PDA

View Full Version : [TXU-KW] Davy Jones



enenra
14-01-2008, 07:19 PM
Ein Funken Hoffnung namens Brennan

„Erreichen System: Zentrum der Arbeit.“ Lily, der Bordcomputer der „Tangerine Angel“ wies pflichtbewusst darauf hin, dass die Passage des Sprungtores erfolgreich abgeschlossen war. Val Classen, der Pilot der „Angel“, schüttelte den Kopf. Wie sollte so eine Passage denn auch nicht erfolgreich verlaufen? Seit man denken konnte, funktionierten die Sprungtore einwandfrei. Allerdings waren die Gerüchte, die in letzter Zeit über die tore umgingen, durchaus beunruhigend. So hieß es, dass das Alte Volk nach wie vor mit den Verbindungen herumspielte, dass die Paraniden fast eine Katastrophe heraufbeschworen hätten, als sie versuchten, selbst ein brandneues Tor zu bauen. Dieses Tor, so wollte es der Klatsch, hätte ursprünglich direkt in die Hölle führen sollen. Als solche galten nämlich die berüchtigten Sektoren der Kha´ak! Außer Julian Brennan, der angebliche einst eine verschollene Blackbox von dort geholt hatte, war niemand bis dato von dort zurückgekehrt, sah man mal von Kyle Brennans Rückkehr in Ketten ab.

Und dann waren da natürlich noch die Terraner! Diese waren, den neuesten Gerüchten zufolge, schuld an dem ganzen Unheil! Die Terraner hatten wohl vor einigen hundert Jazuras die Technologie zum Bau eines Sprungtores entwickelt und auch eingesetzt, was, wenn man den Fantasten glauben wollte, die vom „Großen Plan des Alten Volkes“ sprachen, eben jenen Plan ad absurdum führte und zu gravierenden Änderungen der Torverbindungen geführt hatte. Val schüttelte wieder den Kopf. Letzten Endes war seine eigene Rasse, die Rasse der Argonen, nichts anderes als eine Art „Terraner der 2. Generation“. Unzählige Jazuras von den Gonern gepredigt und von der Regierung auf Argon Prime beharrlich dementiert, hatte sich diese Behauptung als wahr erwiesen, als die Terraner-Flotte vor gut einem halben Jazura durch das irgendwie von den Paraniden gebaute und von einem Goner namens Ion Battler positionierte neue Erdtor gekommen war und in die titanische Schlacht in Ketzers Untergang eingegriffen hatte. Niemand hatte vorher erlebt, dass die Kha´ak so schnell Fersengeld geben konnten, denn die gewaltigen Kampfschiffe der Erdstreitkräfte waren allen anderen Schiffen deutlich überlegen. Dies betraf sowohl die Technologie als auch die Waffensysteme selbst. Professor Jo Bydnah, Argons führender Waffenforscher, hatte kürzlich in einem GalNet-Interview verlauten lassen, dass er bereit wäre, eine Milliarde Credits zu zahlen, um auch nur wenigstens eine der terranischen EM-Plasmakanonen in die Hände zu bekommen! Genau das offenbarte auch das Dilemma, wegen dem die „Angel“ unterwegs war. Die Terraner schwiegen beharrlich! Die letzten Worte, die man von Terranern gehört hatte, waren: „Kobach, Ende!“, mit denen der Admiral der Erdstreitkräfte das Schweigen eingeleitet hatte.

