überall offene Wunden. Sein Schädel war mit Löchern übersäht. Er wurde mit etwas Schwerem brutal zusammengeschlagen. Jemand hatte seine Wut an ihm ausgelassen. Adama und Tigh stellten sich zu Cottle und seinen Sanitätern. Der Anblick des jungen Mannes war nicht gerade schön.
Ein Marine brachte einen in Folie eingetüteten Schraubenschlüssel zum Admiral. Dieser war mit Blut, Haaren und Schädelstücken übersät. Der Admiral sah ihn nur kurz an und nickte anschließend. Er konnte 1 und 1 zusammenzählen.

„Wer war er?“ fragte Adama seinen XO.

„Specialist Gaines. Ein Marine hatte aus seiner Hand eine Packung mit Spritzen samt Inhalt geborgen. Ich denke wir können und ausmalen was es war. Der Tote wurde von einem der Wachen beim Routinegang gefunden.“

Cottle zog seine Gummihandschuhe aus und stand auf. Seine Sanitäter bargen den Mann und transportierten ihn schließlich ab. Eine weiße Decke sollte den anderen Crewmitgliedern den Anblick ersparen.

„Wer auch immer zuschlug hatte eine rasende Wut. Einige Wunden sind post mortem. Der hatte nicht lange leiden müssen, soviel kann schon mal sagen. Der Rest nach der Autopsie. Ach ja, Einstiche in der Armbeuge. Da brauch man nicht lange zu raten. Ich werde es aber erst bestätigen wenn ich etwas fand und mit den Proben aus den Spritzen vergleichen konnte.“

Der Schiffsarzt verließ das Deck mit seinen Sanitätern. Adama lehnte an einem Tisch und sah sich um. Sein Verstand sagte ihm bereits wer es war und warum es geschah. Sein XO kam nahe zu ihm und flüsterte ihm etwas ins Ohr. Erste Zeugenbefragungen ergaben dass niemand der Crew etwas gesehen haben wollte. Doch er wie Saul wussten dass dies eine Lüge war. Jeder Mann und jede Frau dieser Schicht wussten genau wer es war.

„Wo ist er, Colonel?“

„In ihrem Quartier, Sir. Ich habe ihn gleich nach dem Fund festnehmen lassen.“

Seine Wachen begleiteten den Admiral zurück in sein Quartier. Der XO sah sich den Tatort noch einmal genauer an. Er wusste aber das er nichts finden würde was den Verdacht auf jemanden anders lenken könnte.

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Ruhig und abwartend saß Chief Tyrol im Quartier des Admirals. Marines hatten ihn zuvor aus seinem Quartier geholt und ihn nicht gerade sanft zur Unterkunft des alten Mannes geschleift. Galen war geduscht, trug einen frischen oliven Overall. Man konnte noch die Seife riechen wenn man näher an ihn heranging. War das ein Indiz? War das ein Beweis das sich Galen Beweise abwusch? Aber darüber machte er sich keine Gedanken. Seit langer Zeit war sein Kopf wieder leer. Keine Fragen und keine Suche nach Antworten belastenden seinen Kopf, eine stille und wunderbare Leere. So still wie der Kopf war auch der Rest seines Körpers. Ohne eine Bewegung, den Blick Richtung Boden gesenkt, die Hände auf dem Schoss liegend wartete er auf die Ankunft des Admirals. Es dauerte nur einen kurzen Augenblick und er hörte wie hinter ihm die Luke zum Quartier geöffnet wurde.
Der Admiral ging langsam an ihm vorbei während die Marines den Chief nicht aus den Augen ließen. Er konnte den Blick seines Vorgesetzten spüren. Diesen durchdringenden und Angsteinflössenden Blick, den jeder hasste und fürchtete. Genau diesen konnte er spüren als würden tausende von Nadelstichen seinen Overall durchbohren und seine Haut darunter anstechen. Ein sehr ungutes Gefühl. Aber Chief Tyrol nahm sich zusammen, ließ sich nichts anmerken und verharrte in seiner aktuellen Position.

Die Luke wurde geschlossen, eine schaurige Stille beherrschte das Quartier. Admiral Adama nahm auf seinem Sessel Platz und legte die Brille auf den Schreibtisch. Was sollte er nun denken? Wie sollte er nun urteilen? Er wusste bereits die Antwort auf seine Frage ohne sie dem Chief gestellt zu haben. Seine Leute hatten ihn gesehen, hatten vom Vorfall nichts mitbekommen. Und wenn er auch noch sagte dass er nicht einmal in der Nähe war, hatte Adama nichts in der Hand. Er könnte ihn dennoch festnehmen lassen, wegsperren und den Sachverhalt ohne ihn aufklären – alleine wegen dem Verdacht.
Aber sollte er ihn wegen einer Dusch, eines frisch gewaschenen Overalls und einem Verdacht, der durch niemanden bestätigt werden würde, wegsperren. Jetzt hob sich der Blick des Chiefs, sah dem Admiral in die Augen. Wußten beide Männer dass er es war, dass es seine Wut war, dass das Leben eines Mannes kostete. Einem Mann der nicht unschuldig war, aber nun zur Schuld eines Anderen wurde.

„Was ist passiert, Chief?“

„Ich weiß nicht was sie meinen, Sir!“

Als hätte es der Admiral gewusst. Keine Nervosität, kein Schuldbewusstsein war ihm anzusehen. Seine Antwort ruhig und entspannt, seine Körperhaltung lässig und der Blick in die Augen war nicht gewichen. Unbeirrt starrten seine Pupillen in die des Admirals. Adama wusste aber dass diese Antwort nur der Anfang eines Lügengeflechts war.

„Gaines, einer ihrer Männer. Er wurde in ihrem „Büro“ gefunden. Der Mann wurde ermordet. Er hatte Drogen bei sich. Und ich denke dass er der Mörder ihrer Frau war.

Sie und ich wissen genau was geschah, aber ich will es von ihnen hören, Chief!“

„Ich bin suspendiert. Es ist verboten sich in der Nähe des Bereiches ohne Zutrittsberechtigung aufzuhalten. Ich habe damit nichts zu tun, Sir!“

Wieder diese Gelassenheit, diese Sicherheit in seiner Aussage. Aber Tyrol verstrickte sich immer tiefer in ein Geflecht aus Lügen. Er wusste das Adama ihm diese Aussage nicht abnahm. Dazu war er viel zu wach, sein Geist viel zu scharf. Er konnte Adama nichts vor machen, aber am Ende zählten Fakten und Beweise. Das wusste Galen. Und solange konnte er ihm nichts nachweisen. Er ahnte das Adama ihn auch wegen des Verdachtes alleine in die Brigg werfen konnte. Dazu war der alte Mann imstande und würde ihm nur wenige Worte kosten.

„Erzählen sie mir keinen Schwachsinn, Chief Tyrol. Sie können mich durch ihre gespielte Gelassenheit nicht täuschen. Seien sie ein Mann und stehen sie wenigstens dazu! Jeder auf dem Schiff wird sie verstehen, aber ich werde nicht zulassen dass die Leute anfangen die Justiz in ihre eigenen Hände zu nehmen.

Tun sie sich, und Cally, den Gefallen und sagen sie mir was passiert ist!!“

Der Ton des Admirals wurde rauer. Galen sah den einzigen Ausweg in der Leugnung. Die Karte mit Cally war in seinen Augen gut gespielt, wusste Adama das er ihn damit reizen konnte. Doch musste er nun standhalten. Nichts hatte er in der Hand, seine Leute würden stillschweigen. Keiner trauert um einen Drogen dealenden Mörder. So ließ er die Worte des Admirals abprallen, bewahrte Ruhe und schluckte jegliche Wut runter. Damit konnte er den Admiral treffe, indem er ihm nichts Greifbares in die Hand gab und seine Anschuldigungen nur auf Verdacht beruhen ließ.

„Ich habe ihnen nichts zu sagen, Sir. Ich habe nichts getan. Wenn sie mir nicht glauben, nehmen sie mich in Gewahrsam.“

Nun spielte er ihm den Ball zu, zwang ihm zu Handeln. Es gab nur noch zwei Möglichkeiten, entweder befahl er den Marines in wegzuschaffen oder er ließ ihn gehen. Diese zwei Optionen ließ er Adama zur Wahl.
Admiral Adama ließ es sich nicht anmerken, doch wusste er worauf der Chief hin spielte. Clever, so war sein Gedanke. Der Geist des Chiefs war wieder frei von Lasten. Aber nach außen hin beließ er seine steinerne Miene. Er kontrollierte seine Atmung, atmete ruhig unter der kochenden Wut im Inneren. Das war er vom Chief nicht gewohnt, das hätte er nicht erwartet. Egal wie schwerwiegend es auch war, der Chief stand dazu. Selbst für andere begab er sich in die Höhle des Löwen und lud Schuld auf sich die nicht seine war. Adama erinnerte sich daran wie Galen damals jeglichen Verdacht von Boomer ablenkte und sich in den Mittelpunkt eines Anschlages auf die Galactica brachte. Doch dieser Chief vor ihm war nicht der den er jahrelang kannte. Dies war ein ganz anderer Chief Tyrol. Jemand der feige eine Tat leugnete, der sich der Verantwortung entzog und nicht dafür Einstand was er tat.

Adama stand auf und ging zum Platz des Chiefs. Er beugte sich hinunter und sah ihn an. Er wollte ihm von Angesicht zu Angesicht stehen. Aber auch seine Nähe brachte Galen nicht aus der Fassung. Der Witwer sah ihm in die Augen als hätte er nichts getan, als würde er fest an seine Unschuld glauben. Jedoch sah Adama hinter die Fassade und konnte die Schuld nahezu strahlen sehen.

„Sie elender Feigling! Jeder ordentliche Mann hätte zudem gestanden was er getan hätte. Aber sie verstecken sich, entziehen sich der Verantwortung. Sie sind kein Mann, Chief! Alles, bloß kein Mann – und vor allem niemand der es wert wäre diese Uniform zu tragen.

Sie enttäuschen nicht nur mich, vor allem enttäuschen sie Cally und ihren Sohn! Sie sind nur noch eine einzige Enttäuschung, ein Schatten ihres Selbst.
Sie wissen es und ich weiß es. Ich hoffe dass sie damit leben können, da ich ihnen nichts nachweisen kann.

Also verschwinden sie aus meinen Augen, ihre Gegenwart kotzt mich an – sie Feigling!!“

Der Chief stand auf, brach den Kontakt zu den Augen des Admirals sofort ab. Trafen ihn die Worte doch in der Seele schwer. Ein Feigling, so beschimpfte er ihn. Doch damit lag der Admiral nicht weit weg.
Als Chief Tyrol draußen war schlug Adama vor Wut schäumend mit der Faust auf den Tisch. So ließ er ihn ziehen, schuldig wie er war. Aber was konnte er ihm nachweisen? Seine Leute schwiegen, er schwieg und der Rest beruhte auf Indizien.
Aus seinem Spind entnahm er sich ein Glas und Scotch. Mit diesen beiden Sachen setzte er sich auf sein Bett und spülte die Wut herunter. Dabei tätigte er Überlegungen um ein solches Geschehen nicht mehr stattfinden zu lassen. Die Wurzel des Übels lag nicht auf seinem Schiff, sondern auf der Prometheus. Er musste was tun, er wollte was tun. Denn es war seine Aufgabe seine Crew vor jeder unnötiger Schuld zu bewahren.

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Basisschiff B26-H
Standort: NCC 0092
Auftrag: Aufspüren der kolonialen Flotte

Mit Sorgenfalten im Gesicht saß Cavil mit seinen Verbündeten im Besprechungsraum seines Basisschiffes. So fand ein Umbruch innerhalb seiner Flotte statt. Der Geist der Rebellion hatte die Gedanken einiger Modelle verdunkelt und sie zum Verrat angestiftet. Waren Teile seiner Flotte von Rebellen übernommen worden, manche sogar blutig. Das mit fliegende Wiederauferstehungsschiff musste in zwei Abteile gespalten werden und wurden von der jeweiligen Fraktion schärfstes bewacht. Selbst aus den Kolonien erreichten ihn keine guten Nachrichten. So hieß es dass auch dort eine Rebellion ausbrach. Cylonen bekämpften Cylonen, welch traurige Tatsache.
Aber Cavil wollte es nicht auf sich beruhen lassen. Er war der Führer der Flotte, er hatte das Kommando und würde es mit niemand anders teilen wollen. Und das Schiffe nicht unter seiner Kontrolle standen bereitete ihm ziemliche Magenschmerzen. Selbst sein Schiff blieb nicht verschont, doch konnte eine friedliche Einigung getroffen werden und ein Gespräch wurde vereinbart. Solange herrschte Waffenruhe und die Harmonie der letzten 40 Jahre konnte erneut hergestellt werden, auch wenn sie auf wackeligen Füßen stand.

Hatte er noch vor kurzem seine Macht demonstriert, dachte es den anderen klar gemacht zu haben dass die Achten sich zu einer verräterischen Krankheit entwickelten und sie aus dem Kollektive der Cylonen entfernt werden mussten. Fühlte er sich nun bestätigt, aber bezahlte einen hohen Preis dafür. Jede Seite war in der Lage die andere Seite für immer zu vernichten.
War er nun gezwungen den Vorteil wieder auf seine Seite zu ziehen, die Rebellion durch geschickte Verhandlung wieder im Keim zu ersticken.

Vertreter der Zweien, Sechsen und Achten betraten den Raum. Begleitet wurden sie von 3 Centurion, die sie bewachen sollten und im Falle des Befehls sogar töten. Sie setzten sich den „Feinden“ gegenüber und eine Stille herrschte zunächst. Mussten die ersten Worte weiße gewählt werden um den Konflikt nicht unnötigerweise zu verschärfen.

„Da wären wir. Du hast meine Aufmerksamkeit, ihr habt meine Aufmerksamkeit. Also könnten wir eine Lösung finden und diesem Fiasko ein Ende bereiten? Wir haben weiß Gott besseres zu tun als uns gegenseitig an den Hals zu gehen und unnötigerweise die Körper auf dem Wiederauferstehungsschiff verbrauchen.“

Die 1 lehnte sich in den Stuhl zurück und sah in die Gesichter der anderen Cylonen. Eines war jedenfalls klar, sie würden diesen Raum nur verlassen wenn sie seine Forderungen akzeptierten oder die Centurion würden ihre Köper zersieben. Dann würden sie kapieren wer am Ende das Zepter immer noch in der Hand hatte.

„Unsere Forderungen sind klar. Finger weg von den Achten…..“ begann eine 6 zu reden.

„Schon passiert!!“ unterbrach er sie und begann zu lächeln.

Aber hinter der Fassade stellte er sich vor wie er seine Hände um ihren Hals legte und ihr das Leben aushauchte. Wagte sie es tatsächlich Forderungen in seiner Gegenwart zu stellen. Doch musste er Zugeständnisse machen um sie anschließend mit seinen Forderungen zu torpedieren und keinen Verhandlungsspielraum zu lassen. Sie sollten in Sicherheit gewogen werden.
Die 6 fand es unangebracht mitten im Satz unterbrochen zu werden, aber ließ es sich nicht anmerken. Sie setzte ihren Satz einfach fort als wäre nichts geschehen.

„Wir fliegen zum Zentralkern und erwecken D’Anna wieder. Sie wird mit uns kommen und bei der Suche nach den Final 5 unterstützen. Sie kennt sie, hat ihre Gesichter gesehen. Zusammen mit ihnen werden wir mit Baltars Hilfe die Erde suchen und dort einen Neuanfang wagen.

Als Geste des guten Willens werden wir deine Leute auf ihre Schiffe abfliegen lassen und ihr lasst Unsere auf unsere Schiffe. Wir fliegen dann gemeinsam dorthin. Alles andere wird nicht verhandelt!“

Der letzte Satz der Sechs ließ Wut in Cavil ausbrechen. Sie machte ihm klar dass er keine Forderungen zu stellen habe. Ihr Gesichtsausdruck untermalten die Worte, die aus ihrem Mund kamen. Keine weitere Verhandlungen, nur ihre wenigen aber tief greifenden Forderungen. Jetzt wo sie so nahe am Ziel waren und die koloniale Flotte in der Nähe erahnten sollten sie in die entgegengesetzte Richtung fliegen? Nicht mit Cavil! Er ließ im Geheimem 4 seiner Basisschiffe, die als Sicherung ein Sprung hinter ihnen waren, zu den Koordinaten fliegen die Baltar herausfand. Sie sollten sich dort umsehen und anschließend Bericht erstatten. Als weiteren Trumpf ließ er die Centurion auf seinem Schiff umprogrammieren. Sie sollten nur noch seinem Befehl gehorchen und damit verhindert werden dass sogar sie rebellieren.
Niemals würde er diese Forderungen annehmen, aber das konnte er ihnen nicht ins Gesicht sagen. Deshalb wollte er sie töten lassen und dem Spuk ein Ende bereiten. Keine Verhandlungen und keine Forderungen. Besonders wo sie ihn alleine aufdiktieren wollten was er zu tun hätte.

„Das muss ich zuerst besprechen. Ich werde euch rufen lassen. Centurion, bringt unsere Gäste vor die Tür!“ befahl er den Maschinen.

Doch diese blieben stehen und rührten sich kein Stück. Cavil verstand nicht und wiederholte den Befehl. Aber blieben sie wiederum auf ihren Positionen stehen. Das Summen ihrer Sensoren durchbrach die Stille, die nun aufkam. Cavil blickte zur Sechs gegenüber und würde sie für ihr aufkommendes Lächeln töten, ihr das Herz herausreißen und vor den anderen Cylonen zerquetschen.

„Sie haben mitbekommen was du befohlen hattest. Wir haben sie aus ihrer Kontrolle befreit. Sie sind selbstständig und gehorchen dir nicht mehr!!“

„Was habt ihr bloß getan!“ fluchte Cavil und stand mit Schrecken in den Knochen auf.

Angst durchfuhr die Cylonen von Cavil als sie sahen wie die Centurion ihre Bordgeschütze aktivierten und die Ausgänge versperrten. Panik brach aus und einer der Fünfen zog eine Waffe, was nur ein Fehler sein konnte. Die Centurion begannen nämlich daraufhin zu feuern. Es wurde laut, die Geschosse zischten durch den Raum während einige menschliche Modelle wie Aufgeschreckte Rehe aufsprangen um aus dem Raum zu flüchten. Doch ließen die Maschinen keine Gnade walte. Eine 5 würde noch auf seinem Stuhl zersiebt und sein Blut und Teile seiner Kleidung spritzten an die hintere Wand. Die Simonkopien rannten zum Ausgang und wurden während des Rennens erwischt. Ihre Brust wurde jeweils mit roten Einschusslöchern übersät und fielen tot zu Boden. Cavil selbst wurde von zwei Centurion gleichzeitig beschossen. Die Geschosse der Bordgeschütze zerfetzten seinen Körper regelrecht, Blut und Teile von Gedärmen traten heraus und er war schon tot bevor er auf dem harten Boden aufschlug.

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Battlestar Galactica
Standort: NC 322
Auftrag: Schutz der Flotte


Langsam näherte sich die Flotte dem bläulichen Nebel. Von außen friedlich wirkend verbargen die Wolkenfelder im Inneren Schrecken und Tod. Eine Art von Gewitterfront durchzog das Innere, deren Entladungen schwere Schäden auf den zivilen Schiffen verursachen konnten, zwei Wirbel die Flotte zerreißen konnte und die Reise ein Ende hätte. Aber genau hier lag ihre Prüfung. Sie mussten hier durch um ihren Weg zur Erde fortsetzen zu können.

Und genau das wusste auch Starbuck. Sie saß auf ihrem Bett und studierte noch mal die Aufnahmen. Die Prüfungen der Pilotenanwärter lagen verstreut vor dem Bett und warteten auf ihre Durchsicht. Bisher hatte sie nur die Hälfte geschafft. Sie konnte sich aber nicht auf die Lösungsvorschläge der Anwärter konzentrieren. Immer wieder zog es ihren Geist in den Nebel hinein, immer wieder zog sie das Objekt inmitten der Wirbel an. Was war es, was wollte es? Es schien sie zu rufen, als hätte es die ganze Zeit nur auf ihre Ankunft gewartet. Kara wollte unbedingt dorthin bevor sie die Flotte durch das Labyrinth der Götter führte. Der Fährmann sollte unbedingt vor den Reisenden einen Blick in das Auge der Bestie geworfen haben.

Lee kam von einer Besprechung mit Ensign Turner zurück. Er hatte Probleme mit einigen seiner Piloten und wollte noch mal nachhaken wegen dem Flug von Captain Thrace und Lt. Agathon. Er sollte einen Raptor startklar machen und besonders die Messsysteme kalibrieren. Apollo hatte davon keine Ahnung und dieses war ihm neu. Nichts stand davon im Flugplan des CAG, nichts wurde von seinem Vater befohlen. So fragte er sich was das eigenmächtige Handeln seiner Angetrauten sollte und wollte nachhaken. Aber noch mehr interessierte ihn eine andere Frage. Er konnte immer noch nicht glauben wie seine Frau in Handumdrehen einen Kurs berechnete, wofür Raptor und die wenigen Drohnen wohlmöglich Tage gebraucht hätten.

Während er sich an seinem Spind umzog überblickte er das Chaos im gemeinsamen Quartier des Paares. Seine Frau war wirklich nicht zur Hausfrau geboren. Akten lagen verstreut herum, Aufnahmen des Nebels und Karten stapelten sich in und um das Bett. Seine Frau saß im gemeinsamen Bett im Jogginganzug. Der kleine Zak spielte begeistert an den wackelnden Zehen der nackten Füße seiner Frau. Somit hatte sie in ihrer Konzentration zumindest den Nachwuchs im Griff. Denn Kara bekam nicht einmal mit wie Lee nach Hause kam.
Sie starrte unentwegt auf die Aufnahmen, holte eine hervor, legte die Andere weg und dasselbe Spiel wiederholte sich mehrmals.

Ihr Mann zog Zivil an und versuchte sich einen Weg durch das Chaos zu bahnen. Sein Sohn fiel ihm ums Bein als er den Vater erblickte und wollte nach oben genommen werden. Zusammen setzten sich die Männer zur Frau des Hauses. Zak kramte mit seinen kleinen Händen in den Fotos um sie nach und nach anzufeuchten. Selbst das interessierte Kara nicht. Still saß sie da und blickte in die Aufnahmen förmlich hinein. Major Adama hatte das Gefühl sein Frau wäre nur noch körperlich anwesend und geistig wieder im Nebel unterwegs. Und dieser Zustand machte ihm Angst. Was würde geschehen wenn seine Frau dort zurückbliebe? Jedenfalls war ein Teil von ihr richtig süchtig danach in das Innere des großen Unbekannten zu gelangen.
Seine Finger streiften die Fußsohlen seiner Starbuck. Sie war kitzelig, das wusste er schon länger. Zumindest hier reagierte sie und schlug die Hand immer wieder weg.

„Zak, nein – Mami mag das nicht!“

„Hey Kara!“ begrüßte er seine Frau.

Nur zögerlich nahm sie ihre Nase aus den Aufnahmen und blickte Lee Adama direkt in die Augen. Er hob eine Hand von Zak und winkte ihr zu.

„Hi? Seit wann bist du hier? Sitzt du schon lange auf dem Bett?“

Verblüfft und verwirrt legte sie die Aufnahmen beiseite und gab Lee einen Kuss auf den Mund. Hatte sie nicht bemerkt dass er kam, so wie Lee es bereits vermutete.

„Lange genug um zuzusehen wie Zak dir die Füße anmalt!“ sagte er scherzhaft.

Kara sah sofort nach und konnte nichts sehen. Sie schnaufte kurz und holte sich etwas zu trinken. Für den Scherz ihres Mannes hatte sie keine Zeit, plagten sie andere Gedanken zurzeit. In ihren Augen konnte man Müdigkeit erkennen. Kosteten die geistigen Reisen viel Kraft und strengte sie an. So sehr das sie nicht mehr ihre reale Umwelt wahrnahm.

„Du willst heute noch mal raus?“ fragte ihr Mann unvermittelt weiter.

„Ich sollte mal aufräumen! Hier sieht es wie in einem Handgranatenwurfstand aus!“

Starbuck nahm einen Schluck Wasser und begann anschließend aufzuräumen. Sie wich der Frage ihres Mannes aus, wollte ihm keine Antwort darauf geben. Er würde sie nicht verstehen warum sie da rein musste. Ihr würde nichts geschehen da sie den Kurs bereits kannte, woher auch immer.

„Ok, wenn du es mir nicht sagen willst bleibst du auf dem Boden. Sofern der Flug nicht vom Admiral angeordnet wurde mache ich die Flugpläne. Und ich genehmige keine Spazierflüge!“

Die Worte des CAG waren deutlich. Starbuck hörte mit dem Aufräumen auf, biss sich auf ihre Unterlippe und schüttelte den Kopf. Wie sollte sie es ihrem Mann glaubhaft machen. Es war ein Gefühl welches sie leitete. Etwas da drin schrie nach ihr, warf seine Pranken nach ihr aus und riss an ihrer Seele. Etwas im Inneren wollte das Starbuck hineinkam.
So setzte sie sich neben ihm und nahm mit einem Lächeln einer Mutter ihren Sohn auf den Schoss. Sie drückte ihn zärtlich an sich und gab einen Kuss auf seine Stirn. Ihr Blick schweifte zu ihrem Ehegatten und ihr Köpfchen versuchte die Worte zu ordnen die ihn überzeugen sollten.

„Es ist ein Gefühl!“

„Aha, ich soll dir wegen eines Gefühls Starterlaubnis erteilen? Ist es dasselbe Gefühl wie bei der Geistershow im Briefingraum?“

Missverstanden stand sie auf und trug ihren Sohn im Quartier herum. Das hatte sie kommen sehen. Der ungläubige Blick ihres Mannes sagte schon alles. Lee ließ nicht locker. Er wollte die Besessenheit seiner Frau verstehen. Mit einigen Aufnahmen in der Hand lief er im Quartier auf und ab.

„Kara, ich will es einfach nur verstehen. Gib mir einen plausiblen Grund und ich werde es vor dem Admiral vertreten. Aber wegen eines Gefühls stelle ich dir keinen Auftrag aus. Da musst du schon was Besseres liefern!“

„Es ist aber nun mal ein Gefühl. Ich kann es nicht anders beschreiben. Lee, lass mich fliegen. Ich muss da rein!“

Das Paar stand sich gegenüber und wusste nicht weiter. Lee wollte seiner Frau glauben, aber alleine ein Gefühl reichte ihm nicht. Sollte Dee im CIC bei Starbuck als Auftrag „Gefühl“ hinschreiben? Auf der anderen Seite wusste sie nicht wie sie es ihm beschreiben sollte. Es war einfach so wie sie es sagte.

„Lee, etwas da drin ruft mich. Es zerrt an mir. Ich muss da rein und herausfinden was es ist. Am besten bevor die Flotte den Nebel betritt. Du musst mich fliegen lassen, bitte! Du musst mir vertrauen!“

Der Blick seiner Frau wurde glasig, sie war den Tränen nahe. Es schien sie wirklich zu beschäftigen und sie nicht mehr loszulassen. Der Flug in das Innere des Nebels war ihr sehr. ernst. Ihr Mann überlegte kurz und holte seine Sportjacke aus dem Spind. Er ging ohne ein Wort zu sagen aus dem Quartier. Kara blieb ohne Ahnung zurück was er nun vorhatte.
Sie setzte ihren Sohn ab und wischte mit dem Ärmer ihre kullernden Tränen aus dem Gesicht. Athena kam kurz danach herein, nachdem Lee Adama sie beinahe auf dem Gang umrannte.

„Ich bin soweit, können wir?“

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Viper047
20-06-2008, 01:33 PM
Admiral Adama stand mit der Präsidentin am Lagetisch während sein XO die Pakete für den Durchflug zusammenstellte. William und Laura hatten zwei Themen, der Nebel und die Prometheus. Er berichtete in Kurzfassung über den Vorfall auf seinem Schiff und er nun die Wurzel des Übels packen musste. Doch Laura war, trotz der Grausamkeit, dagegen. Nach einem kurzen Disput mit Lee Adama vor Neu Caprica regelte sich die Angelegenheit mit dem Frachter. Lee vertrat die These dass die Flotte den Schwarzmarkt brauchte, sowie die schwarzen Schafe die sich darin bewegten. Roslin gefiel dieser Gedanke nicht, aber seitdem sie die Prometheus verschonte vereinfachte sich das Leben innerhalb der Flotte erheblich. Die schwarzen Schafe ließen die Flotte in Ruhe und Roslin sie. Natürlich wusste sie aber welche Geschäfte getätigt wurden. Alkohol und Medikamente waren der Renner unter den Schmugglern und die beiden Dinge die am meisten in der Flotte gebraucht wurden.

„Wie haben sie in der Angelegenheit des Chiefs entschieden, Admiral?“

„Es wird offiziell ein Unfall. Ich kann ihm nichts nachweisen. Aber wenn ich nichts unternehme werden sich die Unfälle bald häufen, Frau Präsident. Ihre Ängstlichkeit hilft uns nicht weiter! Es sind Drogen im Spiel und ich kann es nicht erlauben meine Crew im Drogenrausch den Dienst absolvieren zu lassen. Ich brauche eine offizielle Erlaubnis von ihnen das Schiff zu säubern und diese Menschen in Gewahrsam nehmen zu können. Ansonsten verschiebt sich das Machtgefüge zugunsten dieser Verbrecher und dann ist es zu spät!“

„Tut mir leid, Bill. Ich werde auf gar keinen Fall ihnen erlauben sich mit ihren Männern der Prometheus zu nähern. Und wagen sie es ja nicht mich als ängstlich zu bezeichnen!
Dieses Arrangement wurde im Stillen getroffen und sorgt für eine stabile Lage innerhalb der Flotte.

Wenn sie die Prometheus durchsuchen werden sie das Unvermeidliche heraufbeschwören und ein Leben in Terror erschaffen. Denn genau das werden diese kriminellen Subjekte tun wenn sie ihre Geschäfte stören. Ein Teil der Flotte, ja sogar ihre Leute, unterstützen und leben vom Schwarzmarkt. Mir selbst gefällt es am aller wenigsten, aber es nun mal eine Tatsache mit der ich mich auch abfinden muss.
Nur um ihre Rachegelüste zu stillen werde ich keinen bewaffnete Konflikt innerhalb der Flotte riskieren!!“

Die drohenden Blicke Roslins und Adamas trafen sich. In diesem Punkt waren sie sich mehr als uneins. Doch Roslin würde es niemals gestatten diesen unsicheren Frieden innerhalb der Flotte durch solch eine Aktion der Galactica zu gefährden. Admiral Adama wollte mit Marines die Prometheus auf den Kopf stellen, Verantwortliche stellen und verhaften. Aber das würde nur noch mehr Probleme heraufbeschwören und die Cylonen wären nur noch ein sekundäres Problem.

„Wagen sie es ja nicht diesen Befehl zu missachten, Admiral. Ich hoffe ich habe mich klar und deutlich ausgedrückt!!“

„Ja, Frau Präsident!“

„Gut! Und jetzt vergessen sie wieder die Prometheus, das ist ein Befehl!“

Roslin verließ das CIC als Apollo es betrat. Er konnte schon von weitem sehen das die Laune seines Vaters im Keller war und er innerlich über die Präsidentin zu fluchen schien.
Nichts desto trotz hatte er selbst ein Anliegen, welches schnell über die Bühne gebracht werden sollte.
Mit einem neuen Flugplan stellte er sich an den Lagetisch zu seinem Vater und wollte sich nur eine Unterschrift abholen. Sein Vater las den Plan und ihm fiel dabei ein Flug auf.

„Starbuck und Athena wurden für einen Erkundungsflug in den Nebel eingeteilt. Warum, wir haben bereits alles was wir brauchen.“

Nun war es soweit. Sollte er seinen Vater anlügen oder es so ansprechen wie es seine Frau tat?

„Kara hat ein Gefühl, Dad!“

Der Blick des Admirals schweifte vom Papier zum CAG. Wollte ihn sein Sohn zum Narren halten? Dafür war nicht der richtige Zeitpunkt. Dennoch interessierte es ihn was er meinte.

„Was für ein Gefühl, Major?“

„Ich kann es dir nicht erklären. Sie sagte sie hat ein Gefühl und ich soll ihr vertrauen. Ich habe es ihr zwar nicht gesagt, aber als CAG vertraue ich ihr. Und ich denke der Admiral tut es auch. Deshalb bitte ich dich den Flugplan als gültig zu unterzeichnen, so das ich Kara und Athena den Befehl geben kann.“

Apollo setzte sich für seine Frau ein und reichte seinem Vater sogar einen Stift. Der Admiral nahm ihn und unterschrieb den Befehl ohne ein weiteres Wort zu verlieren. Kara hatte schon öfters ein Gefühl und am stellten sich ihre Intuitionen als Richtig und angemessen heraus. Der alte Mann vertraute ihr da. Wenn ihr Gespür anschlug tat er es nicht ohne Grund. Schon oft erwies sich als ratsam auf Kara zu hören.

„Colonel Tigh stellt die Pakete zusammen. Du solltest demnächst deine Piloten instruieren. Das heißt das sie jetzt fliegen sollte, wir werden wegen ihr nicht anhalten.“

Mit einer Handbewegung befahl Admiral Adama Dee an den Lagetisch. Sie sollte den Flug von Kara mit auf den Flugplan nehmen. Lee nahm den Befehl an sich und ging zurück zu seiner Frau. Was sie auch immer beschäftigte, er musste sich auf ihr Gefühl verlassen.

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Boomer lag auf dem Boden vor ihrem Bett und machte Bauchübungen. Sie lenkte sich durch den Sport ein wenig von der Einsamkeit ab. Das Zeichnen war nicht mehr genug. Seitdem sie in dem Kombi in der Messe stand, das Eis aß und die Erinnerungen durch den Kopf gingen, war sie aufgeregter. Die Boomer in ihr erwachte langsam zum Leben, der hass auf die Cylonen wuchs. Der Zwiespalt in ihrer Seele entfachte einen heftigen Kampf in ihr. Der Traum war gegen Ende der Auslöser ihrer Zerrissenheit. Irgendwann war er so stark das er sich sogar äußerlich abzeichnete. Sie wurde nervöser und suchte nach Auswegen.

Boomer begann den Cylon in sich zu attackieren, wollte das Leben des Eindringlings vernichten. Aber wenn sie ihn vernichtete würde sie auch sich selbst vernichten. Sie war Sharon Valerii, sie war ein Cylon, sie war eine 8, sie war ein Verräter, ein Attentäter – all dies gefangen in ihrer Persönlichkeit. Sie konnte kein Mensch sein, aber ebenso wenig wollte sie kein Cylon sein.

Der Schweiß begann zu laufen. Ihr wurde heiß. Die Bauchmuskeln schmerzten, doch dachte sie nicht daran aufzuhören. Sie zog ihr Oberteil aus, so dass sie oben rum nur noch ihr Unterhemd trug. Den unteren Teil knotete sie zusammen und trainierte bauchfrei weiter. Ihre Haut glänzte mittlerweile, Tropfen sammelten sich auf dem Bauch und lief auf dem Boden herunter. Nur der Schmerz hielt Sharon Valerii am Leben.

Ihr Sport wurde kurzzeitig unterbrochen. Blickte sie über das Bett während sie sich mit den Ellbogen auf dem Boden abstützte. Zwischen ihren Beinen, die auf dem Bett lagen, sah sie vor der Zelle Chief Tyrol stehen. Er blickte hinein, beobachtete sie. Sie schnaufte vor Anstrengung, die Bauchdecke vibrierte vor Schmerzen. Wünschte sie sich gleichermaßen dass er hereinkam und weiterging.
Sie blickten sich wenige Augenblicke an. Schließlich ging er weiter. Sharon sah auf den Boden und versuchte ihre Gedanken zu leeren bevor sie weiterhin die Boomer in sich mit Leben füllte.

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Captain Kara Thrace
Rufname: Starbuck
Raptor 392
Auftrag: Erkundung


Mit einem gültigen Befehl in der Tasche flogen Athena und Starbuck in den Nebel hinein. Sie bewunderten zunächst wie friedlich alles aussah, aber im Inneren änderte es sich nach wenigen Minuten schlagartig. Der 50 Tonnen schwere Raptor wurde wie ein Spielzeug durch hin und her geschleudert. Sharon hatte Probleme den Raptor auf Kurs zu halten. Im dem bläulichen Raum vor ihnen erhellten Blitze den Nebel und blendeten die Piloten.

„Kara, wir müssen hier raus. Ich kann den Raptor nicht länger halten!“

Aber Starbuck dachte nicht daran umzukehren. Sie schaltete ohne Wort zu sagen die manuelle Flugkontrolle auf den Copiloten und übernahm das Steuer.

„Was hast du vor? Willst du uns umbringen?“

„Halt die Klappe, Sharon!“

Athena sah nach vorne und die gewaltigen Gewitter machten ihr Angst, so bedrohlich nahe waren sie. Aber nach wenigen Minuten wurde es still. Der Raptor durchflog das Gebiet ohne weitere Turbulenzen. Zwar tobten die Stürme um sie herum, aber Kara steuerte das Mehrzweckschiff mit ruhiger Hand hindurch. Sie kannte den Weg als wäre sie schon tausendmal hindurch geflogen.

„Schmeiß die Kamera an. Wir nähern uns den beiden Wirbeln.“

Wie befohlen wechselte Athena den Sitz und schwang sich in den hinteren Teil wo normalerweise der ECO tätig war. Derweil näherte sich Starbuck dem Objekt, welches ruhig zwischen den Wirbeln lag. Nach und nach konnte sie es erkennen. Die Form war ihr vertraut, dennoch konnte sie schwören es nie in ihrem Leben gesehen zu haben.
Es war ein kleines Schiff mit einer großen Heckflosse, die weit nach hinten gezogenen Flügel schlossen sich rechts und links an. Drei große Triebwerke konnte sie erkennen, weißer Anstrich und einen schwarzen Rumpf.
Genau dort wurde sie hingezogen, es rief nach ihr.

Athena kam nach vorne und sich das Objekt ebenfalls an. Sie hatte noch nie ein solches Schiff gesehen. Es war größer wie der Raptor. Nach ersten Schätzungen war es ein wenig kleiner wie ein Traveler. Sharon schaltete die Scheinwerfer an während Kara das unbekannte Schiff abflog. Am Heck erkannten sie eine Art Flagge, bestehend aus roten Streifen, weißen Punkten auf blauen Hintergrund in der linken oberen Ecke. Unterhalb stand auch etwas geschrieben, was der Name des Schiffes zu sein schien – Voyager II.
Überall am Schiff waren kleinere Löcher zu erkennen, Brandstreifen auf der ganzen Oberfläche.

„Ich muss da rein. Babe, bring uns heran. Ich steige aus!“

„Was? Woher willst du wissen wie man da rein kommt? Wir sollten zurück zu Galactica und Admiral Adama berichten!“

„Sharon, keine Diskussionen. Entweder du gleichst den Druck aus oder ich gehe so raus!!“

„Mach doch was du willst!!“ fluchte Athena und wartete bis Kara sich an der Sicherheitsleine festmachte.

Für Starbuck stand es fest. Sie wollte mit aller Gewalt da rein und nichts bzw. niemand konnte sie davon abhalten. Der Raptor ging kurz vor dem unbekannten Schiff in Warteposition. Nachdem alles auf Grün war öffnete Kara die Luke des Raptors.
Durch das Visier ihres Helms beobachtete sie das Schiff sowie die beiden Wirbel. War sie schon mal hier? Sie stieß sich ab und holte zwei Magnete hervor mit denen sie am Schiff entlang klettern konnte. Vom Raptor aus beobachtete Athena Karas Vorgehen und behielt dabei stets das DRADIS im Blickfeld.
Nur mit Mühe kam Starbuck voran. Sie kletterte auf die Unterseite des Schiffes und fand schließlich eine Notluke, die geöffnet war.

„Ich gehe rein. Das ist eine Luke unterhalb.“

„Pass auf dich auf, Kara!“

„Und Lee die Erziehung meines Sohnes überlassen? Ich komme gleich wieder!“ scherzte sie und stieg hinein.

Innerhalb des Schiffes herrschte Chaos. Vieles flog im Schiff herum, die Schwerkraft hatte dort versagt. Cpt. Thrace entfernte den Haken der Sicherheitsleine und befestigte diesen an einem Schiffsteil. Sie war im Mittelteil. Oberhalb konnte sie eine ganz große Luke sehen. Wahrscheinlich konnten sie den Mittelteil öffnen um irgendwelche größerer Dinge aufzunehmen. Aber Kara zog es nach vorne ins Cockpit. Auf dem Weg dorthin kam sie an zerstörte Konsolen vorbei, Reagenzgläser und Schalttafeln kreuzten ihren Weg. War es ein Forschungsschiff?

Kurz vor dem Cockpit kam ihr ein leerer Raumanzug entgegen. Dieser war weiß und ziemlich voluminös. Die Nervosität stieg. Karas Atmung wurde schneller und ihr Puls raste während sie sich dem Cockpit näherte. Sie konnte die Blitze sehen, wie sie das Cockpit erhellten. Nach wenigen Augenblicken erreichte sie auch das Cockpit. Auf den Sitzen der Piloten waren wieder zwei Raumanzüge. Sie vermutete den Piloten und den Copiloten. Sie hatten die Helme auf und spiegelnde Visiere waren heruntergeklappt. Sie waren tot, soviel stand fest. Aber wie lange waren sie bereits hier? Selbst dies interessierte Starbuck nur am Rande. Sie suchte an der Seite eine bestimmte Konsole und fand sie auch. Die Station war unversehrt und schien nur auf sie gewartet zu haben. Auf einem Bildschirm sah sie verschiedene Informationen, mit denen sie aber nichts anfangen konnte. Wie durch Geisterhand geleitet gab sie etwas über die Tastatur ein. Ein Fach öffnete sich und gab einen Datenträger preis. Einer der Bildschirme über ihr begann Bilder zu zeigen. Sie schaute über sich und konnte dort Karten mit Sonnensystemen sehen.

„Wow!“ gab Kara von sich.

„Starbuck, wie ist dein Status?“ fragte Athena besorgt und bewegte ihren Raptor langsam nach vorne, so dass das Sicherungsseil nicht in Mitleidenschaft gezogen wurde.

Plötzlich erschrak Kara. Eine Hand berührte ihre Schulter. Erschrocken drehte sie sich um. Der Raumanzug aus dem Pilotensitz hatte sich erhoben und war direkt vor ihr. Kara hatte Angst, wusste nicht was eben geschah. Der Arm bewegte sich zum Visier und die Hand schob es hoch.
Unter dem Visier kam ein Gesicht eines Mannes hervor.

„Hallo Kara, ich wusste das du kommen wirst. Hier beginnt deine Reise.“

„Leoben…….“



….to be continued

Viper047
27-06-2008, 12:12 PM
Kapitel: Kara - Begegnung



Wenige Stunden zuvor…


Battlestar Galactica
Standort: NC 322
Auftrag: Schutz der Flotte


Kara saß im Sitz des Copiloten und ging die Checkliste für die Systeme durch während Athena die äußerliche Sichtprüfung übernahm. Zwischendurch blickte die Frau von Lee auf die Uhr und hoffte dass Lee bald käme. Sie wollte ihn nicht hintergehen und mit einem gefälschten Befehl starten wollen. Sie traf bereits Vorbereitungen im Vorfeld, um auf jeden Fall zum Nebel fliegen zu können. Sie erzählte Athena das der Befehl gültig war. Sharon vertraute ihr, schließlich handelte es sich um Starbuck. Sie hatte keine Ahnung was der Flug für Konsequenzen haben könnte wenn Apollo nicht käme und sie wieder zurückkehrten.

Athena hätte ein wichtiges Versprechen gegenüber Admiral Adama gebrochen, wenn Starbuck nicht die alleinige Schuld auf sich nehmen würde. Deshalb ließ Kara Sharon außen vor. Sie selbst würde sicherlich in die Brigg wandern. Aber das schockte sie nicht mehr. Sie hatte sogar eine Lieblingszelle und ging bei einem schweren Verstoß automatisch dorthin. Sie kannte sogar die Wachen mit Vornamen.

Lt. Agathon wartete am Triebwerk des Raptors um mit einem Techniker die Sichtprüfung durchführen zu können. Das wurde von Admiral Adama befohlen. Hintergrund war ein verlorener und beinahe verlorener Raptor aufgrund fahrlässiger Startvorbereitung.
Im Cockpit war alles soweit fertig und Cpt. Thrace hakte die letzten Punkte ab, setzte ihre Unterschrift darunter und wartete nun ab. Sie war nicht einmal nervös. Es war nicht das erste Mal das sie mit gefälschten Papieren startete. An der Akademie gelang es ihr ebenfalls einen Trainingsflug mit gefälschten Unterschriften ihrer Hörsaalleiter zu bekommen. Da die Flugpapiere danach auf mysteriöserweise verschwanden konnte man ihr bis heute nichts nachweisen. Wie sie es anstellte war alleine Karas Geheimnis. Aber ihr magisches Können beim Kartenspielen hatte sich dort ausgezahlt.

Gelangweilt legte sie die Checkliste zur Seite und blickte nach vorne. Im Hangar der Galactica war gerade nicht viel los. Die CAP’s waren draußen, die Mannschaften befanden sich zum größten Teil auf der anderen Seite und nahmen eine Pause. Arbeit war kaum vorhanden, was natürlich nicht ein Dauerzustand blieb auf dem Kampfstern.
Nur ein Shuttle wurde hineingeholt. Und genau das zog Karas Aufmerksamkeit auf sich. Aus ihrer Brusttasche der Fliegerkombi holte sie einen Schokoladenriegel und stieg aus. Sie sah sich im Hangar um. Es war nicht das erste Mal so ruhig, doch diesmal war es ihr zu ruhig.

Oberhalb des Decks sah sie zwei Schatten verschwinden. Sie wusste dass es Marines, genauer gesagt Scharfschützen waren. Obwohl man sie nicht sah, wusste Starbuck das noch mehr Soldaten anwesend waren. Um dem nachzugehen wollte sie selbst zum Shuttle. Ein Blick nach hinten um sicherzugehen das Athena noch am Triebwerk stand. Sie konnte ihren Pferdeschwanz sehen. Karls Frau war noch mit dem Techniker zugange.

Gerade als sie gehen wollte kam Lee an den Raptor und hielt ein Stück Papier hoch. Er lächelte und beschleunigte sein Schritttempo noch. Kara lächelte zurück und ließ für ihren Mann das Shuttle aus den Augen.

„Was hast du da? Für Scheidungspapiere sind es zu wenig Blätter!“ scherzte sie und biss ein Stück vom Riegel.

„Es kommt Scheidungspapieren nahe – es ist deine Starterlaubnis. Du schuldest mir was!“

Mit einem freudigen Lächeln nahm sie die Erlaubnis entgegen und blickte kurz drüber. Alles hatte seinen gerechten Gang und sie hatte nun die offizielle Erlaubnis mit dem Raptor zu starten.

„So, so – ich schulde dir was. Lee, ich habe dir einen Sohn geschenkt und meine Brüste haben an Umfang zugenommen. Ich denke ich habe meine Schuldigkeit bereits großzügig abgeleistet.“

Da war es wieder. Das berühmte und sichere Starbucklächeln. Lee legte seine Arme um ihre Taille und erwartete sehnsüchtig eine Gegenleistung für seine Mühen. Seine Frau schaltete schnell, legte das wichtige Stück Papier auf den Flügel des Raptor, zog ihn an sich ran und bezahlte mit meinem sehr leidenschaftlichen Kuss. Das Paar schloss dabei die Augen und genossen den Augenblick für sich.

„Ich denke das dürfte reichen, Major. Für mehr musst du mir schon einen Kampfstern schenken!“

„Schatz, wer wäre so irre dir ein Kommando über einen Kampfstern zu geben? Bleiben sie auf dem Teppich und freuen sie sich über die kleinen Dinge des Lebens, Captain!“

Seine Frau lehnte kurz gegen den Raptor und schielte mit einem verspielten Schmunzeln zur Decke. In ihrem Kopf wurden Erinnerungen abgespielt wofür sie keine Erklärung hatte. Aber so schnell wie sie kamen waren sie auch wieder verschwunden. Das Ergebnis aber war ein weiteres und sehr breites Grinsen. Sie küsste ihn erneut, was Lee zunächst überraschte. War er nicht vorbereitet auf diesen sehr intimen Überfall.

„Ich tue auch ganz überrascht, versprochen!“

Lee wusste nicht von was sie sprach, aber das war eben Kara wie man sie kannte. Athena kam in der Zwischenzeit hervor und zeigte mit dem Daumen nach oben. Damit war der Check abgeschlossen und der Raptor konnte zur Startrampe geschoben werden. Als eingeteilte Pilotin stieg Sharon in den Raptor um alles vorzubereiten. Dabei fiel ihr der Befehl auf dem Flügel auf. Er trug eine andere Nummer, hatte aber denselben Inhalt wie der Befehl von Kara.
Daraufhin zählte sie eins und eins zusammen. Starbuck hätte sie auf einen illegalen Flug mitgenommen und das hätte die Vertrauensbasis zum Admiral torpediert. Sie wurde daraufhin sauer und verlangte von Kara eine sehr gute Erklärung für diese arglistige Täuschung. Sie wusste das Cpt. Thrace für ihre Überzeugungen weit ging, aber dass sie auch dabei den alten Mann, den CAG und sie hintergehen würde.
So wartete sie im Cockpit und sah nach draußen. Sie wollte warten bis Lee wegging und anschließend Kara zur Rede stellen. Warum hatte sie nicht einfach gefragt, sie überzeugt? Nein, sie hatte den Weg der Täuschung gewählt, sie einfach um die Wahrheit betrogen. Wusste Kara nicht das sie auch Hera damit in Gefahr brachte? Wenn der CAG nun nicht gekommen wäre, dann hätte Athena Angst haben müssen das man ihr Hera wieder wegnimmt. Und ab da hörte für sie jede Freundschaft auf – selbst zu Starbuck.

Draußen flirtete das Ehepaar wie junge Teenager. Küssten sich, lagen sich zärtlich im Arm und konnten nicht voneinander. Die große Uhr über ihr aber machte Kara deutlich das sie von ihrem Lee losmusste. Der Flug stand an und Lee sagte ihr das sie nicht besonders viel Zeit hätten. Bald müsste er die Piloten instruieren, ihre Päckchen für den Durchflug zuteilen und die Flotte vor einer möglichen cylonischen Gefahr beschützen. Nicht viel Zeit für seine Frau um das zu suchen was sie darin vermutete.

„Schatz?“

„Ja, mein Ehegatte.“

„Was glaubst du darin zu finden? Warum so besessen?“

„Um ehrlich zu sein, ich weiß es nicht. Ich werde es erst wissen wenn ich es gefunden habe. Vertrau mir einfach. Ich denke das es wichtig ist!“

Diesen blauen Augen konnte er nicht nein sagen. Kara sah ihn an und bat einfach nur um ein wenig Spielraum. Er hatte sie noch nie so erlebt. Wo war bloß diese Kara die ihre eigene Zerstörung vorantrieb? Die Starbuck, der alles egal war, die am liebsten mit den ersten Piloten gefallen wäre um ihren Leben ein schnelles Ende zu bereiten.
Vor sich sah er eine liebevolle Mutter, eine weniger gute Hausfrau, aber vor allem die Frau die sein Herz besaß. Aber nun sah er auch etwas Neues in ihr. Er konnte nicht sagen was es war. Etwas geschah mit ihr wo er nicht wusste ob es gut oder schlecht für sie war.

„Ok, dann gute Jagd, Captain!“

Ein letzter Kuss. Sehr leidenschaftlich nahm er seine Frau an sich und küsste sie als würde es sie das letzte Mal in seinem Leben küssen. Er hatte ein sehr ungutes Gefühl. Irgendetwas in ihm sagte das eine andere Kara zurückkehren würde, dass seine Kara für immer in diesem Nebel verschwinden würde.
Sie lösten die Umarmung. Lee sah ihr ein letztes Mal in die Augen bevor er ihr den Rücken zukehrte und wieder ging. Seine Frau blieb am Raptor zurück und wollte den Befehl nehmen. Er musste zu ihren Flugunterlagen. Ihre Hand fasste ins Leere. Auf dem Flügel stand bereits auf dem Flügel und hielt beide Exemplare in die Luft. Ihr Blick verhieß nichts Gutes.

„Die Nummer finde ich verdammt billig, Kara Thrace. Was ist heute für ein Tag – den „Verarschen - wir - den – Cylonen - Tag?““

Nicht die Worte von Athena zogen die Aufmerksamkeit Karas an, sondern die Passagiere und andere bekannte Persönlichkeiten am Shuttle. Sie hatte es nicht bemerkt während Lee bei ihr war. Die Luke wurde in der Zwischenzeit geöffnet. Einige Männer in vornehmer Kleidung, jemand in einem langen, schwarzen Kapuzenmantel, Sanitäter, Doc Cottle und Präsidentin Roslin standen am Shuttle. Die Stimmung war ein wenig gereizt. Laura unterhielt sich etwas abgeschieden vom Rest mit der Person im Mantel. Cottle schien jemanden zu suchen und seine Sanitäter –Kara sah von weitem das sie keine Sanitäter waren. Es waren Marines mit Sani-Armbinden.

Auf dem Flügel des Raptors wartete Athena immer noch auf die Antwort von Kara. Aber selbst sie blickte in die Richtung zum Shuttle und ihr fiel etwas bekanntes, was Vertrautes an der Person bei Roslin auf. Es war die Art wie sich die Person bewegte, die Statur, als würde sie in den Spiegel sehen. Erst dann dämmerte es ihr und stieg vom Flügel.

„Schicker Mantel, meinst du nicht auch, Toasterbabe?“

„Nicht nur der Mantel ist schick! Wir brauchen ein paar Marines!“

„ Die sind bereits hier, sieh dich einfach nur um! Ich denke ich werde nun etwas Dummes tun!“

Aus dem Beinholster entnahm Kara ihre Waffe. Athena tat es ihr gleich und folgte ihr als Sicherer. Etwas stimmte überhaupt nicht mit der Gesellschaft bei Roslin.

„Captain!!“ ertönte plötzlich von der Seite.

Kurz danach stellte sich Admiral Adama vor die Frauen und befahl ihnen die Waffen sofort einzustecken.

„Sir, was geht hier vor?“ verlangte Kara von ihrem Schwiegervater zu erfahren.

„Steigen sie in den Raptor und gehen sie auf Erkundung. Das ist ein Befehl, Captain!!“

Mit einer Hand sicherte der Admiral das Beinholster von Kara. Er würde nicht zulassen dass sie nun, was auch immer am Shuttle geschah, stören würde. Selbst der steinerne Blick des Admirals konnten Kara und Athena nicht erahnen lassen was überhaupt los war.
Colonel Tigh kam ebenfalls und zog am Ärmel seines langjährigen Freundes. Präsident Roslin hatte ihn gesehen. Die unbekannte Person zog sich daraufhin sofort in das Shuttle zurück. Doc Cottle und die Sanitäter folgten. Nur die fremden Männer blieben draußen und suchten etwas.

„Sir, es sieht so aus als würde sie sie sprechen wollen.“ sagte Saul leise.

Laura und ihre Leibwächter entfernten sich vom Shuttle und gingen vom Deck.

„Sie haben ihre Befehle, Captain!“ sagte Adama nochmals mit Nachdruck.

Kara war nicht dumm. Sie wusste nicht was eben geschah, aber das etwas faul an der Sache war wusste sie bereits jetzt.

„Ich verstehe!“ antwortete sie darauf und folgte Athena zum Raptor.