Das Schweigen der Terraner. Nun, die Worte des Admirals waren zumindest die letzten offiziellen Worte ihnen gewesen. Danach hatte die Patroullienschiffe noch jeden, der in den Sektor kam davor gewarnt, sich dem Erdtor zu nähern. Einige Split hatten das einmal ignoriert, um sich mit den Terranern anzulegen und ihre Stärke zu testen. Was soll man sagen? Keiner hatte länger als 2 Mizuras überlebt, auch nicht ihre gefürchteten Zerstörer der Python-Klasse. Val Classen seufzte. Genau das war das Problem. Außer eine Warnung, abgeschossen zu werden, gab es mit den Terranern bis dato keinerlei Kommunikation und jetzt waren sie mit der „Angel“ hier, um genau das zu ändern. Val fragte sich, warum die Terraner ausgerechnet bei ihnen eine Ausnahme machen sollten. Einige andere Worte Admiral Kobachs fielen ihm ein: „Derzeit wünschen wir keinen Kontakt!“ Derzeit! Immerhin indizierte dies, dass es nicht auf ewig so sein sollte, aber die Frage wieso jetzt blieb bestehen. Val hoffte, dass sie ein wenig Glück hatten und einen Terraner sprechen konnten, der zumindest bereit war, sich das Anliegen des Botschafters anzuhören. Ob Admiral Kobach selbst noch vor Ort war, war nicht bekannt, aber in diesem Fall würde es wohl sehr schwierig werden, denn nicht nur die Worte an sich, sondern auch der Tonfall, mit dem sie ausgesprochen wurden, besagten, dass dieser Mann zu den Hardlinern zählte, die keinen Kontakt mit Nicht-Terranern wünschten und das wohl auch nie tun würden. Also mussten sie auch hoffen, dass der Admiral zur Erde zurückgekehrt war.

Val Classen sah auf seine Instrumente. „Lily, wie lange brauchen wir, um den Sektor zu durchqueren und nach Ketzers Untergang zu kommen?“ Lily antwortete fast sofort: „8 Stazuras, 11 Mizuras und 6 Sezuras.“ „Danke, Lily.“ Val Classen rutschte auf seinem Stuhl unbehaglich hin und her. Kaum mehr als 8 Stazuras noch, bis sie von der Gnade der Erdstreitkräfte abhingen. Vor 4 Tazuras waren sie in Schwarze Sonne gestartet, von einer Militärbasis aus, auf der sich die führenden Köpfe des Geheimdienstes getroffen hatten um zusammenzutragen, was man bis dato über die Terraner wusste. Zudem wurde der Botschafter gewählt, der den komplizierten Auftrag, die Terraner zu Sprechen zu bringen, ausführen sollte. Letzten Endes war dann die Wahl eine logische Konsequenz gewesen. Es gab schließlich nur einen Mann, der einen einzelnen Terraner als seinen Freund bezeichnen konnte: Ban Danna, der Geheimdienstchef selbst. Dieser hatte auch keinen Hehl daraus gemacht, wie er sich das Unternehmen vorstellte. Er wollte seine Beziehungen zu Kyle William Brennan spielen lassen, der sich zur Zeit auf der Erde befand. Elena Kho, die zweite bekannte Terranerin im Argon Raum und Geschäftsführerin der TerraCorp, hatte abgelehnt, sich dort einzumischen. Das Warum blieb dabei weitestgehend unbeantwortet. Man wusste nur, dass sie sich in der Form geäußert hatte, dass sie sich nicht in die Politik einmischen wollte. Letzten Endes war Frau Kho dann aber doch noch dazu zu bewegen gewesen, dem Gesandten ein Empfehlungsschreiben zu geben, das besagte, dass er ein Freund der Terraner sei. Dieses Schreiben hütete Ban Danna wie seinen Augapfel, mochte es doch die vielleicht einzige Möglichkeit sein, die Aggressivität der Terraner ein wenig einzudämmen.

Das Tor nach Ketzers Untergang war nun direkt vor ihnen. Val Classen übernahm die Steuerung von Lily, um das Schiff manuell hindurch zu steuern. In diesem Moment glitten die beiden Flügel der Cockpittür auseinander und Botschafter Ban Danna trat ein. Ohne großartige Formalitäten setzte er sich auf den Sitz des Co-Piloten. Nach einem Moment des Schweigens fragte Danna: „Und? Nervös?“ Val Classen hielt das für eine ziemlich dumme Frage, antwortete aber wahrheitsgemäß und ohne sarkastischen Unterton: „J, Sir, und wie! Dass mit den Terranern nicht gut Kirschen essen ist, ist ja nun hinlänglich bekannt. Ich hoffe nur, dass sie uns zumindest zuhören, bevor sie uns zu Raumstaub zerblasen!“ Danna nickte: „Das hoffe ich auch. Ich weiß nicht warum, aber ich glaube, dass sie uns tatsächlich zuhören werden. Vielleicht wegen des Schreibens von Elena Kho, vielleicht wegen meiner Bekanntschaft mit Kyle, vielleicht auch, weil wir vor einem halben Jazura in Ketzers Untergang Seite an Seite gegen die Kha´ak, die Geißel des Universums gekämpft haben. Vielleicht auch wegen allem zusammen. Ich glaube daran, dass sie mit uns reden. Täte ich das nicht, würde ich jetzt den Befehl zur Umkehr geben, bevor wir in den Sektor einfliegen.“ Val Classen lächelte kurz und angespannt: „Ja, ich hoffe auch, dass Sie wissen, was Sie da tun, Sir!“ „Ich auch“, sagte Ban Danna, „ich auch!“

Lilys Stimme, so lieblich sie sonst auch sein konnte, verursachte diesmal einen gewaltigen Knoten im Magen von Val Classen und auch den meisten anderen Mitgliedern der Crew erging es nicht anders. Einzig Ban Danna ließ sich zumindest äußerlich nichts anmerken, als die Meldung kam: „Erreichen System Ketzers Untergang. Achtung: dieser Sektor wird von den Terranern beansprucht und von der Erdflotte strengstens bewacht. Jede Annäherung an das Erdtor gilt als Gefährdung von Mannschaft, Crew und Schiffscomputer!“ Ban Danna hätte trotz des Ernstes der Situation fast geschmunzelt. Ja, auch Schiffscomputer hatten heutzutage ein gewisses Ego! Nun aber galt es, sich den ernsthaften Dingen zuzuwenden. „Pilot“, sagte Danna, „setzen Sie Kurs auf das Erdtor. Aber fliegen Sie langsam! Wir wollen den Terranern keinerlei Anlass geben, sich provoziert zu fühlen!“ „Verstanden, Sir, allerdings fühlen sich die Terraner mit Sicherheit schon durch unsere bloße Anwesenheit provoziert!“ Ban Danna seufzte: „Tja, da haben Sie wohl recht!“ Val schaute auf den Scanner und seine Augen weiteten sich: „Oha, da kommen sie!“

„Achtung, fremdes Schiff!“ kam aus dem Kom, „sie stehen kurz davor die Sperrzone zu erreichen, die um das Erdtor angelegt wurde. Jedweder Versuch, die rote Linie zu überschreiten, wird mit autorisierter, tödlicher Gewalt beantwortet werden. Drehen Sie sofort um!“ „Stoppen Sie das Schiff, sofort!“ rief Danna Val nervös zu. „Lily, Bremsdüsen zünden, bring das Schiff zum stehen, so schnell wie möglich!“ Sezura-Bruchteile später gingen alle an Bord in ihre Sicherheitsgurte. Wer diese nicht angelegt hatte, wurde umher geschleudert. 20 Sezuras später meldete Lily: „Nullschub erreicht, Schiff steht!“ „Achtung, fremdes Schiff, Sie befinden sich nahezu an der roten Linie. Auch wenn ihr Schiff steht, so kann diese Anwesenheit nicht toleriert werden!“ Danna hatte die Nase voll: „Pilot, haben Sie einen Kom-Kanal für mich, auf dem ich antworten kann?“ „Ja, Sir, lege ich sofort auf Ihr Headset...so, Sie können sprechen!“ Danna atmete einmal tief durch: „Erdstreitkräfte, hier spricht Ban Danna, Botschafter des Argonischen Volkes, Eurer Brüder und Schwestern, Nachfahren der verlorenen Erdflotte im Terraformer-Krieg!“ Danna hoffte, sich gut genug an Kyles Erzählungen über diesen Krieg erinnern zu können. „Wir sind nicht hier, um zur Erde zu gelangen. Wir sind auch nicht hier, um eine Provokation zu erzeugen! Wir sind hier, weil wir mit Euch, den Terranern, reden möchten. Wir schweigen uns mittlerweile lange genug an und dass ihr hier einfach alles abschießt, kann doch auch kein Dauerzustand sein! Abgesehen davon, dürft ihr uns außerhalb der roten Linie offiziell nichts antun. Klar denkt ihr euch nun: wer sieht´s denn, wenn wir die da jetzt wegschießen? Aber fragt euch alle miteinander: Warum müssen hier Menschen auf Menschen schießen, während unser beider Feinde, die Xenon und die Kha´ak Stück für Stück unseres Universums zerstören?“