Der Admiral und sein XO verließen daraufhin das Deck. Athena setzte sich ins Cockpit und hielt beide Papiere hoch während Kara außen eine letzte Sichtprüfung der Cockpitverglasung vornahm. Für die Cylonin war die Angelegenheit nicht vom Tisch. Als der Captain in den Raptor einsteigen wollte zog jemand an ihrem Hosenbein. Kara blickte nach hinten und sah ein kleines, rothaariges Mädchen. An der Trübung ihrer Augen bemerkte sie rasch dass sie blind war. Dennoch hielt sie sie fest als könnte sie ihre Umwelt wie ein Sehender wahrnehmen. So stieg sie herunter und wollte schon fragen wer sie sei und zu wem sie gehörte. Schließlich war der Kampfstern kein Spielplatz und dem blinden Mädchen könnte sonst was geschehen.

„Er wird dir den Weg weisen, Kara Thrace. Deine Reise wird hier beginnen!“

Kara sah sie an und fand keine Worte. Das blinde Mädchen ließ sie los und ging zielstrebig zum Shuttle. Einer der Männer kam ihr entgegen und nahm sie hoch. Dabei blickte sie über seine Schulter und winkte Kara lächelnd zu, wie ein sehendes Kind es tun würde.
Die Worte in Karas Hals stockten, trauten sich nicht heraus.
Das was eben geschah war für sie sehr unheimlich.

„Hey, kommst du, oder was?“ fragte Athena genervt und wartete an der Luke auf ihren Copiloten.

Aber Starbuck sah dem Mädchen noch nach bis sie in das Shuttle stieg. Was war eben geschehen?

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In einem der leeren Gänge der Galactica wartete Präsident Roslin auf den Admiral. Es dauerte nicht lange und er kam sehr wütend auf sie zu.

„Was treiben sie hinter meinem Rücken, Laura?“ fragte Adama und stellte sich ganz nahe bei ihr. Er wollte ihr in die Augen sehen während sie ihm antwortete.

„Alles um Sicherheit und Frieden aufrecht zu erhalten. Und sie, Admiral Adama, haben nicht die Befugnis meine Entscheidungen in Frage zu stellen! Sie tun einfach ihren Job und ich werde meinen tun!“

Adama nickte. Sie hatte so was von Recht. Genau das würde er auch tun, seinen Job.

„Denn tue ich, Laura. Darauf können sie sich wie immer verlassen! Frau Präsident!“

Die Gesichtszüge der Präsidentin entglitten bei der unvermittelten Antwort des Admirals.
Ohne ein weiteres Wort ließ er sie stehen und ging fort. Aber für Laura war nicht das letzte Wort gesprochen.

„Ich warne sie, Bill!“ schrie sie ihm hinterher, obwohl sie wusste dass diese Worte an seiner harten Schale abprallen würden.

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Captain Kara Thrace
Rufname: Starbuck
Raptor 392
Auftrag: Erkundung

Der Blick war noch leicht verschwommen. Alles war in einem hellen Weiß um sie herum. Nur langsam bekam die Umwelt um sie herum Konturen und Farben. Sie saß auf einer Couch, vor ihr stand ein kleiner, brauner Holztisch. Sie sah sich um und wurde sie dabei nervöser. Der Raum, die Fenster, die Geräusche von draußen, die Möbel – all das waren vertraute Dinge von ihrem Zuhause. Es war ihre Wohnung. Sie erkannte die Zeichnung an ihrer Wand – das riesige Mandala. Sie erinnerte sich an die Tage und Stunden wie sie es wie besessen malte. Auf dem Boden lagen Papiere mit demselben Muster. Sie malte es schon als Kind, immer wieder dasselbe Muster mit denselben Farben. Sie mochte es, doch warum mochte sie es? Jedenfalls war es ihr vertraut, es schaffte eine innere Ruhe.

Aus ihrer kleinen Küche ihrer 2 Zimmerwohnung hörte sie das Klirren von Geschirr. Jemand machte sich etwas zu Essen. Sie hörte wie Müsli in eine Schüssel gegeben wurden und anschließend das Geräusch von Milch, die die Schüssel auffüllte.
Sie griff zwischen die Couchkissen. Dort hatte sie, für eventuelle Notfälle, ein Messer versteckt. Es war ein kleines Stiefelmesser.

„Willst du es wirklich benutzen?“ fragte eine männliche Stimme.

Starbuck stand erschrocken auf und sah dem Eindringling ins Gesicht. Glasig und rötlich wurden die Augen. Sah sie richtig, spielte ihre Fantasie einen Streich?

„Leoben?“ fragte sie zaghaft.

Als wäre sie wieder auf Neu Caprica. Er stand wahrhaftig vor ihr und aß etwas zum Frühstück. Dabei blickte er auf ihre Hand mit dem Messer und zeigte mit dem Löffel darauf.

„Steck es weg, du wirst es nicht brauchen!“

Etwas stimmte dennoch nicht. Vor ihr stand Leoben Conoy, doch war es wirklich? War er derjenige von dem das kleine Mädchen auf der Galactica sprach? Er hingegen stand ruhig da und lächelte ihr zu. Er ging sogar etwas zur Seite und eine zweite Schüssel mit Müsli, bereit zum Verzehr, stand auf der Küchenzeile.
Aber es war nicht der Hunger der Kara näher an ihn heranführte. Sie wollte ihn sich genauer ansehen. Das Messer hielt sie fest in ihrer Hand. Als sie vor ihm stand hielt sie die Klinge an seinen Hals und blickte ihn teilweise verängstigt und teilweise wütend an. Der Schmerz von Neu Caprica saß immer noch tief. Das Martyrium war nicht vergessen während der 6 Monate, als Gefangene in seiner Wohnung.
Mit der Klinge in der Hand wollte sie ihm nun die Fragen aller Fragen stellen, von dem sein Leben abhing.

„Du bist nicht Leoben, oder?“

Ohne die Spur von Angst aß er fertig und stellte die Schüssel weg. Dabei blickte er sie mit einem sehr warmen Blick an. Er verneinte schließlich durch ein leichtes Kopfschütteln und nahm Kara das Messer aus der Hand. Sie ließ es zu, obwohl sie noch Angst verspürte. Sie hatte keine Ahnung was mit ihr geschah, was all das sollte.

„Du siehst denjenigen dem du im Herzen vertraust, von dem du dir Führung versprichst.“

„Leoben? Ganz sicher nicht von ihm! Aber wenn du nicht Leoben bist, wer bist du dann?“

Der Leoben vor ihr lachte leise und bat sie auf der Couch Platz zu nehmen. Er setzte sich ihr gegenüber, auf den Platz wo ein Helo saß, den sie auf Caprica fand bei der Suche nach dem Pfeil des Apollos.

„Weißt du eigentlich wie oft du mir diese Frage schon gestellt hast? Ich werde es vermissen!“

Die Worte des Mannes, der für sie wie der Cylon Leoben aussah, machten für sie keinen Sinn. Was wollte er damit sagen? Haben sie sich öfter getroffen? Davon wusste sie nichts. Was ging bloß in diesem Moment ab?

„Ich habe keinen Plan von was du redest!“

Ziemlich steif saß sie ihm gegenüber. Sie war bereit ihn bei der kleinsten falschen Bewegung zu töten. Aber er war völlig entspannt. Lehnte gemütlich zurück und sah sie an. Sie war ihm vertraut. Er konnte nicht mehr zählen wie oft sie sich trafen. Doch diesmal war alles anders.

„Du wirst es bald spüren, Kara Thrace. Alles hat sich verändert. Dein Herz und dein Verstand bereiten sich darauf vor. Und wenn es soweit ist werden wir uns wohlmöglich ein letztes Mal wieder sehen. Ich werde dich zu deiner Bestimmung führen.“

Kein Wort wollte sie ihm glauben. Die Worte aus seinem Mund klangen wie die von Leoben selbst. Er hatte bereits auf Neu Caprica immer wieder von ihrer Bestimmung geredet, das sie ein Schicksal hätte, welches nur auf sie wartete.

„Bestimmung? Und welche Bestimmung sollte ich haben? Was soll gerade an mir so besonders sein? Du redest nur Schwachsinn, genauso wie Leoben auf Neu Caprica!“

Keine Minute länger wollte sie ihm zuhören. Keinen Glauben wollte sie ihm schenken. Sie konnte nicht glauben dass etwas an ihr besonders war. Das Gespräch war für sie schon nach wenigen Worten zu Ende und stand auf. Sie wollte die Treppe hinauf und die Wohnung verlassen, wenn nicht etwas sie auf Ort und Stelle hielt.

„Zak! Ein putziger kleiner Bursch, ganz wie die Mutter. Genauso wie Thomas. Obwohl beide die ein und selbe Person sind. Weißt du noch? Du wolltest Thomas alleine groß ziehen. Und nun scheinen deine geheimsten Wünsche wahr geworden zu sein, Kara Thrace.“

Kochend vor Wut ballt Kara ihre Fäuste. Niemand sprach in einem solch abfälligen Ton über ihre Familie. Er forderte sie geradezu heraus und hatte es auch geschafft. Blitzschnell drehte sich zu und rannte auf ihn zu. Den Tisch schmiss sie zur Seite. Papiere, Gläser und einiges mehr wurde auf den Boden geschmissen als sie seinen Hals zu fassen bekam, ihn hoch zog und mit sehr viel Wut seinen Kopf gegen die Wand donnerte. Dabei wandte sie soviel Kraft auf dass ein Loch in der Wand eingeschlagen wurde.
Leoben sah sie an und lächelte nur über ihre Wut. Dadurch bebte ihr Körper nur noch mehr, ihr Puls und Adrenalin schossen nach oben und ihre Kraft wuchs ins unmenschliche.

„Ein neuer Tag ist angebrochen, Kara. Du hattest es gefühlt. Bis zum Einbruch der Nacht werden Tränen und Blut fließen. Und bevor der neue Tag anbricht wirst du das Schicksal vieler besiegeln. Das ist die Bestimmung die dir auferlegt wurde. Du musst bereit sein wenn die Stunde kommt.

Zak ist dein Vermächtnis. Warum sonst wurde dein sehnlichster Wunsch erfüllt? Wenn es soweit ist werden wir uns morgen nicht mehr wieder sehen. All das gerät in Vergessenheit.

Wenn du den Pfad der Götter beschreitest wird es kein zurück mehr geben. Am Ende des Weges wird man auch von dir einen Preis einfordern.
Wenn wir uns das nächste Mal sehen, dann wirst du bereit sein und verstehen!“

Wie durch einen Fluch wurde ihr die Wut genommen. Ihre Hand um seine Kehle lockerte und ließ ihn schließlich los. Was geschah bloß mit ihr? Seine Worte drangen tief bis zu ihrer Seele vor. Tränen der Traurigkeit flossen und ließen die wusch die letzte Wut aus ihr hinaus.
Leoben nahm ihre Hand und führte Kara vor die Haustür. Angekommen sah er sie ein letztes Mal an und öffnete die Tür.

„Hab keine Angst, Kara Thrace!“ sagte er ihr als letzte Worte bevor sie ihre Wohnung verließ.

Danach war wieder alles schwarz um sie herum. Sie hörte ihren Atem, wie er gegen etwas aufprallte und um sie herum verteilt wurde. Kurz darauf erschien Licht. Die Sicht wurde wieder klarer. Das Licht war von ihrer inneren Helmbeleuchtung. Vor sich sah sie den Raptor und Athena an der Luke stehen. Nun hörte sie auch ihre Stimme. Sie rief sie immer wieder über Funk. Erst allmählich bemerkte Kara dass sie im Sitz des Piloten saß, angeschnallt und ihre Hände am Steuer. Was war geschehen? Wie kam sie hierher?
Ein leise Piepen lenkte ihre Aufmerksamkeit auf die Cockpitkonsole vor ihr. Der Bordcomputer sagte dass er bereit war Daten zu übertragen. Was hatte sie bloß getan?

„Kara, sag doch was! Du blöde Kuh, melde dich endlich oder ich komme rüber!!“ brüllte Athena in den Helmfunk.

Starbuck ließ sich nicht ablenken und drückte völlig unbewusst ein paar Knöpfe.

„Sharon, bereit machen zum Datenempfang!“ befahl sie Athena.

Sie konnte sehen wie sich umdrehte und zum Sitz des ECO wechselte. Nach wenigen Augenblicken sagte der Bordcomputer des fremden Schiffes dass alles übertragen wurde.
Anschließend wurde er schwarz. Kara versuchte den Computer wieder anzumachen, aber rührte sich nichts.

„Was zum Teufel? Ich bin doch nicht blöd!“ fluchte sie.

Jeder weiterer Versuch schlug fehl. Plötzlich schaute sie durch Reflex auf die Sauerstoffanzeige. Sie war mittlerweile in der Hälfte des gelben Bereiches. Aber solange war sie doch nicht hier!

„Daten empfangen und abgespeichert! Kara, was war los?“

„Ich weiß es nicht, Toasterbabe! Ich komme rüber. Fertigmachen zum Abflug wenn ich da bin!“

„Darauf kannst du dich verlassen!“

Starbuck löste die Gurte des Pilotensitzes. Bei Aufstehen fiel ihr ein Datenträger vom Schoß. An diesen erinnerte sie sich. Aber an den Rest nicht mehr. Auf dem Weg zur Luke fiel ihr auf das ein Raumanzug fehlte. Der leere Anzug und der Copilot waren da, doch der Pilot fehlte.
Es wurde ihr daraufhin unheimlich. Sie steckte den Datenträger ein und aus Reflex nahm sie den leeren Anzug mit. An der Luke machte sie das Sicherheitsseil an sich fest und setzte wieder zum Raptor über.
Im Raptor schloss Athena die Luke und fragte sich was Kara mit dem fremden Raumanzug wollte.

„Hast du dir ein Andenken mitgenommen? Verdammt Starbuck, ich schreie mir die Seele raus und du ignorierst mich einfach….“

„Sharon, halt die Klappe und flieg nach Hause. Denselben Weg zurück….na los!!“

Die Stimme von Kara klang bedrohlich. Was war mit Kara passiert? Diese Antworten wollte die Cylonin am liebsten auf der Galactica erfahren. Je länger sie hier waren umso unheimlicher wurde es für sie. Starbuck setzte sich in den Sitz des ECO während Athena an Steuer ging. Sie blickte ein letztes Mal nach hinten bevor sie startete. Etwas schien Kara zu beschäftigen. Sharon wurde das Gefühl beim Abflug nicht los das ein Teil von Starbuck auf dem fremden Schiff zurückblieb.
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würde gerne wissen ob noch interesse an der fortsetzung besteht oder ich die story hier einstellen soll.

viper

Viper047
07-07-2008, 04:22 PM
Kapitel 15


Ein langer Weg ( Teil IV / Part 2 )


Battlestar Galactica
Standort: NC 322
Auftrag: Schutz der Flotte


Um den Raptor 392 herrschte routiniertes Treiben. Figurski und seine Crew manövrierten den schweren Aufklärer zu seiner Halteposition, wo die Piloten zusammen mit der Deckcrew letzte Checks durchgingen bevor der Pilot und Copilot die Maschine verließen.
Athena ging die Liste wie gewohnt durch und streckte den Daumen nach oben. Der Crewmen vor dem Raptor gab ebenfalls sein O.K. und Sharon fuhr die Systeme herunter.
Die Luke wurde von außen geöffnet während Lt. Agathon sich aus dem Sitz befreite. Beim Verlassen des Cockpits fiel ihr auf das Kara immer noch angeschnallt auf dem Sitz des ECO saß. Den Helm hatte sie nicht einmal abgesetzt. Sie starrte auf den schwarzen Bildschirm vor ihr.

„Wir sind da, Kara!“ sagte Athena und legte eine Hand auf die Schulter von Starbuck.

Diese erschrak und drehte sich um. Besorgt wurde sie von Athena angesehen, die nicht verstand was mit Kara los war. Sie wiederholte ihre Worte in der Hoffnung das Cpt. Thrace auf sie reagierte. Tatsächlich reagierte Kara diesmal. Sie befreite sich aus dem Sitz, nahm den Helm ab, drückte diesen in die Hände von Athena und verließ ohne ein Wort den Raptor. Sogar den Anzug aus dem fremden Schiff hatte sie zurückgelassen. Als Athena nachsehen wollte wohin sie gehen wollte, war Starbuck auch schon verschwunden.
Völlig überfragt und ahnungslos blieb Sharon Agathon auf dem Flügel des Raptors stehen. Was war bloß mit Cpt. Thrace los? Was war auf dem Schiff geschehen? Ihr kam es sehr merkwürdig vor. Die Sache mit Kara ließ Sharon nicht los. Sie trug sich aus dem Pilotenbuch aus und versuchte herauszufinden was mit Kara los war, was mit ihr auf dem Schiff geschah.

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Dee war mit Felix Gaeta auf dem Weg zum CIC. Apollo hatte die Piloten instruiert und sie den verschiedenen Päckchen zugewiesen, die von Colonel Tigh eingeteilt wurden. So würden in Kürze die zivilen Schiffe engere Formationen einnehmen um die Passage innerhalb des Nebels zu passieren. Gaeta und Dualla hatten nun den Auftrag alles auf der Einsatztafel einzutragen und den Führungsschiffen der verschiedenen Rufnamen auszugeben.
Aber bevor Apollo seine Piloten rausschickte wollte er die Ankunft von Starbuck abwarten.
Wenn sie etwas Neues haben sollte hätte er noch genug Zeit darauf zu reagieren. Ansonsten brauchte er sie als Führer durch den Nebel. Nur sie kannte die sichere Passage, woher dieses Wissen auch immer herkam.

Normalerweise hatten Dee und Felix immer ein Gesprächsthema auf Lager. Doch diesmal war etwas anders. Anastasia hatte einen heftigen Streit mit ihrem Ehemann Jarod. Es ging wieder einmal um den Sohn von Major Adama und Cpt. Thrace. Er mochte den Jungen zwar, doch führte sich Dee mittlerweile auf als wäre sie seine Mutter. Wenn er da war, war er selbst nur noch sekundär. All ihre Aufmerksamkeit kam den Jungen zugute. Sie kritisierte dabei jede Erziehungsmethode von Starbuck und wie sie es besser machen würde. Auch ihre Versuche über Zak mehr Zeit mit Major Adama verbringen zu wollen fiel Sgt. Novak auf.
Er fragte sie mit wem sie überhaupt verheiratet war – mit ihm oder Major Adama. Die Antwort dass sie nicht sicher war brachte das Pulverfass zur Explosion.
Lt. Dualla konnte es sich persönlich auch nicht erklären, doch fühlte sie sich in letzter Zeit zu Lee sehr hingezogen. Bisher gab es nur kleinere Unterhaltungen, doch war es mehr als vor der Phase zwischen Kara und Lee, als die Ehe ein wenig kriselte. Dabei erzählte er was die Beziehung von Kara und ihn belastete. Starbuck veränderte sich. War sie immer noch teilweise selbst zerstörerisch und unberechenbar, kam mit der Mutterrolle und Ehefrau noch eine Seite an Kara hinzu. Ihr Trieb sich selbst zu schaden ging zurück, doch er konnte sich die fremde Seite nicht erklären. Als wäre es nicht die Frau die er geheiratet hatte, nicht die Starbuck die er seit Jahren kannte. Er sagte dass sie sich von Zeit zurzeit entfremdeten, das sie zwar zusammen waren aber sogar in einem Raum dennoch getrennt waren.
Dee hörte ihm aufmerksam zu und bot sich an als eine externe Zuhörerin, zum Beispiel bei einem Drink in der Bar.

Felix hatte sie vor diesem Schritt gewarnt. Sie sollte sich nicht in die Belange von Kara und Lee einmischen, doch war es hierzu schon zu spät. Er hatte das Gefühl, Lt. Dualla drängte sich in die Rolle von Starbuck hinein, als die Frau von Lee Adama. Manche behaupteten, es gäbe Momente wo sie sich als solche auch verhielt. In den Zeiten wo sie Zak zu sich nahm und Kara Ratschläge und Anweisungen für Erziehung und Ehealltag gab. Das sie dadurch Starbuck an den Rand des Wahnsinn trieb war ihr vollkommen bewusst und in manchen Fällen sogar beabsichtigt. Gaeta hieß es nicht gut dass sich allmählich zur Konkurrentin von Kara entwickelte. Es würde nur negative Folgen haben, und am Ende würde einer der Frauen weinen, das stünde für ihn jetzt schon fest. Zurzeit war er sicher dass es Dee sein würde, da etwas in Lee Starbuck nie verlassen würde. Sein Herz hang an ihr, und das tat es bereits während sie mit seinem kleinen Bruder liiert war.

Da Lt. Gaeta Vorbehalte gegen die deutlichen Annäherungsversuche von Dee hatte, zog sie es vor lieber keine Gespräche mit ihm zu führen, statt ab einem gewissen Punkt ausfallend zu werden. Insbesondere war dieser Punkt Kara Thrace. Und wenn man nicht gerade vom Teufel sprach oder dachte, kam auch schon Starbuck um die Ecke „geschossen“. Sie war so in Gedanken dass sie beinahe die Beiden umrannte. Aber einen Moment vorher sah stoppte sie und hatte zufälligerweise genau den Mann erwischt den sie suchen wollte.

„Gut dass ich sie erwische, Gaeta. Ich brauche sie – jetzt!!“

„Tut mir leid, Captain. Ich habe meine Befehle. Sie übrigens auch. Der CAG wartet bereits auf sie!“

„Lassen sie den CAG meine Sorge sein. Ich bin momentan wichtiger. Wir gehen jetzt….“

Dee platzte der Kragen. Für wen hielt sich Kara? Der Auftrag der Beiden hatte oberste Priorität und Starbuck warf alles wieder um.

„Hey, du hast gehört was Gaeta sagte. Wir haben bereits einen Auftrag, und der ist von Admiral Adama persönlich. Ich glaube wohl kaum dass du wichtiger bist wie die Flotte. Und jetzt verzieh dich zu deinem Mann. Wenn du schon als Ehefrau versagst solltest du wenigstens als Offizier etwas richtig machen!!“

Was sie jedenfalls erreichte war die Aufmerksamkeit seitens Starbuck zu bekommen. Für sie klang Dee ziemlich anmaßend und schnitt ein Thema an, welches sie am besten hätte nicht anschneiden sollen. So ging Kara bedrohlich auf Dualla zu. Wut war ein sehr schmeichelhafter Ausdruck für das was gerade in Lee’s Frau vor sich ging. Sie ballte ihre Fäuste und freute sich innerlich der Möchtegernmutter eine rein zuschlagen.

„Bitte, liebe Dee – wiederhole den letzten Teil noch mal. Ich glaube dass ich etwas an den Ohren habe. Was hattest du eben über mich raus gehauen, du kleine Schlampe!“

„Du hast dich nicht verhört!“ antwortete Dee darauf und verärgerte Kara noch mehr.

Von außen konnte man Starbuck nicht wirklich ansehen wie sehr ihr Zorn gestiegen war. Ruhig stellte sie sich vor Dee und lächelte sie an. Aber Felix ahnte schon was geschehen konnte und zwang sich zwischen die beiden Frauen.

„Dee, bereite alles soweit vor. Ich werde sehen wofür Captain Thrace meine Hilfe benötigt. Ich komme anschließend nach. Kommen sie, Captain?“

Der Taktikoffizier zog an der Fliegerkombi von Starbuck. Er wusste dass Dee gegen Kara keine Chance hätte und versucht so gut wie möglich deeskalierend zu wirken. Aber so leicht ließ sich der Captain nicht wegzerren und hielt Dualla an der Uniform fest als sie auf den Ratschlag von Felix hörte. Sie zog sie an sich ran um von Angesicht zu Angesicht mit ihr eindringlichst reden zu können. Alleine die Blicke der Frauen verriet dass zwischen ihnen keine Freundschaft herrschte und für Beide um viel ging.

„Ich gebe dir einen gut gemeinten Rat! Halte dich von meiner Familie fern. Ansonsten sehe ich mich gezwungen dir deine Lippen über die Ohren zu ziehen, und da meine ich nicht die in deiner hübschen Fresse. Klar soweit?“

Bevor die Situation dennoch zu eskalieren drohte zwängte sich Gaeta weiter zwischen die Frauen und Major Adama eilte ebenso herbei, als er auf der Suche nach Starbuck war.

„Auseinander!“ brüllte er und zog zusammen mit Felix die beiden weiblichen Offiziere auseinander.

Dabei löste sich aber nicht der Blick von Kara. Dee empfand die weit geöffneten und bös blickenden Augen als Ausdruck von Wahnsinn. Für sie war Kara Thrace nur noch durchgedreht.

„Du bist durchgeknallt, Kara! Man sollte dich einschläfern, du bist komplett Irre!“ beschimpfte Dee Starbuck.

Diese lies es sich nicht gefallen, befreite sich aus dem Griff von Apollo und schlug mit der rechten Faust ihr mitten auf die Nase. Duallas Kopf wippte von dem Aufschlag der Faust ein Stück zurück. Sie musste sich an die Wand anlehnen, so benommen war sie nach dem Schlag von Cpt. Thrace. Der CAG reagierte sofort und warf Kara zu Boden während Gaeta sich Anastasia annahm. Sie blutete aus der Nase heraus.
Wütend blickte Apollo seine Frau an. Was war bloß in sie gefahren? Starbuck selbst schaute mit einer gelassenen Genugtuung auf die blutende Nase des Lieutenants.

„Bringen sie Dualla zu Cottle, Felix.“ befahl Major Adama bevor er sich seiner Frau zuwandte.

Dee weinte und zitterte am ganzen Leib beim Anblick ihres eigenen Blutes. Es tropfte unaufhörlich auf den Boden und wollte nicht mehr aufhören. Nach dem ersten Anschein hatte Kara ihr die Nase gebrochen. Aber bevor Mutmaßungen angestellt wurden, schickte er Dee zum Doc. Cpt. Thrace stand an der Wand und schaute einfach nur zu. Sie bekam nicht einmal mit wie sie ihr Mann ansprach und eine Erklärung verlangte. Erst als er sie härter anfasste reagierte sie. Er hatte eine Stinkwut. Was verleitete seine Frau dazu Dee so derartig schwer zu verletzen?

„Was ist mit dir bloß los, Kara? Ist es wieder soweit? Tickst du wieder vollkommen aus, oder was? Was, Kara – sag mir verdammt noch mal was dein beschissenes Problem ist!“

Wie ausgewandelt, als würde man einen Schalter umlegen, begann sie zu weinen, brach zusammen und sackte zu Boden. Nun verstand Lee überhaupt nichts mehr. Was machte seiner Frau so zu schaffen?
Ihre Tränen liefen über die Wangen und tropften schließlich auf den Boden. Sie wusste selbst nicht was eben mit ihr geschah. Sie war wütend, wütend über die Worte von Dee. Aber das ihre Wut so ausartete .
Als Lee zu seiner Frau knien wollte, fing sich Kara auch schon wieder und stand auf. Sie blickte Apollo in die Augen während sie ihre Tränen abwischte.

„Mein Sohn kommt nicht mehr in ihre Obhut. Ich bin seine Mutter, nicht sie!“

„Geht das schon wieder los? Mensch Kara, du hast Zak in ihre Hände gegeben! Ich hatte dir gesagt dass es nicht sein muss und eine andere Lösung gefunden werden kann. Was kommt als nächstes - totales Kontaktverbot? Aber ging es eben darum, häh? Hätten es nicht ein paar Worte auch regeln können? Nein, du musstest ihr gleich die Nase brechen!! Das ist wieder einmal Kara Thrace, wie sie leibt und lebt!!“
„Du verstehst es nicht, Lee!“

„Nein, Kara – du verstehst es nicht! Dee ist mittlerweile eher eine Mutter als du! Ihn wie ein Hund erziehen, mit Keksen abfüllen reicht nicht….“

Diese Worte taten in ihrem Inneren weh. Er hätte sie schlagen können, sie wegen tätlichen Angriffs auf einen Untergebenen anzeigen, das alles hätte sie noch verkraftet. Doch nicht das. Starbuck wusste nicht was sie fühlen, denken oder sagen sollte. Sie wollte einfach nur weg. Weg aus seiner Nähe. Sie schubste ihn von sich und rannte los. Lee rief ihr nach. Aber seine Frau lief weg ohne sich umzudrehen.
Einige Soldaten standen um ihn herum und hatten das lautstarke Gespräch verfolgt. Sie starrten den CAG an, tuschelten und dachten sich ihren Teil dazu. Lee ließ es ein weiters Wort zu sagen und ging schweigend zurück.

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Viper047
07-07-2008, 04:23 PM
Delphi
Das von den Cylonen besetzte Caprica

Die Mittagssonne schien über den Wäldern von Delphi. Der Himmel war klar, das Azurblau war kaum mit Wolken bedeckt. Die Vögel zwitscherten. Es wäre im Normalfall ein herrlicher Tag zum Spaziergang gewesen. Doch wenige Stunden zuvor war diese Idylle mit Lärm durchsetzt. In den Weiten der Wälder waren Stundenlang Schüsse, Schreie und Explosionen zu hören. Die Vögel verstummten zu diesem Zeitpunkt, die Waldbewohner flüchteten zu ihren Verstecken während das Mörserfeuer alles Leben unter sich vernichtete.
Wenige Stunden zuvor rückten Rebellen zu einem versteckten Trockendock vor. Die Cylonen bekamen Wind von dem Plan und schickten ihrerseits Truppen.
Der Plan Liyans war einfach. Sie schickte zuerst die Centurion voraus. Niemand ahnte bisweilen welche Beute sie mit dem Bunker machten. Die Centurion waren als Verstärkung getarnt und sollten die dortigen menschlichen Modelle unterstützen. Kurz danach ließ Liyan die Falle zuschnappen. Zuerst kämpften die Maschinen auf der Seite der Cylonen bis die Rebellen strategisch wichtige Punkte eingenommen hatten. Darunter gehörte auch eine nahe gelegene Sendestation. Diese wurde neu errichtet um ständigen Kontakt mit den Bodentruppen zu haben. Man wollte dieses Dock unter keinen Umständen den Rebellen überlassen, damit sie nicht auch noch in der Lage wären Schiffe zu bauen.
Als die Punkte genommen wurden befahl Liyan den Centurion die Basis der Cylonen auszuheben. Von innen heraus töteten die Maschinen alle Cylonen und ließen keinen am Leben. Talea gab an die Schiffe im Orbit weiter dass die Rebellen von den Centurion zurückgeschlagen wurden und sendete als Beweis die Positionen der Maschinen.

Die Cylonen hatten ihre Aufmerksamkeit nicht auf dem Planeten. Im Orbit wurden 2 Basisschiffe gekapert und man hatte Liyan unter den Kommandos vermutet. So nahmen sie den vermeintlichen Sieg hin und eine Positionsbestätigung reichte ihnen völlig aus. Den um den Planeten wurden zum selben Zeitpunkt weitere Kämpfe entfacht und die besetzten Basisschiffe zerstörten von innen heraus 4 andere Basisschiffe und 1 Wiederauferstehungsschiff. Zwar wurden die Rebellenschiffe beschädigt, doch konnten sie vor der Vernichtung springen. Bei dem anschließenden Versuch der Verfolgung fiel beinahe die Hälfte der verbliebenen Schiffe aus. Der FTL wurde manipuliert und explodierte bei Inbetriebnahme.
Somit spitzte sich die Lage auf Caprica zu. Die Cylonen verloren mehr und mehr an Material, Personal und Gebiete. Selbst die Gewalt gegen die zivile Bevölkerung ging in Rauch auf. Die Rebellen machten weiter und fanden immer Zustimmung innerhalb der Bevölkerung. Es war nur noch eine Frage der Zeit bis die Cylonen einen schwachen Moment hatten, bis sie zu ausgeblutet waren und die Rebellen die Hauptkolonie Caprica in ihre Gewalt brachten. Dann wäre auch nicht mehr weit bis auch andere Kolonien fielen.

Liyan stand draußen und genoss den Wind auf ihrer Haut. Sie war begeistert von der Schönheit Capricas. Sie hörte die Gesänge der Vögel, wie der Wind die Bäume bewegte und sie ihr eigenes Lied dabei spielten. Dabei vergaß sie völlig wie blutverschmiert ihr Tarnanzug war, welcher das Blut von Feinden und Verbündeten aufsog. Der Schmutz des Gefechtes in ihrem Gesicht und auf dem Anzug – Ruß, Erde, Dreck, usw. Selbst die Tatsache dass unweit von ihr tote Cylonen und Rebellen lagen trübte ihre Begeisterung für die Natur nicht.
Ihre persönliche Stille wurde durch Geräusche im Hintergrund gestört. Schritte näherten sich ihrer Position. Talea und Gina kamen durch das Dickicht. Als Liyan sich umdrehte sah sie Beiden an das die Nachricht gut war.

„Wir sind offiziell ein autonomer Außenposten der Cylonen. Betrieben von Centurion, da die menschlichen Modelle zurzeit andere Sorgen haben.“ meldete Talea.

„Und im laufe des Mittags sind 2 Basisschiffe abhanden gekommen, nachdem sie Unheil innerhalb der Orbitverteidigung angestiftet haben!“ ergänzte Gina zusätzlich.

„Auf das Personal ist heute einfach kein Verlass mehr!“ scherzte Liyan und folgte den Cyloninnen zum Eingang des geheimen Trockendocks.

Es wurde in der Zeit des 1. cylonischen Krieges erbaut nachdem die Maschinen die Raumdocks angriffen und sie vernichteten. Durch spezielle Baumaßnahmen war es den Ingenieuren gelungen Kampfsterne bis zu einem gewissen Grad auf der Planetenoberfläche zu bauen und anschließend ihre Einzelbauteile über schwere Frachter ins All zur geheimen Endmontage verbringen zu lassen.

Auf dem Weg zum Bestimmungsort stieg Liyan über mehrere Leichen. Der Geruch stand allen in der Nase und beeilte sich deshalb die Leichen wegzuschaffen. Die Mittagssonne war nicht gerade hilfreich beim Vorhaben. Der Eingang des Docks lag versteckt hinter einer künstlichen Steinwand. Die Menschen vollbrachten alleine äußerlich ein reines Wunderwerk. Wenn man nicht wüsste wonach man suchen sollte, könnte man direkt vor dem Eingang stehen und wüsste es nicht einmal. In den Jahren hatte die Natur den künstlichen Naturstein erobert und mit Wurzelwerk und Pflanzen bedeckt. So wurde es noch schwieriger Künstlich von Natur zu trennen. Innen brauchten sie Taschenlampen. Es war dunkel. Taleas Leute bemühten sich den Generator zu finden und Energie für das Dock zu erzeugen. Der Weg führte sie zunächst über eine steinerne Treppe nach unten. Es würde dabei kühler und feuchter. Man merkte schnell dass das Dock untererde lag.
Danach folgte ein langer, dunkler und schmaler Gang. Die Abzweigungen an manchen Stellen führten tiefer hinein und wurden sofort von Centurion bewacht. Nach wenigen Minuten erreichten sie endlich das eigentliche Dock. Gina führte Liyan an Kontrollräumen, Unterkünften, Munitions- und Waffenlager, Ersatzteillager vorbei. Überall machten sich Menschen und cylonische Rebellen an die Arbeit.
Kurz vor der Werkshalle bekam Inviere einen Funkspruch das der Generator betriebsbereit war. Wenn man sich bei menschlicher Baukunst verlassen konnte, dann das ihre Geräte für die Ewigkeit gebaut wurden. Denn der Generator soll in einem guten Zustand gewesen sein.

„Liyan braucht Licht!“ gab Gina über Funk durch und öffnete für Liyan ebenfalls eine Luke dabei.

Sie hatten ihr Ziel erreicht. Hinter dieser Luke hatten Talea und Gina etwas entdeckt was sie Liyan sofort zeigen wollten. Nach einem kurzen Moment flackerten die Lichter an der Decke bzw. an den Wänden. Jetzt konnte man die Gänge und Räume sehen. Aber Gina zerrte an der 8 und lenkte ihre Aufmerksamkeit in die 1 von 3 Werkhallen für Kampfsterne.

„Es ist unglaublich aber 3 Kampfsterne hatten gegen Ende des Krieges Platz zur Fertigung gehabt. Die Menschen hatten die Anlage ständig erweitert. Etwas weiter ist eine Anlage für Viper und Raptor, sowie eine kleine Munitionsanlage. Über dir kannst du die schweren Panzerplatten sehen. Sie können geöffnet werden für die schweren Frachter. Die Anlage, auf dem der Kampfstern platziert ist, kann über hydraulische Anlagen unterhalb nach vorne bewegt werden.

Den Rest kannst du dir selbst anlesen. Ich denke das wird dich interessieren!“

Gina zeigte in die Tiefe der Werkhalle. Die Lichter sprangen an und die Scheinwerfer beleuchteten den unfertigen Panzer eines alten Battlestars. Liyan war sprachlos als sie die vorgefertigte Einzelkomponente sah. Fertig aufgereiht lag der Kampfstern im Werk und müsste nur end montiert werden. Das Heck, die beiden Pylonen, der Bug und das Mittelschiff – alles lag bereits fertig.

„Ich weiß nicht was ich sagen soll!“

Gina hörte wie überwältigt Liyan war. Sie nahm die zitternde 8 an der Hand und führte sie auf dem hochgelegen Seitensteg am Kampfstern entlang. Liyan konnte ihren Blick nicht von dem Schiff lassen. Sie streckte die Hand und wollte es wie in einem Zoo streicheln.
Ein alter Battlestar, selbe Bausweise wie die Galactica, lag vor ihr, als hätte er nur auf sie gewartet.
Talea eilte heran und streckte den Daumen nach oben. Etwas hatte sie noch.
Gina und Liyan folgten der 8 zu einer Stelle neben der späteren Steuerbordpylone.

„Also, er ist nicht perfekt, aber nach erstem Reinschauen ist alles an seinem Platz. Das CIC funktioniert sogar mit den Basisprogrammen. Ich werde mich bald an die Arbeit machen und einen cylonischen Schliff reinbringen. Doch bevor ich Hand anlege….“

Vom Geländer nahm Talea eine Schnur und überreichte sie Liyan.

„Einmal kräftig ziehen!“ forderte Talea Liyan auf.

Diese nahm die Schnur entgegen und freute sich wie ein kleines Mädchen auf ihrem Kindergeburtstag. Da sie neugierig war fackelte sie auch nicht lange und zog kräftig. Nachdem sie kräftig zog. Auf der Steuerbordpylone rollte sich anschließend ein Plakat auf.
Liyan kniete sich auf den Boden und musste teilweise von den anderen Cyloninnen gestützt werden. Es war kein teures Geschenk, es war nur ein Wort, ein Name, der sie vor Überwältigung, Trauer, Freude und Liebe von den Beinen holte.

„Wir dachten es wäre Zeit deinem Traum eine Form zu geben. Es ist bis jetzt noch ein kleines Plakat, aber dieses Schiff hatte noch keinen Namen und…..“

„Sie ist wunderschön. Könnt ihr es sehen? Ihr könnt euch gar nicht vorstellen wie viel mir das alleine schon bedeutet.“

Gina kniete zu Liyan hinab und nahm sie in den Arm. Denn die 8 musste weinen bei dem Anblick der sich ihr offenbarte. Auf dem Plakat stand in großen Buchstaben der Name, welcher dieses Schiff demnächst tragen würde – Alderia!

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Battlestar Galactica
Standort: NC 322
Auftrag: Schutz der Flotte


Admiral Adama ging zielstrebig durch sein Schiff. Er hatte von seinem Sohn vom Vorfall gehört und das Kara immer noch nicht in der Vorbereitung aufgetaucht war. Lee machte sich Sorgen weil er etwas Dummes gesagt hatte und Starbuck ohne ein weiteres Wort verschwunden war. Gaeta hatte sie in einem der Computerräume gesehen und Tigh weitergemeldet, der es wiederum Adama meldete. Nun wollte sich der alte Mann selbst darum kümmern, selbst sehen was mit seiner Schwiegertochter los war.
Nach wenigen Minuten erreichte den Aufenthaltsort von Starbuck. Er betrat den Computerraum ohne anzuklopfen. Cpt. Thrace saß vor dem Bildschirm und kaute nervös Fingernägel. Sie ließ das Programm etwas suchen. Auf dem Boden konnte er Spielzeug sehen, doch keine Spur von Zak. Erst als er sich mit einem Stuhl neben sie setzte sah er seinen Enkel schlafend auf dm Schoss seiner Mutter.
Der Admiral setzte sich ruhig neben sie und setzte dabei seine Brille ab. Seine Schwiegertochter war so abgelenkt das sie nichts mitbekam. Nur der Monitor war für sie wichtig und alles andere um sie herum zählte nicht.
Aber als er ihre blonden Haare mit dem Finger über ihr Ohr stülpte, erschrak sie und blickte Admiral Adama an.

„Admiral?“

„Ich habe gehört du und Dee hatten eine kleine Meinungsverschiedenheit, die Lt. Dualla mit einer angebrochenen Nase verließ. Willst du mir etwas sagen, Captain?“

Die Stimme des alten Mannes war ruhig. Er sah sie nicht böse an. Kara hingegen blickte wieder nach vorne und versuchte auszuweichen. Dabei hielt sie Zak fest an sich. Dieser öffnete seine Augen als er die Stimme des Großvaters hörte. Der alte Mann lächelte ihm zu, doch war Zaks Mutter der Grund für seine Anwesenheit.
Was auch immer Kara bedrückte, er musste schnell eine Lösung finden. Er brauchte die Pilotin, die die Flotte sicher durch den Nebel führte.

„Also, Kara, sprich mit mir. Wenn es Tigh gewesen wäre, wäre ich nicht hier. Aber es war Dee, und das bereitet mir Sorgen.“

Innerlich aufgewühlt von fremden und eigenen Gedanken durchmischt sah Kara eisern nach vorne. Sie konnte ihm darauf keine Antwort geben weil sie für sich selbst keine Antwort hatte. Sie war den Tränen nahe. Seit ihrer Rückkehr stürzte alles um sie herum ein. Aber warum und weshalb so schnell? Sie war nur wenige Stunden zurück und ihr Leben ist ein einziger Trümmerhaufen. Es fühlte sich für sie an als wäre alles was sie sich je aufgebaut hatte nur auf schwachem Fundament gebaut. Und etwas darunter wollte zum Vorschein kommen.

„Ich weiß es nicht, Sir!“ schluchzte Starbuck und wischte die Tränen aus dem Gesicht.

„Ich mache mir Sorgen, Kara. Du bedeutest mir sehr viel, nicht nur weil du die Mutter meines Enkels oder die Frau meines Sohnes bist – du bist wie eine Tochter für mich.
Und als Vater mache ich mir Gedanken. Also, sprich mit mir, bevor es zu spät ist!“

„Sie wollen mir meinen Sohn wegnehmen!“ sagte Kara plötzlich.

Adama konnte aber damit nichts anfangen. Wer wollte ihr ihren Sohn wegnehmen? Und überhaupt würde er es niemals zulassen dass auch nur jemand Hand an seinen Enkel legte.
Als er genauer nachfragen wollte meldete sich auch schon der Computer. Er hatte das gefunden was Kara suchte. Sie drückte schnell die Taste zum ausdrucken und stand auf. Der Admiral sah ihr besorgt nach. Sie gab ihm keine Antwort und vermied es auch ihn anzusehen. Eiligst sammelte sie mit Zak im Arm das Spielzeug auf. William stand auf und nahm ihr den Enkel vom Arm. Nur widerwillig gab sie ihren Nachwuchs aus den Händen. Schließlich tat sie es doch.

„Geh, wir reden später!“ sagte er ihr und öffnete die Tür.

Kara nickte kurz und gab ihrem Sohn einen Kuss zum Abschied. Danach rannte sie zum Besprechungsraum der Piloten. Bill Adama blieb zurück und hielt seit längerem wieder seinen Enkel im Arm. Die Freude war groß, doch trübte seine Freude die Sorge um seine Schwiegertochter.

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Basisschiff B26-H
Standort: NCC 0092
Auftrag: Aufspüren der kolonialen Flotte


Noch immer von den schmerzhaften Gedanken seines letzten Todes gepeinigt stand Cavil auf seiner Brücke und dachte nach. Er musste dem ganzen Ende bereiten bevor es ausuferte und er die Rebellion nicht mehr kontrollieren konnte. Seine Offiziere sprachen schon von einem Bürgerkrieg, doch das wollte Cavil nicht wahrhaben. Nicht einmal der Gedanke eines Bürgerkrieges sollte in den Gedanken der Cylonen haften bleiben.
Doch es wurde zunehmest schwieriger für ihn. Die Rebellen hatten Gaius Baltar von seinem Schiff entführt. Es muss geschehen sein als er von den Centurion erschossen wurde. Und da hatte er ein weiteres Problem. Die Raider seines Schiffes konnte er ohne Probleme kontrollieren, aber er verlor die Centurion. Diese wanderten auf die Rebellenschiffe ab.
Er zermarterte seinen Kopf, was sollte er nur tun? Nachgeben war auf gar keinen Fall eine Option.

„Sir, die Basisschiffe haben Fühlung aufgenommen. Es ist die Galactica und ihre Flotte. Sie fliegen in den Nebel hinein. Ihre Befehle?“

Cavil lächelte ein wenig. Wenigstens etwas Erfreuliches zwischen dem ganzen Chaos.
„Wenn die Gelegenheit da ist, dann soll der Kommandeur die Flotte im Nebel vernichten!“

Die meldende 5 nickte und legte seine Hand in die Flüssigkeit der Kontrollkonsole. Kurz danach übermittelte er verschlüsselte Daten an die Schiffe in der Nähe der kolonialen Flotte.
Währenddessen kam ihm eine Idee. Die Rebellen wollten um jeden Preis D’Anna auferwecken. Und genau das wollte er nutzen. In Raumkarten suchte er einen passenden Ort und hatte einen perfekten Platz gefunden.

„Wir fliegen zum Zentralkern, sagen sie das dem Abschaum. Und unseren Schiffen sagen sie dass wir Plan C in den Feldern des Elysiums ausführen werden. Die Wiederauferstehungsschiffe bleiben zurück, tötet notfalls Rebellen. Anschließend umkreisen wir ihre Schiffe direkt nach Ankunft und zerstören sie. Geben sie den Befehl an jeden Kommandanten persönlich weiter.

So wie aussieht bleibt uns keine andere Wahl!“ befahl Cavil und schickte seinen Adjutanten los.

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Battlestar Galactica
Standort: NC 322
Auftrag: Schutz der Flotte


Roslin stand im CIC und wartete auf Admiral Adama. Die ersten Schiffe formierten sich schon in Päckchen und Laura wollte diesmal alles von der Galactica aus erleben. Die Colonial One war zu diesem Zweck auf der Galactica gelandet.
Sie hatte das ernste Gespräch und die Warnung an den alten Mann nicht vergessen. Sie wusste dass er nicht locker lassen würde. Aber nun waren ganz andere Sorgen von Wichtigkeit. Die Galactica und ihre Flotte näherte sich dem Nebel. Es herrschte eine Art Nervosität im CIC. Der Durchflug war nicht einfach und risikoreich.

Dee betrat das CIC und erregte die Aufmerksamkeit der Präsidentin. Sie vermutete zunächst dass der Admiral rein kam. Doch es war nur Dualla. Sie hatte einen Verband um ihre Nase. Sie war durch den Schlag von Starbuck angebrochen. Der Doc gab ihr etwas gegen die Schmerzen und ließ sie wieder zum Dienst gehen. Er sah gleich das Starbuck nicht richtig durchgezogen hatte. Ansonsten wäre alles etwas anders ausgegangen.

„Colonel, die Flotte wäre soweit!“ meldete Gaeta, der die Station wieder an Lt. Dualla übergab.

Colonel Tigh nahm den Hörer vom Lagetisch und ließ sich auf das ganze Schiffe schalten. Ein kurzes Pfeifen im Lautsprecher und jeder wusste dass eine Ansage getätigt wurde.

„Hier spricht der XO! Alarmstufe 3 für das ganze Schiff. Alle Mann auf Gefechtsstation. Gefechtsbereitschaft herstellen!“

„Aye, Gefechtsbereitschaft herstellen!“ wiederholte der Taktikoffizier der Galactica als Saul Tigh den Hörer auflegte.

Der Alarm ertönte kurz und war ein Zeichen für die Crew der ersten und niedrigsten Alarmstufe. Im CIC selbst wurde es dunkel und das Rotlicht wurde angeschaltet. Der Monitorbaum fuhr herunter. In diesem Moment betrat auch der Admiral das CIC. Kurz nach ihm kam ein Private mit einer Nachricht in der Hand. Adama las sie kurz und winkte seinen 1. Offizier heran.

„Das kommt von Starbuck. Es sind Koordinaten für die andere Seite – der Ausgang aus dem Nebel. Als Referenzpunkt hat sie das fremde Schiff zwischen den Wirbeln angegeben. Geben sie es der Flotte weiter, Saul!“

„Sie trauen dem ausgeflippten Weib?“

„Zügeln sie ihren Ton, Colonel. Ich würde ihr sogar mein Leben anvertrauen.“

„Da sind wir uns einig, Sir. Dee, kommen sie mit ihrer verbeulten Nase her!“

Der XO nahm den Zettel entgegen und gab Anastasia Befehl diese Koordinaten an die Flotte weiterzugeben. Den Taktikoffizier schickte er zum Abschreiben, damit er den Navigationscomputer der Galactica sofort mit den neusten Daten füttern konnte.

Admiral Adama indessen stellte sich zur Präsidentin und blickte auf seinem Monitor. Die Schiffe waren fertig zum Eintritt in den Nebel. Die Päckchen sollten eng gehalten werden, damit die Galactica weiterhin den bestmöglichen Schutz bei Zwischenfällen leisten konnte.

„Mir ist nicht ganz wohl, Admiral!“ sagte Laura.

„Mir auch nicht, Frau Präsident. Aber unser Weg führte und nun mal hierher. Machen wir das Beste daraus.

Mr. Gaeta – Lagebericht!“

„Sir, Zivilflotte in Position. Entfernung bis zum Eintritt: 29 MSU. Ungefährer Eintrittspunkt in 30 Minuten bei derzeitiger Geschwindigkeit. Waffensysteme online, Geschütze besetzt. FTL Online und bereit. Alle Systeme auf Grün. Kampfstationen besetzt und bereit, CAG meldet Einsatzbereitschaft der Jäger und Raptor.

DRADIS klar – keine Feindkontakte.“

Adama schaute auf die Uhr und verglich sie mit der Uhr des DRADIS. Langsam näherte sich die Flotte dem Nebel und es herrschte eine unheimliche Stille um sie herum. Der Admiral hatte das Gefühl das heute der Tag gekommen war wo sie wieder auf Cylonen treffen würden.

„Sir, je länger wie hier bleiben umso eher werden wir leichte Beute für die Cylonen sein!“

„Dann sollten wir uns beeilen. Treiben sie die Leute an, XO!“

„Aye, Sir!“

Der XO befahl die Geschwindigkeit zu erhöhen. Die langsamsten Schiffe der Flotte würden dann unter Volllast fahren. Das wollte Adama aber hinnehmen. Er teilte die Meinung seines 1. Offiziers und wollte so schnell wie möglich hindurch. Laura sah mit ihm aufs DRADIS und nahm dabei seine Hand. So fühlte sie sich sicherer und ihr war auch gleich wohler dabei. Adama reagierte und nahm ihre Hand an sich.

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„Ok, ihr bleibt in der Nähe der Schäfchen. Die Raptor werden meine Ersatzhirten sein. Ich fliege voraus und stecke den Weg für die Flotte ab. Athena, du bleibst direkt hinter mir und sicherst mich mit den Wegpunkten ab. Es dürfen keine Fehler passieren.

Die zugeteilten Jäger fliegen eng mit den Päckchen und den Raptor. Alle Beide darf nichts zustoßen. Es ist nicht so heftig wie im Sternenhaufen, aber sollte ein Schiff, aus welchem Grund auch immer, das Päckchen verlassen, so ist der Raptor im Notfall seine Lebensversicherung. Die Stürme im Außenbereich sind unberechenbar und tödlich für die Zivilisten.

Wenn ihr keine Fragen habt – Gute Jagd!!“

Kara verließ das Rednerpult des Bereitschaftsraumes der Piloten. Sie setzte sich in die vorderste Reihe neben Athena und vernahm noch die letzten Worte des CAG’s. Lee hatte schon während ihrer Abwesenheit die Einsatzbesprechung abgehalten und vor kurzem noch eine kleine Einsatzbesprechung mit den Raptorpiloten.

„Danke, Captain Thrace. Ihr wisst was auf dem Spiel steht. Starbuck hat für uns eine sichere Passage gefunden. Achtet darauf dass die Päckchen zusammenbleiben. Das Rote Geschwader, unter Führung von Starbuck, kümmert sich um die Päckchen selbst. Sie verteidigen und führen sie zum Sprungpunkt bei dem fremden Schiff zwischen den Wirbeln. Haltet exakt den Kurs.

Das Blaue Geschwader hält sich in den Startröhren bereit. Die Galactica wird einen Korridor freihalten, für den Fall das Cylonen auftauchen sollten. Denn auch um den Kampfstern wird eine sehr enge Formation geflogen. Also achtet beim Start darauf dass ihr die Formation verlässt bevor ihr nach oben zieht.

Die Galactica wird gegen Ende die Päckchen vorbeiziehen lassen und bleibt zur Verteidigung zurück. Wir landen erste wenn der Befehl erteilt wurde. Erwarten sie den nach dem Sprung des letzten Schiffes.

Alles andere haben wir im Vorbefehl bereits schon geklärt.

Gute Jagd!!“

Die Piloten erhoben sich aus den Sitzen und verließen nach und nach den Raum zu ihren Maschinen. Nur Starbuck schlug einen anderen Weg ein. Lee sah dies und eilte ihr nach. Wohin wollte sie nun noch? Immer mehr Fragen wurden es nach Karas Rückkehr. Doch diesmal war das Ziel kein Geheimnis. Sie ging in das eigene Quartier. Dort war bereits der Babysitter, ein junge Teenager, und passte auf Zak auf während Kara in den Einsatz flog.
Ihr Sohn schlief tief und fest. Er lag im Bett der Eltern. Daneben lag Hera schlafend. Athena überließ ihr Kind normalerweise diesem jungen Mädchen im Hort der Galactica.
Starbuck näherte sich ihrem Sohn leise. Sie wollte ihn nicht aufwecken. Sie kniete am Bett und streichelte das Köpfchen ihres Sohnes. Apollo beobachtete das alles vom Eingang ihres Quartiers. Seine Frau beugte sich ein letztes Mal über ihn und gab ihm einen Kuss auf die Stirn. Sie flüsterte ihm noch etwas zu bevor sie aufstand. Ohne etwas zu sagen verließ Kara das Quartier. Lee wollte sie aber so nicht ziehen lassen und hielt sie nach der nächsten Ecke an. Er schnappte ihren Arm und zog sie zur Seite.
Seine Frau hatte Tränen in den Augen als sie ihn ansah. Warum weinte sie? Warum sah es so aus als hätte sie sich von Zak verabschiedet?

„Du hattest Recht! Dee ist eine wunderbare Mutter für Zak. Ich bin es nicht wert mich seine Mutter zu nennen. Er hat jemanden verdient der ihn aufs Leben vorbereitet. Ich habe nicht einmal mein eigenes Leben im Griff.“

„Hör auf damit! Du bist seine Mutter und daran wird sich nichts ändern. Warum sagst du so was?“

„Ich liebe dich, Lee!“

Kara küsste ihren Mann und setzte ihren Weg fort. Major Adama blieb stehen zurück und konnte mit dem nichts anfangen was seine Frau sagte bzw. tat.

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„Admiral, in 5 Minuten betreten wir den Nebel!“ meldete Gaeta.

Der Admiral nickte seinem XO zu. Nun war es soweit. Er hob den Hörer an und ließ sich mit dem LSO, Captain Kelly, verbinden.

„XO hier, Startfreigabe für die Jäger!“

Tigh legte anschließend auf und beobachtete mit dem Admiral und Roslin das DRADIS. Kurz nach dem Anruf starteten auch schon die ersten Viper und Raptor.
Adama nahm ebenfalls einen Hörer und ließ das Com auf das Schiff schalten.

„Hier spricht der Admiral. Alarmstufe 1 auf dem gesamten Schiff!!“ befahl er und legte den Hörer gleich wieder weg.

Der Alarm ertönte durchgängig. Alle Stationen meldeten Gefechtbereitschaft und Grünen Status.

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Die Viper von Kara wurde fertig gemacht und war bereit für die Startröhre Als sie ihren Helm nehmen wollte staunte sie nicht schlecht wer als Abfertiger neben ihr auf der Leiter stand.

„Chief, solltest du nicht in deinem Quartier schmoren?“

„Als würde der Laden ohne mich laufen! Ich arbeite mal für den Spaß, Captain!“

„Tun wir das nicht alle?“ scherzte Kara und nahm den Helm entgegen. Der Alarm ertönte als Tyrol Starbuck am Sitz festmachte und das Cockpitdach verschloss. Er klopfte kurz an die Scheibe und streckte den Daumen hoch. Der Captain streckte ihn ebenfalls hoch und war bereit zu Start. Galen stieg hinab und schob die Leiter aus dem Weg. Als er aus ihrem Sichtfeld war, sah sie die Maschine von Apollo. Er bestieg gerade seine Mk VII. Das Paar blickte sich kurz an. Kara lächelte und winkte ihm zu. Danach wurde sie auch schon in die Startröhre geschoben und die schweren Tore wurden verschlossen.

Captain Kelly saß an der Startkonsole und ging mit ihr die letzten Systemchecks durch.
Es war alles fertig und der LSO wartete auf die Startbestätigung aus dem CIC. Es war nur ein kurzes Abhaken bei den Unterstützungsoffizieren des CIC und Kelly konnte seine Maschine auch schon losschicken.

„Viper 1291, fertig zum Start?“

„Fertig!“

Kara blickte nach vorne. Konnte schon das Blaue des Nebels sehen. Ihr Puls blieb ruhig, ihre Hand entspannt am Steuer. Der Dampf unter dem Katapult erreichte seinen optimalen Druck, die Anzeige des LSO schaltete auf Grün. Für Starbuck kam der Moment der Starts wie eine Ewigkeit vor, doch waren er Bruchteile von Sekunden die in der Realität vergingen.

„Gute Jagd, Starbuck!!“ sagte Kelly noch und betätigte den Auslöser.

Der Haken des Katapultes schnappte sich die Mk II Viper und beschleunigte sie auf Startgeschwindigkeit. Kara wurde gegen den Sitz gepresst. Das 6 –fache ihres Körpergewichtes lastete für Millisekunden auf ihren Körper, erschwerte ihr die Atmung. Wie eine Gewehrkugel rauschte Starbucks Viper durch die Startröhre, vorbei an den Streben und Rostflecken des alten Kampfsterns. Nach wenigen Augenblicken war die Viper frei. Sie wurde hinausgeschleudert und war nun auf sich selbst verlassen.

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Viper047
07-07-2008, 04:24 PM
Battlestar Galactica
Standort: NC 322
Auftrag: Schutz der Flotte

Die Operation begann. Adama und sein XO waren nervös und betrachteten ganz genau das DRADIS. Karas Viper hatte Athena und 2 weitere Viper im Schlepptau. Sie markierten die Passage für die Flotte. Sicher war sicher, denn eigentlich hätten sie es nicht gebraucht. Doch Kara war nun das Auge der Flotte.

„Sie setzt sich an die Spitze, Bill. Die letzten Schiffe werden in 2 in den Nebel eintauchen.“ meldete sein XO.

„Die Augen offen halten, Colonel. Die Jäger sollen enge Formationen einhalten. Abfangviper alle fertig zum Start?“

„Alles fertig, sie brauchen nur zu kommen!“

Adama nickte kurz. Seine Hände blieben ruhig auf dem Rand des Lagetisches während sein XO den Ablauf der Operation überwachte. Jetzt hieß es nur noch abwarten und das Beste hoffen.

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Captain Kara Thrace
Rufname: Starbuck
Viper 1291
Standort: NC 322
Auftrag: Aufklärung / Führung der Flotte

Die Mk II Viper mit der Kennung 1291 setzte sich an die Spitze der Flotte. Sie flog voraus und mit an ihrer Seite 2 weitere Mk II und ein Raptor. Athena flog mit Racetrack, die heute ihr ECO war. Sie markierte den Weg von Starbuck für die Flotte, die der Gruppe folgte. Wie auf ihrem ersten Durchflug war der Nebel in dieser Passage ruhig. Die Gewitter und deren Entladungen fanden in Furcht einflößender Weise direkt neben der Flotte statt.
Starbucks Viper durchpflügte geradezu den Nebel. Sie war wieder in dieser Art Trance je näher sie dem fremden Schiff kam.

„Ok, Nuggets, bleibt dich an meinem Hintern!“ befahl sie ihren Wingmen

„Wir weichen ihnen nicht von der Seite, Starbuck!“

Automatisch nahm sie gegen Ende der Strecke den Schub von den Triebwerken und ließ die Flotte näher kommen. Die Viper verteilten sich während Racetrack die letzten Koordinaten die Flotte schickte. Athena behielt das DRADIS nach Feindkräften im Blick und war ständig in der Nähe der Jagdflieger. Ihr Raptor war unbewaffnet, aber dafür schneller wie die Combatvarianten. Sie konnten von vorn die Flotte sehen. Die riesige Galactica stach innerhalb der Schiffe hervor. So groß und mächtig kam sie auf Starbuck und ihre Jäger zu. Das rote Geschwader war ständig in der Nähe der Zivilschiffe.

„Macht euch bereit. Ich habe Toastergeruch in der Nase!“

„Hey Starbuck, sag doch gleich das Athena nicht geduscht hatte!“ antwortete Racetrack darauf.

Der böse Blick von Sharon beantwortete alles.

„Hey Toasterbabe, folge mir mal unauffällig!“

In der Stimme von Kara konnte Sharon einen gewissen Unterton hören und folgte der Viper. Sie näherte sich dem fremden Schiff. Etwas war nicht ganz in Ordnung, etwas sagte Starbuck das Gefahr in der Luft lag.

„Galactica, ich habe da was!!“ sagte Kara und gab bereits die ersten Salven ohne den Feind überhaupt gesehen zu haben.


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Battlestar Galactica
Standort: NC 322
Auftrag: Schutz der Flotte


„Galactica, ich habe da was!!“ ertönte es über das Com des CIC.

„2 cylonsiche Basisschiffe!!“ meldete Gaeta.

Nach und nach sendete der Raptor die Positionen der Basisschiffe. Auf dem DRADIS der Galactica erschienen sie und hielten mit ihren Jägern auf die Flotte zu. Sie wollten die Flotte unbedingt abfangen bevor sie den Sprungpunkt erreicht.
Tigh und der Admiral sahen sich an und fühlten sich jeweils bestätigt.

„XO, Alarmstart der Viper. Dee, Notsprung der der Flotte. Gaeta, wenden der Galactica auf mein Zeichen. Hauptgeschütze auf das Schiff bei 461 Karom 77, Entfernung bei 12 MSU. Wenn näher als 8 Klicks, Feuer Hauptgeschütze auf Zentralachse!“

„Was hast du vor, Bill?“ fragte sein XO.

„Wir nutzen die Wirbel. Die Treffer müssen platziert gesetzt sein und sprengen das erste Schiff um das Zweite zum Ausweichen zu zwingen.“

Die Flotte um die Galactica beschleunigte und nahm einen berechneten Sprungpunkt vor dem eigentlichen Sprung. Die Galactica postierte sich schützend vor die Zivilschiffe. Die Flugabwehrgeschütze begannen gleich zu feuern nachdem Apollo und das Blaue Geschwader starteten. Kleinere Explosionen erhellten den Raum vor der Galactica. Die erste Welle der Raider wurde durch das Flugabwehrfeuer der Galactica vernichtet und befand sich auf dem Rückzug.

„Basisschiff hat Feuereröffnungslinie passiert!“ sagte sein XO.

„Feuer!“



To be continued….

Viper047
09-07-2008, 04:40 PM
Kapitel 16

Ein langer Weg ( Teil IV / Part 3 )



Captain Kara Thrace
Rufname: Starbuck
Viper 1291
Standort: NC 322
Auftrag: Schutz der Flotte

Die 30mm Geschosse der Viper Mk II bahnten sich ihren Weg durch den Nebel. Ihr Gefühl wurde bestätigt als wenige Klicks vor ihr ein Raider Mk II auseinandergesprengt wurde nachdem sein Treibstofftank getroffen wurde. Tierische wie künstliche Bauteile schossen an Kara vorbei. Das Blut des Raiders verteilte sich auf der weiß lackierten Mk II.

„Sharon, zurück zur Galactica!!“ befahl sie Athena.

„Schon weg!!“

Einer der Wingmen heftete sich an Lt. Agathon ran und wich ihr nicht von der Seite. Starbuck beschleunigte und tauchte unter den anfliegenden Raider. Sie befahl ihrem Wingmen dicht bei ihr zu bleiben. Die cylonischen Jäger bemerkten nicht wie die Mk II unter ihnen flog und danach hinter ihnen bedrohlich auftauchte. Die zweite Mk II brachte sich so in Position um ausbrechende Raider sofort zu beschießen zu können. Cpt. Thrace zählte vor sich 6 Raider auf dem Weg zur Galactica. Sie zielte auf die mittleren Jäger und pirschte sich heran. Nichts ahnend von der Bedrohung flogen die cylonischen Jäger auf den Kampfstern zu und wollten ihn beschäftigen bis die Nachhut die Zivilschiffe angreifen konnten. Doch rechneten sie nicht mit Kara Thrace. Die Pilotin brachte ihre Maschine in Position. Der Zielcomputer gab Feuer frei und Starbuck ließ sich nicht zweimal Bitten. An den Raidern schossen die rötlichen Geschosse vorbei und erwischten den Führer der Gruppe am rechten Flügel. Er wollte seine Gruppe auflösen als die nächste Salve sein „Cockpit“ erwischte und er durch einen Kopftreffer die Kontrolle verlor.
Eine unerwartete Bewegung des führenden Raiders nach rechts und sein Wingmen erlitt das gleiche Schicksal wie er. Sie zerstörten sich gegenseitig.

Der Wingmen von Starbuck nahm sich die rechten 2 Jäger vor. Sie manövrierten auf der Stelle und kehrten um. Aber der junge Pilot ahnte dieses Manöver und schoss direkt in Achse ihres Manövers. So konnte er einen Jäger in 2 Teile schießen. Der zweite Jäger schaffte auszuweichen und beschoss die Viper.

„Aufsteigen!!“ brüllte Kara über den Helmfunk.

Doch für ihren Wingmen war es zu spät. Der Raider zerschoss das Cockpit. Der Pilot wurde von den 40mm Geschossen durchsiebt. Sie durchschlugen seinen Körper und anschließend den Sitz. Die Mk II begann zu brennen und unkontrolliert zu fliegen. Der Raider reagierte zu spät darauf und die Viper besiegelte bei ihrer Zerstörung das Schicksal des Cylonen. Er flog in die Explosion hinein und wurde am Kopf von einem Flügel getroffen. Dieser durchschlug seine Blende und tötete den Raider sofort.

Für Starbuck blieb keine Zeit der Trauer. Sie verlangsamte ihre Viper, drehte sie wie eine Tänzerin auf der Stelle, und gab anschließend wieder Geschwindigkeit. Ihr Blick ging einmal durch ihren Sichtbereich und fand auch gleich den Rest der angegriffenen Gruppe. Sie verlagerten ihr Ziel und beschossen die anfliegenden Zivilschiffe. Starbuck reagierte und nahm die Verfolgung. Die Mk II bahnte ihren Weg wie eine Gewehrkugel durch den Nebel und befand sich in kürzester Zeit in Abfangreichweite.

2 Raider flogen vor ihr und beschossen ein Passagierfrachter. Ihre bläulichen 40mm Geschosse durchdrangen mit Leichtigkeit die dünne Bordwand und töteten im Schiff dutzende von Zivilisten. Das Schiff der Gemenon Lines hatte keine Chance nachdem ihr Leitwerk zerstört wurde und einer der Raider es mit Raketen beschoss. Kara musste tatenlos mit ansehen wie 400 Seelen im Nebel starben als der Gemenon Liner 1701 explodierte während die ersten Schiffe sprangen.

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Battlestar Galactica
Standort: NC 322
Auftrag: Schutz der Flotte

Ein Feld aus Feuer legte sich um den Kampfstern. Trotz seines Alters hatte die Galactica eine Furcht einflößende Feuerkraft. Das Flakfeld erhellte den blauen Nebel und das Feuer machte in seiner Helligkeit den Blitzen der Sturmfronten mit Leichtigkeit Konkurrenz. Cylonische Jäger hatten das Gefühl gegen eine Wand aus Tod und Verderben zu fliegen. Denn das wurde sie nämlich. Admiral Adama positionierte sein Schiff so dass er sie immer wieder zu den gefährlichen Zonen zurückwarf. Die erste Welle der cylonischen Raider kehrten nicht mehr zurück. Das blaue Geschwader vernichtete sie ohne eigene Verluste am Rand einer Sturmfront. Jeder Cylon hatte die Wahl bekommen wie er sterben wollte. So waren entweder die kolonialen MEC – A6 Thraxon oder die elektrischen Entladungen ihr Schicksal.

Aber die zweite Welle ließ nicht lange auf sich warten. Sie versuchten Apollos Jäger zu umkreisen. Der CAG der Galactica wusste aber um das ungünstige Verhältnis seiner Viper und flog seine Angriffe wieder in der Nähe der Galactica. Wieder stürmten die Raider in das Flakfeld hinein und prallten am Feuer des Verderbens ab.

Durch das Flakfeld flogen die schweren Geschosse der Galactica. 120mm Munition bahnte ihren Weg zum Basisschiff, welches vorher angefangen hatte den Kampfstern zu beschießen.
Die Raketen schlugen zwischen den vorderen und hinteren Geschützbatterien auf der Oberseite auf und die Wucht der Explosion drückte den Kampfstern nach unten.
Die Crew hatte Schwierigkeiten auf den Beinen zu bleiben nach dem Direkttreffer des Basisschiffes. Doch die Galactica wäre keine koloniale Legende geworden wenn sie nicht die Stirn bieten könnte. Auf der Gegenseite schlugen die 120mm Geschosse ein und zerstörten die schwächere Panzerung des cylonischen Trägers. Weitere Geschosse hämmerten ein und zerstörten die inneren Raketenbatterien des Schiffes. Adama ließ das Feuer sehr eng platziert lege und nahm dabei in Kauf das die äußeren Batterien der Cylonen sein Schiff beschossen.

„Bei den Göttern! Das war Captain Rayen. Über 400 Seelen!“ sagte Roslin nachdem auf dem DRADIS der Gemenon Liner 1701 vor dem eigentlich Sprung verschwand.

„XO, Start der zweiten Welle. Sie sollen die Schäferhunde unterstützen!!“ befahl Adama.

Kurz darauf befahl Colonel Tigh den Einsatz weitere Viper. Raptor starteten ebenfalls und begannen den Staffeln die Ziele zuzuweißen um die Verteidigung zu koordinieren.
Währenddessen schoss die Galactica weiterhin auf den Basestar. Er hielt dem Druck nicht stand und wollte auseichen. Genau jetzt hatte ihn Adama.

„Mr. Gaeta – Batterien auf Flächenfeuer!“

„Aye, Batterien auf Flächenfeuer!“ wiederholte der Taktikoffizier.

Nun waren die Schüssen nicht mehr konzentriert auf die Zentralachse gerichtet. Überall schlugen Geschosse ein. Die Explosivgeschosse rissen die Panzerung ohne Gnade auf. Feuer trat aus den Auslegern. Trümmerteile wurden durch den Wirbel angezogen und direkt auf den zweiten Basestar gelenk. Dieser bemerkte was Adama vorhatte und versuchte auszuweichen. Für dieses Manöver war es zu spät. Die Zentralachse des näheren Basisschiffes gab nach. Feuer trat aus dem Inneren. Körper von Cylonen und Trümmer von Raider wurden in den Nebel hinausgeschleudert. Das helle Feuer aus dem Schiff fraß sich auf der Panzerung entlang. Der Wirbel verstärkte die zerstörerische Wirkung. Der cylonische Träger löste sich auf und seine Trümmerteile schlugen mit voller Wucht auf den zweiten Träger ein. Er verschoss aus Verzweiflung seine halbe Batterie blind in die Reihen der Zivilschiffe und Galactica.
Der erste cylonische Träger hatte es nach einer Reihe von inneren Explosionen hinter sich und wurde zerstört. Ein riesiger Feuerball tauchte vor der Galactica auf und mehr war nicht mehr übrig vom Angreifer. Die großen Trümmerteile schlugen auf der Oberfläche des zweiten Basisschiffes auf und rissen tiefe Löcher hinein. Er wollte daraufhin springen. Jedoch wurde sein FTL zerstört. Die Trümmer schmissen den Träger zurück und rissen dabei einen Ausleger ab. An Bord des Schiffes starb der Hybride durch einen Blitzschlag und legte das Schiff lahm. Das Basisschiff steuerte unweigerlich auf den Wirbel zu.

Auf der anderen Seite konnte die Galactica nicht alle Raketen aufhalten. Wenige durchdrangen das Flugabwehrfeld und steuerten auf die Oberfläche des Kampfsterns zu.

„3 Flugkörper im Anflug!!“

„Auf Aufschlag vorbereiten!!“ befahl der Admiral.

Die erste Rakete schlug auf der Steuerbordpylone auf und verursachte erhebliche Panzerschäden. Die zweite Rakete schlug direkt über dem CIC auf. Das Rotlicht flackerte. Computerbildschirme fielen für Sekunden aus. Teile der Crew fielen auf den Boden und verletzten sich dabei. Adama hielt Roslin fest nachdem sie den Halt verlor und drohte mit dem Kopf auf dem Lagetisch aufzuschlagen. Die dritte Rakete schlug in der Näher der vorderen Hauptgeschütze ein. Wieder wurde der Kampfstern durchgeschüttelt. In den darunter liegenden Decks fielen Deckenverkleidungen ab und verletzten Männer und Frauen der Schiffsmannschaft. Kleine Feuer brachen aus, die durch freiliegende Elektroleitungen verursacht wurden.

„Schadensbericht!!“ brüllte Adama, nachdem die Serie der Einschläge vorüber war.

Tigh rannte an die Schadenskontrollkonsole. Rote Lichter brannten bei der Steuerbordpylone und Mittelschiff des Schadensmodells.

„Schwere Schäden Steuerbordpylone. Feuer in den Decks 2-4, Löschmannschaften sind auf dem Weg.“ meldete sein XO.

„Verletzte kommen auf die Krankenstation. Auf Deck 2 sind Marines im Feuer eingeschlossen, Sir!“ ergänzte Dee.

Der alte Mann sah seinen XO an und mehr brauchte er auch nicht zu sagen.

„Dee, Tyrol soll mit seinem schweren Gerät kommen. Sie sollen die Männer rausholen, sofort!!“

„Aye, XO!“

„2 Basisschiffe Backbord! Nur langsam näher kommend! Sie stecken in der Sturmfront fest, Sir!“ sagte Gaeta und zeigte es auf dem DRADIS.

„50 % gesprungen. 3 weitere Schiffe zerstört!“ meldete Dee.

Roslin sah erschrocken Adama an. Weitere Raketen wurden in die Reihe der Zivilschiffe geschossen. Dabei konnten die Viper nicht alle abschießen und so hatten 2 Frachter und ein Traveler keine Überlebenschance.

„Gaeta, die Galactica parallel zur Sturmfront. Wir lassen sie nicht raus! Batterien fertig zum Sperrfeuer!“

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Major Lee Adama
Rufname: Apollo
Viper 2502
Standort: NC 322
Auftrag: Schutz der Flotte

Als Lee zu seiner Rechten sah zuckte er kurz zusammen. Unter ihm explodierte ein Traveler und eines seiner Triebwerke rauschte unter seiner Viper vorbei. Über Funk hörte er dass das zweite Basisschiff innerhalb kürzester Zeit seine Batterien entlud und auf die Galactica und Flotte schoss. Doch sein Schrecken sollte kein Ende nehmen.
Um ihn herum flogen die Viper Abfangeinsätze gegen die Raketen. Aber sie konnten nicht alle erwischen. Im Päckchen dahinter durchschlug eine Rakete einen Colonial Mover, ein kleines Containerschiff, und tötete annähernd 200 Menschen. Oberhalb des Movers wurde ein weiterer Traveler vernichtet. Eine dritte Rakete zerstörte das Schiff, als der Captain versuchte auszuweichen.

Mit Entsetzen verfolgte er wie die Schiffe in Feuerbälle aufgingen. Nur ein kurzer Lichtfunke und alles Leben auf diesen Schiffen war vernichtet worden. Die Trümmerteile wurden durch die jeweiligen Päckchen geschleudert und trafen noch weitere Schiffe, die zum Glück keine schweren Schäden davontrugen.
Als Lee Adama seine Maschine wenden wollte flog vor seiner Cockpitscheibe ein kleiner Teddy vorbei. Auf dem Traveler unter ihm musste mindestens 1 Kind gewesen sein. Dabei kam ihm sofort sein Sohn in den Gedanken. Auf dem Schiff hätte auch sein Sohn sein können. Bei dem Gedanken wurde er nervös. Was war mit seinem Sohn? Ging es ihm gut? Wo war er? Wo war die Galactica?
Bei all den Fragen in seinem Kopf reagierte auch sein Körper. Er atmete schneller, so schnell das er seinen warmen Atem förmlich in den Helm hineinpresste. Sein Visier schlug leicht. Alles um ihn herum wurde langsamer. Er sah sich um und suchte verzweifelt die Galactica.
Seine Hände zitterten bei jeder Bewegung. Nur langsam drehte er seine Viper Mk VII um und wurde aus seiner Angst mit Gewalt wieder herausgerissen. Mehrere Raider beschossen Zivilschiffe und sogar ihn. Er sah wie die bläulichen 40mm Geschosse an ihm vorbeizischten und nur um Haaresbreite verfehlten. Als nächstes sah nur wie zwei rote Augen an ihm vorbei flogen. Er war immer noch wie erstarrt. Reagierte nicht auf die kommende Gefahr.

Sein Blick richtete sich nach links und eine Mk II flog mit Höchstgeschwindigkeit an ihm vorbei. Sie schoss als sie auf gleicher Höhe war. Hinter ihm flogen die 30mm Salven an den Raidern zunächst vorbei. Der erste erkannte die Gefahr und zog nach oben. Er wollte den Angriff auf Apollo abbrechen. Dabei zog die alte Viper ebenfalls nach oben und zerschoss ihm beim Aufstieg die komplette Front. Der cylonische Jäger starb kurz darauf. Der zweite Jäger setzte den Angriff fort und unterschätzte die Gefahr durch die Viper Mk II. Er schoss auf Apollos Viper und zum gleichen Zeitpunkt wurde er von oberhalb beschossen. Die roten und blauen Geschosse kreuzten zunächst ihre Wege. Doch der Raider flog in den kolonialen Kugelhagel direkt hinein. Seine Panzerung wurde auf der kompletten Oberseite durchlöchert. Die Geschosse durchtrennten seine Nervenbahnen, machten ihn, wehrlos bevor er schließlich vernichtet wurde. Der Raider zerbarst ohne eine Explosion. Mechanische Trümmer, Blut und tierische Eingeweide verteilten sich im Raum und befleckten die Mk II.

„Lee, träumst du?“ fragte ihn eine besorgte Stimme.

Es war die von Starbuck. Sie hatte sich zurückgezogen und unterstützte ihre Kameraden bei der Verteidigung der Zivilschiffe. Erst ihre Stimme ließ ihn aufwachen. Sein Geist war wieder da. Er schaltete sofort als ein schwerer Raider an ihm vorbei flog und beschoss mit seinen Drillingskanonen die Oberseite beim Vorbeiflug. Dabei traf er den Kopf und tötete ihn dadurch. Der ansonsten schwer gepanzerte Raider kam ins Trudeln und flog unaufhaltsam auf eine gefährliche Zone zu.

Major Adama beschleunigte seine Viper, drehte auf der Stelle, suchte den Raum nach Kara ab und heftete sich an ihren Flügel.

„Aber nur von dir, Schatz!“ sagte er kurz über Funk.

„Schlechter Zeitpunkt!“

Die beiden Viper hatten eine neue Gruppe ausgemacht. Doch ihren Anflug brachen sie sofort ab. Vor ihnen erhellten viele kleine Explosionen den Raum Die Galactica führte einen Stellungswechsel durch und riss ein riesiges Loch in die Angriffsformationen der Cylonen Raider zerschellten an der Flakmauer des Kampfsterns, wurden in der Nähe ihrer mächtigen Geschütze in Stücke gerissen. Wie ein Magnet zog der Kampfstern die cylonischen Jäger an und befreite die zivile Flotte von den Angreifern. Überall um den Kampfstern konnten Lee und Kara Aufschläge der Raketen sehen, die durch die dichte Flakmauer ihr jähes Ende fanden. Das Schauspiel war schön und furcht erregend zugleich als der Battlestar an ihnen vorbeizog.

„Galactica an alle, 75 % gesprungen. 2 Päckchen übrig!“ sendete die Galactica an seine Jäger und Raptor.

Starbuck und Apollo setzten ihren Weg fort als die Galactica an ihnen vorbei war. Sie sahen rötliche und bläuliche Geschosse in ihrer Nähe. Weitere Schiffe sprangen aus dem Raum und es war nur eine Frage von wenigen Minuten bis die Flotte auf der anderen Seite war.

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Battlestar Galactica
Standort: NC 322
Auftrag: Schutz der Flotte


Als Tyrol mit einigen Männern ankam stand der halbe Gang in Flammen. Feuerwehrleute versuchten die Feuer in den Griff zu bekommen und kamen nur langsam voran. Immer wieder mussten die Männer in ihren silbernen Schutzanzügen sich austauschen. Galen konnte auch die Hitze auf seiner Haut spüren. Doch das machte ihn weniger Angst. Er bangte um die eingeschlossenen Marines hinter dem Feuer. Ihre Rufe wurden leiser, die Klopfzeichen wurden schwächer. Die Hitze in ihrem Abteil musste unerträglich sein. Der Rauch trocknete noch zusätzlich aus.
„Chief, wir kriegen sie nicht rechtzeitig daraus!!“ sagte einer der Brandbekämpfer.

Tyrol nickte. Er war derselben Ansicht. Er musste überlegen und öffnete dabei eine Luke zu seiner rechten Seite. Er sah in den Abstellraum hinein und hatte eine Idee.

„Bringt die Schere. Wir öffnen die Sardinenbüchse!!“

Seine Männer folgten ihm. Regale, Kisten und was sonst noch sich darin befand wurde auf den Gang geschmissen. Sie mussten sich beeilen. Die Marines antworteten nicht mehr. Wahrscheinlich lagen sie bewusstlos auf dem Boden. Die Zeit drängte. Nervös tippte Tyrol die Wand ab bis er eine geeignete Stelle fand. Eine ausgebesserte Wand vom letzten Kampf.

„Setzt hier an und beeilt euch!!“ befahl er seinen Leuten.

Sie brachten die Schneidemachine an und begannen die Wand aufzuschneiden. Nur langsam kamen sie voran. Derweil klopfte Tyrol an die Wand und rief nach den Marines. Lauter und lauter, doch kein Zeichen der Soldaten. Würde man sie doch tot auffinden? War man bereits zu spät?

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Ein Aufschlag auf der Oberseite erschütterte kurz den Kampfstern. Er war nicht so heftig wie die Vorherigen. Raider prallten nun auf die Oberfläche die es schafften durch das Flakfeld zu kommen. Adama erreichte sein Ziel die Jäger wegzulocken damit die Zivilschiffe springen konnten. Ihr Feuer gab ihnen zusätzlich Schutz und erschwerte es den feindlichen Jägern und Raketen ihre Ziele zu treffen.

Admiral Adama sah mit Erleichterung dass die Basisschiffe sich mit ihrem Sprung erheblich vertan haben. Sie steckten fest, die Entladungen schienen schwere Schäden zu verursachen und zerstörten bereits einen Großteil ihrer Jäger bevor sie überhaupt ins Kampfgeschehen eingreifen konnten. Er musste sie nur vor Ort halten und wollte erst gar nicht mit der Galactica näher heran. Er manövrierte sein Schiff geschickt innerhalb der sicheren Passage und brachte den Battlestar in Stellung. Die Hauptgeschütze wandten sich den Basisschiffen zu.
Auf dem DRADIS ertönte der Raketenalarm. Die beiden feindlichen Träger entluden ihre Batterien. Der XO ließ daraufhin das Abwehrfeuer erhöhen. Am Ende erreichten wenige Sprengköpfe den Kampfstern. Diese wurden bereits durch das Abwehrfeuer vernichtet.

„Vordere Geschütze und hintere Geschütze Zielzuweisung. Langsame Fahrt voraus. Steuerbordgeschütze Intervall und verdichten. Den Notsprungpunkt abriegeln!!“ befahl Adama.

Gaeta wiederholte den Befehl und führte diesen dabei aus. Die vorderen und hinteren schweren Geschütze auf der Oberseite beschossen jeweils ein Basisschiff. Vor ihnen zerschellten die Raketen der Cylonen am Abwehrschild der Galactica als ihre Geschosse durch das Flakfeuer abgefeuert wurde. Die Entladungen machten den 120mm Geschossen nichts aus und somit hatte Admiral Adama gegenüber seinem gegnerischen Kommandanten einen erheblichen Vorteil. Und dieser Vorteil schlug auf der Panzerung der Basisschiffe auf. Trümmerteile wurden abgesprengt und das sowieso geschwächte Basisschiff erlitt schwere Schäden. Das hintere Basisschiff wurde an der Zentralachse getroffen. Der Hangarbereich ging in Flammen auf und der Cylon erkannte seine auswegslose Situation.
Auf dem DRADIS verschwand das zweite Basisschiff.

„Basisschiff 2 hat Gefechtsfeld verlassen!“ sagte sein XO.

„Machen wir den Sack zu, Colonel. Feuerkonzentration auf das erste Schiff. FTL fertig machen zum Sprung. Wir wollen nicht warten bis sie mit Verstärkung wiederkommen!“

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Fieberhaft arbeiteten Tyrols Männer an der Wand. Sie hatten mittlerweile Äxte rangeschafft und schlugen auf die aufgeschnittenen Bereiche weiter auf. Man konnte sie schon sehen. Sie lagen auf dem Boden und erweckten den Anschein dass sie bereits eine zeitlang leblos waren.
Die starken Metallscheren der Maschine fraßen sich durch das Metall der Bordwand. Der Lärmpegel hatte in der Zwischenzeit das Gehör betäubt. Doch das war den Männern egal. Da drinnen lagen Kameraden die unbedingt Hilfe benötigten.

Einer der Feuerwehrleute kam herein und tippte Tyrol auf die Schulter. Er meldete dass sie von der anderen Seite das Feuer unter Kontrolle hatten und beten sollte dass die Galactica hier keine weiteren Treffer einstecken musste. Doch an der Tür waren sie noch nicht.

„Chief!!!“ schrie der Bediener der Maschine.

Sie hatten ein Loch geschnitten und frei geschlagen. Gerade so groß das eine Person mühelos rein kann. Chief Tyrol ließ nicht lange auf sie warten. Er zwängte sich durch das Loch. Der Raum war voller Rauch, kaum noch Luft zum Atmen. Galen stülpte sein TShirt über die Nase und sah sofort nach den Marines. 4 Stück lagen darin. Jeder hatte noch schwachen Puls.

„Holt die Sanis heran!!“

Gerade in diesem Augenblick öffnete auch einer der Feuerwehrleute die Tür. Sie stemmten sie auf und lenkten das Wasser in diesen Bereich. Tyrol hielt sich dabei die Hand vor das Gesicht. Sanitäter kamen herein und nahmen sich den Marines an. Tyrol verließ hustend den Raum und sah sich draußen um. Die Crew bekam das Feuer in Griff, welches einen Ort der Verwüstung zurückließ. Von einem Sani bekam er etwas zu trinken und wurde sofort aus dem Gefahrenbereich gebracht. Beim Verwundetensammelplatz sah er wie sich weitere Feuerwehrleute beeilten in die unteren Decks zu gelangen.

„Was ist los?“ fragte er einen seiner Männer.

„Die Zelle des Toasters!“

„Sharon!!“

Bei dieser Antwort wurde es Galen anders. Er schmiss die Trinkflasche weg und rannte los. Er nahm den schnellsten Weg zu Boomers Zelle. Schon vor der Zelle standen schwer bewaffnete Marines und Feuerwehrleute. Er drängte sich an ihnen vorbei um nachzusehen was geschehen war.
In der Zelle lag Boomer bewusstlos. Nervös und zittrig wurde er bei dem Anblick ihrer Zelle. Die Konstruktion musste nachgegeben haben und eine Sicherheitswand begrub Sharon Valerii unter sich. Die Feuerwehrmänner bekamen die verbarrikadierte Tür nicht auf und hatten es auch nicht besonders eilig damit. Schließlich war sie nur ein Cylon.
Für Galen ein Ding der Unmöglichkeit. Er schnappte sich eine Axt und begann wie wild auf die Tür einzuschlagen. Er entwickelte dabei eine ungeahnte Kraft. Jeder Blick in die Zelle, wie Boomer verletzt und regungslos vor ihm lag, trieb den Chief noch mehr.

„Sharon!!“ rief er mehrmals.

Doch Boomer reagierte nicht auf seine Rufe. So schlug er entschlossener zu. Das Material gab schließlich seiner Entschlossenheit nach und Galen öffnete nervös die Tür. Er kletterte über ihre umgestürzten Sachen und arbeitete sich zu ihr durch.

„Sharon!!“ rief er erneut.

Zusammen mit Feuerwehrleuten stemmte er den zerstörten Teil hoch um an sie heran zu kommen. Ihr Kopf blutete und sie hatte überall Prellungen am Körper. Auf den Sani wollte er nicht mehr waren und hob sie behutsam heraus. Vor der Zelle wurde Boomer kurzzeitig wach und sah Chief Tyrol in die Augen.

„Es wird alles wieder gut werde. Halte durch, Sharon!“

Boomer lächelte und schloss dann wieder ihre Augen. Sie fiel in die Bewusstlosigkeit zurück als die Sanitäter eintrafen.

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Ein Einschlag folgte auf dem nächsten. Die Galactica beherrschte das Gefechtsfeld. Nachdem der FTL zerstört wurde hatte das Basisschiff keine Chance mehr. Die Waffenbänke wurden vernichtet, der Hangar stand in Flammen, der Hybride tot und die Kommandobrücke zerstört.
Adama sah zu wie sein Kampfstern das Basisschiff zerlegte. Es brach schließlich auseinander und ab da befahl Adama die Geschütze auf das Fliegerabwehrfeuer zu legen.

„Bill. Feuer gelöscht, Steuerbord unter Kontrolle. Ein halbes Päckchen und wir sind durch!“ meldete sein XO.

„Den Göttern sei Dank!“ warf Roslin mit ein und fand beim alten Mann Zustimmung.

„Nach dem Sprung sollen die Jäger landen. Abwehrfeuer für Gefechtslandungen für unsere Viper. Machen wir das wir von hier wegkommen.“

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Captain Kara Thrace
Rufname: Starbuck
Viper 1291
Standort: NC 322
Auftrag: Schutz der Flotte

Zusammen mit Lee Adama verjagte Kara Raider von den letzten Zivilschiffen. Ihre Mk II schraubte sich nach oben und beschoss dabei eine Gruppe ausweichender Feindjäger. Von den 6 möglichen Zielen schaltete sie 2 aus. Sie zerschoss dem Führer der Gruppe die untere Partie und seine Triebwerke. Der Mk II Raider wurde durch die Explosion auseinandergesprengt und ein Flügel erwischte einen anderen Raider. Apollo klemmte sich an zwei ausweichende Jäger und Kara gab ihm Begleitschutz. Sie versuchten die kolonialen Jagdpiloten auszutricksen und täuschten Ausweichbewegungen vor. Doch Kara und Lee waren zu erfahren und erkannten die cylonischen Manöver.
Die Mk VII verhinderte durch unregelmäßige Salven das Ausbrechen der feindlichen Jäger und zwang sie näher zueinander. Die Raider schaltete sofort was man erreichen wollte – ein Schuss, zwei Treffer!
In einem abgepassten Moment brach einer der Jäger aus und klemmte sich an eine andere Viper. Lee folgte dem anderen während Kara sich den Raider am Heck der anderen Mk II vorknöpfte.

Diese hatte kurz darauf Probleme. Der Raider zerschoss ihm den linken Flügel und brachte ihn ins leichte trudeln. Der Pilot versuchte fieberhaft den Cylonen abzuhängen, doch dieser wollte die verletzte Beute nicht mehr ziehen lassen.

„Hier Hot Dog, ich brauche Hilfe!“ flehte er über Funk.

„Mama Bär ist schon da!“ antwortete Kara über Funk und befahl dem Piloten ihren Anweisungen zu folgen.

Sie gab ihm Manöver durch die er durchführen sollte und sie in Schussposition brachte. Hot Dog war nervös und hatte Angst. Seine Mk II ließ sich nur noch sehr schwer steuern. Aber Starbuck wollte nicht zulassen dass sein Leben heute ein Ende fand. Sie beschleunigte ihre Viper und drehte sich in die ideale Schussposition. Sie sah vor sich die Triebwerksformation von Hot Dogs Viper und befahl ihm schräg nach oben zu ziehen wenn sie es ihm sagte. Der Raider sah sein Chance, setzte sich hinter die Viper und vermutete dass er gleich eine Linkskurve fliegen würde und ihn somit die Gelegenheit zu einem sauberen Abschuss ermöglichte.
Aber weit gefehlt. Er rechnete nicht mit Starbuck. Auf ihren Befehl zog Hot Dog die Maschine schräg nach oben. Der Raider hatte mit einem anderen Manöver gerechnet und setzte sich so das Kara einwandfrei schießen konnte. Sie betätigte den Feuerknopf und schoss mehrere Salven auf den Feindjäger. Nur kurz dauerte dieser tödliche Tanz der beiden gegnerischen Jäger und Starbuck ging als Sieger hervor. Die 30mm Geschosse zersägten den Jäger und trennten einen Flügel ab.

„Galactica an alle Viper, sofortige Rückkehr!!“ befahl Dee über Funk.

„Ihr habt es gehört, alle nach Hause!!“ befahl der CAG.

Die Viper drehten um und flogen zurück. Einige Raider sprangen aus dem Raum, andere verfolgten die kolonialen Jäger. Doch die Galactica gab ihnen Feuerschutz. Das dichte Feuer des Flakfeldes zwang die Raider zur Aufgabe wer nicht zerstört wurde sprang aus dem Nebel.
Kara hingegen kehrte nicht um. Sie flog zum linken Wirbel. Sie hatte auf ihren DRADIS noch einen verbliebenen Jäger und wollte ihn verfolgen.

Lee sah wie sie mit ihrer Maschine davonflog und folgte ihr.

„Kara, der Befehl galt auch für dich. Kehr sofort um!!“

Aber Starbuck regierte nicht darauf. Auf dem DRADIS wurde nun der Jäger nur noch ab und zu angezeigt. Die Sturmfront beeinflusste ihre Systeme je näher sie dem Wirbel kam.

„Ich habe einen Toaster hier!“ sagte sie über Funk und flog weiter.

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Viper047
09-07-2008, 04:45 PM
Battlestar Galactica
Standort: NC 322
Auftrag: Schutz der Flotte


„Sir, Viper bis auf Apollo und Starbuck gelandet!“ meldete Dee.

Der Admiral sah bereits was draußen vor sich ging. Beunruhigt sah er zu wie Kara sich dem Wirbel näherte.

„Was hat sie vor?“ fragte Saul.

„Starbuck meldet Feindkontakt!“ warf Felix ein.

Aber das DRADIS der Galactica war sauber. Kein Raider und kein Basisschiff waren zu sehen. Also was hatte Cpt. Thrace vor?

„Verbinden sie mich mit Apollo! befahl der alte Mann.

Admiral Adama wollte schnell weg und Lee sollte seine Schwiegertochter so schnell wie möglich wieder einfangen.

„Apollo, hier spricht der Admiral. Kara soll sofort nach Hause zurückkehren, hast du verstanden!!“

„Verstanden, Admiral!“

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Captain Kara Thrace
Rufname: Starbuck
Viper 1291
Standort: NC 322
Auftrag: Schutz der Flotte


Die Mk II näherte sich dem Wirbel. Sie suchte den Raum nach dem Raider ab. Doch nirgends war er zu sehen. Sie hatte sich ihn doch nicht eingebildet. Die Maschine wurde unruhig. Die äußeren Ausläufer hatten ihre Viper erfasst und zogen sie langsam hinein.

„Kara, es reicht jetzt. Komm zurück. Wir müssen los!“

In diesem Augenblick tauchte der Raider auf und beschoss die Mk II. Karas Cockpit wurde getroffen. Ihr Oberköper wurde von den Geschossen durchschlagen, Funken sprühten von den Instrumenten. Starbuck schrie kurz vor Schmerzen auf. Blut lief aus ihrem Anzug heraus.
So plötzlich wie der Raider auftauchte verschwand er auch wieder.
Cpt. Thrace ließ den Steuerknüppel los und die Viper flog weiter in den Wirbel hinein. Sie wurde müde, alles um sie herum wurde langsamer, als würde sie träumen.
Ihre Atmung wurde flacher und ihr Körper sackte zur Seite.

„Was ist los, Kara? Dreh um, verdammt, dreh um!!“

Apollos Stimme wurde lauter und beunruhigter. Er flog über ihr, konnte sie aber wegen der schlechter werdenden Sichtverhältnisse nicht sehen.
Starbuck sah nach vorne und in den Wirbel hinein. Sie empfand die Farben als schön, sie gaben ihr ein Gefühl von Ruhe und Geborgenheit.

„Ich kann dich nicht sehen, Kara! Komm zurück!!“

„Lee, ich habe keine Angst mehr!“

„Was redest du da? Verdammt, dreh um!!“

Die Mk II hielt unverändert auf den Wirbel zu. Die Kräfte wurden so stark das die Alarmsignale der Viper aktiviert wurden. Die Systeme, die durch die Treffer nicht ausfielen, gaben nun allmählich den Geist auf. Die äußerlichen Kräfte drohten Karas Maschine auseinander zu reißen wenn sie nicht sofort umkehrte.

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Battlestar Galactica
Standort: NC 322
Auftrag: Schutz der Flotte


Mit Sorge beobachteten Adama und seine Crew die Monitore. Der Schwiegervater von Kara flehte innerlich das sie endlich umdrehte. Er hatte Angst sie zu verlieren und hoffte dass Apollo sie notfalls zwang. Selbst Tigh stand vor dem Monitor und betete für eine gesunde Rückkehr Starbucks.

„Na los, dreh deine verdammte Maschine um!“ fluchte Saul und konnte sein Auge nicht vom Monitor lassen.

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Major Lee Adama
Rufname: Apollo
Viper 2502
Standort: NC 322
Auftrag: Schutz der Flotte


Schwieriger wurde jeder weitere Moment in diesem Wirbel. Lee musste mehr Kraft aufwenden um seine Mk VII auf Kurs halten zu können. Nervös und ängstlich vor Sorgen sah er aus seinem Cockpit um die Viper seiner Frau zu finden. Nach vergeblichen Versuchen hatte er es geschafft. Sie war unter ihm und hielt weiterhin in den Wirbel hinein.

„Lee, sag Zak wie sehr ich ihn liebe. Aber Dee ist eine wunderbare Mutter.“

„Verdammt Kara, das wirst du ihm selbst sagen. Sieh nach oben! Komm zu mir zurück, komm zurück, Kara!!“

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Captain Kara Thrace
Rufname: Starbuck
Viper 1291
Standort: NC 322
Auftrag: Schutz der Flotte


Teile der Hülle lösten sich ab. Karas Viper begann sich zu zersetzen. Dennoch kehrte sie nicht um. Vor ihrem geistigen Auge sah sie ihre eigene Wohnungstür von außen. Sie öffnete langsam und Licht kam aus dem Inneren. Durch den Kopf gingen ihr die Worte des angeblichen Leoben, die Worte des kleinen Mädchens. Kara Thrace hätte ein Schicksal wenn sie soweit wäre. Aber solange wollte sie nicht mehr warten. Sie würde aussteigen noch bevor sie mehr Schaden anrichten würde und vielleicht das Ende der Menschheit bedeutete.
So lag sie in ihrem Cockpit, ihr Körper blutete langsam aus und der Saft des Lebens verteilte sich auf ihrem Sitz. Sie wollte nur noch schlafen, die Augen schließen und nicht mehr aufwachen.
Die Tür vor ihren Augen kam näher. Sie hörte Stimmen. Stimmen aus ihrer Vergangenheit. So konnte sie Boomer, den Chief, Helo heraushören. Es klang nach einer sehr fröhlichen Stimmung. Das machte Kara glücklich.

„Es ist ok, sie warten auf mich!“

„Hör mir zu, Kara – du kehrst auf der Stelle zurück!“

„Lass mich einfach gehen.“

„Nein, du gehst nicht! Komm zurück!!“

„Es ist ok, lass mich einfach nur gehen.“

Karas Maschine begann zu brennen.

„Ich liebe dich, Lee!“

Aus der Nase der Viper trat Feuer heraus und erfasste ihr Cockpit. Ein kurzer Funke und Karas Maschine explodierte.

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Major Lee Adama
Rufname: Apollo
Viper 2502
Standort: NC 322
Auftrag: Schutz der Flotte

„NEEEEEIIIIIINNN!!!“ schrie Lee als er sah wie Karas Viper in einem Feuerball verschwand.

Er wollte es nicht wahrhaben was vor seinen Augen geschah. Suchte den Raum ab und schrie innerlich die Götter an warum gerade sie. Doch es war Realität. Karas Maschine wurde zerstört. Er flog weiter hinein. Vielleicht war sie rechtzeitig ausgestiegen und brauchte Hilfe. Völlig neben sich suchte und suchte er weiter. Wo war sie? Sie konnte nicht weg sein. Nicht Kara, nicht die Liebe seines Lebens. Sie durfte nicht weg sein!

„Galactica, hier Apollo – ich brauche sofort SAR Raptor. Kara ist da draußen!“

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Battlestar Galactica
Standort: NC 322
Auftrag: Schutz der Flotte

„Galactica, hier Apollo – ich brauche sofort SAR Raptor. Kara ist da draußen!“

Im CIC der Galactica herrschte gedrückte Stimmung. Trauer stand in den Gesichtern der CIC Crew.
Geschockt sah Adama auf das DRADIS. Er wollte es nicht glauben als Karas Maschine vom DRADIS verschwand. Tigh legte seine Hand auf seine Schulter währende dem Admiral eine Träne von der Wange herunter lief. Doch seine Trauer musste nun hinten anstehen. Die Galactica musste weg.

„Komm zurück mein Sohn!“ befahl Bill Adama.

Lee reagierte zunächst nicht. Er suchte weiter nach einem Lebenszeichen seiner Frau.

„Lass es gut sein, Major. Komm nach Hause!!“ befahl Adama mit Nachdruck.

„Galactica, erbitte um SAR Raptor!“ flehte ein verbitterter Lee.

„Verstanden! Kehren sie zur Galactica zurück!“

„Kehre zur Galactica zurück!“ kam von Apollo zurück.

Wenige Minuten nach der Landung des CAG’s startete die Galactica ihren FTL und verschwand in einer Sprungblase.


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Battlestar Galactica
Standort: ND 911
Auftrag: Schutz der Flotte

Ein Tag war nach dem Tod von Kara Thrace vergangen. Die Flotte setzte ihren Weg auf der Suche nach der Erde fort nachdem der Pfad der Götter weitere Opfer forderte. Admiral Adama zog sich zurück und versuchte seine Trauer zu verarbeiten. Er trank eine Flasche Whiskey alleine leer und saß dabei einsam an seinem Arbeitstich. Die Jacke seiner Uniform hang über der Rückenlehne. In seiner Hand hielt er eine kleine Zigarrenkiste. Er öffnete diese und holte den Inhalt hervor. Darin waren Fotos von Kara gesammelt. Aus einem Umschlag holte er eine Geburtstagskarte hervor. Auf der Vorderseite stand etwas handschriftlich geschrieben:

„Sie sagten immer ich wäre wie eine Tochter für sie:“

Er klappte die Karte auf und anfangen zu lächeln. Es war ein Bild von Kara mit einem schwarzen, aufgemalten Schnauzbart.

„Können sie die Ähnlichkeit sehen? Alles Gute zum Geburtstag, Admiral!“

Tränen liefen ihm herunter. Er konnte sich noch sehr gut daran erinnern wann Kara sie ihm überreichte. Sein Herz war mit Trauer gefüllt, der Schmerz über den Verlust von Starbuck ließ ihn innerlich zusammenfallen.
William weinte und war verbittert. Er hatte nicht nur eine gute Pilotin verloren, nein – er hatte seine Tochter verloren.

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Zusammengekauert saß Lee in der Ecke seines Ehebettes. Vor ihm lag sein Sohn und schlief tief und fest. Er hatte noch nicht realisiert das seine Mutter fort war. Noch immer quälten Apollo die Bilder der explodierenden Viper vor seinen Augen. Er hatte alles was sein Leben ausmachte in nur einer Sekunde verloren. So leer war das Quartier ohne sie. Der Klang ihrer Stimme, ihre Wärme, ihre dummen Sprüche, ihr Untalent für Haushalt – all das fehlte hier drin. Wieso hatte sie ihn verlassen? Warum konnte er es nicht verhindern? Was wird jetzt aus ihm, aus Zak?
Einfach aus seinem Leben herausgerissen, ohne die Möglichkeit sich verabschieden zu können.

Unter dem Kissen von seiner Schlafseite holte Lee ein Foto hervor. Es war eine Aufnahme vor ihrer Viper. Er sah sie an. Ihr berühmtes Starbucklächeln, welches ihn immer wieder aufmunterte. Doch nun war sie weg. Das Bett neben ihm würde nun leer sein. Nie wieder konnte er in ihr Gesicht sehen wenn sie morgens nebeneinander aufwachten.

„Lee, ich habe keine Angst mehr!“

Als diese Worte durch seinen Kopf gingen brach Zaks Vater innerlich zusammen. Er weinte und seine Tränen tropften auf das Bett. Nur ihr Sohn war das letzte Vermächtnis was ihm von Kara blieb.


We never forget

http://img171.imagevenue.com/loc642/th_20738_Starbuck2_122_642lo.jpg http://img127.imagevenue.com/loc614/th_20739_starbuckpl8_122_614lo.jpg (http://img127.imagevenue.com/img.php?image=20739_starbuckpl8_122_614lo.jpg)

Captain Kara "Starbuck" Thrace

Viper047
10-07-2008, 03:48 PM
Kapitel: Erinnerungen


Battlestar Galactica
Standort: ND 911
Auftrag: Schutz der Flotte


Der zweite Tag nach Karas Tod. Ihre Kameraden versammelten sich zum Götterdienst in der Schiffsmesse. Vor dem Altar war ein leerer Sarg aufgebahrt, der mit einer Flagge der 12 Kolonien bedeckt wurde. Um den Sarg saßen und standen in U – Form die trauernden Kameraden. Admiral Adama, sein Sohn mit Enkel, der XO und Roslin saßen in vorderster Reihe zur Rechten der Priesterin. Die Blicke waren während des Gebets auf den Sarg gerichtet. Niemand sprach.
Der Raum selbst wurde nur durch Kerzen rundum erleuchtet, kein künstliches Licht während der Zeremonie. Die Soldaten hatten ihre dunklen Dienstanzüge an, welche teilweise mit Lederbändern mit Ehrenabzeichen verziert waren.

Der alte Mann saß regungslos auf seinem Stuhl. Sein Blick voller Trauer und Schmerz. Er hörte die Worte der Priesterin, die wie Nadelstiche in sein Herz wirkten. In seinen Gedanken hörte er noch den Funkverkehr, jedes einzelne Wort brannte sich in sein Gedächtnis. Er schloss kurz die Augen als er noch durchlebte wie Karas Signal vom DRADIS verschwand.
Danach war sein Wunsch dass er aufwachen möge, dass alles nur ein Traum war. Doch er war wach. Kara war fort, und mit ihr starb auch ein Teil von ihm

Sein Sohn Lee starrte wie sein Vater auf den leeren Sarg. Nicht einmal ihre Überreste konnte er bestatten. Nichts war mehr von seiner Frau, seiner Liebe, seinem Leben vorhanden. Sein Sohn saß ruhig auf seinem Schoss und verfolgte nur zeitweise die Zeremonie. Er war noch zu jung um zu begreifen dass seine Mutter fort war. Er würde sicherlich nach einer Zeit seine Mutter vermissen und nach ihr verlangen. Denn Zak war es gewohnt Kara eine zeitlang nicht zu sehen.
So kurz nach dem Tod von Starbuck spürte Lee die ersten Auswirkungen. Das Quartier, es war einfach nur leer ohne sie. Die ersten Nächte kalt und einsam. Warum nur wurde sie aus seinem Leben gerissen?
Mit ihrem Tod starb auch ein Teil von ihm. Er und Kara waren eine Einheit, eine Seele. Jeder wusste was der andere dachte ohne ein Wort zu sagen. Jeder wusste wie es dem anderen ging ohne sich zu sehen. Sie war einfach alles für ihn. Kamerad, Freundin, Ehefrau und Geliebte. All das vereinte Kara in einer Person. All das war sein Leben.
Nun war sie fort.

Die Priesterin bat zum Gebet. Die Anwesenden sprachen ihr nach und schlossen teilweise die Augen. Athena klammerte sich während des Gebets an ihren Mann und vergoss beim Anblick des Sarges eine Träne. Sie versuchte nicht zu weinen, aber es fiel ihr ungemein schwer. Sie vermisste Kara bereits jetzt als wäre sie seit Jahren fort. Sie war ihre beste Freundin. Jemand der sie trotz allem annahm.
Helo dachte an die Zeit zurück als alles noch in Ordnung war, der Wahnsinn der Verfolgung und Vernichtung nicht der Alltag war. Damals hangen er und Kara oft herum, unternahmen viel. Dies würde er vermissen. Niemand konnte auch nur annähernd ihren leeren Platz füllen.

Gegenüber von dem trauernden Ehemann stand Samuel Anders. Ihn traf der Tod von Kara mindestens genauso hart wie Lee. Sam liebte Kara. Doch konnte er nach der Heirat diese Liebe nicht offen zeigen. Starbuck wusste es. War sie eine zeitlang zwischen Lee und Sam hin und her gerissen. Bis eines Tages Kara Lee heiratete. Sie waren da wenige Monate auf Neu Caprica. Sam sah sie in der Nacht der Erntefeier. Sie verschwand mit Lee. Kara wollte sich endlich sicher entscheiden und Sam versicherte ihr je nach Entscheidung hinter ihr zu stehen, sogar als Vater für Zak. Die Heirat kam für ihn dann überraschend. Admiral Adama erzählte am nächsten Morgen stolz wie Kara und sein Sohn am Fluss, in der Nähe des Camps, heirateten.

Es wurden die Schlussworte gesprochen. Die Priesterin segnete den Sarg, segnete damit Kara Thrace und bat die Götter von Kobol sie an ihrem Tisch aufzunehmen.

„Das hoffen wir alle!“ sagte sie als abschließende Schlussworte.

„Das hoffen wir alle!“ sprachen die anwesenden nach.

Danach standen sie auf. Vater und Sohn sahen sich kurz an und fielen sich anschließend in die Arme. Auch wenn sie vieles trennen mochte, Kara war ein starkes Bindeglied zwischen ihnen. Der Admiral konnte nachempfinden was in seinem Sohn vor sich ging. Nun brauchte es Zeit, so traurig wie es auch klang.

Die Soldaten verließen nach wenigen aufmunternden Worten die Schiffsmesse. Die Gemüter waren nach der Zeremonie noch gedrückter, da so gut wie jede persönliche Erinnerung an Starbuck hatte, das letzte was ihnen blieb.

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Admiral Adama zog sich in sein Quartier zurück. Aus seinem Schrank holte er ein Glas und eine frische Flasche Whiskey. Er wollte auf seine Art mit dem Verlust fertig werden und der Alkohol sollte ihm dabei helfen. Die Trauer sollte nach seinem persönlichen Wunsch schnell vorüber sein, ansonsten würde er wie sein XO den Alkohol auch zum Dienst brauchen um den Schmerz täglich erneut zu betäuben.
So setzte er sich an seinen Schreibtisch, die Dienstjacke warf er locker über die Rückenlehne seines Sessels. Mit einer Handdrehung öffnete er den Verschluss der Flasche und goss den Trank der Betäubung in sein Glas.
Vor ihm lag die Akte von Kara. Er hatte sich vorgenommen ihre Personalakte zu schließen. William öffnete die Akte und auf dem ersten Blatt waren die persönlichen Daten von Captain Thrace. In der rechten oberen Ecke war ein Foto von seiner Schwiegertochter. Er sah es an und lächelte. Auf jedem Foto in ihren dienstlichen Papieren hatte sie dieses unverwechselbare Lachen. Er wollte sich dieses Lachen erhalten, nahm sein Messer aus der Schublade und trennte das Foto vorsichtig von der Klebestelle ab.
Adama hielt es anschließend noch in seinen Händen und konnte seinen Blick nicht von ihr lassen.

„Guten Morgen, Admiral!“ erklang plötzlich vor ihm.

Admiral Adama sah vor sich und hielt einen Moment inne. Konnte er es glauben, war es Wirklichkeit? Vor ihm stand jemand der nicht vor ihm stehen durfte.

„Guten Morgen, Starbuck. Was hört man draußen so?“

„Außer dem Regen, nichts, Sir!“
„Dann satteln sie die Pferde und nichts wie ab nach Hause, Captain!“

„Bumm, bumm, bumm!“

Admiral Adama liefen Tränen der Freude hinunter. Da war es wieder, dieses warme und immer gut gelaunte Starbucklächeln. Sie setzte sich vor ihn in einen der Sessel und blickte ihn an. Wie gern würde er seine Hand ausstrecken und sie nur berühren wollen. Alleine ihre Anwesenheit, der Klang ihrer Stimme – es sollte nie wieder enden.
Es war so vertraut wie sie in ihrer Fliegerkombi vor ihm saß. Als wäre sie nie weg gewesen.

„Sie sehen mich an als wäre ich gerade gestorben, Sir!“ sagte mit einem untermalenden Lachen.

Der Admiral lächelte und wollte diesen Augenblick, diesen Moment nur einfangen und nicht mehr gehen lassen.

„Wir hatten nicht einmal die Zeit uns zu verabschieden, Kara.“

„Deshalb dachte ich mir noch einmal kurz reinzuschauen, Sir. Obwohl ich eigentlich stets dachte sie würden mir einen Abschied für Länger nicht mehr gestatten!“

Admiral Adama wusste von was Starbuck sprach. In seinem Kopf kamen Erinnerungen aus früheren Tagen zurück.


Einige Jahre früher…...

Caprica
Ausbildungszentrum der kolonialen Flotte

Es war ein sonniger Tag auf Caprica. Commander Adama besuchte das Ausbildungszentrum der kolonialen Flotte auf Caprica. Dort wurden, wie auf Picon, Piloten auf dem Waffensystem Viper und Raptor ausgebildet. Die Anwärter durchliefen die praktischen Module der Ausbildung und waren in der Kaserne neben dem Flugfeld stationiert.
Der Commander hatte zuvor seinen Sohn Zack Adama aufgesucht. Er stand kurz vor seiner Abschlussprüfung.
Bei ihrem Gespräch erwähnte der jüngere Bruder von Lee Adama auch Kara Thrace. Er berichtete ihm wie glücklich er mit ihr war und welche Zukunftspläne sie schmiedeten. Sie war zwar sein Ausbilder, doch von ihrem Verhältnis wusste niemand. Er hatte zunächst Angst es seinem Vater zu sagen, schließlich könnte er es weitermelden und Kara müsste in eine andere Inspektion versetzt werden.

William Adama versprach es nicht zu tun, solange es den dienstlichen Bereich nicht beeinträchtigte. Zack versprach bei den Göttern dass es den Dienst nicht störte und das Private nichts damit zu tun hatte. Das Versprechen reichte seinem Vater aus.
Anschließend erkundigte er sich über die Ausbilderin im Ausbildungsstab. Von dort wurden ihm nur positive Dinge genannt. Erst später erfuhr er auch über die wilden Seiten der Kara Thrace.

Später sah er Zacks Ausbilderin auf dem Rollfeld in der Nähe der Hangars. Sie hatte gerade einen Flug hinter sich gebracht und führte eine Unterhaltung mit einem Flugschüler. Das war sie also – Kara Thrace. Die beste Pilotin in der Flotte und eine Göttin hinter dem Steuer. Sie konnte angeblich alles fliegen wenn es Flügel hatte.
Commander Adama näherte sich ihr während sie letzte Notizen aufschrieb.

„Lieutenant Thrace?“

Kara erschrak bei der tiefen und rauen Stimme des Commanders. Sie drehte sich um und kannte dieses Gesicht schon von Fotos, die ihr Zack zeigte.
Damals lernte sie Zack in einem Kaufhaus kennen. Sie hatten keine Ahnung wer jeweils vor ihnen stand. Sie verstanden sich auf Anhieb und Kara nahm ihn auch am selben Tag mit nach Hause. Nach ihrer gemeinsamen Nacht waren sie auch schon ein Paar. Danach offenbarten sie dem jeweilig anderen Partner was sie taten und fanden schnell heraus dass sich ihr Weg bald öfters kreuzen würde.
Starbuck wurde sein Ausbilder auf Caprica und nach Dienst trafen sie sich wo es gerade ging. Sie dachten sogar nach, nach der Ausbildung ihre Beziehung zu vertiefen.

„Commander Adama, Sir!“

Sie salutierte vor ihm. Adama erwiderte den Gruß und befahl zu rühren.

„Lieutenant, mein Sohn hat viel über sie erzählt. Er ist geradezu begeistert von ihnen.“

„Danke für das Kompliment, Sir. Anwärter Adama ist ein fähiger Pilot!“

Kara versuchte auszuweichen und nicht zu verraten in welchem Verhältnis sie wirklich standen. So waren ihre Antworten stets distanziert, so wie es zwischen Ausbilder und Anwärter sein sollte.

„Sie brauchen sich wegen mir nicht zu verstellen, Lieutenant. Ich weiß was sie meinem Sohn bedeuten und wie glücklich er ist. Und das macht mich sehr glücklich wenn mein Sohn so stolz über jemanden redet.“

„Danke, Sir. Es ist uns ernst. Aber es ist eine schwierige Lage. Ich werde ihm gegenüber nicht anders handeln als gegenüber anderen Flugschülern.“ antwortete sie befreit.

„Das sollen sie auch nicht. Dienst ist Dienst, das Privatleben hat nichts darin zu suchen. Und ich bin mir sicher das sie ihn fair beurteilen werden, auch wenn er nicht die Leistung erbringt die er leisten sollte.

Lieutenant, ich würde mich freuen sie nun öfters begrüßen zu dürfen. Dabei muss ich sie vorwarnen – unter einem Adama ist ein längerer Abschied nicht gestattet, wenn sie verstehen!“

Kara musste lachen und nickte. Adama gab ihr die Hand zum Abschied. Er hatte diese junge Frau bereits jetzt ins Herz geschlossen.

Einige Monate später kam Zack bei einem Flugunfall ums Leben. Kara wurde durch Commander Adama aufgefangen und er holte sie später sogar zu sich. Seit ihrem ersten Treffen wuchs ihre Vater-Tochter-artige Beziehung. Und seit dem Tod von Zack wurde dieses Band umso stärker.

Heute….

Starbuck saß noch lächelnd dem Admiral gegenüber. Die Erinnerungen schienen in nur einer Sekunde vorübergegangen zu sein. So lange war es nun her, und doch war die Zeit zusammen nur so kurz.

„Es gibt noch so viel, Kara. Soviel was unausgesprochen ist.“

Den alten Mann hielt es nicht mehr auf dem Sessel. Er stand auf und ging um den Tisch. Starbuck sah auf und behielt ihr Lächeln bei. Aber auch ihr sah man an das dieser Moment sehr emotional war. Der Admiral setzte sich vor ihr auf die Kante seines Tisches. Wie ein Vater sah er Kara an, streckte seine Hand aus und fuhr sanft über ihre Wange. Beide vergossen Tränen in diesem Moment. Sie stand dann aus dem Stuhl auf und fiel dem Admiral um die Arme. Beide hielten sich fest und wollten sich nicht mehr loslassen.
Bei dieser Umarmung flossen die Tränen stärker, weinten sie ihren inneren Schmerz heraus.

„Nur keine Angst haben, Sir!“ flüsterte sie ins Ohr und gab ihm einen Kuss auf die Wange.

„Geh nicht!“ flehte Adama und weinte sehr verbittert.

Kurz danach schreckte Adama zusammen. Das Com seines Quartiers klingelte. Der Admiral lag im Bett. Auf dem Boden lag die leere Flasche Whiskey und daneben ein halbvolles Glas des Getränks. Er sah sich um. Keine Kara war in seiner Nähe. Das Quartier war leer, die Begegnung nur Fantasie.
Er stand auf um das Gespräch an seinem Tisch anzunehmen.

„Adama!“

„Sie wollten geweckt werden für die Befehlsausgabe Erkundung, Sir!“ meldete Gaeta sich am anderen Ende der Leitung.

Während der Taktikoffizier antwortete entdeckte William auf der gegenüberliegenden Seite seines Tisches das Foto aus der Personalakte von Kara Thrace. Darauf lag die kleine Figur der Athene, die Kara ihm bei Gelegenheit schenkte. Hatte er sie dahin gelegt? Er nahm sie samt Bild auf. Er drehte das Bild instinktiv um und da stand etwas in Karas Handschrift geschrieben:

„Keine Angst haben! Kara.“

Er schloss die Augen und sah erneut hin. Es war kein Traum, es war da. Aber wie?

„Ich bin unterwegs!“ antwortete er noch schnell und legte auf.

Wieder sah er sich um. Er war alleine und die Tür von innen verschlossen. Also wie konnte jemand……? Der Admiral überlegte nicht mehr und nahm es schließlich hin. Mit einem freudigen Lächeln sah er sich noch mal das Bildnis von Starbuck an und legte es anschließend zu den anderen Sachen von Cpt. Thrace.

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Als Lee einschlief war die Zeit bereits fortgeschritten. Zak vermisste seine Mutter, die ihn stets in den Schlaf wiegte wenn sie da war. Sein Vater war kein Ersatz und so dauerte es bis sein Sohn endlich schlief. Apollo selbst schlief zur Seite wo sonst seine Frau lag. Er wollte sich nicht daran gewöhnen das diese Stelle nun für immer leer blieb.
Nachdem er seine Augen schloss kam ihm die Erinnerung an die erste Begegnung mit Kara. Sein Bruder lud ihn ein als er auf Caprica auf Urlaub war um seine Mutter zu besuchen.


Einige Jahre früher


Lieutenant First Class Lee Adama parkte sein Mietfahrzeug vor dem Hochhaus in dem sein Bruder wohnte. Die Gegend war nicht unbedingt die vornehmste, aber auch nicht die schlechteste. Es war eine normale Hochaussiedlung mit teilweisen farbigen und grauen Mehrparteienhäusern. Wenn man den Himmel erblicken wollte musste man schon seinen Kopf überstrecken. Doch am späten Abend machte das Himmelschauen keinen Sinn mehr. Die Sonne ging unter, der Himmel war bedeckt und es sah nach Regen aus. Die Straßenbeleuchtung ging an. Zack wohnte in diesem 15 stockigen Haus im 14. Stock und der Aufzug war nicht intakt. So machte er sich auf um ein Sport zu betreiben bis er bei seiner Wohnung ankäme.

Die Haupttür stand offen und Lee konnte ohne klingeln das Haus betreten. Vorbei an den typischen Hochhausbriefkästen, welche links neben der Eingangstür waren, ging Apollo die Treppen hinauf.
Der Aufgang war doch anstrengend und er machte im 8. Stockwerk eine kurze Rast. Die Luft im Flur war recht stickig, das ganze Innenleben des Hauses im weißen Rauputz gehalten. Nicht unbedingt einladend, aber dafür waren die Mieten erträglich.
Während seiner kurzen Verschnaufpause kam eine junge, blondhaarige Frau nach oben. Sie hatte eine sportliche Figur, schlank, blaue Augen, ein süßes Lächeln. Sie trug einen roten Sportanzug, was aber nicht bedeutete dass sie sportlicher die Treppen nehmen würde wie er. Sie stellte sich zu ihm auf die Treppe und sah ihn sich von oben bis unten an. Das Erscheinungsbild schien ihr zu gefallen, Lee in seinem weißen Hemd und blauen Jeans.
Aber auch dem Lieutenant gefiel was vor ihm stand.

„Eindeutig der falsche Anzug! Bis sie oben sind können sie ihre Klamotten wechseln!“ sagte sie mit einem verschwitzten Lächeln.

„Woher wollen sie wissen dass ich soweit nach oben will?“

„Wenn sie hier gleich wohnen würden, würden sie sicher nicht kurz vor dem Ziel noch eine Rast einlegen, oder?“

„Der Punkt geht an sie!“

Beide lachten. Schließlich reichte sie die Hand und stellte sich als Kara vor. Er nannte ebenfalls seinen Namen, doch hatte er keine Gelegenheit sie näher kennen zu lernen. Sie setzte ihren Weg auch schon gleich wieder fort. Adama wartete noch einen Moment und ging ebenfalls weiter.
Sein Bruder wohnte direkt gegenüber dem Aufgang. Von drinnen hörte er bereits Lärm von Musik und lauten Unterhaltungen. Einmal kurz die Kleidung gerichtet und ein kurzes Klingeln an der Haustür. Als die Tür schließlich aufging war Lee überrascht. Es war dieselbe Blondine, die er im Treppenflur begegnete.

„Wenn das nicht Schicksal ist!“ sagte mit einem breiten Grinsen.

Als Lee darauf antworten wollte kam auch schon sein Bruder. Er fiel ihm um den Hals und wollte ihn natürlich stolz vorstellen. So bat er ihn herein und brachte ihn ins Wohnzimmer. Die Wohnung von Zack war nicht groß. Der kurze Flur verband Haustür und den Wohnraum. Zur rechten Seite hatte er eine offene Küche. Zur Flurseite ein Schlafzimmer und im Flur war der Zugang zum Badezimmer. Die Gäste waren vornehmlich Kameraden aus seinem Lehrgang.

„Hey, darf ich euch meinen Bruder vorstellen – 1. Lieutenant Lee Adama.!“

Ein kurzes Hallo und schon hatte Lee auch ein Bier in der Hand. Doch bevor er ihn zum Abschuss frei gab, wollte Zack Adama ihm noch jemand Besonderes vorstellen.

„Lee, das ist Kara. Meine bessere Hälfte. Sie ist auch Viperpilotin!“

Zaghaft gaben sich Lee und Kara die Hand.

„Die Lady in Rot!“

„Der Mann außer Puste!“

Zack beobachtete wie sie sich die Hand gaben und sich dabei ansahen. Ihm gefiel es nicht wie Lee sie anlächelte.

„Kennt ihr euch?“ fragte er die Zwei sicherheitshalber.

„Wir haben uns auf der Treppe getroffen. Er war etwas knapp bei Atem.“

Die Antwort beruhigte den kleinen Bruder von Lee. Daraufhin entführte er seinen großen Bruder und stellte ihm seine Kameraden vor. Während des ganzen Abends riskierten Lee und Kara jeweils kurze Blicke. Sie unterhielten sich zwar nicht, aber hier und da war ein kurzes Lächeln, ein kurzer Wink.
Zack feierte bis in die Nacht hinein. Nach und nach verließen die Gäste die Wohnung. Da Lee am nächsten Morgen weiter musste verabschiedete er sich noch vor dem offiziellen Ende.
Zack Adama begleitete ihn noch vor die Tür und bedankte sich für das Erscheinen, nachdem beide eh wegen dienstlichen Belangen nicht viel Zeit hatten. Und das Lee diesmal nicht das Thema Ausbildung anschnitt. Denn Apollo war der Meinung dass Zack hinter einem Steuer nichts zu suchen hatte und ihm zum Aufhören bewegen wollte.

Nach einer Stunde Fahrt kam Lee in seiner Unterkunft an. Er wohnte für die wenigen Tage in einem Hotel anstatt zuhause. Er hatte sich nur ein 1 Zimmer Apartment genommen. Ein Bett, Fernseher und ein Bad reichten ihm völlig aus.
Als er sich auf das Bett setzte fiel ihm die Frau wieder ein – Kara. Sie ging ihm nicht aus dem Kopf. Sie hatte etwas an sich was Lee magisch anzog. Er musste dabei lächeln bei dem Gedanke, denn er wusste nicht einmal was ihn wirklich an der Frau faszinierte. Es war einfach alles und auch wiederum nichts.
Um sich Bettfertig zu machen zog Lee sein Hemd aus und wollte ins Bad. In diesem Moment klopfte es an seiner Tür. Nichts ahnend wer es sein konnte um diese Zeit, öffnete er die Tür und war ziemlich überrascht.

„Die Lady in Rot. Wie kommen sie hierher?“

„Mit dem Auto natürlich!“ antwortete sie spontan.

Ohne um Erlaubnis gebeten zu haben kam Kara hinein und sah sich um. Ihr gefiel das Zimmer. Aus dem Jackeninneren holte sie zwei Bierflaschen und öffnete mit den Zähnen die Verschlüsse. Lee schloss die Tür und nahm eine angebotene Flasche an sich.
Die Besucherin nahm einen Schluck und schaltete einfach so den Fernseher an. Apollo setzte sich auf das Bett, Kara legte sich neben ihm.

„Kann ich davon ausgehen das du mir gefolgt bist?“

„Oh, von Sie auf Du! Gefolgt hört sich irgendwie unpassend an. Ich würde sagen ich hatte zufällig denselben Weg.“

„Das heißt du wohnst hier, oder zumindest in der Nähe.“

„Ja, auf der anderen Seite der Stadt. Ich bin auch etwas hilflos mit Norden und Süden.“

Dieses Lächeln, da war es wieder. Er war hin und weg, so verzaubert das er nicht einmal nachhakte ob Zack davon wusste dass sie hier war.

„Und kommt das öfters vor das du mit Bier bewaffnet fremde Wohnungen betrittst und dann dich vor den Fernseher wirfst?“

„Schlimm, oder? Aber ich kann mir keinen Fernseher leisten und irgendwie muss ich doch mein tagespolitisches Geschehen einholen.“

„Schon mal was von Radio oder Zeitung gehört?“

„Schwerhörig und kann nicht lesen!“ warf Kara ein und nahm einen Schluck von ihrem Bier.

„Du hast mein Mitgefühl!“

„Wirklich?“

„Ganz ehrlich!“

Beide mussten anschließend anfangen zu lachen. Diese Unterhaltung hatte keinen tieferen Sinn, doch verstanden sie sich auf Anhieb. Etwas Magisches schien zwischen ihnen zu herrschen.
Nachdem es wieder still wurde sahen beide sich für einen Moment schweigend an. Kara übernahm die Initiative. Sie zog ihre Jacke aus. Darunter trug sie nur noch ein weißes Männerunterhemd. Sie näherte sich ihm ganz langsam bis sie ganz Nahe waren. Ein Moment des Zögerns verging. Die Luft zwischen ihnen knisterte bereits. Tief blickten sie sich in die Augen. Dann ein kurzes Berühren ihrer Lippen. Lee zog sie auf seinen Schoss während sie ihr Oberteil auszog. So saß sie oben ohne auf ihm und läutete durch einen wilden und sehr leidenschaftlichen Kuss eine Nacht voller Leidenschaft ein.

Am nächsten Morgen wachte Lee alleine auf. Neben ihm stand auf der Kommode die Bierflasche von Kara mit ihrer Telefonnummer auf dem Etikett. Darunter stand noch etwas geschrieben. Diese Nacht sollte einmalig sein und das sie einen Fehler begann.
Lee Adama wollte seinen Bruder nicht verletzen und hatte ihm nie von dieser Nacht berichtet.


Heute…..


Major Adama wachte durch das Weinen seines Sohnes auf. Doch dieses endete abrupt. Da er sich nun Sorgen machte drehte er sich schnell um. Da sah er auch den Grund warum sein Sohn still war. Zaks Mutter stand am Bett und hatte ihre Hand auf seinem Köpfchen. Sie summte leise ein altes Kinderlied und brachte ihn so wieder zum Schlafen.
Lee hielt krallte sich am Bettlaken fest. Träumte er oder war es Wirklichkeit?

„Kara?“

„Pssst! Sonst weckst du ihn noch auf. Und das wollen wir doch nicht, oder?“

Bis auf die Unterhosen zog sich Kara aus und legte sich zu ihrem Mann ins Bett. Dieser sah sie an, berührte sie und nachdem er merkte dass sie echt war, nahm er sie fest in den Arm. Tränen flossen von Beiden auf das Bett.

„Ich lass dich nicht mehr weg! Du bleibst hier!“ flüsterte er ihr ins Ohr.

Sein Herz pochte bei jeder Berührung. Seine Hände zitterten so sehr, weil er Angst hatte das er diesen Moment zerstören könnte. Aber Starbuck beruhigte ihn. Lächelte ihm sanft zu.
Sie hielt seine Hand um ihn zu sagen dass sie bei ihm war.

„Wenn das ein Traum sein sollte, dann will ich nie wieder aufwachen.“ sagte er ihr in einem traurigen Ton.

Daraufhin küsste sie ihn sehr zärtlich auf die Lippen und streichelte seine Wangen.

„Fühlt sich das wie ein Traum an, Lee?“

„Nein!“ antwortete er leise und zog seine Kara an sich.

Sie legte sich auf ihn und begann leicht zu stöhnen. Beide waren wieder vereint und nichts sollte sie trennen.

„Du brauchst keine Angst haben!“ sagte sie ihm und küsste ihn anschließend.

Seine Hände fuhren über ihren sanften Rücken, er spürte wie ihr Körper vor Leidenschaft bebte und nach ihm verlangte. Seine Lippen liebkosten ihren Hals, seine Hände streichelten ihren Po während sie langsam mit rhythmischen Bewegungen auf seinem Körper begann. Sie ließen ihrer Leidenschaft freien Lauf.

Als Lee aufwachte stand sein Sohn im Bettchen und wartete bereits herausgeholt zu werden. Der Major sah sich um. Niemand war sonst hier. Alles war nur ein Traum. Aber dabei alles so real? Er konnte sie spüren, ihren Atem auf seiner Haut, ihre Hände, ihre Lippen.
Aber nichts schien real gewesen zu sein. So stand er auf um sich einen Kaffee zu machen. Zak beobachtete jeden Schritt seines Vaters und hatte dieses Grinsen seiner Mutter im Gesicht.

„Was gibt es da zu grinsen, kleiner Mann?“

„Mama!!“ antwortete sein Sohn begeistert.

Erst jetzt sah er das Zak etwas in den Händen hielt. Es war die Fliegerspange von Kara. Aber diese trug sie doch an ihrem Kombi?
Des Weiteren zeigte er auf die Tür. Lee wurde nervös und schaute zur Tür.

„Wo ist die Mama?“ fragte er nach.

Zak zeigte wie selbstverständlich auf die Tür. So entschloss sich der CAG dem nachzugehen. Er öffnete die Tür und erstarrte. Im Gang stand Kara und winkte ihm lächelnd zu.
Sie drehte sich um und ging um die Ecke.

„Nein, KAAAAAARRRAAAA!!!“ schrie Lee und rannte hinaus.

Er wollte sie einholen. Doch sie war nicht da. Einsam stand er im Gang und fragte sich ob er träumte oder wachte. Sein Blick richtete sich auf etwas auf dem Boden. Es war die Ausweismappe von Kara. Er klappte das kleine Ledermäppchen auf und ein Foto von ihm, Kara und Zak befand sich darin, sonst nichts. Er holte es hervor und drehte es instinktiv um. Es stand etwas in Karas Handschrift auf der Rückseite:

„Hab keine Angst, Lee!“

Viper047
14-07-2008, 03:59 PM
Kapitel: Die Arena


Frachtschiff Prometheus



Wenn man genau hin hörte, konnte man Jubel und Schreie aus dem geheimen Inneren der Prometheus hören. Gut abgeschirmt trafen sich in unregelmäßigen Abständen die zwielichtigen Gestalten aller Fraktionen zu einem besonderen Event.
Hier wurde jeder Streit, jeder Machtanspruch oder einfach nur die Langeweile vertrieben.
Die Antwort auf die Frage der Ordnungsmacht, wo sich die Opfer der kriminellen Streitigkeiten befanden, die Kriege der Fraktionen stattfanden, war genau hier.

Ein Käfig war der Schauplatz von Aufstieg und Niedergang. 15 Meter Länge, 12 Meter Breite, 3 Meter Höhe, nur einen Ein- und Ausgang, das war der Rahmen für einen Schauplatz des Todes.
Die Gitter des Stahlkäfigs waren mit rasiermesserscharfen und teilweisem verrosteten Stacheldraht gespickt, auf der Innerseite ragten dolchartige Spitzen.
Das Innere, die „Spielwiese“ war mit Sand bedeckt, der das Blut und Schweiß sofort aufsog. Kleine Gebilde aus verschiedenen Materialien standen als Klettermöglichkeit darin, an den Gebilden waren teilweise Waffen befestigt. Aber nur Hieb und Stichwaffen. Nur den „Ordnern“ war es gestattet eine Schusswaffe zu tragen. Die Zuschauer durften überhaupt keine Waffen dabei haben.

Um den Käfig drängten sich die Zuschauer. Sie verfolgten mit Begeisterung das Spektakel, feuerten ihre Kämpfer an, wetteten auf sie, fluchten oder freuten sich über den Gewinn, den der Tod eines anderen gebracht hatte. In zwei Etagen waren die begeisterten Zuschauer untergebracht.
Alles wurde durch mehrere Scheinwerfer ausgeleuchtet.
Oberhalb des Käfigs thronte der Champ, der beste Kämpfer aller Fraktionen. Er war Herr über Leben und Tod der Verlierer. Sein Sitz war aus edlem, mit Samt bezogenen, Holz aus Aerelon, mit Gold und Diamanten verziert. Er glich dem Thron eines Kaisers.
Jeder, der 10 Kämpfe überlebte, hatte das Recht ihn herauszufordern. Dabei war es egal ob es 10 Kämpfe hintereinander oder verteilte Kämpfe waren. So konnte man an einem Tag mehrmals in den Käfig steigen, das erlaubte eine Regel.
Die Regeln für den Käfig waren schnell gelernt. Keine Schusswaffen, alles blieb im Käfig, und ansonsten gab es für den Kampf im Käfig keine Regel – das war die erste und wichtigste Regel. Willkommen in der Arena!

Auch heute hatten sie sich wieder versammelt. Die AKF und eine Drogenschmugglerbande hatten Streitigkeiten und trugen diesen Kampf hier aus. Zwei Männer gingen hinein und der Sieger bekam auch immer das worum es ging. Warum diese Kämpfer hineingingen war unerheblich. Nur der Kampf und die Show waren von Wichtigkeit. Die niedrigsten Instinkte wollte man hervorholen, um das Geschäft mit der Arena anzutreiben. Nur wegen dem kommen die Menschen, die nicht nur von der Prometheus kamen um einen illegalen Kampf zu verfolgen.
Durch den Eingang betraten die Kämpfer die Arena. Auf der Seite der AKF war Bull Hurley. Sein Name war genau richtig gewählt. Auf 198cm kamen 130 kg Muskelmasse. Er war wie sein Kontrahent oben ohne. Seine dicken Arme und breite Brust waren mit verschiedenen Bildnissen der Körperkunst überzogen. Sogar manche Erinnerungen aus dem einen oder anderen Knastaufenthalt waren darunter. Der Blick von Bull ließ jeden Mann erschaudern, sein Gesicht war beinahe einer Bulldogge gleich. Dazu kam noch der kahl geschorene Haupt, der Gesamtbild abrundete. Hurley war viele Jahre Frontkämpfer der AKF und war für die richtig brutalen Aufträge zuständig. So tötete er, ein Jahr vor dem Angriff der Cylonen, im Alleingang einen Zug von kolonialen Marines auf Sagittarion. Es sollte nur ein Exempel statuiert werden um eine Freilassung Tom Zareks zu erzwingen.

Sein farbiger Kontrahent war der drahtige Spider, der unter bürgerlichen Namen als Andrew Jackson bekannt war. Er war seit frühster Jugend Drogenkurier auf Caprica. Nebenbei war er der Mann für leise und schnelle Beseitigungen von unerwünschten Subjekten. Darunter waren auch Polizisten, Drogenfahnder und Soldaten der kolonialen Flotte.
Heute ging es um Schulden, die man nicht an die AKF zahlen wollte.

Unter dem tosenden Applaus der Menge traten die Kämpfer ein, beide entschlossen diesen Platz lebendig zu verlassen und seinem Gegner einen schmerzhaften Tod zuteil kommen zu lassen. Sie sahen in die Menge und ihr Adrenalin wurde durch diesen Applaus und Zurufe in die Höhe getrieben. Der Zugang wurde verschlossen. Ihre Leute versammelten sich vor dem Käfig und gaben letzte Anweisungen.
Oberhalb kamen die Platzherren, die White Dragon, und der Champ nahm auf seinem Thron Platz. Wie Gladiatoren aus dem frühen Rom erwiesen die Kämpfer dem besten Kämpfer ihre Ehrerbietung durch ein kurzes Senken des Kopfes.

Fontaine fragte Beide ob sie zum Sterben bereit waren. Denn er musste der Menge nicht mehr ankündigen wer die Kämpfer waren, um was es ging, usw. Durch die Mundpropaganda war alles bekannt. Nur der Kampf war wichtig. Man wollte Blut sehen, die Ur - Instinkte des Menschen erleben.
Beide nickten. Anschließend gab der Champion den Kampf frei.
Bull ging sofort in die Offensive. Wie ein Stier rannte er auf ihn zu und rammte ihn in den sandigen Boden. Durch das auf ihn fallende Gewicht verursacht, spuckte Jackson Blut.
Sein Brustkorb wurde zerquetscht. Aber die Menschen um die Arena wollten keinen kurzen Kampf.
So hob ihn Hurley auf und hob ihn wie ein Stück Papier hoch. Jackson bekam wenig mit, so benommen war er noch. Der AKF Kämpfer hob den Kontrahenten über Kopf und näherte sich einem Metallkasten. Die Meute feuerte ihn an. Sie wollten sehen wie er ihn gegen das Gebilde schleuderte, wollten die Knochen zerbersten hören.

„Mach ein Ende, Bull!“ befahl ihm Richard Grey, sein Boss.

Bull gehorchte. Doch warf er ihn nicht einfach dagegen. Er suchte eine Ecke und stieß Spider mit dem Rücken dagegen. Es war wahrscheinlich in der ganzen Arena zu hören wie das Rückgrat brach. Spider schrie vor Schmerzen als Hurley ihn auf den Boden schmiss.
Regungslos und von Schmerz gepeinigt lag Spider auf dem Boden. Bull blickte auf. Fontaine sah zum Champ und erwartete das Urteil für den kurzen Kampf.
Der Champ streckte die Hand unter seinem Kapuzenmantel hervor. Er ballte die Faust, der Daumen verharrte in einer Mittelstellung. Die Zuschauer versuchten in das Dunkle seiner Kapuze hineinzusehen, um ein Urteil erahnen zu können.
Er ließ sie nicht lange warten. Der Daumen schwenkte nach unten und besiegelte das Schicksal von Andrew.
Dieser hörte anhand der Reaktion der Zuschauer wie das Urteil ausging.

„Bull!!“ riefen die Menschen immer wieder.

Sie feuerten ihn an, erwarteten einen grausamen Tod für Spider. Er wollte sie nicht warten lassen, sie nicht enttäuschen. Von einem Holzpfosten entnahm er eine aufgehängte Axt und wollte sein Werk beenden bevor der Tod ihm zuvorkam. Denn noch war Spider am Leben und der Schmerz sorgte auch noch eine Weile dafür.
Bedrohlich stellte er sich vor seinen Gegner, der ihn mit Angst in den Augen ansah. Bull hob die Axt über seinen Kopf, sah in die Menge und badete in den Jubelschreie bevor er sie mit einer schnellen Bewegung nach unten führte und den Kopf seines Gegners abtrennte.
Das Blut spritze an die blanke Axt, an die Metallkonstruktion und auf den sandigen Boden.
Wie eine Trophäe hob er den abgeschlagenen Kopf auf und zeigte ihn der jubelnden Menge.
Bull hatte mit diesem Kampf 10 Siege davongetragen und warf den Kopf demonstrativ vor die Füße des Champs.

„Ich habe das Recht. Ich will deinen Platz! Komm her, damit ich dich zerquetschen kann!!“ brüllte Hurley.

Seinem Boss gefiel die Sache überhaupt nicht, das war nicht geplant. Doch der bullige Kämpfer ließ sich nicht abbringen. Er wollte die Arena.
Auch die Zuschauer forderten den Champ auf zu kämpfen und bekräftigten Bull in seiner Forderung.

„Cassandra, Cassandra!!“ riefen sie immer wieder.

Der Champ erhob sich und warf seinen Mantel ab. Cassandra kam in einem engen Outfit hervor. Ein bauchfreies Top, enge Lederhosen und Lederarmbänden an ihren Handgelenken. Sie nickte und nahm seine Herausforderung an. Dabei hatte sie dieses gewisse Lächeln, welches nichts Gutes vermuten ließ.
Michael begleitete sie zum Käfig hinunter. Dort stand Bull immer noch mit der Axt und zeigte mit dem Zeigefinger auf sie.

„Ich mach dich fertig, du elender Toaster!!“ drohte er.

Bei diesen Worten überkam Fontaine ein Lachen. Er überreichte seinem Boss ihre zwei Messer und eine Lederkoppel. Sie zog die Koppel an und verstaute die beiden Messer in zwei hinten angebrachte Schäfte.
Die Messer waren aus Silber und Titanium. Die säbelartigen Klingen extra gehärtet und geschärft. Ihre Griffe waren mit Mustern verziert. Der Handschutz war in der Mitte jeweils mit einem roten Rubin verziert, so genannte Drachenaugen. Im Griff selbst war noch eine Klinge untergebracht, die durch einen Mechanismus nach hinten heraus sprangen. Ihre Waffen brachte sie auf Hüfthöhe auf dem Rücken unter.

Michael verließ die Arena und der Kampf war freigegeben. Bull ermunterte durch Aufwärtsbewegungen der Hände ihn anzufeuern. Cassandra sah zu und ließ sich nicht beeindrucken. Der AKF Kämpfer wandte sich der Cylonin zu und nahm die Axt in beide Hände. Nun war er wie im Rausch und visierte sie an. Die Chefin der White Dragon rührte sich immer noch nicht. Nur dieses gemeine Lächeln auf ihren Lippen war vorhanden.
Er wollte nicht länger warten und seinen Preis einfordern. Er stürmte auf sie los, so wie er auf Spider zustürmte. Ein Schrei ertönte durch den Käfig, der Kampfschrei des Bull Hurley. Die Axt hob er seitlich hoch und bereitete sich während des Laufs auf einen tödlichen Hieb vor.
Dabei störte es ihn nicht das Cassandra seelenruhig auf ihn wartete.
Die Waffe von Bull schwang hinunter. Sie war auf dem Weg zu Cassandras Brust und sollte sie tödlich treffen. Erst als sie schon den Luftzug spüren konnte bewegte sich die Cylonin mit einen schnellen Bewegung aus dem Gefahrenbereich. Der Schlag ging ins Leere. Doch war es nicht für ihren Angreifer gewesen. Blitzschnelle zog sie ein Messer heraus und stach es dem AKF Kämpfer mitten in die Brust als er an ihr vorbeilief.
Einen Schritt ging sie zur Seite und ließ ihn vorbeilaufen. Bull bemerkte wie die Klinge in seiner Brust ragte. Sie steckte bis zum Griff in seinem Körper und öffnete einen tödlichen Spalt, wo das erste Blut herauslief.
Bevor er reagieren konnte, zog Cassandra ihre zweite Klinge und schnitt ihm die Sehnen seiner Beine durch. Der 130 kg Mann schrie vor Schmerzen und kippte auf seine Knie.
Die Cylonin ging um ihn herum, trat die aus seinen Händen. Sie zog die in der Brust steckende Klinge heraus und öffnete die Wunde.
Die Menge verlangte nach Blut und forderte den Tod Bulls. Cassandra hörte ihre Worte und hielt ihre beiden Klingen gekreuzt an seinen Hals.

„Niemand fordert mich ungestraft heraus und beleidigt mich noch dabei!“ flüsterte sie ihm ins Ohr.

Kurz bevor sie den Willen der Menge erfüllte kam Protest von der Seite der Arena. Ein Mann verlangte nach Gnade. Es war der Bruder von Bull. Er und Richard forderten die sofortige Freilassung ihres Kämpfers. Cassandra aber war im Blutrausch. Sie sah die Männer an und hatte ein verhöhnendes Lächeln im Gesicht. Es war nur ein kurzer Augenblick als die Klingen den Hals von Hurley aufschlitzen. Das Blut spritze ihr ins Gesicht und Oberkörper.
Der bullige Kämpfer fiel zur Seite, wo sein Blut in den Sand verlief.
Die AKF Kämpfer wollten sich das nicht gefallen lassen und stürmten den Käfig. Sie überwanden die Wachen der White Dragon und waren auf Rache aus.
Die Menge rastete aus und freute sich über das was sie geboten bekamen. Die Wetteintreiber kamen kaum noch hinter die Wetten einzusammeln.

10 AKF Männer sammelten sich im Käfig und standen der Cylonin gegenüber. Sie waren nach Blut aus, nach ihrem Blut. Michael wollte schon Schusswaffen einsetzen, doch sein Boss ließ es nicht zu. Der Bruder von Bull zeigte mit dem Finger auf sie und deutete durch eine Handbewegung an das ihr Kopf der nächste war.
Von den Gebilden entnahmen die Herausforderer Waffen und sammelten sich um sie.

„Das war mein Bruder, du Miststück!“

Die Wut in seiner Stimme erschütterten sie nicht im Geringsten. Sie spielte mit ihren Messern und wartete geduldig ab bis der erste AKF Kämpfer angriff. Von hinten hörte sie Schritte. Einer der Männer griff sie mit einer Rohrstange an. Sie schloss kurz ihr Auge und konzentrierte sich auf den Angriff. Danach ging es schnell. Sie wich aus, ließ ihn ins Leere laufen und stach dabei seitlich in den Hals. Die Klinge schnitt aufgrund seiner Vorwärtsbewegung seine Kehle auf und er verstarb noch während des Falls.

Nun ging es Schlag auf Schlag. Noch nicht auf dem Boden angekommen stürmte der Nächste los. Er holte mit einem mit Nägeln durchsetzten Knüppel aus. Cassandra fing seinen Schlag dadurch ab dass sie die zweite Klinge durch sein Handgelenk trieb. Vor Schmerz ließ er den Knüppel fallen. Derweil griff Nummer 3 an. Er wollte die Cylonin mit einem Fleischerhaken aufspießen. Doch weit kam er nicht. Sie zog das Messer aus der Kehle von Nummer Eins und stach ihn von unten herauf in die Geschlechtsteile und drehte dabei die Klinge in einer Bewegung.
Die männlichen Zuschauer konnten wohl seinen Schmerz nachempfinden. Aber mit Gnade oder Verständnis war nicht zu rechnen. Im Gegenteil, sie feuerten Cassandra umso mehr an.
Die Cylonin drehte ihre Klinge aus dem Hodensack von Nummer 3 und rammte diese über das linke Ohr in den Schädel von Nummer 2.
Ein weiterer Angreifer schnappte sie von hinten. Er legte eine Kette um ihren Hals und warf sie zu Boden. Dabei ließ sie aber die Messer nicht los und riss Teile von Nummer 2 mit sich. Sie gab dem Kerl mit der Kette die Nummer 4. Nummer 5 nahm seine Machete und wollte eine Hand von ihr abtrennen. Cassandra stach ihre Messer durch die Schuhe von Nummer 4, die Klingen trieben durch das Fleisch seiner Füße. Nummer 5 holte sie durch einen Tritt von den Füßen, nachdem 4 vor Schmerz die Kette losließ. Beim Aufstehen musste Cassandra einen Hieb einer Axt ausweichen. Dabei ging sie ins Hohlkreuz über und dank ihres sehr gelenkigen Körpers ging der Schlag vorbei. Er traf stattdessen den Schädel von Nummer 4, der sich, durch den Schmerz verursacht, nach vorne beugte um die Messer aus seinen Füßen zu ziehen.
Sein Schädel wurde durch die Wucht regelrecht gespaltet. Das Blut spritze sogar auf das Top der Cylonin. Beim Aufrichten bekam sie einen Schlag mitten ins Gesicht und wurde zurückgeworfen. Man wollte sie an den Wänden des Käfigs aufspießen. Nummer 5 stand auf und wollte Nummer 6 helfen, der Cassandra mit der Axt erledigen wollte.

Unter den Begeisterungsstürmen der Menge schlugen die verbliebenen Männer auf das Modell Nummer 8 ein. Sie steckte einige Schläge auf Becken und Seitenbereiche ein. Man glaubte sie nun erledigen zu können, doch sollten sie gleich eines Besseren belehrt werden.
Die Männer machten der Nummer 6 Platz, damit dieser sie mit der Axt töten konnte. Sie fing seinen hoch angesetzten Schlag ab und trat ihm mehrmals in die Weichteile. Er ließ die Waffe los und diese nutzte sie um der Nummer 7 das linke Bein mit einem Schlag abzutrennen.
Dieser fiel um und schrie vor Schmerzen. Die Menge tobte als er seinen Beinstumpf hielt und sein Blut auf den Boden der Arena tropfte. Mit einem weiteren Streich mit der Axt schlug sie Nummer 9 den Kopf ab und trat den fallenden Körper gegen die Käfigwand. Sie warf die Nummer 6 ebenfalls gegen die Wand, wo man sie zuvor noch aufspießen wollte. Die Klingen und der Stacheldraht schnitten sich in sein Fleisch. Cassandra trat noch einmal nach, schubste ihn richtig hinein und schwang anschließend die Axt von unten heraus zwischen seine Popacken. Der Nummer 8 boxte sie mit mehreren schnell aufeinander folgenden Schlägen ins Gesicht, nahm sein Springmesser aus der Hand und stach es ihm in die Kehle.
Sie wich anschließend den Angriffen von Nummer 5 und 10 aus, holte sich bei einer geschickten Drehbewegung ihre Messer aus den Füßen von Nummer 4 wieder.

Die Nummer 10, der Bruder von Bull, schnappte sich die Machete und eilte auf Cassandra zu. Er holte aus und schlug vorbei, als sie auswich. Dabei stach sie ihn in den Oberschenkel und dem angreifenden Nummer 5 mit der zweiten Klinge in das Herz, als er mit einem Knüppel von oben herab schlagen wollte. Sie drehte die Klinge in seinem Brustkorb und trat ihn danach weg. Während er fiel sah sie im Augenwinkel die Klinge der Machete und entkam mit einer Vorwärtsrolle dem Bruder von Bull.

„Ich bring dich um!“ schrie er und eilte ihr nach.

Cassandra rannte zu einer Metallkonstruktion, rannte zwei Schritte an ihr hoch, schubste sich von der Konstruktion weg, drehte in der Luft und stürzte sich mit den beiden Messern in den Händen auf Bulls Bruder. Er blieb wie erstarrt stehen als die Klingen ihrer Messer seine Brust durchbohrten und ihn auf die Knie zwangen.
Das Blut lief an den Klingen herunter während er sie mit Schmerzen ansah. Sein Herz war außer Takt, sein Puls schoss in die Höhe. Er konnte diesen Wahnsinn in ihren Augen sehen. Diesen Blutrausch, der sie einnahm. Die Menge tobte und verlangte das Cassandra ihren 56. Sieg traditionell mit dem Tod beendete.
Sie gab schließlich was die Menge verlangte. Keine weiteren Worte wurden von ihr verschwendet. Sie zog ein Messer heraus und stach es von unten, durch den Unterkiefer, in den Schädel hinein.

„Pussy!“ verhöhnte sie ihn dabei zusätzlich.

Beim Stoß rasteten die Menschen aus. Sie feuerten sie an, riefen ihren Namen immer wieder und ständig etwas lauter. Sie holte ihre Klingen aus seinem leblosen Körper und hielt die blutverschmierten Waffen in die Höhe. Sie demonstrierte damit was geschah wenn man sie herausforderte. Und durch diese Demonstration machte sie einige sogar um einige Cubits reicher an diesem Tag.
Sie genoss es wie die Menschen sie anfeuerten. Cassandra fühlte sich wie eine Göttin. So hatte sie sich ihr Leben vorgestellt. Sie wurde geachtet und gefürchtet zugleich.
Niemand sollte ihr dieses Leben, diese Position streitig machen, ohne sein Leben als Preis einzusetzen.
Ihre Leute öffneten den Ausgang und begannen die Leichen unter der jubelnden Masse zu entfernen. Sie würden wie Clive in der Müllpresse enden.
Fontaine gab ihr Handtuch, womit sie sich das Blut von ihren Gegnern abwischen konnte.

„Schmeißt den Abschaum aus meiner Arena!“ befahl sie ihrem Stellvertreter.

„Ich kümmere mich darum!“ versicherte er ihr.

„Nein, du hast einen anderen Auftrag.“ antwortete sie sofort darauf und überreichte ihm ihr Handtuch beim Verlassen des Käfigs.

Michael verstand und gab ihren Befehl an die Männer weiter, die anschließend die Menge aus der Arena hinausschmissen.
Er selbst ging danach zu ihrem Quartier. Gaya hatte Unterricht und war somit nicht zuhause. Hinter dem seidenen Vorhang sah er wie Cassandra sich ihrer Kleidung entledigte. Sie sah kurz über die Schulter und winkte ihn mit dem Finger zu sich. Daraufhin schloss er das Quartier und ging langsam an sie heran.
Nackt und teilweise noch mit Blut und Dreck bedeckt stand sie vor ihm. Er näherte sich ihr von hinten und umschloss sie mit einer zärtlichen Umarmung. Fuhr mit seinen Händen über ihre Brüste, was sie noch mehr zur Erregung brachte, noch mehr wie sie bereits durch den Kampf war.

„Lass mir ein Bad ein und setz dich schon mal hinein.“ befahl sie ihm.

Wie verlangt tat er es auch. Er fand sie besonders in diesem Moment am schönsten. Das Blut ihrer Feinde an ihrem exotischen Körper törnte ihn noch mehr an. Nun fand das anschließende Bad statt. Er füllte das Luxusbecken mit warmem Wasser, gab duftende Öle hinzu, legte ihre Seife zurecht und streute einige Rosenblüten hinein. Danach zog er sich aus und stieg in das Bad. Bevor sie kam zündete er noch einige Kerzen auf dem Beckenrand an.
Einen Augenblick später stand sie auch schon am Becken. Der teure Seidenmantel war unverschlossen und offenbarte ihren schönen Körper.
Er half ihr wie immer aus dem Bademantel und anschließend in das Becken hinein. Dabei achtete er jedes Mal darauf dass ihre Augenklappe nicht durchnässt wurde.
Vom Rand nahm er die Seife und begann ihren Körper vom Blut und Schmutz aus der Arena zu säubern. Dabei genoss sie die zärtlichen Berührungen mit dem Schwamm, den Michael nutzte.
Nach wenigen Minuten nahm sie seine Hand und drückte so fest zu das er den Schwamm fallen ließ. Mit ein wenig Gewalt drückte sie ihn gegen die Beckenwand und setzte sich auf ihn. Mit einer Hand drückte nahm sie seine Kehle und näherte sich langsam.

„Wer ist hier der Boss?“ fragte sie ihn.

„Du!!“ antwortete er unterwürfig.

Cassandra drückte nicht zu, doch wusste er dass sie es jederzeit könnte. Diesmal näherten sich nur ihre Lippen und gaben ihm seine Belohnung. Sie beanspruchte seinen ganzen Körper um ihre Leidenschaft zu befriedigen, was sie zum Wohlgefallen Fontaines auch anschließend tat

Viper047
21-07-2008, 03:58 PM
Kapitel 17


Das Erwachen der Kinder ( Teil 1 )


Battlestar Galactica
Standort: NDC 87
Auftrag: Schutz der Flotte


3 Wochen waren seit der letzten Begegnung vergangen. Die Cylonen stellten die Galactica und ihre Flotte in einem 3 Sonnensystem. Die Viper zogen sich bereits zurück, die Flotte war gesprungen und nur noch die Galactica war übrig.
Im CIC sah Adama konzentriert auf das DRADIS. Die Kommandeure der Basisschiffe lernten aus ihren Fehlern und blieben dem Kampfstern so gut wie möglich fern. Sie feuerten mit ihren Abstandswaffen und erzielten heute keine großen Erfolge. Der Battlestar verdichtete sein Flakfeld zu einer undurchdringlichen Mauer. Raider zogen sich mittlerweile zurück. Ihre halbe Angriffsmacht scheiterte am Flugabwehfeuer der Galactica, da die Basisschiffe ihnen keine richtige Feuerunterstützung leisten konnten, bzw. wollten.

„Viper gelandet, Admiral!“ meldete Dee.

Admiral Adama und sein XO sahen ein letztes Mal auf das DRADIS und bemerkten das die Cylonen plötzlich eiligst ihre Jäger zurückriefen. Die letzte Angriffswelle brach ihren Anflug ab und verzichteten die Galactica vor ihrem Sprung noch anzugreifen. Die Basisschiffe stellten das Feuer ein und zogen sich ebenfalls zurück.
Mit Misstrauen verfolgte Tigh den Rückzug. Die Cylonen waren klar im Vorteil. Also warum sollten sie sich zurück ziehen?

„Entweder wird mein Auge schlechter oder die verpissen sich gerade!“ meinte Tigh.

„Nein, die ziehen sich tatsächlich zurück. Und das sollten wir auch tun! Gaeta, Sprung!“

„Aye, Admiral.“

Felix führte den Sprungkristall ein während Dee über Schiffscom den Sprung ankündigte.

„An die Crew: Vorbereiten für FTL Sprung!“

„5…4…3…2…1…Sprung!!“

Nachdem Gaeta runterzählte, drückte er den Auslöserknopf für den FTL und die Galactica verschwand in einer Sprungblase.

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Battlestar Galactica
Standort: NDC 872
Auftrag: Schutz der Flotte

Nach wenigen Stunden kehrte ein Raptor zurück und meldete dem CIC das der Rücken feindfrei wäre. Dee brachte die Meldung zum Admiral. Dieser saß mit Laura Roslin in seinem Quartier. Der Marine ließ sie herein und überreichte die Meldung Admiral Adama. Er saß an seinem Schreibtisch, Roslin ihm gegenüber, und las sich die Meldung in Ruhe durch. Es bereitete ihm Sorgen das niemand die Flotte verfolgte. Waren die Cylonen in den letzten Monaten doch stets zuverlässig mit ihren Verfolgungsverbänden.
Anastasia verließ ohne Meldung das Quartier und ließ die Präsidentin und Adama alleine.
Roslin bemerkte seine Sorgenfalten auf der Stirn. Sie runzelte selbst die Stirn und streckte ihre Hand aus. Sie wollte sehen was den alten Mann beschäftigte.
Der Admiral übergab ihr die Meldung und holte in der Zwischenzeit etwas Flüssiges zum Verdauen. Er hatte noch einen guten Scotch in seinem Privatschrank.

Laura las die Meldung der Raptorcrew ebenfalls ein wenig besorgt. Hatten die Cylonen etwas vor? Oder hatte etwas anderes ihre Aufmerksamkeit erregt? Sie schätzte dass sie dieselben Fragen stellte wie Adama und hoffte dass er eventuell eine mögliche Antwort parat hätte, was das Verhalten erklären könnte.

„Wäre das nicht ein Traum wenn die Cylonen uns in Ruhe ließen?“ fragte sie den Admiral.

Adama setzte seinen alten und müden Körper in seinen Sessel und stellte der Präsidentin ein Glas hin.

„Nur ein wenig, danke!“

„Ich habe eh das Gefühl das sie das Interesse an uns verlieren. Aber ich möge mich auch irren.“

„Ihre Worte in den Ohren der Götter. Aber glauben sie wirklich daran, Bill?“

Er schenkte Beiden ein. Sie stießen an und nahmen einen kleinen Schluck. Die Frage der Präsidentin konnte Adama recht schnell beantworten.

„Nein, kein Stück!“

Bei dieser raschen Antwort musste Laura lachen. Das war William Adama wie man ihn kannte. Eine andere Antwort hätte sie auch nicht erwartet. Aber sie wusste was er damit beabsichtigen wollte.

„Hör auf mich beruhigen zu wollen. Die Gefahr durch die Cylonen ist wie die Politik. Man sollte sich ständig der Gefahr von außen bewusst sein, ansonsten herrscht morgen Anarchie.“

„Ist das nicht schon immer unser Urzustand gewesen?

„Meine Rede, Bill. Demokratie ist wie die Erziehung von Kindern. Man muss ihnen von Kindesbeinen an die Werte vermitteln und hoffen dass sie in der Pubertät auch haften bleiben. Man muss sie vor äußeren Einflüssen beschützen, sie ständig an ihre Pflichten erinnern, und zu den Göttern beten das sie bald das Haus verlassen mögen!“

Laura und Bill Adama lachten zu dem Vergleich Kindererziehung und Demokratie. Denn Roslin hatte es in letzter Zeit nicht leicht. Je mehr die Angriffe durch die Cylonen zurückgingen, umso mehr traten die gesellschaftlichen Probleme wieder zum Vorschein. Auf ihrem Tisch stapelten sich die Beschwerden über Nahrungsverteilung, Arbeitsplätze, Schutzbestimmungsverletzungen am Arbeitsplatz, Anfragen von religiösen Gruppen, Aufforderungen zu Stellungnahmen, und vieles mehr.
Sie arbeitete meist bis in die Nacht hinein, erfüllte dazu ihre täglichen Aufgaben, koordinierte alles zusammen mit ihrer Doloxanbehandlung. An manchen Tagen wusste sie nicht mal wo ihr Kopf nun stand. Manchmal wünschte sie sich einfach nur Urlaub nehmen um all dem entfliehen zu können. Doch dann würde sie ein schlechtes Gewissen überkommen. Würde ihr Vertreter alles in ihrem Sinne tun? Sicherlich würde sie Kontrollbesuche machen und ihm über die Schulter schauen.
Da könnte sie auch gleich im Amt bleiben und alles selbst tun.

William Adama schenkte Beiden noch mal nach um auf die Kindererziehung anzustoßen. Aber dabei hatte er nicht nur ein lachendes Auge. Auf der anderen Seite musste er an seine Kinder denken. Er hatte kaum etwas von ihnen mitbekommen, war viele Monate unterwegs während seine Frau alleine mit den Söhnen zurechtkommen musste. Nun versuchte er alles nachzuholen, aber musste eventuell sich selbst eingestehen dass es bereits zu spät sein konnte.

„Auf die Schrecken der Kindererziehung und ihre Auswirkungen auf die Demokratie, Frau Präsident!“

„Sicher dass sie nicht in die Politik wollen, Bill? Sie haben das Grundprinzip bereits verinnerlicht.“ scherzte Roslin und stieß mit Adama an.

„Glauben sie mir, das würden sie nicht wollen. Ich würde mich selbst nicht einmal wollen. Sie sind am richtigen Platz, genauso wie ich an meinem Platz bin. Fordern wir das Schicksal nicht heraus.“

„Manchmal, Admiral, muss man nehmen was da ist. Und das ist nicht immer das was man will. Und noch ein Glas mehr und ihr höre mich an wie sie!“

Laura lächelte. Denn der letzte Satz war ein Originalzitat von Admiral Adama kurz nach der Befreiung von Neu Caprica. Er bezog es auf die Präsidentschaft von Tom Zarek, die er nach der Absetzung Baltars als rechtmäßiger Vizepräsident übernahm. Adama war mit Zarek überhaupt nicht einverstanden und fuhr die Zusammenarbeit mit dem Büro des Präsidenten herunter. Zarek war nach Adama ein Terrorist, der viele Soldaten tötete oder töten ließ. Jemand der das System von innen heraus zerstören wollte, ohne Rücksicht auf Verluste. Der Admiral machte ihm von Anfang an klar das Zarek die Unterstützung des Militärs fehlen würden, obwohl er rechtmäßig als Präsident im Amt war. So ließ er ihn schnell erkennen dass der aktuelle Präsident auf verlorenem Posten stand, dass das Militär nur hinter Roslin stehen würde. Das Militär war nicht parteilos.

„Dem wollen wir vorbeugen, Frau Präsident.“

Admiral Adama lächelte zurück und schloss die Flasche.

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Ein Bereich der Krankenstation glich einer Zelle. Ein Bett war mit schwer bewaffneten Marines umstellt, der weiße Vorhang zugezogen. Dahinter lag der wohl gefährlichste Gefangene der Galactica – die Cylonin die einst als Boomer bekannt war.
Sie hatte eine schwere Kopfverletzung und Cottle entschied zur Regeneration sie in ein künstliches Koma zu legen. Doc Cottle verband zunächst die Stirn, heute trug sie dort noch einen kleinen Verband.
Ansonsten trug sie am Körper blaue Flecken davon, hatte Prellungen an Armen und Beinen, verursacht durch die herab fallenden Teile der Zelle.
Nun lag sie 3 Wochen im Bett, Maschinen überwachten ihre Vitalwerte. So ruhig, so einsam und so unschuldig lag sie im Bett. Wer hätte vermuten können dass diese Frau für das Schiff, für die Flotte eine solche Gefahr darstellen konnte. Waren ihre Motive immer noch im dunklen, verborgen vor den Anderen. Nur sie wusste warum sie hier war.
Warum nahm sie dass alles nur auf sich? Wäre es ihr bei den Cylonen nicht besser ergangen?

Am Bett saß Chief Tyrol. Er war öfters bei ihr um zu sehen wie es ihr ging. Cottle sagte das ihr Zustand in den letzten Tagen stabil war. Was ihm auffiel war dass Boomer sich sehr schnell erholte. Ihr Körper reparierte in erstaunlicher Geschwindigkeit ihre Verletzungen. Selbst auf Neu Caprica hatte er solch ein Phänomen bei Cylonen nicht gesehen.
Es war nur eine Frage der Zeit bis Sharon aus dem Koma erwachte. Er wollte es ihr überlassen und sie nicht Zwangswecken.
Die Anwesenheit Tyrols ließ er zu. Er meldete es nicht an Adama weiter, da normalerweise der Befehl galt dass niemand auch nur in die Nähe der Cylonin kam.
Aus einem unerklärlichen Grund hing die Genesung Boomers mit Galen zusammen. Als würde sie spüren wenn er da wäre, genau wissen das es seine Hand war die ihre umfasste.
Tyrol saß Stunden an ihrem Bett, blickte sie an und streichelte ihre Hand.

So auch heute. Er hielt ihre Hand. Streichelte ihren Handrücken. Wenn er sie so ansah, dann ertappte er sich selbst dabei wie sehr seine Gedanken um sie drehten. Hatte Cally recht gehabt? Hatte er automatisch nur an sie gedacht als sie an Bord gekommen war? Doch dabei kam ihm eine viel wichtigere Frage auf: Hatte er Cally jemals so geliebt wie er Sharon liebte?
Er wusste schon länger das Cally in ihn verschossen war und alles tat um seine Aufmerksamkeit zu bekommen. Sie hasste Boomer schon vor dem Wissen das sie ein Cylon war.
Er liebte Nicolas über alles, soviel stand fest. Aber liebte er auch dessen Mutter so wie es sie verdient hatte. Schließlich saß er hier. Er hielt ihre Hand. Er wusste was sie war und trotzdem hielt er ihre Hand. In Boomers Nähe war alles so anders und doch vertraut.
Was war bloß mit ihm los? Er sollte um Cally trauern und nicht bei der Frau sitzen, die er all die Jahre aus seinem Gedächtnis verbannt hatte, sie aus seinem Herzen herausgerissen. Obwohl, hatte er es jemals getan? Hatte er sich wirklich von ihr gelöst oder log er jedes Mal auf die Frage ob er noch an sie denken würde. Ein deutliches Nein bekam jeder zu hören der ihn nach Sharon Valerii befragte. Log er? Belog er sich und andere in Bezug auf Valerii?
Aber was war mit Cally? Der Trauer und der Schmerz über ihren Verlust. Die Wut über ihren Mörder! Oder war es nur die Wut über Cally, die Mörderin seiner einstigen Geliebten.
Er wusste es nicht. Alles macht ihn durcheinander, ließ Galen keinen klaren Gedanken fassen.
Warum war sie nur hier? Kam sie wegen ihm zurück?

Nein, den Gedanken strich er sofort wieder. Cally, seine Frau hieß Cally Tyrol und das mit Boomer war vorbei! Aber warum saß er hier? Es machte doch alles keinen Sinn! Jeden Tag saß er hier und hielt ihre Hand. Wartete darauf dass sie aufwachte.
Doch sollte er nicht hier sein. Niemand sollte bei ihr sein. Schließlich war sie eine Verräterin, erschoss den alten Mann und hatte Jagd auf die Flotte gemacht. Sie half den Cylonen Neu Caprica zu besetzen und wer weiß welche schrecklichen Taten sie noch beging.
Seine Hand löste sich von ihrer. Tyrol wollte endlich Frieden finden. Den in ihrer Nähe zu sein bedeutete nur wieder Ärger.
In diesem Augenblick zeigte das EKG an ihrem Bett Regungen an. Der Herzschlag und der Puls gingen nach oben. Die Augen von Sharon öffneten langsam.

Das grelle Licht machte ihr noch zu schaffen. Sie petzte die Augen zu. Danach öffnete sie behutsam. Zunächst war alles weiß, danach waren erste Konturen von Menschen und Gegenständen zu erkennen.
Jemand fasste ihren Kopf an. Ein helles Licht tauchte vor ihren Augen auf und schwenkte mehrmals vor ihr herum. Sie konnte zuerst nur ein Rauschen wahrnehmen, einen Augenblick später wandelte das Rauschen in Stimmer um.

„….melden sie Admiral Adama dass die Cylonin aufgewacht ist!“

Sie erkannte diese dunkle und rauchige Stimme. Es war Doktor Cottle. Sie entfernte sich so schnell wie sie auch kam. Nun fühlte sie einen Druck auf ihrer linken Hand. Sie wendete ihren Blick zur Seite. Es war Galen. Aber was suchte er hier? Sollte er nicht irgendwo unter einer Viper klemmen und die Crew zusammenscheißen?

„Hey!“ sagte sie zaghaft.

Sie war noch geschwächt, ihre Kehle trocken. Sie wurde die ganze Zeit über Lösungen ernährt. Boomer schluckte mehrmals und blickte auf die Hand auf ihrer. Es war tatsächlich seine Hand. Wie lange hatte sie sich diesen Augenblick ersehnt. Wieder seine Gegenwart spüren zu können.

„Wie geht’s dir?“ fragte Galen leise.

„Hat sich jemand das Nummernschild des Lkw’s gemerkt? Als wäre mir etwas vor den Kopf gefahren!“

„Kann ich dich etwas fragen, Sharon?“

Es würde nicht lange dauern und Admiral Adama käme auf die Krankenstation. Er wollte die verbleibende Zeit nutzen, die für ihn alles entscheidende Frage stellen. Es ließ ihm keine Ruhe. Er musste sie fragen.

„Sicher!“ antwortete sie ihm.

Doch sicher war sie sich nicht. Sie hatte Angst davor ihm zu antworten, wusste sie insgeheim was er fragen würde. Doch würde sie ihm die Wahrheit sagen? Jetzt, nachdem Cally tot war? Oder sollte sie schweigen? Hatte er doch schon in der Vergangenheit Ärger und Zelle für sie in Kauf genommen. Doch diesmal nicht. Sie würde sich selbst verraten nur um ihn vor sie zu schützen.

„Warum bist du wieder zurück gekommen?“

Da war sie. Die Frage, die am besten nie gestellt werden sollte und doch deren Antwort alles war. Nein, sie konnte es ihm nicht sagen. Noch nicht! Sie würde es ihm so gerne, aber wie würde er darauf reagieren? In ihrer Fantasie malte sie es sich so oft aus. Aber das war die Realität. Vielleicht tat seine Reaktion ihr weh, oder vielleicht tat ihre Antwort seiner Seele weh. Alles hing an einem seidenen Faden, war so kostbar und verletzlich.

„Bitte zwinge mich nicht dir darauf zu antworten.“ sagte sie darauf.

Sie sah ihn mit großen Augen an. Erste Tränen flossen von ihren Wangen hinunter. Diese Frage stach ihr mitten ins Herz.
Aber alleine ihre Reaktion darauf sagte Tyrol schon alles. Er umschloss ihre Hand fester und streichelte ihre Wange. Noch bevor er darauf was sagen konnte kam auch schon Colonel Tigh hinzu.

Er glaubte nicht was er vorfand. Ohne zu fragen, ohne die Situation weiter zu interpretieren ließ er Tyrol sofort in Gewahrsam nehmen und abführen. Marines rissen Tyrol von Sharon los und führten ihn in die nächste Zelle. Tigh suchte derweil Doc Cottle auf um ihn auf diese Ungeheuerlichkeit zu befragen.

„Doktor Cottle!“

„Colonel, was kann ich für sie tun?“ fragte Cottle nahezu gleichgültig.

Er hatte bereits gesehen was geschah und den Rest konnte er sich nun denken.

„Sind sie von allen guten Geistern verlassen worden. Der Befehl des Admirals war mehr als deutlich. Niemand nähert sich auch nur im Geringsten dem Ding da. Und nun finde ich den Chief schmusend mit dem Ding vor. Was für eine Krankenstation führen sie hier überhaupt? Das wird ein Nachspiel haben, verlassen sie sich darauf, Doc!“

Der XO hob drohend seinen Finger und verließ wutentbrannt die Krankenstation. Er wollte den Verstoß sofort an den alten Mann weitermelden.
Der Doc blieb gelassen stehen und war froh das Tigh schnell seine Station verließ, ansonsten hätte er ihn noch das ein oder andere Wort dazu gesagt. Schließlich war er der Schiffsarzt und es oblag ihm wie er die Genesung seiner Patienten beschleunigte. Und wenn die haltende Hand von Galen Tyrol die Regeneration der Cylonin beschleunigte, so sollte es ihm recht sein.
Er warf sein Stethoskop über die Schulter und sah nach seiner Patientin. Boomer lag mit dem Rücken zu ihm und ihr Schluchzen war zu hören. Es tat ihm irgendwie leid, aber dagegen tun konnte er nichts.

„Ich komme später noch mal!“ sagte er ihr und ließ die Marines den Vorhang zu ihrem Bett zuziehen.
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Im Besprechungsraum der Piloten herrschte eine ungewöhnliche Stille. Nach dem kurzen Aufeinandertreffen mit den Cylonen machten die Piloten erneut 3 Kreuze in ihren Kalendern. Es gab keine Verluste und das sollte solange wie möglich bleiben.
Apollo stand am Pult und wies die Piloten in die CAP ein. Dabei sah er immer wieder in die vorderste Reihe. Der 3. Sitz von links. Er war leer. Es war Karas Sitz. Bisher traute sich niemand diesen Sitz zu besetzen. Es herrschte eine Art Respekt vor der toten Starbuck. Man behielt sie so in Erinnerung. Der leere Sitz sollte symbolisch andeuten das Kara immer noch unter ihnen war.
Aber reden tat niemand. Man verdrängte alles was sie betraf. Nur in den Herzen der Piloten sollte se weiterexistieren, vor allem sollte sie im Stillen weiterleben.

„So, dann wäre Sektor 14, denn machen wir noch mal. Da kümmert sich Helo darum. Ich denke das aus der Erfahrung dort die meisten Angriffe stattfanden….“

„Sie meinten sicherlich Sektor 15, Sir!“ korrigierte Captain Agathon.

Lee sah auf seinen Plan und Karl hatte recht.

„Ja, Sektor 15, das meinte ich doch. Wie komme ich nur auf 14?“

Major Adama lachte leise und blätterte weiter. Jeder im Raum wusste wie sehr Apollo unter dem Tod von Kara litt. Das war auch im Dienst zu sehen. Er vergaß Dinge, brachte Befehle durcheinander, war irgendwie abwesend. Aber seine Kameraden ließen ihm die Zeit. Schließlich verlor er nicht nur einen Piloten. Er verlor seine Frau und die Mutter seines Sohnes.

Etwas verloren blätterte Lee in seinen Unterlagen. Er hatte noch etwas, aber was war es? Die Offiziere sahen ihn an und warteten geduldig. Doch ihre Blicke ließen ihn nur noch nervöser werden. Er hatte das Gefühl als würden sie ihn durchdringen. Sein Puls stieg ein wenig und er fühlte sich sichtlich unwohl in seiner Haut. Irgendwas musste es doch sagen solange er noch am suchen war.

„Ja..ähm..gut. Wir hatten keine Verluste erlitten und das ist doch sehr gut. Wir dürfen nicht unsere Wachsamkeit durch Routine vernachlässigen. Also, haltet eure Augen auch weiterhin offen und passt auf euch auf. Wir sind für die Flotte verantwortlich und müssen sie verteidigen…“

Die Viperpiloten hörten ihrem CAG zu, doch waren seine Worte unsicher und wahllos gewählt. Sie sahen ihn an wie sehr er nun einfach sich auflösen wollte, irgendwo anders, nur nicht hier zu sein.
In diesem Augenblick betrat der Admiral den Raum. Er setzte sich in die letzte Reihe und hörte seinem Sohn zu. Er hatte schon gemeldet bekommen wie sich der Zustand seines Sohnes verschlechterte und es Auswirkungen auf den Dienst hatte. Und als CAG machte es keinen guten Eindruck. So bestand Handlungsbedarf seitens des Admirals.

„Ach ja, da ist es ja. Doc Cottle hat einen Zeitraum für die Tauglichkeitsuntersuchungen festgelegt. Er bittet jeden Piloten, bei dem die nächste Unersuchung ansteht, sich zu melden. Zeitraum findet ihr am schwarzen Brett. Niemand kann sich entziehen, da er die Akten über euch hat. Notfalls schleppe ich euch dorthin.
Aber das wollen wir vermeiden, ihr seid ja groß, nicht wahr?

Darüber hinaus holen die Piloten ein neues Paket zum Schutz vor sexuellen Krankheiten. Laut Gerüchten soll sich auch ein Gleitcreme aus Algenextrakten darin befinden. Ihr könnt mir ja sagen ob da was dran ist.“

Wie aufs Stichwort holte Helo aus seinem Kombi ein kleines Päckchen heraus. Es war schon geöffnet. Darin befanden sich eine Aufklärungsbroschüre, 6 Kondome in neutraler Farbe und eine kleine Tube mit Gleitcreme. Er und Athena lasen sich die Inhaltsstoffe durch und tatsächlich war das Gleitmittel aus den geernteten Algen.

„Kann ich bestätigen, CAG. Ist aus Algen gemacht. Was kommt als nächstes – die Algenpille?“

„Sieht aus als hättet ihr es schon benutzt!“ scherzte Hotdog beim Anblick der Tube.

„Das heißt auch nicht mehr Sex oder Beischlaf – sondern man hatte einen Alg-o-pop!“ antwortete Sharon trocken darauf.

Die Stimmung wurde gelöster. Der sehr trockene Humor der Cylonin löste heitere Stimmung aus und ein Pfeifen ging durch den Bereitschaftsraum. Man feixte über ihren Kommentar und spannte ihn an mancher Stelle sogar weiter. Selbst Apollo musste lachen.

„Danke für den sehr geistreichen Kommentar, Starbuck! Nun, Scherz beiseite. Holt euch euren Vorrat und den Rest behält ihr für euch!“

Major Adama blickte in die Runde. Die Stimmung wurde wieder gedrückter. Es dauerte nicht lange bis Lee selbst merkte was geschah. Normalerweise war Kara für solche geistreiche Ergüsse verantwortlich. Es klang einfach so vertraut.
Er fuhr nervös durch sein kurzes Haar und winkte die Piloten schließlich raus. Nun hatte er dem ganzen die Spitze aufgesetzt. Er nahm den Namen, welcher nicht mehr ausgesprochen werden sollte, in den Mund.
Lee setzte sich, nachdem die Piloten draußen waren, einen Platz neben Karas Platz. Er strich mit seiner Hand über die leere Fläche. Er vermisste sie so sehr. Jeder Tag ohne sie war unerträglich. Warum ging sie nur? Warum hatte sie ihn verlassen?
Als die ersten Tränen anfingen zu laufen reichte ihm sein Vater ein Tuch. Es war ihm nicht aufgefallen das der Admiral anwesend war - bis jetzt.

Sein Vater setzte sich in den übernächsten Sitz und sah seinen Sohn an. Trotz der abgewischten Tränen sah er die Verbitterung, die Trauer und der endlose Schmerz in seinem Herzen. Obwohl er selbst sehr darunter litt, so musste der Dienst Vorrang haben. Er brauchte seinen CAG um den Flugbetrieb aufrecht zu erhalten. Und er wollte nicht das Lee einem anderen weichen musste. Denn Adama hatte keinen Kandidaten der ihn ersetzen könnte. Nach Kat und Starbuck war Apollo der Einzige der den Job des CAG nach seinen Vorstellungen erfüllen konnte.

„Rede mit mir, Lee. Ich sehe doch wie fertig du bist.“

„Ich vermisse sie, Dad. Ich kann es nicht glauben dass sie weg ist. Ich will es nicht glauben. Es erscheint mir alles so leer ohne sie. Sie ist irgendwo da draußen, ich kann es spüren.“

Die Worte seines Sohnes waren voller Trauer. Er konnte den Blick von ihrem Sitz nicht lassen. Für ihn war sie noch voller Leben. Sie war ständig in seiner Nähe und wartete nur darauf zu ihm zurückzukehren.

„Lee, Kara ist tot. Du musst sie loslassen. So schwierig es auch sein mag, aber du musst Kara loslassen.“

Lee sprang auf. Diese Worte wollte er auf gar keinen Fall hören. Kara war nicht tot. Niemand fand ihre Leiche. Sie war bestimmt noch am Leben, sie konnte bestimmt aussteigen. Wie konnte er es wagen sie einfach für tot zu erklären?

„Nein! Ich bin nicht wie du und schmeiße Kara einfach so weg. Dafür bedeutet sie mir zuviel. Ich werde sie nicht einfach so vergessen, Dad.“

„Wie kannst du es wagen! Du weißt genau wie sehr sie mir etwas bedeutet hatte, mein Sohn. Aber Kara ist tot. Ich muss es auch akzeptieren, genauso wie du es akzeptieren solltest!“ befahl Admiral Adama dem CAG.

Sein Sohn sah ihn fassungslos an. Wie konnte sein Vater nur so was sagen. Er wollte nicht akzeptieren das Kara weg war. Nein, er würde sie nicht verraten wollen. Er konnte doch nicht, oder doch?
Admiral Adama stand auf und sah seinem trauernden Sohn in die Augen. Seine Worte sollten zu ihm durchdringen und seine Augen öffnen. Er musste Lee zurück in die kalte Realität holen. Und in dieser Realität gab es keine Kara Thrace mehr.

„Nicht nur du vermisst sie jeden Tag. Sie war meine Tochter, Lee. Aber die Realität sieht nun mal so aus. Wir haben um sie getrauert, wir haben unseren Schmerz geklagt, aber nun müssen wir uns wieder um die Flotte kümmern. Da draußen verlässt man sich auf uns, auch mit unserem Schmerz.

Kara wusste wie jeder andere Soldat das sie ihr Leben im Einsatz verlieren konnte. Das macht es für uns nicht besser, aber es ist jetzt passiert. Sie hätte gewollt dass wir weitermachen, und das weißt du genauso wie ich. Ich brauche dich, CAG, ich will dich nicht auch noch verlieren – verstehst du!“

William nahm seinen Sohn in den Arm und strich über seinen Kopf. Er vergoss dabei ein paar Tränen. Der Gedanke nach seiner Tochter auch noch seinen Sohn zu verlieren war unerträglich. Nur noch Zak und Lee waren ihm geblieben.

„Ich habe es verstanden, Dad. Gib mir nur noch heute.“ bat er den Admiral.

„Genehmigt. Du tust dir und Zak einen Gefallen damit, glaub mir, mein Sohn!“

Lee Adama nickte und ließ seinen Vater los. Sie sahen sich noch ein wenig an und der Admiral ging anschließend wortlos. Vor der Tür wartete auch schon sein XO.
Lee hingegen setzte sich in den Sitz von Kara und musste sich überwinden endlich von Kara Abschied zu nehmen.

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Admiral Adama kam in die Zelle von Tyrol. Er saß abwesend auf dem Boden. Von seiner Umwelt bekam er nur sehr wenig mit.
Nach dem Gespräch mit dem CAG hatte der Admiral eine kurze Unterhaltung mit seinem XO. Dieser meldete das Chief Tyrol zusammen mit der Cylonin in eindeutiger Pose gesehen wurde.
Für Adama erst einmal ein Unding. Nicht nur das gegen einen seiner Befehle verstoßen wurde, nein, das auch gerade Tyrol bei Boomer war. Gerade er hatte nichts bei ihr zu suchen.
Der Admiral würde jeden Kontaktversuch sofort unterbinden. Und dass dieser Vorfall das Gemüt des Admirals nicht gerade erheiterte wollte er Tyrol auch deutlich machen.

Ein Marine begleitete Adama in die Zelle hinein. Der Admiral selbst setzte sich auf das Bett und befahl Galen sich ebenfalls auf das Bett zu setzen. Zunächst hörte er den Befehl nicht. Erst als der Marine ihn anschubste reagierte er darauf. Zögerlich setzte sich der Chief auf das Bett, vermied es aber den Admiral anzusehen.

„Chief, ich dachte nach dem Tod ihrer Frau brauchten sie Zeit. Jeder braucht Zeit. Der Tod des Crewmen konnte ich ihnen nicht nachweisen und habe von mir aus jede Untersuchung eingestellt. Normalerweise würde jeder gescheite Mann sich bedeckt halten.

Doch heute bekomme ich zu hören das sie in eindeutiger Pose bei der Cylonin gesehen wurden. Jedem auf dem Schiff war der Befehl klar. Aber ich frage mich wie es sein kann das gerade sie gegen diesen Befehl verstoßen, mal die Marines ausgenommen.

Sollte ich irgendwas wissen, Chief?“

Nun sah Chief Tyrol den Admiral an. Was sollte er ihm sagen? Gab es überhaupt etwas zu sagen? Sein Mund öffnete sich, doch keine Worte kamen heraus. Er versuchte mehrere Anläufe, doch die Stille der Zelle wurde nicht durchbrochen.
Für Adama ein sehr deutliches Zeichen. Und ein ebenso deutliches Zeichen wollte er ihm auch setzen.

„Chief, sie werden sich morgen wieder zum Dienst begeben. Des Weiteren sollten sie sich in Erinnerung rufen was sie einst durch sie durchmachen mussten.
Ich werde es nicht zulassen dass dieses Ding sie erneut missbraucht. Das sie Cally wegen einer Cylonin vergessen haben beschämt mich zutiefst.

Wenn ich sie auch nur noch einmal in der Nähe von diesem Ding sehe, auch nur davon höre, dann schwöre ich ihnen das ich diese Cylonin notfalls aus der Luftschleuse schmeißen lasse um sie wieder bei klarem Verstand zu bekommen!
Ich werde es keinesfalls dulden, Chief Tyrol. Halten sie sich von ihr fern! Ist das mehr als deutlich gewesen?“

Ein kurzes Nicken reichte dem Admiral. Der ernste Blick des alten Mannes verdeutlichte seine schwierige Lage, in der er sich befand.
Adama stand auf und verließ die Zelle. Die Tür blieb offen stehen, da Galen wieder ein freier Mann war, der sich auch um einen Sohn zu kümmern hatte.
Galen blieb noch einen Moment sitzen. Er musste sich über einige Dinge klar werden bevor er die Zelle verlassen konnte.

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Viper047
21-07-2008, 03:58 PM
Basisschiff B26-H
Standort: Felder des Elysiums
Auftrag: keinen

Die Flotte von Basisschiffen sprang in den Sektor Felder des Elysiums. Sie waren auf dem Weg zum Zentralknoten um D’Anna wiederzuerwecken.
Zurzeit herrschte ein unsicherer Waffenstillstand. Zuletzt musste Cavil sein eigentliches Basisschiff verlassen und es den Rebellen überlassen. Diese hatten es ohne Widerstand übernommen. Gaius Baltar sollte von dort weiter am Weg zur Erde arbeiten und dabei auf das Fundstück von Alabama zurückgreifen.
Als die Schiffe hineinsprangen, bemerkten die Rebellen schnell dass etwas nicht stimmte. Im Kommandozentrum des Basisschiffes brach Hektik aus und versuchte Erklärungen zu finden.
Baltar wurde zu diesem Zeitpunkt hineingeführt.

„Ihre Schiffe umkreisen uns!“ meldete eine 8.

Eine 6 versuchte vergeblich Kontakt zu Cavil herzustellen. Jeglicher Funkverkehr wurde von seinen Schiffen gestört.

„Kein Wiederauferstehungsschiff ist mit gesprungen!“

Gaius machte die Hektik der Cylonen Angst. Kurz danach schlugen die ersten Raketen auf der Panzerung des cylonischen Trägers ein. Weitere Schiffe Cavils sprangen in den Sektor und zerstörten Rebellenschiffe.

„Was geht hier vor?“ verlangte Baltar zu wissen.

Doch keiner der Cylonen antwortete. Der nächste Einschlag zerstörte einige Systeme des Schiffes. Im Gang vor der Kommandozentrale brach Feuer aus. Eine 8 stürzte brennend und schreiend hinein und warf sich auf den Boden. Baltar zog seine Jacke aus und nutzte diese um das Feuer zu ersticken.

Derweil explodierten draußen zwei Rebelleschiffe. Sie brachen auseinander, Trümmer und Cylonenrebellen wurden in das All hinaus gezogen. Dort zerschossen sie die umprogrammierten Mk II Raider, nur um ganz sicher zu sein das sie auch tot waren.
Das Basisschiff B26-H versuchte auszuweichen als einer ihrer Ausleger zerschossen wurde und abbrach. Das Begleitschiff verlor seinen FTL und wurde von den Angreifern umzingelt. Die Raketen trafen auf die Oberfläche der Panzerung und rissen sie auf. Feuer brach aus und Schiffseingeweide wurden durch die Explosion in das dunkle All hinausgeschleudert.

„Sie werden sie töten!“ sagte die imaginäre Six zu ihm.

„Aber warum?“ fragte Baltar voller Furcht.

„Quäle dich nicht mit dieser Frage, Gaius. Gott hat andere Pläne für dich…….“


To be contiued...

Viper047
26-07-2008, 05:01 PM
Kapitel : Vater und Sohn

Battlestar Galactica
Standort: NDC 872
Auftrag: Schutz der Flotte


Der Admiral und sein XO saßen am Arbeitstisch und gingen Schiffspläne durch als der CAG ohne anzuklopfen hereinkam. Sein Vater sah ihn im Augenwinkel und unterbrach sofort die Unterhaltung mit seinem XO. Colonel Tigh wurde durch ein leichtes Nicken des Admirals aufmerksam gemacht. Daraufhin schlug er die Blaupausen schnell zu und drehte sich um. Es war ihn nicht recht das Lee gerade in diesem Augenblick kam, vor allem ohne sich zu melden.

Lee Adama stand wie angewurzelt auf der Stelle. Er war noch auf halbem Wege und wusste nicht wohin er sollte. Rein oder raus? Er sah seinen Vater an. William Adama ahnte das Lee etwas belastete und setzte seine Prioritäten anders.

„Gehen sie einen Kaffee trinken, Colonel. Wir besprechen die Angelegenheit später weiter. In der Zwischenzeit können einige Fragen geklärt werden. Nutzen wir die Unterbrechung dafür.“

Saul verstand schnell. Denn der alte Mann ließ seinen Blick nicht vom Major während er sprach. Es war sehr wahrscheinlich ein Vater-Sohn Kiste. So packte er alles Material zusammen und meldete sich ab.

„Ich rufe dich an, Bill!“ sagte er noch und ging.

„Danke, Colonel!“

William zeigte zur Sitzecke. Sein Sohn setzte sich in einen der Sessel und überlegte was er sagen sollte während sein Vater den Männern etwas zum Trinken einschenkte.
Nervös rieb er seine Hände auf den Hosenbeinen. Das kurze Gespräch im Bereitschaftsraum saß noch tief in ihm drin. Und diese Gedanken wollten nicht aus seinem Kopf. Er sah noch wie die Viper seiner Frau explodierte, hörte ihre Stimme, wie sie ohne Angst weiter in den Schlund des Wirbels flog. Manchmal sah er sich im Cockpit seiner Mk VII, vor ihm die 3er Triebwerksformation von Karas Maschine. Alles durchlebte er als würde es ständig wiederholen. Und dann dieser helle Feuerball. Seine Hände klebten an der Cockpitscheibe, schrie nach ihr, suchte das Gebiet ab – doch keine Starbuck.
Und dann dieser Abend. Er hatte es sich doch nicht eingebildet. Es war Kara! Sie war es doch die Zak in den Schlaf sang, die in seinem Bett lag, die ihn berührte. Das kann doch kein Traum gewesen sein, oder doch?

Bill gab seinem Sohn ein Glas mit Whiskey und setzte sich auf die kleine Couch der Sitzecke. Von außen war sehr gut zu erkennen wir fertig sein Sohn war. Er hatte nun diesen Punkt überschritten. Dieser Punkt die Menschen durchleben wenn sie jemanden verloren den sie über alles liebten. Wo der Schmerz am größten ist, wo der Zeitpunkt einer Trennung nur Heilung bedeuten konnte. Oder man blieb in diesem Schmerz gefangen. Nach und nach würde er einen auffressen. Man würde nur noch sehr schwer in das Leben zurückfinden.

„Wie machst du das, Dad?“ fragte Lee nervös und nahm einen hastigen Schluck.

„Was meinst du?“

„Erst Mum, dann Zack – und jetzt Kara. Sei mir nicht böse, aber es sieht für mich aus als würde dir alles gar nicht nahe gehen. Als würdest du einfach alles abschütteln. Sag mir, wie machst du das? Wie schaffst du es jeden Tag damit fertig zu werden?“

Sein Vater nahm ebenfalls einen kleinen Schluck. Danach stellte er sein Glas auf seinem Bein ab. Sein Daumen rieb auf der Glasoberfläche. Sein Blick wurde ein wenig getrübt.
Wie macht er das? William hatte keine andere Wahl. Früher wie heute wurde Husker keine Wahl gelassen. Damals, während des Krieges, verlor er viele Freunde, teure Kameraden. Doch was hätte er tun sollen, einfach aufgeben und um die Seelen trauern?
Nein, der Kampf ging damals weiter. Er nahm die Trauer mit sich. All die Jahre trug er den Schmerz in sich um sie alle nicht zu vergessen. Heute war er Admiral. Er hatte die Verantwortung für viele Menschen. Und wieder herrschte Krieg. Dieser Krieg war mindestens genauso erbarmungslos wie vor vielen Jahren. Er war anders, aber war da. Vor allem nahm er ihm Kara, oder Sharon.
So schottete sich William Adama ab. Er trauerte um jeden Verlust, vergoss Tränen um anschließend weiter zu machen. Irgendwann würde er die Zeit haben angemessen trauern zu können, doch jetzt verließen sich tausende von Menschen auf ihn. Der Schmerz durfte seinen Verstand nicht betäuben.

„Wenn du glaubst mir ging der Verlust von Kara nicht nahe, dann irrst du dich, mein Sohn. Aber wir müssen weiter machen. Das Leben geht einfach weiter und bleibt nicht stehen. Wir dürfen sie nicht vergessen, die Menschen die wir verloren haben. Denn das Leben vergisst schnell.

Wir müssen damit fertig werden, das verlangt schon unser Job. Ich weiß was Kara dir bedeutet hat. Sie fehlt mir genauso wie sie dir fehlt. Aber ich kann nicht jeden Tag ihren Verlust beklagen. Das geht nicht. Sonst könnte ich diesen Job nicht mehr machen, nicht mehr diese Menschen führen.“

Die Stimme des Admirals klang verbittert. Er war auch den Tränen sehr nahe. Die Gedanken an Kara kamen wieder hoch. Ihre Stimme über die Lautsprecher im CIC, wie ihr Schiff vom DRADIS verschwand. So nahm er noch einen Schluck und leerte das Glas. Um den aufkommenden Schmerz zu betäuben holte er die Flasche aus dem Schrank und goss noch mehr Alkohol ein.
Für Lee waren diese Worte seines Vaters fremd. Er hatte den alten Mann noch nie in seinem Leben so reden gehört, geschweige so offen in ihm lesen. Steckte doch ein Mensch in ihm?
Was hatte er in all den Jahren seinem Vater an den Kopf geworfen. Wie oft hatte er ihn verflucht als er seine Mutter verließ und einfach verschwand.

„Weißt du, nach dem ihre Maschine explodierte, dachte ich sie wäre noch da. Als würde sie in meinem Kopf festsitzen. Dabei hatte ich mehrmals die Götter angebetet einen Blitz auf sie zu werfen.

Sie war als Hausfrau eine Katastrophe, erzog Zak wie einen Hund, war Vorlaut, rechthaberisch, ein verdammter Sturkopf, an manchen Tagen wie ein kleines Kind. Und an manchen Tagen hat sie nur aus Spaß mich zur Weißglut gebracht.

Ich hatte nie jemanden erzählt das sie am ersten Abend unseres kennen Lernens zu mir ins Hotel gefolgt ist. Schon damals herrschte dieses unsichtbare Band zwischen uns. Es war jemand denn du niemals haben solltest und dennoch dein Verlangen dich in den Wahnsinn trieb….“

„Und sie war verletzlich. Karas Seele war aus Glas und sehr zerbrechlich.“ fügte sein Vater hinzu.

Lee nickte und ließ sich von seinem Vater nachschenken. Es wurde kurz still im Quartier des Admirals. Karas Geist ging den beiden Männern durch den Kopf. Sie war weg und doch allgegenwärtig.

„Aber dennoch beschäftigt dich etwas, mein Sohn!“ setzte der Admiral fort.

Apollo war immer noch sehr unruhig. Seine Hände fanden keinen Platz zum ruhen. Sie wechselten sich am Glas ab. Nervös fuhr Lee durch sein Haar und stand auf. Der Admiral blieb auf seinem Platz und sah zu wie sein Sohn auf und ab lief.

„Ich frage mich ob ich sie hätte retten können, Dad. Aber ich war nicht da. Kara hat mich gebraucht und ich war nicht da!“

Tränen liefen über Lee’s Wangen. Es kam dies zutage was ihm zu schaffen machte. Seine Hände zitterten nervös. Der Inhalt seines Glases schwappte hin und her. Major Adama stellte sich immer wieder dieselbe Frage. Hätte er sie retten können? Sicher, aber warum tat er es nicht? Wo war er als ihn seine Frau gebraucht hatte?
Sein Vater wollte dies nicht hören. Was hätte er tun sollen? Karas Schicksal war besiegelt und selbst Lee hatte die Macht daran etwas zu ändern.

„Dich trifft keine Schuld, Lee. Fange damit nicht an. Du hättest nichts tun können um sie retten zu können!“

„Dabei wollte ich nicht so werden wie du! Wer weiß ob ich Zak jemals ein guter Vater werden könnte?“

„Was?“ fragte der Admiral nach.

Mit diesen Worten hatte er nicht gerechnet. Was meinte sein Sohn damit, worauf wollte er hinaus?
Lee drehte sich um und sah seinen Vater vorwurfsvoll an. Er hasste ihn in diesem Moment. Hatte er doch Eigenschaften seines Vaters übernommen. Die Vergangenheit floss in die Gegenwart mit ein und vermischte sich mit seinem aktuellen Schmerz.

„Als du gegangen warst, uns einfach sitzen gelassen hast. Du hast Zack und mich einfach im Stich gelassen. Der große Commander Adama hatte seine Familie sitzen gelassen. Du warst nicht da, Dad. Du warst nicht da uns vor ihr zu beschützen!“

Nun verstand er worauf sein Sohn hinaus wollte. Er sprach die Scheidung an. Damals war William viel unterwegs. Das Militär bestimmte sein Leben und ließ ihn seine Familie vernachlässigen. Er war nur noch sehr wenig zuhause. Und wenn er daheim war, gab es oftmals nur Streit zwischen ihm und seiner Frau. Lee’s Mutter übernahm alles und Bill Adama nahm sich das Recht heraus nach vielen Wochen der Abwesenheit in allen Dingen des täglichen Lebens Vorwürfe zu machen, Entscheidungen zu revidieren und sein Recht durchzusetzen.
Schließlich lebten sich die Adamas auseinander und die Scheidung war die letzte Konsequenz. Damals waren Lee und Zack noch klein, verstanden nicht alles was geschah. Aber als William Adama mit gepackten Koffern das haus verließ, die Mutter weinend in der Küche zurückließ, brannte sich dies in das Gedächtnis der Brüder ein, und das all die Jahre.

„Was hat das mit Kara zu tun?“ fragte er und stand erbost von seinem Sitz auf.

Natürlich wollte er sich diesen Vorwurf nicht gefallen lassen. Lee und Zack waren noch zu klein, verstanden nicht dass das die beste Entscheidung war. Es war besser wie die heftigen Streitereien wegen des Berufs von William Adama, die Debatten über die Erziehung oder Beziehungsangelegenheiten.

„Ich habe das von dir! Du hast uns damals im Stich gelassen, so wie ich nun Kara im Stich ließ. Du hast uns einfach dem Schicksal überlassen. Du hast uns ihr überlassen!“

„Rede nicht so über deine Mutter. Deine Mutter war eine gute Frau. Sie hatte euch geliebt.
Du redest von Dingen von denen du keine Ahnung hast, Lee. Ich habe euch nicht im Stich gelassen. Die Scheidung hatte nichts mit euch zu tun gehabt!“

„Und ob sie etwas mit uns zu tun hatte. Du hast dich der Verantwortung entzogen! Du hast nicht miterlebt wie sie zu einer Trinkerin wurde, wie wir ihre Launen ausbaden mussten!
Sie hat dich für ihr Leben verantwortlich gemacht. Sie hat dich für uns verantwortlich gemacht! Diese Frau hatte uns nie geliebt weil sie dich nie geliebt hatte.

Wir mussten für deine Fehler büßen, Vater. Was hätten wir noch alles tun müssen um deine Aufmerksamkeit zu bekommen? War die Flotte nicht genug? Reichte es nicht die Uniform anzuziehen damit du uns endlich aus den Klauen dieser Frau rettest? War ich nicht Soldat genug für dich?

Und nun mache ich dieselben Fehler wie du!“

Die Worte trafen den Admiral hart. Schlimmer als ein Einschlag von atomaren Waffen auf seinem Schiff waren sie. All die Jahre machten Zack und Lee ihn darauf aufmerksam. Doch wollte er es nicht sehen. Er liebte seine Frau auch nach der Scheidung. Aber sie liebte ihn nicht wirklich. Sie wollte vor vielen Jahren schon von ihm weg, da er sich nach dem Krieg änderte. Aber sie blieb am Ende weil sie mit Lee schwanger war und einige Jahre später Zack zur Welt kam. Sie blieb wegen den Kindern bei ihm, aber dachte oft genug daran die Familie einfach zu verlassen. Sie wollte mit alldem abschließen, ein neues Leben beginnen – ohne Husker und die Söhne.
Dennoch hielt sie etwas zurück und ließ sie verbittert werden. Ihre Verbitterung ließ sie an Zack und Lee aus. Machte ihnen Vorwürfe, erzog oft mit sehr strenger Hand. Sie ließ die Kinder all ihren Schmerz spüren. Und das verzieh Lee seinem Vater nie.

„Ich war nicht immer da, Lee. Ich war nicht der Vater der ich hätte sein sollen. Aber all das waren meine Fehler, nicht deine! Sie haben nichts mit alldem von heute zu tun.

Die Ehe mit deiner Mutter war nicht perfekt, aber ich habe sie geliebt. Genauso wie ich euch geliebt habe.
Ich liebe dich, Lee. Ich würde niemals zulassen dass man dir oder Zak jemals wehtun würde. Ich habe nur noch euch!“

Apollo wischte sich die Tränen aus dem Gesicht. Der Moment war sehr emotional. Seinem Vater liefen nun kleine Tränen über die Wangen. Es nahm ihn sehr mit, obwohl er es nach außen seinem Sohn nicht zeigen wollte.
Der Major stellte das Glas auf den Tisch. Er sprach aus was er aussprechen wollte. Eine Last fiel ihm vom Herzen.

„Weißt du, Dad, das ändert trotzdem nichts daran dass ich für Kara nicht da war als sie mich brauchte. Bei Zak will ich diesen Fehler nicht wiederholen! Ich glaube, jeder von uns braucht irgendwo eine zweite Chance.“

Apollo verließ das Quartier wortlos wie er betrat. Admiral Adama sah ihn nach und es fiel ihm schwer seinen Sohn so ziehen zu lassen. Vor lauter Verbitterung setzte er sich mit der Flasche an seinen Schreibtisch und füllte sein Glas bis zum oberen Rand.
Er zog seine Brille ab um die mehr werdenden Tränen abzuwischen. Was würde er darum geben Fehler der Vergangenheit zu revidieren, einiges anders machen zu können. All die Jahre verdrängte er die sichtbare Not seiner Kinder aus Liebe zu seiner Frau. Er wollte dieses Bild nicht sehen, was ihm Lee schon Jahre zuvor schilderte.
Doch musste er seine Augen öffnen. Denn hatte er nur noch seinen ältesten Sohn und seinen Enkel, alles was von seiner Familie übrig blieb…

Viper047
07-08-2008, 05:02 PM
SPIN OFF zur neuen Serie: Battlestar Galactica - Cylon War


Kapitel: Geiseln der Vergangenheit


Battlestar Galactica
Standort: NDC 872
Auftrag: Schutz der Flotte


Der Admiral verdunkelte sein Quartier. Nur wenige kleine Lichter blieben an als er sich ins Bett legte. Die Worte seines Sohnes hallten noch durch seinen Kopf. Selbst der Alkohol ließen sie nicht verstummen. All die Jahre versuchte er dieses Thema zu verdrängen, wollte Dinge nichts sehen, geschweige hören. Doch nun ließen ihn die Worte nicht mehr los. Lee machte ihn für sein Leben verantwortlich. Beschuldigte seinen Vater sich der Verantwortung entzogen, seinen Sohn im Stich gelassen zu haben.
Und nun machte er ihm Vorwürfe auch indirekt an Karas Tod verantwortlich zu sein. Schließlich hatte er das nicht da sein von seinem Vater übernommen.
Der alte Mann versuchte diesen Vorwurf zu verdauen. Aber sie ließen sich nicht runterschlucken, blieben ihm im Halse stecken.
Warum konnte er die Vergangenheit nicht ändern? Was würde er bloß alles anders machen?
Seine Söhne, seine Frau – einfach alles würde er alles machen. Das Militär bestimmte sein Leben, so wie er es auch freiwillig geschehen ließ. Auf der anderen Seite litt seine Familie darunter. Nur zu Anlässen waren sie glücklich, da war die Welt noch heil.

William hatte in seiner Hand ein Foto von Kara, Lee und dem kleinen Zak, welches kurz nach der Geburt gemacht wurde. Als er es ansah wurde ihm ganz anders. Er sah ihre glücklichen Gesichter. Obwohl die Freude in den Gesichtern seiner Kinder zu sehen war, machte es ihn sehr traurig. Nur noch Lee und Zak blieben ihm. In all den Jahren wurde ihm alles genommen. Sharon, Kat, und nun Kara. Seine Familie wurde nach und nach auseinander gerissen bis er schließlich alleine wäre. Und dieser Umstand würde ihn innerlich vernichten.
Der Admiral schluchzte, kleinere Tränen liefen über seine Wangen. War er wirklich für ihren Tod verantwortlich?
Mit seinem Daumen strich er über die Abbildung seiner Familie. Wie sehr er sie vermisste, wie sehr sein Herz blutete. Warum Kara, warum gerade sie? Wie ein Kind hielt er das Foto auf seiner Brust und sah an die Decke. Er betete innerlich zu den Göttern Zak und Lee zu beschützen und verfluchte sie wenn man ihm seine Familie wegnehmen würde.
Er würde alles tun und jeder sollte er zutiefst bereuen wenn man ihm seine Kinder wegnahm.

Der zuvor geflossene Alkohol machte ihn müde. Er wollte nur noch schlafen und diese Worte in seinem Kopf abschalten. Ruhe, unbedingte Ruhe. Keine Worte des Vorwurfs, keine Schuldzuweisungen wollte er hören. Der Schlaf sollte ihm diese Ruhe bringen. So schloss er seine Augen. Die Hand, welche das Bild hielt, fiel nach einer Weile seitlich aus dem Bett, dabei verlor er das Bild, welches auf den Boden fiel mit der Abbildung nach oben.



44 Jahre zuvor…..

4 Wochen vor Kriegsende

Operation: Artemis


Battlestar Galactica
Standort: Waldmond Europa, Tauron East
Auftrag: Durchbrechen der cylonischen Blockade

Über dem Waldmond Europa erreichte die Operation Artemis ihren Höhepunkt. Die Cylonen hatten sich aus weiten Teilen der Kolonien zurückziehen müssen. Die koloniale Flotte zwang die Maschinen nach und nach zum Ursprung des Aufstandes zurück. Die Battlestars fügten den cylonischen Verbänden schwere Verluste zu und erste Vertreter machten sich zum neutralen Sektor Cimtar auf um eine mögliche Kapitulation der Cylonen zu besprechen.
Denn es stand schlecht um die Maschinen. Alleine in den letzten 4 Wochen vernichtete die BSG 75 40 Basisschiffe und durchbrachen den äußeren Ring von Tauron. Die Cylonen warfen nur ihre letzten Reserven nach vorne um ihren Abzug aus Tauron vorzubereiten.

Die Operation Artemis wurde vor wenigen Wochen beschlossen. Unter der Führung der BSG 75 sollte der innere Ring bei Tauron East durchbrochen werden und eine geheime Forschungsanlage auf dem Waldmond Europa ausgehoben. Dazu band die Galactica feindliche Kräfte, deren Gegenwehr nahezu lächerlich war. Sie schienen die Anlage auf dem Mond aufgegeben zu haben und bereiteten sich bereits jetzt auf eine koloniale Invasion Taurons vor.
Raptor machten sich bereit zum Start. Recon Marines hatten das Gebiet erkundet und die Anlage aufgeklärt. Bis zum Eintreffen der Flotte verübten sie Anschläge auf cylonische Kräfte und waren dabei sehr erfolgreich.
Weitere Marines waren auf dem Weg zur Planetenoberfläche. Unter ihnen war auch Captain William Adama. Er wurde mit der Führung der Mission betraut und sein stellvertretender CAG Captain Katherine Swanson übernahm die Führung der Viperstaffeln.

Bill Adama ging im Kopf die letzten Instruktionen durch als Einschläge die Galactica erschütterten. Das Licht flackerte kurz und schon war es auch wieder vorbei. Die cylonischen Raider begannen mit Kamikazeangriffen und flogen ihre Maschinen gegen die Bordwände der Galactica. Aber nur ein geringer Teil kam durch das Abwehrnetz aus Flugabwehrfeuer und Abfangjäger.
Über das Com wurde die Zerstörung über eines weiteren Basisschiffes bekannt geben. Die Galactica hatte damit den Abwehrring durchbrochen. Die Kampfsterne Columbia und Piräus sprangen in den Sektor und schnitten den flüchtenden Cylonen den Weg ab.

„Captain, sie haben Starterlaubnis!!“ meldete sein Funker.

Bill nickte und stieg in den Raptor. Die Luke wurde verschlossen als er sich zu seinen Männern auf den Boden setzte. Die Deckcrew schob Adamas Raptor zur Startrampe. Husker konnte nur wenig von seinem Platz sehen. Er saß gegenüber dem Cockpit und konnte zwischen die die Pilotensitze nach draußen sehen. Vor dem Cockpit konnte er die graue Wand des Aufzugschachtes sehen. Ein kurzer Ruck, danach die Meldung des Piloten zum Start und schon hob der Raptor ab.
Sie verließen die Galactica durch den vorderen Ausgang der Backbordpylone. Wenige Meter vor dem Schiff musste William die Augen zukneifen. So hell waren die Feuerblumen rund um das Schiff und um die anderen Kampfsterne.
Captain Adama stand auf und ging nach vorne zu den Piloten. Er wollte sich das alles aus der Nähe ansehen. Es war atemberaubend. So schön und doch tödlich. Die Explosionen der Flugabwehrgeschosse, das kurz auflodernde Feuer – es entstand ein sich ständig veränderndes Muster. All das Flugabwehrfeuer der Kampfsterne zusammengenommen ergab vor seinen Augen ein beeindruckendes Gesamtkunstwerk.

Der CAG der Galactica wurde kurzzeitig aus seiner Begeisterung gerissen. Ein Raider der Cylonen hatte einen Raptor neben ihnen abgeschossen und beschoss nun seine Raptor. Der Pilot funkte nach Hilfe und begann mit Ausweichmanövern. Die Marines hielten sich am jeweilig anderen fest und schlossen insgeheim mit ihrem Leben ab. Doch Bill vertraute seinen Piloten. Kurz darauf schossen auch 2 Mk II Viper an ihnen vorbei. Es gab nur ein kurzer Feuerstoss und ein Flügel des Raider flog an dem Raptor vorbei. Das flunderartige Schiff wurde in seine Bestandteile zerschossen und war keine Gefahr mehr für die Crew des Raptor 374.
Der Raptor drehte bei und flog seinen alten Kurs zum Waldmond Europa. Weitere Raptor stießen zu ihnen und verließen das Kampfgebiet der Flotte.


Captain William Adama
Rufname: Husker
Standort: Waldmond Europa

Die Sonne erreichte ihren höchsten Stand und schien über die kleine Lichtung. Der Wind wehte durch die Laubbäume und blies einige Blätter aus den Baumkronen. Eine kleine Wiesenfläche trennte zwei Waldstücke voneinander. Auf der linken Seite verschanzten sich die Cylonen und verteidigten ihre geheime Anlage, welche sich 300 Schritte hinter ihren Stellungen verbarg. Wegen dem Geheimnis innerhalb der Anlage waren die kolonialen Kräfte gekommen. Die 1. und 3. Infanteriedivision befand sich auf der rechten Seite. Sie landeten am frühen Morgen und machten sehr schnell Boden gut. Die Vorhut der kolonialen Kräfte musste an dieser Linie stoppen.
Die Cylonen warfen alles entgegen was sie noch im Arsenal hatten und fügten den Vorauskräften schwere Verluste zu. Sie mussten sich am Ende zurückziehen und warteten auf die Hauptkräfte.

Schwere Raketenwerfer und Minen machten es den Marines schwierig diese kleine Passage zu überqueren. Raider gaben den Bodentruppen Feuerunterstützung und zerstörten die gepanzerten Einheiten der Kolonien. Im Abschnitt 3 Charlie wurde es am ehesten ruhig. Um sie herum hörte man Gewehrfeuer und Einschläge. Koloniale wie cylonische Mörsereinheiten beschossen gegnerische Stellungen und versuchten den Feind in die Knie zu zwingen. Trotz des taktischen Vorteils rückten die Cylonen nicht vor. Sie verharrten in ihren Stellungen. Einzelne Gruppen überwachten den Gefechtsstreifen und meldeten ihren schweren Einheiten feindliche Bewegungen. Sie schunden nur Zeit hinaus um die Anlage zu evakuieren.

Inmitten des Abschnittes 3C, auf der kolonialen Seite, lag die Marine Scharfschützin Sgt. Socrata Thrace. Sie lag versteckt und gut abgetarnt 50 Meter hinter dem Waldrand. Sie war dabei als ihr Platoon die Grünfläche überqueren wollte. Die Cylonen beschossen sie und ihre Männer sofort. Einer nach dem anderen ging getroffen zu Boden. Chaos brach aus als die Granaten um sie herum einschlugen und die menschlichen Körper in Stücke rissen.
Sie hatte noch vor Augen wie Sanitäter bemüht waren die verletzten Kameraden zu bergen und samt Verletzten von einer cylonischen Mine getötet wurden. Sie fühlte noch wie die cylonischen Geschosse an ihr vorbei zischten als sie sich auf den Boden schmiss und mit ihrem Zweitgewehr in Anschlag ging. Ihr Beobachter fiel ebenfalls zu Boden. Eine Gewehrgranate hatte seinen linken Unterschenkel abgerissen.
Socrata erinnerte sich wie sie nahezu ohne richtiges Ziel vor Augen in das Waldstück vor ihr schoss. Wie ihr Herz anfing zu rasen während den Granaten um sie herum Dreck und Staub aufwirbelten. Dieser Krach vom Gefechtslärm und den Schreien der Kameraden verhafteten sich bis tief in ihre Knochen hinein. Sie blickte nur durch ihr Rotpunktvisier und schoss und schoss bis das Magazin leer war. Deckung, sie wollte ihren Kameraden Deckung geben. Er viel zu spät bemerkte sie das sie wahrscheinlich die Einzige war die überlebte. Diese anschließende Stille machte ihr Angst. Um sie herum lagen die verstümmelten Körper ihrer Kameraden, daneben sah sie in das angstverzerrte Gesicht ihres Beobachters. Er hatte überlebt und konnte vor Schock nicht schreien.
Aber es würde nicht lange dauern und er würde anfangen zu wimmern. Und wenn er das tat, würden die Maschinen sicherlich sie aufklären. So entschloss sie zurück zum Waldstück zu gleiten und dort unterzuziehen. Sie dachte dass sie nichts mehr für ihren Kameraden hätte tun können. So zog sie unter, machte die Stellungen in ihrem Abschnitt aus und meldete es an die Hauptkräfte weiter.

Sie wusste nicht wie lange sie schon lag, ganz regungslos. Sie traute sich nicht einmal zu bewegen, so sehr war ihre Angst aufgeklärt zu werden. Sie blickte durch da Zielfernrohr ihres Scharfschützengewehrs und konnte sehen wir ihr Beobachter seine Hand hob immer lauter schrie. Die Schreie waren wie Messerstiche für sie. Er war ihr Freund, ihr Kamerad, ein Waffenbruder – und nun lag er einsam da draußen. Sgt. Ramirez schrie die ganze Zeit nach seiner Mutter und Thrace betete unter Tränen zu den Göttern das er endlich starb. Denn mit jedem Schrei ließen die Cylonen eine Mörsergranate los. Es schien ihnen Spaß zu machen die Menschen so zu quälen. Die Granaten schlugen vor ihrer Stellung ein. Socrata zuckte immer wieder kurz zusammen und flehte die Götter an ihn endlich zum Schweigen zu bringen.
Am anderen Ende waren erste cylonische Kräfte die das Kampfsgebiet absuchten um den schreienden Soldaten zu finden.

„MAAMMAA!!“

„Bitte, sei doch still!!“ flehte sie ihn leise an.

„MAAAAAAMMMMMAAAAAA!!!!!!!!“

Für die Scharfschützin wurde es nun noch schlimmer. Ihr zweiter Mann drehte sich um und blickte in ihre Richtung. Sein Gesicht war mit Dreck und Blut verschmiert. In seinen braunen Augen konnte sie seine Angst sehen. Er flehte sie an sie zu retten. Sie vergoss mit ihm Tränen. Die Granaten schlugen vor ihrer Stellung ein. Dreck und Staub wurde aufgewirbelt. Sgt. Ramirez streckte seine Hand aus. Er flüsterte. Durch ihr Zielfernrohr konnte sie seine Worte ablesen.

„Hilf mir!!“

Seine Verzweiflung war ihm anzusehen. Er hoffte darauf von ihr gerettet, von seinem Kameraden in Sicherheit gebracht zu werden. Aber er wusste auf der anderen Seite dass niemand kommen würde. Er blickte in das Waldstück hinein und konnte niemanden sehen. Niemand war mehr da.
Er legte sich zur Seite und weinte vor Verbitterung. Sein Blick ging hoch zum Himmel. Dieser war wunderschön blau und die Sonne lächelte in sein Gesicht, bevor er seine Augen schloss.
Sgt. Thrace hatte den nächsten Granateinschlag abgewartet und abgekrümmt. Sie tötete ihren Kameraden mit einem Kopfschuss.

„Verzeih mir!“ sagte sie leise.

Dass es für ihren Kameraden kurz und schmerzlos war, machte es für sie nicht besser. Sie hatte ihren besten Freund erschossen. Es war dennoch besser wie in cylonische Gefangenschaft zu geraten.
Es verging keine Minute als im Waldstück gegenüber heftige Explosionen zu sehen waren. Feuer und Rauchsäulen stiegen in die Luft. Schwere Angriffsraptor überflogen ihre Stellung und vernichteten alles was Cylonisch war.
Thrace richtete sich auf und schrie vor seelischen Schmerzen. Ihr Kamerad hätte gerettet werden können und sie hat ihn erschossen. Sie hat ihm das Leben genommen. Warum straften sie die Götter auf diese Weise? Was hatte sie getan?

„Sergeant!!“ brüllte sie jemand an.

Thrace blickte auf. Ein Offizier sprach sie mehrmals an, aber sie reagierte nicht. So holte er aus und schlug ihr ins Gesicht. Die Scharschützin erwachte als wäre es ein Traum gewesen.

„Sergeant, Captain Adama von der Galactica. Sie hatten uns die Koordinaten gefunkt. Wo ist die Anlage und wo sind ihre Männer?“

Auf die zweite Frage hätte sie am liebsten ihre Pistole gezogen und den Offizier erschossen. War es nicht Schande genug als Einzige zu überleben. Still zeigte sie nach vorne. Captain Adama sah die Leichen verstreut auf der Wiese liegen und schloss für einen Moment die Augen während die ersten Kräfte der 1. Division an ihnen vorbeizog.

Husker zog den Marine auf die Beine und sie überquerten gemeinsam die Grünfläche. Es war ein grauenvoller Anblick über die toten Kameraden hinweg zusteigen. Einige Soldaten hatten ihre Augen nicht geschlossen. Sie sahen einen an während man auf die andere Seite wechselte. Dieser Anblick würde sicherlich dem einen oder anderen Kameraden im Gedächtnis bleiben. Es lag dieser markante Geruch von Blut in der Luft. Sanitäter kümmerten sich um die Toten als Adama von einem Recon Marine zur Anlage geführt wurde.

Es war ein Bunker, der inmitten eines Waldstückes stand. Gut abgetarnt und der Umgebung angepasst. Vor dem Krieg gehörte diese Anlage der Cylon Corp. auf Tauron.
Auf ihrem Weg dahin lagen überall zerstörte Cylonen, zerstörte Raketen und Mörserstellungen. Die Raptor zerstörten alles mit einer tödlichen Effizienz.
Ein Lieutenant des Marine Corps kam zum CAG der Galactica und wies ihn in die Lage kurz ein.

„Captain, ihre Informationen waren richtig. Der Zugangscode wurde nicht geändert. Einige Cylonen scheinen noch innerhalb der Anlage zu sein. Techniker schalten die Selbstverteidigungsanlage aus und dann können wir rein.“

„Gut, ich gehe mit rein. Ich denke dass er da drin irgendwo sein sollte. Ihre Männer räuchern die Anlage aus und stellen alles sicher. Wir dürften sie wohl überrascht haben.“

Aus der Anlage kam ein Techniker und streckte den Daumen in die Luft. Das war das Zeichen für die Kampftruppen. Die Marines der Galactica sammelten sich bei Adama. Er zog Thrace mit sich und ging mit den ersten Truppen hinein.
Innerhalb flackerte das Notlicht. Die Anlage musste wahrscheinlich schwere Treffer aushalten. Einige Trümmerteil lagen auf den Boden. Darunter zerstörte Maschinen.
Die Soldaten schalteten die Taschenlampen an ihren automatischen Waffen an und betraten nun das Innere der Anlage. Alles erinnerte irgendwie an ein Krankenhaus. Überall Zimmer mit Betten, eine Aufnahmestation und Sicherheitsbereiche.

Die Marines gruppierten sich neu um die Anlage schneller durchsuchen zu können. Die Galactica-Marines folgten Husker. Hinter sich hörten sie die ersten Schreie und Schüsse. Captain Adama drehte sich um und wollte nachsehen wie weit die Gefechte entfernt waren. In diesem Augenblick kamen Cylonen um die Ecke. Sie hatten auf die Marines gewartet.
Sie beschossen gleich die Vorhut. Zwei Marines gingen tödlich getroffen zu Boden. Bill wurde überrascht. Einer der getroffenen Marines fiel auf ihn und riss ihn zu Boden. Sgt. Thrace befahl Rückzug. Sie verschanzte sich auf der anderen Seite des Flurs und ließ die Gänge sichern. Sie kolonialen Kräfte erwiderten das Feuer. Bill versuchte unter dem toten Marine raus zukommen, hatte aber Schwierigkeiten diesen hochzuheben. Von der andern Seite kamen die Cylonen und schnappten sich das Bein des CAG. Er wehrte sich gegen die Maschinen. Sie wollten ihn unbedingt mitziehen, koste es was es wollte.

Bill vergaß vor Stress und Angst seine Waffe zu ziehen. Er als sie ihn unter dem toten Kameraden herauszogen, zog er seine Waffe und schoss der Maschinen in den Kopf. Die zweite Maschine unterbrach das Feuer als der erste Cylon zu Boden ging. Er richtete seine Waffe auf Bill Adama. Der Captain war wie erstarrt und rührte sich nicht. Bevor der Cylon abkrümmen konnte, fiel auch ein weiterer Schuss. Der Cylon wurde ebenfalls am Kopf getroffen. Man hörte wie das Metall durchschlagen wurde.

„Kommen sie schon!!“ schrie jemand von der koloniale Seite.

Adama ließ sich das nicht zweimal sagen und sprang unter dem Deckungsfeuer der Marines auf. Weitere Cylonen kam hervor und wollten sie um jeden Preis von diesem Abschnitt fernhalten.

„Mann getroffen!!“ schrie ein Corporal.

Als Adama um die Ecke in Deckung ging wurde ein Private tödlich im Brustbereich getroffen. Die Soldaten versuchten die Stellung zu halten, aber der Druck durch die Cylonen wurde immer stärker.

„Wir müssen sie umgehen!!“ sagte Thrace.

Bill stimmte zu und befahl eine Gruppe mit sich. Thrace folgte ihm während die andere Gruppe die Stellung hielt.
Im Laufschritt eilte William durch die Gänge. In seiner Hand hielt er ein Plan der Anlage. Als er um die nächste Ecke ging, hielt er seine Leute auf. In dem Gang, durch den sie durchmussten, war ein Deckengeschütz. Er befürchtete dass diese trotzdem aktiv waren und riskierte einen Blick. Das Geschütz war nur halb ausgefahren und klemmte.

Ein Schuss löste sich und aus der hinteren Reihe wurde die Schutzweste eines Marines durchschlagen. Cylonen waren ihnen gefolgt und wollten sie aufhalten. Der Maschinengewehrschütze hielt grob in Zielrichtung und gab mehrere Salven ab während seine Kameraden in Deckung gingen. Auf beiden Seiten schlugen die Gewehrkugeln ein, Wandverkleidung splitterte ab. Der Sani der Gruppe zog den verletzten Kameraden aus dem Gefahrenbereich. Bill befahl seinen Soldaten sich Deckung hinter den nächsten Wandvorsprüngen zu suchen.

„Granate!!“ schrie ein Soldat.

Kurz danach explodierte die cylonische Granate und zerfetzte einen Soldaten, ein anderer wurde schwer verletzt. Captain Adama hatte kurz die Orientierung verloren. Der Knall in diesem sehr engen Raum war extrem laut und es fühlte sich so an als wäre er selbst von den Splittern getroffen worden. Benommen sackte er zu Boden. Derweil schossen die Marines weiter. Sgt. Thrace nahm das Gewehr eines Toten und lud die Gewehrgranate. Sie hielt in Feindrichtung und schoss inmitten die Gruppe der Cylonen. Die Granate zerstörte gleich 4 Maschinen und trennte bei einem Cylonen den Oberkörper vom Rumpf.

„Wir müssen weiter!!“ schrie die Scharfschützin.

Noch etwas benommen stand Adama auf und torkelte zunächst weiter. Nach wenigen Sekunden ging es wieder und er marschierte mit wenigen Teilen der Gruppe weiter. Nach wenigen Metern hörten sie den Gefechtslärm. Sie hatten die Stellung der Cylonen erreicht. Adama sah um die Ecke und zählte 12 Maschinen. Die verbliebenen Soldaten machten ihre Granaten scharf. Ein kurzes Runterzählen und plötzlich rollten mehrere Sprengkörper in die Reihen der Cylonen.
Einer von ihnen bemerkte sie und wollte sie beschießen als die Granaten explodierten. Die Gänge wurden erschüttert. Die Explosionen zerstörten nicht nur die Cylonen, sondern rissen auch Löcher in die Wände. Staub und Trümmerteile verteilten sich in den Gängen.

„Thunder!!“ schrie einer der zurückgebliebenen Marines

„Blade!!“ antwortete Husker.

Captain Adama hörte Schritte. Einige Marines kamen über die Trümmer.
Eine kurze Verschnaufpause und es ging für ihn weiter. Verstärkung kam nach und sicherte den Bereich. Adama stand schon vor dem was er suchte. Über der Tür stand die Aufschrift „Forschungsbereich“.
Thrace und einige Marines folgten dem CAG der Galactica. Der Anblick war entsetzlich. In den Räumen links und rechts waren blutverschmierte Liegen. In manchen Behältern schwammen aufgelöste Fleischstücke. Was hatte man bloß hier getan?
Man konnte erkennen dass die Cylonen es eilig hatten und alles mitnahmen. Der Bereich war ansonsten verlassen, keine Maschinen waren da.

Einige Minuten später kam Adama zu einem Kreissaal. Er sah hunderte von Betten. Die Soldaten fragten was die Betten zu bedeuten hatten. Schließlich konnten Cylonen keine Kinder bekommen!
Am Ende des Saales standen mehrere Becken, welche mit Flüssigkeit gefüllt waren. Aus ihren kamen Schläuche. Im letzten Becken lag jemand drin. Es war ein Mann, soviel konnte man mit Sicherheit sagen. Er war alt, hatte eine Glatze, war ausgezerrt und starrte in einen kleinen Nebenraum.

„Wer ist das?“ fragte einer der Soldaten.

„Professor Gregor Topperov, ein Verantwortlicher für das alles!“ antwortete Adama darauf.

Bill näherte sich langsam dem Professor. Er arbeitete zuvor viele Jahre an den ersten Cylonen und war während des Krieges in Gefangenschaft geraten. Der alte Mann sah zu William und lächelte.

„Sie sind zu spät, Adama. Die Evolution kann man nicht mehr aufhalten!“ sagte er zufrieden.

„Was haben sie getan?“

„Falsche Frage, Captain. Was haben wir nicht getan!“ kam als Antwort zurück.

Wieder sah er in den Nebenraum. Es fiel ein Schuss. Doch nun verging sein Lächeln. Etwas schien nicht so gelaufen zu sein wie es hätte laufen sollen. Husker sah nach. Als er am Türrahmen stand, hörte er wie sich ein Generator auflud und anschließend Strom durch das Becken gejagt wurde. Der Professor schrie und wurde nach wenigen Sekunden still. Die Flüssigkeit dampfte durch das schnelle erhitzen. Der Professor lag tot darin. Aber wirklich Mitleid hatte Bill nicht.

„Nein, was tust du!!“ hörte er von innen.

„All das geschah bereits! All das wird wieder geschehen!“

Diesmal war es eine sehr dunkle Stimme. Sie erklang durch den ganzen Raum. Adama ging hinein. Dabei bemerkte er nicht wie die Tür hinter ihm zuviel. Nur wenig Licht war vorhanden. Leuchtstrahler erhellten insgesamt 12 Liegen. Sie waren alle nummeriert. Er konnte erkennen dass von 11 die Fesseln geöffnet wurden. Bei der 12. Liege wurden sie aufgesprengt.

„Das hört jetzt auf!!“

Diesmal war es eine sehr junge Stimme. Adama folgte ihnen. Als er um die Ecke bog um zu anderen Seite des Raumes zu kommen sah er ein weiteres Becken, welches aber leer war. Auf dem Boden kauerte noch jemand, aber nicht derjenige den er suchte. Es war Henry Young, der ehemalige Abteilungsleiter der Cylon Corp. Er wollte um die Ecke als ein weiterer Schuss fiel. Er war platziert auf die Ecke gesetzte worden.

„Bleib stehen!“

„Leg die Waffe weg, Kleines. Es ist vorbei, du bist in Sicherheit!“

„Nein! Niemand ist in Sicherheit. Das muss aufhören!“

Wieder versuchte Bill um die Ecke zu kommen. Auch wieder wurde er zurückgedrängt. Ein platzierter Schuss auf die Ecke.
Er musste versuchen an das Mädchen und den Mann heranzukommen. Weiterhin vermutete er eine weitere Person. Jemand musst auf ihn schießen und gleichzeitig wohl das Mädchen beschützen. Er konnte nur ihre Stimmen, aber sehen konnte er sie bis jetzt nicht.
Sein Gedanke wurde durch einen weiteren Schuss unterbrochen. Er vernahm wie ein Körper zu Boden sackte.

„Sie müssen alle sterben!“ sagte sie in einem traurigen Unterton.

„Ich komme jetzt raus!“ informierte Adama sie.

„Wie ist dein Name?“ fragte die Kleine darauf.

„Bill!“

„Bill Adama?“ hakte sie nach.

Husker erschrak. Sein Körper wurde nervös. Woher wusste sie wer er war? Es verunsicherte ihn zunehmest und wollte erfahren woher sie seinen Namen kannte.

„Ja, woher kennst du meinen Namen?“

„Sie waren nur die Ersten. Gott hat ihnen den Weg gezeigt. Sie werden wachsen und gedeihen. Die Gefäße für ihre Seelen werden zu ihren Gefängnissen. Das Schicksal kann niemand mehr aufhalten, Bill Adama. Du musst sie zum verlorenen Stamm führen…“


Während sie redete kam er aus seiner Deckung hervor. Das Licht von der Deckenleuchte strahlte auf den toten Körper des Mannes. Das Rot seines Blutes färbte mittlerweile den Boden. Aber von dem Kind keine Spur.
Er bildete sich das Mädchen doch nicht ein, oder?

Aus heiterem Himmel vernahm er Kinderlachen. Es kam vom Flur vor dem Kreissaal. Husker ließ den Mann liegen und rannte nach draußen. Dort führten Soldaten viele kleine Mädchen fort. Sie verhüllten sie in Decken.
Was ihm aber auffiel das es eigentlich nur 3 Mädchen waren. Zwei weiße, blonde Mädchen und ein asiatisches Mädchen. Doch liefen viele von ihnen an ihm vorbei. Was hatten die Cylonen bloß getan?
Eines der asiatischen Mädchen blieb bei ihm stehen und streckte die Arme nach ihm aus. Husker dachte sich nichts dabei und hob sie hoch. Sie fiel um seinen Hals. Ihr ganzer Köper zitterte vor Angst. Sie hatte wie die anderen Mädchen einen weißen Jogginganzug an und trug weiße Turnschuhe. Ihre „Schwestern“ hatten wie sie ihr Haar zum Pferdeschwanz.
Er löste die Umarmung und sah ihr ins Gesicht. Daraufhin begann sie zu lächeln. Automatisch lächelte er mit ihr. Doch dann wurde ihm das Kind von einem Unbekannten in schwarzer Uniform abgenommen. Sie schrie daraufhin, steckte ihre Arme nach ihm aus und weinte. Husker wollte sie zurückholen. Aber einer der schwarz uniformierten Soldaten hielt hin zurück.

„Militärsicher Geheimdienst! Sie haben nichts gesehen! Haben sie verstanden, Captain?“

„Von wegen! Was ist mit diesen Kindern? Wohin werden sie gebracht?“

„Was für Kinder?“ fragte der Geheimdienstler nichts wissend zurück und schmiss Adama zu Boden.

Für Husker war die Sache nicht erledigt. Er stand auf und schmiss den Unbekannten zu Boden. Danach rannte er hinaus. Doch er war zu spät. Die Kinder wurden in nicht gekennzeichneten Lastwagen wegtransportiert. Das Mädchen saß in einem der Lkw und sah ihn noch an während er an ihm vorbeifuhr…

Viper047
07-08-2008, 05:03 PM
Heute…


Der Admiral wachte auf. Er war schweißgebadet. Er hatte dieses Ereignis schon längst verdrängt. Doch kam es ihm vor als hätte er als noch mal durchleben müssen. Ein Blick auf die Uhr sagte ihm dass es noch in der Nacht war. Schlafen konnte er eh nicht mehr. So stand er auf und setzte sich aufrecht auf sein Bett. Dabei fiel ihm das Bild auf dem Bode auf. Er nahm es an sich und legte es auf den Nachttisch.
Noch durch das Erlebnis seiner Vergangenheit aufgewühlt holte er etwas zu trinken und setzte sich an seinen Tisch. Um Ablenkung zu finden schenkte er etwas vom Whiskey ein und holte Personalakten hervor. Diese blätterte er einfach nur so durch ohne wirklich etwa zu lesen.
Bei Boomers Akte machte er plötzlich halt. Er sah sich das Personalfoto an. Als er genauer hinsah fiel ihm vor Schreck das Glas aus der Hand.
Schnell zog er seine Stiefel über und eilte nach draußen. Die Wachen hatten keinen Plan was in den Admiral fuhr. Sie bekamen keine Befehle und folgten ihm so bis auf die Krankenstation.
Doc Cottle wollte erfahren was der Admiral um diese Zeit wollte. Aber er blitzte sofort ab. Admiral Adama hatte nur ein Ziel vor Augen.

„Lassen sie uns alleine!“ befahl er dem anwesenden Personal.

Boomer saß bereits aufrecht im Bett, als hätte sie auf ihn gewartet. Sie sahen sie für eine Weile schweigend an. William wollte sicher gehen und sah sich Sharon ganz genau an.

„Nein, das ist nicht möglich!“

„Warum sollte es unmöglich sein, Sir?“

„Das ist reine Einbildung!“ fluchte der alte Mann.

Er ballte seine Faust und wusste nicht mehr wie er seine Gedanken ordnen sollte.

„Es ist die Seele, Admiral Adama. Der Körper ist nur eine austauschbare Hülle. Es ist die Seele die von den Cylonen weggeschlossen wird bis man sie braucht. Sie wussten es schon damals - die Männer in Schwarz.

Das kleine Mädchen auf ihrem Arm, das kleine Mädchen das nach Hilfe schrie und nicht verstand was geschah.
Man wacht allmählich auf und die Erinnerungen der Vergangenheit quälen einen jeden Tag aufs Neue.

Sie haben die Tore zur Vergangenheit geschlossen. Wir sollten nicht sehen, aber ich habe gesehen! Die Seele erinnert sich an jedes Leben, Admiral.“

„Aber wie?“

„Das Wie ist nicht mehr wichtig. Nur das Wann ist von Bedeutung. Es endet hier, und nicht einmal sie können mich aufhalten….“

„Admiral!!“

Das zu beginnende Gespräch wurde durch Colonel Tigh unterbrochen. Adama duldete zu diesem Zeitpunkt keine Unterbrechung und zog den XO vom Bett wieder weg.

„Egal was es ist, es muss warten, Saul!!“ fauchte der Admiral seinen XO an.

„Ich glaube nicht, Sir!“

Schon allein die Tonart seiner Antwort machte Admiral Adama nervös.

„Es ist schief gegangen. Sie haben die Marines - und deinen Sohn, Bill…..“



Das Ende der Menschheit hat einen Anfang…

Battlestar Galactica - Cylon War

Winter 2008

Viper047
20-08-2008, 04:14 PM
Kapitel 18


Das Erwachen der Kinder ( Teil 2 )


Frachtschiff Prometheus


Es war noch in den frühen Morgenstunden. Cassandra kämmte die roten langen Haare Gayas. Sie machte ihre Ziehtochter fertig für die Schule. Michael saß am gemeinsamen Frühstückstisch und las die Flottennachrichten der Caprica Today. In seiner Zeitung vertieft griff er über den reichlich bedeckten Tisch. Von frischem Rührei bis hin zur Marmeladenkonfitüre war alles vorhanden. Das Brot und die Brötchen waren frisch vom Bäcker, die Wurst kam eben aus den Räucherkammern der wenigen Metzgern. Nur sehr wenige konnten sich Fleisch und Wurst leisten, da der mitfliegende Botanical Cruiser wenige Kapazität an Freiflächen hatte.
Am Korb mit den Brötchen angekommen verspürte Fontaine einen kurzen Schmerz. Cassandra schlug mit dem Buttermesser auf seine Hand. Erschrocken zog er sie blitzartig zurück und blickte über seine Zeitung hervor.

„Das ist kein Bauerntisch! Man hat dir einen Mund zum reden gegeben!“ erinnerte ihn die Cylonin.

Gaya musste kurz lachen. Sie konnte es zwar nicht sehen, aber ihr Gehör ersetzte ihre Augen. Sie konnte es sich vorstellen wie Michael vor Schreck die Hand zurückzog und Cassandra ihn in einer für ihn unbequemen Art ansah. Und dabei lag sie nicht einmal ganz verkehrt.
Die 8 reichte ihm den Korb und setzte anschließend ihre Tätigkeit fort.
Es war ein tägliches Ritual. Cassandra saß in ihren sehr offenherzigen Morgenmantel am Frühstückstisch und machte Gaya für die Schule fertig. Michael aß seit einiger Zeit mit ihnen, ungefähr seit dem Zeitpunkt seit er mit Cassandra schlief. Von außen betrachtet sah es aus wie eine harmonische Familie.

„Das Shuttle dürfte da sein.“ sagte Michael nach einem prüfenden Blick auf seine Armbanduhr.

Daraufhin stand er auf und holte den roten Rucksack von Gaya. Die Cylonin führte das blinde Mädchen an die Tür ihres Quartiers und nahm den Rucksack mit den Schulsachen entgegen. Ein letzter prüfender Blick über ihre Schuluniform bevor sie ihr einen Kuss auf die Wange gab. Das Mädchen ließ es nur widerwillig über sich geschehen. Sie mochte nicht diese mütterliche Gehabe kurz bevor sie zur Schule musste.

„Sei brav, pass auf und lerne fleißig!“

„Ja, Mama!!“ antwortete Gaya genervt.

In diesem Moment öffnete sich die Tür. Ohne anzuklopfen betrat Jeremie Frey das Quartier. Michael wie Cassandra fluchten bereits innerlich, den Gaya sollte nichts von ihrem Zorn mitbekommen.

„Boss, die Gefangenen wären soweit!“

Der junge Mann von Scorpia sah erst jetzt das Gaya noch da war. Aber nun war es zu spät. Er verknüpfte vor Gaya die beiden Welten, die für das Mädchen getrennt bleiben sollten.
Dass es für ihn Ärger geben würde, ahnte er in Windeseile. Denn auf seiner Stirn sammelte sich binnen Sekunden der Angstschweiß. Dem hageren Mann wurde es auf einem Schlag ganz anders. Michael schüttelte den Kopf und fuhr mit seiner Hand über die Glatze von Frey.

„Das sind keine Gefangene. Nenne unsere Angestellten nie wieder so, hast du verstanden?“

Michael versuchte ruhig zu bleiben. Das ihm die Beherrschung schwer fiel war an seinem Tonfall am Ende seines Satzes zu hören.
Einer der Leibwächter Gayas war gekommen und nahm das Mädchen mit. Frey wollte ebenso gehen, aber die Wachen vor der Tür stießen ihn wieder rein. Ein Blick vom Boss reichte.
Ihre rechte Hand verschloss die Tür.
Der Handlanger hatte nicht einmal die Gelegenheit sich umzusehen als er schon die Faust von Fontaine im Gesicht hatte.
Die Wucht des Treffers verursachte eine aufgeplatzte Lippe. Blut und Speichel spritzten auf den Teppichboden. Frey fiel auf den Boden. Sein Kopf schlug auf dem kleinen Wohnzimmertisch auf.
Vom Aufprall zog er sich eine weitere Platzwunde am Kopf zu. Jeremie lag keuchend am Boden während Cassandra um herum ging und sich auf die Couch setzt. Einen Fuß stellte sie auf seinen Kopf und drückte ihn so auf den Boden. Der Druck wurde so stark das er anfangen wollte zu schreien. Michael stopfte ihm daraufhin ein Handtuch in den Mund und sicherte es mit Panzertape.

„Ich habe das Gefühl das etwas an meinen Befehlen unklar für meine Angestellten sein musste. Habe ich undeutlich ausgedrückt, irgendwie nicht klar verständlich? War es so kompliziert das der letzte Vollidiot es nicht verstehen konnte?“

Ihre rechte Hand lächelte und schüttelte den Kopf. Frey sah von seiner Position aus auf und wollte protestieren, sich rechtfertigen. Aber das Handtuch fing seine Worte ab und ließ sie verstummen.

„Nein, Boss – alles klar und verständlich. Sogar für solchen Abschaum wie diesen hier!“ bestätigte sie ihr Stellvertreter.

„Ich hatte schon etwas gezweifelt ob an dem Wörtchen anklopfen etwas unverständlich gewesen sein sollte.
Nun gut, Menschen machen Fehler. Aber liegt er deshalb vor mir, um Gnade winselnd, auf dem Boden? Nein! Er winselt sicherlich, oder?“

Fontaine kniete sich auf den Boden und horchte. Frey wurde lauter, er wollte schreien. Seine Angst weckte den Überlebenssinn. Denn in Bezug auf Gaya verstand Cassandra überhaupt keinen Spaß.

„Der winselt wie ein junger Welpe, Boss!“

Cassandra nahm ihren Fuß herunten, stand auf und trat ihm mit voller Wucht ins Gesicht. Sein Kopf wurde wie ein Gummiball zurückgeschleudert. Das Handtuch färbte sich rot, ebenso lief Blut aus der Nase. Danach kniete sie sich erbost auf den Boden und kam mit ihrem Gesicht sehr nahe zu seinem, wollte ihm die nächsten Worte ins Ohr flüstern.

„Sie ist so unschuldig und du wagst es ihre Seele mit unserer Welt zu beflecken? Niemand zieht Gaya in die Abgründe in der wir Leben. Ich werde dafür sorgen das du hirnverbrannter Vollidiot nie wieder Worte in den Mund nimmst, die nicht für das unschuldige Gehör meiner Gaya geeignet sind!“

Die Anführerin der White Dragon erhob sich wieder und begab sich zu ihrem Stellvertreter. Sie flüsterte ihm seinen nächsten Befehl ins Ohr.

„Sorge dafür dass er sich nie wieder verquatscht. Beim nächsten Mal könnten Sicherheitskräfte der Galactica in der Nähe sein. Und das wäre sehr unvorteilhaft für meine Geschäfte!“

Cassandra näherte sich seinen Lippen und gab ihm einen leidenschaftlichen Zungenkuss.
Bei der anschließenden Umarmung flüsterte sie ihm erneut etwas ins Ohr.

„Enttäusch mich nicht!“ fügte sie sehr ernst hinzu.

„Du kannst dich wie immer auf mich verlassen.“

Beim Weggehen fuhr ihm Cassandra über die Wange und zog sich ins Schlafgemach zurück. Michael sah ihr kurz nach und atmete etwas durch. Er wusste am besten wie man es sich mit ihr nicht verscherzte. Denn sie fackelte niemals lange und Platz für Fehler existierte nahezu nicht.
So ging er anschließend an die Tür und holte die Wachen herein. Sie hatten zuvor den Auftrag gehabt Frey passieren zu lassen, aber wer hätte gedacht das es noch jemand im Clan gab der sich ihren Befehlen widersetzte.

„Nehmt ihn auf und schleppt ihn vor die Tür!“ befahl er ihnen.

Die beiden Schränke von Männern holten ihn und schleiften den flehenden Jeremie vor die Tür. Fontaine ging mit raus und nahm ihm vor der Tür das Tape und Handtuch ab.

„Michael, bitte – es war keine Absicht. Es ist mir einfach so herausgerutscht! Es wird nie wieder passieren!“ versicherte er ihm unter Tränen.

Doch Cassandras Liebhaber ließ sich von seinen Worten nicht beeindrucken. Er holte sein Messer hervor und streifte die Klinge an seinem Ärmel ab. Der verängstigte Handlanger fürchtete nun mehr um sein Leben bei Anblick des Messers.

„Was hast du vor?“ fragte er zitternd.

„Du weißt genau was Gaya Cassandra und mir bedeutet. Du hast Mist gebaut in ihrer Gegenwart. Aber keine Sorge, es wird nicht noch mal geschehen! Haltet ihn fest und macht sein Maul auf!“

Die Wachen hielten ihn ganz fest. Einer der beiden Männer verpasste dem verängstigten Frey einen heftigen Schlag ins Gesicht um ihn ruhig zu halten. Sein Partner öffnete den Mund. Fontaine holte Jeremies Zunge hervor, zögerte nicht lange und schnitt sie ab.
Anschließend ließen ihn die Wachen auf den Boden fallen. Der Handlanger keuchte vor Schmerzen und hielt seinen Mund. Das Blut quoll aus den Mundwinkeln hervor und tropfte auf den Boden.

„Bringt den zu einem Arzt. Ist ja nicht mehr zum Aushalten!“ befahl Michael Fontaine.

Angeekelt von dem Elend des Jeremie Frey zog sich der stellvertretende Chef der White Dragon zurück während die Wachen Frey an andere übergaben.

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Battlestar Galactica
Standort: NDC 872
Auftrag: Schutz der Flotte


Adama und sein XO zogen sich in das Privatquartier des Admirals zurück. Die Marines vor Tür bemerkten schon das etwas nicht stimmte. Die Tür schlug sofort zu und es herrschte eine bedrückende Stille. Im Quartier saß der Admiral an seinem Schreibtisch und grübelte über die augenblickliche Situation nach. Sein XO konnte ihm nicht sagen was passierte.
Vor kurzem planten die beiden Offiziere noch die Gefangennahme des Anführers der White Dragon auf der Prometheus. Sie wollten dem Verbrechersyndikat so einen empfindlichen Schlag verpassen. Marines sollten als Sanitäter verkleidet mit Cottle an Bord gehen. Dort sollte er wie zuvor am Medic Raptor die kleine Patientin, wahrscheinlich die Tochter des Bosses, wie zuvor untersuchen. Man war sich sicher dass er wieder da sein würde um alles zu kontrollieren. Man hatte sich für den Raptor entschieden, da Cottle sich weigerte weiter in die Prometheus hineinzugehen.
Und genau dieser Zeitpunkt hätte genutzt werden sollen. Marines hätten die Kämpfer der White Dragon überwältigt und anschließend ihren Anführer gefangen genommen.
Man war für jede Eventualität gewappnet, kannte den Shuttlebereich von den Bauplänen des Schiffes, war vor Ort. Aber was war schief gelaufen? Wie wurde sein Sohn darin verwickelt?

„Wie zum Teufel konnte etwas schief gehen, Colonel? Niemand konnte etwas davon wissen, nicht einmal Cottle wusste davon. Also, wie konnte alles schief gehen!!“

Wütend schlug Adama auf den Tisch. Er schlug so hart auf das alles darauf wackelte. Colonel Tigh konnte ihm aber keine Antwort geben. Er war selbst überrascht als im CIC der Anruf von der Prometheus einging. Deshalb ließ er bereits weitere Maßnahmen treffen bevor er die Meldung weitergab.

„Ich habe keine Erklärung dafür. Dee und Gaeta gehen die Funkprotokolle durch. Vielleicht finden wir da etwas. Ich gehe alles rückwärts durch um den Fehler zu finden, aber ich kann keinen sehen. Ich weiß nicht wo wir etwas falsch gemacht haben sollte…“

„Aber jemand muss geredet haben. Wie sonst lässt sich das erklären?“

William sah seinen langjährigen Freund vorwurfsvoll an. Er wusste das Tigh Teile seines Alkohols von der Prometheus bezog. Saul hörte es sofort heraus und wie sofort die Schuld durch ein Kopfschütteln von sich. Wie konnte William ihm so was unterstellen. So viele Jahre dienten sie schon zusammen und er hätte den Schneid Adama seinen Unmut direkt ins Gesicht zu sagen statt ihn feige zu sabotieren.

„Aus Freundschaft lass ich dir das noch mal durchgehen, Bill. Wie lange kennen wir uns? Ich mag ein verdammter Trinker sein, aber kein Verräter. Ich habe den Mist doch mitgetragen und da drüben sitzen ebenso meine Männer! Soviel bedeutet mir mein Stoff von der Prometheus auch nicht um meine Marines dafür zu verraten. Oder glaubst du die wären meine einzige Quelle, du alter Idiot?“

Der Admiral ließ es vorerst unkommentiert und erhob sich aus seinem Sessel. Schritt für Schritt ging er alles noch mal durch. Wo war der Fehler?

„Wir müssen unsere Männer zurückbekommen, koste es was es wolle! Haben sie verstanden, Colonel?“

„Klar und deutlich, Admiral!“ versicherte ihm sein XO.

Tigh stand auf und verließ das Quartier. Adama nahm von seinem Schreibtisch ein Bild von Kara und Lee. Er schwor dass man ihm nicht noch Lee wegnahm. Seine Wut stieg je länger er sich das Bild ansah. Jeder, der etwas mit der Sabotage zu tun hatte, sollte diese Wut zu spüren bekommen.

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Frachtschiff Prometheus

Mit einem dröhnenden Kopf erwachte Lee. Langsam fügten sie die verschwommenen Farben zu einem Bild zusammen. Er wusste nicht was geschehen war, nur das er sich in diesem stinkenden Raum befand. Um ihn herum lagen die Marines. Einige bewusstlos, andere benommen wie er. Inmitten war Cottle. Er sah sich die Soldaten an und untersuchte sie auf die Schnelle.
Apollo sah auf. Ein gleißendes Licht fiel auf ihn herab. Geblendet sah er wieder runter und anschließend seinen Aufenthaltsort an. Die Wände waren geriffelt und aus Metall, also vermutete er im Inneren eines Containers zu sitzen. Sein Hände und Füße waren frei, keine Fesseln an ihm oder den anderen Soldaten.
Was war geschehen? Die Anstrengung beim Überlegen verursachte Kopfschmerzen und erschwerte es zusätzlich.
Eine Hand griff nach ihm. Es war Cottle, der nach dem CAG der Galactica sah. Mit einem prüfenden Blick suchte er nach äußeren Verletzungen und nach möglichen Schäden des Gehirns, beim Blick in die Augen des Majors.

„Was ist passiert?“ fragte Apollo benommen.

„Da fragen sie den Falschen, Major. Trotz dieser nicht gerade aufmunternden Lage wird es sie etwas beruhigen das es uns allen dem ersten Anschein nach gut geht.“

„Gut, wenigstens etwas. War schon jemand hier?“

„Nein, nicht das ich…“

Der angefangene Satz wurde durch das Öffnen der Tür unerbrochen. Die Soldaten sahen neugierig hin. Wer mochte wohl der Gastgeber sein? Bewaffnete Männer betraten den Container und sicherten die Gefangenen. Erst nachdem einer der Männer das Ok gab, kam noch jemand herein. Trotz des langen dunklen Kapuzenmantels konnte man die schlanke Statur erkennen, wonach es sich sehr wahrscheinlich um eine Frau handelte. Die letzte Person nahm die Kapuze ab und für die Soldaten war es ein Moment des Schocks. Es war eine Cylonin, eine Nummer 8. Sie trug eine Augenklappe über das linke Auge. Sie überschaute die gefangenen Soldaten und suchte jemand bestimmtes. Einer ihrer Männer deutete auf Lee.
Daraufhin begann sie hinterhältig zu schmunzeln und ging auf den CAG zu.

„Da brat mir einer aber einen Toaster!“ sagte einer der Marines in seinem geschockten Zustand.

Cassandra ließ sich das natürlich nicht gefallen. Sie holte aus und schlug den Soldaten mit voller Wucht gegen die Containerwand. Der Marine wurde daraufhin erneut ohnmächtig.
Seine Kameraden reagierten, wurden aber sofort von ihren Bewachern unter Kontrolle gebracht.

„Nicht gleich rassistisch werden!“ sagte sie in einem lockeren Tonfall.

Sie näherte sich dem Major und ließ ihn von den anderen Männern trennen. Sie wollte etwas privater mit ihm sein. Lee verstand die Welt nicht mehr. Ein Cylon war Anführer einer menschlichen Verbrecherorganisation?

„Hey, ihr wisst schon dass sie ein Cylon ist?“ fragte er die anwesenden White Dragon.

Cassandra ging um ihn herum. Fuhr mit ihrem Finger über seine Wange, Ohr und Haar.

„Major Lee Adama, CAG der Galactica. Schön dass wir uns persönlich kennen lernen. Ich habe schon viel von ihnen gehört.
Lassen sie sich nicht durch mein äußeres Erscheinungsbild täuschen. Meine Männer wissen sehr wohl was ich bin. Aber das ist zweitrangig. Sie müssen nur wissen wer ich bin.
Ich bin jemand der gerne wüsste was die Marines der Galactica auf meinem Schiff zu suchen haben? Ich wüsste nicht dass ich sie eingeladen haben sollte.“

In diesem Moment dachte Lee Adama an sein Training zurück. Wie verhielt man sich gegenüber dem Feind beim Verhör? Was waren seine Rechte als Kriegsgefangener? Was musste er nur angeben und welche Geheimnisse musste er unter allen Umständen geheim halten?

„Major Lee Adama, CAG, Battlestar Galactica. Personenkennziffer 39283 – A – 2928....”

Die Cylonin musste über das Militär schmunzeln. So verschieden die Menschen auch waren, das Militär stumpfte sie auf die vorhersehbare Einheitlichkeit ab.

„Sie sind kein Kriegsgefangener, Major Adama. Die ganzen Konventionen werden ihnen hier nicht helfen. Sie sind mein Tauschobjekt!“

„Der Admiral wird nicht mit einem Cylonen verhandeln!“

Die 8 suchte die Nähe zum Major und beugte sich hinunter. Sie wollte ihm endgültig die Lage klarmachen, in den er und seine Männer steckten.

„Mal sehen ob er zu Verhandlungen bereit ist wenn ich seinen einzigen Sohn Scheibchenweise auf die Galactica schicke!“ drohte sie dem CAG.

Sie gab ihm einen Kuss auf die Wange und stand auf.

„Gebt ihnen Wasser und Brot. Das Militär ist die Einfachheit gewohnt. Und wir wollen sie natürlich nicht aus ihrer gewohnten Umgebung entreißen. Nehmt den Doc mit und sperrt ihn in eine Einzelzelle.

Und gebt mir eine Verbindung zu P.“

Die White Dragon warfen, nachdem Cassandra den Container verlassen hatte, Brot und Wasserflaschen hinein. Sie verschleppten den Doc und schlossen anschließend die Tür. Instinktiv standen die Männer auf und suchten ihre Umgebung ab. Zwei Marines bewachten die Tür, Lee suchte nach Schwachstellen und andere kümmerten sich um die bewusstlosen Kameraden. Eines war für jeden klar, sie mussten hier raus um überleben zu können.

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Colonial One

Laura saß am Vormittag bei einer Besprechung mit ihrem Vize Tom Zarek. Es waren wieder die üblichen Themen. Die Beschwerden aus der Flotte wurden nach und nach bearbeitet. Heute waren die Gewerkschaften dran. Die neu gegründete Gewerkschaft auf der Daru Mozu verlangte besseren Schutz der Arbeiter, geregelte Arbeitszeiten und höhere Löhne, was soviel hieß größere Ressourcenbezüge. Aber das konnte Roslin nicht leisten und suchte nach Auswegen. Vor allem die Kinderarbeit auf den Schiffen machte dem Amt der Präsidentin mehr sorgen. Die Unfälle mit Kindern und Jugendlichen häufte sich stetig. Als Lehrerin vertrat sie die These das Kinder in die Schule gehörten. Aber viele Familien konnten sich die Ausbildung ihrer Kinder nicht leisten, oder generell das Überleben in der Flotte. So mussten die jüngsten sogar auf den Minenschiffen das Geld für ihre Familie verdienen. Betroffen waren vor allem Menschen der ärmeren Kolonien. Für diejenigen aus Caprica oder Picon war es einfach bestellt. Sie hatten das Geld oder zumindest eine Ausbildung um rasch Vermögend zu werden.

Tory Foster brachte Kaffee in den Konferenzraum der Colonial One. Laura saß wie gewohnt am oberen Kopfende, neben an der Vizepräsident Tom Zarek. Ihre Köpfe waren am Rauchen und versuchten so gut wie möglich für alle Parteien eine angenehme Lösung zu finden.

„Das Problem, Frau Präsident, ist die soziale Lage der Menschen von Aerelon, Saggitaria oder sogar Scorpia. Sie hausen in den unwirklichsten Ecken der Frachtschiffe, arbeiten beinahe 16 Stunden am Tag, verdienen kaum etwas um für ihre Familien sorgen zu können. Sie fühlen sich vergessen und fragen sie warum das Amt der Präsidenten ihre Stimmen nicht hört. Sie glauben das nur reiche Kolonisten ihre Aufmerksamkeit hätten….“

„Und die Reichen behaupten das Gegenteil. Danke für die Darstellung der Lage, die mir durchaus bewusst ist. Dennoch werde ich mich von meiner Entscheidung nicht abbringen lassen. Kinder gehören in die Schule und nicht an das Fließband eines Minenschiffes. Zu viele mussten sterben weil ich zunächst darüber weggesehen habe.
Es wird erlassen. Keine Arbeit von Kindern unter 16 Jahren. Keine Arbeit an gefährlichen Arbeitsplätzen für Jugendliche unter 21 Jahren.

Die Sozialhilfe müssen wir eben ummünzen. Die Reichen werden etwas mehr besteuert und andere müssen den Gürtel enger schnallen. Es geht nun mal nicht anders.“

„Frau Präsident, so sehr ich auch Kinderarbeit verachte, aber in diesen Zeiten sind sie der letzte Halt für viele der armen Familien. Wir müssen deren Lebensumstände verbessern, sie aus den Frachtschiffen holen und auf die Passagierschiffe umsiedeln, ihnen geregelte Arbeit und Absicherung verschaffen – sie brauchen wieder das Vertrauen in uns. Ansonsten verlieren wir sie!“

Zarek kämpfte für seine Klientel. Für viele Familien blieb eben nichts mehr anderes. Und wenn Laura den Kinderschutz enger zog, so nahm sie vielen Familien die Lebensgrundlage.
Er selbst würde jederzeit ihren Vorschlag unterstützen, aber die Zeiten waren schlecht, die Ressourcenlage angespannt und die Unzufriedenheit hielt an.
Laura holte aus ihren Aktenberg einige Passagierliste und legte sie vor Tom hin. Sie deutete auf die Zahlen und sah ihn fragend an.

„Gerne, aber sagen sie mir wohin mit ihnen. Die Schiffe sind überfüllt. Wir haben ein Passagierliner verloren und müssen deshalb noch enger zusammenrücken. Ich würde persönlich diese Menschen aus ihren fliegenden Särgen holen, aber ich kann es nicht.

Ich tue was notwendig ist um das jüngste Leben innerhalb der Flotte zu schützen. Und das wird auch mein Statement an die Gewerkschaft. Schutz ja, aber ohne Kinderarbeit. Sie sind unsere Zukunft, Tom. Wir sind zwar Meister der Selbstzerstörung, aber irgendwo muss endlich eine Grenze gezogen werden. Entweder sie ziehen mit oder das Thema ist gestorben bis nächstes Jahr. Denn solange werden wir brauchen um das alles zu beackern!!“

Die Präsidentin zeigte auf den Stapel und sah ihn auffordernd an. Zarek überlegte noch kurz was er tun sollte und gab schließlich nach, so wie er es immer tat. Er stand hinter und unterschrieb ihre Gesetzesvorlage. Laura sah mit Genugtuung zu und nahm zur Sicherheit gleich das unterschriebene Stück Papier an sich.

„Schön dass wir uns da einig sind, Tom.“

„Wie kann man da nur nein sagen, Frau Präsident?“

Tory nahm das Papier entgegen und legte es in die Unterschriftenmappe für das Quorum. Dabei flüsterte sie ihr etwas ins Ohr. Tom sah dass es um etwas Wichtiges gehen musste. Laura war alles andere als erfreut.

„Wir müssen die Beratungen verschieben. Ich lasse ihnen einen Termin zukommen. Sie finden sicherlich alleine raus.“

Ohne ein Wort des Abschiedes verließ Laura den Konferenzraum und ging in ihr Quartier. Zarek blieb enttäuscht zurück. Er fragte sich wie lange er noch den Schosshund der Präsidentin spielen sollte. Aber die Alternative sähe noch schlimmer aus.

Im Quartier übergab ihr Tory den Hörer ihres Coms. Roslin setzte sich und wartete bis die Verbindung stand. Schon lange hatte sie nicht mehr mit dieser Person geredet und wollte eigentlich auch nie wieder mit demjenigen etwas zu tun haben.

„Was wollen sie?“ fragte sie den Anrufer.

„Freut mich auch sie wiederzuhören, Frau Präsident. Ich rufe an um mich zu vergewissern ob sie etwas an unserer Abmachung missverstanden haben oder sogar eigenmächtig abgeändert. Wenn ja, würde es mich sehr traurig machen und ich wäre sehr enttäuscht. Dabei bin ich doch ein Fan von ihnen. Ich habe sie sogar gewählt, Laura!“

Am anderen Ende war Cassandra. Mit ihr hatte Laura vor einiger Zeit eine Art Waffenstillstandabkommen geschlossen. Laura würde die White Dragon und ihre Geschäfte in Ruhe lassen, sie vor der Galactica schützen. Auf der anderen Seite würden die White Dragon den kriminellen Abschaum von der Flotte fernhalten und keine Geschäfte auf der Colonial One und der Galactica tätigen.
Roslin tat es um sich Sicherheit und Ruhe zu erkaufen. Sie wollte damit auch die Ressourcen der Galactica schonen, die schon genug beim Kampf mit den Cylonen bluten musste. Insbesondere seitdem mit der Pegasus ein Kampfstern ausgefallen war, lag die alleinige Last auf den Schultern der Galacticacrew.
Sie hatte Adama nie etwas davon gesagt und sah es auch nicht als Nötig ihm etwas davon zu sagen. Das es sich bei dem neuen Anführer um einen Cylonen handelte, bekam sie recht spät mit und war geschockt mit wem sie die Verhandlungen führte. Die ganze Zeit wurde ein Mann als Kontakt geschickt, von dem sie annahm dass er der Anführer war. Am Ende war es zu spät und der Handel unter Dach und Fach. Erst da gab sich Cassandra zu erkennen. Sie hatte die ganze Zeit die Geschicke gelenkt und Roslin im Dunklen gelassen. Sie hatte die Präsidentin schlicht reingelegt.

„Ich weiß nicht von was sie reden!“ beteuerte die Präsidentin…...

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Frachtschiff Prometheus

Cassandra saß hinter ihrem Schreibtisch. Neben dem Privatquartier hatte sie natürlich noch ein Büro für ihre Geschäfte, weitab von Gayas gewohnter Umgebung. Das Büro war wie ihr Quartier etwas prunkvoller ausgestattet. Edle Holze für die Möbel, zwei große Regale, der Raum hell erleuchtet durch einen Kristallkronleuchter, eine Sitzecke aus Leder und der Boden mit teuren Teppichen bedeckt.
Die Cylonin legte ihre Füße auf den Tisch und spielte an ihrem Pferdeschwanz als Laura ihre Unschuld beteuerte. Entweder log die Präsidentin sehr geschickt oder sie hatte wirklich keine Ahnung. Im Endeffekt war es ihr egal. Sie hatte ein Geschäft zu führen und musste Maßnahmen zu treffen. Sollen sich die Menschen um dieses Problem kümmern.

„Vielleicht fällt es ihnen ein wenn ich ihnen den Namen Lee Adama erwähne. Der Sohn des Admirals, vom mächtigen Battlestar Galactica. Und dazu noch ein Dutzend Marines samt Schiffsarzt.“

„Ich habe mit alle dem nichts zu tun. Ich habe diese Abmachung eingehalten. Geben sie die Männer wieder preis bevor der Admiral Wind Schritte einleiten wird. Lassen wir es nicht eskalieren. Sie haben mein Wort das ich mich persönlich darum kümmern werde.“

„Darüber müssen sie sich keine Gedanken machen, Frau Präsident. Ich werde mich um die Angelegenheit mit Adama selbst kümmern. Nur mache ich mir um sie Sorgen. Was würde der Admiral davon halten wenn er erfährt das sie mit einem Cylonen Geschäfte hinter seinem Rücken machen?“

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Colonial One

Die Drohung, die Cassandra ausstieß, missfiel der Präsidentin. Denn die Cylonin würde die Flotte in ein Chaos stürzen wenn das bekannt werden würde. Da zählten die Absichten nicht so viel wie der alleinige Fakt.
Das Vertrauen zum Militär und Präsidenten wäre kurzerhand weg gebrochen.

„Das würde für beide Seiten erhebliche Nachteile haben. Wollen sie es wirklich soweit kommen lassen? Admiral Adama wird sie vernichten und mich einsperren. Ist das ihre Absicht?“

„Sie vergessen wem die Flotte gehört, Frau Präsident! Das ist meine Flotte und ich bestimme wer hier eingesperrt wird oder beiseite. Sie wollen eine Demonstration meiner Macht?“

Laura hörte nur das Knacken in ihrem Hörer. Die Cylonin hatte aufgelegt. Tory stand die ganze Zeit dabei und verfolgte das Gespräch. Das Roslin nun am Ende ihrer Weisheit war sah sie ihr an. Die Präsidentin wurde kreidebleich im Gesicht. Wie weggetreten legte sie den Hörer auf den Tisch und ließ sich in ihren Sessel fallen. Sie nahm ihre Brille ab und legte sie auf den Tisch. Ihre braunen Augen fixierten einen Punkt im Quartier und wurden starr. Foster wurde angst und bange. Was war eben geschehen?

„Was habe ich nur getan, Tory?“

„Sie haben die Menschen geschützt, Frau Präsident. Ich denke sie würden es wieder tun, oder?“

„Ja, aber der Preis ist dennoch viel zu hoch. Bei den Göttern von Kobol, auf was haben wir uns da nur eingelassen?“

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Viper047
20-08-2008, 04:15 PM
Battlestar Galactica
Standort: NDC 872
Auftrag: Schutz der Flotte


Admiral Adama und sein XO gingen im CIC den Ablauf des Einsatzes noch mal durch als Dee das Gespräch unterbrach. Sie hielt deutete auf ihre Kopfhörer und anschließend auf den Admiral.
Sein XO fragte sich wer jetzt den Admiral persönlich haben wollte. Adama stellte sich insgeheim dieselbe Frage und nahm von seinem Lagetisch einen der Hörer.

„Adama!“

„Ich grüße sie, Admiral Adama. Ich glaube wir sind uns noch nicht vorgestellt worden. Mein Name ist Cassandra und ich glaube ich habe etwas was sie sicherlich schon vermissen. Ich wäre bereit darüber zu verhandeln, ihnen einen fairen Preis zu nennen!“

Tigh bemerkte wie das Gesicht des Admirals ernst wurde. Sein Blut schien zu kochen.

„Ich verhandele nicht mit einem Cylonen…..“

Nun war es für Saul klar wer am anderen Ende sein musste. Er nahm sich einen Hörer und verfolgte so das Gespräch.

„Sie geben mir augenblicklich meine Männer zurück. Darüber gibt es keine Verhandlungen. Anschließend werde ich sie aus der nächsten Schleuse werfen lassen, sie verdammtes Miststück!“

„Aber, aber – Admiral Adama. Ich glaube sie schätzen mich ganz falsch ein. Sehen sie mich eher als eine Geschäftsfrau an. Und ich denke mit ihrem Sohn als meinen Gast dürfte ihre Verhandlungsbereitschaft begünstigt werden.“

Der alte Mann schnaufte vor Wut. Aber musste er seine Beherrschung behalten um klar denken zu können. Er musste herausfinden was sie haben wollte um reagieren zu können, also musste er mitspielen. Adama hatte keine andere Wahl. Ansonsten wäre alles andere zum Nachteil seiner Männer, seines Sohnes.

„Was wollen sie?“ fragte er sie widerwillig.

„Sie sind ein Mann mit Weitblick. Sie wissen wann man verhandelt und wann man kämpfen sollte. Sie haben an Bord der Galactica noch andere Cylonen.

Und schon Gott sprach, du sollst keine andere Götter haben neben mir. Das finde ich sehr passend. Ich will diese Cylonen, alle 3! Denn ich dulde auch keine Götter neben mir!

Bringen sie sie mir lebend, um den Rest kümmere ich mich schon. Den Trick mit dem Cylonenkadaver hat sich schon rum erzählt, Admiral.

Danach erhalten sie die erste Hälfte ihrer Männer!“

„Nein, einer davon gehört zu meiner Crew. Und ich will alle meiner Männer zurück!“

„Na na, Admiral. Sollst du mich verärgern? Meine Bedingungen sind nicht verhandelbar. In einer Stunde, ein unbewaffnetes Shuttle auf meinem Schiff. Und Admiral, keine Aktionen welche das Leben ihrer Crew oder eines der zivilen Schiffe gefährden könnte.

Und als Zeichen meines guten Willens erhalten sie soeben geheime Funkprotokolle. Sie sind nur meine zweite Wahl als Verhandlungspartner. Meine erste Wahl hat leider ihr Wort gebrochen. Gehen sie nicht ganz so hart ins Gericht mit ihr!“

Während der Admiral redete ging Saul zur Kommunikationsstation. Dee empfing die angesprochenen Protokolle. Nach der ersten Übersicht glaubte der XO seinem Auge nicht.
Jedes einzelne Gespräch zwischen den Anschluss der Präsidentin und der Prometheus war verzeichnet und reichte zu einem Zeitpunkt knapp nach der Flucht von Neu Caprica zurück.
Als Cassandra das Gespräch beendete ging der Colonel sofort zu seinem vorgesetzten Offizier.
Admiral Adamas Wut wurde größer. Sie wuchs mit Enttäuschung und er brauchte nur 2 und 2 zusammenzuzählen. Dee bestätigte die Echtheit und das war für Adama genug.

„Colonel, stören sie den Funkkontakt der Colonial One. Die CAP soll das Schiff isolieren. Zwei Raptor mit Marines sollen andocken. Sagen sie dem Captain des Schiffes er soll sie landen lassen. Ansonsten sehe ich mich gezwungen das Schiff sichern zu lassen!“

„Aye, Admiral!“

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Colonial One

„Frau Präsident, Admiral Adama schickt Raptor mit Marines!“ informierte sie Tory nach einem Gespräch mit dem Captain des Schiffes.

Laura stand am Fenster und sah die beiden Raptor aus der Pylone fliegen während Viper die Colonial One vom Rest der Flotte abdrängte.

„Ganz ruhig, Tory. Was soll der Admiral tun, mich ein zweites Mal in die Brig sperren? Ich werde ihm reinen Wein einschenken müssen.“

Gelassen, und dennoch besorgt, setzte sich Laura in ihren Sessel. Von draußen hörte sie wie Marines die Sicherheitsleute in Gewahrsam nahm. Weiter Sekunden vergingen bis die Tür aufging und ihre Bodyguards mit gezogenen Waffen rein kamen. Sie wollten die Präsidentin um jeden Preis schützen.

„Meine Herren, senken sie ihre Waffen. Es besteht kein Anlass das heute irgendjemand sein Leben lassen muss!“ befahl Roslin.

Derweil kamen Marines herein. Sie sicherten das Quartier der Präsidentin und entwaffneten die Sicherheitsleute. Colonel Tigh kam mit Admiral Adama herein. Er wollte doch mitfliegen und diese Angelegenheit selbst erledigen.
William und Laura sahen sich wenige Sekunden an. Roslin konnte in seinen Augen die Enttäuschung förmlich ablesen. Der Blick des Admirals war eisern, kalt und durchdringend.

„Sie haben mein Vertrauen missbraucht, Laura!“

„Ich weiß, Bill. Aber ich würde es jederzeit wieder tun.“

„Colonel Tigh, nehmen sie Präsident Roslin…“

„Das wagen sie sich nicht!!“ beschwerte sich Foster und warf sich vor ihre Präsidentin.

„..wegen Hochverrat fest!!“

Viper047
05-09-2008, 09:26 AM
Kapitel 19


Das Erwachen der Kinder ( Teil 3 )


Basisschiff B26-H
Standort: Felder des Elysiums


Als Gaius Baltar erwachte, lag er noch auf der Kommandozentrale des Basisschiffes. Sein Kopf schmerzte in intervallmäßigen Schüben. Seine Sicht war noch verschwommen und klarte allmählich auf. Er richtete sich auf und blickte um sich. Um ihn herum lagen tote Cylonen, zerstörte Centurion, abgetrennte Schiffsteile und kleinere Feuer wütenden um noch an manchen Stellen. Die überlebenden Modelle waren bei Lösch- und Bergungsarbeiten. Er konnte ihnen ansehen wie schmerzhaft es sie erwischt hatte. Zum ersten Mal hatten diese Cylonen etwas vor Augen was bisher nur dem Menschen zu Teil wurde – der endgültige Tod. Neben ihm saß eine weinende Acht, die eine andere, leblose, 8 in ihren Armen hielt. Sie waren wie er mit Blut und Schmutz überzogen.
Die Cylonin weinte vor bitterem Schmerz. Baltar konnte nicht zuordnen aus welchem Grund sie so sehr trauerte. War diese leblose 8 eine gute Freundin oder sogar ihre Lebensgefährtin?
All diese Erfahrungen waren neu für sie. Sie kamen wie eine reißende Flutwelle über die Cylonen, erfasste sie ohne Vorwarnung. Von der „gottgegebenen“ Unsterblichkeit zur Sterblichkeit, die Liebe, Freundschaft, Trauer – alles für sich ein unbändiger Schmerz.

„Sie hätten sie töten sollen! Verletzt sind sie nun gefährlicher!“

Baltar vernahm diese sehr wohl bekannte Stimme. Es war seine imaginäre Caprica Six. Sie stand neben ihm in einem roten Abendkleid und streckte die Hand nach ihm aus. Für Baltar war diese Hand ein Geschenk des Himmels. Sie bedeutete Sicherheit, Geborgenheit, eine Flucht aus dem Chaos in das Paradies.

„Aber du lebst! Gott hat dich beschützt!“

Der Doktor stand auf und tastete sich aufgeregt ab. Tatsächlich fehlte ihm nichts. Das Blut gehörte nicht zu ihm, seine Klamotten waren verschmutzt und ein paar wenige Prellungen.
Wie er ohnmächtig wurde wusste er nicht mehr. Aber das wurde in ihrer Gegenwart bedeutungslos. Er hatte überlebt. Er hatte die Auslöschung einer Rasse überlebt – wieder einmal. Er sah nach oben und Tränen liefen über seine Wangen hinunter. Konnte es wirklich sein? War es wirklich so wie Six es ihm die ganze Zeit erzählte?
Caprica sah mit wohlwollen wie er seinen Blick in den Himmel richtete und drückte seine Hand ganz fest. Er sollte spüren wie nah Gottes Herrlichkeit war.

„Etwas muss mich verdammt lieben! Ich meine, mir fehlt nichts – ich bin am Leben!“

„Es ist Gottes Liebe, Gaius.“ fügte Six hinzu.

Während Baltar mit der imaginären Six redete, sammelten sich einige Cylonen um den Menschen. Sie waren bewaffnet. Zwei Centurion kamen hinzu und sicherten den Doktor.
Eine 6 kam zu Baltar und fragte sich mit wem er redete? Ihr erster Gedanke war das Gaius nicht ganz bei Sinnen war.
Aber für sie erst einmal zweitrangig. Sie musste sich zuerst um ihre Brüder und Schwestern kümmern bevor Gaius Baltar ein Thema wurde. Solange sollte er in Sicherheit verwahrt werden. Er würde eine wichtige Rolle spielen Verlauf des begonnnen Krieges gegen die „anderen“ Cylonen.
Baltar bemerkte die 6 erst spät. Als die Centurion bei ihm standen hatte sie seine volle Aufmerksamkeit.

„Was soll das?“ fragte er eingeschüchtert.

„Gaius Baltar, hiermit sind sie bis auf weiteres unser Gast. Sie werden eine tragende Rolle spielen wen sie zu ihrer Flotte zurückkehren werden!“ versprach ihm die Cylonin

„Die werden sich freuen, Gaius! Die Flotte ist ein riesiger Fanclub von dir!“ scherzte Six in einem gewissen Sarkasmus.

Aber Baltar fand das weniger amüsant. Zurück zur Flotte? Zu diesem Zeitpunkt wäre er totes Fleisch. Er würde kaum den Hangar erreichen und wäre schon tot. Adama und Roslin würden sich sicherlich freuen Baltar aus der nächsten Schleuse zu werfen.
Trotz Proteste seinerseits führten ihn die Centurion ab. Baltar versuchte sich zu wehren, kam aber gegen die Maschinen nicht an.

Die 6 sah sich um und konnte das Grauen um sie herum nicht fassen. Soviel Leid und Schmerz erfassten ihre Augen. Es brach ihr das Herz sie so zu sehen. Sie ging zu der am Boden trauernden 8 und legte ihre Hand auf die Schulter. Sie trauerte mit ihr und sah sich die leblose 8 an. Ein heruntergefallener Brückenbalken musste sie während des Angriffes erschlagen haben. Die leblose Cylonin hatte die Augen noch offen als sie aus dem Leben gerissen wurde, mit der Gewissheit dass kein Wiederauferstehungsschiff in der Nähe das ihre Seele in den nächsten Leib schickte. Sie war für immer tot. Ihre toten Augen starrten die trauernde 8 an. Die 6 wusste dass die umso mehr den seelischen Schmerz stärkte. Dieser Blick der toten Cylonin tat auch ihr weh. So entschied sie sich, zum Wohle der trauernden 8, die Augen zu schließen und fuhr mit einer Hand über ihr Gesicht.

„Sie werden für all das bezahlen, das schwöre ich dir, Yoshi!“ versprach sie der 8.

„Das hoffen wir alle!“ antwortete das Modell 8 im Zorn und nahm den leblosen Körper fester an sich.


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Frachtschiff Prometheus

Die Soldaten der Galactica saßen alle samt auf dem Boden. Im Container herrschte eine drückende Hitze. Die White Dragon mussten die Temperatur herauf gedreht haben. Dazu noch das gleißende Licht an der Decke.
Lee öffnete sein Kombi und beobachtete Cottle wie er die Wasserreserven einteilte. Er war mit dem CAG einer Meinung dass aufgrund der Ungewissheit beim Verbleib bei den Dragons das Wasser und Brot rationiert werden sollte.
Ein Marine kam nun zu ihm und reichte eine Flasche mit Wasser. Aber Lee Adama lehnte ab.

„Geben sie es den Männern. Ich komme zurecht!“

„Erzählen sie keinen Mist, Major! Sie beginnen auszutrocknen. Nehmen sie ihren Schluck und jeder ist zufrieden. Das ist ein Befehl, Major!!“

Der Soldat meinte es ernst. Apollo wollte nicht streiten und nahm den Schluck aus der Flasche.

„Sir, wie lange sind wir schon hier?“ fragte einer der Marines.

Lee konnte ihm keine Antwort geben. Bevor man die Soldaten hier einsperrte hatte man ihnen alles abgenommen. Nur ihre Uniform hatten sie am Leib.

„Gefühlte 24 Stunden, Soldat!“ antwortete er ihm.

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Battlestar Galactica
Standort: NDC 872
Auftrag: Schutz der Flotte


Sharon zog sich um als ihr Mann nach Hause kam. Er hatte heute den Posten des CAG vom Admiral übertragen bekommen solange Lee abwesend war. Aber die Piloten fragten sich schon den ganzen Tag wo Lee war. Niemand hatte ihn auf dem Schiff gesehen. Und weder Admiral, der XO und das CIC gaben Auskunft.
Apollo wurde durch ein anderes Thema verdrängt. Die Colonial One war den ganzen Tag in den Medien. Immer wieder wurde berichtet wie Präsidentin Roslin von Marines abgeführt worden war. Spekulationen überhäuften sich von Stunde zur Stunde. Niemand konnte oder wollte was Genaueres sagen. Am nächsten Morgen wollte Vizepräsident Tom Zarek zur Flotte sprechen und über die „vermeintliche Festnahme“ von Präsidentin Laura Roslin.
Am Abend berief das Quorum eine Notsitzung ein. Ein Thema sollte auch sein Tom als rechtmäßigen Präsidenten zu vereidigen falls Laura in kriminellen Machenschaften verwickelt sein sollte.

Helo schaltete das Radio aus und schmiss sich in seinen Sessel. Seine Frau schaltete das Radio wieder ein. Sie wollte die Sendungen hören. Aber für Karl war es genug für diesen Tag. Er wollte nur seine Ruhe haben. Also stand er wieder auf und schaltete das Radio aus.
Athena schüttelte mit dem Kopf und zwängte sich an ihrem Mann vorbei. Sie standen sich gegenüber und blickten dem Partner in die Augen. Es schien ein Kleinkrieg um das Radio zu entbrennen. Die Cylonin schaltete das Gerät wieder ein, worauf Captain Agathon es wieder ausschaltete. Das Spiel ging einige Male hin und her.

„Wenn du so weiter machst, Sharon, bricht der Knopf noch ab!“

„Ich will das Programm hören!“

„Ich will meine Ruhe. Wir erfahren eh alles morgen!“

„Aber ich will meine politische Bildung für heute. Also bleibt das Radio an!“ schnaubte Sharon und schaltete er erneut an.

„Sharon, du treibst mich in den Wahnsinn damit. Ich bin der Mann in diesem verdammten Quartier, ich habe den höheren Rang und ich habe dieses verfluchte Radio organisiert. Also bestimme ich was läuft oder nicht!!“

Sharons Mann schaltete mit Wut im Bauch das Gerät aus. Das Radio hatte am diesem Tag die meiste Abnutzung erfahren, denn so oft wurde es nicht an und ausgeschaltet. Karl sah sich schon als Sieger und wollte sich setzen als seine Frau ihre Hand erneut zum Radio hinstreckte. Er baute sich vor ihr auf und hielt seine Hand schützend auf das Radio

„Treibe es nicht zu weit, Lieutenant!“

„Nun sage ich dir mal was, Captain. Nur weil Admiral Adama dich als CAG für einen Tag bestimmt hatte, ist das noch lange keinen Grund den Job nach Hause zu bringen. Da draußen magst du der Supermann schlecht hin sein, aber hier, in diesen 4 Wänden, hat nur einer das sagen – und zwar ich!!

Wenn du also nicht das Geld für Nutten aufbringen willst, solltest du dich fügen – mein Schatz. Das Radio bleibt an und du bist dran Hera abzuholen. Und warum, weil ich es sage!!“

Mit einem siegessicheren Lächeln schaltete Athena das Radio ein und gab ihrem Mann einen dicken Schmatzer auf den Mund. Helo blieb nichts anderes übrig als das zu tun was seine Frau wollte. Denn sie hatte ihn sprichwörtlich in der Hand.

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Unglaube beherrschte Roslin als sie sich umblickte, aber es war geschehen. Admiral Adama ließ sie wegen Hochverrat festnehmen. Und nun wusste es die ganze Flotte. Wieder einmal saß die Präsidentin der 12 Kolonien in der Brig. Dabei musste sie schmunzeln. Damit stellte sie zumindest einen neuen Rekord auf. Noch nie zuvor wurde ein amtierender Präsident so oft verhaftet. Damals stachelte sie die Flotte gegen Adama auf, heute arbeitete sie sogar mit dem Feind zusammen.

„Was für ein Abstieg!“ dachte sich Laura.

Sie stieg von ihrem Bett auf und ging an die vergitterte Tür der Zelle. Vor ihr am Tisch saß ein junger Corporal. Er hatte den strikten Befehl kein Wort mit der Gefangenen zu wechseln. Laura versuchte in den vergangenen Stunden mit ihm eine Konversation zu halten, aber er hielt sich verbissen an Adamas Befehl. Zwar schätze Roslin auch einmal völlige Ruhe zu haben, aber heute war es eher eine Qual für sie.
Diese Stille sollte sie aber nicht die ganze Zeit begleiten. Der Marine am Tisch sprang auf und ging ins Achtung als die Tür aufsprang. Admiral Adama kam in Begleitung von 2 Marines in die Brig um mit der Gefangenen zu sprechen.
Laura wusste nicht ob sie sich freuen sollte oder nicht. Sie winkte zaghaft und ein schüchternes Lächeln ging ihr über die Lippen. Der Admiral teilte diese Freude des Wiedersehens nicht. Der Zorn ließ seine Miene versteinern. Dahinter verbarg er die Enttäuschung. Wie oft hatte sie die Menschen auf Neu Caprica verurteilt die mit den Cylonen zusammenarbeiteten. Die Angst und Schrecken im Namen der Besatzer unter den Kolonisten verbreiteten.
Die dunkelsten Gedanken gingen durch seinen Kopf. Sie war eine Heuchlerin, eine Lügnerin, Betrügerin und vor allem eine Verräterin. Nur durch sie konnte der Feind Kontrolle über Schiffe innerhalb der Flotte erlangen und ausbauen.

„Wieso, Laura?“

„Wieso? Bill, fragen sie mich ernsthaft nach dem Wieso?“

Die ehemalige Lehrerin musste ein wenig Lachen. Meinte es der alte Mann wirklich Ernst? War es vielleicht ein Spiel von ihm? Jeder Blinde hätte sich die Antwort selbst geben können. Er kannte Laura um zu wissen warum sie solch einen Pakt einging.

„Ich hätte nie gedacht dass sie solch eine Heuchlerin sind. Andere verurteilen und selbst mit den Cylonen zusammenarbeiten. Was hat man ihnen geboten damit sie Flotte verraten?“

„Sie nennen mich eine Heuchlerin. Oh, Admiral – sie sollten zunächst vor ihrer eigenen Haustür kehren bevor sie mich verurteilen.

Ich tat all das zum Wohle der Flotte. Das ist eine ganz andere Situation wie auf Neu Caprica, Admiral. Ich habe die Flotte auf gar keinen Fall verraten. Also vergleichen sie mich nicht mit den Menschen auf Neu Caprica!“

Der Ton zwischen den Beiden wurde harscher. Laura stand den Tränen nahe, so sehr schmerzten die Worte des Admirals in ihrem Herzen. Er würde es nicht verstehen, das wusste sie die ganze Zeit und wurde nur noch bestätigt. Aus Adama hingegen sprach die große Enttäuschung. Er hatte ihr vertraut und wurde so schäbig hintergangen.

„Mit dieser Frau verhandelt man nicht wie mit einem Cylonen. Sie ist eine Kriminelle, die eine schlagkräftige Organisation führt. Werfen sie mir vor das ich mit der Unterwelt einen Pakt geschlossen habe, aber nicht mit dem Feind der uns vernichten will.“

„Das ändert nichts im Geringsten. Egal welches Gewand sie trägt, als was sie sich ausgibt – sie ist der Feind. Und sie hat meine Männer, meinen Sohn! Mit diesen bedroht sie nun die Flotte. Was haben sie nur getan, Laura? Warum sind sie nicht zu mir gekommen, haben mir vertraut?“

„Ab und zu hätte ich gerne ihre Zuversicht und Patriotismus, Bill. Dann frage ich mich wie sie Athena sehen. Sie trägt unsere Uniform. Ist sie ein Mitglied der Crew oder immer noch der Feind?“

Es wurde still zwischen den Beiden. Sie sah Bill an und konnte erkennen was in ihm vorging. Sie traf mit Athena einen wunden Punkt. Vor allem nachdem Boomer nun auch wieder da war. Er mochte es nicht zugeben wollen, aber für ihn war Athena ein Art Ersatz für Boomer. Er betonte dabei immer wieder dass er dieses junge Ding nicht vergessen konnte, welche vor einigen Jahren auf sein Schiff kam. Eine junge, unerfahrene und dennoch verheißungsvolle Raptorpilotin. Wie oft war er beim Leichnam von Boomer um nur diese eine Frage zu stellen – Warum?
Athena war nach der Vereidigung noch eine Weile in seinem Quartier. Er hatte mit ihr noch etwas zu bereden bevor er sie in den Dienst aufnahm. Nur er und Athena teilten sich dieses eine Versprechen, welches sie ihm gab.

„Wusste ich es doch, Admiral! Und dasselbe trifft auf diese Cassandra zu.
Das mit ihren Männern und Lee tut mir leid. Ich hoffe dass sie eine Lösung finden werden.
Aber ich hatte sie von Anfang an gewarnt die Finger von der Prometheus zu lassen.
Sie hätten auf mich hören sollen!“

„Nein, ich hätte viel früher mich dieser Sache annehmen sollen. Dann müssten wir heute dieses Gespräch nicht führen.

Sie werden bei ihrer Verhandlung genügend Gelegenheit haben sich zu ihrem Verrat zu äußern, Frau Präsident!!“

„Verhandlung?“

Die Präsidentin war sichtlich irritiert. Welche Verhandlung? Der Admiral beließ es zunächst bei diesem Aufeinandertreffen und verließ die Brig. Roslin setzte sich auf das harte Bett der Zelle und dachte über die gewechselten Worte nach. Eine Verhandlung auch noch! Nun begann sie die Macht der Cylonin zu spüren. Es war die Macht Zwietracht zu sähen und diese anschließend geschickt auszunutzen.

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Boomer wurde von Marines in ihre neue Zelle verbracht. Chief Tyrol hatte eine andere Einzelzelle ausgebaut und sie diesmal sogar verstärkt. Er und Sharon sahen sich an als die Wachen sie in ihre neue Heimat hineinbrachten. Nur kurz trafen sich ihre Blicke. Denn schon einen Augenblick später kam Admiral Adama herein. Für Tyrol das Zeichen das er sofort gehen sollte.
Während er ging spürte er noch Boomer mit ihrem Finger über seine Handoberfläche fuhr. Die Marines mussten sie mit ein wenig Zwang in die Zelle bringen. Denn die Cylonin konnte sich nicht verkneifen nach Galen zu sehen als er ging. Natürlich blieb dies dem Admiral nicht versteckt. Er missbilligte es sogar.
Ein Sanitäter sah nach Boomers Wunden und gab nach einer kurzen Draufsicht sein Ok. Die Verbände konnten abgenommen werden, die Wunden waren soweit verheilt.

„Sie bleiben vor der Zelle stehen!“ befahl er seinen Marines.

Sharon streckte ihm noch die Hände hin. Sie wollte die 3 Handschließen abgenommen haben, die ihre Arme und Hände fixierten. Aber dafür war der Admiral blind. Schon allein zu seiner eignen Sicherheit wollte er die Cylonin, die ihm als Boomer bekannt war, in Fesseln belassen.
Die 8 begriff schnell und setzte sich auf ihr neues Bett. Fast alles aus ihrer alte Zelle war vorhanden. Nur der Tisch fehlte, der wurde zerstört als die Deckenteile hinab fielen.

Nachdem die Wache die Zellentür anlehnte beobachtete Sharon den Admiral genau. Sie sah aufgrund seiner Haltung das etwa nicht stimmte. Zunächst stand er mit dem Rücken zu ihr und drehte sich anschließend mit einer versteinerten Miene zu ihr um. Sein Blick machte ihr ein wenig Angst. Was würde er von ihr wollen?

„Sie werden mir bei etwas behilflich sein. Sie haben keine andere Wahl!“

„Und bei was soll ich ihnen helfen, Admiral?“

„Ich werde sie einem anderen Cylonen ausliefern, als Austausch für meine Marines. Im Gegenzug wird dieser sie sehr wahrscheinlich töten wollen.“

Boomer fühlte sich geehrt ihr Leben für die Flotte einfach so wegwerfen zu dürfen. Aber nicht mir ihr. Ihre Hilfe hätte wie beim letzten Mal ihren Preis. Und dieser würde sicherlich nicht ihr Leben sein, noch nicht!

„Dafür fordere ich etwas ein, es hat seinen Preis wenn ich ihnen helfen soll.“ forderte sie selbstsicher.

„Das dachte ich mir schon!“ antwortete Bill mit einer gewissen Vorahnung und schickte die Soldaten ganz nach draußen.

Er wollte mit Boomer alleine sein - ungestört.

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Frachtschiff Prometheus

Doc Cottle wurde in das Privatgemach von Cassandra gebracht. Zwei bullige Wachen standen bei ihm und passten auf das der Schiffsarzt keine falsche Bewegung macht. Zuvor hatte man ihm einen weißen Kittel gebracht. Er sollte sich waschen und gepflegt aussehen - eben wie ein Arzt in der Praxis. Der Doktor konnte sich denken was er hier sollte. Es ging um die kleine Gaya. Die Cylonin wollte wissen warum sie bei Sprüngen immer solche Schmerzen empfand. In seiner Eigenschaft als Arzt wollte der Doc dies ebenso wissen. So stellte er den aktuellen Umstand der Gefangennahme zurück und die des Arztes nach vorne.
Für ihn ging es stets um den Patienten, dabei war es ihm egal ob Cylon oder Mensch - nur die Gesundheit seines ihm anvertrauten Lebens hatte immer Vorrang. Komme was wolle.

„Sagt mal, hat einer was zu rauchen?“ fragte er mit einer gespielten Selbstsicherheit.

Cottle sah die beiden Herren an. Aber keiner rührte sich bzw. sagte etwas. Im Grunde genommen brauchten sie auch nichts zu sagen. Für den Doc war das Schweigen Antwort genug. Er nickte als würde er es wohlwollend akzeptieren, aber die Wartezeit machte ihn nervös. Er brauchte unbedingt etwas zur Beruhigung. Eine Zigarette würde Wunder bewirken, obwohl sie schlecht für die Gesundheit waren. Jeder hatte eben seine Laster.

Die Tür ging auf und Michael kam herein. Er sah den Doc mit einem schmierigen Lächeln an. Cottle selbst hätte am liebsten ein Skalpell gezogen und ihm dieses gefällige Grinsen aus dem Gesicht operiert. Aber er machte gute Miene zum bösen Spiel.
Nervöse wurde er erst als Fontaine in seine Jackeninnentasche griff. Er dachte dabei wie der stellvertretende Chef der Dragons eine Waffe zog. Doch es war nur ein eingepackter Lutscher.
Er überreichte anschließend die Süßigkeit dem Schiffsarzt und sagte noch etwas dazu.

„Die Kleine steht auf Lollis. Da sie so ein netter Arzt sind, werden sie ihr diesen schenken! Ist das klar, Doktorchen?“

„Wie wäre es, wenn ich ihnen dieses Teil sonst wohin stecke? Nun bringen sie mir meine Patientin!!“

Bevor Michael auf den aufmüpfigen Doktor reagieren konnte, kam Cassandra mit Gaya herein. Cottles Wachen gingen daraufhin raus und ließen die anderen unter sich.

„Doktor Cottle, schön das sie es einrichten konnten. Gaya freut sich sie wiederzusehen!“

Das blinde Mädchen übergab ihren Rucksack an Michael und wurde von der Cylonin zur Couch geführt. Fontaine ließ Cottle den Vortritt.

„Doktor Cottle, wollten wir uns nicht auf der Galactica treffen? Sie wollten mir doch einmal das Schiff zeigen. Ich hatte mich so darauf gefreut.“

Gayas Enttäuschung war herauszuhören. Cassandra nahm ihre Hand und tröstete ihre kleine Ziehtochter.

„Der Arzt hat viel zu tun, Schatz. Aber er war so freundlich hierher zu kommen, nur um dich gesund zu pflegen. Nicht wahr, Doc?“

Wie ein Lehnsherr blickte Cassandras auf den knienden Cottle hinab. Er wollte dazu was sagen, seine Gedanken gingen eine ganz andere Richtung als die Worte, die seinen Mund verließen.

„Ich konnte es einrichten. Hätten sie was dagegen wenn der Patient endlich den Vorrang hat? Wenigstens einer der sich nicht in den Mittelpunkt drängen muss!“

Solange seine Patientin in der Nähe konnte Cottle ein wenig freier agieren. Aber er wusste gleichzeitig das er die angespannte Lage nicht noch mehr strapazieren musste, als sie es bereits schon war.
Fontaine schob die Tasche des Arztes vor. Trotz des etwas gewöhnungsbedürftigen Umfeldes ließ sich Cottle nicht davon abhalten das Mädchen zu untersuchen. Was hatte sie bloß? Was verursachte eine solche Empfindlichkeit bei FTL Sprüngen? Für Cottle ein schieres Rätsel. Wobei er eigentlich schon einen Verdacht hatte, er aber es zunächst abwegig hielt.

„Hattest du in letzter Zeit Schmerzen?“ fragte er Gaya.

„Nein.“
„Kannst du mir noch mal beschreiben wann es kommt und wie es sich anfühlt, wo es dir weh tut?

„Es ist nicht immer da. Erst ist es ganz harmlos. Mein Kopf tut weh, meine Arme und Beine fangen an zu kribbeln. Dann fühlt es sich an, als würde mein Kopf explodieren wollen. Ich sehe so viele Dinge auf einmal. Zahlen, Planeten, Sonnen und so was.“

Cottle hörte das zum ersten Mal, was seinen Verdacht nun erhärtete. Cassandra wurde hingegen nervös. Diese Information war nicht für menschliche Ohren bestimmt.

„Das passiert bestimmt wegen dem Schmerz, sagen sie es ihr, Doktor!“

Doc Cottle dachte nicht daran. Er wollte weiter bohren und mehr über Gayas Herkunft erfahren.

„Hatte einer deiner Eltern auch solche Schmerzen, oder deine Geschwister?“

„Cassandra ist jetzt meine Mutter. Sie sagte das meine Eltern von den Cylonen getötet wurden als ich noch ganz klein war.“

„Gaya, Schatz - der Doktor und Mami müssen kurz was bereden. Mach deine Hausaufgaben!“

Fontaine schnappte Cottle am Kragen und schleppte ihn mit Gewalt nach draußen. Cottle japste nach Luft, sah dies nicht kommen. Es fiel ihm schwer sich zu wehren.
Cassandra wartete bis die Tür geschlossen war und zückte anschließend ein Messer. Sie hielt es dem Doc an die Kehle. Cottle versuchte, so schwierig es war, die Ruhe zu bewahren.

„Sie überschreiten ihre Kompetenz, Doktor!!“ warnte ihn die Cylonin bedrohlich.

„Was die Kleine auch immer ist, sie ist nicht menschlich……“

Viper047
07-09-2008, 11:39 AM
Kapitel: Dragon


Neu Caprica

Am Morgen des Angriffes….


Im Ostteil der Kolonie Neu Caprica stand das gefürchtete Gefängnis der NCP. In diesem grauen Betonbau wurden menschliche Widerständler gefangen gehalten oder verschwanden sogar spurlos darin. Laura Roslin oder Saul Tigh waren schon Gäste in den Räumen des Schreckensgebäudes. Aber nicht nur Menschen wurden gefangen gehalten, gefoltert und gedemütigt. In den Kellerräumen, weit ab von den menschlichen Gefangenen, quälten die Cylonen sogar eigene Leute. Brüder und Schwester, die nicht dem Codex der Cylonen folgen. Gottes Wege in Frage stellen oder sogar Beweggründe eines Vorgesetzten Cylonen.
Diese Räume waren alle gleich. Sie hatten 3 x 4 x 3 Meter, ein Stuhl aus Holz stand inmitten des Raumes, keine Fenster, nur eine Glühbirne als Lichtquelle, die an einer Leitung festgemacht wurde. Die Wände waren so dick, das die Schreie der Gequälten nicht nach außen dringen konnten.
In einem solcher Räume wurde eine weitere Cylonin gequält. Sie hatte einen direkten Befehl missachtet, floh vor ihren Brüdern und Schwestern und wurde später geschnappt.
Sie war eine Killerin. Ihr Job, ihrer Leidenschaft, war es zu töten. Leise und gezielt erledigte sie ihre Arbeit. Sie unter den Cylonen mehr als berüchtigt, denn sie verfehlte niemals ihr Ziel. Und sie liebte es ihre Opfer zu verhöhnen, sie kurz vor ihrem Tod seelische Qualen zu bereiten. Die Menschen kannten sie als Dragon - die Cylonen als Cassandra.

Sie war eine 8, aber unterschied sich von ihrer Modellreihe sehr. Sie war kaltblütig, hinterlistig, unberechenbar - kurzum, ein „Ein - Cylon - Killerkommando“ .
Aber wie schaffte man diese Frau zu schnappen. War es Zufall, das Schicksal - oder gewollt?
Und warum fiel diese zuverlässige und loyale Killerin in Ungnade?
Wenige Tage vor der Deportation von Laura Roslin, bekam Cassandra den Auftrag sie zu töten. Es sollte eine Warnung an den Widerstand sein. Für Cassandra war es ein Job wie jeder andere auch. Roslin war ihr egal. Als sie nach Einbruch der Dunkelheit Stellung bezog und durch ihr Zielfernrohr des schallgedämpften Scharfschützengewehres blickte, kamen in ihr ungeahnte Zweifel auf. Auf dem Schoss der Lehrerin saß ein Kind. Es bekam von Roslin etwas vorgelesen. Die Erwachsenen um sie herum mussten die Eltern des Kindes sein, oder sogar Kämpfer des Widerstandes?

Sie blickte weiterhin durch, hatte einen guten Schusswinkel, alles stimmte für einen perfekten Schuss. Wenn das Kind nicht auf ihrem Schoss sitzen würde. Es lachte, war glücklich. Und es sah in Cassandras Richtung. Als würde der kleine Junge sie direkt ansehen. Die Cylonin versuchte mehrmals abzukrümmen, aber etwas in ihr stoppte sie.
Sie fluchte innerlich. Warum war sie so schwach geworden? Es waren doch nur Menschen! Sie waren Feinde ihres Volkes, hatten sie viele Jahre als Sklaven missbraucht! Ein innerer Kampf wütete in der Spezialistin des Todes.
Schließlich gab sie nach. Sie nahm das Gewehr runter und konnte ihren Auftrag nicht erfüllen.

„Verdammt!“ fluchte sie leise während sie das Gewehr einpackte.

Als sie aus ihrer Stellung glitt, bemerkte sie wie ein anderer cylonischer Scharfschütze Stellung bezog und das Gewehr in Anschlag brachte. Die 8 fragte sich was das sollte. Hatte man ihr nicht vertraut? Nein, niemand sollte ihren Job stehlen. Es war ihr Ziel und sonst keinem. Kein Mensch, kein Cylon stellte sich zwischen sie und ihrem Job.
Sie zückte ihr schwarz lackiertes Messer und näherte sich leise dem Cylonen. Es war eine 5, soweit konnte sie feststellen. Cassandra schlich hinter den leichten Erhöhungen entlang. Im Schutz der Dunkelheit näherte sie sich der 5. Dieser justierte sein Zielfernrohr und war kurz zuvor abzudrücken. Er legte seinen Finger auf den Abzugshebel und suchte den Druckpunkt. Er stoppte kurz den Atem bevor er schießen wollte. In diesem Moment durchfuhr ihm ein stechender Schmerz in der Schulter. Eine Hand griff nach seinem Gewehr und zog es leise nach hinten, ohne Aufsehen bei den Menschen zu erregen. Ebenso zog sie den Cylonen zu sich und drehte ihn um. Aus ihrem Stiefelschaft zog sie ein zweites Messer und hielt es an seine Kehle. Die 5 bekam große Augen als die 8 über ihm die Hand auf den Mund legte, damit er nicht zu schreien begann. Cassandra kam nahe an sein Ohr und begann zu flüstern.

„Du sollst nicht stehlen!“ zitierte sie und zog anschließend die zweite Klinge über seine Kehle.

Der Cylon war sofort tot. Nun würde es wenige Stunden dauern bis er wieder erwachte und sie verraten würde. Dragon überlegte nicht lange und verschwand.

Am Tag vor dem Angriff, griff eine Centurionstreife auf. Sie versteckte sich unweit der Kolonie in einer Höhle. Die Maschinen hatten leichtes Spiel mit ihr, als hätte sie bereits auf sie gewartet.

Nun saß Cassandra in diesem kargen Raum. Das gleißende Licht strahlte von der Decke auf ihren geschundenen Körper. Kurz nach ihrer Gefangennahme hatte man sie hierher verfrachtet. Niemand stellte ihr Fragen nach dem Wieso. Jeder, der in diesen Raum kam, schlug sie einfach. Immer wieder prasselten die Faustschläge auf sie nieder. Ihr Köper hatte blaue Flecken, Prellungen und blutende Platzwunde über dem Auge. Blut floss aus Nase und Mund. Die Wunden an ihrem Kopf schwollen an, der Schmerz beherrschte ihren Körper. Doch Cassandra schrie nicht. Sie lächelte ihre Peiniger noch an. Als würde sie den Schmerz genießen, eine sexuelle Befriedigung. Die Cylonen versuchten alles um ihren Willen zu brechen. Doch bisher half nichts. Zwar merkte man ihr die Anstrengung der Schläge an, aber noch beherrschte Cassandra das Geschehen. Sie gab nicht nach.

Die Nacht war nur kurz für die 8. Die schwere Tür erneut auf und eine 1 kam herein, einer der Cavilbrüder. Es war derjenige, der ihr den Auftrag gab. Die 1 setzte eine Sonnenbrille auf um seine Augen vor dem grellen Licht zu schützen. Dabei kicherte er leise vor sich hin als er Dragon am Stuhl gefesselt sah. Die Cylonin bemerkte das seine Hand verbunden war. Er war der Erste der sie quälte. Dabei hatte er sich seine Hand verstaucht. Für Cassandra eine Genugtuung.
Ein Centurio schloss die Tür. Die 1 wanderte mehrmals im Kreis und schlug sie leicht mit der flachen Hand an den Kopf. Dabei grinste er dreckig, und immer wieder dieses elende Kichern.

„Was macht deine Hand, Cavil?“

Jetzt wurde das Gekichere weniger. Cavil stellte sich vor Cassandra. Beide blickten den Anderen an. Dragon lächelte. Dabei tropfte ihr Blut mit Spucke vermischt auf den Boden.

„Keine Sorge, der geht es besser als es dir ergehen wird. Weiß du, wir haben noch mal über deinen Fall verhandelt. Und ich habe mich für die eingesetzt. Man musste deine Dienste in der Vergangenheit berücksichtigen. Aber wie es nun mal in einer Demokratie ist, wurde ich mit der Mehrheit überstimmt. Deine Modellreihe ließ man außen vor um Komplikationen zu vermeiden. Ihr seit aber auch so gefühlsbetont.

Jedenfalls wirst du mit einigen Menschen hingerichtet. Roslin ist wegen dir weg, mit einigen anderen Menschen. Aber es ist nur eine Frage der Zeit bis man sie findet.“

„Man sollte solche Jobs keine Amateure überlassen!“

Innerlich war die Schadenfreude groß. Die NCP hatte Roslin mit einigen anderen Menschen geholt und zur Erschießung abtransportiert. Jedoch wurde Cavil und seine Helfer vom Widerstand aufgerieben.

„Deine Fähigkeiten waren genial. Du warst die Beste auf diesem Gebiet. Wir werden dich vermissen!“

„Na ja, ich war sowieso hier um unsere Geschäftsbeziehung aufzulösen!“ antwortete sie mit einem Grinsen im Gesicht.

Cavil holte aus und schlug Cassandra ins Gesicht. Direkt beim Schlag wurde das Gebäude erschüttert. Putz bröckelte auf den Boden hinunter. Cavil eilte zur Tür. Beim Öffnen drang das Geräusch der Alarmsirene in die Zelle.
Als er sich umdrehte stockte sein Atmen. Er hörte sein Herz plötzlich schlagen, er wurde ein Moment still um ihn herum. Der Schock durchfuhr seinen Körper als Cassandra vor ihm stand und eine kleine Klinge an den Hals hielt. Der Arm, in der sie die kleine Klinge hielt, blutete.

„Das war mein Zeichen von hier zu verschwinden. Und beim nächsten Mal solltet ihr etwas genauer hinsehen. Ach ja, es wird kein nächstes Mal geben - ich kündige!“

Dragon nahm den Arm mit der verletzten Hand und verdrehte ihn auf den Rücken. Nun wandelten sich die Rollen. Cavil war Gefangener einer durchgeknallten Cylonin. Sie genoss es seinem Körper Schmerzen zuzufügen während sie mit ihm durch die Gänge des Komplexes ging. Sie steuerten die Waffenkammer des Gefängnisses an. Das Gebäude begann in der Zwischenzeit immer mehr Putz von der Decke und Wänden zu werfen. Je näher man dem Aufgang kam, umso lauter wurden die Geräusche von draußen. Beide Cylonen hörten Gefechtslärm.

„Wie es aussieht kommen wir gerade noch rechtzeitig zur Party!!“ feixte die 8.

Aber Cavil hatte keine Zeit darüber zu lachen. Er wimmerte vor Schmerzen. Sein Schultergelenk wurde mittlerweile gelöst und ein heftiges Knacken war zu vernehmen.
Oben angekommen rannten Centurios und menschliche Modelle kreuz und quer.
Die Menschen probten den Aufstand. Die Cylonen waren sichtlich überfordert. Sie bemerkten zunächst nicht wie Cassandra mit Cavil zur Waffenkammer ging.
Erst als sie durch eine Simonkopie gesehen wurden, gingen einige Cylonen ihnen nach.

In der Waffenkammer fehlten bereits einige Schnellfeuergewehre und Handgranaten. Aber für Dragon war noch genug Munition da um sich einen Weg hinauszuschießen.
Mit Cavil zusammen bediente sie sich an den Waffen. Sie zwang ihn für sie einzusammeln.

„Du kommst hier nicht lebend heraus!“

„Ach, mach dir keinen Kopf darum. Ich komme eher lebendig heraus als du!“ versprach sie ihm.

„Lass ihn los, Cassandra!“

Als diese fordernde Stimme ihr befahl Cavil loszulassen, lächelte sie statt Angst zu haben oder aufzugeben.
Die Simonkopie und einige andere Cylonen drangen in die Waffenkammer hinein. Cassandra war gefangen. Nur die Tür vor ihr war der Weg zur Freiheit.
Dennoch sammelte sie seelenruhig Waffen und Munition ein. Sie ließ sogar Cavil gehen und schubste ihn zu de anderen Cylonen.

„Das war‘s für dich. Tötet sie!“ befahl Cavil den anderen Modellen.

Die 8 hingegen lehnte an eine der Regale und sah ihre Brüder an. Dachten sie tatsächlich sie hätten sie geschnappt? Jemanden, dessen Job es war ihre Ziele auf Millionen Möglichkeiten zu töten.

„Ihr armen Trottel. Darf ich euch meine Partner vorstellen? Ihr wisst doch noch wer mir beibrachte Centurios einzeln zu programmieren?“

Hinter sich hörten die Cylonen wie Waffen fertiggeladen wurden. Das bekannte Summen des Visors war unverkennbar. Zwei Mk II Centurios hatten sich hinter der Gruppe aufgestellt und ihre Bordwaffen scharf gemacht.
Vor ihnen lächelte Cassandra und winkte zum Abschied. Die Maschinen begannen zu feuern. Die Wand und Körper der Cylonen wurden mit Einschlägen übersät. Mit zerfetzten Körpern fielen sie einer nach dem anderen. Cavil flüchtete in die falsche Richtung. Cassandra hielt ihm eine 9mm an den Kopf, lächelte und ahmte sein Kichern nach. Eine Sekunde später färbte sich die Wand hinter ihm rot. Cassandra schoss ohne zu zögern.
Anschließend nahm sie eine Maschinenpistole, Gewehr und Pistole auf. Den Centurion befahl sie das Gebäude zu säubern. Sie hatte keine Verwendung mehr für sie und sie konnten zerstört werden.

Als die Cylonin nach draußen sah, tobte ein regelrechter Krieg da draußen. Die Aufständige trugen zur Markierung weiße Stofffetzen an ihrem rechten Oberarm. So sollte zwischen Kombattant und Nichtkombattant unterschieden werden. Mit dem Aufstand kam das Chaos. Und das wollte sie nutzen.
Jedoch wurde sie auf ihrem Weg zum Ausgang durch ein Geschrei abgelenkt. Es klang wie ein kleines Kind. Diese Stimme kam aus dem Sanitätstrakt des Gefängnisses, dort wo auch die Wiederauferstehungsbecken der Cylonen standen.

„Geh weiter!!“ befahl sie sich.

Aber das Geschrei wurde lauter. Es durchdrang ihre Seele und erschütterte ihr kaltes Herz.

„Verdammt, Cassandra!!“ fluchte sie laut und lud ihr Schnellfeuergewehr durch.

Sie folgte den Schreien bis zu den angesprochenen Wiederauferstehungsbecken. Sie ging an den Krankenrevieren vorbei. Alle Betten waren leer. Sie waren nur zur Tarnung gedacht.
Am Ende des Flures sah sie in den Wiederauferstehungsraum hinein. Mehrere 1er, 5er und Siebenen standen an einem Becken und wollten einen Schiffshybriden aus dem Becken holen. Das Entfernen der Schläuche verursachte an dem sehr jungen Hybriden Schmerzen. Cassandra sah mit an wie man das junge Mädchen quälte, sie schlug und die Verbindungen mit Gewalt aus ihr herauszog.
Der Anblick ließ sie zu Tränen rühren. Hass und andere, für sie unbekannte Gefühle, traten zum Vorschein.

„Halt endlich deine Fresse!!“ schrie einer der Fünfen.

Für Cassandra genug. Sie legte ihre Gewehr ab, nahm ihre Klinge und rannte auf die Cylonen los. Erst späte bemerkte die Gruppe die 8. Der 5, der den jungen Hybriden anschrie, stach Dragon die Klinge in de Hinterkopf, drehte ihre scharfe Waffe, zog es heraus, drehte die 5 und schnitt in einer flüssigen Bewegung die Kehle durch.
Der Cylon bekam nicht richtig mit was mit ihm geschah. Sein letzte Erinnerung würde auf jeden Fall das Gesicht von Cassandra bleiben. Die anderen Cylonen begriffen nun erst wer vor ihnen stand. Sie wollten zu ihren Waffen greifen. Aber die Killerin reagierte schon vor ihnen.

Der Simonkopie griff sie an das Waffenhalfter als er seine 9mm halb herausgezogen hatte. Sie verpasste ihm einen Kopfstoß gegen seine Nase. Den Schockmoment nutze sie aus und drehte die Waffe samt Besitze zu dem nebenstehenden Cylonen. Dieser erschoss Simon und wurde durch Simons Waffe ebenfalls erschossen. Mehrere Treffer wurden auf der Brust von der Cavilkopie platziert. Während des Falles ihres ersten Opfers, zog Cassandra die Waffe vollständig heraus und schoss der nächsten Fünf in den Kopf.

Eine andere Eins kam hervor und wollte seine Mündung an ihrem Kopf platzieren. Aber als guter Jäger vernahm Dragon ihren Feind. Sie ließ sich nach hinten fallen, trat dem Cavil die Waffe aus der Hand, so das sie in ihre Richtung fiel. Mit ihrer ersten Waffen schoss sie ihm in beide Knie und leerte somit das Magazin. Die andere Waffe hatte sie derweil aufgenommen und schoss der Eins beim seinem Aufprall auf dem Boden ins Gesicht.
Beim Aufstehen hörte sie wie jemand flüchten wollte. Eine 5 hatte es sich anders überlegt und wollte vor Cassandra fliehen.

„Kein Rücktrittsrecht!!“ sagte sie und schoss ihm in den Rücken.

Getroffen fiel er vorwärts auf den Boden. Er hatte doch schon den Ausgang des Raumes erreicht. Aber die leidenschaftliche Killerin gestattete es dem Cylonen nicht zu fliehen. Sie ging auf ihn zu, stellte ihren Fuß auf seinen Kopf und drückte ihn zu Boden. Die 5 winselte um Gnade. Aber die Ohren der 8 waren taub für solche Worte. Man hatte sie ausgebildet um gnadenlos zu töten. Und dies tat sie nun auch. Eine Waffe kannte keine Nachsicht.

„Du kannst nie wieder zurückkehren!!“

„Ich habe eh andere Pläne!!“

Ohne eine Miene zu verziehen drückte Cassandra ab. Sie verpasste der 5 zwei Schüsse in den Schädel.

„Pussy!!“ verhöhnte sie ihn noch zu Schluss und warf die Waffe zur Seite.

Sie ging zum Becken zurück. Dort lag immer noch das verängstigte Mädchen. Das Becken hatte eine Fehlfunktion und heizte nicht mehr die Flüssigkeit. Der nackte Hybride zitterte vor Kälte. Und sie sah Cassandra an. Ihre Augen flehten um Hilfe. Ihre kleine Hand kam aus dem Becken hervor und berührte die von der Cylonen. Diese kleine Kinderhand war kalt, nahezu leblos.
Die 8 wusste nicht mehr was sie tun sollte. Sie sah das Mädchen an und ihre ganze Welt brach in sich zusammen. Ihr Kopf sagte sie zurückzulassen, aber ihre Herz sagte was anderes.
Cassandra zog ihre Hand weg. Sie wollte nicht dass das kleine Mädchen sie so derartig berührte. Sie war Dragon, eine eiskalte cylonische Killerin. Sie war nicht dafür geschaffen sich um andere zu kümmern. Sollte sie sich doch selbst aus ihrer Lage befeien.

Ihr Kopf zwang sie weg vom Becken. So nahm sie ihre Waffe auf und ging hinaus. Sie wollte nur noch weg von diesem Planeten. Nach wenigen Metern blieb sie wieder stehen. Die Cylonin drehte sich um und blickte in den Raum mit den Becken hinein. Alles drehte sich in ihre, ihre Gefühle wühlten durcheinander. Sie sah auf eines der Betten und nahm eine Decke. Mit schnellen Schritten eilte die 8 zum Becken.

„Hey, sieh mich an!“ befahl sie dem Mädchen.

Aber der Hybride folgte nur ihrer Stimme. Sie sah ihr nicht in die Augen, denn sie war blind.
Cassandra nahm ihr die Kopfkappe ab und Ansätze von roten Haaren kamen zum Vorschein. Die Schläuche waren schon gelöst, aber Blut drang aus den Öffnungen. Es war nicht viel, würde aber das Mädchen nach einer gewissen Zeit töten.
Nun ging alles schnell. Die Cylonin hievte den Hybriden aus dem Becken und wickelte sie in die Decke ein.

Das Gebäude wurde durch mehrere Einschläge erschüttert. Für sie war keine Zeit mehr.
Mit dem Mädchen auf dem Arm flüchtete sie nach draußen. Vor der Tür sah sie nach oben. Ein riesiger Feuerball schoss auf den Boden zu, wovon sich kleinere Teile lösten.
Nach genauerem Hinsehen war es die Galactica und deren Viper. Wenige Meter über dem Boden verschwand der Kampfstern in einem Lichtblitz und die Viper beschossen die cylonischen Stellungen.
Etwas weiter weg starteten die Zivilschiffe der kolonialen Flotte. Cassandra sah ihre Chance zu fliehen und rannte mit den Flüchtlingen auf eines der Schiffe zu. Sie sah Roslin und einige Widerstandskämpfer auf die Colonial One zu rennen. In der Nähe stand ein Gemenon Traveler, das würde ihr Fluchtschiff werden. Die Flüchtlinge drängelten zu den Schiffen. Die 8 war nun inmitten der Menschen und versuchte mit dem Mädchen ein Platz zu bekommen. Dabei stolperte sie und fiel mit dem Hybriden hin. Die Menschen stiegen über sie, trampelten auf ihr herum um zum Schiff zu gelangen. Dragon hielt ihren Körper schützend über das kleine Mädchen. Sie sah ihr während der Tortur ins Gesicht. Das Mädchen holte eine Hand heraus und tastete nach dem Gesicht ihrer Befreierin. Cassandra konnte damit nicht umgehen. Was tat dieses Ding nur?

Eine erwachsene Hand griff nach den Beiden. Ein Mann hatte Erbarmen und zog sie hoch. Erst als sie standen erkannte er was sie war. Danach blickte er auf den Arm der Cylonin. Sie drückte das Mädchen fester an sich und würde den Menschen töten, wenn er auch nur daran dachte sie anzurühren.

„Ich bin Michael!“ sagte er schließlich.

„Cassandra!“

Der Mann nahm beide Frauen an sich und führte sie zum Schiff. Dabei zog er seinen Kapuzenmantel aus und warf diesen über Cassandra. Im Schiff ging alles schnell. Die Menschen suchten sich irgendwo Platz und der Traveler startete Richtung Flotte.
Und mit an Bord hatten sie nicht nur Kolonisten…..

Viper047
28-10-2008, 12:15 PM
Und die Reise geht weiter.....

Als die Tür hinter Major Adama zufiel, herrschte Dunkelheit um ihn herum. Er war benommen, wusste nicht was geschah. Lee versuchte sich umzusehen, doch außer der Dunkelheit war nichts hier.
Seine Hände tasteten sich vorsichtig nach vorne während er seine Atmung vernahm. Sie war zunächst hektsich, da er nicht einschätzen konnte wo er war, ob er eine Gefahr für Leib und Leben ausgesetzt wurde.
Apollo versuchte seine innere Verunsicherung abzumildern. Angst, Panik, Wut, Frust und ein Gefühl des Verlorenseins beherrschten seine Seele.

Nun fand er eine Wand. Sie war kalt und glatt, es fühlte sich wie Metall an. Wo hatte man ihn nur hingebracht?

"Hallo?"

Niemand antwortete. Lee war allein und nur auf sich gestellt. Was hatte man mit ihm vor? Warum trennte man ihn von seinen Leuten?
Der CAG der Galactica setzte sich mit dem Rücken an die Wand. Er tastete mit den Händen seinen Körper ab. Dabei stellte er fest das man ihm den Pilotenkombi ausgezogen hatte. Nun fand er auch gleich die Erklärung warum ihm plötzlich so kalt wurd.

Zitternd blieb er auf dem Boden sitzen. Seine Füße holte er dich an den Körper heran, rieb mit den Händen an den Oberarmen und Brustbesreich. So schnell hatte ihn die Kälte erfasst.
Allmählich kam im ihn der Wunsch einfach aufzuwachen und alles wäre ein böser Traum gewesen. Doch so sehr er sich anstrengte, all das war Wirklichkeit.

Plötzlich wurde seine Aufmerksamkeit in die Dunkelheit seines Gefängnisses gelenkt. Er hatte etwas gehört. Es klang wie Schritte, die auf ihn zukamen. Wie ein augeschrecktes Kanninchen schärfte er seine Sinne und versuchte das Unbekannte zu lokalisieren.
Da! Es war schon wieder da. Stiefel, es hörte sich nach Stiefeln an. Und die Schritte kamen stets näher.

"Hallo!"

Nichts, niemand antwortete. Lee wurde nervös. Die Kälte und Angst machten ihm zu schaffen. Die Nervosität stieg bei jedem Schritt, die das Unbekannte auf ihn zu tat. Er wollte wegrennen, aber wohin?
Er wusste nicht einmal wohin der rettende Ausgang war, wo er Schutz suchen konnte.
In diesem Augenblick fasste eine Hand nach ihm. Sie berührte seinen Arm und strich sanft darüber.
Diese Berührung war ihm vertraut, so sehr vertraut. Sein Atem stockte. Spielte die Fantasie einen Streich mit ihm? Das konnte nicht real sein!

"Kara?"

"Pssst, ich bin hier, Lee!"

Apollo musst schlucken als er ihre Stimme vernahm. Es war so real. Sie musste es sein.

"Mir ist so kalt!"

"Ich weiß. Halte durch!"

Warme und wohltuende Berührungen milderten das Zittern seines Körpers ab. Er konnte sie spüren, so nah war sie. Er streckte die Hand aus und wollte sicher gehen. Eine Hand ergriff diese und führte sie an eine Wange. Lee strich darüber und seine Augen tränten als dieses Unbekannte sich wie seine Frau anfühlte. Er konnte ihr Lächeln spüren.

"Nein, du bist nicht real!" sagte er und musste sich eingestehen, das Kara das nicht sein konnte.

Die Bilder ihrer explodierenden Viper drangen durch seinen Kopf. Sie schmerzten in seinem Herzen. Doch sein Herz kämpfte gegen den Verstand. Sie musste doch sein, oder nicht?

"Ich war nie weg. Warum tust du so als wäre ich aus deinem Leben entschwunden?"

"Ich habe deine Viper gesehen, wie sie explodierte. Du kannst nicht hier sein, du bist tot!!!"

Seine Stimme zitterte vor Verunsicherung. Seine Hände konnten sich doch nicht irren. Es war sie, es war doch sie, die er berührte. Warum waren die Götter auf einmal so grausam zu ihm? Was hatte er getan um solchen Leid ausgesetzt zu werden?

"Und wer hält deine Hand, wenn ich nicht real sein sollte....Lee? Wie kannst du nur sowas sagen? Ich bin hier und vermisse dich so sehr!!"

Hände umgriffen seine Wangen. Er konnte deutlich spüren wie warmer Atem seine Haut berührte. Sie kam ihm körperlich näher. Nun konnte er sie ebenso riechen, dieser unverwechselbare Geruch von Kara.
Zitternde Lippen presste sich auf seine. Nun gewann sein Herz die Oberhand. Er zog sie an sich und drückte sie ganz fest. Bei den Göttern, es konnte nur seine Frau gewesen sein. Wieso, weshalb oder das Warum spielten in diesem Moment keine Rolle mehr. Es war Kara Thrace, nur das zählte.

"Ich würde dich nie verlassen!" flüsterte sie ihm in Ohr und umschloss ihn fest.

Lee weinte und dankte den Göttern seine Frau wieder in seinen Händen halten zu können. Vergessen war der Kummer, der Schmerz, die Kälte und Dunkelheit seine Gefängnisses.
Just in diesem Augenblick ging die Tür auf. Helles Licht warf sich auf ihn und blendete. Kurz danach ging auch über ihm Licht an.
Vor ihm stand ein Mitglied der White Dragon und warf Apollo einen Overall und Schuhe vor die Füße bevor er wieder den Raum verließ.
Major Adama sah sich erneut um. Doch wie es ihm sein Verstand schon klarmachte, war der Raum leer. Nichts als diese helle Glühbirne und diese rostfarbene Wand um ihn herum. Aber nichts von ihr, kein Anzeichen das Kara je bei ihm war.

Der CAG sah auf den Boden und fuhr mit den Fingern durch sein Haar. Alles was er spürte und hörte war nichts weiter als Illusion. Noch durch den Wind nahm der die Kleidungsstücke und stand auf, um sich anzuziehen. Als er mit den Schuhen soweit war, sah er auf dem Boden eine Kette mit Hundemarken auf dem Platz liegen, wo er noch vor kurzem saß. Er schnürte die Schuhe zu und hob die Hundemarken auf. Mit dem Daumen fuhr er über die Gravur und musste sich geschockt setzen. Er hielt etwas in der Hand, was normalerweise in den Tiefen des Alls verschwunden sein musste. Er schloss die Augen um sie erneut öffnen zu können, aber es war immer noch da.
Der Name, der auf den Hundemarken eingraviert war, war der seiner Frau - Kara Thrace....

Kara (http://www.myvideo.de/watch/5341720)

To be continued.......

Viper047
28-10-2008, 12:16 PM
Kapitel 20

Das Erwachen der Kinder ( Teil 4 )


Battlestar Galactica
Standort: NDC 872
Auftrag: Schutz der Flotte

Saul war eigentlich auf dem Weg zu seinem Quartier als er die Tür zum privaten Bereich des Admirals hat zufallen sehen. Er wartete einen Moment wenige Meter vor der Tür. Er atmete langsam und überlegte seinen nächsten Schritt. Der XO wusste woher der Admiral herkam und es brannte diese innere Neugier, zu erfahren was der Cylon, der einst als Boomer bekannt war, vom alten Mann verlangte.
Er stricht dabei mit der Hand über die lederne Augenklappe, welche ihn stets an die Schrecken des Gefängnisses auf Neu Caprica erinnerte. Dabei kamen ihm wieder diese schrecklichen Gedanken, als einer der cylonischen Agenten ihm bei einem Verhör den Augapfel herausnahm und ihm diesen wie ein Stück Obst vors Gesicht hielt. Bei diesem Gedanken konnte er die Kälte der Zelle erneut auf seiner Haut spüren, das grelle Licht, welches täglich auf ihm herab fiel. Gänsehaut überflutete seine Haut nur beim kleinsten Gedanken daran. Und danach kam Ellen. Diese Schuld würde ihn nie loslassen. Es waren die Cylonen die ihn dazu drängten - seine geliebte Frau.
Auf gar keinen Fall wollte er dies noch mal durchstehen wollen, egal welchen Preis die Cylonen dafür boten - oder verlangten. Diese 8, in der Brig auf der Galactica, konnte den alten Mann so manipulieren, das Saul wieder diese Schrecken erleben müsste - ein cylonisches Gefängnis. Nein, das konnte er nicht zulassen, musste seinen alte Freund vor ihren manipulativen Spielchen beschützen. Nur so konnte er sich selbst schützen.

Also nahm er den Weg auf sich und trottete auf diese Tür zu, durch die er in guten wie schlechten Tagen ging. Er sah einem der Marines in die Augen, der diesen fragenden Blick auf ihn warf. Hatte der alte Mann etwas Anweisungen gegeben den XO nicht hereinzulassen? Wollte der alte *******, vernebelt vom Schmerz um seinen Sohn, alles alleine regeln und die Flotte damit in Gefahr bringen? Wenige Meter davor löste sich der Soldat aus dem Rührt-euch. Er drehte mit dem Körper zum Colonel. Seine Hand bahnte ihren Weg in Richtung des 1. Offiziers, als wollte sie ihn am weiteren Weg hindern. Saul wurde langsamer und durchdachte seine nächsten Worte. Von dem Corporal wollte er sich nicht abbringen lassen diese Tür zu durchschreiten. Aber der Marine öffnete die Tür, ebnete dem XO den Weg in die Privaträume des Admirals. Die Hand, die zuvor in seine Richtung zu fliegen schien, fand seinen Weg zu einem militärischen Gruß seitens des Marines.

„Sir!“

„Danke, Marine!“

Admiral Adama saß an seinem Tisch, samt einer Flasche Whiskey. Als hätte er eine Vorahnung gehabt, stand gegenüber ein 2. Glas für den XO bereit. Saul brachte nicht lange um zu sehen das diesmal die Gefangene etwas sehr hohes verlangt haben musste.
Die Wache schloss die Tür und Colonel Tigh bewegte sich langsam auf Adama zu. Dieser zog seine dunkelblaue Uniformjacke aus und legte sie über die Lehne seine Ledersessels.
Sein Blick fiel zunächst auf seinen alten Freund und anschließend auf den Stuhl vor seinem Arbeitstisch. Der XO verstand blind. Bill goss einen Schluck Whiskey in das 2. Glas und stellte die Flasche zu Seite, außer Reichweite des Colonels.

„Setzen sie sich, Colonel. Nehmen sie einen mit mir, zur Beruhigung der Anspannung.“

„Dazu werde ich nicht nein sagen, Sir!“

Die Führungsoffiziere genehmigten sich hastig den Schluck und blickten danach für ein paar schweigsame Sekunden den jeweilig anderen an. Zorn und Verzweiflung waren aus dem Gesicht des Admirals abzulesen. Dieser hatte er, wenn er ohne die Idee eines Ausweges, in die Ecke gedrängt wurde.

„Wir sind nachlässig geworden, Saul.“

„Es war nur eine Frage der Zeit bis dieses friedliche Getue komplett aufplatzt. Also, weihe mich in deinen heroischen Plan mit ein. Was wirst du tun?“

„Was ich tun werde?“ fragte Admiral Adama in einem sarkastischen Ton?

Seinem XO passte dies überhaupt nicht. Es schien so als wäre der alte Mann am Ende seiner Kräfte. Wo war jetzt nur der Bill Adama, der sich nicht scheute auch sehr unkonventionelle Wege zu gehen, auch wenn es Schmerz und Verlust zu bedeuten hatte. Saul hatte für sich schon eine Antwort parat, dieser Mann war mit seinem Sohn gefangen worden.

„Dann lassen wir alles seinen Gang? Verurteilen Roslin, lassen unsere Männer verrecken, Zarek das Amt des Präsidenten übernehmen und leben weiterhin in dieser glücklichen Welt, welche ab und zu von den Cylonen gestört wird.“

„Nein, alter Freund. Ich werde das niemals zulassen. Ich bin aufgewacht, nun muss der Rest der Flotte auch aufwachen. Ansonsten werden wir Gefangene unseres eigenen Unterganges.“

„Was hat dieses Ding von dir gewollt, Bill?“

Der Admiral zögerte einen Moment und versuchte einen Weg zu finden den Willen des Cylonen für seinen XO verständlich zu machen. Denn dieser nutzte die Situation schamlos aus um seinen Willen zu bekommen. Um das Leben seines Sohnes zu gewährleisten, war er auf die Launen und Forderungen der Cylonin angewiesen.

„Sag nicht das du schwach geworden bist. Sie ist auf deinem Sohn rumgeritten, stimmts?“

„Colonel, halten sie sich bereit das Kommando über die Flotte zu übernehmen, falls meine privaten Belange den dienstlichen überwiegen sollten. Die Flotte braucht einen klaren Verstand. Und ich kann nicht behaupten das ich Herr über die Lage bin…“

„Hör auf, das will ich nicht hören. Das ist dein Schiff, dein Kommando, deine verdammte Flotte. Ich will kein verfluchtes Spiegelbild von mir. Du findest eine Lösung, Bill was anderes will ich von dir nicht hören….“

In diesem Augenblick ertönte der Schiffsalarm. Das Gespräch der beiden Offiziere fand dadurch ein verfrühtes Ende.

„Alle Mann auf Alarmstation - dies ist keine Übung! Wiederhole, dies ist keine Übung! Cylonische Basisschiffe auf Abfangkurs..“

Die Stimme Gaetas erklang über die Lautsprecher und rüttelte die beiden Männer wach - die Wirklichkeit hatte sie wieder. William Adama schnappte seine Jacke und folgte dem XO ins CIC.

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Basisschiff B-26H
Standort: Felder des Elysiums

Die Stille der zerstörten Gänge des Basisschiffes wurden durch Schluchzen und Tränen der Trauer durchbrochen. Die Cylonen trauerten um die toten Brüder und Schwestern auf ihrem Schiff. Dieses Gefühl, der ewige und endgültige Abschied, kannten sie nicht. Freunde und Lebenspartner, die gefallen waren, würden nie wieder zurückkehren, dies wurde zwangsweise zu einer ungeliebten Gewissheit. Inmitten der Leichen wandelte der Mensch, der für beide Seiten eine oder die Wurzel allen Übels war.
An seiner Seite wanderte wie immer sein imaginäre Caprica Six. Sie hielt seine Hand während er mit Neugier und Anteilnahme die Trauer der Cylonen erforschte. All das, was sie nun empfanden, war echt und kein Teil einer Programmierung. Der Tod ließ diese anwesenden Cylonen weiter in der Evolution voranschreiten und hatten einen enormen Vorsprung vor den anderen Cylonen, die nicht erfuhren wie sehr das Leben und der Tod miteinander verbunden waren.

„Sieh sie dir an, Gaius. Der Tod raubt ihre Illusionen am ewigen Leben, lässt sie erkennen dass das, was sie als Geschenk Gottes wahrnahmen, nur ein vergänglicher Akt des cylonischen Lebens war.“

„Aber dadurch habt ihr euch einen viel gefährlicheren Feind, als den Menschen, geschaffen. Diese Cylonen wissen was nach dem Leben kommt, nämlich nichts. Kein Aufwachen in einem eurer Wiederauferstehungsbecken, sondern der normale Gang der Natur. Der Körper vergeht und löst sich auf. Willkommen in meiner Welt!“

Six strick über seine zitternden Wangen und ging wenige Schritte voraus. Sie beugte sich über eine 2, der über eine 6 trauerte und Tränen vergoss. Sie hauchte über dessen Ohr und sah dabei Baltar an.

„Ihre Seelen werden in das Himmelsreich eintreten und nahe bei Gott sein. Du hast recht, das diese neue Erfahrung sie bestärken wird in ihrem Handeln. Sie werden nun den Tod suchen, nur um nahe bei ihm sein zu können.

Aber wo wirst du sein, Gaius?“

„Wie meinst du das?“ fragte er sie nichtsahnend, worauf sie hinauswollte.

„Überlege was dir in all dieser Zeit widerfahren ist. Du glaubst daran, weil du daran glauben willst - er liebt dich, Gaius!“

Der Doktor bahnte seinen Weg weiter durch die zerstörten Gänge des Basisschiffes und wollte nicht hinhören, aber zugleich zwang ihn sein Innerstes diese Worte zu lauschen. Es schmeichelte seinem Ego, all diese Qualen der letzten Zeit nahezu unbeschadet überlebt zu haben. Wo andere starben, stand er wie der Phoenix aus der Asche auf und schritt weiter voran. Jemand musste ihn so sehr lieben, das er ihm kein Leid widerfahren ließ.

„Gaius, deine Gedanken verraten dich. Ich weiß, das du seinen Weg, seine Liebe auch bei deines gleichen verbreiten möchtest, das sie so fühlen wie du es fühlst.“

„Weißt du, was ich nicht verstehe - in einem Moment bist du so fürsorglich und im anderen Moment würdest du mich den Wölfen zum Fraß vorwerfen.“

„Du nimmst mir den Fanclub noch übel?“

„Woher willst du dir so sicher sein das ich nicht das ein oder andere Mal nur das erzählte, was du hören wolltest. Denn in Wahrheit bin ich, wie diese ganzen Cylonen, auch bereits tot. Egal wo ich sein werde, ich werde sterben. Die bringen mich um, ohne ein Verhandlung - die werden mich umbringen!!!!“

Die letzten Worte schrie er um seinen Frust und Angst um sein eigenes Leben Luft zu verschaffen. Verängstigt und eingeschüchtert setzte er sich in eine dunkle Ecke und kaurte vor sich hin. Six konnte es nicht sehen wie sehr er sich selbst bedauerte und schlug ihm ins Gesicht. Danach beugte sie sich zu ihm herunter und starrte in seine tränen unterlaufenden Augen hinein.

„Die werden mich umbringen, wenn die mich ausliefern!“ schluchzte er.

„Möglich, Gaius - das alleine vermag nur er zu wissen. Aber solange du seine Liebe in dir trägst, wirst du nicht sterben. Vertrau mir!“

„Ja, ich werde nicht sterben. Er wird mich beschützen!“ stotterte der Doktor vor sich hin.

Six lächelte bei diesen Worten und legte seinen Kopf auf ihre Schulter. Andere Cylonen beobachteten das Schauspiel und fragten sich ob Baltar geistig angeschlagen wäre, da er mit jemand unsichtbaren redete.

„Was tut er da?“ fragte eine hinzugekommene 6.

„Durchdrehen!“ spottete eine 8 und verschwand im nächsten Raum mit gefallenen Brüder und Schwestern.

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Battlestar Galactica
Standort: NDC 872
Auftrag: Schutz der Flotte

„Status, Mr. Gaeta!“ fragte der Admiral ab, als er mit seinem XO das CIC der Galactica betrat.

„2 cylonische Basisschiffe, sind hinter der Flotte aufgetaucht und gehen auf Abfangkurs. Taktik hat sie als Tango 1 und Tango 2 gekennzeichnet. DRADIS hat 200 Raider ausgemacht!!“

William sah kurz auf das DRADIS über seinem Lagetisch. 2 Basisschiffe tauchten hinter der Flotte auf. Doch es sah nicht so aus als wäre dieser Sprung geplant gewesen. Sie waren in einer sehr ungünstigen Situation und formierten sich neu. Die Raider sollten die Flotte solange beschäftigen bis die Basisschiffe in der Lage waren die Flotte anzugreifen und mit ihren Raketenbatterien die cylonischen Jäger zu unterstützen.

„Colonel, Abfangjäger fertig zum Start. Notsprung der Flotte einleiten. Abfangposition einnehmen und Geschütze auf den vorderen Träger richten. Wenn der zweite Träger seine Jäger entsendet, haben wir ein Problem!“

„Aye, Sir!“

Saul nahm den Hörer von seinem Platz am Lagetisch und gab dem LSO Befehl zum Alarmstart. Währendessen übernahm Gaeta die taktische Situation der Galactica und brachte den Kampfstern in Abfangposition.

„Steuermann, auf mein Zeichen - Bug -12, Heck +12 - rechte Maschinen + 25 %, linke Maschinen drosseln - jetzt!!“

Mit dem Befehl von Felix wendete die Galactica, während im Hintergrund Dee der Flotte den Befehl zum Sprung gab.

„Galactica an Flotte, Notsprung 4e einleiten, wiederhole - Notsprung 4e einleiten…“

„Geschütze ausgerichtet und bereit zum Feuern. Feuereröffungslinie, Sir?“

Mit der Meldung seines XO‘s blickte der alte Mann erneut auf das DRADIS. Allmählich verschwanden die grüne Signale auf seinem Schirm, die Zivilschiffe sprangen zu den Notkoordinaten. Das erste Basisschiff näherte sich dem alten Kampfstern, während der zweite Träger sich aus dem Schatten des Ersten löste. Es würde nur kurz dauern bis er eine ideale Schussposition hätte, und dann wäre die Galactica im Nachteil.

„Eröffnungslinie 6 Klicks voraus, Hauptgeschütze auf Zentralachse - FTL fertig machen zum Sprung!“

„Aye, Admiral!!“

„Feuer!!!“

Noch während kleinere und größere Lichtblitze die Galactica erhellten und darin die Zivilschiffe verschwanden, feuerten die seitlichen Geschütze der Galactica auf die anfliegenden Jäger. Die erste Welle der cylonischen Mk II Raider prallte gegen eine Mauer aus Feuer und Zerstörung. Ein Jäger nach dem anderen fand seinen Tod im dichten Flugabwehrfeuer, welches der Kampfstern über seine Flotte legte.
Wie Seifenblasen zerplatzen die Chassis der cylonischen Jäger und je näher sie zum Kampfstern vordrangen, umso weniger Jäger wurden es. Die kleinen Feuerbälle innerhalb der umherschwirrenden Projektile wurden immer mehr und zwangen die Cylonen zu einem vorübergehenden Rückzug.

„Start der Viper!!“ befahl Adama

Sein XO nahm wieder den Hörer und gab grünes Licht für die Viper.
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Captain Marcia Case
Rufname: Showboat
Viper 1681
Auftrag: Schutz der Flotte

Als die Raider zurückwichen, starteten die Abfangjäger der Galactica. Marcia hatte die Führung der Viper übertragen bekommen, während der CAG mit Athena den Angriff koordinierte.

„Ok, bleibt bei euren Flügelmann, gebt euch Deckung und bleibt dem Flugabwehrfeuer der Galactica fern!!“ befahl Showboat.

Die CAP‘s folgten den Abfangjägern und formierten sich hinter der Viper Mk VII von Marcia.

„Raider in Schussweite!!“ sagte einer ihrer Flügelmänner.

„Haut sie weg!!“

Geschlossen begannen die Viper zu feuern, während die Raider Abfangraketen starteten. Neben Marcia explodierte eine Viper Mk II, als sie versuchte einer Rakete auszuweichen. Der Feuerball erhellte ihr Cockpit. Trümmerteile flogen an ihr vorbei. Die Rakete hatte die komplette Vorderpartie der Mk II weggesprengt. Der Pilot hatte keine Überlebenschance und bekam wahrscheinlich nicht mal wie der Tod ihn ereilte.
Case schluckte kurz und musste ihre Angst, ein selbes Schicksal wie ihr Kamerad zu ereilen, unterdrücken und betätigte den Abzug. Die 30mm Drillingskanonen begannen zu feuern und erwischten im ganzen Chaos 2 Raider vor ihr, die dicht beieinander gedrängt wurden. Einen dritten Raider erwischte sie an der Kopfpartie. Er begann zu schlingern und flog unkontrolliert aus seiner Formation.
Die gegnerischen Jäger vermischten sich schließlich und gingen in den Dogfight über. Zahlenmäßig waren die kolonialen Jäger unterlegen, aber das Flugabwehrfeuer der Galactica gab ihnen Rückendeckung und dezimierte die Mk II Raider ohne Gnade.

Marcia sah unter sich eine Eskorte von 2 Raidern, die einen schweren Jäger zur Galactica begleiteten. Sie wendete ihre Mk II und flog einen Abfangkurs. Eine Mk II und eine weitere Mk VII hängten sich ran und gaben ihr Schutz.

„Bestimmt Enterkommandos!“ vermutete ihr Flügelmann.

„Knallen wir sie ab, bevor sie die Galactica erreichen!“ befahl Marcia und beschleunigte per Nachbrenner ihre Mk VII.

Weitere Raider folgten ihrer Gruppe und nahmen sie unter Feuer. Die bläulichen Geschosse zischten an den kolonialen Viper vorbei. Auch einer der Eskorte bemerkte den ungebetenen Besuch und wendete. Er nahm den Anführer unter Beschuss. Case reagierte instinktiv und bestätigte den Abzugshebel. Automatisch begannen ihre Kanonen zu feuern, aber am angreifenden Raider vorbei. Sie streiften stattdessen den schweren Raider, so das dieser vom aktuellen Kurs abwich.
Case verfiel in einem Tunnelblick, bemerkte nicht wie die 2. Mk VII schwer getroffen wurde und aus der Formation ausscherte. Ihr Angreifer hielt auf sie zu, feuerte weiter auf seinen Gegner.
Cpt. Case Atmung wurde unruhig, der Puls stieg mit ihrer Angst vor dem Tod. Der Tunnel vor ihren Augen wurde schmaler, je enger der Raider kam. Ihre Hand wurde steif und regte sich keinen Zentimeter. Stur hielt sie den Kurs, ihr Finger klebte nahezu am Auslöser und schoss ungenau in die Leere des Alls, statt auf den anfliegenden Feind.

„Ich sterbe, ich werde sterben!!“ flüsterte die keuchend in den Helm.

Ihre Maschine wurde von hinten und vorne durchlöchert. Die Systeme zeigten ein getroffenes Triebwerk, das DRADIS, welches in der Nasenspitze untergebracht war, erlitt schwere Schäden. Die Mk II an ihrer Seite wurde aus der Formation gedrängt und von mehreren cylonischen Jägern verfolgt.
Kurz bevor der Angreifer sie eliminieren konnte, weckte sie ein heller Feuerball aus ihrer Trance. Der Raider zerbarst, als sein Tyliumzufluss getroffen wurde und das Fluggemisch zur Explosion brachte.
Vor ihr flog eine Mk II vorbei und verfolgte den schweren Raider. Wie aus einem Alptraum gerissen nahm sie ebenfalls die Verfolgung auf und klemmte sich an die Mk II ran.
Die zweite Eskorte versuchte den schweren Jäger zu schützen, doch bevor er überhaupt daran denken konnte etwas zu unternehme, hatte ihn die aufgetauchte Mk II Viper angetanzt und die 30mm Geschosse zerschmetterten seinen Kopf. Noch während das Blut aus den Wunden in das All hinaustrat, nahm der alte Jäger den schweren Jäger unter Beschuss. Es ging alles so schnell. Showboat sah wie die Mk II zunächst die Kopfpartie beschoss, als der Heavy Raider wenden wollte, beschoss die Mk II die Triebwerke. Nach nur wenigen Feuerstößen explodierte das Heck des schweren Cylonenjägers. Obwohl ohne Antrieb war der schwere Jäger noch nicht ganz besiegt. Er trudelte mitten in das schwere Flugabwehrfeuer der Galactica und zerschellte schließlich an einem 120mm Projektil, welche auf dem Weg zum Basisschiff waren.

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Battlestar Galactica
Standort: NDC 872
Auftrag: Schutz der Flotte

„Tango 1 in Schussnähe, erste Treffer auf der Oberfläche!!“ meldete Gaeta.

Die ersten Raketen durchbrachen das Flugabwehfeuer der Galactica und schüttelten den Kampfstern durch. Dumpfe Geräusche waren im CIC zu hören, die der Aufprall einer Rakete verursachte.

„Tango 2 will uns umgehen und in die Zange nehmen.“

„Wir sollten dieses Aufeinandertreffen auf ein anderes Mal verschieben. Dieser Zufall soll nicht zu ihrem Glücksfall werden. XO, die Jäger sollen zurück. Feuer verdichten, die Hauptgeschütze weiterhin auf Tango 1 konzentrieren. Intervallfeuer auf die Zentralachse. FTL laden und sprungbereit machen!!“

„Galactica an alle Jäger, sofort nach Hause zurück!!“

Während der Befehl zum Rückzug ausgesprochen wurde, feuerte die Galactica mit ihren mächtigen Hautgeschützen auf den nächsten cylonischen Träger. Das Basisschiffe lenkte mit Absicht das volle Feuer auf sich, damit das Begleitschiff ohne Beschuss die Galactica angreifen konnte. Aber Adama legte es darauf an und ließ das zweite Schiff in Ruhe. Doch sein Zeitfenster nahm ab.

Die ersten 120mm Geschosse erreichten das Basisschiff. Die dünnere Panzerung gab nach und platzte auf. Der Kampfstern zwang das Basisschiff die Entfernung zu erhöhen, was ihrer Offensivbewaffnung nicht zum Nachteil reichte. Die Raketenbatterien hatten eine effektivere Reichweite.
Auf dem DRADIS sah der alte Mann das seine List vorerst aufzugehen schien.

„XO, Flakfeld 1 Klick vor Galactica aufbauen!“ befahl Bill Adama anschließend.

„Aye, Admiral“

Einen Moment später formierte sich eine Wand aus Feuer vor dem Kampfstern, an dem die anfliegenden Raketen zerschellten oder so abgelenkt worden waren, damit sie keine Gefahr mehr für das Schiff darstellten.

„Tango 2 startet Jäger!!“ warnte ihn Gaeta.

„Viper im Anflug!!“ meldete ihm Dualla kurz danach.

„Sperrfeuer mit Frontgeschützen. Intervallfeuer in die Jägerformationen rein. Zielvisierung Tango 2!!“

„Aye, Admiral!!“

Während das erste Basisschiff seine Jäger und Schiff-zu-Schiff- Raketen am Flakfeld der Galactica verlor, hatte sich das zweite Schiff in Position gebracht und beschoss den Kampfstern. Die ersten Raketen, die mit den Jägern kamen, schossen knapp vorbei.
Die Fontgeschütze hatten ihr Ziel aufgenommen und schossen ihre tödliche Fracht durch die Reihen der Raider. Erste Jäger zerschellten und Formationen lösten sich auf. Die Galactica verkürzte den Abstand zum Basisschiff und schoss intervallmäßig in die Formationen und auf den Cylonen.
Während die cylonischen Projektile auf dem Kopf der Galactica zerschellten und die Crew durchschüttelte, schlugen auch 120mm Hartkerngeschosse auf der Oberfläche des Basisschiffes auf. Es versuchte sich dem Feuer zu entziehen und verstärkte seine Offensivbemühungen.

„Tango 2 weicht aus, Tango 1 wechselt Position!“

„Viper an Bord!!“

„Sprung, Mr. Gaeta!“ befahl der XO.

Die Cylonen beschossen verstärkt den Kampfstern, als sie registrierten, das dieser seinen FTL lud. Doch es war zu spät. Die Galactica verschwand in einer Sprungblase und tauchte wenige Momente später inmitten der Flotte auf.

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Marcia konnte es kaum abwarten bis die Hangarcrew ihren Jäger auf ihren Platz gebracht hatte. Tyrol öffnete ihr Cockpitdach und half ihr sich abzuschnallen. Dabei bemerkte das sie irgendwie neben sich stand.

„Alles klar bei ihnen, Sir?“

Showboat sah ihn an und antwortete nicht darauf. Sie wollte nur aus dem Cockpit, raus aus dem Ort, wo sie beinahe ihr Leben verloren hätte. Galen half ihr auf die Leiter und fragte nicht weiter nach. Er hatte 3 schwerbeschädigte und 1 verlorene Viper, somit genug zu tun.
Statt ihren Weg zum CAG fortzusetzen, suchte Case eine spezielle Mk II, dessen Pilot sie vor dem schlimmsten bewahrte.
Aber etwas stimmte nicht als sie die Maschinen durchhatte. Eine Mk II fehlte, und da war der Verlust schon abgerechnet. Helo und seine Frau stiegen aus dem Raptor. Der CAG winkte Case zu sich, da er über Funk mithörte wie man Showboat andauern rief und sie nicht reagierte.

„Captain, was war da draußen los?“

„Ich weiß nicht, CAG!“

„Was soll das heißen, ich weiß nicht. Sie blöder Idiot wären beinahe draufgegangen. Sie gehen zu Cottle und lassen sich umgehend durchchecken, bevor ich sie wieder da raus schicke!!“

„Ja, aber vorher suche ich noch die Mk II!“

Athena wurde hellhörig. Was meinte Case, sie suchte vorher noch die Mk II. Schließlich waren alle Viper, die dieses kurze Gefecht überstanden hatten, an Bord.

„Es sind alle Viper an Bord. Für den einen Piloten können wir nichts mehr tun.“ schaltete sich Sharon mit ein.

„Dann fehlt noch eine Mk II. Zählt doch nach!“

Verstört sah sie die Beiden an. Sie kämpfte mit einem Kameraden in einer Mk II Viper zusammen, bis sie den Befehl zur Landung bekamen.

„Captain, wir waren die Letzten. Es fehlt keiner. Gehen sie zu Cottle!“

Cpt. Case nickte schnell und ungläubig. Sie konnte sich doch nicht irren. Auf dem Weg zum Doc zählte sie die Maschinen durch und es stimmte - sämtliche Viper waren an Bord.

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Die Alarm wurde heruntergestuft. Adama ordnete einen weiteren Sprung an, um ganz sicher gehen zu können. Er übergab seinem XO das Kommando und zog sich schließlich zurück. Saul gab diese Verantwortung an Gaeta weiter und folgte dem Admiral. Er schuldete seinem Ersten Offizier noch eine Antwort.

„Admiral!“

„XO, hatte ich ihnen nicht befohlen im CIC zu bleiben. Schicken sie Reparaturteams aus und lassen die Schäden feststellen!“

„Du alter Mistkerl, das kann Gaeta genauso gut. Du bist mir noch was schuldig!“

„Ich wüsste nicht was.“

„Ohh, komm mir nicht so. Dieses Ding, was wollte dieses Ding von dir? Denn ich bin mir nicht sicher dass das plötzliche Auftauchen der Toaster nur Zufall war. Also, was wollte sie von dir?“

„Das geht nur mich etwas an, Colonel. Gehen sie zurück zu ihrem Posten!“

Ohne ein weiteres Wort wandte sich der Admiral vom XO ab und setzte seinen Weg fort. Aber für Tigh war dieses Gespräch nicht zu Ende.

„Ich habe dir nicht erlaubt zu gehen, Bill. Du traust mir nicht, oder? Na gut, dann mach deinen Kram doch alleine. Aber komm nicht angekrochen, wenn alles aus dem Ruder läuft. Ich übernehme nicht die Verantwortung über diesen Sauhaufen!“

Adama hörte sich die Worte an und kehrte zurück. Er blickte seinem alten Freund mit eiserner Miene ins Gesicht.

„Als hättest du jemals Verantwortung über etwas übernommen. Zurück auf ihren Posten, Colonel.“

Es wurde bedrückend still zwischen ihnen. Saul verstand diese Anspielung nur zu gut und nickte leicht.

„Aye, Admiral -Sir!!“ antwortete er in einem sarkastischen Unterton und kehrte ins CIC zurück.

Auf dem Weg zum Quartier kamen Reparaturteams an ihm vorbei. Unter ihnen war auch Tyrol, der die Gelegenheit gleich ausnutzen wollte.

„Sir?“

„Chief, wie geht es meinem Schiff?“

„Leichte Schäden an Oberflächenpanzerung. Ihre Waffenwirkung konnte sich aufgrund der Entfernung nicht vollkommen entfalten. Dennoch muss ich zu Reparaturen Schweißerteams zum Bug und Backbordbereiche schicken. Denke 2-3 Tage werde ich brauchen.“

„Danke, Chief. Fortschritte ins CIC melden, halten sie uns auf dem Laufenden.“

Admiral Adama wollte seinen Weg fortsetzten, da bemerkte er das der Chief noch etwas auf dem Herzen hatte. Marines verbrachten derweil die in Hand/Fuß/Halsfesseln gelegte Boomer zum Quartier des Admirals. Dabei kreuzte sich der Weg mit den Beiden. William brauchte kein weiteres Wort vom Chief, ahnte bereites um was es ging. Denn Boomer und der Chief warfen sich, auch wenn es nur kurze waren, Blicke zu.

„Die Antwort lautet nein. Ich befehle ihnen kein zweites Mal sie zu vergessen. Gehen sie an die Arbeit, Chief Tyrol!!“

„Ja, Sir!“

„Schön, das wir uns einig sind!“

Vor seinem Quartier warteten bereits die Marines mit der Gefangenen als William Adama eintraf. Boomer lächelte als der alte Mann ihr die Tür öffnete und bat einzutreten. Im Quartier hielt sie die Handfesseln hochhielt und wollte andeuten, das man sie lösen sollte.

„Das können sie vergessen!“ gab er ihr entschlossen zu verstehen.

„Sie sind zu mir gekommen, Admiral. Also, sollten sie nach meinen Regeln spielen. Die Fesseln - bitte!!“ forderte sie selbstbewusst von ihm.

Ohne eine Vorwarnung schnappte der Admiral den Hals der Cylonin, drückte sie samt Sicherungsstange der Wache auf den Boden und begann ihr die Kehle zuzudrücken. Der Zorn übermannte den alten Mann. Den Zorn, gepaart mit der Angst, seinen Sohn wegen ihr zu verlieren.

„Ich brauche sie nicht. Ich könnte sie einfach so auf meinem Fußboden erwürgen und ihrem Leid ein Ende setzen. Sie werden sich wünschen niemals zurückgekehrt zu sein!!“

„Sie werden mich nicht töten, und sie werden meinen Preis bezahlen - Admiral!“ antwortete Sharon, unter der Last der würgenden Hand des Admirals, während die Marines tatenlos zusahen.

Adama ging näher an sie heran. Sein Kopf wurde Rot vor Zorn und Anstrengung.

„Warum sollte ich ihrem erbärmlichen Leben kein Ende setzen? Nennen sie mir einen verdammt guten Grund!!“

Langsam übermannte sie die Bewusstlosigkeit. Doch mit letzter Kraft gab sie ihm die Antwort, warum er sie niemals töten würde.

„Weil sie das Warum erfahren wollen, Admiral Adama…..“

Viper047
17-04-2009, 05:32 PM
Hier ein Teil der alten Story. Vielleicht gefällt sie euch. Ich musste ein wenig umdisponieren mit dem Platz :roll:

Serienspecial ( Teil 1 )

Battlestar Galactica
CHRONOS


Battlestar Galactica
Standort: US 7769
Auftrag: Schutz der Flotte


Im CIC des alten Kampfsterns herrschte eine ungewohnte Stille. Es herrschte stiller Alarm, das Rotlicht erhellte nur schwach die Kommandobrücke. Die Augen der Crew starrten gespannt auf den Lagetisch – eher gesagt auf eine Person daran. Es war Boomer, die die Blicke der Crew auf sich zog. Sie war nur leicht gefesselt, d.h. nur ihre Hände lagen in Ketten und das Halsband als ständiger Begleiter. Vor Sharon lagen Karten, selbst geschriebene Notizen und viele Zeichnungen. Admiral Adama, ein XO und die Präsidentin ließen die Cylonin nicht aus den Augen, verfolgten jeden ihrer Schritte. Valerii wusste was geschehen würde, wenn sie das Vertrauen des alten Mannes missbrauchen würde – und das geringe Vertrauen wollte sie nicht aufs Spiel setzen.

Die Flotte folgte derweil der Galactica ins Ungewisse. Niemand hatte eine Ahnung warum die Galactica eine andere Route einschlug, den vorher festgelegten Weg zur Erde verließ. Weder Adama noch Roslin klärten die Menschen auf. So blieb ihnen nichts weiter als bedingungslos der Galactica zu folgen.

Sharon wurde unruhiger. Irgendetwas ließ sie aus der Ruhe kommen. Ihre Augen wechselten nervös vom DRADIS auf ihre Aufzeichnungen. War sie dem, was sie zu suchen schien, nahe gekommen?

„Fahrt drosseln. Schicken die Raptor zu den Koordinaten 332 Karom 58!“ forderte sie vom XO.

Saul sah mit seinem gesunden Auge zum Admiral. Es war schon ungeheuerlich das dieses Ding ihm einen Befehl geben wollte. Aber der alte Mann ließ es zu und nickte. Er nahm den Hörer vom Lagetisch und stellte eine Verbindung zum CAG her.

„CAG, XO – starten sie die Raptor 1 – 3! Grünes Licht!“

„Grünes Licht!“ ertönte als Antwort über Lautsprecher.

Derweil ging der Admiral zu Boomer und nahm einige ihrer Aufzeichnungen in die Hand. Er war sich immer noch nicht sicher ob er eine richtige Entscheidung traf, ob er Boomer trauen konnte, ob es eine Falle der Cylonen war. Denn er musste die Flotte mitnehmen um keinen Verdacht aufkommen zu lassen. Und darin lag auch die Schwäche der Galactica. Bei einem massiven Angriff wären viele Menschenleben bedroht. Das wusste er und das wusste Roslin. Dennoch waren sie hier.
Die Gegenwart des Admirals ging nicht spurlos an der Acht vorüber. Es machte sie nur noch nervöser als sie schon längst war. An ihrer Stirn bildeten sich die ersten Schweißtropfen. Ihre Haut wurde wärmer und ihre Nackenhärchen stellten sich auf.

Sie versuchte sich zu konzentrieren. Vertiefte ihre Gedanken in ihre Papiere. Sie wollte nicht den Anschein erwecken in diesem Moment schwach zu werden, unsicher für die Crew zu wirken und Verdacht schöpfen zu lassen das sie die Flotte geradezu in eine Falle lockte.
Ihre Konzentration wurde durch ein lautes und helles Geräusch unterbrochen. Es war das Geräusch, welches eine Waffe beim hinlegen auf dem Lagetisch verursachte. William hatte sich von einem Marine die Handfeuerwaffe geben lassen und legte sie demonstrativ vor die Cylonin auf den Tisch. Sein Blick war dabei ernst – todernst. Sie sah in seine Augen und erkannte, ohne dass er ein Wort sprechen musste, was er auf der Stelle mit ihr tun würde, falls sie ihn hintergehen sollte. Die Miene des Admirals sprach Bände und seine Bedeutung war der Crew und dem Personenkreis am Lagetisch klar.

„Wenn ich auch nur einen Moment die Vermutung habe das sie mich hintergehen, werde ich sie auf der Stelle erschießen. Gemeinsame Vergangenheit oder nicht, sie spielt keine Rolle mehr.“

Die dunkle Stimme des Admirals ließ das Herz der Cylonin erschaudern. So tief seine Stimme war, so tief ging auch die Drohung in sie hinein.

„Keine Rolle – glasklar, Admiral Adama!“

„Gut, dann wäre das geklärt!“

„Sir!!“ rief Dualla aufgeregt und schaltete die Raptor auf Lautsprecher.

Die Führungsoffiziere und die Präsidentin reckten gespannt ihre Köpfe zu den Lautsprechern und erwarteten sowohl positives wie auch negatives.

„Raptor 392 für Galactica, wir haben etwas gefunden. Kein Feindkontakt, wir sind alleine…mit dem Ding da!“

Athena hatte keine Ahnung was sie fand. Das hörte man in ihrer Stimme. Ihr Mann machte einige Messungen und übertrug die Ergebnisse zur Galactica. Boomer hingegen wusste was ihre „Schwester“ vorfand und lächelte in sich hinein. Die Drohung des Admirals verpuffte erst einmal. Boomer hatte ihr Wort gehalten und sie zu diesem Ort geführt, der in ihren Erinnerungen und Datenbanken der Cylonen verborgen lag.

„Raptor 392, Admiral Adama hier, können sie es beschreiben?“

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Lt. Sharon Agathon
Rufname: Athena
Raptor 392
Auftrag: Erkundung vor der Flotte


„Raptor 392, Admiral Adama hier, können sie es beschreiben?“

Als die Frage des Admirals über Funk ertönte, sah Athena aus dem Raptor hinaus und empfand diese Frage eher als Scherz. Sie drehte sich nach hinten um und sah Helo in die Augen. Er hob nur die Achseln und wandte sich seiner Konsole zu.
Keiner der Crew hatte Wissen von dem, was sie nun vor sich hatten.
Ihre beiden Begleitraptor meldeten sich ab und sprangen jeweils einen Sektor weiter, um ganz gewiss Cylonenaktivitäten in der Nähe ausschließen zu können.

„Sag ihnen einfach dass es rund ist, Sharon!“ riet ihr Mann, bevor Adama noch länger auf eine Antwort warten musste.

„Na ja, es ist rund – Sir!“

„Sharon, ich hab da was! Galactica, es sendet Bestätigungscodes aus. Es verlangt nach einem passenden Code. Die Struktur des Codes ist....“

Helo stockte kurz und sah nach vorne zu seiner Frau. Sharon hatte keine Ahnung warum Karl den Funkspruch so abrupt beendete. Sie sah nach hinten und ihr Mann winkte sie zu sich.
Athena löste ihre Gurte und begab sich zur ECO Konsole des Raptors.
Zuerst wollte sie fragen was los war, da auch die Galactica erfahren wollte was Helo sagen wollte.
Sie blickte daher auf seine Konsole und erkannte den Aufbau des Codes nur zu genau.

„Galactica, Athena hier, der Aufbau des Bestätigungscodes ist cylonisch – ich wiederhole, er ist cylonisch!“

„Sharon, was ist das?“ wollte ihr Mann wissen und sah sie fragend an, da er so was noch nie gesehen hatte.

„Ich weiß es nicht, Helo! Ehrlich, ich weiß es nicht!“


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Battlestar Galactica
Standort: US 7769
Auftrag: Schutz der Flotte


Zurück auf der Galactica ließen Helo und sein Frau Fotos und Daten des unbekannten Objekts auswerten. Es dauerte nicht lange bis Gaeta brauchbare Informationen hatte und alles landete schließlich im Quartier des Admirals. Im Quartier war erneut der Personenkreis vom Lagetisch zusammengekommen und man versuchte nun den Fund greifbar zu machen. Der Admiral saß an seinem Schreibtisch, der XO und die Präsidentin davor und überall auf dem großen Holztisch waren Fotos, Notizen und Auswertungsergebnisse verteilt. Boomer stand, bewacht von 5 Marines, ein paar Schritte Abstand davor und wartete gespannt ab.
Sie hatte wenige Minuten zuvor der Gruppe erläutert was man vor sich hatte und wie es zu bedienen war. Ebenso über die Gefahr, von dem es bei falscher Anwendung ausging, aber wichtiger war noch was man dahinter finden sollte. Etwas, was die Gefahr und Anwesenheit der Flotte rechtfertigen sollte, was Boomer schon zu Beginn in die Hände des Admirals spielte.

„Erklären sie es noch mal! Was genau befindet sich hinter diesem „Tor“?“

Roslin dreht ihren Stuhl Richtung der Cylonin und setzte ihre Brille ab. Sie wollte den vorherigen Ausführungen der Cylonin nicht recht glauben und wollte es noch mal hören. Sharon hörte diesen gewissen Unterton heraus. Sie kapierte schnell das ihr Roslin nicht zu glauben schien. Unter einigen Aspekten auch verständlich. Schließlich waren ihre genauen Angaben aus einem anderen, vielleicht vorherigem Leben. Und das würde sie, wenn sie auf diesem Stuhl sitzen würde, ebenso stutzig machen. Roslin war ein gläubiger Mensch, anders als Adama oder Tigh – doch ihr Glaube hatte auch Grenzen, was Wahrheit und religiöse Wahrheit betraf.

„Ich habe es ihnen schon mehrmals erklärt. Es ist ein Tor, nicht cylonischen Ursprungs. Es wurde vor Jahren gefunden und umgerüstet für unseren Gebrauch. Es ist eine Verbindung zu einem anderen Universum – anderen menschlichen Kolonien. Und dort befindet sich ein weiteres Schiff, das den Angriff überlebte.“

Die Menschen vor ihr hörten ihr zu, doch glaubten sie ihr? Adama hatte von Anfang an Zweifel und hatte sie heute noch. Saul erging es nicht anders und glaubte noch weniger an das, was Sharon ihnen offenbarte. Die Präsidentin stand auf und musste ein paar Schritte gehen. Sie rieb sich die Stirn und versuchte das gehörte zu verarbeiten. All das war explosives Material. Alleine wenn das Gerücht verbreitet werden würde, würde die Flotte zu einem Pulverfass verkommen, das darauf wartete zu explodieren. Eine andere menschliche Kolonie würde das Verlangen der Menschen steigern sofort den Kurs zu ändern und durch dieses Tor zu fliegen, ohne zu wissen was sie erwarten würde. Roslin wollte kein zweites Neu Caprica, obwohl sie selbst sehr müde von dem andauernden Kampf und der Flucht war. Eine Heimat wäre ein Segen der Götter, oder ein Fluch.

„Admiral Adama, was sagen sie zu dem ganzen?“

Roslin wollte etwa dieser größer werdenden Verantwortung, die ihre Schultern belastete, auf Adama abwälzen und das verstand Bill Adama sehr schnell. Er sah zu Boomer und versuchte ihr aus den Augen zu lesen. Sie wollte dass man ihr glaubte, ihre guten und wahrhaften Absichten erkannte. Doch ihre Vergangenheit machte es nicht einfach, im Gegenteil.

„Dieser Kampfstern wäre ein Gewinn für diese Flotte. Nehmen wir für einen kurzen Moment an, es träfe zu was sie uns sagte – dann wären nur wenige Handgriffe von Nöten für eine Reparatur. Material und Personal hätten wir auf dieser Seite des Tores. Ihre Angaben sind genau…“

„Zu genau, wenn sie mich fragen, Admiral!“ warf sein XO als Einwand ein und warf seinen Teil der Arbeit auf den Tisch.

Je mehr Tigh las, umso weniger glaubte er Boomer. Zu oft wurden sie hinters Licht geführt. Er traute der Cylonin nicht und würde es auch nie. Die Erfahrung hatte schon im Krieg gegen die Cylonen gemacht - traue keiner Maschine.

„Und da wären wir bei dem Punkt, den ich zum Schluss anführen wollte. Ich gebe dem Colonel recht – es ist alles zu genau für meinen Geschmack. Nur weil wir dieses Ding gefunden haben und sie somit erst einmal eine Art Vertrauensbasis bewies, heißt es nicht das ganz am Ende eine böse Überraschung auf uns wartet. Wir sollten alles noch mal durchgehen, bevor wir eine Entscheidung fällen. Und die Öffentlichkeit aus dem Spiel lassen.

Panik und Gerüchteküchen können wir nicht gebrauchen. Erst wenn wir etwas Handfestes haben sollten, könnten wir es in Erwägung ziehen. Aus Sicherheitsgründen halte ich es deshalb weiterhin notwendig die Geheimhaltung aufrecht zu erhalten.“

Boomer war enttäuscht. Was in Gottes Namen hätte sie sonst noch tun müssen um ihre Vertrauenswürdigkeit zu beweisen? Waren die Taten in der näheren Vergangenheit nicht Beweis genug? Die Präsidentin und der XO waren einverstanden. Somit wurden den anwesenden Marines Geheimhaltung befohlen und diese unter strengsten Auflagen zu wahren. Adama kannte hier nun keinen Spaß und es gab keinen Ermessensspielraum in dieser Angelegenheit. Roslin wollte ebenso das alles Gesagte in diesem Raum unter diesen Leuten blieb, um eine Hysterie innerhalb der Flotte zu vermeiden.

Nachdem diese Unterhaltung ein jähes Ende gefunden hatte, befahl Adama die Gefangene zurück zu ihrer Zelle zu bringen. Saul wollte zurück ins CIC, da er seine Schicht an Gaeta übergeben wollte und anschließend ein wenig Schlaf nachholen. Der Alkohol war ihm in diesen Tagen weniger wichtig geworden, da er zu müde war um sich zu betrinken.
Nachdem die Soldaten Boomer hinausgebracht hatten, schloss Laura die Tür um mit Bill alleine ein paar Worte zu reden.
Dieser hatte nicht vernommen dass sie noch anwesen war und zog wie gewohnt seine Jacke an. Als er aus einem Ärmel draußen war, fiel ihm die Präsidentin auf und zog sich ein wenig erschrocken wieder an.

„Tun sie sich keinen Zwang an, Admiral!“ beruhigte ihn Laura und zog daraufhin ihre Schuhe aus.

Sie war froh aus den hochhackigen Dingern draußen zu sein, da sie nach einer Weile anfingen ihren Füßen nicht gut zu tun. Sie nahm ihre Schuhe auf und ging mit einem kleinen Lächeln zur Sitzecke des Admirals. Er gesellte sich mit offen stehender Jacke zu ihr und blickte sie still an. Sie tat es ihm gleich und es verging ein Moment der Stille.

„Wie geht es ihnen, Laura?“

„Cottle hat keine guten Nachrichten mehr. Also, frage ich nicht mehr bei meinen Terminen. Wenn ich einfach nur dasitze und durch das Krankenrevier sehe, lernt man recht schnell was Vergänglichkeit bedeutet, Admiral.“

Ein kurzer Seufzer, gefolgt von einem aufgespielten Lächeln sollte vom Leid der Präsidentin ablenken. Der Krebs schritt voran und Laura keine andere Wahl als zuzusehen wie ihr Körper allmählich zerfiel und den Kampf gegen den Krebs aufgab.

„Die Hoffnung ist was einem am Leben erhält, Laura. Sie sollten die Hoffnung nicht aufgeben. Denn die Hoffnung lässt diese Menschen an ein gutes Ende glauben.“

„Bei mir ist es weniger die Hoffnung, Bill. Es ist der Glaube, der mir Halt gibt. Obwohl es recht schwierig ist in diesen Zeiten an seinem Glauben festzuhalten. Man stellt sich einerseits die Frage warum die Götter so etwas zulassen, um nur der Frage zu begegnen, warum sie es nicht zulassen sollten. Was ist eher eine Qual, das man weiß das man eines Tages sterben wird, auch wenn man den Tod nicht mit Bestimmtheit vorhersagen kann, oder das Wissen, das man nie sterben kann und ewig sein Leben vor sich her fristet.“

Der alte Mann empfand es für einen passenden Augenblick einen seiner geheimen Vorräte zu holen. Er versteckte in seinen Kisten oder Schränken den ein oder anderen teuren Trunk. Diese hob er sich für Momente wie diesen auf. Mit zwei Gläsern und einem guten Whiskey kam er zurück um das kurz unterbrochene Gespräch weiterzuführen. Er konnte nur ahnen wie es Laura erging, aber so zu fühlen wie sie konnte er nicht. Sie wusste dass er ihr Halt geben würde, wenn ihre Kräfte nachließen und sie zu fallen drohte. Adama wäre jederzeit zur Stelle um sie aufzufangen. Das machte ihre Beziehung zu etwas besonderem.

„Wenn man nie stirbt, kann an einem nie gedacht werden. Die Erinnerungen, die Dinge die wir an unsere Kinder und Mitmenschen weitergeben, die machen uns unsterblich. Man stirbt erst, wenn man vergessen wird. Und ich habe nicht vor nur mit einer Erinnerung anzustoßen, Laura.
Du weißt das du jederzeit auf die Galactica – und zu mir kommen kannst!“

Bill gab ihr das Glas und blickte sie mit einem warmen Blick an. Die letzten Worte kamen mit Verzögerung und waren auch so gewollt. Laura verstand das Angebot zu schätzen und schlug es immer wieder aus, um für ihn keine Belastung zu sein. Der Admiral hatte genug zu tun mit der Flotte und dem täglichen Kampf ums Überleben. Da wäre sie nur noch eine Belastung, die er nicht gebrauchen konnte und von seinem Job ablenken würde.

„Ich weiß, aber ich halte es für trotzdem keine gute Idee. Auch wenn es schmeichelhaft gemeint ist!“

„Machst du dir Sorgen wegen Lee?

„Vielleicht?“ antwortete sie keck und trank einen Schluck des guten Stoffs.

„Lee ist alt genug. Und vor allem bin ich sein Vater und nicht umgekehrt. Für solche Entscheidungen habe ich das gewisse Alter und Erfahrung um die Konsequenzen.
Also, wie sieht es aus?“

Roslin fand es irgendwie süß wie sehr der Admiral sich ins Zeug legte. Sie fühlte sich wie ein junger Teenager, der umgarnt, um dessen Gunst gebuhlt wurde.

„Ich überlege es mir, Bill. Lass uns bitte das Thema wechseln, sonst werde ich noch ganz rot – und das willst du nicht, oder?“

„Nicht ohne Fotokamera in der Nähe!“ antwortete Adama darauf.

Das Grinsen des alten Mannes entspannte die Situation und ließ die Präsidentin ihre Sorgen für einen Moment vergessen.

„Ok, über was willst du reden?“ fragte er anschließend.

„Über das, was heute geschehen ist. Bill, ich traue diesem Ding nicht über den Weg. Aber ich verstehe deinen Standpunkt sehr gut. Ein weiterer Kampfstern würde erheblich zur Sicherheit beitragen und ich bin mir sicher das du zumindest einen Blick hinter dieses Ding wagen willst, oder?“

Als hätte es Laura von Anfang an gewusst. Tatsächlich dachte Admiral Adama daran zumindest einen Raptor hindurchzuschicken, um wenigstens sicher gehen zu können ob Boomer log oder nicht.

"Bin ich so leicht zu durchschauen?" fragte er mit einer gespielten Unschuldsmiene.

"Ansonsten hätte ich dich darum gebeten jemanden dorthin zu schicken. Ich will nicht mit leeren Händen dastehen, da Geheimnisse in dieser Flotte sehr schnell von einem Ohr zum nächsten wandern. Und ja, ich glaube dich langsam zu kennen - störrischer alter Mann!"

"Ich werde ein Team zusammenstellen und davor einige Dinge noch klären. Aber, du willst sicherlich das wir etwas finden sollen. Nun die Frage, was sollen wir vorfinden, wenn wir etwas finden?"

Der alte Mann und die Präsidentin verstanden sich zu diesem Zeitpunkt blind. Laura wollte keinesfalls ein zweites Neu Caprica und wusste nur zu gut was passieren würde, wenn die Vermutung einer anderen menschlichen Kolonisation ans Tageslicht käme. Hier wollte sie vorsorgen und jedem Kritiker den Boden unter den Füßen wegziehen, bevor sie überhaupt ihr Verlangen untermauern konnten.

"Bevor ich dir das sage, beantwortest du mir eine sehr wichtige Frage?"

"Schieß los!" antwortete Adama darauf und lehnte gespannt in seinen Sessel zurück.

"Ist es egoistisch den Menschen eine neue Heimat vorzuenthalten, nur um sie vor sich selbst zu schützen - ihr Verlangen und Bedürfnis nach festen Boden unter den Füßen?

"Du willst sie also belügen?" schlussfolgerte der Admiral aus ihrer Frage.

Roslin war froh von Bill ertappt worden zu sein. Genau das würde sie nämlich tun wollen. Aber die Flotte zu belügen zu wollen, würde bedeuten die Galactica mit ins Boot zu holen, da nur mit Adamas Hilfe solch ein Komplott gegen die Menschen der Flotte gelingen würde.

"Ja, das will ich!" antwortete die Präsidentin kleinlaut.

"Manchmal ist es notwendig gewisse Fakten anders darzustellen als sie es in Wahrheit sind. Es sollte nur nicht zur Gewohnheit werden."

Erleichtert trank Laura Roslin ihr Glas aus und übergab es dem Gentleman gegenüber. Die Antwort Adamas ließ Laura ein Stein vom Herzen fallen. Mit ihren Schuhen bewaffnet stand sie auf um wieder zurück auf ihr Schiff zu gehen. Der alte Mann half ihr auf. Laura und William standen sich nun nahe gegenüber und warfen jeweils dem Anderen ein kleines Lächeln zu.

"Morgen um die selbe Zeit?" fragte sie ihn.

"Kapitel 3, wenn ich nicht irre!"

"Gute Nacht, Bill!"

"Nacht, Laura!"

Ein kleiner und zarter Kuss auf die Lippen, ein kurzes Lächeln und Laura verließ wie ein junges Mädchen, das zum ersten Mal ihre große Liebe küsste, das Quartier der Admirals.

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Viper047
17-04-2009, 05:33 PM
Helo schlenderte langsam durch die Gänge der Galactica und war auf den Weg zu seinem Zuhause, wo seine Frau und seine süße Tochter bereits warteten. Sie wollten Abend gemeinsam ausklingen lassen, etwas zu Abend essen und ein wenig mit Hera beschäftigen, die sie in letzter Zeit vernachlässigen mussten. Der Dienst ging in dieser Zeit vor und das bekam auch Hera leider zu spüren. Aber heute sollte der Abend ihr ganz alleine gehören, zusammen mit ihren Eltern.
Als Karl um die Ecke bog stand die Tür zu seinem Quartier weit offen. Athena stand in der Mitte des Quartiers und sah konzentriert in eine Ecke. Wahrscheinlich beobachtete sie Hera beim spielen. Sie kochte auf jeden Fall nicht und das munterte Helo auf. So toll auch seine Frau war, so sehr auch ihr die guten und schlechten Zeiten mit ihr genoss - auch diese "Sharon" k