Der direkte Beschuss blieb aus, was Danna als positives Zeichen in der Richtung deutete, dass man an Bord der großen Terranerschiffe zumindest nachdachte. Dennoch hatte er Val angewiesen, ständig zu überprüfen, ob eines der Schiffe seine Waffen hochfuhr und sich feuerbereit machte. Plötzlich war eine andere Stimme im Kom zu hören, eine, die sich Danna sehr gut ins Gedächtnis eingebrannt hatte: „Hier spricht Admiral Kobach! Warum sollten wir Ihnen jetzt zuhören? Wir wünschen keinen Kontakt!“ „Admiral Kobach! Ich sage Ihnen, warum Sie zuhören sollten: die Streitkräfte der Völkergemeinschaft sind übelst angegriffen. Die Xenon, aber vor allem die Kha´ak, setzen uns heftig zu. Wir haben kaum noch Möglichkeiten, uns gescheit gegen sie zu verteidigen. Nicht mehr lange, und wir müssen ihnen die ersten Sektoren überlassen. Wenn sie dann einst mit uns fertig sind, was glauben Sie, Admiral, wird ihr nächstes Ziel sein? Und Sie, Sir, sollten aus der Geschichte Ihres Planeten aus dem Terraformerkrieg genug gelernt haben, was passiert, wenn eine überlegene Flotte, und genau das ist die Flotte der Kha´ak, über Ihrem Planeten auftaucht! Wir brauchen die Erdflotte, um mit ihnen fertig zu werden. Helfen Sie uns, Admiral, dann helfen Sie auch sich selbst!“ Am anderen Ende der Leitung herrschte Schweigen. Danna war sich sicher, dass er den Admiral zumindest einmal zum Nachdenken gebracht hatte. Dann erscholl wieder eine Stimme, aber diese war Ban Danna noch viel bekannter: „Hallo Ban, hier ist Kyle, der Admiral sagt, dass es nicht in seinen Händen liegt, über eine Kontaktaufnahme zu entscheiden, dass er aber genauso von deiner Aufrichtigkeit überzeugt ist und mir daher erlaubt mit dir zu sprechen!“ „Kyle! Ich glaub´s ja nicht!“ „Ja, aber jetzt verlier keine Zeit! Wir sind auf dem Odin-Träger direkt vor dir. Du mhast Landeerlaubnis! Lass uns über die Zukunft von Argonen und Terranern reden!“

yakiboss
11-06-2008, 06:53 PM
Respekt, Respekt. Weiter so. Der Anfang ist da. Und ein sehr guter noch dazu. Die X-Storyline eingehalten. Eigene Fantasie entwickelt. Storycharaktere beachtet. Yaki was willst du mehr. Etwas vielleicht, aber nicht als Kritik. Ich würde mal versuchen, in der Gegenwartsform zu schreiben. So hat ein Neueinsteiger, der ja die Story noch nicht kennt, nicht das Gefühl, etwas verpasst zuhaben.
Der yakiboss ist überzeugt: So etwas gehört unbedingt in die Wiki-D !
Und da sieht...äh...liest man sich. :wave: