PDA

View Full Version : [Story]Battlestar Galactica - A new journey



Viper047
17-01-2008, 04:29 PM
Battlestar Galactica


Servus, dies ist zwar nicht meine erste selbst verfasste Story, aber die Erste welche ich einem größerem Lesekreis vorstelle.

Das folgende erste Kapitel kam mir vor über einem Jahr, nachdem ich im Forum ne Galactica gefunden und ins X3-Universum eingespielt habe – und kurz danach vor dem PC eingeschlafen bin mit den sanften Klängen der BSG – Titelmelodie

Die Story spielt im X – Universum, ist aber rausgelöst aus der BSG und X3 Geschichte, man möge mir verzeihen.

Battlestar Galactica - A new journey (http://www.myvideo.de/watch/3432146)

Intro

Battlestar Galactica
Standort: Unbekannter Sektor
Auftrag: Schutz der Flotte

„Atomwaffenalarm !“ schrie Gaeta sofort, als das DRADIS die Konfiguration der anfliegenden Rakete erkannte.

„Auf Einschlag vorbereiten“ befahl der XO der Brückencrew.

Nur einen Wimpernschlag später schlug ein atomarer Sprengkopf auf der Steuerbordseite der Galactica ein. Die Wucht des Aufschlages war enorm, Funken schlugen, Teile lösten sich aus ihren Verankerungen und begruben Mitglieder der Brückencrew.

„Schadensbericht!“ brüllte Admiral Adama.

Saul Tigh eilte zur Schadenskontrolle.

„Schwere Schäden an der kompletten Steuerbordseite, Feuer in der Steuerbord – Landebucht, Triebwerke 1 und 3 verlieren an Leistung, FTL – Triebwerk komplett ausgefallen, mehrere Schäden an der Hülle und Feuer im Schiff. William, wir verlieren sie!!“

William Adama wandte sich wieder den Monitoren zu und beobachtete weiterhin das Geschehen

„ Noch nicht Saul, noch nicht!! Wir müssen und wir werden durchhalten!!“

---------------------------------------------------------------------------------------------
Commander Lee Adama
Rufname: Apollo
Viper 2502
Standort: Unbekannter Sektor
Auftrag: Abfangen und vernichten der cylonischen und unbekannten Bedrohung

„Leeeeee!!“ ertönte es im Helmfunk von Apollo.

„Ich habe es gesehen, Starbuck!“

Beide konnten den Einschlag des atomaren Sprengkopfes verfolgen und die verheerenden Folgen daraus.

„Einen weiteren Einschlag dieser Größe wird die Galactica zerreißen, wir müssen etwas tun!“

Die Sorge von Kara Thrace um die Galactica war in ihrer Stimme deutlich anzumerken.

„Mein Vater weiß was er tut!“

Apollo versuchte die immer sonst harte Starbuck zu beruhigen. In diesem Moment streiften 3 cylonische Jäger die Backbordseite von Apollos Viper Mk VII.

„Toaster!!!“

Apollo wendete seine Viper scharf links und nahm die Verfolgung auf. Starbuck und eine weitere Viper Mk II folgten ihm. Die 3 Raider nahmen Kurs Richtung Galactica, deren Abwehrfeuer allmählich schwächer wurde.
Ihre 3 Verfolger holten rasch auf und brachten sich in Schussposition

„Zielverteilung von links nach rechts!“ befahl Captain Adama seinen Flügelmännern.

Viel zu spät bemerkten die cylonischen Angreifer die Gefahr und so konnten Starbuck und Apollo 2 der 3 Angreifer ausschalten.

„Mist, Nr.3 konnte ausbrechen!“ meldete Lt. Minora ’Rubber’ Damori aufgeregt „ Nehme Verfolgung auf, ich kann ihn noch kriegen!!“

Die junge Pilotin scherte aus der Formation aus und nahm die Verfolgung des Raiders auf.

„Nein, bleib in der Formation!“ schrie Starbuck.

Doch Minora hörte nicht und fixierte ihr Ziel. Apollo und Starbuck versuchten ihr nachzueilen.
Während der Lieutenant ihr Ziel unter Beschuss nahm, konnten sich 2 weitere cylonische Jäger ihr nähern und versuchten sich in Schussposition zu bringen. Minora bemerkte ihre Verfolger nicht da sie zu sehr mit ihrem Ziel beschäftigt war und endlich ihren ersten Abschuss verbuchen wollte.

„Wo ist sie?“ fragte Starbuck.

Apollo und Starbuck hatten Lt. Damori aus den Augen verloren. Um sie herum kämpften weitere koloniale wie cylonische Jäger.

„Ich hab ihn!“ ertönte es im Funk „ Starbuck, ich hab meinen ers….“

Der Funk riss plötzlich ab, sie konnten nur noch tatenlos zusehen wie über ihnen die Viper von Lt. Minora sich in einen Feuerball verwandelte.

--------------------------------------------------------------------------------------------

Lieutenant Sharon Agathon
Rufname: Athena
Raptor 101
Standort: Unbekannter Sektor
Auftrag: Aufklärung und Erkundung

„Beeil dich mit den Daten!“ drängte Lt. Sharon Agathon ihren Co-Piloten.

„ Ich mach ja schon!“ fauchte Lt. Sara Caldwell zurück.

„Fertig!“

„Helo, wie sieht es bei euch aus?“

Lt. Karl ’Helo’ Agathon flog mit Höchstgeschwindigkeit zur Position von Athena’s Raptor.

„Das Tor führt in einen anderen Sektor mit weiteren Stationen, keine cylonische Aktivitäten!“

„Habe verstanden, Raptor 402.“ Sharon drehte sich um und gab Lt. Caldwell ein Zeichen.

-------------------------------------------------------------------------------------------------

Colonial One

„Colonial One, hier Raptor 101, wir haben ein weiteres Tor gefunden, welches in einen anderen Sektor führt. Keine Cylonen, wiederhole, keine Cylonen. Erwarten Anweisungen.“

Der Captain der Colonial One wendete sich erwartend zu Präsident Roslin. Sie zögerte nicht lange und nickte ihm zu.

„Raptor 101, hier Colonial One, führen sie uns zu diesem Tor. Die Flotte wird ihnen folgen.“

Die Raptor 101 und 402 nahmen Kurs zum nächsten Tor, Die zum Schutz der Flotte abgestellten Vipern nahmen ihre Positionen ein und folgten den beiden Raptor.

„Colonial One, Raptor 101 hat verstanden. Nehmen Kurs zum nächsten Tor.

----------------------------------------------------------------------------------------------

Battlestar Galactica
Standort: Unbekannter Sektor
Auftrag: Schutz der Flotte

„Das letzte Schiff hat das Tor passiert, Admiral“

Erleichtert blickten sich der XO und Admiral Adama an.

„Geben sie allen Vipern den Befehl ebenfalls durch das Tor zu fliegen und der Flotte Geleitschutz zu geben." befahl der alte Mann.

Admiral Adama ging um den Tisch direkt auf den XO zu. Colonel Tigh fragte sich was dem alten Mann nun durch den Kopf ging.

„Saul, evakuieren sie das Schiff. Nehmen sie so viele mit wie möglich und stoßen zur übrigen Flotte.“ Der XO trat erschrocken einen Schritt von Adama zurück.

„Darauf können sie lange warten, der Rest kann ja gehen, aber ich bleibe hier bei ihnen. Die Chance auf solch einen Abgang lasse ich mir von ihnen doch nicht nehmen!“

Colonel Tigh wollte sich wieder den Monitoren zuwenden als Adama ihn an beiden Armen packte.

„Saul, das ist keine Bitte, das ist ein Befehl. Die Galactica wird noch von ihren Schweißnähten zusammengehalten, ihre Zeit ist gekommen. Aber nicht die ihrer Crew. Also Colonel, nehmen sie so viele wie möglich mit und stoßen sie zur restlichen Flotte. Evakuieren sie das Schiff!! Jetzt!!“

Der XO vernahm den entschlossenen Blick des Admirals und das seine Entscheidung unumgänglich feststand. Saul nahm den Hörer und gab über dem Schiffsintercom den Befehl zur Evakuierung der Galactica.

„ Und sie wollen allen Ernstes mit dem Schiff untergehen?“ wollte der XO vom alten Mann wissen.

„Nicht ohne vorher noch mal die Sau rauslassen zu können!“

Saul und William schüttelten sich noch einmal die Hand, mit der endgültigen Gewissheit dass es das letzte Mal war.
Teile der Crew verließen die Brücke, während der Rest an ihren Stationen verharrte.

„Sie haben meinen Befehl gehört?“

„Ja, Sir.“ erwiderte Lt. Gaeta.

Adama schaute in die Gesichter der übrigen Crewmitglieder und nickte ihnen zu.

„Steuern sie das Schiff in das Asteroidenfeld und feuern sie mit allem was noch zu Verfügung steht. Ich gehe jede Wette ein dass sie sich diese Gelegenheit sicherlich nicht entgehen lassen wollen. Aber so einfach werden wir es ihnen nicht machen!“

Der Admiral ging an die Station von Dee und nahm ihr die Kopfhörer runter.

„Dee, ich möchte dass sie ebenfalls gehen. Passen sie auf Apollo und Starbuck auf.“

Ohne die Möglichkeit etwas sagen zu können packte William Adama Lt. Dualla an ihrem Arm und zerrte sie hervor.
Anastasia versuchte erst gar nicht sich der letzten Anordnung des alten Mannes zu widersetzen und ging Richtung Hangar um noch einen Platz in einer der startenden Schiffe zu erlangen.

--------------------------------------------------------------------------------------------------

Commander Lee Adama
Rufname: Apollo
Viper 2502
Standort: Unbekannter Sektor
Auftrag: Schutz der Flotte

Apollo und der Rest der Viperstaffeln führten den Befehl aus und zogen sich Richtung Tor zurück. Starbuck bemerkte das die Galactica ihren Kurs änderte und in Richtung eines Asteroidenfeldes flog. Die restlichen cylonischen Jäger, wie das Basisschiff, konzentrierten sich allein auf die Galactica und ließen die Viper und zivilen Schiffe ziehen.
Lee Adama wendete seinen Blick ebenfalls zur Galactica.

„ Was tut er da?“

Apollo versuchte Kontakt zur Galactica aufzunehmen, doch diese bleiben unbeantwortet.

„Da !“

Starbuck sah Schiffe, welche sich fluchtartig von der Galactica entfernten und zu den zurückziehenden Viperstaffeln bewegten. Starbuck nahm sich eine Handvoll Flügelmänner und flog den fliehenden Schiffen entgegen um ihnen Geleitschutz geben zu können.
Nach und nach flogen die Schiffe der Galactica durch das Tor. Obwohl Lee und Kara sich Sorgen um Admiral Adama machten, befolgten beide dessen Befehl widerwillig. Beide wussten genau was der Admiral vorhatte.

-------------------------------------------------------------------------------------------------------

Battlestar Galactica
Standort: Unbekannter Sektor
Auftrag: Schutz der Flotte

Das Abwehrfeuer des Kampfsterns wurde immer schwächer als sie in das Asteroidenfeld eindrangen. Lt. Gaeta bemerkte dass das DRADIS immer mehr Schwierigkeiten hatte die cylonischen Jäger und das Basisschiff erfasst zu halten. Irgendetwas in den Asteroiden schien das Radar der Galactica zu stören. Adama ging davon aus dass auch die Cylonen dieselben Probleme hatten und setzte nun alles auf eine Karte. Er befahl eine Rakete mit einem atomaren Sprengkopf fertig zu machen und sobald das DRADIS das Basisschiff wieder erfasst hatte die Rakete abzufeuern.
Es verging nur ein kurzer Augenblick als Lt. Gaeta die Erfassung des Basisschiffes bestätigte.

„Feuer!!“ befahl Admiral Adama als im selben Augenblick Felix Gaeta erneut einen Atomwaffenalarm meldete.

„Auf Einschlag vorbereiten!“ befahl Adama.




Kapitel I

Begegnung


Jahr 779
Argonischer Träger Hephaistos
Standort: Dannas Chance
Auftrag: Patroullie in Argonischen Sektoren

Schummriges Licht durchfloß die Offizierskabine von Captain Thomas J. Hunter, Rufname ’Cobra’. Unter der Bettdecke war immer wieder ein Kichern und Lachen zu vernehmen – von zwei Personen.
Eine Hand streckte unter der Decke hervor und griff nach einer Flasche Wasser. Thomas klappte die Decke herunter und blickte glücklich in das Gesicht seiner Partnerin während er sie in seinen Armen hielt.
Sie nahm einen kräftigen Schluck aus der Wasserflasche, stellte sie beiseite und blickte ihn ebenfalls glücklich und verliebt an.

„Chief, was meinst du was passieren wird wenn man dem CAG stecken würde das du es mit einem seiner Piloten treibst?“

T.J. lehnte sich ein Stück zurück und überlegte kurz. Er wendete sich seiner Geliebten mit einem Lächeln wieder zu

„ Ich sehe da wirklich keine Probleme. Solange wir uns unauffällig verhalten. Und wenn da schon jemand etwas stecken will, fällt mir auch ein wem und wie…“

T.J. ging ganz nah an seine Geliebte heran und flüsterte ihr etwas ins Ohr.
In ihrem Gesichtsausdruck konnte man erkennen was man ihr zuflüsterte und stieß den Captain ein Stück von sich. Mit einem neckischen Lächeln bekam er ihre Antwort.

„ Also, hör mal! Denke das es doch ausreichen sollte wenn wir uns 4-mal pro Wozura hier treffen, alter Lüstling!“

Noch bevor der Captain die Möglichkeit einer Antwort darauf bekam, ertönte das Intercom.

"CAG auf die Brücke, wiederhole, CAG auf die Brücke.“

Schweren Herzens stieg T.J. aus dem Bett und zog sich seine Uniform über.
Seine Partnerin tat dies ebenfalls. Sie verabschiedeten sich mit einem leidenschaftlichen Kuss.
Nachdem T.J. die Lage vor seiner Kabine gecheckt hatte, gingen beide nun getrennte Wege.

---------------------------------------------------------------------------------------------------------

Commander Simona Tairol studierte die Lagekarte auf dem Bildschirm der Navigation als der CAG die Brücke betrat.

„Commander, Captain Hunter, melde mich wie befohlen.“

Cmdr. Tairol forderte ihren CAG auf ihr zum Gefechtstand zu folgen. Dort angekommen, lud der Taktikoffizier die taktische Karte mit der aktuellen Lage auf den großen Bildschirm.
Auf dem Schirm waren nun der Träger Hephaistos, ihre beiden Begleitzerstörer Mythos und Chronos sowie die verschiedenen Stationen und Schiffe zu sehen. Der Computer spuckte nach einer kleinen Weile eine Bedrohungsanalyse und taktische Hilfestellungen aus. Der Commander lenkte die Aufmerksamkeit auf die Piraten.

„Wissen sie was mir irgendwie Kopfzerbrechen bereitet, Captain?“

T.J. schaute den Commander kurz an und wusste nicht genau was er darauf antworten sollte. Nicht weil er keine Antwort darauf wusste, sondern weil er mehr als eine parat hatte und sich nicht entscheiden konnte welche er nehmen sollte. Er blickte noch mal kurz auf den Monitor mit der taktischen Lagekarte.

„Sir, ich dachte dies sei ein Sektor, welcher von Piraten dominiert wird. Aber wo sind die Piraten?“

Der CAG wusste nicht genau ob es genau das ist was sie gemeint hatte, aber nach seinem gedanklichen Ausschlussverfahren war dies das offensichtlichste.
Was aber bei Cmdr. Tairol nicht viel zu bedeuten hatte, da sie oft Dinge sah/bemerkte welche nicht gleich offensichtlich waren. Aufgrund dieser Fähigkeit, plus ihrem taktischen Geschick und Führungsqualitäten, war sie nicht umsonst jüngste Skipper eines argonischen Trägers.
Tairol holte Funkprotokolle der letzen Mazuras hervor, die argonische Spionagedrohnen aufgefangen hatten. In den Protokollen verwies sie auf die markierten Textstellen.

„Normalerweise, wenn wir durch „ihre“ Sektoren flogen, war es üblich dumme Sprüche über Funk zu erhalten, gelegentliche Angriffe auf unsere Kampfschiffe – wenn die sich Mut angesoffen haben – oder auf unsere Transporter. Doch irgendjemand scheint unsere Trunkenbolde verscheucht zu haben.“

Captain Hunter unterbrach das Studium der Protokolle als er das Wort „irgendjemand“ vernahm.

„Wie meinen sie das – irgendjemand?“

Cmdr. Tairol ließ eine Sektorenkarte laden und deutete auf die Sektoren rund um den Xenon Sektor 101.

„Dannas Chance, Nopileos Memorial, Hatikvahs Glaube, Aladnas Hügel. Alle diese Sektoren werden von Tazura zu Tazura immer unbewohnter. Das Flottenkommando möchte das wir auf unserem Weg nach Akeelas Leuchtfeuer, diese Sektoren etwas genauer ansehen. Sie wollen eine Einschätzung vor Ort haben ob eine Bedrohung für uns besteht oder jemand für uns einfach nur einen Gefallen erwiesen hat. Grund der Annahme für eine etwaige Bedrohung ist das Abwandern der Siedler aus Aladnas Hügel. Die leeren Piratensektoren hängen definitiv damit zusammen. Laut den Protokollen des argonischen Geheimdienstes haben Schiffe der Piraten Notrufe empfangen, welche sie selbstverständlich nachgingen. Wie die Teladi waren sie nach Profit aus.“

Während der Ausführungen des Commanders blickte T.J. erneut in die Aufzeichnungen.
Er bemerkte dass die Notrufe stets aus Nopileos Memorial kamen, von einem Schiff mit angeblichem Triebwerksschaden. Danach hörte man nie wieder etwas von diesen Schiffen – weder dem Notrufsendenden noch den Piraten.
Der Commander ließ sich eine weitere Karte auf den Bildschirm laden, worauf sie ihrem CAG seine Aufträge zeigte.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

„Hey Miracle, in 5 Mizuras im Besprechungsraum.“ Mechanikerin 2.Class Ailan Zerpos schubste ihre Freundin an, die gerade die Systeme ihrer Nova durchging. Etwas erschrocken blickte sie auf.

„Was?“

„Hera, wo hast du bloß wieder einmal deine Gedanken? Der CAG sucht mal wieder seine Piloten zusammen, ihr habt in 5 Mizuras Einsatzbesprechung. Wir spielen nun Postbote für die entschwundenen Piloten.“

Lt. Hera ’Miracle’ Agathon legte ihr PDA zur Seite und stieg aus dem Cockpit.

„Und, wo warst du jetzt mit deinen Gedanken?“ wollte Ailan immer noch hartnäckig wissen.

Ein kleines Lächeln ging dem Lieutenant über die Lippen und machte sich auf dem Weg zum Besprechungsraum.

„Wusste ich es doch!“ sagte sich Ailan und begann die Nova für den kommenden Einsatz fertig zu machen.

---------------------------------------------------------------------------------------------------------

Die Einsatzbesprechung war im vollen Gange. Der CAG teilte seinen Piloten den aktuellen Stand der Dinge in Kurzform mit und erteilte den Staffeln Bravo bis Foxtrott die Befehle.

„Ich fasse noch einmal zusammen, für die Leute die eben aufgewacht sind, sie klären in ihren zugeteilten Sektoren auf und melden alles was ihnen verdächtig vorkommt. Insbesondere auf eingehende Notrufe von Schiffen die Triebwerkschaden melden.“

„Was ist mit Piraten?“ kam aus den Reihen der Piloten.

„Um Piraten müssen sie sich keine Sorgen machen, wenn hier noch welche wären, wären sie die ersten die es erfahren würden. Sollten sie dennoch in Schwierigkeiten geraten, melden sie diesen und unsere Großkampfschiffe sind in wenigen Sezuras zu ihrer Unterstützung vor Ort.“

Captain Hunter schalteten den Bildschirm aus und blickte noch einmal in die Reihen seiner Piloten.

„Wenn keine Fragen ihrerseits bestehen – Gute Jagd!“

-------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Captain Thomas J. Hunter
Rufname: Cobra
Nova CAG ( Alpha 01 )
Standort: Nopileos Memorial
Auftrag: Aufklärung – Aufspüren des unbekannten Schiffes


Langsam durchpflügten die argonischen Jäger den Sektor, knapp 1 Stazura war vergangen.

„Alpha 01, Bravo 3 – wie lange sollen wir hier noch jeden einzelnen Raumpartikel nach mysteriösen Schiffen umdrehen?“

„Solange bis mir ne andere Schweinerei einfällt!“ antwortete der CAG prompt auf diese Anfrage.

„CAG, mir kommt da eine Idee wie man die Suche beschleunigen könnte.“

Trotz der Gewissheit dass ein dummer Spruch folgte, ging T.J. auf diese Anspielung ein.

„Da bin ich aber gespannt, Bravo 6. Raus damit, wie können wir schneller in das geheizte Hangardeck der Hephaistos zurück?“

„Na ja Sir, befehlen sie einfach Bravo 3 seine Hose zu öffnen – gehe jede Wette ein das sie dort etwas mysteriöses finden werden, was auch sicherlich Notrufe sendet!“

Die Bravo Staffel erreichte die nächste Wendemarke als ein dummer Spruch dem nächsten folgte.

„Das sagt ja genau die Richtige, Riva. Wir können uns ja gerne nachher unter der Dusche unterhalten. Dir muss es nur mal wieder richtig…“

Der CAG befahl sofort Funkstille als die Staffel folgenden Funkspruch aufschnappte:
„Koor….5…Xen…..ek….01….Brauc…lfe…..Tri…wer…...gefa llen….“

----------------------------------------------------------------------------------------------------

Argonischer Träger Hephaistos
Standort: Dannas Chance
Auftrag: Aufklärung

Als die Meldung der Bravo Staffel in der Kommandozentrale der Hephaistos einging, beorderte Commander Tairol die restlichen Staffeln zurück. Kurz darauf folgte der Befehl in den Sektor Nopileos Memorial zu springen. Der argonische Träger und seine Begleitzerstörer luden ihre Sprungtriebwerke und sprangen.

-------------------------------------------------------------------------------------------------------

Captain Thomas J. Hunter
Rufname: Cobra
Nova CAG ( Alpha 01 )
Standort: Nopileos Memorial
Auftrag: Aufklärung – Aufspüren des unbekannten Schiffes


Wenige Mizuras, nachdem Captain Hunter den Funkspruch absetzte, tauchte auch schon der kleine argonische Trägerverband im Sektor Nopileos Memorial auf.
Der CAG bekam den Befehl in den Xenon Sektor 101 vorzustoßen. Dazu wurden die Staffeln Alpha, Charlie und Delta zur Unterstützung gestartet.

"Wenn man sich nicht allzu lange im Xenon Sektor aufhielt, bestünde eine kleine Wahrscheinlichkeit in einem Stück diesen Sektor wieder verlassen zu können!" nach dem Gedankengang des Captain's.

----------------------------------------------------------------------------------------------------------

Argonischer Träger Hephaistos
Standort: Nopileos Memorial
Auftrag: Aufklärung


Die argonischen Jäger durchflogen das Tor zum Xenon Sektor 101.
Nach wenigen Mizuras kehrten einige Jäger zurück. Commander Tairol befürchtete schon das schlimmste.

„Hephaistos, hier Alpha 01, melde keine Xenon oder Schiff in Not angetroffen. Der komplette Sektor ist leer.“

Tairol traute ihren Ohren nicht.

"Nach Piraten Sektoren, nun auch leere Xenon Sektoren?"

„Was geht da vor sich?“ fragte sich Simona Tairol.

Sie setzte einen Funkspruch an ihre beiden Zerstörer und dem Flottenkommando ab, als wieder dieser Notruf empfangen wurde.
Nach kurzem Überdenken entschied sich der Commander diesem Notruf nachzugehen.
Sie meldete ihre Entscheidung dem Flottenkommando, gab ihre Position durch und anschließend den Befehl in den Sektor vorzustoßen.
Sämtliche Schiffe wurden in höchste Alarmbereitschaft versetzt.
Kurz bevor der Verband das Tor erreichte, meldete sich der Fernmeldeoffizier.

„Sir, wir empfangen wieder den Notruf.“

Tairol winkte ab.

„Lieutenant, erzählen sie mir was neues, weshalb fliegen wir wohl dorthin.“

Lieutenant Paris sprang auf und winkte den Commander zu seinem Bildschirm.

„Sir, sie verstehen nicht, der Funkspruch kommt nun aus diesem Sektor.“

Aufgeregt deutete der Fernmeldeoffizier auf seinen Bildschirm. Laut Positionsangabe sendete das Unbekannte Schiff direkt hinter dem Verband.

„Sir, unbekannte Schiffe – direkt hinter uns!“ meldete der Taktikoffizier

„Sofort wenden, klar zum Gefecht!“ befahl Tairol.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------

Captain Thomas J. Hunter
Rufname: Cobra
Nova CAG ( Alpha 01 )
Standort: Nopileos Memorial
Auftrag: Aufklärung – Aufspüren des unbekannten Schiffes

Hunter sah auf seinem Radar 2 unbekannte Objekte, welche hinter dem Verband aus dem Nichts auftauchten. Weitere Jägerstaffeln starteten von der Hephaistos, ihre Begleitzerstörer nahmen Verteidigungspositionen ein.
Die restlichen Staffeln kamen aus dem Xenon Sektor wieder zurück.

„Ok, so wie es scheint sind wir in einen Hinterhalt geraten. Alpha und Bravo führen Angriffsmanöver Bravo2 durch, Charlie und Delta Verteidigungsmanöver Charlie1. Haltet nach weiteren unbekannten Schiffe Ausschau und meldet diese sofort.“

Als Cobra seine Triebwerke auf volle Leistung bringen wollte, erfasste sein Radar in der Nähe des Asteroidenfeldes weitere unbekannte Signale. Um zu vermeiden dass der Verband von den Flanken überrascht wurde, entschloß er sich mit der Alpha Staffel den unbekannten Aggressor abzufangen.
Auf dem Weg zum Asteroidenfeld bemerkte er das sich sein Radar mit mehreren roten Symbolen füllte. Der Computer ordnete die unbekannten Schiffe als eindeutig feindlich ein.

„Alpha 1 bis 4 Blau, 5 bis 8 Rot. Blau folgt mir, Rot bricht nach rechts weg und fängt die unbekannten Schiffe Richtung Hephaistos ab. LOS!!“

Die Alpha Staffel teilte sich auf. Der CAG hatte auf seinem Radar weitere unbekannte Schiffe im Asteroidenfeld erfasst.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------

Argonischer Träger Hephaistos
Standort: Nopileos Memorial
Auftrag: Abfangen der Bedrohung


Commander Tairol gab letzte taktische Befehle an ihren Verband um eine Verteidigung zu organisieren. Sie schaute auf ihre taktische Karte, diese zeigte nur kleinere Objekte an.

„Wo Jäger sind, kann der Träger nicht weit sein.“ meinte sie zu ihrem XO.

Kurz bevor ihre Jagdstaffeln in Feuerreichweite waren, bemerkte Tairol das die unbekannten Schiffe stoppten. Einen Augenblick später meldete ihr XO einen kompletten Systemausfall, mit dem Ausfall waren ebenso die Schilde weggefallen.
Durch die Scheiben der Brücke konnte sie beobachten wie ihre Verteidigungsstaffeln regungslos gegen die Bordwände der Großkampfschiffe stießen.

„Sir, da!!“

Aufgeregt deutete der Taktikoffizier auf das riesige Schiff das vor ihnen auftauchte.

„Bei allem was uns heilig ist!“ stieß Tairol entsetzt aus.

Kurz darauf erhellten nur noch helle Feuerbälle den Raum, die Hephaistos, Mythos und die Chronos, sowie ihre Staffeln waren in Sezuras vernichtet worden.

---------------------------------------------------------------------------------------------------------

Viper047
17-01-2008, 04:30 PM
Captain Thomas J. Hunter
Rufname: Cobra
Nova CAG ( Alpha 01 )
Standort: Nopileos Memorial
Auftrag: Verteidigung der Flotte

Cobra hatte 4 feindliche Jäger vor sich, sie steuerten immer weiter in den Raum und Asteroidenfeld hinein.
Er hatte Schwierigkeiten ihnen durch das Gestein zu folgen. Kurz darauf trennten sich die vier unbekannten Jäger in unterschiedlichen Richtungen.

„Miracle, du folgst mir, Myra und Devlin nehmt euch die nach links ausgebrochenen Jäger vor. Seit vorsichtig!“

Nach einer kurzen Weile entdeckten Cobra und Miracle einen der unbekannten Jäger. T.J. wies seinem Flügelmann an ihm Deckung zu geben. Kurz darauf kamen beide in Feuerreichweite. Seine Alpha-Energieplasmawerfer schossen sich auf das Ziel ein. Der unbekannte Jäger versuchte immer wieder Haken zu schlagen um seine Verfolger zu entkommen. Doch diese reagierten als eingespieltes Team auf seine Abschüttelungsversuche. Wieder hatte der CAG den Jäger in idealer Schussposition als dieser sich unerwarteter Weise umdrehte. Unbeeindruckt von diesem Manöver betätigte er den Abzug, als gleichzeitig seine Schiffsinstrumente verrückt spielten. Kurz bevor diese ganz versagten konnte er den Jäger vernichten.
Blut strömte auf die Cockpitscheibe von Alpha 01.

„Cobra, hier Miracle, meine Systeme spielen vollkommen verrückt. Waffensysteme ausgefallen, Triebwerke runter auf 75%, Heckschilde komplett ausgefallen…“

T.J. hörte seinen Flügelmann, aber er hatte selbst Probleme sein Schiff unter Kontrolle zu halten als das Radar 3 feindliche Jäger erfasste.

„Baby, hör zu. Mein Schiff arbeitet insgesamt auf halber Kraft. Funktioniert dein Sprungtriebwerk?“

Hera checkte hastig ihre Systeme durch, der Sprungantrieb war in Ordnung und hatte genug Energiezellen für einen Sprung.

„Ja, Sprungantrieb in Ordnung, warum ?“

T.J. atmete einen Augenblick durch, während Warnmeldungen immer häufiger auftraten.
Es war nur eine Frage der Zeit bis das Schiff einen kompletten Systemausfall erleidete.

„Schatz, wenn ich es dir sage brichst du links weg, lädst deinen Sprungantrieb und verschwindest. Ich ziehe die Aufmerksamkeit auf mich und hoffe alle 3 von dir weglocken zu können. Du kannst nichts mehr ausrichten….“

Hera wollte ihren Ohren nicht trauen. Unter gar keinen Umständen wollte sie ihn alleine lassen.

„Nein, ich werde dich nicht zurücklassen, wir schaffen das! Hörst du, wir schaffen das gemeinsam!“

„Wir sind nicht bei Wünsch dir was, Lieutenant – das ist ein Befehl. Beweg deinen verdammten Hintern hier raus…...Jetzt!!“

Widerwillig drehte Hera links ab und verschwand durch die Asteroiden, T.J. drehte nach rechts ab und führte die Verfolger tiefer in das Asteroidenfeld hinein.

Hera lud ihren Sprungantrieb, sie schaffte es unerkannt aus dem Asteroidenfeld zu entkommen. Auf ihrem Radar waren nur rote Objekte zu erkennen, kein einziges Schiff ihres Verbandes wurde angezeigt.

„Chief, ich liebe dich!“

Sie gab Notkoordinaten in den Schiffscomputer ein und sprang kurz darauf aus dem System.

„Ich weiß.“ erwiderte Cobra und konzentrierte sich nun auf seine Verfolger.

Das Asteroidenfeld wurde immer dichter und dadurch schwieriger das Schiff sicher dadurch zusteuern. Aber sein Gedanke war, wenn es für ihn schon schwieriger wurde, dann für seine Verfolger erst recht.
Die Nova wurde immer langsamer, er war nun in Feuereichweite seiner Verfolger,
Bläuliche Projektile zischten an ihm vorbei. Der Schweiß fing unter dem Helm nur noch an zu laufen als eine Raketenwarnung aufleuchtete.

„Auch das noch!“ stieß er in den Helm und weichte instinktiv scharf links aus.

Bei diesem Manöver streifte er nur knapp an einen Felsbrocken vorbei. Die Rakete schlug in den Asteroiden ein, die Wucht der Explosion trennte Gesteinsgeschosse heraus welche einen der Angreifer trafen und vernichtete.
Die Erleichterung war nicht gerade sehr groß, da sich immer noch zwei hinter ihm befanden.
Der Computer meldete dass das Triebwerk bei aktueller Leistung in 5 Mizuras komplett ausfallen würde.

„Das war’s wohl!“ dachte sich der CAG und schloss nun endgültig mit seinem Leben ab.

Er hoffte nur noch das Hera den rettenden Sprung geschafft hatte.
Die Jäger kamen immer näher, ihre Geschosse durchdrangen die restlichen Schilde und streiften die Hülle seines Jägers.
Gerade als er einen weiteren Haken schlagen wollte meldete sein Radar zwei weitere unbekannte Kontakte.

„Hätte mich auch gewundert, wenn schon Mist, dann mit Schwung!!“

Die beiden neuen unbekannten Objekte hielten direkt auf ihn zu. Er blickte zur Front seiner Scheibe und konnte sehen wie zwei Schiffe durch das Asteroidenfeld stießen und das Feuer eröffneten. T.J. schloss seine Augen und wartete auf die Einschläge, wartete darauf dass alles nun ein jähes Ende haben würde, sein letzter Gedanke widmete er seiner Geliebten als Explosionen ihn aufschreckten.
Hinter ihm verschwanden beide Verfolger vom Radar. Hunter blickte nach links und rechts, er sah dass sich beide Schiffe an seine Flanken aufschlossen.
Der rechte Jäger setzte sich vor sein Schiff und begann mit den Flügeln zu wackeln.
T.J. verstand diese Nachricht und folgte den beiden Jägern.
Der Schiffscomputer warnte seinen Piloten vor einem kurz bevorstehenden Systemausfall.
Irgendetwas machte den Systemen zu schaffen seit er das unbekannte Schiff abschoss.
Die Leistung der Triebwerke nahm bedrohlich ab, und zu allem Übel wurde beim letzten Angriff wahrscheinlich der Sauerstofftank des Schiffes getroffen. T.J. schaltete auf Notversorgung seines Anzuges um, als das Radar wieder ein unbekanntes Schiff meldete.
Diesmal war es etwas Größeres. Hunter blickte hinaus und bemerkte das seine beiden Begleiter verschwunden waren.
Er wendete sein Schiff Richtung Kontakt, er wollte es nun genauer betrachten.
Ein wenig kam die Hoffnung in ihm auf das diesmal der Kontakt freundlich gesinnt war und ihm helfen würden.
T.J. überflog einen Asteroiden als vor ihm ein Schiff auftauchte.

„Na, dann wollen wir mal.“ dachte er sich.

Captain Hunter versuchte das unbekannte Schiff über Funk zu erreichen, aber seine Versuche blieben erfolglos.
Er entschloss sich näher an das Schiff zu gehen, er hoffte irgendwo eine Kennung oder einen Namen entdecken zu können.
Hunter näherte sich der Backbordseite und konnte nach einer Weile einen Namen erkennen:

GALACTICA

Viper047
17-01-2008, 04:32 PM
Kapitel II



Schatten der Vergangenheit




Argonisches SAR Schiff Demeter
Standort: Aladnas Hügel
Auftrag: Bergung eines Notrufsendenden Raumjäger

Angestrengt saß Bergungsspezialist Timothy Helden vor dem Bildschirm und versuchte exakt die Koordinaten des Schiffes zu bestimmen. Zu diesem Zeitpunkt betrat Captain Umar Foras, ein großer bärtiger Mann, breite Schultern, Arme wie 2 argonische Titan und mit der Stimme eines Boronen im Stimmbruch. Wenn man diesen Mann sah, schreckte man alleine durch seine imposante körperliche Erscheinung zusammen. Dieser Schrecken wurde jedoch wieder relativiert wenn er den Mund aufmachte.
Für seine Crew war die nahezu sopranartige Stimme ihres Chefs Alltag, aber für Fremde stets ein willkommener Anlass für Späße.
Timothy hingegen war ein kleiner, schmächtiger Mann – aber mit der Stimme eines 44 Jazura alten Kettenrauchers.

„Und Tim, wie sieht’s aus?“ wollte Umar als erstes wissen.

Timothy zeigte ihm auf den Bildschirm wonach er den Absender des Norufsignals vermutete.

„Ich vermute dass er im Asteroidenfeld bei der Projektilkanonenschmiede ist, um es ganz genau sagen zu können müsste das Signal beständiger sein. Schätze mal das die Notsysteme was abbekommen haben. Aber dann würde ich mal behaupten dass wir vom restlichen Jäger nichts mehr finden. Selbst wenn er mit voller Wucht in einen Asteroiden rasen würde, die Blackbox bliebe in einem Stück und würde kontinuierlich ein Signal schicken.

Umar klopfte seinem Spezialisten auf die Schulter.

„Gib Darlene die Koordinaten und wir suchen weiter, bis wir etwas finden was deine Theorie stützt. Oder hoffentlich widerlegt.“

Umar verließ wieder die Brücke. Helden lehnte sich in seinen Sessel zurück und blies sich in die Backen.
Auf dem Navigationsbildschirm von Pilotin Darlene “Fox“ Armand erschienen die nächsten Suchkoordinaten und sie wechselte daraufhin den Kurs.

„Was meinst du?“ kam als Frage vom Pilotensitz.

„Ob in einem Stück oder als Puzzle?“ ging als Gegenfrage von Timothy zurück

Timothy blickte in Richtung Pilotensitz und sah das Darlene zwei Finger hochhielt. Daraufhin zückte er ein kleines schwarzes Buch und einen Stift aus der Brusttasche seiner Uniform.

„Du willst also Zwanzig, am Stück oder Puzzle?“ möchte er von Darlene wissen.

Armand überlegte kurz und ballte die Faust.
In der Dienstzeit der Crew des SAR Schiffes Demeter wurde es Brauch bei jeder Bergung zu wetten. Die Crew wettete nicht um sich am Schicksal der Piloten zu bereichern, sondern die Hoffnung für sich selbst, den Piloten und das Schiff heil vorzufinden, zu steigern oder für die Gewissheit das jede Hilfe zu spät kam. Für Außenstehende war dieser Brauch der Mannschaft etwas eigenartig, doch für sie machte es den Job einfacher.
Die geballte Faust bedeutete in diesem Fall das man das Schiff und den Piloten heil vorfand, wenn der Zeigefinger nach oben zeigte ging man davon aus das der Pilot tot war. Die offene Hand spiegelte die schlimmste aller Befürchtungen wieder, nämlich gar nichts zu finden.
Je nachdem kam das Geld in einen Topf und nach einer gewissen Zeit entschied die Crew was man damit machte.
Helden notierte sich den Einsatz von Darlene als der Computer eine Zielerfassung meldete.

„Darlene, verlangsame die Fahrt. Richte die Scheinwerfer auf die Backbordseite wenn wir am Asteroiden vorbei sind.“

Armand verlangsamte die Geschwindigkeit der Demeter. Sie startete eine Kameradrohne zur Backbordseite des Schiffes und schaltete die Scheinwerfer ein.
Als die Demeter den Asteroiden passierte, erschien im Lichtkegel des Suchscheinwerfers eine Argon Nova. Darlene stoppte die Fahrt und wies die Kameradrohne an zum Cockpit des Jägers zu fliegen.
Timothy ruft über den Bordfunk seinen Captain auf die Brücke. Foras betrat die Brücke und sein Bergungsspezialist meldete den Fund. Beide schauten auf den Monitor auf die Bilder die die Drohne sendete. Als das Bild des Cockpits auf dem Monitor zu sehen war, sah man einen regungslosen Körper darin. Timothy schloss die Augen und schlug sich die Hände vor sein Gesicht. Als Umar die Drohne wieder zurückholen lassen wollte registrierte Timothy Bewegung in der Nova. Eine Hand fasste an die Cockpitscheibe.
Der Crew fiel ein Stein vom Herzen und rief den Piloten über Funk an. Die Mannschaft der Demeter unternahm die eingespielten Handgriffe um den Piloten so schnell wie möglich aus dem Schiff holen zu können.

-------------------------------------------------------------------------------------

Captain Thomas J. Hunter
Rufname: Cobra
Nova CAG ( Alpha 01 )
Standort: Nopileos Memorial
Auftrag: keinen

Die Warnmeldungen des Schiffscomputer waren nun kontinuierlich, verschiedene Systeme waren ausgefallen, und weitere folgten in kurzen Abständen. Captain Hunter bewegte seine Maschine an der Backbordseite der Galactica entlang. Er versuchte durch einen langsamen Flug wenigstens die Triebwerke bis zum bitteren Ende am Laufen halten zu können.
Als die Nova am Antrieb der Galactica entlang flog meldete sich das Funksystem mit einer eingehenden Übertragung.

„Unbekanntes Schiff, hier Anflugkontrolle Galactica – kommen.“

Thomas konnte vor Erleichterung durch das Cockpitdach springen als er die männliche Stimme vernahm. Nachdem bei seinem Anrufen niemand reagierte, schien sich auf dem Schiff nun doch jemand erbarmt zu haben.

„Galactica Anflugkontrolle, hier Argon Nova Alpha 01, sie können sich gar nicht vorstellen wie froh…“

Captain Hunter konnte nicht einmal ausreden als auf seinem Display Anflugkoordinaten erschienen und er darauf hingewiesen wurde den Anweisungen des Landeoffiziers zu folgen.
Thomas bestätigte den erhalt der Koordinaten und den Hinweis das dieses Schiff kein automatisches Landesystem verfügte. Er brachte seine Nova in Position und begann den Landeanflug zur Backbord-Landebucht. Diese Rettung kam für ihn genau im richtigen Augenblick, denn er hätte nicht mehr abschätzen können wann auch das letzte System den Geist aufgab.

-------------------------------------------------------------------------------------


Argonisches SAR Schiff Demeter
Standort: Aladnas Hügel
Auftrag: Bergung des argonischen Jägers
Rettung des Piloten


Die Crew der Demeter konnte den Piloten der Nova auf die Krankenstation transportieren.
Captain Foras und sein Schiffsarzt, Doc Alexander Palmer, kümmerten sich sofort um diesen.
Der Doc holte aus einer Schublade einen PDA hervor. Mit diesem konnte er mit Hilfe eines Erkennungschips, welcher am Kragenspiegel des Piloten befestig war, die Identität und Zugehörigkeit festellen. Ein Sanitäter nahm ihm den Helm ab während der Doc den Erkennungschip entnahm.

„Lieutenant Hera Agathon, Aufklärungsgeschwader 234, Hephaistos.“

Der Sanitäter klappte einen medicischen Scanner um die Liege, während Doc Palmer nach äußerlichen Verletzungen suchte.
Urma wartete vor der Krankenstation als Doc Palmer herauskam.

„Und Doc?“

Palmer lächelte und meldete seinem Captain die freudige Nachricht.

„ Ihr fehlt soweit nichts, etwas benommen – mehr aber auch nicht. Der Scanner zeigte keine inneren Verletzungen, äußerlich fehlt ihr auch nichts. Ich habe ihr etwas zur Beruhigung gegeben.“

Foras öffnete ein wenig die Tür zur Krankenstation und sah nach seinem Gast.
Der Lieutenant zog sich seine Fliegekombi über und setzte sich anschließend wieder auf die Liege.

„Danke, um den Rest kümmere ich mich.“ Palmer nickte und ging Richtung Aufenthaltsraum.

Hera bemerkte wie ein bulliger Typ die Krankenstation betrat, sich einen Stuhl schnappte und sich zu ihr setzte.

„Wie fühlen sie sich?“ erkundigte sie Foras beim Lieutenant.

Hera musste sich ein wenig das Lachen verkneifen. Solch ein Bulle von Mann mit der Stimme einer Sopranistin ?

Captain Foras räusperte sich.

„Ähem, ja…mir geht es soweit gut, danke.“ Hera atmete kurz durch.

„Das Flottenkommando hat ein paar Fragen, wie sich vorstellen können, Lieutenant. In Nopileos Memorial hatten andere Bergungsschiffe weniger Glück wie wir. Ihr Trägerverband wurde komplett vernichtet. Was ist passiert seit dem letzten Funkspruch ihres Commanders?“

Obwohl sich Miracle den Ernst der Lage bewusst war, hatte sie dennoch Schwierigkeiten sich das Lachen zu verkneifen und war den Tränen sichtlich nahe.
Hera Agathon berichtete dem Captain des Bergungsschiffes an was sie sich erinnerte.
Umar zeichnete das Gespräch auf, er markierte sich besonders die Stellen wo Lt. Agathon über die unbekannten Jäger berichtete. Hera wies ihn darauf hin das sich noch ein argonisches Schiff im Asteroidenfeld im Sektor Nopileos Memorial befände. Sie berichtete dass sie und der CAG der Hephaistos sich trennten und er drei der unbekannten Jäger weiter in das Asteroidenfeld führte. Dabei konnte sie entkommen.
Cpt. Foras sagte ihr es dem Kommando und den Bergungsschiffen zu melden, aber ihr kein Versprechen zu geben den CAG lebendig vorzufinden.

-------------------------------------------------------------------------------------


Captain Thomas J. Hunter
Rufname: Cobra
Standort: Battlestar Galactica
Nopileos Memorial



Die Hebebühne führte das Schiff von Cpt. Hunter in den Hangar des Kampfsterns.
Thomas erwartete Personal vorzufinden, doch weit und breit war niemand zu sehen.
Die Bühne stoppte, T.J. öffnete das Cockpit seiner Nova. Unter seinem Sitz holte er einen Notfallbehälter hervor, öffnete ihn und entnahm ein Atmosphärenmessgerät, sowie Waffe samt Ersatzmagazine, daraus.
Er entfernte die Kappe an der Spitze des Fieberthermometerähnlichen Messgerätes und hielt die Messspitze in die Luft.
Währendessen schaute er auf das Display seines Schiffcomputers. Dieser war mittlerweile schwarz, auch die anderen Systeme an Bord zeigten nichts mehr an – kompletter Systemausfall.
Das Messgerät piepste. Thomas holte es wieder runter und schaute sich die Zusammensetzung der Luft an. Es zeigte einen Wert im grünen Bereich an und eine ungefährliche Zusammensetzung. T.J. ging das Risiko ein und vertraute dem Gerät. Er holte noch einmal tief Luft und setzte den Helm ab.
Der Captain atmete wieder aus und schnaufte wieder ganz normal. Als er die Gurte seines Sitzes löste fiel ihm der Riss am rechten Ärmel des Anzuges auf. Er öffnete den Klettverschluss des linken Ärmels um den Sauerstoff zu überprüfen. Die Nadel war mittlerweile im roten Bereich.

„Der Tag wird von Mizura zu Mizura besser.“ dachte sich T.J und stieg aus dem Cockpit.

Er schaute sich um und beschloss sich umzusehen. Denn irgendwo musste schließlich jemand sein.


-------------------------------------------------------------------------------------

Flottenkommando
Standort: Argon Prime

Admiral Carla Bahon betrat das Kommandozentrum des argonischen Flottenkommandos.
Wenn man nicht wüsste wen man vor sich hatte, konnte man der Annahme verfallen das diese zierliche Person, schlank, 1,60m groß, eher Kindergärtnerin, Bibliothekarin, Lehrerin war – aber nicht das sie seit knapp 1 Mazura das oberste Amt der argonischen Flotte innehatte.
Sie diente sich als Freiwillige ganz nach oben, schloss, seit sie die Zulassung als Offizieranwärterin erhielt, jeglichen Lehrgang mit überragenden Leistungen ab.
An der Offiziersschule fiel sie insbesondere durch ihr taktisches Geschick, Auffassungsvermögen, Befehlssicherheit und das Denken um die Ecke auf.
Natürlich war ihr Können als Pilotin ebenso herausragend.
Sie durchlief fast jede Verwendung die man in der Flottenkarriere durchlaufen konnte.
Bevor sie zum Admiral befördert und das Oberkommando der Flotte übertragen bekam, leitete sie selbst die Offiziersschule.
Ihr Weg führte sie in das Fernmeldezentrum der Zentrale. Vorn dort bekam sie eine Nachricht dass im Sektor Aladnas Hügel eine Überlebende Pilotin vom zerstörten Träger Hephaistos gefunden wurde. Der Fernmeldeoffizier übergab ihr das Fernmeldeprotokoll des SAR Schiffes Demeter, verfasst von Captain Foras.
Der Fernmeldeoffizier wartete geduldig ob der Admiral eine Antwort senden möchte.
Doch Admiral Bahon faltete die Nachricht und ging ohne irgendein Wort zu sagen.


-------------------------------------------------------------------------------------

Captain Thomas J. Hunter
Rufname: Cobra
Standort: Battlestar Galactica
Nopileos Memorial




Thomas irrte auf dem Schiff ohne eine Seele getroffen zu haben. Mannschaftsräume, Aufenthaltsräume, Brick, Waschräume – niemand anzutreffen.
Seit einer Weile kontrollierte er immer öfter die Atmosphäre im Schiff. Mittlerweile hatte er Vermutungen dass es entweder ein Hinterhalt ist oder sein Geisteszustand sogar einen ’Systemausfall’ erleidete.
Hunter ging einen weiteren Gang entlang als er an einem offenen Quartier stehen blieb.
Auf der Tür stand die Aufschrift ’Commanding Officer’. Nach allem Anschein hatte er das Quartier des Commanders des Schiffes gefunden.
Hunter trat ein. Das Quartier war geräumig, ein Regal mit Büchern, Ledersessel, massiver Holztisch, eine kleine Sitzecke mit Couch und Sessel. T.J. war sichtlich beeindruckt.
Er ging weiter herum und fand eine kleine Kochgelegenheit wie eine Waschgelegenheit. Jetzt noch eine Dusche und er würde sofort einziehen. Hunter ging auf den Tisch zu und nahm auf dem Ledersessel platz.

„Nicht schlecht – lässt sich aushalten“ dachte er sich.

Er überflog kurz den Schreibtisch und fand ein Buch was sein Interesse weckte.
Er hatte das Logbuch des Schiffes gefunden.

„Battlestar Galactica, BSG 75“ las er laut vor.

Er schlug es auf und suchtw die letzten Einträge um eventuell herausfinden zu können ob irgendetwas auf dem Schiff passiert war. Leider kam er mit dem Datum nicht zurecht und konnte daher nicht einordnen ob dieses Logbuch aktuell war.
Thomas schlug die letzte beschrieben Seite auf als er eine Stimme vernahm.

„Haben sie gefunden wonach sie gesucht haben?“ fragte ihn eine tiefe Stimme.

T.J. blickte auf und rieb sich hastig die Augen. Langsam zweifelte er immer mehr an seinem Verstand. Gerade eben hat er doch noch jemanden gehört. Er war sich sicher die Gegenwart einer Person vernommen zu haben.
Er schlug das Buch zu, klemmte es sich unter den Arm und verließ wieder das Quartier. Auf dem Gang schaute er instinktiv nach links und nach rechts. Als er nach rechts sah, sah er einen menschlichen Schatten, der eben um die Ecke in den nächsten Gang verschwand.

„Na warte Freundchen, das Spielchen kann man auch zu zweit spielen.“

Cpt. Hunter zog seine Waffe und ging dem Schatten nach.


-------------------------------------------------------------------------------------


Flottenkommando
Standort: Argon Prime

Major Julian Garner, persönlicher Adjutant von Admiral Bahon, hatte den ganzen Mittag damit verbracht sämtliche Berichte vom Zwischenfall in Nopileos Memorial zusammenzutragen. Es war auch klar dass die Presse nicht lange brauchte um davon etwas aufzuschnappen.
Er betrat den Fahrstuhl und fuhr in die oberste Etage des Hauptquartiers.
Während der Fahrt überprüfte er noch mal die Berichte nach dem zeitlichen Eingang und überflog noch einmal das Statement für die Presse, die am Abend für eine Erklärung seitens Flottenkommandos geladen wurden. Oben angekommen stellte er sich kurz vor den Spiegel neben der Eingangstür des Vorzimmers zum Büro von Admiral Bahon. Der etwas pummelige Mitvierzieger richtete seine Uniform und fuhr sich mit seiner linken Hand übers kurze Haar.
Trotz seiner Erscheinung sollte man Major Garner auf gar keinen Fall unterschätzen. Als ehemaliger Marine wußte er wie man kämpfte und Marines buchstäblich durch die Hölle und wieder hinaus führte.
Nachdem der Major sein äußerliches Erscheinungsbild in Ordnung brachte, betrat er das Vorzimmer. Dort saß Maria, eine schon in die Jahre gekommene zivile Sekretärin. Maria Hitori ’überlebte’ schon mehr als 11 Flottenkommadeure und wußte über jeden etwas zu erzählen. Wenn man etwas wissen wollte, war man bei ihr genau an der richtigen Stelle. Maria war so was wie ein menschliches Datenablagesystem. Aber auch für alltägliche Dinge war sie wie eine Mutter für alles.

„Guten Tag, Maria. Der Admiral hat mich zu ihr befohlen.“

Maria stand auf und ging kurz in das Büro des Admirals. Anschließend winkte sie den Major herein.

„Julian, beim nächsten Mal sollten sie sich ihre Krawatte etwas genauer betrachten. Der Fleck darauf ist nicht zu übersehen.“ steckte Maria dem Major freundlich als er das Büro betrat.

Admiral Bahon war gerade am tippen als der Major das Zimmer betrat. Sie hörte abrupt auf und schwenkte den Bildschirm weiter weg aus dem Sichtbereich des Majors.
Für ihn sah Admiral Bahon etwas angespannt aus. Er legt den Stapel an Akten auf den Tisch.

„Das ist erst einmal alles was wir in Erfahrung bringen konnten, Sir. Die Untersuchungen vor Ort laufen weiter. Bis jetzt wurde 1 Pilot geborgen, ein weiterer wird momentan vermisst. Laut Aussage von….“

Admiral Bahon hob die Hand und unterbrach ihren Adjutanten.

„Diese Fakten sind mir schon bekannt, Major! Zeigen sie mir lieber die Erklärung für die Aasgeier von der Presse.“

Die Stimme des Admirals klang gereizt, aber bei einem Vorfall diesen Ausmaßes war es auch verständlich. Major Garner holte aus dem Stapel die Presseerklärung hervor und reichte ihn Bahon, Sie ging zu einem Tisch auf der anderen Seite des Raumes und machte sich einen Kaffee. Auf dem Rückweg zu ihrem Schreibtisch warf sie das Papier in den Schredder. Major Garner schaute verdutzt und konnte sich augenblicklich keinen Reim darauf machen.
Der Admiral öffnete eine Schublade, holte eine Akte hervor und reichte sie ihrem Adjutanten.
Garner schlug die Akte auf und las eine vom Admiral verfasste Presseerklärung.
Der Major schaute Admiral Bahon fragend an, da der Inhalt nicht die Berichte widerspiegelte.

„Major, der Vorfall ist tragisch wie auch traurig für die Angehörigen. Aber so spielt eben ab und zu das Leben. Wenn man die Öffentlichkeit noch verrückt machen würde dass dieser Vorfall in der der Nähe eines Xenonsektors passiert ist, machen die Presse und die Öffentlichkeit ihren eigenen Reim daraus. Und sie wissen genauso wie ich wohin das führen würde.“

Bahon reichte Garner eine weitere Akte mit fertigen Untersuchungsberichten.

„Machen sie der Presse diese Fakten schmackhaft. Das werden sie doch wohl hinbekommen? Oder sehen sie darin ein Problem, Major?“

Garner schloss die Akte und verneinte ihre Frage.

„Wegtreten, Major!“

Garner drehte sich um und verließ das Büro des Admirals.

„Ist was mit ihnen Julian?“ erkundigte sich Maria als Garner mit einem leeren Blick das Büro verließ.

Er schaute sie nur kurz an, blickte kurz auf die Akten in seiner linken Hand und verließ das Vorzimmer ohne ein Wort.



-------------------------------------------------------------------------------------


Captain Thomas J. Hunter
Rufname: Cobra
Standort: Battlestar Galactica
Nopileos Memorial


Hunter folgte dem Schatten bis er schließlich auf der Brücke des Kampfsterns ankam.
Er ging herum und schaute sich die verschiedenen Stationen an.

„Sie haben mir meine Frage nicht beantwortet? Haben sie gefunden wonach sie gesucht haben?“

Erschrocken drehte sich Thomas in die Richtung woher er die Stimme vernahm. Dieselbe tiefe Stimme die er auch im Quartier des Commanders vernommen hatte.
In der Mitte des Raumes stand ein älterer Herr am Lagetisch, graue Haare, Brille. Er trug eine dunkle Uniform, welche Thomas unbekannt war. Er schaute T.J. direkt an.
Thomas legte das Logbuch auf eine Konsole und rieb sich erneut hastig die Augen. Aber der alte Mann war anschließend immer noch da.

„Kann es sein das sie mit mir die ganze Zeit das Katz und Maus Spiel veranstaltet haben. Recht komische Art jemanden zu begrüßen. Vor allem, leben sie hier alleine auf dem Kahn hier? Mir ist aufgefallen das alles recht leer ist, oder versteckt sich der Rest irgendwo?
Oder sind sie ein Stimmentalent und waren es vorhin selbst die Anflugkontrolle?
Und die beiden Asteroidenjockeys, waren bestimmt auch sie – mal 2!!“

Der alte Mann nahm seine Brille ab, holte ein Tuch aus seiner Hosentasche und säuberte unbeeindruckt seine Brille.

„ Junger Mann, wenn ich falsch liegen sollte können sie mich nötigenfalls korrigieren. Aber sie sind auf meinem Schiff und müssten daher meine Fragen beantworten bevor ich es für nötig erachte ihre zu beantworten. Und zu aller erst klären wir dass sie auf keinem x-beliebigen Kahn sind. Das ist ein Kampfstern, ein Schiff mit Kampferfahrung, Tradition und einer Geschichte, und vor allem hat dieses Schiff einen Namen. Und diesen konnten sie schon von der Frontseite des Logbuches entnehmen.

T.J. bemerkte das dieser Mann sich absolut unbeeindruckt und sehr ruhig verhielt. Seine Stimme wurde nicht laut und er bewahrte konsequent Disziplin.
Er ging zum alten Mann an den Tisch zur Mitte der Brücke, stellte sich gegenüber und wollte es nun anders versuchen um dennoch seine Fragen beantwortet zu bekommen.

„Ok, dann eben anders. Ich denke wenn diese Unterhaltung fruchten sollte, möchte ich erst gerne einmal wissen mit wem ich es überhaupt zu tun habe bevor wir unser Gespräch vertiefen. Meine Name ist Captain Hunter, Offizier der argonischen Flotte.“

Der alte Mann stecke sich das Tuch zurück in die Hosentasche, zog seine Brille wieder auf und zeigte so was wie ein Lächeln.

„Der erste vernünftige Satz seitdem sie mein Schiff betreten haben, Captain.
Ich bin Admiral Adama, kommandierender Offizier der Battlestar Galactica, koloniale Flotte.“

T.J. verzog das Gesicht. Von einer kolonialen Flotte hatte zuvor nie etwas gehört. Auch solch ein Schiff, wie die Galactica, kam ihm vorher nie unter.

„Nein, tut mir leid, ’Admiral’? Nie davon etwas gehört!“

Die Antwort des Captain hatte einen gewissen Unterton den Adama gar nicht gut hieß. Sein Gesichtsausdruck wurde daraufhin auch ernster.
Admiral Adama ging um den Tisch und stellte sich zum Captain. T.J. war diese Nähe nicht ganz geheuer. Adama schaute auf die Waffe, die Hunter immer noch in der Hand hielt.
Thomas steckte sie darauhin in das Beinholster.

„Sie haben also nicht gefunden wonach sie gesucht haben?“ setzte Adama das Gespräch fort.

Thomas wusste nicht was er darauf antworten sollte. Er wusste von sich auch nicht dass er etwas Konkretes auf dem Schiff gesucht hatte.

„Tut mir leid, ich weiß nicht auf was sie hinauswollen, Admiral. Bis auf sie ist hier alles tote Hose!“

Thomas fiel auf das der Admiral ihn von Kopf bis Fuß musterte. Sein Kopf wusste nun gar nicht mehr was er denken sollte.

„Also, Admiral, werde ich noch mehr ihrer Crew antreffen? Ne Erklärung bekommen warum ich noch nie etwas von einer kolonialen Flotte gehört habe. Wenn ich mich so umschaue, ihre Flotte scheint nicht die modernste zu sein. Und, auch wenn das egoistisch klingen mag, lassen sie ihre Gäste auch wieder gehen oder wollten sich mich soeben anstellen?“

Adama überkam ein kleines Lächeln.

„So wie es scheint haben die Götter meine Gebete erhört!“ antwortete ihm Adama.

Thomas war ganz durcheinander. Der rote Faden war ganz weg und wusste überhaupt nicht wie diese Gespräch verlief.

„Es wird ein wenig von beidem sein. Ich werde sie gehen lassen, das steht außer Frage, und werde sie anstellen. Sie werden das beenden was einst begonnen wurde. Die Flotte sicher zur Erde bringen.“

T.J. ging vor Schreck erst einmal ein paar Schritte von Admiral Adama zurück. Langsam wurde es dem Captain ein wenig zuviel.

„Wow, ein wenig langsam mit den jungen Pferden. Dachte schon jemanden das Licht ausknipsen oder ihnen den Videorekorder einstellen. Seit einigen Jazuras gibt es ein Sprungtor zur Erde, falls ihnen das entgangen sein sollte in ihrer einsamen fliegenden Hütte. Da fliegen neuerdings täglich Schiffe hindurch. Da der Standort kein Geheimnis ist, geben sie mir ne Sektorkarte und ich male ihnen sogar ein X darauf. Aber sollten sie etwas Dummes in ihrem Oberstübchen vorhaben, die Jungs der terranischen Flotte sind nicht so lustige Gesellen wie ich. Und wo ist ihre Flotte, wenn man neugierig sein darf?“

Adama schlug mit der Faust auf den Rand des Lagetisches.

„Ich glaub sie verstehen nicht, Captain! Sie haben noch nie etwas von der kolonialen Flotte gehört da diese nicht hierher gehört. Und die Angelegenheit mit der Erde ist nicht so einfach wie sie es sich vorstellen vermögen.
Mein Sohn, sie sind nicht ohne Grund hier. Es ist das wonach sie gesucht haben. Aber das Schiff hat sie zuerst gefunden, Captain.“

Der Gesichtsausdruck des Captain’s sprach Bände. Admiral Adama nahm das Logbuch und drückte es Thomas in die Hand. Dieser wich wieder ein Stück zurück.

„Wann haben sie das letzte Mal sich richtig ausgesprochen? Ich kenne da einen wirklich guten Schiffsarzt? Wie kommen sie überhaupt auf die Annahme dass ich ihr Mann wäre? Erzählen das jedem der sich auf ihr Schiff verirrt?“

Der Ausdruck im Gesicht des Admirals war sehr ernst. Thomas Hand bewegte sich behutsam in Richtung seiner Waffe, da ihm die Situation und die Mann sehr suspekt vorkamen.

„Ich weiß es, und das muss ihnen als Antwort vorerst genügen, Captain.“

Thomas schritt weiter zurück als er im Hintergrund Stimmen vernahm. Immer wieder hörte er wie jemand Captain ruft. Thomas drehte sich um, konnte aber niemanden sehen.
Als er sich wieder umdrehte ist Admiral Adama verschwunden und die Brücke hatte sich ebenfalls verändert. Als er diese betrat war sie intakt. Nun lagen überall Trümmerteile herum.
Die Stimmen wurden immer lauter. Vor seinen Augen erschien ein Hellstrahlendes Licht.
Das Bild vor seinen Augen verschwamm allmählich und Thomas sackte zusammen.

Als er wieder zu sich kam, konnte er mindestens 2 Leute vor sich erkennen die über ihm knien und eine Taschenlampe ins Gesicht hielten.

„Captain, können sie mich verstehen?“ fragte der Fremde immer wieder.

Thomas schlug die Taschenlampe zur Seite, nahm die Atemmaske zur Seite und bat den Fremden ihn nicht mehr ins Gesicht zu schlagen.

„Sie hatten verdammtes Glück, Sir! Wäre dieses Wrack nicht aus dem Asteroidenfeld und auf unserem Bildschirm aufgetaucht, würden sie hier für immer versauern.
Und wie kamen sie auf die schwachsinnige Idee bei dieser Umgebung den Helm abzusetzen, haben sie nicht auf ihr Messgerät gesehen? Mehr als Rot konnte es nicht werden, Sir!“

Der Sanitäter der Bergungscrew setzte dem Captain die Atemmaske wieder auf und ließ ihn umgehend zur weiteren Beobachtung auf das Bergungsschiff bringen.

„Hey Carl, was ist mit diesem Buch? Hat unter dem Piloten gelegen.“

Einer der Mannschaftsmitglieder hielt ein Buch in die Luft, der Captain des Bergungsschiffes wies ihn an es mitzunehmen. Er sollte es zu den Sachen des Piloten legen.

Viper047
17-01-2008, 04:33 PM
Kaptitel III



Familiengeheimnisse





Jahr 780
Argonia City
Argon Prime

Die Sonne ging über der Hauptstadt von Argon Prime unter.
Seit dem Zwischenfall in Nopileos Memorial war gut ein Jazura vergangen.
Major Julian Garner verlautbarte auf der Pressekonferenz das es auf einem argonischen Träger zu einem unglücklichen Unfall kam, der Ursache für diese Tragödie war.
Reaktorunfall – so wurde es der Presse präsentiert. Unzuverlässige Mechaniker, keine vorschriftsmäßigen Abstand zwischen den Großkampschiffen. Für die Öffentlichkeit war es damit abgehakt. Das Flottenkommando versprach Besserung, nahm Anteil an der Trauer der Angehörigen und nach 2 Mazuras redete niemand mehr darüber.
Thomas lag in der Badewanne, starrte durch das Dachfenster. Er konnte den Park im Stadtzentrum überblicken, beobachtete wie Schiffe an und abflogen.
Hera und er hatten sich diese Wohnung vor gut einem halben Jazura gekauft und lebten seitdem fest zusammen. Ihre Wohnung war in einem vornehmeren Viertel gelegen. Hera hatte sich sofort in diese Wohnung verliebt. Die Zimmer waren alle hell und strahlten eine Wärme aus in der man sich geborgen fühlte. Jeder hatte ein Arbeits- und Rückzugszimmer für sich, das Wohn- und Schlafzimmer hatte einen eigenen Balkon. Die Küche bot mehr als reichlich Platz und das Esszimmer schloß direkt daran an. Auch für Besucher war genug Platz vorhanden mit einem Gästeschlafzimmer mit eigenem Bad.
Die Eltern von Thomas, Eigner der Hunter Arms Corp. schenkten den Beiden diese Wohnung zu einem besonderen Anlass. Bei der Besichtigung machte T.J. seiner Freundin einen Verlobungsantrag, welchen sie natürlich annahm.
Im nächsten Jazura sollten schließlich die Trauringe getauscht werden, Kinder waren auch schon im Gespräch. Um ihre Tauglichkeit als Erzieher zu testen hatten die Eltern von Hera den Beiden einen Hund geschenkt. Einen Schäferhund namens Ty.
Wasserdampf stieg aus der Wanne empor und beschlug allmählich die Fensterscheibe. Draußen zogen langsam Wolken auf – es sah nach Regen aus.
Obwohl es schon 1 Jazura her war, konnte T.J. Nopileos Memorial nicht vergessen. Er schweifte immer mehr ab in Erinnerungen. Vor seinen Augen wiederholten sich Szenen aus dem Asteroidenfeld. Er saß wieder im Cockpit seiner Nova, versuchte die Angreifer abzuschütteln.
Er schlug Haken, zog enge Kurven durch das Gestein im All. Sein Herz schlug immer schneller. Auf seinem Display wurde ihm angezeigt das seine Systeme vor einem Kollaps standen. Immer wieder zischten die bläulichen Projektile an ihm vorbei. Dann tauchten wieder die anderen unbekannten Jäger auf und er schloß die Augen – Explosionen folgten.
Nachdem er seine Augen wieder öffnete stand er auf der Brücke der Galactica. Er schaute sich um, rief ständig „Hallo“. Niemand meldete sich, bis er eine Hand auf der linken Schulter spürte und eine Stimme fragte

„Haben sie gefunden wonach sie gesucht haben?“

T.J. schreckte auf, das Badewasser spritze aus der Wanne heraus. Er sah auf seine linke Schulter und folgte der Hand über den Arm hinauf zum Gesicht der Person.
Hera kniete neben der Wanne und lächelte ihren Verlobten freundlich an.

„Hast du gefunden wonach du gesucht hast?“ fragt sie ihn.

Verdutzt schaute er seine zukünftige Frau an.

„Was sagtest du?“ fragte er verwirrt.

Hera gab ihm einen Kuss auf die Wange und stand wieder auf. Sie ging an den Spiegel gegenüber der Wanne und begann sich ein wenig zu schminken.

„Na, deine Ruhe und Entspannung, bevor unsere Eltern heute Abend zum Essen kommen.
Die solltest du mittlerweile gefunden haben mein Freund, schau mal auf die Uhr! Du meinst doch wohl nicht ernsthaft das ich alles alleine mache?“

Sie trug sich dezent etwas Lippenstift auf und beobachtete im Spiegel die Reaktion ihres Verlobten. Hera stellte den Stift wieder zurück, drehte sich zu ihm – während sie sich drehte nahm sie heimlich das Stück Seife vom Waschbecken – und forderte ihren Freund auf endlich aus der Wanne zu steigen.

„Ne, hab keine Lust. Hol mich doch raus!“ forderte T.J. sie auf.

Er streckte einen Arm zu ihr aus. Hera ging heran und wollte ihn aus der Wanne ziehen, da in weniger als 1 Stazura ihre Eltern auftauchten und ihr Göttergatte nicht einmal etwas zum Anziehen herausgeholt hatte. Obwohl Hera schon in Abendkleidung war, hielt es Thomas nicht davon ab seine Freundin ins Badewasser ziehen zu wollen.
Hera begann nach Hilfe zu rufen bis Ty das Badezimmer betrat. Sofort ging der Schäferhund dazwischen, sprang zu T.J. in die Wanne und leckte ihn von oben bis unten ab.
Lachend verzog sich Hera aus dem Bad. Hechelnd saß der Hund gemeinsam mit Hunter in der Wanne.

„Übrigens, wenn du schon dabei bist, Ty hätte es auch mal wieder dringend nötig!“

Der Hund und Thomas schreckten kurz auf als etwas ins Wasser geflogen kam. Thomas entdeckte das Wurfobjekt sofort und konnte es als das Stück Seife vom Waschbecken identifizieren.
Mit unschuldiger Miene schaute Ty sein Herrchen an.

„Böser Hund, brauchst gar nicht so unschuldig zu tun!“ entgegnete ihm Thomas.

Daraufhin der begann der 3 Mazura alte Ty seinen Besitzer auf Hundeart zu waschen.



---------------------------------------------------------------------------------------------------------------


Die schwarze, gepanzerte Limousine fuhr am Stadtpark entlang, Richtung Wohnung von Thomas und Hera. Es war eine Limousine der Hunter Arms Corp.
Michael und Carol Ann Hunter verbanden diese Fahrt mit geschäftlichen Angelegenheiten.
Das Ehepaar lernte sich während der Militärdienstzeit kennen, beide dienten eine zeitlang auf demselben Schiff. Doch über diese Zeit redeten beide nicht häufig.
Die Hunters kamen auf Argon Prime als Thomas 1 Jazura alt war. Thomas Vater war anschließend eine Weile arbeitslos bis er, mit einem Kredit der Argonia National Bank, eine kleine Firma für Schiffspanzerungen kaufte. Sie hatte damals nur fünf Angestellte.
Mit einem neuen Konzept und Ideen schaffte er es im argonischen Zentrum zum führenden Ausstatter für Schiffe zu werden. Neben tausenden neuer Mitarbeiter, 112 Fabriken und Docks auf und um Argon Prime kamen weitere Angebote hinzu, wie Bewaffnung von Klein und Großschiffen oder Schiffssysteme.
Carol Ann unterstützte ihn in allen Lagen des Geschäftslebens und versuchte soviel Arbeit wie möglich abzunehmen.

„Unglaublich wie die Zeit vergangen ist, oder Schatz?“ fragte Carol ihren Mann.

Sie holte aus ihrer Handtasche ein Bild hervor, worauf Thomas gerade eingeschult wurde.

Michael Hunter laß in einem Finanzbericht die letzten Zeilen fertig bevor er die Akte schloß und wegpackte. Er nahm die Hand seiner Frau und Beide betrachteten gemeinsam das Foto. Sie griff noch einmal in ihre Handtasche und holte diesmal ein Foto worauf ihr Sohn mit der zukünftigen Schwiegertochter abgebildet war. Sie sahen wie glücklich die Beiden waren.

„Süß, die Beiden. Ich freu mich schon auf das nächste Jazura wenn sie kirchlich getraut werden. Ich kenne einen guten Schneider für den Anzug. Da können wir auch mal einen für dich machen lassen.“

Michael nahm seine Frau in den Arm.

„Tu mir bitte einen Gefallen, liebste Ehegattin – gewöhne dir diesen Jazura, Tazura Quatsch bitte wieder ab. Mir gefällt irgendwie wenn wir sagen würden unsere Kinder heiraten nächstes Jahr!“

Die Limousine hielt an, der Fahrer gab dem Ehepaar bescheid das sie das Ziel erreicht hatten.
Er stieg aus, ging an die linke Hintertür und öffnete diese damit seine Arbeitgeber aussteigen konnten.

„Schatz, wenn du mich nicht hättest würdest du jeden Geschäftstermin mit den Teladi verpassen!“

Carol gab ihrem Ehegatten einen Kuss auf den Mund und stieg aus dem Wagen.




-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------




Freie Argon Handelsstation
Standort: Argon Prime


Eine junge Frau betrat ein Café auf der Handelsstation. Man würde sie Mitte Zwanzig schätzen. 1,75cm groß, blonde Haare und Modelmaße.
Sie setzte sich an einen Tisch, etwas abgeschieden. Das Café war sehr vornehm und dementsprechend waren die Preise. Der Kellner nahm ihre Bestellung auf.
Kurze Zeit später erschien eine weitere Person, ebenfalls weiblich. Sie trug einen modernen langen Mantel, Designersonnenbrille sowie ein Kopftuch aus der letzten Herbstkollektion eines argonischen Modedesigners. Sie setzte sich zur jungen Dame.
Die junge Frau bestellte einen Kaffee für ihre Tischnachbarin. Aus einer mitgeführten Handtasche entnahm die andere Frau eine Akte und überreichte sie der jungen Frau.
Die Akte enthielt verschiedene Berichte sowie Fotos.


„Der Vorfall Nopileos Memorial ist nun endgültig vom Tisch. Auch die letzten Zweifler innerhalb der Flotte wurden besänftigt.“

Die junge Frau studierte die Akte während sie ihrer Nachbarin zuhörte.

„Und wie?“ wollte sie neugierig wissen.

Der Kellner brachte den bestellten Kaffee an den Tisch. Die Dame nahm sich etwas Zucker und verrührte diesen in ihrem spendierten Getränk.

„Lassen sie das alleine meine Sorge sein. Mich interessiert eher wie ihr Zeitplan aussieht. Ich will nicht noch mal überrascht werden. Es wäre einfacher gewesen wenn man mich vorher informiert hätte.“

Die junge Frau studierte die letzten Seiten der Akte und verneinte die Aussage ihrer Gesprächspartnerin. Man würde sie rechtzeitig informieren wenn man es für nötig erachtete.
Auf der letzten Seite angekommen stockte der blonden Frau kurzzeitig der Atem.
Etwas schien sie zu verwirren. Sie schloß die Akte, bezahlte die Bestellungen und ging ohne ein weiters Wort zu sagen.
Ihre Gesprächspartnerin blieb noch ein wenig sitzen und trank in aller Ruhe ihren Kaffee aus.



-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------


Argonia City
Argon Prime

Das Ehepaar Agathon und Hunter saßen samt ihren Kindern gemeinsam auf Wohnzimmerbalkon. Hera hatte extra eine Essecke aufgebaut. Es war mittlerweile Abend, Wetter war ideal zum Essen auf dem Balkon. Das Gesprächsthema Nummer 1 war natürlich die anstehende Hochzeit ihrer Kinder und der jeweilige „Nachwuchs“ eines Sohnes, bzw. einer Tochter.
Während der Unterhaltung bemerkte Michael dass sein Sohn nicht ganz bei der Sache zu sein schien.
Er gab ihm ein kurzes seitliches Kopfnicken und Vater samt Sohn zogen sich in das Arbeitszimmer von Thomas zurück.
Dort holte T.J. seinem Vater ein Glas und einen edlen Whisky aus seinem Schrank. T.J. selbst trank keinen Alkohol und stieß deshalb mit einem Glas Wasser mit ihm an.

„Hast du irgendetwas auf dem Herzen mein Sohn? Du scheinst mir etwas abwesend zu sein. Gibt es etwas was ich wissen sollte, hat es eventuell etwas mit Hera zu tun?“ möchte Michael von seinem Sohn wissen.

T.J. nahm einen weiteren Schluck und warf seinem Vater ein Lächeln entgegen. Beide setzten sich auf eine Couch und stießen noch mal miteinander an.

„Nein, mit mir und Hera läuft es super. Kann mich nicht beklagen. Sie ist das Beste was mir in meinem Leben passieren konnte.“

T.J.’s Vater trank aus und holte sich erneut einen Schluck des Whiskys.
Er schaute an die Pinnwand und sah die ausgeschnittenen Zeitungsartikel vom Zwischenfall in Nopileos Memorial.

„Und was ist damit?“

T.J. blickte seinen Vater und fragte was er meine. Michael zeigte auf die Zeitungsartikel auf der Pinnwand. Thomas schnaubte kurz und winkte ab.

„Du kennst doch die ganzen Reden von Verschwiegenheit, Treue, Kameradschaft. Man schöpft seine Möglichkeiten aus um den Schaden zu begrenzen.“

Michaels Sohn zeigte auf den Kragenspiegel seiner Uniform und die Ehrenurkunde an der Wand neben dem Aktenschrank.

„Major Hunter, war eine der Möglichkeiten.“

Mister Hunter nahm die Uniform in die Hand und fragte ob sein Sohn diese Entscheidung bereue. Thomas verneinte es. Schließlich hatte er jetzt einen Besserbezahlten Posten, kann mit Hera zusammen sein und für beide bestand die Möglichkeit pünktlich zur Hochzeit aus dem Militärdienst auszuscheiden. Vor allem bezahlte das argonische Militär jede Weiterbildungsmaßnahme der Beiden, wenn sie dies möchten. Michael legte die Uniform wieder zurück und setzte sich wieder zu seinem Sohn.

„Du weißt dass du jeder Zeit bei mir einsteigen kannst. Ich bräuchte jemanden mit deinen Qualitäten in den argonischen Zentralsektoren. Du brauchst nur etwas zu sagen und ihr Beide hättet sofort eine Anstellung.“

Michael legte den Arm um seinen Sohn. T.J. bedankte sich für das Angebot und versprach darüber nachzudenken. In diesem Augenblick betrat Hera das Arbeitszimmer ihres Verlobten und fragte nach wo die beiden Männer verblieben. T.J. versicherte ihr das sie wieder zur Familie stießen.
T.J. hatte nicht einmal die Türklinke in der Hand als sein Vater ihn zurückhielt.

„Deine Mutter und ich schauten uns auf der Fahrt hierher die Finanzberichte durch. Ich habe gesehen dass du von den letzten Zinsen deines Fonds einen Superfrachter finanziert hattest. Als Ladung wurde ein M1 Schiff angegeben. Ich habe ihn umleiten lassen an einer unseren kleineren Docks. Es ist recht groß wenn ich den Frachtpapieren trauen kann.“

T.J. ging wieder von der Tür weg und auf seinen Vater zu.

„Ich muss zugeben schon eine Weile darüber nachgedacht zu haben eventuell bei euch jobmäßig einzusteigen. Es ist ein altes M1, welches ich herrenlos gefunden habe. Nachdem sich in der gesetzlichen Frist gemeldet hatte, hatte ich vor kurzem Anspruch auf das Schiff erhoben. Nun möchte ich es restaurieren und aufrüsten lassen.
Es soll ein Art Projekt sein bevor ich dich um einen Job anhaue, Dad. Wenn du möchtest kannst du es dir ansehen.“

Michael verneinte dieses Angebot und ließ es ganz seinem Sohn dieses alte M1 wieder auf Vordermann zu bringen. Auf einem Zettel schrieb ihn sein Vater die Koordinaten der kleinen Schiffswerft, sowie die Anschrift eines kleinen Unternehmens auf und zeigte ihm anschließend auf einer Karte die Werft. Das Dock lag etwas abseits vom Hauptverkehrsweg der 4 Sprungtore von Argon Prime. Er sicherte seinem Sohn zu, sobald der Frachter morgen die Fracht ablieferte, dass sich das Personal primär um dieses Schiff kümmern würde. Denn T.J.’s Schiff nahm eh schon den gesamten Platz der Andockrampe ein, so dass links wie rechts kein anderes M1 bzw. M2 genügend Platz hatte.

Auf dem Balkon genossen Karl und Sharon Agathon das abendliche Wetter und den Ausblick auf die Lichter der Stadt. Im Wohnzimmer stießen Michael und Thomas zu seiner Mutter und Verlobten. Sharon umarmt ihren Mann und beobachtete zufrieden dem Geschehen im Wohnzimmer.

„Ich freu mich für die Beiden.“ flüsterte sie Karl zu.

Sharon ging um ihren Mann herum und setzte sich auf dessen Schoss.

„Meinst du wir sollten es ihm sagen?“ fragte sie ihren Mann.

Karl Agathon atmete kurz durch und nahm seine Frau enger in den Arm.

„Schau dir die Beiden doch mal an. Lassen wir ihnen ihr Glück. Hera hat einen guten Mann mit Thomas bekommen und er hat unsere wunderbare Tochter. Lassen wir sie nicht das durchmachen was wir durchmachen mussten.“

Im selben Augenblick stieß Hera zu ihren Eltern auf den Balkon und bat sie doch zum Rest hinzu zustoßen.


-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------



T.J. hatte Dienstschluss und in einem seiner Mails hatte er die Nachricht des Frachterkapitäns dass das Paket sicher an der Schiffswerft der Hunter Arms Corp abgeladen wurde.
Der Verkehr war um die Mittagszeit fürchterlich, aber Thomas war es egal. Denn seit Dienstschluss hatte er einen Urlaub von 4 Wozuras erhalten.
Er wollte die Zeit nutzen um die Galactica einen neuen Anstrich zu verpassen. Dafür fuhr er zur Adresse die ihm sein Vater gegeben hatte.



-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------


In der Werkstatt dieser kleinen Firma ging es ziemlich laut zu. Musik lief, Schweißgeräte arbeiteten auf höchstem Niveau. Zwischen den Rümpfen, Ersatzteilen und unfertigen kleineren Raumschiffe flitzten mehrere Mitarbeiter herum.
Das kleine Unternehmen gehörte einem Ehepaar. Dieses hatte sich primär auf Restaurierungen von Kleinschiffen spezialisiert und ihr Geschäft lief nicht schlecht. Ihr Mann kümmerte sich um den handwerklichen Teil während seine Frau die Verwaltung fest im Griff hatte.
Der Arbeitslärm wurde durch die Rufe der Frau nach ihrem Mann unterbrochen.

„Chief ? Wo bist du?“

Eine männliche Gestalt kam unter dem Rumpf eines alten Argon Discoverer hervor und nahm seine Schweißermaske ab.

„Was gibt es Sharon?“

Seine Frau drückte ihm einen Notizzettel in die Hand.

„Jemand hat vorhin angerufen, er ist auf dem Weg hierher. Er hat ein altes M1 erstanden und fragte an ob du es gegebenenfalls restaurieren könntest oder zumindest Teile organisieren.“

Als seine Frau wieder zurück in das Büro ging, fuhr auf dem Parkplatz seiner Firma ein Wagen vor.
Ein junger Mann betrat seine Werkstatt. Galen wies einen Mitarbeiter an weiter am Discoverer zu arbeiten während er zum Kunden ging.

„Mister Hunter, nehme ich an?“

Die Männer schüttelten sich die Hände.

„Galen Tyrol, sie haben vorhin mit meiner Frau Sharon telefoniert. Sie sagte sie hätten ein altes M1 an Land gezogen. Erzählen sie mir worum es sich dreht, was sie sich vorstellen und ich kann ihnen dann sagen ob ich es möglich machen oder nicht.“

Hunter und Tyrol unterhielten sich schon eine halbe Stazura über das anstehende Projekt.
Sharon Valerii schaute neugierig aus dem Fenster ihres Büros und hoffte dass ihr Mann das Projekt an Land ziehen würde. Denn sie wusste um wen es sich bei dem jungen Herrn Hunter handelte und hoffte so auf weitere Aufträge vom Unternehmen seines Vaters.
Sharon war die zweite Frau von Galen, nachdem seine Erste bei einem Unfall ums Leben kam.
Die Männer schienen fertig mit ihrem Gespräch zu sein. Sie konnte sehen wie die Männer sich verabschiedeten. Galen kam mit einem Lächeln auf seine Frau zu und hielt beide Daumen nach oben. Sie rannte hinaus und sprang ihrem Mann in die Arme.

„Ich fliege heute Abend noch zum Dock und schaue mir das Ungetüm an. Wenn alles glatt geht, werde ich zwar in nächster Zeit weniger in der Werkstatt sein – aber dafür verdiene ich genug um mindestens noch zwei Firmen aufmachen zu können.“

Sharon gab ihrem Mann einen dicken Kuss auf den Mund und freute sich über den Deal.
Nicht das es der Familie oder der Firma schlecht ginge, aber mit dem Geld konnte die Familie endlich ihr Haus samt Grundstück abbezahlen und hätten noch genug um in die Zukunft ihrer 3 Kinder, 2 gemeinsame und 1 aus Tyrols erster Ehe, zu finanzieren.


-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------



Michael Hunter kam aus einer Besprechung des Vorstandes und setzte sich erst einmal geschafft in seinen Sessel. Seine Sekretärin brachte einen weiteren Stapel an Akten und Papiere zum Unterzeichnen.
Alleine beim Anblick dieses Berges an Papieren möchte er einfach seine Sachen schnappen und für eine Zeit nichts mehr davon sehen.
Michael schnappte sich die erste Akte als seine Sekretärin erneut in sein Büro kam und eine weitere Akte auf den Tisch legte. Auf einem Notizzettel stand vermerkt dass es sich um das M1 Projekt seines Sohnes handelte.
Er überlegte ob er in die Akte reinschauen sollte oder nicht. Schließlich überredete er sich selbst einen Blick zu riskieren, schließlich benutzte sein Sohn seine Ressourcen.
Michael schaute sich die technischen Daten des Schiffes an. Am letzten Blatt angeheftet fand er eine Aufnahme des Schiffes.

Im Büro ihres Chefs hörte Maja, eine langjährige Sekretärin von Mr. Hunter ein lautes Geräusch, als sei etwas Großes auf den Boden gefallen. Gerade als sie nachsehen wollte ging auch schon die Tür zum Büro auf. Michael Hunter schien es eilig zu haben, so eilig das er nicht einmal das Jackett angezogen hatte. Er wies seine Sekretärin an das sofort ein Shuttle zur Schiffswert VI A fertig gemacht wurde. Um dennoch nachzusehen ob alles in Ordnung ist ging Maja in das Büro ihres Chefs und hob eine Akte auf und riskierte einen Blick hinein. Der Absender war vom Leiter der Werft, wohin Michael Hunters Shuttle hinfliegen sollte.
Sie schaute sich kurz die Aufnahmen an und legte die Akte anschließend wieder auf den Tisch zurück.


-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------


Hunter Arms Corp.
Schiffswerft VI A
Standort: Argon Prime


Thomas begutachtete die Arbeiten der Dockcrew. Innen wie außen wird an dem Schiff gearbeitet. Da momentan die Galactica das einzige Schiff war ging es sogar verhältnismäßig schnell voran.
Es ließ ihm die ganze Zeit keine Ruhe, deshalb entschied er sich das Schiff aus dem Asteroidenfeld zu bergen und hierher zu verfrachten. Bevor das Schiff hierher transportiert wurde, untersuchten Bergungscrews das Schiff und fanden unter den Trümmer noch einige Leichen.
T.J. ließ sie mit allen militärischen Ehren auf Argon Prime begraben und vorher die Erkennungsmarken einsammeln. Er wollte versuchen anhand der Marken und den Personalbücher des Schiffes die Besatzungsmitglieder zu identifizieren. Insbesondere hoffte er einen Hinweis auf einen „Admiral Adama“ und der kolonialen Flotte zu finden.
Hera war sowieso die nächste Zeit bei ihren Eltern zu Besuch und da hatte er genug Zeit für sein Vorhaben.
Thomas zog sich in das Quartier des Commanders zurück. Dort hatte schon einer der Mitarbeiter ein kleines Kästchen abgestellt deren Inhalt die gesammelten Erkennungsmarken waren.
Aus dem Regal zog er die Besatzungsübersicht der Galactica hervor. Er setzte sich in den Ledersessel, breitete auf dem Schreibtisch die Erkennungsmarken aus.
Aus dem Haufen nahm er sich eine Marke heraus, verglich die Kennziffern der Marke mit denen des Buches. So wie es schien stimmten die Zahlen und Buchstabenkombinationen überein. Er suchte nun nach der Kennziffer gezielt im Buch. Gleich die erste Marke war ein Volltreffer.

„Admiral William Adama, diente auf der Battlestar Atlantia, Battlestar Columbia. War anschließend Commander auf der Battlestar Valkyrie. Die Galactica schien seine letzte Station zu sein.“

Auf der oberen rechten Seite war ein Bild des Admirals angeheftet. Thomas schaute es sich an und musste erst einmal schlucken. Es handelte sich eindeutig um den Mann den er gesehen hatte. Aber wie konnte das sein? Er hatte sich mit diesem wunderlichen Mann noch auf der Brücke unterhalten, aber seine Überreste wurden mit den anderen vor kurzem begraben.
Bei den Bemerkungen sah Thomas dass es noch einen Adama auf dem Schiff gab. Die Neugier packte ihn noch mehr und er wollte sehen ob es sich ggf. sogar um Vater und Sohn handelte.
T.J hatte die Seite gefunden. Ein Bild fiel heraus auf seinen Schoss. Er las dort den Namen eines Lee Adama, Rufname Apollo. Thomas wollte sich das Foto betrachten als einer der Mitarbeiter an die Tür klopfte. Er meldete dass ein Galen Tyrol angekommen war und auf ihn warte. Thomas nahm das Bild und legte es wieder in das Buch zurück.

Der Dockarbeiter führte T.J. in den Backbordhangar des Schiffes. Thomas sah Tyrol mitten im Hangar stehen. Er ging zu ihm rüber um ihn in Empfang zu nehmen.

„Galen!“ rief T.J.

Doch Tyrol reagierte nicht auf den Zuruf des Majors.

T.J. ging näher an ihn heran.
Auch auf einen weiteren Zuruf reagierte Tyrol nicht. Hunter sah das Galen Tyrol wie versteinert und zittrig am ganzen Körper mitten im Hangar stand. Er ging auf ihn zu und berührte Tyrol an seiner rechten Schulter. Erschrocken dreht sich Galen um. Seine Augen waren schon rot vor lauter Tränen.

„Ist mit ihnen alles in Ordnung?“ erkundigt sich T.J.

Der Chief steht regungslos dar, er versuchte etwas zu sagen, doch mehr als ein Stottern brachte er nicht hervor.

Nach einer Weile beruhigte er sich wieder. Tyrol schaute sich noch einmal kurz um, ohne Notiz von Major Hunter zu nehmen.

„Woher haben sie dieses Schiff noch mal?“ fragte Tyrol erneut nach.

„Was tut das zur Sache, können sie nun etwas tun oder nicht?“ lenkte Thomas ab und wurde nun ungeduldig.

Tyrol schüttelte den Kopf und winkte ab.

„Tut mir leid, Thomas. Ich …..ich kann ihnen da wirklich nicht weiterhelfen. Wenn sie einen Rat haben wollen, bringen sie das Schiff dorthin wo es hin gehört!“

Thomas verstand nicht was mit Tyrol los war und war gerade im Begriff den Chief wieder zum Shuttle zu begleiten als im Hintergrund jemand laut nach Thomas rief.

Thomas und Galen blieben stehen und drehten sich zur Stimme um.


„Chief?“ kam mit einer mehr als erstaunten Stimme des Besuchers.

„Captain?“ erwiderte Tyrol.

„Ihr kennt euch?“ fragte Thomas verwundert seinen Vater.

Viper047
17-01-2008, 04:34 PM
Kapitel IV



Kopfgeld




Freie Argon Handelsstation
Standort: Zwei Welten


Sein Herz raste vor Anstrengung, seine Atmung wurde immer ungleichmäßiger. In Gedanken bereute er jemals das Rauchen angefangen zu haben. Sein Blick wechselte in periodischen Abständen zum Geschehen vor und hinter sich.
Aaron Folker, Pirat und Schmuggler aller Art, bahnte sich seinen Weg, mit der Waffe in Vorhalte, durch die Mengen der Station. Dabei nahm er keine Rücksicht auf seine Mitmenschen oder „Aliens“.
Bei jedem Blick nach hinten versuchte er seinen Verfolger auszumachen. Eine Gestalt in einem langen Kapuzenmantel dessen Gesicht er nicht sehen konnte.
Aaron näherte sich seinem Ziel – dem Abflugbereich der Station, und damit auch seiner modifizierten Falke.
Sein Schiff war in erreichbarer Nähe als ein Aufschrei seine Aufmerksamkeit packte.
Der Pirat drehte sich um und sah wie sich sein Verfolger durch die Besuchermasse arbeitete.
Schweiß lief ihm von der Stirn, die Angst stand ihm förmlich in den Augen. Aaron blickte nach oben und erblickte seine vermeintliche Rettung.
Sein Verfolger konnte sich indessen zu ihm vorarbeiten und sie standen sich wenige Schritte voneinander entfernt.
Der angstvolle Blick des Piraten wandelte sich in einen siegessicheren.

„Bei mir musst du dich für dein Geld schon ein wenig mehr anstrengen, Kopfgeldjäger!“

Folker richtete seine Waffe über den Kopf des Kopfgeldjägers, wo eine Leuchtreklame hing.
Er gab mehrere Schüsse ab. Die Halterung der Reklame wurde zerstört und fiel über dem Kopfgeldjäger in sich zusammen.
Als die schwere Konstruktion auf seinen Verfolger niederging, stieg Aaron mit einem Siegerlächeln in das Cockpit seiner Maschine und verließ die Station.

Folker war auf dem zum Weg zum Tor in den Sektor Ödland als sich über Funk eine weibliche Stimme meldete.

„Wenn man schon versucht jemanden auf die andere Seite des Daseins zu verfrachten, sollte man sich stets versichern ob der derjenige auch dort angekommen ist!“

Folker war sichtlich verunsichert. Er blickte nach rechts und links, konnte aber niemanden ausmachen. Auf seinem Radar wurde ein Verfolger angezeigt. Er war in Feuerreichweite seines Heckgeschützes. Der Pirat nahm seinen Verfolger in das Visier, mit der Gewissheit ihn diesmal endgültig los zu sein. Doch als er den Abzug betätigte passierte nichts.

„Ohh, kein Bumbum!“ Ein heimisches Lachen ertönte über den Funk.

Obwohl es für einen Piraten unüblich war, war Aaron den Tränen nahe.

„Nein, das Riesenbaby wird doch wohl keinen Heulkrampf bekommen? Schau doch einfach mal zu deiner Linken und Mama zeigt dir warum der kleine Pirat kein Feuerwerk machen kann!“

Aaron Folker blickte nach links. Zu seiner Seite schloss eine Argon Buster auf. Der Kopfgeldjäger hielt etwas hoch. Aaron brauchte nicht lange um zu wissen worum es sich dabei handelte – die Sicherungen der Waffenkonsole.
Aufgeben wollte er dennoch nicht, er griff sich die Steuerung seines Schiffes um so schnell wie möglich seinen Gegner abschütteln zu können.

„Ah…ah…ah!“ ertönte erneut, gefolgt von einem kräftigen Lachen.

Die Steuerung des Falken reagierte nicht auf die Eingabe seines Piloten.

„Klein Aaron hat doch nicht vor seiner Mama wegzulaufen. Schau doch mal auf deine Konsole und mach Winke winke!“

Folker überblickte seine Steuerkonsole und seine Augen blieben bei einem kleinen schwarzen Anbauteil stehen. Bei näherem Betrachten stellte er fest dass er es nicht wieder erkannte und schaute es sich näher an.
Aarons Gesicht wurde schmerzverzerrt. Inmitten des unbekannten Teiles entdeckte er eine kleine Linse.

„Wie hast du es geschafft mein System zu knacken und mit einer Overridesoftware zu überspielen?“ wollte er von seinem Verfolger wissen.

Die erste Reaktion des Kopfgeldjägers war wieder einmal ein spöttisches Lachen. Dieses wurde stetig lauter und Aaron Schmach der Niederlage dadurch größer.

„Also, bitte! Ne Firewall dafür gibt es an jeder Apotheke. Nein, ich dachte mir eure neuste Errungenschaft an dir auszutesten – Overridesoftware zum einnehmen. Bei Gelegenheit müsstest du mir erzählen wer auf die glorreiche Idee kam den Sender so klein zu machen.
Vielleicht bis du etwas gesprächiger als deine Kumpel!“

Der Schreck saß tief im Piraten. Er konnte nur stotternd nach dem Wie fragen.
Sein Verfolger gab ihm die Antwort, die Aaron überhaupt nicht gefiel.

„Schatz, du hättest dir Soße zu deinem Steak bestellen sollen. Hat dir deine Mami nie erzählt Essen und Bier nicht hinunterzuschlingen!“

In den Augen konnte man Aaron ansehen wo er die neuste „gestohlene“ Erfindung verabreicht bekam. Er erinnerte sich daran kurz nach der Ankunft an der Handelsstation, bevor er sich mit einem „Klienten“ treffen wollte, erst seinen Magen mit einem deftigen Argnusteak und Bier besänftigen. Er ordnete die Stimme der Bedienung zu, die ihm noch einen guten Appetit wünschte.
Die „Minisender“ hat er einem anderen Piraten abgejagt, nachdem in den Sektoren immer mehr Schiffe mit einer effektiven Firewall gegen die Piratensoftware ausgestattet wurden.
Die neuste Errungenschaft der Piraten ermöglicht es den Piraten via Übertragung durch den Minisender im Körper des Opfers Zugriff auf die Kontrollsysteme seines Schiffes zu erlangen. Ein neuer Markt hatte sich aufgetan, da unter den Piraten sich die Nachricht der neuesten Möglichkeit schnell verbreitete und Aaron als alleiniger Vertreiber Preise nach seinen Vorstellungen bestimmen konnte. Die Piraten kauften trotzdem.

Aaron hatte sich sichtlich dem Kopfgeldjäger ergeben und erkundigte sich nach seinem weiteren Schicksal.

„Wir suchen uns ein lauschiges Plätzchen, wo wir es uns ein wenig bequem machen werden. Anschließend wirst du meine Neugier befriedigen. Und wenn du ganz artig bist, wird es auch schnell gehen. Und je nachdem wie du dich benimmst überlege ich mir derweil wem ich dich übergebe. Ich kenne da jemanden der das 6 – fache des Kopfgeldes der argonischen Strafbehörden auf deinen Kopf ausgesetzt hat, vorzugsweise lebend. Er würde sich so sehr freuen dich wieder zu sehen!“


Der Kopfgeldjäger programmierte den Falken des Piraten und drehte anschließend zu einem seiner sicheren Plätze ab.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------


Xenon J
Standort : Unbekannter Sektor
Auftrag: unbekannt


In der Kommandoeinheit des Schiffes standen mehrere Personen beisammen. Sie schienen über etwas zu diskutieren.
Eine Frau betrat die Kommandoeinheit, es wurde plötzlich still. Sie versammelten sich um einen Lagetisch. Die Frau bediente eine Konsole, über dem Tisch wurde eine holographische Sektorenkarte geladen.
Sie verteilte Kopien an die anwesenden Personen. Alle begannen darauf diese studieren.

„Wie sicher ist diese Information?“ fragte einer der Anwesenden.

Er holte eine Fotokopie hervor und zeigte sie der Frau.

„Es ist vor Ort bestätigt. Es ist kein Geist. Sie ist es.“ bekam er unverzüglich die Antwort auf seine Frage.

„Kann es uns gefährlich werden?“ folgte als weitere Frage einer anwesenden Frau.

Sie bekam ein Lächeln auf ihr Gesicht.

„Nein, es ist altes Stück Technologie.“

Alle Personen am Tisch fingen an zu schmunzeln. Die Frau holte eine weiter Akte hervor und reichte sie ihrer Nachbarin.

„Er möchte aber trotzdem das man sich darum kümmert, der alten Zeiten willen – und das ohne große Aufmerksamkeit zu erregen!“

Ihre Nachbarin nahm die Papiere entgegen und versicherte ihr schon einen Weg zu wissen und verließ die Kommandoeinheit.
Sie stieg in ein Shuttle und flog zu ihrem Basisschiff.
Der Rest verblieb in der Kommandoeinheit des Xenon J. Die Frau lud das nächste Hologramm über den Tisch. Es zeigte ein Schiff.

„Kommen wir nun zu unserem nächsten Projekt!“ fuhr sie fort.



-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------


Hunter Arms Corp.
Schiffswerft VI A
Standort: Argon Prime


Thomas stand zurückgelassen im Backbordhangar der Galactica. Sein Vater klärte die Situation auf das man sich aus der Militärzeit noch kannte. Anschließend zogen sich Tyrol und Thomas Vater zurück.
Der Chief und Michael Hunter gingen zielstrebig zum Quartier des Commanders.
Als sie ankamen wies Michael Galen an die Tür zu schließen.
Michael schien etwas zu suchen. Seine Suche führte ihn schließlich zum Arbeitstisch des Commanders. Er fand das Besatzungsbuch der Galactica und nahm es an sich.
Währendessen saß sich der Chief in die Sitzecke. Michael setzte sich gegenüber. Beide Männer blickten sich einen Moment still an.

„Michael Hunter, Sir?“ brach Galen das Schweigen.

Thomas Vater nickte.

„Man liest fast täglich etwas von ihnen, bloß ein Foto war nie dabei, Captain.“

Beide mussten etwas schmunzeln. Die gesamte Situation war den Männern ein wenig unangenehm wie peinlich.

„Commander, wenn sie schon alte Zeiten anbrechen wollen. Die Strafe wäre an dem Tag abgelaufen.“

Tyrol schüttelte den Kopf. Er wollte auf gar keinen Fall etwas von der alten Zeit anbrechen.
Nach und nach erzählten die Männer in Kurzform was sie in den letzten Jahren getan haben und wie es ihnen dabei ergangen war.

„Kinder?“ fragte Michael neugierig

Tyrol hielt drei Finger hoch. Michael Hunter war ein wenig erstaunt.

„Sharon?“

Galen nickte und zeigte seinen Ehering.

„Wir haben das getan was wir schon lange vorhatten. Am Anfang war es nicht unbedingt leicht, ich wusste nicht ob ich es schaffen würde. Doch 1 Jahr später bekam Sharon unsere Tochter und alles änderte sich. Sie ist für mich Sharon Valerii, meine Boomer. Wir machten uns selbstständig, kauften ein Haus und eines Tages musste ich noch mal ein Kinderbett kaufen.“

Tyrol lehnte sich mit einem kleinen Lächeln zurück. Er rieb seine Hände an seinen Hosenbeinen und schaute sich im Quartier um.

„Was denken sie darüber, Sir?“

Michael bat Tyrol endlich die militärisch bedingte Distanz aufzugeben.

„Er wollte nächstes Jahr eventuell in meinem Unternehmen einsteigen. Ich mache ihm schon seit einiger Zeit Angebote. Thomas verkaufte es mir als Bewährungsprobe ob er sich für das Unternehmen eigne. Ich ließ ihn machen. Ich kam heute von einer Sitzung zurück und dachte mir nichts dabei als ich die Aufträge der Werft blickte. Wir machen von jedem Schiff Aufnahmen um uns bei der Versicherung abzusichern. Ich bin vom Stuhl gefallen als ich die Aufnahmen sah. Aber wie kamen sie hierher, Chief?“

Tyrol holte einen Auftragszettel aus seiner Hosentasche und erzählte wie T.J. in seiner Werksatt auftauchte und ihm von einem größeren Projekt erzählte.
Michael schaute sich den Zettel an, ihm fiel gleich der Firmenname auf: BLACKBIRD REPAIRS

„Ich habe Thomas zu ihnen geschickt. Ich bekam vor einiger Zeit von einem Kollegen ihre Anschrift, da er sehr zufrieden mit den Leistungen der Firma war. Es gibt noch einige andere Firmen mit dem Namen Blackbird. Ich hätte mir nie träumen lassen Thomas in ihre Arme zu schicken!“

Michael lehnte sich in seinen Sitz zurück und beide Männer mussten anfangen zu lachen.

„Ich hoffe Sharon war zu dem Zeitpunkt nicht bei ihnen, sonst wäre das Chaos endgültig perfekt!“

Tyrol verneinte, er erzählte dass seine Frau zu diesem Zeitpunkt im Büro wartete. Dennoch interessierte es ihn warum die Begegnung mit seiner Frau in einem Chaos geendet hätte.

„Erinnern sie sich noch an Athena?“ fragte Michael seinen Gesprächspartner

Tyrol bejahte die Frage und wollte wissen auf was er hinauswollte.

„Lt. Agathon und sie hatten doch eine Tochter bekommen, welche für Aufregung in der Flotte sorgte. Sie ist heute erwachsen, Pilotin in der argonischen Flotte und zufällig verlobt mit meinem Sohn. Sie lernten sich auf der Akademie kennen. Und Hera sieht ihrer Mutter schon zum verwechseln ähnlich. Nun stellen sie sich vor Boomer wäre meinem Sohn über den Weg gelaufen!“
Das schmunzeln im Gesicht blieb den beiden Männern erhalten. Das Gesicht von Chief Tyrol wurde wieder etwas ernster als er eine für sich entscheidende Frage stellte.

„Was tun wir jetzt, Sir? In all den Jahren hatte ich mir nicht träumen lassen noch mal auf diesem Schiff zu sein.“

Michael überlegte kurz wie es nun weitergehen könnte. Er stand auf und sicherte erst einmal das Besatzungsbuch der Galactica.

„Weiß Sharon etwas davon?“ wollte Michael zuerst wissen.

Chief Tyrol schüttelte den Kopf. Michael bestand darauf dass dies auch so bliebe. Er begleitete Tyrol zum Shuttle und versprach sich um die Angelegenheit persönlich zu kümmern.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------


Headhunter Inc.
Kopfgeldjägerschiff Taurus
Standort: Schatzkammer

Anton Archer saß am Computer und überprüfte die Kontobewegungen ihres Kopfgeldkontos.
Er strich auf einer Auftragsliste einen weiteren Namen durch – Aaron Folker und notierte sich eine Summe von 180.000 Credits. Als er aufstand um das Ergebnis seinem Boss zu melden erhielten die Kopfgeldjäger im Auftragseingang einen weiteren Job.
Er druckte den Auftrag und Fotos aus und brachte sie seinem Boss.
Dieser schaute sich Auftrag genauer an.

„Wo will der Auftraggeber sein Rendez-vous abhalten?“ ist die erste Frage an seinem Mitarbeiter.

„Argonische Handelstation im Sektor Nyanas Unterschlupf. Ein Lokal auf Ebene 12.“

Sein Boss blätterte sich durch die mitgeschickten Fotos durch und sagte eine Weile kein Wort.
Archer fragte nach ob er den Auftrag canceln sollte. Sein Boss verneinte. Er soll den Spender von Credits überprüfen und eine Änderung des Treffpunkts senden. Er will sich mit ihm in Josy’s Bar treffen.
Archer nahm es so auf und führte die Anweisung seines Bosses aus. Bei der Bar handelte es sich um eine inoffizielle Kopfgeldjägerbar, wo man sich unter der Hand Informationen und Aufträge zuschob.


-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Port Munica
Vorort von Argonia City
Standort: Argon Prime


Port Munica lag ca. 30km vor Argonia City, und wie die Hauptstadt lag Munica direkt an der Küste. Zur Hauptstadt war Port Munica verhältnismäßig klein. 250.00 Einwohner zählte das kleine Städtchen. Da Munica ein beliebtes Reiseziel war, wuchs die Stadt je nach Saison auf bis zu 3 Millionen Menschen an. Die Stadt war stark abhängig von den Touristen und tat natürlich sehr viel um ihre Attraktionen stetig zu erneuern und ihre Anlagen auf dem neusten Stand der Technik zu halten.
Neben den vielen Hotels, Gaststätten, Kultur und Abendveranstaltungen, verschiedenste Grünanlagen, war der Strand die Hauptattraktion des Ortes.

Etwas außerhalb des Ortes lag die Munica Grundschule. Familie Agathon besuchte sie am Morgen um eine alte Bekannte zu sehen.
An einem Klassenraum einer 4. Klasse hatten sie schließlich ihr Ziel erreicht.
Durch die Glassscheibe der Tür konnten sie zusehen wie die Klasse das Lesen und Schreiben übte. An der Tafel stand eine ältere Frau. Wenn man sie ansah, sah man in ihre eine typische Lehrerin. Brille, dezente Kleidung, die Farbe ihrer Haare war erblasst. Man merkte ihr an das sie sich die Haare färbte.
Der Pausenton ertönte und die Kinder stürmten aus dem Saal. Ihre Lehrerin sammelte derweil die Übungshefte der Schüler ein. Die Besucher betraten das Klassenzimmer.

„Miss Roslin?“ ertönte hinter ihrem Rücken.

Laura Roslín unterbrach das einsammeln und drehte sich um. Ihre alten Augen erblickte bekannte Gesichter.

„Hera Agathon, samt Familie.“

Nach einem kurzen Zögern überkam ihr ein Lächeln und ging auf Hera zu. Sie umarmtem sich und Laura Roslin begrüßte anschließend ihre Eltern.
Hera erzählte ihr von ihren momentanen Lebensumständen und ihre Pläne für die Zukunft.
Und ihr größter Wunsch sei eines Tages Lehrerin zu werden. Deshalb sei Hera auf sie gekommen, da sie im Ausbildungskomitee für Lehrer saß und ihr gegebenenfalls nötige Ratschläge für ihren weiteren Weg geben könnte.
Roslin unterhielt sich mit Hera im Klassenraum während ihre Eltern davor warteten.
Kurze Zeit später kam Hera wieder raus. Laura bat nun die Eheleute Agathon in den Klassensaal.

„Schließen sie bitte die Tür, Karl!“

Laura Roslin bat sie Platz zu nehmen. Als sie sich selbst hin saß konnte sie ihren Blick von Sharon nicht ablassen. Erinnerungen kamen in ihr auf. Auch Sharon war nicht gerade erfreut die ehemalige Präsidentin der 12 Kolonien wieder zu sehen.
Laura zwang sich ein kleines Lächeln auf und wandte sich Sharons Mann zu.

„Sie hat sehr viel von ihrer Mutter mitbekommen, Karl. Wenn man sie ansieht kann man kaum einen Unterschied zu ihrer Mutter feststellen.“

Während den Ausführungen von Roslin drückte Sharon die Hand ihres Mannes immer fester zu, bis er sie schmerzhaft von seiner Frau zurückzog.

„Ihre Tochter ist erwachsen, werden sie ihr irgendwann erzählen was sie ist. Oder warten sie solange bis ihr zukünftiger Gatte es selbst herausfindet?“

Bei dieser Frage schaute sie gezielt zu Athena. Karls Frau stand auf, sie war im Begriff zu gehen wenn Helo sie nicht am Arm gepackt hätte und flehte sich wieder zu setzen.
Karl streifte sich durch das Haar und überlegte hastig was er darauf antworten sollte.
Seine Tochter wollte unbedingt Lehrerin werden und wünschte sich sehnlichst von ihrer alten Lehrerin eine Empfehlung für die Universität. Ihre Eltern wollten natürlich diesen Wunsch nach besten Willen erfüllen.

„Miss Roslin, wir hatten in der Vergangenheit unsere Meinungsverschiedenheiten….“ begann Karl Agathon „und man kann davon nichts mehr rückgängig machen. Meine Frau hatte viel für die Flotte getan. Wenn Athena und Boomer nicht gewesen wären, wer weiß wo wir bei diesem Torlabyrinth gelandet wären. Wir sind ihnen sehr dankbar dass sie trotz allem unsere Kleine in den ersten Jahren unterrichtet haben. Sie war so sehr von ihnen angetan das sie selbst Lehrerin werden möchte. Es war Heras Idee sie aufzusuchen und nach einer Empfehlung für das Studium zu bitten. Bitte, sie kann am wenigsten etwas!“

Laura Roslin lehnte sich in ihren Stuhl zurück und schaute das Paar an. Draußen wartete Hera und verfolgte das Geschehen durch die Scheibe. Laura sah zu ihr hinüber und sah das lächelnde Gesicht von Hera. Laura zog sich ein falsches Lächeln auf und wendete ihren Blick den Eltern erneut zu. Aus dem leeren Blick von Heras Mutter konnte Laura erkennen dass auch nach all den Jahren keine Sympathie zwischen den Frauen herrscht.
Roslin nahm einen Stift in die Hand und drehte ihn spielerisch.

„Und wie können sie glauben das ich es gut heißen würde einen Cylonen auf kleine Kinder loszulassen und deren Leben unnötigerweise in Gefahr zu bringen.“

Sharon Agathon platzte der Kragen. Von draußen konnte Hera beobachten wie ihre Mutter aufstand, den Stuhl dabei umschmiss und wild gestikulierte. Da die Scheibe zu dick war konnte sie kein Wort verstehen. Ihr Vater hatte sichtlich Mühe seine Frau zu besänftigen.
Sharon wehrte jeden Versuch ihres Mannes ab sich beruhigen zu lassen und verließ wutentbrannt das Klassenzimmer. Sie ging ohne ein Wort zu sagen an ihrer Tochter vorbei.
Karl bedankte sich dennoch dafür dass Heras ehemalige Klassenlehrerin Zeit für sie nahm.
Auch er ging an seiner Tochter wortlos vorbei und versuchte seiner Frau nachzueilen.
Hera konnte sich den Verlauf des Gespräches erahnen und war ebenso im Begriff zu gehen.

„Hera, würden sie sich einen Moment hinsetzen?“

Hera drehte sich um. Laura Rosslyn stand an der Tür bat sie nochmals in den Klassenraum.

Draußen standen die Eheleute Agathon und stritten sich laut. Hera kam aus der Schule und hatte ein Lächeln auf ihren Lippen. Karl gab seiner Frau ein Zeichen das Hera kam und das sie sich nicht vor ihr streiten sollten. Ihre Tochter hielt einen Umschlag in die Luft.

„Was ist das?“ wollte Sharon sofort wissen.

Freudestrahlend gab sie ihrer Mutter den Umschlag samt Inhalt. Es war eine eingeschränkte Empfehlung, welche nur galt, wenn Laura Roslin während der Ausbildung als ihr Mentor fungiere und die gesamte Probezeit an ihrer Schule stattfand.
Sharon zerknüllte erbost das Stück Papier und drückte es ihre Tochter in die Hand.

„Was soll das Sharon?“ fragte ihr Mann voller Sorge.

„Sie wird was anderes finden, wir werden an einer anderen Schule jemanden finden. Diese Frau war schließlich nicht ihre einzige Lehrerin. Und versuch mich nicht umzustimmen, Helo. Sonst kommt der Cylon in mir zum Vorschein!“

Hera und ihre Eltern stiegen wieder in ihr Fahrzeug. Sie hatte etwas nicht ganz verstanden und wollte noch mal genau nachfragen.

„Mum, was ist ein Cylon?“

Ihre Eltern schauten sich als Reaktion auf diese Frage an und wussten nicht was sie Hera darauf antworten sollten.




-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------


Josy’s Bar
Freie Argon Handelsstation
Standort: Nyanas Unterschlupf



Es lief laute Musik in der Bar. Sie war voll und die Bedienung hatte mehr als reichlich zu tun.
Ihre Besitzerin, Josy, eine ehemalige Kopfgeldjägerin, hieß mit bürgerlichen Namen Ashley Hernandez, in den Kopfgeldjägerkreisen eher als Diamond bekannt. Treu nach ihrem Motto „ Diamonds are girls best friend“ ließ sie sich ihren Lohn stets in Diamanten auszahlen.
Nachdem sie sich bei ihrem letzten Auftrag schwer verletzt hatte, entschied sie sich nach ihrer Genesung zur Ruhe zu setzen. Sie nahm sich einen kleinen Teil ihres Vermögens und kaufte schließlich diese Bar. Seitdem treffen sich hier ehemalige Kollegen, Schmarotzer und Möchtegernkopfgeldjäger und finanzierten ihren Lebensabend.
Trotz der Klientel war es Josy wichtig ein gewisses Niveau zu halten und nicht zu einer 3.klassigen Kneipe zu verkommen.

Eine junge Frau betrat ihr Lokal. Sie ging an die Bar und übergab der Besitzerin einen Zettel und einen Scheck mit 2500 Credits als Vermittlungsgebühr.
Josy nahm beides entgegen und wies ihr einen Tisch am anderen Ende der Bar.
Sie saß sich an den zugewiesenen Tisch und stellte ihre Tasche neben sich ab.
Währendessen drückte Josy unterhalb ihrer Theke einen Knopf.
In einem Hinterzimmer leuchtete eine rote Lampe auf. Für den dort wartenden Kopfgeldjäger was es ein Zeichen das die zahlende Kundschaft eingetroffen war.
Er zog sich die Kapuze seines Mantels über und verließ das Zimmer.
Er ging an die Bar zu Josy. Sie zeigte ihm welcher der Gäste sein nächster Kunde war.
Josy bereitete dem Kopfgeldjäger einen Trink. Er nahm sich das Glas und ging in Richtung der jungen Frau.
Diese saß an ihrem Tisch und blätterte in einer Akte als sich der angeheuerte Kopfgeldjäger zu ihr saß.

„Das ist ihr Ziel. Wenn es eine Nummer zu groß für sie sein sollte, sagen sie es am besten jetzt. Sollten sie noch anderes Material benötigen, Sprengstoff, Waffen oder sonstiges, könnte ich ihnen sogar behilflich sein. Es ließe sich nicht zurückverfolgen.“

Der Kopfgeldjäger nahm sich die Akte, schloss sie und legte sie sich zu Seite.

„Darum müssen sie sich keine Sorgen machen! Sie haben es mit einem Profi zu tun der es versteht sich in keinster Weise zurückverfolgen zu lassen!“

Der jungen Frau überkam ein entsetzter Gesichtsausdruck als sie die Stimme des Headhunters hörte. Sie vernahm ein Klicken unter dem Tisch. Der Kopfgeldjäger zog sich die Kapuze ab.

„Du!“ kam entsetzt von der Unbekannten.

„Wie weit bist du von zu Hause entfernt?“ fragte sie der Kopfgeldjäger.

Die Gesichtsfarbe der jungen Frau änderte sich blitzartig in kreideweiß und ihre Mundwinkel verzogen sich nach unten.

„Wusste ich es doch!“ setzte der Kopfgeldjäger lächelnd fort.

In der Bar löste sich ein Schuss. Die Besucher drehten sich erschrocken um und sahen auf dem Boden eine junge Frau liegen, mit einem blutigen Loch in ihrer Brust.
Der Kopfgeldjäger nahm einen Schluck aus seinem Glas und stand auf.

„Die Schlampe wollte mich hintergehen!“ warf er in die Runde.

Die Gäste drehten sich wieder und fuhren mit dem fort bevor sie durch den Schuss unterbrochen wurden. Der Kopfgeldjäger nahm die Akte und ging zurück an die Bar.
Josy stellte ihr einen neuen Drink hin und bestand darauf die ganze Gebühr als Entschädigung für die Sauerei in ihrer Bar zu behalten.

„Was ist denn da drin?“ wollte Josy wissen als der Kopfgeldjäger die Akte öffnete und sich besonders die Aufnahmen ansah.

„Alte Zeiten!“ gab sie ihr als Antwort und genehmigte sich das nächste Glas.

Viper047
17-01-2008, 04:35 PM
Kapitel V


Umwege ( Teil 1 )


Thomas öffnete die Tür zur Wohnung. Ty kam sofort angerannt, als er das Drehen eines Schlüssels an der Haustür vernahm, und begrüßte sein Herrchen auf das Herzlichste.
Es war knapp 1 Wozura vergangen seit dem etwas seltsamen Zusammentreffen seines Vaters und Galen Tyrol. Und dann verschwand auch noch das Besatzungsbuch der Galactica.
Er ließ es sein eine Befragung der Mitarbeiter durchführen zu lassen.
T.J. zog sich um und überprüfte als nächstes ob irgendwelche Nachrichten über den Tag kamen. Das Flottenkommando hinterließ 2 Nachrichten. Auch im Urlaub hatte er keine Ruhe vor seinem Job. Die letzte Nachricht war von seiner zukünftigen Frau. Sie würde sich morgen Früh auf den Weg nach Hause machen. Sie hatte eine gute Nachricht im Gepäck, so lauteten ihre letzten Worte.
T.J. ging in die Küche und machte sich, und dem Hund, etwas zum Abendessen.
Die Arbeiten in der Werft gingen unvermindert weiter. Doch sein Vater machte Andeutungen sein Projekt stoppen zu wollen, da der Werkleiter angeblich die Schrottreife des alten Schiffes bescheinigte und sich eine Wiederaufbereitung nicht lohnte.
Er verlegte anschließend in das Wohnzimmer und versuchte bei einem guten Film und dem deftigen Abendessen seine Gedanken etwas zerstreuen zu können.
Thomas machte es sich auf der Couch bequem, schnappte sich die Fernbedienung und schaltete das Fernsehen an.
Auf Kanal 576 liefen die aktuelle Argon Today. Die Nachrichten berichteten von aufkommenden Spannungen zwischen den Volksgruppen in den äußeren Sektoren.
Thomas verfolgte die Nachrichten nicht allzu lange. Das nicht alles wunderbar zwischen den Völkern war, war nichts Neues. Nach weiterem Durchsuchen der Fernsehkanäle fand Thomas endlich einen Spielfilm der halbwegs interessant sein könnte.
Er lehnte sich zurück und um es sich noch bequemer zu machen schnappte sich T.J. eines der Kissen um es sich hinter den Rücken legen zu können.
Der Major sah, als er das Kissen hochnahm, das darunter das Logbuch der Galactica lag.
Ihm fiel ein dass er es selbst dorthin legte als vor kurzen Eltern und Schwiegereltern zum Besuch kamen. Er schaltete daraufhin den Fernseher aus und schlug die erste Seite auf.


-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------



25 Jahre vor Nopileos Memorial



Battlestar Galactica


Colonel Tigh und Lt. Gaeta schauten sich die Kurskorrekturen auf dem Navigationscomputer an. Lt. Dualla beobachtete wie eine Art Freude bei den beiden Männern herrschte.

„Und die Daten sind Fakt“? fragte der XO zum zehnten Mal den Taktikoffizier.

Er bestätigte die neue Daten und schlug vor, wenn die Flotte in Reichweite der Koordinaten wäre, es vor Ort von mehreren Raptor erkunden zu lassen.

„Es gibt also doch noch Tage an dem sich ein Cylon auszahlt!“ gab Saul Tigh von sich und übergab Lt. Gaeta die Verantwortung über die Brücke. Er ging auf dem schnellsten Wege zu Admiral Adama um diese Erkenntnis weitermelden zu können


-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------



Der Corporal der Wache öffnete die Tür zum provisorischen Gefängnis. Chief Tyrol kam herein um dem Gefangenen einen Besuch abzustatten. Im Gegensatz zu einer herkömmlichen Zelle bestand diese komplett aus einem Stahlgehäuse und Sicherheitsglas.
Der Insasse und der Außenstehende konnten über ein integriertes Com unterhalten. Dafür wurden innerhalb und außerhalb der Zelle Hörer angebracht.
Die Zelle selbst wandelte sich in der Zeit von der Einrichtung. Wo sich am Anfang nur ein Bett befand war sie am Ende eingerichtet wie ein kleines Quartier.
Der erste Insasse dieser provisorischen Zelle war die Frau von Karl Agathon - Athena. Vor einiger Zeit bekam sie wieder einen Insassen. Im Grunde genommen war es derselbe Insasse.
Admiral Adama befahl, nachdem Neu-Caprica überstanden war, die übergelaufene „Galactica-Sharon“ in die ehemalige Zelle von Athena zu sperren und hatte zwischen ihnen eine strikte Kommunikationssperre verhangen.

Boomer sah wer als Gast ihrer Zelle näherte. Sie stand aus ihrem Sessel auf und ging an das Com.
Sie war, wie Athena vor ihr, in zivil gekleidet. Admiral Adama verbot dass diese Sharon auch nur in die Nähe einer kolonialen Uniform kam.
Chief Tyrol ging sehr zaghaft an Boomers Zelle heran. Er war sich seinem Handeln nicht 100% sicher. Schließlich war er doch an der Zelle angekommen. Sharon entnahm den Hörer und deutete Galen auf den Hörer auf seiner Seite.
Der Chief nahm den Hörer heraus und hielt diesen an sein Ohr.

„Hey Chief!“

Boomers Augen liefen rot an. Mit jedem hatte sie gerechnet, doch nicht mit ihrem aktuellen Gast. Chief Tyrol bekam keinen Satz heraus. Er starrt sie einfach wortlos an.

„Das mit deiner Frau tut mir leid, Chief.“ setzte Boomer fort.

Der Gemütszustand des Chiefs änderte sich daraufhin schlagartig.

„Hör auf damit, hör ja auf damit! Du hast doch gar keine Ahnung!“ brüllte er und schlug den Hörer gegen das Sicherheitsglas.

Sharon wich erschrocken zurück. Der Chief drehte sich um und wollte wieder zum Ausgang. Der Corporal der Wache öffnete ihm die Tür. Sharon ging an das Sicherheitsglas heran und rief laut nach ihm. Tyrol blieb darauf stehen. Die Wache starrte den Chief an wollte ihm klar machen dass er sich entscheiden sollte – rein oder raus.
Galen atmete tief ein und entschied sich erneut hinzugehen. Sharon liefen Tränen die Wangen herunter.
Tyrol nahm den Hörer in den Hand und versuchte die Worte, die er loswerden wollte, in seinem Kopf zu ordnen.

„Weißt du eigentlich was du mir antust?“ beginnt Chief Tyrol mit erboster Stimme.
„Erst muss ich erfahren dass du nichts weiter als ein Toaster bist, auch wenn du so aussiehst wie wir. Ich bin für dich durch die Hölle gegangen….“

Boomer wollte ihn unterbrechen, doch Chief Tyrol wurde mit seiner Stimme immer lauter.

„…..und dann wirst du vor meinen Augen erschossen. Dann besitzt du die Frechheit wieder zu kommen. Du warst einfach nicht tot. Doch der Höhepunkt an der ganzen Sache war das du einen ******* von Lt. Agathon in dir hattest. Ich habe dem Kerl wegen dir die Schnauze poliert. Ich fing an mich von dir loszusagen…...“

Tyrol wurde von Minute zur Minute wilder in seinen Gestiken. Sein Kopf wurde rot. Boomer vergoss immer mehr an Tränen.

„…, hatte eine Frau, habe ein Kind. Ich war glücklich, ich hatte das was ich eigentlich mit dir haben wollte, was wir haben wollten. Und dir nichts, mir nichts tauchst du wieder auf und behauptest diesmal ’meine’ Sharon zu sein. Ich hatte mir nichts sehnlichster gewünscht als dich aus meinem Leben streichen zu können. Doch du kannst mich einfach nicht in Ruhe lassen. Du solltest mir nicht wichtig! Ich sollte dich vergessen…“

Der Chief donnerte den Hörer in Richtung Boomer und ging wenige Schritte von der Zelle zurück.

„…, aber ich kann dich nicht vergessen!“ beendete Tyrol seinen Satz und verließ den Raum.
Völlig aufgelöst sackte Boomer zusammen.


-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------


Colonial One


Nachdem Saul Tigh die neusten Erkenntnisse meldete, schlug Admiral Adama vor diese sofort der Präsidentin zu melden. Er entschied sich zu diesem Schritt, nachdem Roslin die Informationspolitik Adamas mehrfach ankreidete.
Zu dem spontan einberufenen Meeting kamen Lt. Gaeta und Lee Adama mit. Sein Vater wollte dass sein Sohn bei dieser Besprechung beiwohnen sollte. Felix Gaeta unterrichtete Laura Roslin in einem Briefing über den Stand der Dinge.

„Also, meine Herren. Ich fasse es noch einmal zusammen um zu sehen ob ich es auch verstanden habe.“

Präsident Roslin erhob sich aus ihrem Sessel, ging um ihren Arbeitstisch herum und setzte sich auf dessen vorderen Kante.

„Sie sagen mir, das einer unseren cylonischen Gäste sich in seinem Gedächtnis hat untersuchen lassen…...“

Gaeta meldete sich zu Wort als er von Rosslyn sogleich unterbrochen wurde.

„…mit einem Programm das Gaius Baltar geschrieben und von Lt. Gaeta, mit Hilfe des cylonischen Freiwilligen selbst, weiterentwickelt und in einem Art Programm, welches versteckt in ihrem Kopf war, diese Koordinaten gefunden haben. Und diese sollen eine Abkürzung zur Erde sein?“

Roslin schaute in die Männerunde und alle bejahten ihre Zusammenfassung. Doch ihr selbst kam das alles sehr verdächtig vor.

„Admiral, ich dachte bei ihnen zumindest müsste eine Spur Misstrauen aufkommen. Wie oft haben die Cylonen versucht uns in die Irre zu führen?“

Admiral Adama räusperte sich kurz, stand auf und ging an die Lagekarte. Er sagte dass er sich nicht entschieden hätte, aber die Möglichkeit in Betracht zog dem nachzugehen.
Er zeigte wann ungefähr die Flotte in Sprungreichweite wäre und schlug vor ab dann Raptor zur Erkundung zu schicken. Er war sich der Gefahr und ständigen Täuschungsversuchen durch die Cylonen stets bewusst und wies sie daraufhin das er aus Höfflichkeit und Respekt sie so frühzeitig habe einweihen lassen.
Roslin stimmte schließlich der Erkundung von Adama zu und befahl absolutes Stillschweigen gegenüber Personen, welche nicht an diesem Briefing teilgenommen hatten. Insbesondere warnte sie ein Wort gegenüber der Öffentlichkeit fallen zu lassen.
Als letztes, bevor sie ihren Besuch wieder hinaus bat, erkundigte sich Laura Roslin nach dem Spender der Informationen.
Adama antwortete ihr das sich Lt. Agathon auf der Krankenstation befand und es ihr soweit gut ginge.


„Admiral“ rief die Präsidentin als ihre Besucher gerade gingen.

Adama drehte sich wieder zu ihr um.

„Wie haben sie sich in der Sachlage bezüglich ihres Sohnes entschieden?“

Adama ging wieder zurück und setzte sich auf den von ihm vorgewärmten Sessel.

„Ich habe ihnen gesagt, dass ich mich zur richtigen Zeit damit befassen werde und er die Konsequenzen daraus auferlegt bekommt!“

Roslin setzte sich zu Adama und blickte ihn an. Sie erinnerte ihn daran wie Lee Adama sich während des Gerichtsverfahrens verhielt, wie er sich gegen seinen Vater auflehnte und schließlich eine erhebliche Mitschuld daran trug das Baltar sich der Strafe entziehen konnte.
William Adama waren die Ausführungen der Präsidentin genug und stand von sich aus auf.
Er wiederholte was er zu ihr vor einem Moment gesagt hatte und damit war die Angelegenheit für ihn vom Tisch.

Unten wartete der Raptor auf seine restlichen Passagiere. Adama zog seinen Sohn zur Seite.

„Du weißt das immer noch eine Disziplinierung auf dich wartet mein Sohn. Ich kann das im Moment nicht vergessen und werde es auch nicht ungesühnt lassen was du dir geleistet hast. Ich habe immer mehr das Gefühl das Starbuck mein Sohn ist, von ihr hätte ich soviel Mist an einem Stück eher erwartet als von meinem Sohn!“

Vater und Sohn blickten sich sehr ernst an. Admiral Adama wusste dass er seinen Sohn eine weitere Disziplinarstrafe erteilen musste, auch wenn die Loyalität zu seinem Sohn es ihm nicht gerade einfach machte.

„Ich hätte nicht übel Lust dich für eine Zeit lang in die Brick zu sperren, dass du endlich mal wieder einen klaren Kopf bekommst….“

„Tu was du nicht lassen kannst!“ sprach ihm Lee dazwischen.

„…, aber da ich dich noch brauche wirst du degradiert in den Rang eines Captains. Du meldest dich morgen bei Starbuck. Ihr beiden Captains werdet euch vorerst den Job als CAG untereinander aufteilen bis ich Kara den Posten als Flugausbilder zugeteilt habe.“

Lee ging einen Schritt von seinem Vater zurück und ins Stillgestanden. Er fragte ob es alles sei oder der Admiral noch etwas zu sagen hatte. Adama verneinte und befahl seinen Sohn wegzutreten. Apollo meldete sich ab und stieg in den Raptor. Am Eingang stand Laura Roslin und hatte allem Anschein nach diese Unterhaltung verfolgt. William Adama erblickte sie, ging aber ohne ein Wort zu sagen oder die ernste Miene zu ändern. Man sah Lee’s Vater an das ihm die Entscheidung nicht leicht fiel, aber auf der anderen Seite musste er seinem Sohn dem hang zum Ungehorsam Einhalt gebieten. Adama stieg ebenfalls in den Raptor und befahl seinem Sohn den Raptor zurück zur Galactica zu fliegen.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------


Battlestar Galactica


Doc Cottle prüfte erneut die Vitalwerte seiner Patientin. Athena war immer noch geschafft von der Prozedur.
Gemeinsam mit Lt. Gaeta, basierend auf einem von Dr. Baltar geschriebenen Programm, fanden sie einen Weg einen Einblick in ihre ’Programmierung’ zu erhalten. Ähnlich wie mit dem Schiffscomputer der Galactica oder dem cylonischen FTL, wurde sie an einen Computer angeschlossen. Doch diesmal hielt sich Athena mit der Kontrolle zurück und im Gegenzug ließ es zu dass das Programm in sie eindringen konnte – in Form eines Virus.
Dieser konnte aus ihrem Gedächtnis Informationen bergen und auf dem Bildschirm sichtbar machen. Dabei fanden Sharon und Felix heraus dass es auch Informationen gab auf die sie selbst nicht einmal zugreifen konnte. In einer mehrstündigen, schmerzhaften Prozedur gelang es den Beiden diese zu extrahieren und zu verarbeiten.
Kurz danach fiel Athena in eine Art Wachkoma. Seit zwei Tagen war sie wieder wach und erholte sich auf der Krankenstation der Galactica.
Ihr Mann hatte gerade frei und nahm sich vor seine Frau zu überraschen. Mit einer Aufsichtsperson ging er mit ihrem gemeinsamen Kind Hera auf die Krankenstation.
Trotz allem, was sie für die Flotte tat, war das Misstrauen nicht ganz überwunden und vor allem Athenas Misstrauen wuchs erneut an als sie das wahre Schicksal ihres Kindes erfuhr.

Doc Cottle empfing den Besuch und bat das es nicht allzu lange dauern sollte, da die Genesung an erster Stelle stand – und das bedeutete im Klartext in Form von absoluter Ruhe.

Athena saß in ihrem Bett und aß etwas um wieder zu Kräften zu kommen als neben ihr der Vorhang aufging.

„Hey, schau mal wer da ist! Wenn das nicht deine Mami ist!“

Die Freude war Athena ins Gesicht geschrieben. Sie zögerte nicht lange und stellte das Tablett zur Seite. Behutsam überreichte Helo ihre gemeinsame Tochter.
Hera selbst schlief und bekam von den Geschehnissen um sie nichts mit.
Sharon nahm ihren Sprössling näher an sich und begann sie langsam hin und her zu schaukeln. Dabei summte sie leise und melodisch vor sich hin.

„Wie geht’s es dir?“ wollte ihr Mann wissen.

Doch Athena hatte nur noch Augen für ihr Kind. Karl hatte die Sachlage begriffen und wollte wieder gehen und seine Frau samt Kind alleine lassen.

„Nimm dir doch einen Stuhl und setz dich zu uns, Daddy!“

Freudestrahlend sah sie ihren Mann an und bat ihn nochmals nicht zu gehen.
Helo nahm sich einen Stuhl und setzte sich zu seiner Frau.

Doc Cottle bot der Aufsichtspersonen einen Kaffee an und schlug vor das Paar einen Augenblick der Zweisamkeit zu gönnen.
Schließlich würde für den Ernstfall vor der Station 2 Marines bereit stehen.


-------------------------------------------------------------------------------------------------------------



Kara streifte sich ihre Uniform über als Apollo die Unterkunft der Offiziere betrat.
Starbuck musste anfangen zu lachen und machte sich lustig über ihren langjährigen Freund.

„Hey Bad Boy, wie ist es so auf meiner Gehaltsstufe zu stehen?“

Starbuck nahm sich den Fliegerkombi von Apollo und hielt ihm lächelnd den Kragenspiegel unter die Nase.

„Haha, Captain!!.....Captain!!!........C…a….p…t…a..i…n “

Entnervt riss Apollo ihr die Kombi aus der Hand.

„Du weißt überhaupt nicht wie sehr in mir das Verlangen steigt dir eine Reinzuhauen!“ entgegnet er ihr auf ihre Anmachversuche.
Starbuck schob sich zwischen seinen Spind und ihn und blickte dabei Apollo tief in die Augen.

„Welche Wange soll ich dir denn zuerst hinhalten mein Süßer?“
Einen Augenblick blieben beide stehen, beide fingen gleichzeitig an zu lachen und umarmten sich.

„Irgendetwas in deinem verwirrten Köpfchen macht dich sympathisch, so dass man dich irgendwie mögen muss!“

Lächelnd ging Starbuck aus der ziemlichen Nähe der beiden Freunde wieder hervor und schnappt sich ihren Helm.

„Tja, ich bin eben unwiderstehlich!“ kommentierte Starbuck die Aussage ihres Kameraden.

„Ich muss los, du kannst solange ’meinen’ Schreibtisch haben. Und fummle während meiner Abwesenheit nicht an der Erziehung meiner Piloten, da steckt viel Alkohol und Schweiß.
Ach, und wenn ich wieder da bin gebe ich dir noch mal die Gelegenheit in meinen Captainhintern zu treten, Captain!“

Pfeifend verließ Starbuck das Quartier in Richtung Hangar. Apollo stand an seinem Spind und konnte über Starbuck nur noch den Kopf schütteln.


-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------




Astral Queen


In einem Aufenthaltsraum saßen mehrere Personen und diskutierten. Der Ton war nicht laut, der Sachverhalt wurde sachlich und ruhig besprochen.
Tom Zarek leitete die Runde.

„Tom, jetzt wäre erneut eine Gelegenheit greifbar um das Blatt zu deinen Gunsten wenden zu können. Man mag dir momentan nicht die Aufmerksamkeit schenken die du bräuchtest um einen Führungsanspruch geltend zu machen. Aber wenn du das verwendest wird die Flotte sofort ihr Vertrauen aussprechen und wollen von dir geführt werden.“

Seine Vertrauten versuchen immer eindringlicher Zarek zum Handeln zu bewegen.
Vor etwa zwei Stunden gelang es einem Zareksympathisanten einen als geheim eingestuften Bericht der Galactica von der Colonial One zu übermitteln. Zarek gelang es an fast allen wichtigen Schaltstellen Gefolgsleute einzuschleusen. Nur den Einfluss von Admiral Adama konnte er nicht durchbrechen und bis dato versuchte es Zarek immer wieder jemanden von seinen Vertrauten auf dem Kampfstern einzuschleusen.
In seinen Händen hielt er eine Abschrift des letzten Briefings von Präsident Roslin und einer kleiner Gruppe Führungsoffiziere, darunter Admiral Adama.
Es beschrieb einen weiteren und kürzeren Weg zur Erde, welchen Adama weitgehend untersuchen möchte bevor man eine Entscheidung für die gesamte Flotte traf.

„Das ist unglaublich. Auf solch fatale Fehler von Roslin warten wir viel zu lange. Damit ist das Maß voll. Wir hätten eine Chance einen gewaltigen Schritt näher zur Erde zu kommen und die Menschen aus ihren fliegenden Gefängnissen zu befreien…..“

„…..oder die Existenz der Erde endgültig zu widerlegen!“ unterbrach Zarek jemand aus der Runde.

Tom legte die Akte mit brisanten Informationen in einen Safe. Er verlangte, sofern es Neuigkeiten in dieser Richtung gab umgehend in Kenntnis gesetzt zu werden.



-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------



Battlestar Galactica



Boomer lenkte sich mit Sport von der Isolation ihrer Zelle ab.
Sie vernimmt hinter sich wie die Tür aufgeschlossen wurde und hoffte inständig das es sich um den Chief handelte.
Sie drehte sich um und ihr Besucher entpuppte sich als Admiral Adama höchstpersönlich. Er befahl der Wache sich an der Eingangstür der Zelle bereit zu halten.
Beide setzten sich und blickten sich wortlos an. Während die Augen von Boomer leer waren, konnte man in seinen Augen Wut und Traurigkeit gleichermaßen erkennen.

„Sie machen es nicht zum ersten Mal, Sir.“

Boomer versuchte die Stille zwischen ihnen zu brechen.

„Nein, und ich bin mir auch nicht sicher ob ich es ein zweites Mal durchstehen möchte. Noch mal eine Art Basis des Vertrauens aufzubauen. Ihr Duplikat hatte nur ihre Erinnerungen. Doch sie sind diejenige, die mich auf der Brücke angeschossen hatte. Es verging eine lange Zeit bis wir uns mit dem Gedanken anfreunden konnten das selbst unter den Cylonen eine Art Persönlichkeit gab. Ihr Duplikat kämpfte um zu beweisen dass sie nicht sie ist.
Athena weiß das ich nicht vergeben und auch nicht vergessen kann. Also, Boomer – ich werde auf gar keinen Fall das ganze noch mal durchkauen und ihnen Gedanken offen legen, Fragen nach dem Wieso stellen, keine ihrer Entschuldigungen anhören oder sonstige Erklärungen. Denn ich glaube nicht dass sie etwas Neues zu sagen hätten. Diese Tür bleibt ihnen auf ewig verschlossen. Ich verspüre sogar immer noch die Lust meine Hände um ihren Hals zu legen und ihnen so qualvoll wie möglich die Luft abzudrücken, ihnen ihr verdammtes cylonisches Leben auszuhauchen.“

Boomer sah es ein. Sie liebte den alten Mann über alles, doch die Tat konnte sie nicht ungeschehen machen. Im Gegensatz zu Athena waren es bei ihr keine lebendigen Erinnerungen, sondern sie selbst drückte die Waffe ab die den Admiral zweimal traf – es war ihre Persönlichkeit.


„Was hält sie davon ab?“ fragte sie unter Tränen.

Adama wusch ihr die Tränen von den Wangen.

„Weil ich das kleine Mädchen nicht vergessen kann, das einst auf mein Schiff kam. Ein guter junger Offizier, ein sehr guter Raptorpilot, die bei jeder Landung stets ein Ärgernis für meinen Chief war. Ein junges Mädchen das keine Ahnung hatte das sie ein Cylon ist.
Ich liebte dieses Mädchen wie eine eigene Tochter.
Aber trotzdem könnte ich ihnen zu jedem Zeitpunkt eine Waffe an den Kopf halten und ihr Gehirn im gesamten Raum verteilen.“

Aus seiner Tasche holte Adama ein paar Aufnahmen heraus und ein Blatt mit Notizen.
Er zog den Tisch heran und legte alles nacheinander vor ihr hin.
Adama befahl Boomer sich die Sachen anzusehen.

„Diese Aufnahmen machten vor ca. 2 Stunden unsere Raptor. Sie flogen zu Koordinaten, die wir aus dem Kopf ihres Duplikates haben. Sie waren so angelegt das sie selbst nicht darauf zugreifen konnte.“

Boomer schaute sich sämtliche Aufnahmen an und verglich diese mit den Notizen.
Aufgeregt stand sie auf. Die Wache eilte sofort heran und ging in Anschlag. Adama befahl ihm die Waffe zu senken. Unter ihrem Bett holte sie einen Zeichenblock hervor und zeichnete darauf mehrere Linien. Boomer sprach unaufhörlich mit sich selbst und verwendete stets die Begriffe Norden, Osten, Westen, Süden. Nach 10 Minuten war sie fertig und legte ihre Ansammlung von Pfeilen, Kreisen und Himmelsrichtungen dem Admiral vor.
Er nahm das Papier fragte was er daraus nun lesen sollte.

„Während der Zeit auf dem Basisschiff konnte ich mich, aufgrund der bekannten Umstände, etwas freier in den Datenarchiven bewegen. Ich stieß ein paar Monate, nachdem wir Caprica verlassen hatten, auf ein Projekt namens M0. Dabei wurde ein Durchgang erwähnt, die verschiedene Welten miteinander verbindet. Es handelte sich hierbei um eine Art Sprungantrieb. Man benötigte keinen FTL um zu reisen. Irgendetwas ging aber schief und dieser Zugang zu diesem Universum wurde verschlossen. Einigen Drohnen wurden zur Sicherheit Koordinaten des Tores sowie deren Zugangscode in Gedächtniseinheiten gespeichert, später begann man es ausgewählten Modellen zu implantieren. Es wurde so modifiziert das man bei dem entsprechenden Code das Tor für einen direkten Durchgang oder einen indirekten Durchgang für einen FTL Sprung nutzen konnte.“

Admiral Adama hörte neugierig zu und betrachtete ihre Zeichnung genauer.

„Und was soll sich dahinter befinden?“ wollte er weiter wissen.

„Wenn die Aufzeichnungen stimmten, eine weitere Kolonie der Menschen, mehrere sogar. Und einen anderen Weg zur Erde.“

Adama konnte den Ausführungen der ’Galactica-Sharon’ keinen richtigen Glauben und fragte ob sie wüsste woher man diesen angeblichen Code bekam. Boomer riss sich vom Zeichenblock ein Stück Papier heraus und schrieb eine Reihe von Buchstaben und Zahlen auf. Es waren zwei Kombinationen die Boomer ihm überreichte.

„Versuchen sie es hiermit. Es sind cylonische Codes und müssen von einem cylonischen Sender verschickt werden – wie z.B. Athena oder mir! Je nachdem wie lange das Tor geöffnet bleibt, schickt es nach einer Weile ein Signal aus, das selbst ein Basisschiff in großer Reichweite empfangen würde. Ein kleiner Schiff, wie ein Raptor, würde schneller durch sein und keine Aufmerksamkeit unbequemer Art verursachen.“

Adama sammelte alles ein und ging zum Eingang der Zelle.

„Und wie kommen sie darauf dass ich ihnen alles abnehme was sie mir erzählen?“

Boomer stand ebenfalls auf und wischte sich die letzten Tränen aus dem Gesicht. Sie ging an ihn heran und blickte entschlossen in seine Augen.

„Dann erhalten sie ihre Gelegenheit mein Gehirn verteilen zu können!“


-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------


Starbuck machte sich erneut bereit und überprüfte ihren Raptor.

„Klopf, Klopf!“

Kara drehte sich zum Einstieg des Raptors und erblickte erfreut den Admiral.

„Sir, was verschlägt sie in diese dunkle Ecke des Schiffes?“

„Ich wollte ihnen persönlich gute Jagd wünschen und ihren Gast für diesen Flug abliefern.“

Eine Wache brachte Boomer an Bord des Raptor mit der Kennung 201. Er setzte sie neben den cylonischen Sprungantrieb und überprüfte ein letztes Mal ihre Fesseln.
Helo stieß zur Crew von Cpt. Thrace und nahm an der hinteren Konsole des Schiffes platz. Kara ging ebenfalls zu ihrem Fluggast und überprüfte die Fesseln.

„Sind die Dinger zu fest?“ erkundigte sich Starbuck beim Gefangenen.

Boomer meinte das es so in Ordnung sei.

„Wenn es eines Tages auch bei dir soweit sein sollte, schenke ich dir die hier als Trauringe!“

Kara schaffte es bei Boomer ein kleines Lächeln auf die Lippen zu zaubern.
Starbuck saß sich zurück in ihren Sitz und machte verständlich das der Raptor bereit zum Start sei.

„Ok, ihr Liebhaber von Wein, Weib und Fesselspielen, wir sind startklar, haben eine urkundlich beglaubigte Starterlaubnis und ein paar Sklaven die unser Mobil zur Startrampe bringen. Klappt eure Tische ein, die billigen Plätze schnallen sich an und wenn ihr lieb seid gibt es einen Film und Popcorn.“


-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Adama traf im CIC ein. Saul Tigh stand an den Monitoren und verfolgte den Flug des Raptor 201.

„Admiral, Cpt. Thrace meldet das sie nun springen.“ meldete Lt. Dualla.

Kurz darauf sprang der Raptor aus dem DRADIS – Bereich der Galactica.

Der Commander und sein XO standen sich am Lagetisch gegenüber, blickten sich an und jeder von ihnen konnte erahnen was sein Gegenüber dachte.


-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------



Captain Kara Thrace
Rufname: Starbuck
Raptor 201
Standort: Unbekannt
Auftrag: Erkundungsflug


Der Raptor brauchte nach dem Sprung nicht lange und erreichte das runde Gebilde im Weltall.
Starbuck gab Helo die Anweisung Boomer mit den cylonischen FTL und dem Navigations-/Kommunikationscomputer zu verbinden.
Boomers Gesicht wurde schmerzverzerrt. Aufmerksam verfolgte Helo das DRADIS.
Es dauerte nicht lange und auf dem Navigationsbildschirm erschienen Sprungkoordinaten.

„Ich weiß nicht was uns auf der anderen Seite erwartet!“ warf Boomer in den Raum.

Kara schaute nochmals zu Helo. Wieder bestätigte er eine feindfreie Umgebung.

„Dann wollen wir doch mal gucken wer so guckt!“ sprach Starbuck, lud den FTL –Antrieb des Raptor und sprang durch den indirekten Durchgang des Tores.

Viper047
17-01-2008, 04:39 PM
Kapitel VI



Umwege ( Teil 2)



Cottle schaute ein letztes Mal nach Athena. Nach seinem Empfinden war sie über den Berg und bescheinigte ihr sogar erneute Einsatzfähigkeit. Für ihn war die cylonische Physiologie immer noch ein Rätsel und es verwunderte ihn daher nicht das Sharon Agathon in so kurzer Zeit vollständig erholte.
Athena sah eindeutig in ihrem Kind den Grund zu ihrer schnelleren Genesung.
Auf Anweisung von Admiral Adama durfte das Kind auf der Krankenstation bei ihrer Mutter verbleiben – ohne das Präsident Roslin etwas davon wusste.
Ein Sanitäter brachte Athena eine vorgewärmte Flasche mit Milch und fragte ob sie Besuch empfangen möchte.
Noch bevor sie fragen konnte um wen es dabei handelte stand dieser schon hinter dem Sanitäter.

„Chief? Das nenne ich wirklich eine Überraschung!“

Chief Tyrol und setzte sich an das Bett. Athena ließ sich davon nicht ablenken und fütterte derweil ihr Kind.

„Der Wurm ist größer geworden“

Ein Sanitäter störte die Zweisamkeit und brachte Sharons Uniform ans Bett.

„Wie ist es?“ setzte der Chief fort nachdem sich der Sanitäter entfernte.

Tyrol schaute auf das Baby und konnte seinen Blick von Hera nicht abweichen lassen.

„Ich denke für diese Art Flasche bist du schon ein wenig zu alt!“ entgegnete sie dem Chief, ohne zu wissen ob das seine mehrdeutige Frage traf.

Chief Tyrol blickte in die Weite des Raumes und sagte das es nicht das wäre was er meinte.

„Chief, man kann mich als vieles beschimpfen, aber der Hellseher fällt da raus. Was willst du?“

Galen erzählte ihr vom Zusammentreffen mit ihrer Kopie in der Zelle. Er versuchte ihr deutlich zu machen dass er ständig hin und her gerissen war und selbst in der Arbeit keine Ruhe fand. Er gestand sich selbst ein auch während der Ehe mit Cally den einen oder anderen Tag an Sharon gedacht zu haben. Die Ereignisse auf Neu-Caprica und auf der Galactica machten es nicht besser. Er wusste nicht weiter und bevor er ganz den Verstand verlor, entschied er sich jemanden aufzusuchen der ihm in dieser Situation einen Rat geben könnte.
Athena musste anfangen zu lachen.

„Und da dachtest du an mich? Ein Cylon als Beziehungsberater, diese Eigenschaft wird dem Admiral sicherlich als Bereicherung sehen.“ spaßte sie darauf.
Tyrol fühlte sich missverstanden und wollte wieder gehen als Athena ihn aufhielt.

„Setz dich! Ich kann dir mit auf dem Weg geben was sie vor ihrem ’Tod’ für dich empfand. Ich hoffe das Helo und ich jemals dort hinkommen. Ich denke nicht das sich dich je vergessen hat, aber ich kann dir jetzt nicht sagen was du tun oder lassen sollst. Auch wenn es für dich schwer fällt, sie ist immer noch Boomer und daher müsstest du es am besten wissen was du tun kannst. Oder auch nicht.“

Die Unterhaltung wurde durch einen Mechaniker unterbrochen. Er meldete sich beim Chief, fragte ob er den Ausruf nicht hörte und berichtete dass er im Hangar gebraucht wurde. Eine der Viper, die frisch von einer Combat Air Patrol ( CAP ) zurückkam, hatte Triebwerksprobleme und man fand das Problem nicht.
Tyrol verabschiedete sich von Athena und bedankte sich das sie etwas Zeit für ihn fand.
Athena bemerkte das der Chief eine Weile das Baby anstarrte bevor er schließlich mit seinem Mechaniker nach unten ging.


-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Captain Kara Thrace
Rufname: Starbuck
Raptor 201
Standort: Unbekannt
Auftrag: Erkundungsflug


Regungslos stand der Raptor im Raum. Kara und ihre Crew versuchten sich irgendwie zurechtzufinden. Das DRADIS zeigte ein größeres zusammenhängendes Asteroidenfeld vor dem Schiff. Nachdem auf dem Schirm kein Tor in der Nähe des Schiffes angezeigt wurde, drehte Starbuck den Raptor und versuchte visuell nach einem Tor zu suchen. Aus dem hinteren Teil meldete sich eine weibliche Stimme.

„Starbuck, du wirst lange nach einem Tor suchen. Markiert euch die Koordinaten. Es befindet sich hier eine Art Anomalie im Raum. Wie ihr seht kann man ihn als Sprungpunkt nutzen. Wenn du es gerne überprüfen möchtest können wir mit dem Ausgangscode zurückspringen.“

Cpt. Thrace blickte sich um, Boomer überprüfte die Verbindungen an ihren Armgelenken und meldete sich für den nächsten Sprung bereit. Sie erklärte der Crew dass dieser Sprungpunkt beim direkten und indirekten Sprungverfahren gleichermaßen funktioniere. Wie und andere Fragen in diese Richtung konnte sie nicht beantworten. Dafür hätte sie die falsche Ausbildung.
Helo und der Co-Pilot Lt. Markus Parker blickten zu Starbuck und erwarteten eine Entscheidung von ihr. Kara überlegte ob sie dieser Sharon glauben sollte oder nicht.

„Wenn du mich hintergehst und wir auf deine Freunde treffen sollten, nicht mehr nach Hause kommen oder sonstige Schwierigkeiten,…..“

Starbuck war für ihre lockere Art bekannt, auch für ihre Schwierigkeit Autoritäten anzuerkennen. Trotz allem war sie ein Vorzeigepilot und guter Soldat. Aber in Situationen, in der es auf absolute Disziplin, Präzision oder Härte ankam, zeigte sich ein anderes Gesicht, eine andere Kara Thrace. Diese Starbuck wäre fähig gewesen Boomer sofort ins Jenseits zu schicken wenn Kara das Gefühl hatte sie wurden von ihr betrogen.

„…, dann musst du dich hinten anstellen. Der Admiral war vor dir da. Helo, speichere die Koordinaten. Es verhält sich wie eines dieser Tore.“

Starbuck gab ihr Einverständnis. Lt. Agathon speicherte die Daten im Navigationscomputer.
Boomer rappelte sich auf und bat Helo sie auf den Navigationsbildschirm sehen zu dürfen.
Sie schloss die Augen und begann leise mit sich selbst zu reden. Sie zeigte mit dem Finger auf einen Punkt sagte dass man hier, am Ende des Asteroidenfeldes, drei weitere Tore finden würde. Sie würde Starbuck den Weg weisen.
Kara ließ sich darauf ein und startete den Raptor, mit der Gewissheit beim ersten Anzeichen für Ärger Boomer eine Kugel zu verpassen.



-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------




Battlestar Galactica


Chief Tyrol lag unter der Viper 1201 und fluchte. Ein Bolzen schien sich im Triebwerk gelöst zu haben und verursachte deshalb Fehlermeldungen im Cockpit.
Er streckte eine Hand unter der Viper hervor und bat einen Mechaniker um eine Zange.
Nachdem Tyrol nach dreimaligen Bitten immer noch nichts in der Hand hatte kam er mit ziemlich schlechter Laune hervor.
Seine Crew versammelte sich um ein Radio und hörte aufmerksam einer live gesendeten Pressekonferenz zu.

„Bin ich der Einzige der einen Haufen Arbeit hier Rumstehen sieht oder warum veranstaltet meine Crew sonst ein Kaffeekränzchen.“

Wütend ging er zu seinen Mechanikern.

„Sie haben einen Weg zur Erde entdeckt.“ gab eine Mechanikerin als Grund der Versammlung.

„Was? Dreht das Ding mal lauter!“ befahl der Chief und gesellte sich zu seinen Leuten.


-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------



Admiral Adama schrieb in sein Logbuch als er auf eine Sendung im Radio aufmerksam wurde.
Es wurde über einen neuen Weg zu Erde diskutiert, Rosslyns und Adamas Versuch die Öffentlichkeit diese Erkenntnis zu verheimlichen. Besonders horchte er auf als der aktuelle Erkundungsflug von Starbuck angesprochen wurde.
Saul Tigh kam in das Quartier des kommandierenden Offiziers und wollte eigentlich genau diese Pressekonferenz melden. Beide erkannten die Stimme des Podiumredners - Tom Zarek.
Es dauerte auch nicht lange bis sich Laura Roslin bei ihm meldete.


-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------



Colonial One


Roslin war sichtlich erzürnt über diese Pressekonferenz.

„Admiral, was wurde bei dem Teil “ nur unter den Anwesenden “ nicht verstanden? Erklären sie mir wie Zarek an diese Informationen gelangen konnte?“

Adama war erbost über die Unterstellung er oder einer seiner Offiziere hätte etwas mit der Veröffentlichung dieser empfindlichen Daten zu tun. Während Adama ihr sagte das er samt verantwortlichen Offizieren auf die Colonial One kommen wollte, beobachtete Roslin eine ihrer Mitarbeiterinnen. Ihr kam das Gefühl der jungen Frau schon einmal woanders begegnet zu sein. Dann erinnerte sich an eine Gegebenheit nach Neu-Caprica. Sie sah diese Frau einst in der Umgebung von Tom Zarek und da zählte sie 1 und 1 zusammen.

„Ich weiß das sie nichts falsch gemacht haben, Admiral. Ich erwarte sie dann hier.“ beendete Laura das Gespräch. Sie stand auf und ging in den Vorraum ihres provisorischen Büros.
Roslin stellte sich neben die junge Dame. Sie bemerkte die Präsidentin und lächelte sie an. Roslin lächelte zurück.

„Tim, würden sie diese Person in Gewahrsam nehmen und später Admiral Adama übergeben!“

Die junge Frau war sichtlich verwirrt. Der Sicherheitsbeamte nahm die Handgelenke der Frau und legte ihr Handschellen an. Er führte sie anschließend ab.



-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------



Captain Kara Thrace
Rufname: Starbuck
Raptor 201
Standort: Unbekannt
Auftrag: Erkundungsflug


Boomer führte den Raptor samt Crew durch wenige Tore. Sie konnten es kaum fassen. Aber auf ihrem Weg sahen sie viele andere Schiffe, Stationen, sogar Werbung an einer Art Kreuzung mitten im Sektor.
Kara schaute auf die Uhr. Sie nahm sich vor mehr von dieser Umgebung in Erfahrung bringen zu wollen. Sie entdeckte eine Station an der viele Schiffe an und abflogen. Sie teilte der Crew ihre Entscheidung mit das sie versuchte, auf welchem Wege auch immer, an dieser Station anzudocken.
Bei einem Abstand von ungefähr 10 Kilometer meldete sich über Funk ein automatisches Kommunikationssystem und fragte nach deren Anliegen.

„Wow, ich kann den netten Herren verstehen! Ob das ein gutes Zeichen ist? Los, Helo – gib Laut und erzähl dem Taschenrechner von unserem Anliegen!“ befahl Starbuck.

Helo antwortete, aber glaubte aber nicht daran eine Antwort zu erhalten. Kurz darauf meldete sich das Kommunikationssystem erneut und meldete dem Schiff das ihre Systeme kompatibel seien und gab mit der Landeerlaubnis die Koordinaten auf den Navigationsbildschirm.

„Habt ihr gehört – wir sind kompatibel!“ kommentierte der Pilot des Raptor 201 und folgte den Anweisungen zur Landung.



-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------



Colonial One


William Adama landete samt den eingeweihten Führungsoffizieren auf der Colonial One. Auf Wunsch der Präsidentin folgte ein weiterer Raptor mit einem Trupp Marines.
Als die Offiziere und die Marines das Büro der Präsidentin betraten überreichte einer der Sicherheitsbeamten eine junge Frau. Die Marines nahmen sie in Gewahrsam.
Voller Wut schaute Adama die verängstigte Frau an.

„Schmeißt sie in das dunkelste Loch das sie auf der Galactica finden können, Sergeant!“ befahl Adama.

Als die Marines die Frau abführten brach sie endgültig in Tränen aus. Adama und seine Offiziere setzten sich und beratschlagten wie der verursachte Schaden begrenzt werden konnte. Die Nachricht, dass ein weiterer Weg zur Erde gefunden war, verbreitete sich wie ein Lauffeuer innerhalb der Flotte. Selbst die Crew des Kampfsterns wurde von diesem Fieber angesteckt.
Von einem ihrer Sicherheitsbeamten bekam Laura Roslin den Hinweis dass noch ein Shuttle auf der Colonial One gelandet ist.
Um den Besucher, der sich ankündigte, handelte es um niemanden geringeres als der Brandstifter des Lauffeuers.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------


Battlestar Galactica



Apollo bereitete seine Viper Mk VII für die anstehende CAP vor als ihn einer seiner Piloten nach den Geschehnissen auf der Colonial One befragte.

„Apollo, sie waren doch auf der Colonial One? Was ist an der Sache dran, ich meine die Erde, Sir?“

Lee Adama stieg in seine Maschine, Chief Tyrol half ihm dabei und befestigte den Piloten.

„Der Admiral ist noch auf der Colonial One. Glauben sie nicht alles was sie in der Presse hören. Wenn es eine greifbare Hoffnung gäbe den Weg abzukürzen, würde es der Flotte sofort mitteilen. Also, Lieutenant – bewahren sie Ruhe und steigen sie in ihre Maschine. Wir haben jetzt andere Sorgen, und zwar unsere CAP rechtzeitig in die Luft zu bekommen.“

Apollo setzte seinen Helm auf als der Alarm der Galactica ertönte. Das Cockpit seiner Viper wurde verschlossen und Tyrol trieb seine Mannschaft an die Vögel so schnell wie möglich in die Röhren zu schieben.



-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------


Der XO betrat das CIC, kurz nachdem der Alarm ausgelöst wurde.
Er fand das wieder als typische Situation – kaum war der Admiral nicht da brach Chaos aus. Und Saul musste wieder den Brand löschen. So war sein Gedanke.
Er ging sofort an die Station des Taktikoffiziers und wollte wissen warum er Alarm auslöste.

„Das DRADIS meldete unbekannte Kontakte, die sich als cylonische Konfiguration entpuppten. Abfangstaffeln wurden gestartet, die CAP’s sind in Position und die Stationen melden Gefechtsbereitschaft, Sir!“

Tigh ging an den Lagetisch und beobachtete die Lage auf den Monitoren. Er befahl Lt. Dualla Admiral Adama auf der Colonial One den Feindkontakt zu melden.

„Sir, Apollo meldet Sichtkontakt – 4 cylonische Jäger. Aber halten nicht direkt auf unsere Flotte zu.“ kam als Meldung von Anastasia Dualla.

„Vier einsame Jäger soweit draußen ? Ich will es nicht dem Zufall überlassen das sie uns entdecken. Wir haben schon genug Ärger am Hals. Apollo soll sie entfernen, schnell!“

Dualla nahm den Befehl des XO auf und gab den Einsatzbefehl an Apollos Staffel.



-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------


Captain Kara Thrace
Rufname: Starbuck
Raptor 201 / Unbekannte Station
Standort: Unbekannt
Auftrag: Erkundungsflug





Eine Hebevorrichtung platzierte den Raptor an einer Landerampe. Durch die Frontscheibe konnten sie ein reges Treiben erkennen. Und vor allem, nicht nur menschliche Wesen passierten ihr Schiff – auch insektenartige oder, nach Starbuck getaufte, Fischköpfe.

„Nimm ihr die Fessel ab, Helo!“

Obwohl ihr Co-Pilot offen die Entscheidung von Starbuck missbilligte gab sich Markus vorerst mit dem Befehl ab. Lt. Agathon befreite sie von den Verbindungen und ihren Fesseln.
Kara entschloss sich auf der Station umzusehen.

Die Tür öffnete sich und die Crew des Raptor 201 stieg aus.

„Parker, sie bleiben hier und passen auf unsere Mühle auf, und ihr Beide merkt euch wo wir geparkt haben!“

Die 3 wollten losgehen als bei ihnen ein Wesen stehen blieb. Es fing an zu zischen und bewegte seine Arme dazu. Als es bemerkte dass die 3 Menschen es nicht verstand, kramte es etwas Knopfartiges aus seinem Umhängesack und wollte es an Starbucks Ohr stecken.
Kara reagiert darauf und schlug seine Hand weg. Als die Situation zu eskalieren drohte meldete sich eine weibliche Stimme aus dem Hintergrund.

„Ihr scheint wohl nicht allzu oft in die äußeren Sektoren zu reisen. Wenn es ein Paranide oder Split wäre, könnte man jetzt euere Fleischteile einsammeln. Aber Teladi wollen nur Geschäfte machen.“

Die fremde Frau nahm das Knopfartige Ding aus der Hand des Teladi und steckte es in ihr Ohr.

„Er wollte nur einen Translator in dein Ohr stecken. Leider musst du das nun bezahlen – Ware ist ja nicht mehr frisch“

Kara nahm noch mehr diesen Translatoren von dem Teladi und verteilte sie an ihre Crew.
Dafür wollte er natürlich Bezahlung erhalten. Ließe sich aber auf ein Tauschgeschäft ein wenn man ihm das Schmuckstück dafür gebe. Der Teladi schaute Boomer an.

„Denkt ja nicht daran mich zu verkaufen!“

„Der Gedanke wäre schon witzig, aber ich glaube er meint das hier.“

Starbuck holt aus Boomers Hosentasche die Handfesseln hervor und bezeichnete Helo als einen Idioten. Tatsächlich meinte er diesen Gegenstand und wünschte beim Abschied einen guten Profit.

Die junge Frau stellte sich als Ashley Hernandez vor. Sie fragte wie lange die Besucher auf der Freien Argon Handelsstation in Aladnas Hügel bleiben wollten.
Sie ging mit den 3 in ein Lokal auf der Ebene 9 und versprach dass ihrem Raptor nichts passieren wird. Kurz bevor sie das Lokal betraten prüfte Starbuck ob sie eine Funkverbindung mit Lt. Parker bekam. Tatsächlich war die Verbindung gut. Er meldete keine Vorkommnisse.
Sie befahl ihm sich sofort zu melden falls er Ärger bekam.

Ashley lud ihre neuen Freunde zu einem Trink ein. Starbuck ließ sie einfach erzählen und konnte so etwas über die Umgebung erfahren. Ashley erzählte über die letzten Vorfälle, Änderungen bei den Beziehungen zwischen den Völkern, Klatsch und Tratsch, usw.
Die Crew des Raptor bemerkte in der Sprache viele parallelen. Bis auf wenige Dialektbedingte Worte und Redewendungen verstanden sie so gut wie alles.

Starbuck schaute sich im Lokal um und eine Konsole am anderen Ende des Lokals erregte ihre Aufmerksamkeit.
Sie war am häufigsten frequentiert.
Als Ashley neugierig über die Herkunft ihrer Freunde und deren Schiff wurde, lenkte Kara geschickt das Thema auf die Konsole.

„Aus welchem Sektor seit ihr den? Das ist Spacenet. Ihr könnt darin so gut wie alles finden. Kommt, ich zeig es euch.“

Sie standen alle auf und gingen an die freigewordene Konsole. Ashley wechselte die Sprache.

„Was kann man euch aus dem Informationsnetzwerk präsentieren, was nicht die Polizei auf uns hetzt?“

Starbuck schaute in die Gesichter ihrer Begleiter. Boomer nickte ihr zu.
Cpt. Thrace will die aufdringliche Hilfsbereitschaft ihrer neuen ’Freundin’ ausnutzen.

„Zeig mir die Erde!“ forderte Kara Ashley auf.

„Du meintest wohl Argon Prime!!“

Hernandez gab den Suchbegriff ein und kurz darauf erschien eine Abbildung von Argon Prime.

Kara hielt sich an Boomer fest, Tränen flossen ihr die Wangen hinunter.

„Wir sind zuhause!“ sprach Starbuck leise aus.



-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------





Captain Lee Adama
Rufname: Apollo
Viper 2502
Standort: DRADIS – Bereich Battlestar Galactica
Auftrag: Abfangen und vernichten der cylonischen Bedrohung

Lee hatte Sichtkontakt zu den 4 cylonischen Jägern. Wie vermutet steuerten sie nicht direkt auf die Flotte zu. Das bedeutete sie hatten keine Ahnung das die Flotte sich in ihrer Nähe befand.
Lee näherte sich den feindlichen Jägern aus ihren toten Winkeln aus. Apollo folgten weitere 7 Vipern, bestehend aus den Vipern Mk II und MK VII. Er versuchte sich so schnell in Schussposition zu bringen bevor die Cylonen etwas von ihrem bevorstehenden Verderben bemerkten.

„Zielverteilung von links nach rechts, Feuer auf mein Zeichen!“ befahl Apollo.

Die Viper formierten sich daraufhin zu engere 2 er Formationen.
Unbemerkt näherten sich die kolonialen Jäger und erfassten ihre Opfer.

„Feuer!“ befahl er seinen Flügelmännern

An den überraschten Cylonen zischten die kolonialen Projektile vorbei.
Die MEC-A6 30mm Thraxon von Apollos rechten 2 er Formation, bestehend aus Viper Mk II, feuerten sich auf ihre Ziele ein und ihre Opfer hatten keine Chance.

Apollo feuerte ebenfalls auf sein Ziel. Der feindliche Jäger versuchte zu entkommen und brach nach rechts weg.
Aber Apollo sah diese Manöver voraus. Er verlangsamte etwas seine Viper, drehte seine Maschine nach rechts, hob die Nase etwas über den cylonischen Jäger und schoss mit einem so entstandenen Vorhaltewinkel. Der Cylon steuerte direkt in den Projektilhagel der Viper Mk VII und damit in sein Verderben.

„Ich zählte bis jetzt 3, was ist mit Nummer 4?“ fragte Apollo über Funk.

Ein Moment tat sich nichts, bis eine erfreuliche Meldung die Stille durchbrach.

„Geschichte! Nummer 4 ist Geschichte, Captain!“

„Lasst uns wieder nach Hause!“ befahl Lee Adama und wendete seine Maschine Richtung Galactica. Der Einsatz konnte ohne eigene Verluste beendet werden.“


-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------


Battlestar Galactica


Admiral Adama verfolgte den Einsatz auf dem Monitor. Er ballte die Faust und freute sich mit der Crew über die erfolgreiche Abfangjagd.
„Da kamen sie aber noch mal rechtzeitig zu Party, William.“

Adama warf ein Lächeln zu Saul Tigh und befahl die Alarmstufe vorerst aufrecht zu halten.
Man sollte von jetzt an das DRADIS genauer beobachten und die Viperstaffeln für Einsätze bereit sein.
Der Admiral und sein XO hofften das der Raptor von Starbuck bald zurückkam und die Cylonen ihre Jäger nicht all zu früh vermissten.



-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------



Colonial One


Präsident Roslin ging noch einmal ihre Presseerklärung. Das Lauffeuer innerhalb der Flotte, wie auch im Rat, wurde immer stärker.
Sie berief deshalb eine Pressekonferenz ein und wollte zu den Gerüchten Stellung nehmen.

Ein Sicherheitsbeamter meldete ihr das Mitglieder des Rates sofort mit ihr sprechen wollten.
Die Vertreter der Stämme kamen in ihr Büro. Als letztes kam Tom Zarek hinein.
Sie fragte die Ratsmitglieder was es dringendes gab was nicht nach der Pressekonferenz hätte warten können.

Zarek legte ihr einen Zettel auf den Tisch.

„Was ist das?“ fragte sie nichts ahnend.

„Das ist eine Erklärung, wonach sie als Präsident der 12 Kolonien zurücktreten werden. Das Maß ist voll, die Menschen da draußen wollen nicht mehr ihren Schiffen eingepfercht sein. Sie hätten den Rat unterrichten das Adama einen kurzen Weg zur Erde gefunden hat.“ erklärte ihr die Vertreterin von Gemenon.

Roslin nahm die Erklärung an und las sie durch.

„Und wer soll nach ihrer Meinung an die Stelle des Präsidenten treten?“

Die Ratsmitglieder schauten in Richtung Zarek.

„Der Rat hat mir ihr Vertrauen ausgesprochen, Laura. Ich gebe den Menschen was sie haben wollen – ein Zuhause.“

Erschrocken von der Tatsache lehnte sich Laura in den Sessel zurück und wusste nicht mehr weiter…………………

Viper047
17-01-2008, 04:42 PM
Kapitel VII


Umwege ( Teil 3 )


Captain Kara Thrace
Rufname: Starbuck
Freie Argon Handelsstation
Standort: Aladnas Hügel


Die Crew des Raptor 201 stand vor Konsole und war sich sicher den Weg zur Erde gefunden zu haben. Sie betrachteten sich die Abbildung von Argon Prime und wurden unsanft aus ihren Hoffnungen gerissen.

„Jeder Primat würde Argon Prime nicht mit der Erde verwechseln. Also, woher seid ihr?“ wollte Ashley mit immer stärker werdenden Interesse wissen.

„Aguilars Gürtel!“ reagierte Boomer sofort.

Ashleys Gesichtsausdruck zeigte Mitleid teilte ihr Beileid mit.

„Warum sagt ihr das nicht gleich? Ich kann euch verstehen, ich würde mich auch schämen aus dem Rattennest zu kommen. Schätze mit Bildung war nicht so, oder?“

Hernandez gab die Erde als Suchbegriff ein und lud den 3 eine Informationsseite.

„Ich gehe uns noch was zum trinken holen.“

Ashley ging an die Bar und versuchte noch ein paar Drinks zu ergattern. Starbuck gab derweil Boomer einen kräftigen Schubs und fragte sie aufgeregt woher sie ihre blitzschnelle Eingebung herhabe. Sharon zeigte auf einen Laden auf der anderen Seite.

„Die verkaufen Karten. Ich dachte ein Versuch wäre es Wert…..“

Starbuck gab ihr einen Klaps auf den Hinterkopf und bat sie, sie das nächste Mal einzuweihen wenn sie denkt. Währendessen schaute sich Helo die Informationsseite genauer an und stieß auf etwas Interessantes.

„Hey, wenn ihr fertig seid euch gegenseitig Nettigkeiten an den Kopf zu schmeißen, schaut euch das mal an.“

Kara und Sharon gesellten sich zu Helo und schauten sich an was er fand.

„Nachdem ich in diesem Menü einen alten Dialekt fand, kann man die Zeilen nahezu komplett lesen. Ihr seht hier alle wichtigen Ereignisse in einer Zeitlinie.
Hier oben haben wir zwei davon, die Erde und das spätere Argon Prime. Das wichtigste für uns ist das es keinen Zugang zur Erde mehr gibt. Die hier sind genauso abgeschnitten von der Erde. Aber Fakt ist, die Erde gibt es – sie ist real.“

Helo ging in der Seite weiter runter.

„Und wie es aussieht haben die Cylonen – nichts für ungut, Sharon – Verwandte. Hier heißen sie Xenon und sind ebenfalls ein hausgemachtes Problem.

Sharon gefiel dieser Ausdruck nicht und begann eine Diskussion mit Helo. Kara betrachtete mittlerweile die geschichtlichen Ereignisse der Erde.

„Haltet mal die Klappe!“

Starbuck zog beide wieder an die Konsole heran.

„Wenn vor eurer Haustür einige Tausend Flüchtlinge aus einer anderen Kolonie auftauchen würden, würde das in eurer Historie nicht irgendwo auftauchen?“

Helo und Boomer fragten sie wie sie auf diese Annahme käme. Starbuck zitierte einige Passagen aus der Pytia, an der man geschichtliche Ereignisse festmachte, verglich diese mit den frühzeitlichen Daten der Erde. Sie fanden ungefähr einen Zeitraum, wonach sich die Stämme wahrscheinlich trennten.

„Die Flotte kam nie an!“ sagte Starbuck

Starbuck drehte sich zu ihren Kameraden teilte ihnen die Befürchtung mit die ihr gerade im Kopf herumspuckten.

„Das ist Schwachsinn, Starbuck! Und das weißt du auch. Nur Idioten glauben an so was!“ warf Helo sofort als Einwand ein.

„Und du machst einem Toaster schöne Augen, du Idiot!“

„Ihr wisst schon das ich direkt neben euch stehe, oder? funkte Boomer in das aufkeimende Streitgespräch dazwischen.

Inzwischen kam Ashley mit den Getränken wieder und verteilte die Gläser in der Runde.

„Hey, Gonerdialekt! Aber war ja klar dass ihr auf einer Missionsschule gewesen sein müsst. Ward ihr beim alten Blackberry?

„Sag mal, kann man den Kram hier sich ausspucken lassen?“ fragte Starbuck ihre Wohltäterin.

Ashley bat die 3 zur Seite und druckte ihnen das Gewünschte aus.
Sie tranken ihre mitgebrachten Getränke schnell aus. Kara bedankte sich für die Einladung und machte ihr klar das sie wieder los müssten.
Helo packte das Informationsmaterial, Starbuck rief Parker an das er den Raptor schon mal startklar machen sollte und sie in wenigen Minuten bei ihm wären.




-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------





Battlestar Galactica



Admiral Adama schaute auf die Uhr auf seinem Schreibtisch. Starbuck war schon über 5 Stunden auf dem Erkundungsflug. Er machte sich Sorgen um die Raptorcrew. In ihm kam immer mehr der Verdacht dass er von dieser Sharon-Kopie hinters Licht geführt wurde und seine Piloten sich in der Hand der Cylonen befinden könnten.
Laura Roslin betrat sein Quartier und setzte sich wortlos ihm gegenüber.

„Wissen sie dass wir wieder im demselben Dilemma stecken, Admiral? Vor nicht allzu langer Zeit machte mein damaliger Vizepräsident dieselben Versprechungen wie Zarek. Eine Heimat, ein Ende der Flucht vor den Cylonen.“

Adama stand auf und holte aus einem Schrank eine Flasche und zwei Gläser. Er schenkte ihnen etwas Wasser ein und setzte sich wieder in seinen Sessel. Sie stießen an und nahmen einen Schluck. Der Admiral stand anschließend wieder auf, ging an eine Kommode. Roslin schaute neugierig was er nun hervorholen würde.
Als er wieder an seinen Platz ging hielt er eine Flasche mit einem alten Whisky in der Hand. Er sagte dass er die Flasche stets für einen besonderen Moment bereithielt, und solch ein Moment war nach seiner Meinung angebrochen.

„Warten wir bis Starbuck mit den Erkundungsergebnissen wieder da ist. Danach werden wir weiter sehen. Und sofern die Götter wollen wird es zu ihren Gunsten verlaufen.“

Er schenkte der Präsidentin ein und beide stießen auf eine gute Wendung an.

„Der Rat macht mir die Hölle heiß, sie kriechen Zarek in den Allerwertesten und am Ende ist die Enttäuschung wieder groß. Und dann raten sie zu wem sie wieder kommen. Es gibt Tage da Frage ich mich ob Demokratie in Wahrheit nur eine Form von Speichelleckerei ist!“

Beide schauten sich kurz an und dachten sich ihren eigenen Teil zu diesem Thema. Roslin stellte ihr leeres Glas in die Nähe des Whiskys. Ihre Nachricht wurde verstanden und Adama schenkte sich beiden noch ein Glas ein.

„Na ja, was soll es. Wieder nur eine politische Krise. Ich hoffe inständig das Captain Thrace bald wieder kommt und wir Zarek den Boden unter den Füßen wegziehen können. Denn noch so einen Dilettanten an der Macht überlebe ich nicht.“

„Hab ich gerade meinen Namen vernommen?“

Eine weibliche Stimme ertönte aus dem Hintergrund. Der Admiral und Roslin blickten zum Eingang des Quartiers. Dort stand Starbuck lächelnd und hielt einige Aufzeichnungen hoch.
Adama stand auf und begrüßte seinen Piloten. Sie berichtete beiden von den Erlebnissen der Raptorcrew und zeigte interessante Neuigkeiten. Roslin war einerseits Enttäuscht, doch hatte sie nun Material um Tom Zarek den Wind aus den Segeln zu nehmen.
Zusammen mit Cpt. Adama sollte Starbuck eine Pressekonferenz auf der Galactica einberufen.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Im Raptor 201 waren noch Helo und Boomer tätig. Sie sollten den cylonischen FTL aus seiner Halterung lösen. Helo fluchte da er den FTL nicht gelöst bekam, und dann brach ihm auch noch der Schraubenschlüssel, was seinen Gemütszustand nicht förderte.

„ So ein Mistding. Könnt ihr nicht beim nächsten Mal dran denken einen für unsere Systeme kompatiblen FTL zu bauen.“ fluchte Helo.

„Ich werde es bei der nächsten alljährlichen cylonischen Jahresversammlung ansprechen!“ amüsierte sich Boomer.

Für Lt. Agathon war es zu diesem Zeitpunkt nicht nach Lachen zumute und forderte Boomer auf aus dem Werkzeuglager einen neuen Schraubenschlüssel zu besorgen.
Die Wache begleitete Boomer. Sie stand im Werkzeuglager und stellte fest dass sich an der eigenwilligen Ordnung des Chiefs nichts änderte. Auf gutem Glück durchsuchte sie die Regale nach dem passenden Werkzeug.

„Die Schlüssel für die Raptor sind im letzten Regal, blauer Kasten. Mittlerweile solltest du dich auskennen!“

Chief Tyrol betrat sein Lager und begleitete Boomer an das angesprochene Regal.

„Es tut mir leid was ich zu dir gesagt hatte, es war dumm und unüberlegt!“ entschuldigte sich Tyrol während er ihr das passende Werkzeug in die Hand gab.

„Du hast deinen Standpunkt vertreten. Ich muss es akzeptieren und damit wäre die Sache endgültig vom Tisch, Chief!“

Boomer blieb kühl und wollte sofort an den Raptor zurück. Die Wache stand am Eingang und verfolgte das Geschehen im Lager.

„Sie brauchen den passenden Aufsatz!“

Boomer blieb stehen und starrte die Wache an. Tyrol bat sie wieder zurückzukommen damit er ihr das fehlende Utensil überreichen konnte. Sie drehte sich schließlich um und folgte dem Chief zu einem weiter Wegstehenden Regal.

„Ich bin immer noch ein Idiot!“ setzte Tyrol fort.

Boomer schaute sich um zu sehen wo die Wache stand bevor sie ihm antwortete.

„Ja, da liegst nicht einmal so falsch. Es hat sich viel geändert. Es verging kein Tag an dem ich nicht verfluchte ein Cylon zu sein, und Tag für Tag hunderten Sharons zu begegnen. Ich kann es weder dir noch dem Admiral verübeln.“

Die Wache wurde langsam ungeduldig und fragte den Chief wie lange es noch dauerte um den Aufsatz zu finden.
Tyrol holte einen Aufsatz hervor. Als er diesen Boomer überreichen wollte nahm er dabei ihre Hand.

„Chief, das ist dumm.“ erwiderte Boomer leise darauf.

„Das brauchst du dem Idioten nicht zu erzählen!“

Der Corporal der Wache wurde die Warterei zuviel und ging an das Regal, an dem der Chief und Boomer stand.

„Was dauert da so lange?“ wollte er vom Chief wissen.

Er fand beide sichtlich überrascht vor und wollte nun eindringlicher wissen was die Beiden gemacht hatten. Boomer ging unverzüglich an die Seite der Wache. Währenddessen entnahm der Chief einen Kasten und hielt diesen dem Corporal vor die Nase.

„Sagen sie mir auf Anhieb welcher Aufsatz auf einen Raptorschlüssel B12 passt?“

Die Wache wusste keine Antwort darauf. Daraufhin stellte der Chief den Kasten zurück in das Regal und trat mit ernster Miene an die Wache heran.

„Dachte ich mir doch, Corporal! Oder wollten sie mir eben was anderes unterstellen?“

Die Wache verneinte und entschuldigte sich beim Chief.
Helo wartete ungeduldig auf das Werkzeug als Boomer den Raptor betrat.

„Was hat da solange gedauert, und was soll ich mit einem Triebwerksaufsatz?“

Boomer überreichte Lt. Agathon den Schraubenschlüssel und half ihm weiter die Konstruktion zum Abtransport in die Waffenkammer zu lösen.

„Hat dir eigentlich schon jemand gesagt dass du nichts weiter kannst als über alles und jeden zu meckern?“

„Meine Frau!“ entgegnete Helo und arbeitete weiter.


-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Der Raum füllte sich mit Pressevertreter. In einem Nebenraum hielten sich Roslin, der Admiral sowie Apollo und Starbuck auf. Sie gingen ein letztes Mal den Ablauf durch.
Die Mitglieder des Zwölferrates betraten den Nebenraum. Die Nachricht ereilte sie recht schnell.
Zarek ging an die Tafel mit den Informationen, die Starbuck auf dem Erkundungsflug erhalten konnte.

„Woher haben sie auf einmal die wundersamen Informationen?“ wollte er von Starbuck wissen.

„Aus welchem Sektor stammen sie den, sehr geehrtes Ratsmitglied? Das ist Spacenet!“

Ein Mitarbeiter des Pressestabes gab grünes Licht. Die Konferenz konnte beginnen.
Mit einem spöttischen Lächeln nahm Starbuck das Informationsmaterial und schleppte es raus zur Presse.
In Zarek selbst staute sich die Wut.

Adama und Roslin hielten zuerst ein paar einleitende Worte über die momentane Situation und erklärten das Handeln seitens der zivilen und militärischen Führung. Das Zarek dabei in das schlechte Licht gestellt wurde sah man ihm an.
Starbuck trug schließlich die Ergebnisse vor.

„Captain, Luisa Connor von der Gemenon Times, können sie der Öffentlichkeit nun bestätigen ob die Erde existiert?“

Starbuck holte eine Aufnahme hervor, die extra für diese Konferenz vergrößert wurde. Auf ihr sahen die Vertreter der Presse einen blauen Planeten abgebildet.

„Die Erde ist kein Mythos, sie sehen eine Abbildung aus deren Informationskanälen. Doch diese Menschen sind seit vielen Jahren selbst von der Erde abgeschnitten. Die verschiedenen Welten werden durch Sprungtore verbunden. Das Tor zur Erde wurde zerstört.

Weitere Stifte gingen in die Luft, die Reporter rissen sich förmlich um Information.

„Starbuck, Mark Hamil, Caprica Today. Sie sprachen vorhin die Empfehlung aus, trotz der Möglichkeit zu einer anderen Kolonie der Menschen zu stoßen, weiter Kurs zur Erde zu halten. Warum empfehlen sie weiterhin auf den Schiffen zu bleiben und vor den Cylonen zu fliehen?“

Es wurde still im Saal. Die Frage hatte wohl einen der Nerven getroffen die der Presse besonders wichtig war.

„Das kann ich ihnen ganz leicht beantworten, Mark! Die Menschen dort haben ihre eigenen Cylonen, plus eine weitere feindliche Rasse namens Khaak. Diese Welt dort ist voller größeren und kleineren Krisen. Diese Welten sind ständig im Krieg miteinander. Ich weiß nicht wie es ihnen dabei geht, aber mir hatte der letzte Krieg gereicht. Wie alt sind sie jetzt Mark? 30? 32? Wenn sie bis zu ihrem 60., sofern sie ihn erreichen, gerne weitere 4 – 5 Kriege erleben wollen.“

Kara holte eine weitere Vergrößerung mit einer Timeline des entdeckten Universums hervor. Wie bei der Erde war das Blitzlichtgewitter sehr stark, jeder wollte soviel wie möglich an Infos für die Leser haben.

„Nun, meine Vertreter der Öffentlichkeit...“ setzte Starbuck fort „….sie haben nun die Wahl. Bis jetzt fliehen wir nur vor einem bekannten Feind und haben einen Anhaltspunkt wo sich die Erde befindet. Oder wir siedeln uns auf diesen Welten an, haben mehrere Feinde um uns und erleben dann wieder ein Neu-Caprica!“

Die Menge verstummte. Roslin war überrascht über die klaren Worte von Starbuck. Ein Mitarbeiter des Pressestabes trat an das Mikrofon und beendete die Pressekonferenz.

Starbuck begann darauf das Material abzubauen. Adama und seine Offiziere sahen wie der politische Arm in den Nebenraum verschwand.
„Bin gespannt was die dahinter nun entscheiden werden.“ sagte Lee Adama und räumte das Podium zur Seite.

Sein Vater ging an die Tür und öffnete einen Spalt, gerade so dass er den Rat und die Präsidentin beobachten konnte. Er sah wie die Vertreterin von Gemenon einen Zettel zerriss und ihr die Hand reichte.
Zarek konnte sich das Schauspiel nicht mehr länger ansehen und verschwand durch den gegenüberliegenden Ausgang. Die Politiker redeten noch kurz und der Zwölfer Rat ging dann ebenfalls. Adama betrat den Raum als die Vertreter der 12 Stämme draußen waren.

„Sie wollen auf gar keinen Fall ein weiteres Neu-Caprica. Es wird morgen offiziell sein, aber sie haben sich mit großer Mehrheit für eine Weiterreise entschieden. Cpt. Thrace war sehr deutlich mit ihrer Einschätzung und das hat sie überzeugt.“ sagte die Präsidentin mehr als überglücklich.

Roslin wollte sofort auf die Colonial One um eine Rede für die Öffentlichkeit vorzubereiten. Adama bestand darauf sie zu begleiten


-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Zarek stürmte in das Quartier von Admiral Adama, in der Hoffnung ihn anzutreffen.
Tom stand in seinem leeren Quartier und sein Blick schweifte auf den Schreibtisch des Admirals. Seine Aufmerksamkeit wurde durch eine handschriftliche Notiz geweckt die unter einem Buch hervorsah. Als er bemerkte was er entdeckte nahm er sich sofort etwas zu schreiben und kopierte sich diese Notiz. Die Wache störte ihn und fragte was er im Quartier zu suchen hätte. Zarek machte ihn darauf aufmerksam wer er sei und das ihm die Frage nach seinem Beweggrund nicht zustehe. Der Marine ging auf Zarek zu und sagte dass er wohl wüsste um wen es sich um seine Person handelte. Er entsicherte seine Waffe und bat den Abgeordneten sehr deutlich zu gehen.
Tom vernahm das Klicken und wusste sofort dass dieser Soldat Adama loyal ergeben war. Er ging darauf wortlos aus dem Quartier. Der Marine schaute sich kurz um ob er etwas verdächtiges bemerkte, anschließend verließ er das Quartier seines Admirals.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------


Starbuck wartete vor dem Quartier auf Admiral Adama. Als er kam ging sie mit ihm hinein.
Sie schloss die Tür und legte anschließend einen Ausdruck auf seinen Schreibtisch. Adama zog seine Brille auf und las sich diesen durch.

„Die Geschichte der Erde. Sie wollen mir doch etwas durch die Blume sagen, Starbuck. Helfen sie einem alten Mann auf die Sprünge.“

Kara setzte sich und wollte es so kurz wie möglich machen.

„Die Flotte kam nie an der Erde an, Sir. Sie sehen dort jedes geschichtliche Ereignis. Wir haben vor Ort eingegrenzt in welchem Zeitraum wir die Erde ungefähr erreichen könnten.
Wenn man unsere frühe Geschichte mit der der Erde abgleicht, findet man Parallele.“

Starbuck nahm sich einen Stift vom Schreibtisch des Admirals und kreiste ihm die Stellen ein, die sie meinte.

„Ich bin zwar kein superschlaues Kerlchen, Sir – aber auch ich habe mich mit unserer Geschichte befasst. Und wenn beide keine Fehler in ihren Aufzeichnungen machten, dann dürfen wir sowieso nicht in dieses Universum fliegen.“

Adama schaute sich die Zeittafel genauer an und verglich sie mit seinem Wissen aus der Pytia. Er ging an sein Bücherregal und holte eine Kopie davon hervor. Gemeinsam mit Starbuck suchte er die passenden Passagen heraus. Schnell wurden sie fündig und verglichen es mit den geschichtlichen Ereignissen auf der Erde.

„Wer weiß davon noch, Captain?“

„Nur Helo und Boomer, Sir?“

Adama stellte das Buch zurück in das Regal.

„Wir werden sowieso weiter zur Erde fliegen, die Entscheidung wird morgen offiziell. Dennoch machen sie die Beiden darauf aufmerksam dass diese Information unter uns bleibt. Das ist ein Befehl, Starbuck!
Weiterhin werden sie noch einmal dorthin gehen und versuchen mehr über die Erde herauszufinden. Nehmen sie diesmal einen weiteren Raptor mit. Athena soll den zweiten Raptor fliegen.
Weisen sie die Leute ein und vergrößern sie das Suchgebiet.
Haben sie den cylonischen FTL benötigt?“

„Benutzt, ja! Gebraucht, nein Sir? Wir können ganz normal springen. Ich werde mich um den weiteren Flug kümmern, Sir!“

Starbuck meldete sich ab und verließ das Quartier.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Astral Queen


„Es war eine Frechheit wie mich der Rat abserviert hatte, und diese Starbuck erst. Doch sie werden dafür bezahlen mich wie einen Aussätzigen behandelt zu haben. Ich werde die Menschen aus Roslins Fängen befreien und der Öffentlichkeit die Augen öffnen. Und wenn wir sie dazu zwingen müssen die Wahrheit über Roslin und ihren Terrorapparat zu erkennen.“

Zarek konnte die Zurückweisung des Rates nicht verkraften. Endlich hatte er eine Gelegenheit um Roslin zu einem Rücktritt bewegen zu können, und im nächsten Augenblick war diese auch schon wieder weg. Ein Vertrauter Zareks studierte derweil den Code den Tom aus dem Quartier Adamas kopierte.

„Die Anfangszeilen sind ein cylonischer Code, die letzten Sprungkoordinaten für den FTL – Computer. Ich denke das könnte funktionieren. Wir können auf jedes Schiff, bis auf die Galactica. Gib uns 2 Stunden!“

Zarek bedankte sich bei seinem Freund. Dieser verabschiedete sich und nahm die Notiz mit.
-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Battlestar Galactica

Aus dem Aufenthaltsraum waren mehrere Stimmen zu hören. Die Piloten saßen zusammen, spielten und tranken gemeinsam. Es wurde gelacht und diskutiert. Um einen Tisch hatten sich mehrere Piloten versammelt. Irgendwas schien dort die Attraktion zu sein.
Starbuck betrat den Raum und gab einem ihrer Piloten einen Klaps auf den Hinterkopf.

„Mach das Ding aus oder siehst du nicht dass wir hier ein Kind haben!“

Sie nahm sich anschließend einen Trink und gesellte sich zur Anhäufung hinzu.

„Zeigst du mir wo an den Ding die Tasten sind oder ist das einer dieser neuen Sprachgesteuerten Taschenrechner?“

Starbuck unterstrich ihren Kommentar mit einem Lächeln und schaute sich das Kind von ihr genauer an.

„Wir fliegen morgen noch mal dorthin, du wirst mit einem weiteren Raptor ebenfalls einen dieser Sektoren erkunden. Ich zeig euch wie so eine Handelsstation aussieht und dort werdet ihr euch nach einer Konsole mit Spacenet durchfragen.“

Kara holte aus ihrer Hosentasche einen Translator und erklärte ihr die Funktionsweise.

--------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Viper047
17-01-2008, 04:44 PM
Gemenon Liner Sunrise
Koloniales Passagierschiff

Die Wartungscrew dockte an das koloniale Passagierschiff an. Sie meldete sich für eine Routineinspektion für den FTL – Computer an. Captain Lonar Dermond wartete bereits auf der Brücke auf die angekündigten Techniker.

„Hallo, wir haben schon auf euch gewartet. Unsere Computer wurden erst letzten Monat inspiziert. Warum so schnell wieder eine Inspektion?“

Ein Techniker setzte sich an den Computer während sein Partner sich mit Dermond unterhielt.

„Sie wissen gar nicht wie oft wir das heute schon zu hören bekamen. Wir tun doch auch nichts weiter als unseren Job. Und der garantiert ihnen das sie mit der Flotte mithalten können.“

Captain Dermond ließ sich schnell beruhigen und nach wenigen Minuten war der andere Techniker auch schon fertig.
Der Abschied fiel nur kurz aus und die Techniker machten sich zum nächsten Schiff der Flotte auf.


-------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Battlestar Galactica


Chief Tyrol ging den Gang entlang. Man sah ihm an das er mit den Gedanken woanders zu sein schien. Kameraden grüßten ihn unterwegs und er bekam manchmal davon nichts mit.
Er kam nach einer Weile an seinem Ziel an – die Gefangenenzelle von Boomer.
Eine Wache öffnete ihm die Tür. Als er eintrat sah er neben Boomer Admiral Adama und Captain Thrace. Adama befahl dem Chief vor der Tür zu warten. Sie wären gleich fertig.
Der Admiral übergab Boomer eine Uniform. Sie stellte sich ins Achtung und salutierte vor Adama.

Tyrol wartete wie befohlen vor der Tür als der Admiral und Starbuck hinauskamen.

„Gibt es etwas was ich wissen sollte, Chief?“ fragte Adama in einem ernsten Unterton.

„Ich weiß nicht was sie meinen, Sir?“ antwortete ihm der Chief nervös.

Adama trat an Tyrol näher heran und blickte dem Chief fest in die Augen.

„Wir wissen beide auf was ich hinaus will, Chief. Verkaufen sie mich nicht für blöd!“

Tyrol wurde immer nervöser und wollte darauf schnell antworten. Aber Adama ließ ihn dazu kommen.

„Sie sollten erst gar keinen Gedanken daran verschwenden. Nur weil ich ihr den kleinen Finger gebe heißt es nicht dass ich auch bereit bin ihr die ganze Hand anzubieten. Ich gestehe ihr kleine Privilegien zu weil ich sie brauche. Diese Art von Privilegien werde ich ihr nicht zugestehen. Zwischen Athena und Lt. Agathon kann ich nichts mehr tun, dort ist es zu spät. Aber zwischen ihnen beiden kommt es erst gar nicht soweit. Halten sie sich von ihr fern, Chief. Hera wird der einzige Mischling in dieser Flotte bleiben. Das ist ein Befehl!“

Adama befahl Tyrol sich umgehend auf seinen Posten zu begeben. Tyrol ging um die Ecke und wartete bis der Admiral verschwunden war. Anschließend ging er wieder in den Zellenraum zurück.

Boomer zog sich die Uniform an als es an der Scheibe klopfte. Sie freute sich über den Besuch, zeigte es aber in Gegenwart der Wache nicht.

„Hey Chief!“

Boomer legte ihre Hand auf die Scheibe. Tyrol zögerte kurz und legte anschließend seine Handfläche auf ihre.

„Du bist wieder im Team?“

Sharon zog sich den Reißverschluss der Fliegerkombi zu. Sie trug aber noch keine Rangabzeichen.

„Ja, der Admiral sagte als ein Zeichen des Vertrauens. Für das was ich für die Flotte geleistet hatte. Und nachdem Athena nach einiger Zeit zur Flotte zurück konnte, will er mir diese Chance ebenfalls geben. Aber ich muss es mir solange verdienen bis er über weiteres entscheidet.“

Der Chief schaute sich um, um zu sehen was die Wache machte. Der Sergeant verfolgte das Gespräch ohne großes Interesse.

„Ja, das ist doch gut, oder? Ich meine der alte Mann gibt dir eine neue Chance und…“

Boomer unterbrach den Chief in seinen Ausführungen da ihr etwas anderes auf der Seele brannte.

„ Der Admiral weiß es, besser gesagt er ahnt etwas. Ich habe ihm nichts vom Lager erzählt. Aber ich komme nur hier raus wenn ich mich von dir fern halte. Nichts was über den dienstlichen Charakter hinausgeht. Das war die Bedingung für diese Uniform, die Bedingung hier endlich raus zu kommen und endlich wieder einen Raptor fliegen zu können.“

Chief Tyrol blieben die Worte aus. Genau das wollte er nicht hören. Seine Augen wurden glasig und er hatte Schwierigkeiten die Tränen zurückzuhalten.

„Es tut mir leid, Chief. Als wir uns das letzte Mal gegen den Willen der Führung unsere Beziehung weiter führten brachte es dir nichts weiter als Ärger. Diesmal will ich nicht dass du für mich büßen musst.

Er nahm wieder seine Hand von der Scheibe. Die Enttäuschung war ihm ins Gesicht geschrieben. Auch Boomer liefen die Tränen von den Wangen.

„Also, war’s das? Es tut mir leid dass ich überhaupt hergekommen bin. Ich bin wirklich ein Idiot!“

Tyrol hang den Hörer wieder auf. Er legte ein letztes Mal seine Handfläche auf ihre. Die Wache konnte sehen dass sich bei Beiden die Lippen bewegten und sie sich etwas zuflüsterten.
Gebrochen verließ er den Zellenraum. Boomer sah ihm noch nach.

Einen Augenblick später betrat Starbuck den Zellenraum und ließ den Marine die Zelle aufschließen.

„War was? Der Chief sieht etwas mitgenommen aus?“ fragte Starbuck

„Nein, alles Ok.“ versicherte ihr Boomer.

Cpt. Thrace befahl 2 Marines zu sich. Sie begleitete Sharon in den Hangar. Zum ersten Mal ohne Handfesseln.


-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Zareks Shuttle landete auf der Galactica. Adama bat um ein Gespräch bezüglich des letzten Ereignisses innerhalb der Flotte.

„Es ist geschafft. Wir sind sehr nahe an diesem Tor. Wenn Adama noch mal einen Erkundungsflug durch dieses Tor schickt, registrieren wir das. Danach geben wir das Signal und die Flotte springt in die neue Heimat. Wir haben die Computer so manipuliert das die Schiffe erst einmal nicht mehr springen können. Unser Schiff übernimmt anschließend die Führung. Einige Captains folgen uns, den Rest können wir dadurch zwingen“

Zarek schien über diese Nachricht sehr zufrieden zu sein. Die Tür von seinem Shuttle öffnete sich und Tom begab sich zu dem Quartier von Adama. Er wollte eigentlich nicht auf die Galactica. Doch dann bot ihm Adama an dass ein paar Marines als Eskorte ihn bewegen könnte an Bord der Galactica zu kommen.
Er hoffte dass das Gespräch ein schnelles Ende nahm und er wieder auf die Astral Queen zurückkonnte.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Im Hangar ging es ein wenig hektisch zu. Tyrol half Helo den Cylonen - FTL im Raptor 402 zu befestigen. Starbuck wollte ihn unbedingt dabei haben für den Fall der Fälle.
Athena wies ihre Crew ein letztes Mal in die bevorstehende Mission ein. Sie bekam den Raptor 101 zugewiesen, sowie die Lt. Parker und Caldwell.
Starbucks Crew, bestehend aus Lt. Agathon und Boomer sollten wieder zu dieser Handelstation fliegen. Athena sollte ebenfalls an derselben Station andocken. Man werde sich in dieser Station erst einmal weiter umsehen. Starbuck hoffte wieder diese redselige Fremde zu treffen und so die Informationsbeschaffung einfacher zu gestalten.

Boomer nahm auf dem Pilotensitz platz als Chief Tyrol den Raptor betrat.

„Ich schätze du wirst diesen Vogel auf Altgewohnter Weise landen. Diesmal hab ich vorgesorgt, aufgrund des Ersatzteilmangels“

Tyrol checkte mit dem Piloten ein letztes Mal die Systeme.

„Chief!“

Er versuchte sie zu überhören und verließ nach dem Check den Raptor.
Tyrol meldete die Einsatzbereitschaft der Raptor und meldete sich ab.
Als Starbuck ihren Raptor betreten wollte hörte sie im Hintergrund Apollo ihren Name rufen.

„Hey mein Captain, ich bin noch nicht einmal eingestiegen und du vermisst mich schon?“

„Ja, witzig. Mein Vater schickt nach dir. Zarek ist an Bord und du sollst ihn ein wenig unterhalten. Helo soll 402 übernehmen, Athena führt 101.“

Starbuck warf ihre Handschuhe auf die Stufen des Raptor und war eindeutig mit der Entscheidung unzufrieden.

„Und was soll ich da machen? Ihm was vorlesen, vorsingen oder an der Stange tanzen?“

Apollo klopfte ihr auf die Schulter und schenkte ihr darauf ein Lächeln.

„Hört sich für den Anfang nicht schlecht an. Du machst das schon!“

Lee Adama ging zu einem Pilotenbriefing, Starbuck stöhnte kurz und schwang sich anschließend in ihren Raptor.

„Helo, Mama muss zum bösen Onkel. Du übernimmst die Führung! Meinst du, du kommst zurecht?“

„Karlchen ist schon ein Großer, natürlich wird er das schaffen!“ antwortete er prompt.

„Das mit dem Groß sagt wer?“ fragte Starbuck anschließend.

„Meine Frau, wenn du es genau wissen willst!“

„Als hätten die davon eine Ahnung!“ kommentierte Kara und schloss den Raptor.

„Was schaut ihr dabei immer mich an?“ fragte Boomer empört als Helo sie auf dem Kommentar von Starbuck ansah.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Adama betrat das CIC. Tigh meldete ihm dass die Raptor gestartet waren und sich auf dem Weg zum Tor befanden. Der Admiral verfolgte auf dem Schirm wie die Schiffe durch das Tor sprangen.
Über Funk ertönte auf einmal die Stimme von Lt. Dualla. Sie wies die Flotte an den Sprung 1C durchzuführen.

„Was geht da vor sich?“ fragte Adama erbost. Der XO rannte sofort zur Station der erschrockenen Dee.

„Ich habe nichts gemacht, Sir! Ehrlich, ich habe nichts gesagt.“

„Sir, die Flotte!“ meldete der Taktikoffizier.

Admiral Adama verfolgte wie ein ziviles Schiff nach dem anderen sprang, selbst die Colonial One.

„Können wir sehen woher dieser Funkspruch kam?“ fragte Tigh aufgeregt.

Gaeta prüfte zusammen mit Dualla die Herkunft der Stimme, die sich als Lt. Dualla ausgab.

„Astral Queen, Sir!“ kam als Meldung von Lt. Duallas Station.

Der Blick von Admirals Adama Augen ließ nichts Gutes verheißen. Er befahl sofort den Sprung der Flotte zu verfolgen und das Schiff auf roten Alarm zu versetzen. Adama verließ hastig die Brücke und übertrug Tigh das Kommando.

„Dee, rufen sie die Sicherheit zu Admiral Adamas Quartier!“

„Sir?“

„Zarek! Ich gehe jede Wette ein das er ihm nun den Hals umdrehen wird. Das will ich unter gar keinen Umständen verpassen! Mr. Gaeta, sie haben die Brücke.“
-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Lt. Karl Agathon
Rufname: Helo
Raptor 402
Standort: Nopileos Memorial


Die beiden Raptor waren auf dem Weg zum Tor als das DRADIS mehrere Schiffe hinter ihnen anzeigte.

„Boomer, sag mir das ich mich irre. Aber hinter uns sind koloniale Konfigurationen, alles zivile Schiffe.“

Sharon blickte auf das DRADIS und bestätigte was er sah. Helo befahl Raptor 101 das beide unverzüglich zurückkehren werden um nachzusehen was da vor sich ging.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Colonial One
Standort: Nopileos Memorial

Laura Roslin schaute aus dem Fenster. Sie suchte vergeblich nach der Galactica. Sie ging daraufhin zum Cockpit des Schiffes. Dort versuchte schon der Captain die Galactica zu rufen.
Der Copilot machte beide darauf aufmerksam das sich einige Schiffe, unter der Führung der Astral Queen, von der Flotte wegbewegten.

„Rufen sie die Astral Queen, Captain!“ befahl darauf die Präsidentin.

Der Captain versuchte mehrmals eines der Schiffe zu rufen, doch weder die Astral Queen noch eines der anderen Schiffe antwortete. Derweilen häuften sich die Anrufe der verbliebenen Schiffe warum sich einige Schiffe entfernten und wo die Galactica bliebe.

„Frau Präsident!“

Der Captain gab ihr einen Kopfhörer.

„Colonial One, hier ist Raptor 402, wie sind sie in dieses System gekommen? Und wohin wollen die anderen Schiffe, wo ist die Galactica?“

Die Aufregung in Helos Stimme war über Funk deutlich zu hören. Die Besatzungen der Raptor versuchten ebenfalls die wegfliegenden Schiffe anzurufen – ohne Erfolg.

„Raptor 402, wir wissen selbst nicht wie wir hierher kamen.“

Der Captain machte die Präsidentin aufmerksam dass die Galactica selbst den Sprung befahl. Roslin gab das genauso an Helo weiter. Er bat an Bord kommen zu dürfen. Sein Pilot würde sich die Systeme der Colonial One näher ansehen.
Roslin gestattete den Raptor auf der Colonial One zu landen.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Battlestar Galactica

Starbuck versuchte gezwungen eine Konversation mit Zarek zu führen um die Zeit überbrücken zu können.
Sie strahlte über das ganze Gesicht vor Erlösung als Adama das Quartier betrat.
Zarek bemerkte den Admiral ebenfalls und stand auf um ihm die Hand zur Begrüßung reichen zu können.

„Sie verdammtes Stück Dreck!!“

Ohne zu ahnen was los war sah Starbuck wie Adama auf Zarek losstürmte. Der Admiral verpasste dem Abgeordneten eine so stramme Rechte, das man den Bruch des Nasenbeins sicherlich noch auf der Brücke des Schiffes vernehmen konnte. Zarek ging benebelt einen Schritt zurück und stützte sich am Tisch. Starbuck stand immer noch fassungslos daneben und rührte sich nicht.

„Was haben sie getan, sie elender Mistkerl?“

Während Adama die Frage stellte fasste er Zarek am Hals und führte seinen Kopf mit Wucht gegen die Tischplatte. Er hob ihn wieder an, holte mit der Linken aus und versetzte ihm seinen mächtigen Schlag gegen den Kopf. Zarek versuchte ebenfalls auszuholen, doch William Adama fing seinen Versuch ab. Er holte stattdessen mit der Rechten aus, traf Zarek in der Magengrube und versetzte ihm anschließend einen Kinnhaken. Zarek fiel über den Tisch und zog Adama mit sich.

Mittlerweile ist ein Trupp Marines und der XO am Quartier eingetroffen.

„Bei den Göttern, Starbuck! Sehen sie nicht das er ihn umbringt.“

Die Marines versuchten den Admiral von Zarek herunterzuholen. Bis sie es schafften musste Tom noch ein paar Schläge einstecken. Sein Gesicht war blutverschmiert als die Marines Zarek aufhoben. Sie hatten sichtlich Mühe ihren Admiral von Zarek fern zu halten.

„Ich stelle ihnen nur eine einzige Frage, sie Dreckskerl! Wo ist die Flotte?“

Der XO befahl den Marines den Admiral wieder loszulassen.

„Auf dem Weg zu einem neuen Zuhause. Manchmal muss man andere eben zu ihrem Glück zwingen, Admiral.“

Die Marines hatten Adama zu früh losgelassen. Er konnte ausholen und Zarek erneut eine Kostprobe seiner rechten Geraden schmecken lassen.
Saul Tigh und ein Marine zogen den Admiral von Zarek weg. Er befahl den Marines Tom Zarek wegen Hochverrats einzusperren.

Währenddessen versuchte Tigh den Admiral zu beruhigen und befahl Starbuck das die Viperstaffeln sofort in Alarmbereitschaft gingen.
Lt. Dualla meldete sich über das Intercom, der Admiral wurde auf der Brücke verlangt.
Er stieß den Arm von seinem XO weg, richtete seine Uniform und begab sich mit Tigh auf die Brücke.

Adama kam in das CIC, Lt. Dualla überreichte ihm einen Hörer.

„ Adama!“

„Sir, hier ist Raptor 402. Auf der anderen Seite befindet sich die Flotte. Sie nutzte das Zeitfenster um mit uns durch das Tor zu springen. Ihre FTL – Computer wurden manipuliert, sie können den Sprungantrieb nicht für zurück nutzen.“

Saul Tigh sah den Gesichtsausdruck des Admirals und wusste dass es was Ernstes sein musste. Er nahm sich ebenfalls einen Hörer um das Gespräch verfolgen zu können.

„Ja, Sir – bei allen Schiffen. Die Schiffsbesatzungen sagten dass gestern auf allen Schiffen Inspektionen an den FTL durchgeführt wurden. Sie dachten es wären Crews der Galactica gewesen. Es brauch jeden Fall mehrere Stunden bis alle Probleme behoben sind.
Aber das ist noch nicht alles, Sir!“

Adama musste sich am Lagetisch abstützen. Ihm brannten die Handgelenke von den Schlägen in das Gesicht von Zarek. Aber das war das geringste Problem.

„Einige Schiffe, unter der Führung der Astral Queen entfernen sich von der Flotte. Und Boomer sagt, da die ganze Flotte durch das Tor sprang, war der Durchgang zu lange offen.
Sie geht davon aus das wir auf dieser oder der anderen Seite unangenehmen Besuch bekämen.“

Adama musste kurz den Hörer ablegen. Er überlegte angestrengt was er tun sollte. Er schaute seinen XO an und hatte sich entschieden.

„Sagen sie Boomer, wir springen erneut. Das Kind ist eh in den Brunnen gefallen. Beim nächsten Sprung wird ihnen die Galactica folgen.“

Adama beendete die Kommunikation. Gaeta bereitete die Galactica vor und wartete auf den Befehl des Admirals.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Colonial One
Standort: Nopileos Memorial

Athena hatte vor dem Abflug von 402 Boomer ersetzt und ging die Protokolle des FTL – Computers durch. Sie versuchte so schnell wie möglich den Fehler zu finden und ggf. zu beheben.
Auf dem Radar wurden zwei weitere Kontakte gemeldet. Es waren die Galactica und Raptor 402.

„Frau Präsident, Admiral Adama!“ meldete der Copilot.

„Admiral, schön sie und die Galactica zu sehen. Was ist passiert?“

„Zarek, Frau Präsident! Er ist der Drahtzieher. Aber das ist momentan unsere geringste Sorge. Das Tor hat eventuell ein Signal an eine Cylonenflotte gesendet die auf dem Weg hierher sein könnte. Wir können nicht alle Schiffe einsammeln. Ich will das die verbliebenen repariert werden und das wir wieder zurückspringen...“
Roslin gab ihm ihr Einverständnis. Athena hatte derweil eine gute und eine schlechte Nachricht. Sie hatte den Fehler, in Form eines Trojaners, gefunden. Doch um den FTL wieder nutzen zu können müsste man das System komplett löschen und neu installieren. Und damit sollte nach ihrer Meinung so schnell wie möglich begonnen werden.
Über Funk gab Adama ihr den Befehl sich unverzüglich an die Arbeit zu machen.

Laura schaute aus dem Fenster. Sie konnte beobachten wie die Galactica an ihr vorbeizog und ihre Viper startete.


-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Zarek saß gefesselt an einem Stuhl. 4 Marines und der XO beaufsichtigten wie Doc Cottle die Wunden des Gefangenen versorgte.

„Ihr Admiral schlägt eine gute Rechte!“ sprach Zarek zu Tigh.

„Ich hätte es ihm gegönnt wenn er den letzten Knochen in ihnen gebrochen hätte, aber dann hätten meine Marines keinen Spaß mehr!“ entgegnete ihm Saul darauf.

Adama betrat die Zelle. Er sagte Cottle das die Behandlung reichen würde. Der Admiral ging an seinen Gefangenen heran. Er nahm sein Kinn in die Hand und schwenkte seinen Kopf nach links und rechts.

„Wir sitzen nun fast 2 Stunden wegen ihnen hier fest. Jetzt können ihnen nun auch die Reden über Freiheit oder Gerechtigkeit nicht weiterhelfen. Der Rat hat ihre Immunität aufgehoben, die Präsidentin hat ihre Unterschrift darunter gesetzt.“

Adama hielt ihm ein offizielles Schreiben vor das Gesicht. Darin stand dass der Rat Zarek, wegen Hochverrat, die politische Immunität aberkannte. Darunter die Unterschrift und der Stempel des Präsidenten der 12 Kolonien. Noch bevor Adama richtig mit dem Verhör beginnen konnte, wurde auf dem Schiff Alarm ausgelöst.

„Sie kommen!“ sagte Tigh zu Adama.

Die beiden Männer machten sich unverzüglich auf dem Weg in das CIC.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Lt. Gaeta hatte den Alarm ausgelöst. Er befahl dem Schiff schon Gefechtsbereitschaft als die Führungsoffiziere das CIC betraten.

„Was gibt es, Mr. Gaeta?“

Der Taktikoffizier zeigte auf dem Schirm koloniale, cylonische Schiffe – wie auch ein größerer unbekannter Kontakt.

„Es war die Astral Queen die S.O.S funkte, Sir. Sieben Schiffe wurden bereits zerstört, die Astral Queen ist eines der schnelleren Schiffe. Es versucht mit ihrer leichten Bewaffnung die Cylonen von den anderen Schiffen fernzuhalten. Sie bitten um Schutz der Galactica!“

„Einen Dreck bekommen die, die sind doch selbst daran schuld!“ warf Tigh ein.

„Starten sie die Viper! Sie sollen sich zur Flotte bewegen! Gaeta, fliegen sie das Schiff in Verteidigungsposition vor die Flotte.“ befahl Adama.

Tigh gab Befehl zur Feuerbereitschaft an die Geschütze und unterstellte Adama das er ein viel zu weiches Herz hätte.


-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Im Hangar herrschte so was wie geordnetes Chaos. Piloten und Mechaniker rannten durcheinander. Sie wollten so schnell wie möglich die Viper in die Startröhren bringen.
Starbuck hielt eine junge Pilotin an.

„Hey sie, Name und Staffel?“

„Lt. Damori, Lehrstaffel von Kat. Gestern mit der Ausbildung fertig geworden.“

„Nein, ein Greenhorn. Verdammt! Schnappen sie sich ihre Maschine, sie sind mein Flügelmann. Bleiben sie an meiner Seite und bauen sie keinen Mist.“

Lt. Damori begab sich zu ihrer Viper Mk II. Apollo befahl Starbuck als seinen Flügelmann.

Der Raptor 402 war auf der Galactica gelandet. Boomer sollte Adama melden wie weit die Arbeiten an den Schiffen vorangingen.

„Was sagt der alte Mann?“ wollte Helo wissen als Boomer zurückkam.

„Es geht ihm viel zu langsam voran. Wir hatten gerade einmal die Colonial One fertig. Wir suchen den Weg nach Argon Prime. Dort sind große Kolonien der Menschen und eine Menge an militärische Präsenz. Die Raptor werden die Führung übernehmen. Die Galactica gibt uns derweilen Schutz.“

Boomer wollte die Tür des Raptor verschließen als eine Hand dazwischen griff.

„Chief, die Motoren laufen schon. Tut was ihr auch immer tun wollt, aber schließt dann diese verdammte Tür.

Boomer und Tyrol gaben sich zum Abschied einen letzten Kuss.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Captain Lee Adama
Rufname: Apollo
Viper 2502
Auftrag: Schutz der Flotte
Abfangen und vernichten der cylonischen Bedrohung

Die Viper Staffeln trennten sich. Ein kleinerer Teil wurde beauftragt die Flotte zu begleiten.
Raptor sind voraus geflogen, unter der Führung von Boomers Raptor, um den Weg nach Argon Prime zu lotsen. Die nutzten den Schutz des Asteroidengürtels um solange wie möglich vor den Cylonen versteckt zu bleiben. Die Galactica flog mit Gefechtsgeschwindigkeit und schob sich zwischen die Flotte und den Aggressoren.

Boomer identifizierte das unbekannte Schiff als ein Xenonzerstörer. Dieser versuchte der Flotte den Weg abzuschneiden. Zusammen mit Raptor 101 wollten sie in die Nähe des Xenonschiffes fliegen und versuchen es mit der kolonialen Version des Cylonenvirus zu stoppen.

„Viper 2502, hier Galactica – kommen!“

Apollo meldete sich und am anderen Ende des Funks hörte er die Stimme seines Vaters.

„Lee, ihr müsst sie solange hinhalten bis das letzte Schiff in Sicherheit ist. Wir nehmen es solange mit den großen Brocken auf. Gute Jagd – Commander! Galactica Ende“

„Ihr habt den Admiral gehört, verpassen wir den Toastern eine schlimme Erinnerung“ wies Lee die Staffeln an.

„Toaster!“ meldete einer der Flügelmänner.

„Ihr kennt das Spiel! Zielverteilung von links nach rechts! Feuer!“ befahl Apollo.

Daraufhin begannen die Vipern zu feuern. Die cylonischen und kolonialen Jäger flogen auf einander zu. Auf beiden Seiten explodierten Schiffe. Schließlich vermischten sich die gegnerischen Jäger. Der Kampf hatte begonnen.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Lt. Karl Agathon
Rufname: Helo
Raptor 402
Auftrag : Aufklärung von cylonischer Bedrohung
Erkundung ( Ziel Argon Prime )


Der Raptor näherte sich unauffällig dem Xenonschiff. Von der anderen Seite näherte sich Raptor 101. Sie brachten sich jeweils hinter einen Asteroiden in Stellung.

„Athena, hier Helo. Wir sind soweit, Boomer ist soweit verkabelt und meldet Einsatzbereitschaft!“

Nach einem kurzen Moment meldete ebenfalls Athena Einsatzbereitschaft. Beide begannen nun das Virus auszusenden.

„Was ist wenn es nicht funktioniert und die hier immun sind?“ fragte Helo besorgt.

„Helo, betest du regelmäßig?“ kam als Gegenfrage zurück.

„Eigentlich nicht!“

„Dann wäre, für den Fall, heute sicherlich der richtige Tag dafür um damit anzufangen.“

Beide beobachteten aufmerksam die Reaktion des riesigen Schiffes.
Die Anstrengung war Boomer ins Gesicht geschrieben. Das DRADIS meldete auf einmal Alarm. Helo schaute auf den Schirm. Raketenalarm.

„Verdammt, wir sind aufgeflogen!“ schrie Karl.

Er schnappte sich das Steuer und wollte weg, als die Steuerung des Raptors streikte.
Der Warnton wurde immer lauter. Raptor 101 schaffte es zu verschwinden.
Helo fasste nach Boomers Hand und hielt sie fest. Die Rakete nahm aus irgendeinem Grund in letzter Sekunde eine Kursänderung vor und steuerte unkontrolliert auf den Asteroiden zu. Das Xenonschiff begann sich abzusenken und steuerte ebenfalls auf den Asteroiden zu.

„Helo!“ schrie Boomer.

Helo versuchte hektisch das Schiff wieder in Gang zu bekommen. Boomer schlug kräftig auf die Steuerkonsole. Der Raptor reagierte. Das Xenonschiff und die Rakete bohrten sich derweil in den Asteroiden vor dem Raptor. Helo drehte das Schiff und gab volle Leistung.
Eine Explosionswelle erfasste das Schiff. Gesteinsbrocken zischten um das Schiff vorbei.
Helo hatte alle Mühe das Schiff sicher hindurchzusteuern. Er drehte die Maschine aus dem Gefahrenbereich und nutzte den Schutz der Asteroiden. Schließlich schaffte es der Raptor hindurch. Erleichtert und um einige Gewichtsklassen leichter schauten sich Boomer und Helo an. Ihre Verschnaufpause war nicht von langer Dauer. Sie lotsten die ersten Schiffe, unter der Führung der Colonial One, zum ersten Tor.


-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Battlestar Galactica
Auftrag: Schutz der Flotte


Die Geschütze der Galactica schossen unermüdlich. Bisher hielten sich die Schäden im minimalen Bereich. Adama verfolgte den erfolgreichen Einsatz der Raptor. Er befahl die Galactica Richtung Tor zu verschieben und damit den beiden verbliebenen Basisschiffen den Weg abzuschneiden. Über dem Funk waren die Piloten zu hören, ebenso deren Siege oder Niederlagen. Adama zählte bis jetzt 6 verlorene Viper.

„Mr. Gaeta, verschieben sie die Galactica Richtung Zentrum des Asteroidenfeldes!“ befahl Adama seinem Taktikoffizier und beobachtete dabei das nähere der beiden Basisschiffe.

„Was haben sie vor?“ fragte sein XO

„Es passt sich ständig unsere Richtung an und versucht den Abstand zu halten. Ich will es in das Feld drücken solange sie ihren Fehler nicht merken!“

Die Galactica konzentriert nun ihr Feuer auf das Basisschiff in Feuerreichweite. Die Einschläge verursachten schwere Schäden am Basisschiff. Die Galactica flog immer weiter auf das Schiff zu. Explosionen schossen aus dem Schiff. Es versuchte den Abstand zum Kampfstern zu vergrößern und sich aus dem Feuerbereich zu entfernen. Doch Adama hielt hartnäckig fest. Die Abwehrgeschütze hatten das Angriffsfeuer des cylonischen Träger in Griff. Die Flak dezimierte nach und nach die Jäger der Cylonen. Zu spät bemerkten sie was der koloniale Befehlshaber vorhatte. Das Schiff versuchte an Höhe zu gewinnen um über das Feld zu kommen. Einer der Ausleger blieb im Gestein hängen und besiegelte das Verderben des Schiffes. Während es hinter sich von den Asteroiden zerrissen wurde, zerschoss die Galactica die Front des cylonischen Trägerschiffes. Das Schiff wurde vollkommen zerrissen.

Mittlerweile konnte sich das zweite Schiff der Galactica nähern. Es eröffnete sofort das Feuer. Trotz ersten schweren Schäden befahl Adama das sich die Galactica weiter zwischen das Basisschiff und der kolonialen Flotte schob. Erste Verletzte und Tote wurden im CIC gemeldet.

Viper047
17-01-2008, 04:45 PM
-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Captain Lee Adama
Rufname: Apollo
Viper 2502
Auftrag: Schutz der Flotte
Abfangen und vernichten der cylonischen Bedrohung



„Verdammt, haltet mir die Toaster vom Hals!“ schrie Apollo seinen Flügelmännern zu.

Apollo verfolgte einen hartnäckigen Cylonen, welcher am laufenden Band Haken schlug, während sich hinter ihm zwei weitere Cylonen versuchten an sein Heck zu hängen.
Starbuck befahl Lt. Damori sich mit ihr zurückfallen zu lassen um anschließend die Verfolger zerstören zu können.

„Ok, Damori, auf 1! 3..2..1 !“

Beide Vipern tätigten für einen kurzen Moment die Schubumkehr. Sie fielen schnell zurück. Die cylonischen Jäger rauschten an ihnen vorbei. Die beiden kolonialen Jäger gaben wieder volle Leistung.

Starbuck klemmte sich hinter den rechten Toaster, Damori wies sie den Linken zu. Sie gab Feuer frei auf eigenes Ermessen. Kara näherte sich dem Cylonen. Dieser versuchte Apollo unter Beschuss zu nehmen. Über Funk hörte sie das Fluchen des CAG warum niemand ihn den Rücken freihielt.

„Ganz ruhig!“ sagte Starbuck.

Doch Apollo wollte sich nicht beruhigen, da er schon genug mit seinem Ziel zu tun hatte.
Kara hatte eine Vorahnung dass das Ziel von Apollo als nächstes nach links Wegbrechen würde und Lee versuchte einen Vorhaltewinkel zu bekommen und demnach etwas langsamer wurde. Sie rechnete dass ihr Toaster ebenfalls langsamer wurde und versuchte Apollo während der Drehung zu erwischen.
Wie sie vermutete drehte Apollos Ziel nach links weg. Apollo hob seine Nase, verlangsamte etwas die Viper. Apollo feuerte, der Cylon flog direkt in das Feuer der Viper hinein und zerfiel in seine Einzelteile. Als Apollo sich ein wenig über den überfälligen Abschuss freute, flog an ihm eine Raiderhälfte und weiterer cylonischer Jäger vorbei.

„Verdammt Rubber, du hast dein Ziel verpasst!“ schrie Starbuck.

Sie beschleunigte ihre Mk VII und nahm die Verfolgung auf. Apollo und Damori folgten ihr.
Der Raider setzte sich hinter eine andere Mk II und eröffnete darauf das Feuer.

„Kat, ich bin gleich da!“

Starbuck holte alles aus ihrer Viper heraus. Kat versuchte ihren Verfolger abzuschütteln, doch er sah jeder ihrer Bewegungen voraus. 3 weitere Cylonen tauchten urplötzlich vor Kat auf und vor Schreck zog sie die Maschine nach oben. Diesen Fehler nutzte ihr Verfolger sofort aus und schoss eine Rakete ab. Einen Augenblick später verschwand die Mk II in einem Feuerball.

Der Raider drehte ab und suchte sich sein nächstes Ziel. Starbuck war für einen kurzen Moment erstarrt. Apollo flog an ihr vorbei und nahm die Verfolgung auf.
Kara reagierte und folgte ihrem Freund.

„Ich sehe 2 Toaster von links, fangt sie ab.“ befahl er seinen Flügelmännern.

Starbuck drehte nach links ab. Die zwei Cylonen konzentrierten sich auf Apollo. So konnte Cpt. Thrace, unter dem Schutz von Rubber, sich hinter die Beiden setzen. Sie sah sofort dass sie eine ungünstige Formation flogen und viel zu nah beieinander waren.
Kara nahm sich den rechten Jäger als Ziel. Ihre Viper kam in Feuereichweite und zerschoss dem rechten Jäger das Triebwerk. Die Explosion trennte seinen linken Flügel und zerstörte seinen Nebenmann.

Apollo hatte sich mittlerweile auf den Cylonen eingeschossen. Erste Meldungen über Munitionknappheit empfing er über den Funk. Er befahl seinen Piloten dennoch weiter durchzuhalten, denn die letzten Schiffe seien kurz vor dem Tor.
Lee überprüfte mit einem Blick seinen Munitionsstatus, visierte erneut den Raider an und zerschoss ihn in handliche Stücke. Plötzlich wurde es neben Cpt. Adama kurzzeitig gleißend hell. Er schaute rechts raus und sah von was die Galactica getroffen wurde.

„Leeeeeeee!!“


-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Heute
Argonia City
Argon Prime

Schweißgebadet wachte er auf. Er schaute sich um, die Wohnung war dunkel. Die Tür öffnete sich und eine weibliche Gestalt betrat den Raum. Sie bemerkt dass er aufrecht da saß und keuchte. Sie machte das Licht an und setzte sich besorgt zu ihm. Sie nahm ihr Handtuch und tupfte ihm die Schweißperlen aus dem Gesicht.

„Was hast du?“

Er schlug sich die Hände vor seinem Gesicht zusammen und beruhigte sich allmählich.
Sie nahm ihn in den Arm und streichelte durch sein Haar.

„Thomas hatte angerufen nachdem du Schlafen gegangen warst. Er hatte auf einem alten Schiff wohl ein Logbuch gefunden und wollte es dir zeigen. Weißt du wovon er redete?“

Er löste sich wieder aus ihrem Arm und begann sich anzuziehen.

„Michael, wo willst du jetzt noch hin?“

Wie von Sinnen suchte sich Michael Hunter seine Sachen zusammen und überhörte vollkommen was seine Frau zu ihm sagte. Als es ihr genug war, hielt sie ihn fest und fragte mit sorgenvoller Stimme nach was mit ihm los sei.

„Ich muss sofort auf die Galactica!“ sagte er mit zittriger Stimme.

„Auf die Galactica? Schatz, sie wurde vor über 20 Jahren zerstört. Wo bist du bloß mit deinen Gedanken?“

Sie nahm ihren Mann in den Arm und schlug vor das er sich wieder ins Bett legte.
Michael löste den Griff seiner Frau und schaute ihr ernst ins Gesicht.

„Nein, Dee. Sie dockt an einer unserer Werften. Thomas konnte sie nur im Asteroidenfeld von Nopileos Memorial finden.
Der alte Mann hatte es damals geschafft und wir hatten ihn im Stich gelassen!“

Er schnappte sich seine Jacke und ging in die Garage.
Seine Frau stand zurückgelassen in der Wohnung und wusste nicht ob sie weinen oder lachen sollte. Seit vielen Jahren hörte sie diesen Namen nicht mehr. Dee eilte in das Schlafzimmer, packte sich etwas zum anziehen und wollte es unbedingt mit ihren eigenen Augen sehen.

„Lee! Warte!“ rief sie ihm nach und schloss die Haustür.

Viper047
17-01-2008, 04:46 PM
Kapitel VIII

Der Wille Gottes


Basisschiff B26-H
Standort: Unbekannt
Auftrag: Unbekannt



Ein Stapel Papier schlug deutlich hörbar auf den Tisch. Es war der Argon Mirror.
Eine junge Frau im roten Kleid setzte sich auf den Tisch, neben ihr stand ein älterer Herr und arbeitete am Computer. Er ließ sich nicht beeindrucken und beachtete sie nicht.
Sie nahm die Zeitung in die Hand und las ihm einen Artikel vor.

„Sie hat versagt. Sie wollte den Job einem Kopfgeldjäger überlassen, der sie in dieser schäbigen Bar über den Haufen knallte. Ich hatte dir von Anfang an gesagt dass sie es vermasseln würde. Ich werde diese kleine Angelegenheit selbst aus der Welt schaffen!“

Er unterbrach seine Arbeit, nahm die Brille ab und stellte sich vor sie. Er schaute in ihre blauen Augen, seine Hände streiften durch ihr blondes Haar und ertasteten jeden Zentimeter ihres Körpers.

„Was würde er von mir halten wenn ich mein bestes Pferd im Stall für so was Kleines opfere?“

Sie entfernte seine Hände von ihrem Körper. Sie war enttäuscht von ihm.

„Also für ein Pferd hältst du mich? Wenn ich nicht gewesen wäre würdest du heute hier sicher nicht stehen. Das weiß Gott, und vor allem weiß ich das!“

Er zog sie an sich und gab ihr einen innigen Kuss.

„Ich liebe es wenn du versteckte Drohungen gegen mich aussprichst. Aber im Ernst, mir kam eine weitaus bessere Idee.“

Er entnahm aus seiner Schublade eine Akte und legte sie ans Ende des Tisches. Von dort entnahm sie eine dritte Person im Raum, sah sie sich an und ging. Seine junge Geliebte schaute ihn an und war erstaunt über den Schritt ihres Liebhabers.

„Wo ist dieser Mann geblieben, den man zu allem bewegen musste bis endlich etwas passierte. Du überraschst mich immer wieder auf das neuste! Aber ich habe auch eine Überraschung für dich!“

Sie streifte sich das Kleid ab und zog ihn ganz nah an sich.

„Unser 1.Paket kommt in diesem Moment auf seiner Spielwiese an!“ flüsterte sie ihm ins Ohr.

„Sein Wille geschehe!“ sagte er darauf und schloss die Tür seines Arbeitsraumes.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------


Argonische Sektorwache
Station 4ZB-33#9
Standort: Omikron Lyrae
Auftrag: Überwachung militärischer Bestimmungen
Schutz von argonischen Einrichtungen


Lieutenant Harold Messer war neu auf der Station, und daher bekam er auch gleich seine erste Nachtschicht aufgebrummt. Er saß in dem Sessel wo normalerweise der Befehlshaber dieser Station – Commander Sascha Tremor – saß.
Die Arbeit auf der Station war meist eintönig und beinhaltete meist den Job eines Fluglotsen. Den interessanten Teil erledigen die Mannschaften der Jäger und Großkampfschiffe. Sie patrouillieren zwischen den Sektoren, den Stationen und erleben richtige Action.
Davon träumte auch Harold, doch er versagte bei der Eignungsprüfung für die Pilotenausbildung. Aber da seine anderen Fähigkeiten vorbildlich ausfielen, bot man ihm die Laufbahn des Fachoffiziers an. Nicht das was er sich erhofft hatte. Trotzdem nahm er an um der Arbeitslosigkeit innerhalb seiner Familie zu entgehen.

Bei ihm waren noch 4 Mannschaftsdienstgrade und ein Unteroffizier als sein Stellvertreter.
Die Nachtwache lotste seit Schichtübernahme meist kleinere Schiffe durch den Sektor und wies den flinken Jägern Objekte für eine unangemeldete Kontrolle zu.

„Wieder einmal ein ereignisreiche Nacht, nicht wahr, Sir?“

Messers Stellv. rührte gelangweilt in seinem Kaffee während beide Vorgesetzte die Arbeit der Mannschaften überwachten.

„Sergeant, wie kamen sie eigentlich an diesen belebten Ort? Freiwillig?“

Der Unteroffizier nahm sich einen Schluck aus seinem Kaffee und starrte in den Weltraum hinaus.

„Freiwillig befohlen, Sir. Ich wollte eigentlich nach Argon Prime. Alice bekam im Frühjahr unsere Zwillinge. Mein Versetzungsersuchen wurde beim Personalbüro eingereicht und man versprach eine Stelle zu finden.
Und jetzt trinke ich meinen Kaffee neben ihnen und mein Bruder kümmert sich rührselig um meine Frau!“

Messer stieß darauf mit seinem Stellv. an.

„Und sie, Sir?“

Harold holte aus seiner Brieftasche ein Foto und gab es dem Sergeant in die Hand. Er sah darauf eine junge, hübsche Frau. Sie hatte rote Haare, wenige Sommersprossen und ein bezauberndes Lächeln.

„Ihre Frau, Sir?“

Er gab das Foto dem Lieutenant zurück, der es wieder zurück in seine Brieftasche steckte.
„Die Tochter meines letzten Kommandeurs!“

Beide Männer schmunzelten und stießen erneut mit ihren Tassen an.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------


Captain Zak Randolf
Rufname: Beowulf
Nova Omikron 01
Standort: Omikron Lyrae
Auftrag: Sektorpatrouille

Zak patrouillierte mittlerweile über 1 Stazura. Über Funk verfolgte er die Gespräche seiner Flügelmänner. Beowulf hatte weitere 7 Jäger im Schlepptau, bestehend aus 3 weiteren Novas und 4 Buster.
Der Autopilot flog die abgespeicherte Route ab. Er selbst nutzte die Zeit und trug in seinem Logbuch die letzte Kontrolle ein.
Durch das Osttor sah er eine Colossus durchkommen. Da dies am Tag mehrmals vorkam, schenkte er diesem Schiff keine große Beachtung. Der Träger hielt auf die Sektorwache zu. Zak nahm an das neue Piloten kamen. Er war deshalb der Annahme, da heute sein letzter Tag in diesem Sektor war und er anschließend zu einer Ausbildungseinrichtung in die Zentralsektoren versetzt würde. Er wandte sich wieder seinem Logbuch zu als über Funk sich die Station meldete.

„Zak, hier ist Harold. Könnt ihr euch den Träger mal vorknöpfen. Die Spaßvögel antworten nicht auf unsere Anrufe und halten weiter auf unsere Station zu!“

Beowulf packte das Logbuch in eine Seitentasche, schaltete den Autopiloten aus und unterbrach das Kaffeekränzchen seiner Piloten. Die argonischen Jäger wendeten und steuerten auf den Träger zu.
Der Captain flog ungefähr auf der Höhe des Trägers als er es ebenfalls versuchte.

„Argonischer Träger, hier spricht die Sektorwache Omikron 01, gebt einen Laut von euch. Ihr macht den Leuten auf der Station Angst!“

Wieder meldete sich niemand. Der Träger verlangsamte zwar etwas seine Fahrt, dennoch hielt das Schiff weiterhin auf die Station zu. Zak vermutete dass eventuell das Kommunikationssystem des Schiffes ausgefallen war und holte deshalb seine Taschenlampe heraus. Er wollte versuchen per Lichtzeichen Kontakt aufzunehmen.

----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Harador
Argon Prime



Mascha stieg aus der Bahn. Sie hatte an diesem Tag ein Termin beim Arzt und war schon spät dran. Kaum in der Praxis angekommen, wurde sie schon durch eine Arzthelferin in Empfang genommen. Sie führte die junge Frau in ein Arztzimmer.
„Der Doktor wird gleich bei ihnen sein, Frau Quentin. Wir bräuchten nur noch ihre Versichertenkarte.“

Mascha suchte aus ihrer Handtasche ihre Karte und übergab sie der Arzthelferin.
Die junge Frau ging anschließend und ließ die Patientin alleine zurück.
Mascha saß am Fenster und genoss die Strahlen der Mittagssonne. Sie streichelte dabei ihren Bauch und fühlte nach ihrem Baby. Bei ihr war es fast soweit. Der errechnete Termin lag nur noch 2 Wozuras vor ihr. Die Tür öffnete sich und der Arzt kam herein.

„Mascha, wie geht es ihnen? Sie sehen aus als könnten wir sofort loslegen.“

Mascha freute sich über den Doktor und begrüßte ihn.

„Ich weiß nicht wie ich ihnen jemals danken sollte. Ich weiß was sie mir ermöglicht haben und das werde ich ihnen nie vergessen.“

Der Arzt studierte derweil die Patientenakte und untersuchte sie anschließend.
Nach der Untersuchung trug er alles in seinen Computer ein und war sehr zufrieden mit seiner Patientin.

„ Mascha, ich kann sie nur beglückwünschen. Die Befruchtung hat einwandfrei geklappt, es hat sich wunderbar entwickelt und……..und sie wollen wirklich nicht wissen was es wird?“

Mascha lächelte und lehnte dankend ab.

Die Arzthelferin kam herein und brachte eine Überweisung mit.

„Na dann, dann sehen wir uns wenn es soweit ist. Hier erhalten sie eine Überweisung. Melden sie sich rechtzeitig und man wird sie schnellstmöglich holen kommen. Und um Kosten brauchen sie sich keine Sorgen zu machen. Diese Klinik ist Privat, der Leiter bin ich selbst. Und wenn erst einmal das Baby da ist, wird der passende Mann auch bald an ihrer Seite sein.“

Arzt und Patientin standen auf und verabschiedeten sich. Ihr Arzt saß sich wieder vor seinen Computer und speicherte die neusten Ergebnisse ab.

„Ach Mascha, eins noch. Das ist mir mehr als peinlich, aber mein überaus geschätztes Personal hatte vergessen einzutragen welche Probe sie erhielten.“

Sie suchte ihr Schwangerschaftstagebuch aus der Tasche und blätterte auf die erste Seite.

„21“ sagte sie und verließ freudestrahlend das Zimmer.

Ihr Arzt stellte sich an die Tür und beobachtete wie sie die Praxis verließ.

„Du solltest in deiner Rolle als gemeinnütziges Wesen nicht aufgehen!“ sagte ihm eine weibliche Stimme aus dem Hintergrund.

„Wieso, wir machen ihnen nur eine Freude. Die leider nicht allzu lange anhalten wird. Wer sagt dass es Frauen ohne familiäre Bindung es einfach haben. Haben wir sonst noch jemanden für heute?“

Er öffnete seine Jacke. An einem Wandschalter konnte er die Jalousien seines Zimmers herunterfahren.

„Nein, das war die letzte 21 für heute.“

Er zog seine Brille aus und lockerte sich daraufhin die Krawatte.

„Dann machen sie sich schon einmal frei, der Doktor wird sie nun untersuchen!“

Mit einem Lächeln schloss er die Tür.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Argonische Sektorwache
Station 4ZB-33#9
Standort: Omikron Lyrae
Auftrag: Überwachung militärischer Bestimmungen
Schutz von argonischen Einrichtungen



Messer erhielt die Meldung dass das Schiff auch nicht auf die Lichtsignale der Jäger reagierte.
Er veranlasste dass der Commander geweckt wird und sofort auf die Brücke der Station kommen sollte.

Der Träger war nur noch knapp 20 km vor der Station als der Kollisionsalarm ausgelöst wurde. Tremor kam verschlafen auf die Brücke und konnte sofort sehen was los war.
Er wollte die Station evakuieren lassen als es plötzlich stoppte.

„Sagen sie Zak er soll nach der Kennung des Schiffes sehen. Dem Commander mache ich persönlich die Hölle heiß.“

Messer führte den Befehl des Stationscommanders aus. Kurz danach erhielten sie die Kennung. Der Sergeant machte sich sofort daran nach dem Schiff und sein Befehlshaber zu suchen. Inzwischen flogen 3 argonische Zerstörer in den Sektor.

„Perfekt, rufen sie den Skipper des Führungsschiffes. Er soll dafür sorgen dass der Spinner nicht mehr abhauen kann. Und rufen sie jemanden von der Militärpolizei.“ befahl Tremor.

Die Konsole des Sergeant spuckte einen Namen aus. Doch er kam nicht ganz mit dem Ergebnis zurecht und holte die beiden Offiziere zu sich.

„Hephaistos? Was geben sie für einen Schwachsinn ein, Sergeant? Sie wurde letztes Jazura bei einem Unfall zerstört. Suchen sie noch mal!“ bestand der Lieutenant.

Sein Stellv. gab erneut die Kennung ein als das System ausfiel. Auf der gesamten Station fielen die Computer aus, und damit auch die Kommunikation, Versorgung und vor allem die Verteidigungssysteme. Die Männer besorgten sich Taschenlampen aus den Notfallschränken der Brücke. Sie versuchten herauszufinden was auf der Station zum Systemausfall führte.
Einer der Mannschaften blieb an einer Scheibe stehen und starrte unentwegt auf den argonischen Träger.
„Hey, schlagen sie keine Wurzeln und helfen sie uns!“ befahl ihm der Unteroffizier.

Doch der junge Mann zeigte mit dem Finger auf das Schiff und wollte von seinen Vorgesetzten wissen ob ihre Schiffe über rote Frontleuchten verfügten die sich von links nach rechts bewegten. Sie verstanden nicht was er wollte und blickten ebenfalls nach draußen.

Draußen konnten sie beobachten wie sich an den Kriegsschiffen Blenden hoben und an allen diese roten Balken zu sehen waren. Aus dem Hangar des Trägers starteten unbekannte Jäger und zerstörten die regungslosen Verteidiger.
In den Sektor sprangen weitere Schiffe der argonischen Flotte. Aus ihnen starteten mehrere Wellen an Jägern. Die Brückenbesatzung sah sich schon als gerettet. Doch statt den unbekannten Feind anzugreifen, griffen diese ebenfalls die Sektorwachen an und flogen zu den verschiedenen Stationen.
Sie konnten es nicht fassen was gerade vor ihren Augen passierte. Draußen hörten sie auf einmal Gewehrfeuer.

„Eindringlinge!“ ertönte es von draußen.

Die Tür zur Brücke öffnete sich. Eine Maschine betrat den Raum. Die bewaffneten Soldaten zogen sofort ihre Waffen und eröffneten das Feuer, während die unbewaffneten Männer Waffen aus dem Notfallschrank besorgten.
Die Maschine wich zurück.

„Verdammt, was war das? Xenon?“ fragte Tremor.

Kaum Zeit für eine Atempause rollte auch schon eine Kugel in die Brücke.

„Verdammt!“ stieß der Sergeant aus, mit einer weniger guten Vorahnung.

Die Kugel explodierte. Ein weißes Licht durchströmte den Raum. Erschrocken und verunsichert schreckten die Männer orientierungslos auf. Die Blendgranate hatte ihren Job erledigt.
Die Tür wurde aus ihrer Verankerung gerissen. 3 Maschinen betraten den Raum. Ihre Hände wandelten sich in Waffen und begannen sofort auf die orientierungslosen Männer zu schießen.
Es dauerte nicht lange und Stille war wieder in die Station eingekehrt. Eine junge blonde Frau betrat die Brücke. Sie trug ein weißes Kleid. Sie ging zu den Männern und prüfte ob sie noch am Leben waren.
Messer konnte beobachten wie sie sich seine Kameraden ansah. Er selbst lag verletzt auf der anderen Seite der Brücke. In seiner Brust und Schulter klafften blutige Wunden. Er hatte Angst, da er wusste dass er dies nicht überleben würde. Er zückte mit letzter Kraft seine Brieftasche hervor und entnahm das Foto seiner Freundin.
Die Fremde merkte dass noch jemand am Leben war. Zwei Maschinen begleiteten sie. Sie kniete sich zu ihm und nahm ihm das blutige Foto aus der Hand. Messer wurde es immer schwerer zu atmen.

„Ist das deine Frau?“ wollte sie wissen. Harold nickte darauf.
„Liebst du sie?“ folgte als nächste Frage.

„Seid ihr Xenon?“ fragte Harold mit letzter Kraft.

Sie steckte ihm das Foto zurück in die Tasche. Aus seiner Hand nahm sie seine Pistole und stand auf.

„Sie waren eure Kinder und ihr habt sie verstoßen. Wir haben sie aufgenommen. Jetzt sind sie unsere Kinder! “

Einen kurzen Blitz konnte man durch die Scheiben der Stationsbrücke sehen. Frachtschiffe sprangen in den Sektor, begleitet von Xenonzerstörer. Kleinere Frachter starteten und strömten in die Stationen.


-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------


Battlestar Galactica
Standort: Hunter Arms Corp.
Schiffswerft VI A
Argon Prime

Es war in Argonia City noch mitten in der Nacht als das Ehepaar Hunter das Schiff betrat.
Als seine Frau den Namen Carol Ann Hunter annahm ging sie davon aus das letzte Stück Vergangenheit gelöscht zu haben und mit ihrem Mann, dem damaligen Commander Lee Adama und Sohn des Kommandeurs der Galactica, einen Neuanfang wagen zu können.
Anastasia Adama konnte sich vor Aufregung, Trauer und Freude gleichermaßen kaum auf den Beinen halten. Ihr Mann hielt sie fest während sie durch das Schiff gingen. Die Werftarbeiter hatten mittlerweile den Schutt vom Kampfstern entfernt. Überall waren Baustellen.
Schließlich kamen sie ins CIC. Leuchten erhellten den Raum.
Dee löste sich von ihrem Mann, hielt sich die Hand vor dem Mund und konnte sich nicht mehr gegen die Tränen wehren. Sie ging an ihre Station und überblickte das CIC.
Sie zeigte mit ihrem Finger auf eine Stelle vor sich und begann mit zittriger Stimme zu erzählen.

„Ich stand genau hier. Nachdem das letzte Schiff das Tor passierte, gab dein Vater den Befehl zur Evakuierung. Der XO stand auf dieser Seite des Tisches und wollte zuerst nicht…“

Lee sah seiner Frau an das ihre Anwesenheit auf der Galactica zu schaffen machte. Während sie erzählte ging er zu ihr und versuchte sie zu beruhigen.

„Der XO und Teile gingen. Ich wollte hier bleiben, Lee! Ich wollte bei deinem Vater bleiben! Er kam auf mich zu und nahm mir den Hörer vom Kopf.
Er sagte: Dee, ich möchte dass sie ebenfalls gehen. Passen sie auf Apollo und Starbuck auf.
Dann packte er mich am Arm und zog mich einfach raus. Und ich bin gegangen, Lee! Verstehst du, ich bin einfach gegangen!“

Lee Adama wollte seine Frau in den Arm nehmen. Sie wehrte sich gegen die Annäherungsversuche ihres Mannes. Dees Tränen liefen ununterbrochen. Sie berührte ihre alte Station und bat ihren Mann sie alleine zu lassen. Sie würde später zum Shuttle kommen.

Apollo ließ seine Frau alleine und begab sich daraufhin in das Quartier seines Vaters. Anastasia saß sich auf eine Stufe vor ihrer Station. Längst vergessene Erinnerungen kamen in ihr hoch.

Lee betrat das alte Quartier des alten Mannes. Er saß hier das letzte mal mit Chief Tyrol und realisierte nicht wirklich das er sich auf dem zerstört geglaubten Battlestar Galactica befand. Erst jetzt wurde es ihm klar. Er stellte sich auch diesmal an das Bücherregal seines Vaters. Unter seiner Jacke holte er das Besatzungsbuch hervor und stellte es an seinen Platz zurück. Neben dem Regal lag ein Foto auf dem Boden. Es war wahrscheinlich während des letzten Angriffes von der Wand gefallen. Lee hob es auf und betrachtete es. Er strich mit dem Daumen über das leicht gesprungene Glas. Er hielt die letzte Aufnahme seines Vaters in der Hand. Es zeigte ihn auf einem Gruppenfoto, nachdem Athena in die Laufbahn der Offiziere aufgenommen wurde.

„Wenn es dir nichts ausmacht, hänge es wieder auf.“

Lee erschrak, diese Stimme hörte er das letzte Mal in seiner Viper. Er betrachtete erneut das Foto, das Glas war diesmal intakt.

„Nimm platz, Commander. Ich bin hier gleich fertig.“

Apollo drehte sich um. Er wusste nicht ob ihm seine Augen einen Streich spielten. Am Schreibtisch saß sein Vater. Er ging, wie früher üblich, einen Stapel von Papieren durch. In seiner Rechten hielt er seinen alten Kugelschreiber, dem ihm Lee einst zum Geburtstag schenkte und unterschrieb Berichte oder Formulare.
Zögerlich ging er an den Stuhl seines Vaters. Mit Tränen des Trauer und der Freude hob er den alten Mann aus seinem Sessel und umarmte ihn fest.

„Vater!“

William Adama war zunächst überrascht und schloss seinen Sohn anschließend ebenfalls in den Arm.


-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Argonia City
Argon Prime

Die Haustür öffnete sich. Es war früh am Morgen. Hera stellte den Koffer zur Seite und legte ihre Jacke ab. Ihr erster Weg führte ins Schlafzimmer. Sie suchte ihren Verlobten. Ty kam wedelnd auf sie zu und begrüßte sie als hätten sie sich ein halbes Leben nicht mehr gesehen.

„Na du, zeig mir wo Daddy ist.“

Ty drehte sich um und ging ins Wohnzimmer. Er stellte sich vor den Tisch und schleckte den Teller mit den Resten ab. Auf der Couch lag ihr Freund und schlief seelenruhig. Auf seiner Brust lag ein aufgeschlagenes Buch. Sie nahm es ihm ab und deckte ihn stattdessen mit einer Decke zu. Sie ging in die Küche um sich einen kräftigen Tee zu machen. Das Buch legte sie auf der Theke ab.
Während sie sich und ihrem Freund Frühstück zubereitete konnte sie den Blick von dem Buch nicht lassen. Sie wurde neugierig was er da las. Schließlich waren Bücher und T.J. nicht die besten Freunde. Umso mehr interessierte es sie was ihn dazu bewegte ein Buch aufzuschlagen und tatsächlich darin zu lesen.
Hera saß sich auf einen Hocker und wollte ihre Neugier befriedigen.

„Battlestar Galactica, BSG 75“

Der Titel hatte ihre Neugier nur noch verstärkt. Sie schlug es auf und begann zu lesen.


-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------



Battlestar Galactica
Standort: Hunter Arms Corp.
Schiffswerft VI A
Argon Prime


Vater und Sohn standen immer noch da und hielten sich im Arm. Die Tränen von Lee Adama liefen schon eine ganze Weile. Der Admiral ließ seinen Sohn los und bat ihn sich zu setzen.
Apollo kam der Aufforderung nach und saß sich auf dem Stuhl vor seinem Schreibtisch.

„Wie geht es dir mein Sohn?“

Apollo musste ein wenig Lachen und wusch sich die Tränen aus dem Gesicht.

„Wie soll es mir im Moment gehen, Vater? Ich denke dass ich gerade meinen Verstand verliere. So geht es mir gerade.“

Vater und Sohn mussten schmunzeln. Lee beruhigte sich und versuchte zu verstehen was hier passierte.

„Du warst lange weg, Vater. Es ist einiges passiert in der Zwischenzeit.“

William Adama legte seine Arbeit zu Seite, zog seine Brille ab und lehnte sich in seinen Sessel zurück.

„Erzähl mir was meine Familie macht, Commander.“

„Na ja, wir haben mit der Flotte Argon Prime erreicht. Ein Goner half uns einen Platz in der Gesellschaft zu finden. Goner sind so was wie Priester. Dee und ich führen mittlerweile ein riesiges Unternehmen und du hast zwei Erwachsene Enkel, Thomas und William. Wir haben unseren zweiten Sohn nach dir benannt. Thomas dient in der Flotte, Will ist Rechtsanwalt geworden. Wir haben irgendwie dieselben Anlaufschwierigkeiten wie ich sie mit dir hatte.“

Admiral Adama lächelte und stand aus seinem Sessel auf. Er ging an die Kommode und entnahm daraus eine Flasche und zwei Gläser. Er schenkte sich und seinem Sohn seinen Whisky für besondere Augenblicke ein. Sie stießen an und tranken einen Schluck. Lee musste darauf kräftig husten und fragte was das für ein kräftiges Zeug sei.

„Was ist mit der Flotte?“ fragte William Adama als er nachschenkte.

„Alle Schiffe waren auf Argon Prime gelandet. Es gibt eine Siedlung, etwas außerhalb der Hauptstadt. Von dort trennten sich die Wege. Ein Großteil blieb dort, wenige gingen in die neue Welt hinaus um dort einen Neuanfang zu wagen.“

„Und Starbuck?“

Lee schaute in das Glas. Von Kara hatte er seit ihrem letzten Streit nichts mehr gehört. Damals wurde Thomas gerade 10.

„Kara verschwand eines Tages. Sie wollte dass wir die Zelte abbrechen und erneut auf den Weg zur Erde machen. Sie wollte dass die Flotte weiterreiste. Wir stritten uns deswegen. Ein Wort folgte dem anderen, eine Ohrfeige der anderen. Als auch der Rat nein sagte, war sie weg. Heute gibt es einen Zugang zur Erde, aber soweit ich weiß flog niemand dorthin. Selbst Dee und ich sind geblieben.“

Einen Moment lang saßen sich Vater und Sohn schweigend gegenüber. Lee konnte es nicht fassen seinem Vater gegenüberzusitzen und gemeinsam etwas trinken. William sah die Traurigkeit in den Augen seines Sohnes.

„Was liegt dir auf dem Herzen, mein Sohn?“

Apollo stellte das Glas auf den Tisch und zeigte darauf, sein Vater sollte noch mal nachschenken.

„Es ist nicht lange her. Wir waren bei Thomas und seiner Verlobten zum Abendessen….“

Lee stockte kurz und musste lachen.

„Das wird dir sicher nicht gefallen, seine zukünftige wir Athenas Tochter. Hera und er sind seit einiger Zeit ein Paar.“

Man sah dem Admiral an das er sich für einen Enkel was anderes gewünscht hatte als einen Hybriden der Cylonen. Er trank sein Glas aus und schenkte sich darauf erst einmal einen Doppelten ein.

„Jedenfalls...“ setzte sein Sohn fort „…erzählte er mir von einem alten Schiff dass er geborgen hatte. Und später stand ich hier. Wir dachten alle dass die Galactica zerstört wurde. Ich sah nur noch wie dein Schiff in das Asteroidenfeld steuerte. Ich hatte die Galactica gerufen. Ihr habt mir nicht geantwortet. All die Jahre dachte ich, ich hätte deinen Befehl einfach ignorieren sollen und dir zur Hilfe kommen. Ich hätte dich aus dem Schiff holen können, du hättest deine Enkel aufwachsen sehen können. Als ich die Galactica sah, wusste ich dass ich an deinem Tod Schuld war. Warum befolgte ich gerade an diesem Tag deinen Befehl. Warum?“

Lee liefen wieder Tränen über die Wangen. Er trank sein Glas aus und sah seinen Vater an. Er wusste dass diese Situation nicht real sein konnte. Dennoch wurden die Gebete von den Göttern erhört. Er hatte die Möglichkeit seinen Vater ein letztes Mal zu sehen und sich von ihm verabschieden zu können.

„Dich trifft keine Schuld, mein Sohn. Ich bin stolz auf dich, schon immer gewesen. Du hast die Flotte beschützt und das zählt. Ich wusste dass ich auf dich zählen kann. Es wäre absolut dumm von dir gewesen wenn du zurückgekommen wärst. Du hast richtig gehandelt, mein Sohn.“

„Aber warum fühle ich mich nicht besser?“

„Dein Sohn, Thomas, er hat das fliegerische Können seines Vaters und das vorlaute Mundwerk von Starbuck.“

Lee stellte das Glas auf den Tisch. Der Admiral versuchte seinem Sohn die Schuldgefühle zu nehmen und wechselte das Thema.

„Ja, ich weiß. Kara nahm ihn oft mit. Du kennst sie ja, sagt immer das frei heraus was sie gerade denkt. Egal was……“

Lee hielt einen Moment inne als im etwas in den Sinn kam. Er schaute seinen Vater an und wusste worauf er hinaus wollte.

„Er war hier. Deshalb wusste er von der Galactica. Dann warst du der alte Mann in seinem Traum. Du wolltest dass er die Flotte zur Erde führt. Er hat gefunden was ich aufgehört hatte zu suchen!“

Lee Adama stand auf und ging im Quartier auf und ab. Sein Vater holte derweil alte Karten hervor und legte sie auf den Tisch.

„Es gibt immer noch etwas was ich nicht zu Ende gebracht habe, Lee.“

Apollo stellte sich zu seinem Vater an den Tisch und betrachtete mit ihm die letzten Eintragungen der Flotte. In ihm wurde wieder etwas erweckt was er vor Jahren unterdrückte.

„Warum seit ihr nie zur Erde?“ wollte er von seinem Sohn wissen.

„Ich weiß es nicht, Vater.“ antwortete ihm Lee.

„Dann finde es heraus, Commander!“

„Baby?“

Lee blickte an die Eingastür. Seine Frau stand im Quartier und fragte sich wo er bliebe. Apollo schaute zurück an den Schreibtisch. Sein Vater war nicht mehr da. Die Gläser, Flasche und Kartenmaterial waren auf dem Tisch. Daneben lag das alte Gruppenfoto, das Glas war zersprungen. Er nahm das Foto, nahm die Hand seiner Frau und beide gingen zurück zum Shuttle.


-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Argonia City
Argon Prime

Das Ehepaar Agathon war auf dem Weg in die Innenstadt. Sharon wollte erneut mit ihrer Tochter über die Empfehlung sprechen und Hera dazu bewegen einen anderen ihrer alten Lehrer anzusprechen.
Sie rief ihre Tochter unterwegs an und verabredeten sich zum Einkaufen.
Athena musste die ganze Zeit in den Rückspiegel ihres Wagens schauen.

„Siehst du das Motorrad hinter uns, den Typen mit dem Mantel?“

Helo blickte kurz in den Rückspiegel.

„Ja, warum?“

„Er folgt uns seitdem wir die Wohnung verlassen haben?“

Helo wurde langsamer. Das Zweirad überholte sie und fuhr davon.

„Siehst du, alles Einbildung. Ganz ruhig, wir kriegen das schon auf die Reihe.“

Athena blickte ihren Mann argwöhnisch an und holte sich aus der Seitentasche etwas zu lesen. Sie zeigte ihm die kalte Schulter und hatte keine Lust mit ihm noch mal über das Thema zu diskutieren.


-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Hera war kurz vor dem vereinbarten Treffpunkt als sie in der Menge ein bekanntes Gesicht entdeckte.

„Hey, Mum!“

Sie umarmte ihre Mutter und fragte ob es sich ihr Vater anders überlegt hatte.

„Ich kann deinen Vater im Moment nicht leiden. Aber das sollte dich weniger interessieren. Gehen wir doch ein Stück.“

Hera nahm den Arm ihrer Mutter und freute sich über den Frauentag.

Viper047
17-01-2008, 04:47 PM
-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Karl blickte auf die Uhr, als ihm jemanden auf die Schulter fasste. Er drehte sich um und fiel vor Schreck beinahe um.

„Starbuck, das ist aber wirklich eine Überraschung. Was verschlägt dich hierher?“

Die Freude war nur von kurzer Dauer als seine Frau hinzukam.

„Helo, ich kann sie nicht finden. An ihren Communicator geht sie auch nicht. Thomas geht sie ebenfalls suchen. Starbuck?“
Starbuck wollte genau wissen wann und wo sie sich verabreden wollten. Sie ließ sich von Athena die Nummer von Heras Communicator geben.

„Was ist los, Starbuck! Sag es mir, sofort!“ forderte sie Heras Mutter auf.

Kara holte aus der Mantelinnentasche eine Akte hervor.

„Vor einiger Zeit hatte mich jemand angeheuert um jemanden aus dem Weg zu räumen. Und bevor das Geschrei gleich losgeht – ja, ich bin Kopfgeldjäger. Das Gesicht meines Auftrages kam mir gleich bekannt vor.“

Sie holte ein Foto hervor. Es zeigte eine junge Frau in Uniform.

„Helo, das ist Hera! Woher hast du das?“

Athena wurde zittrig am ganzen Körper.

„In mein Stammlokal hat sich eine Acht verirrt. Leider kann sie nicht mehr wiederkommen und erzählen wen sie anheuerte.“

Über Funk meldete sich einer von Starbucks Kopfgeldjäger. Sie hatten den Communicator geortet und gaben die Position durch.

Starbuck und Heras Eltern rannten sofort zur Fundstelle. Athena fand sofort den Communicator und schrie nach ihrer Tochter.

„Mum! Dad!“

Aus einer Seitengasse hörten sie die Rufe ihrer Tochter. Als sie dort ankamen blieben sie erschrocken stehen. Eine Sharon-Kopie hielt Hera eine Waffe an den Kopf. Heras Körper war mit Wunden übersäht. Verwirrt blickte sie ihre Mutter an.

„Hallo Mami Sharon!“ begrüßte sie Nummer 8

Verzweifelt blickte Athena zu ihrer Tochter.

„Nein!“ schrie Athena.

„Mum?“

Die Nummer 8 drückte ab, ein Schuss löste sicht. Hera sackte tot zusammen. Wie wild schrie Athena drauf los. Nummer 8 wandte sich zu ihr und zielte auf die 3. Eine Seitentür wurde aus ihrer Halterung gesprengt. Hinter ihr tauchten 2 Centurion auf. Ihre Arme wandelten sich zu Bordwaffen und eröffneten das Feuer.

„Runter!“ schrie Starbuck und riss die Beiden zur Seite.

Sie suchten Deckung hinter einem Mauervorsprung. Über Funk gab Kara die Position an ihre Kopfgeldjäger durch und verlangte nach schweren Geschützen. Aus ihrem Hosenbein holte sie eine zweite Waffe und gab sie Helo, der immer noch versuchte seine Frau zu beruhigen.

„Helo, auf 3! 3!“

Beide kamen aus ihrer Deckung hervor und erwiderten das Feuer. Helo traf die Sharon-Kopie tödlich. Die Centurion rückten weiter vor während Helo und Starbuck hinter ihrer Deckung nachladen mussten.
Starbuck gab erneut ein Zeichen und beide sprangen aus ihrer Deckung hervor. Sie konzentrierten diesmal das Feuer auf einen Centurion und konnten ihn bezwingen als ihnen die Munition ausging. Sie versteckten sich wieder hinter dem Mauervorsprung. Starbuck schüttelte den Kopf, sie hatte keine Ersatzmagazine mehr. Athena konnte nicht aufhören nach ihrer Tochter zu schreien.

„Wir rennen auf 3!“ sagte Starbuck und zog die Beiden hoch.

Doch Athena ließ sich nicht hochheben. Sie blieb auf dem Boden und wollte nur noch zu ihrer Tochter. Helo schrie sie an das sie aufstehen sollte. Athena holte aus und verpasste ihrem Mann einen Schlag ins Gesicht.
Der Centurion kam um die Ecke und richtete seine Bordwaffen auf die 3. Von einem Dach löste sich ein Schuss. Der Centurion wurde von etwas großkalibrigen am Kopf getroffen und sackte zusammen.
Starbuck schaute sich um. Das Gelände wurde von ihren Leuten umstellt und erhielt eine Meldung dass die Umgebung gesichert sei.
Athena riss sich von Helo los und rannte zu ihrer Tochter.
Unter Tränen schwor Karl das sie diese Tat teuer bezahlen würden. Starbuck versprach ihm dabei zu helfen die Drahtzieher zu finden den Preis für diese feige Tat einzufordern.
Helo ging zu seiner Frau und nahm sie in den Arm. Sie saß auf dem Boden mit dem Leichnam ihrer Tochter auf dem Schoss.

Viper047
17-01-2008, 04:48 PM
Kapitel IX


Nachwuchs



Argonia City
Argon Prime

Die Wohnung war dunkel, einzige Lichtquelle war der Fernseher im Wohnzimmer. Draußen stürmte und regnete es. Auf der Couch saß Thomas und sah sich alte Filmaufnahmen an.
Vor 2 Mazuras wurde seine Verlobte beerdigt. Der Detektive sagte ihm seine Freundin war Opfer eines grausamen Raubüberfalles geworden.
Er erinnerte sich noch an den Morgen wo sie gemeinsam frühstückten. Sie wollten am Abend ins Kino gehen. Anschließend wollte er sie romantisch ausführen, er hatte schon alles geplant. Einen Tisch reservierte er in ihrem Lieblingsrestaurant, er bekam einen Tisch mit Blick auf die Küste. Danach einen Strandspaziergang und einen schönen Abschluss auf ihrem Balkon.
Stattdessen verbrachte er den Abend im Leichenschauhaus um seine Verlobte zu identifizieren.
Die Flotte beurlaubte ihn kurzfristig. Er konnte sich auf der Arbeit nicht konzentrieren, zu frisch waren die Erinnerungen. Dabei wollte er lieber etwas zu tun haben.
Vor seinem geistigen Auge liefen erneut die sich ständig wiederholenden Bilder – der Priester, die Reden, Trauer und Verzweiflung. Auf dem Bildschirm sah er die schöneren Momente. Aufnahmen vom Einzug in die Wohnung. Er kannte mittlerweile jede Textpassage auswendig.
In seiner Hand hielt er die Lieblingsdecke von Hera. Wenn alles in der Wohnung brannte war es genau dieses Stück Stoff was sie auf jeden Fall retten wollte. Sie war ihr ständiger Begleiter – neben Thomas.
Es klopfte schon seit einiger Zeit an der Tür. T.J. hörte einen Schlüssel. Heras Eltern betraten die Wohnung. Athena saß sich zu ihm und nahm ihren Schwiegersohn in den Arm. Karl Agathon setzte sich in „seinen“ Sessel.

„Wie geht’s dir, Junge?“ fragte ihn Heras Vater.

„Ich denke dass sie jeden Moment durch die Tür kommt und sagt dass es ein böser Scherz war. Warum gerade sie? Sie hat niemanden etwas getan, sie hatte das nicht verdient!“

Sharon und ihr Mann schauten sich an. Wie für Thomas war es für sie genauso schwer den Verlust zu verkraften, insbesondere für Athena. Der Tod Heras hatte beide noch enger zusammengeschweißt um das irgendwie überstehen zu können. Helo wollte seit einem Mazura das alte Zimmer seiner Tochter ausräumen. Stattdessen sitzt er drin stundenlang, schaut sich immer wieder dieselben alten Fotos an oder saß einfach nur in ihrem Sessel. Athena besuchte regelmäßig ihr Grab. Sie pflegte es und erzählte mit ihr als würde sie direkt neben ihr sitzen. Die Tür ging erneut auf. Die Eltern von Thomas kamen. Beide Elternpaare begrüßten sich. Wie die Agathons machten sich die Eltern von Thomas Sorgen um ihren ältesten Sohn. Sein Vater hatte einen Brief seines Bruders William dabei, der den Verlust Heras ebenso traf. Thomas stand auf und besorgte seinen Gästen etwas zu trinken. An seiner Seite ihr gemeinsamer Hund Ty, der ihm nicht mehr von der Seite wich.

„Also Karl, warum treffen wir uns heute? Es klang sehr wichtig, deshalb haben wir extra ein Geschäftsessen sausen lassen.“

Lee und Anastasia hatten seit Karls Anruf am Morgen keine Ruhe mehr gehabt. Sie wussten nur dass es sich um den Tod ihrer Tochter ging und er immer wieder betonte dass es sie alle betraf.

„Der Tod unserer Tochter war kein Zufall. Wir haben einen Profi angeheuert der die Sache genauer untersuchte. Aber das alles und warum wir euch hierher gebeten haben wird sie uns später genauer erläutern!“ erklärte Karl den Grund für dieses Treffen bei ihrem Sohn.

„Sie?“ fragte Lee.

Es klingelte an der Tür. Thomas machte auf. Die Gäste hörten eine bekannte weibliche Stimme. Thomas Eltern waren mehr als überrascht als der nächste Besucher das Wohnzimmer betrat.

„Starbuck?“

„Hallo Lee!“

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Basisschiff B26-H
Standort: Unbekannt
Auftrag: Unbekannt

Mehrere Personen standen um eine Wanne. In ihr lag eine junge Frau. Sie warteten bis sie aufwachte. Sie öffnete ihre Augen. Sie blickte verstört um sich und begann zu schreien.
Eine Frau versuchte sie zu beruhigen. Sie machte der jungen Frau Angst, denn sie blickte in ihr eigenes Gesicht.

„Sie ist wach!“

Eine blonde Frau und ein älterer Mann knieten sich neben sie. Sie sagten ihr immer wieder dass sie sich beruhigen sollte, sie wäre in Sicherheit und ihr würde nichts geschehen.

„Schaut sie euch an, sie war Gottes erstes Geschenk an uns. Ist sie nicht schön, Gaius?“

Der Mann schaute sie etwas genauer an, von Kopf bis Fuß. Er war sichtlich zufrieden.

„Wer seid ihr? Wo bin ich? Wo sind meine Eltern?“

Nummer 6 half ihr aus der Wanne und gab ihr ein Handtuch.

„Weißt du wer du bist?“ fragte sie Gaius Baltar

„Hera! Ich heiße Hera!“

Eine andere Nummer 8 brachte ihr etwas zum anziehen. Hera hatte Angst. In diesem Raum standen 6 Frauen die ihr und ihrer Mutter bis aufs Haar gleichen.

„Schatz, willst du nicht ihre Fragen beantworten?“ fragte Gaius seine Geliebte.

Nummer 6 lächelte Hera an.

„Du musst überhaupt keine Ängste haben. Du bist zuhause, in Sicherheit!“

Nummer 6 legte einen Arm um die Taille von Baltar.

„Und wir sind deine Familie, kleine Hera!“

Baltar und 6 lächelten während Hera auf den Boden sackte und nach ihren Eltern schrie.


----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Argonia City
Argon Prime

Thomas saß auf der Couch bei seinen Eltern blickte ungläubig seine Gäste an. Er versuchte alles irgendwie zu verarbeiten.

„Ihr wollt mir tatsächlich erzählen meine Frau war ein Toaster?“
„Na ja, das war der Fachausdruck dafür. Der Laie nannte sie schlicht Cylon!“ fügte Starbuck hinzu

„Aha, und ihre Mutter ist ebenfalls ein Cylon! Und ihr alle ward bei der kolonialen Flotte und seid hier mehr oder weniger gestrandet?“

„Yep!“ gab Kara als Kommentar und lächelte ihn an.

„Wow, so einen Mist hab ich schon mal gehört und kam dabei auf einen komischen Trip. Jetzt entschuldigt mich kurz, ich muss erst einmal einen klaren Kopf bekommen!“

Thomas ging in das Schlafzimmer. Athena ging ihm nach, bekam aber vor der Nase die Tür zugeschlagen.

„Denke das war der schwierige Teil, kommen wir doch jetzt zum lustigen!“

Kara Thrace holte aus ihrer Tasche eine Menge Papier und Fotos hervor. Sie verteilte das Material in der Runde.

„Also, ich habe mich in letzter Zeit von einem Sektor in den nächsten begeben. Ich bin jeder Spur gefolgt die viel versprechend klang. Unterwegs bin ich auf alte Bekannte gestoßen.“

„Cylonen?“ fragte Dee.

„Mehr als reichlich. Sogar hier auf Argon Prime. Bis jetzt habe ich keine ihrer Schiffe gesehen, aber sie müssen irgendwo sein. Ich konnte in Erfahrung bringen das seit einigen Jahren merkwürdige Unfälle oder andere Abnormitäten in den Sektoren ereigneten. In Xenonsektoren herrscht absolut gähnende Leere und Piraten machen sich dünne.“

Helo unterbrach die Ausführungen von Starbuck.

„Moment mal, du sagtest dass hier auf Argon Prime Cylonen sind? Wie kommst du darauf dass noch mehr von den Toastern hier sind? Entschuldigung Schatz!“

„Helo, so sehr du mir auch am Herzen liegst, wenn du noch einmal diesen Begriff in deinen Mund nimmst – töte ich dich!“

Kara holte aus dem Stapel mehrere Fotos hervor und legte sie auf den Tisch.

„Auf einigen kann man nur raten was die dort treiben, aber das hier finde ich besonders interessant!“

Sie gab eine vergrößerte Aufnahme herum. Es zeigte mehrere schwangere Frauen die in einer Klinik ein und ausgingen. Kara bekam bei diesem Foto Tränen in die Augen. Es erinnerte sie an eine „Farm“ der Cylonen.

„Auf jeden Fall denke ich wenn wir wissen wollen was die dort genau machen muss man dort hin!“

„Wie hast du sie gefunden?“ fragte Athena nach.

Kara lehnte sich zurück und lächelte.

„Ich habe seit einem Monat einen neuen speziellen Freund. Wir spielen jeden Tag unser Lieblingsspiel – Wahrheit oder Pflicht!“

Lee schaute sich das gesammelte Material an und kehrte in sich. Seine Frau fragte ihn was er darüber dachte.

„Ich weiß es nicht, Dee. Mir kommt das wie ein Alptraum vor aus dem man einfach wieder aufwachen möchte.“

Er stand auf und ging auf den Balkon. Er wollte etwas frische Luft schnappen um einen klaren Gedanken fassen zu können. Starbuck folgte ihm.

„Man bist du alt geworden, schon angefangen die Falten im Gesicht zu zählen?“

Sie gab ihm eine Flasche Wasser in die Hand und stellte sich zu ihm.

„Merkst du wie uns alles wieder einholt? Cylonen, mein Vater, die Galactica….“

„Die Galactica?“ Starbuck wurde hellhörig.

„Wir haben sie gefunden. Schwer angeschlagen, aber an einem Stück. Sie dockt an einer unseren Werften.“

Kara nahm einen kräftigen Schluck um ihre aufkommende Wut und Trauer wieder hinunterzuspülen.

„Wow, wissen der Rest da drin auch von deinem Fund?“

Lee schaute in das Wohnzimmer. Die 3 verbliebenen studierten weiterhin Starbucks Material und diskutierten heftig.

„Nur noch Dee. Die Beiden wissen noch nichts. Aber wechseln wir doch mal das Thema, was hast du so getrieben, seit…du weißt schon?“

Kara wurde still. Sie nahm erneut einen Schluck aus ihrer Flasche und genoss die Aussicht auf die Stadt und den Park. Sie musste zwischendrin immer etwas schmunzeln.

„Tja, was macht man so wenn man keine Ziele mehr im Leben hat? Ich tat mal dies und das, und bin bei jenes geblieben!“

Starbuck lächelte und stieß mit ihrem alten Weggefährten an. Sie drehte sich um und blickte in die Wohnung. Thomas kam aus dem Schlafzimmer und sah nach über was der Besuch so heftig diskutierte.

„Er ist groß geworden.“

Sie zeigte auf Thomas. Als ihre Augen anfingen glasig zu werden drehte sie sich wieder um und blickte in die Ferne.

„Hat dein Sohn nichts Richtiges zum trinken im Haus?“

Lee packte aus seiner Hosentasche ein Taschentuch und reichte es ihr.

„Er hat deine vorlaute Klappe, und deine Reflexe! Er ist ein guter Junge geworden, ein hervorragender Pilot – wie seine Mutter!“

„Hast du es ihm je?“

Beide blickten erneut in das Wohnzimmer. T.J. gesellte sich zu Athena, die ihn in den Arm nahm. Die Agathons saßen sich nah bei ihm und begannen mit ihm zu erzählen.

„Du bist seine Patentante, die für ihn wie eine zweite Mutter war. Ich denke er hat jetzt erst einmal genug zu verarbeiten!“

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------


Headhunter Inc.
Kopfgeldjägerschiff Taurus
Standort: Argon Prime

Archer und die Crew warteten im Orbit von Argon Prime auf ihren Boss. Felix Habor, der Elektronikspezialist schraubte an den Überresten der Centurion herum.

„Ey Arch, was macht unser Freund?“ fragte Felix als Anton an ihm vorbeiging.

„Ich gehe jede Wette ein er wünscht sich das sie ihn einfach nur die Schleuse rauswerft.
Aber dann hätten wir keinen Spaß mehr mit diesem Ding da drin!“

Buba, der Hüne der Crew meldete dem 2. Mann der Crew das Starbuck weitere Informationen von ihrem Dauergast haben wollte. Er übergab Archer genaue Instruktionen was sie wissen wollte.

„Buba, hole mal unsere Wanne, Anna soll es voll machen mit Eis. Wir müssen eine gepflegte Unterhaltung mit dem Ding da drin führen. Kann heiß werden!“

Die Männer begannen zu lachen. Buba ging in die Kombüse und ließ sich eine kleine Wanne mit Eiswürfel füllen. Sie gingen anschließend in den unteren Teil des Schiffes, dort hatten sie einen schallsicheren Raum, indem Starbucks Gast untergebracht wurde.

Sie öffneten die Tür und weckten ihren Gast.

„Ich wünsch ihnen einen guten Abend. Auf dem heutigen Erlebnisplan steht viel Schmerz. Das Motto für den heutigen Abend lautet: Simon sagt!“

Die Kopfgeldjäger schlossen die Tür und waren sich sicher die gewünschten Infos zu bekommen.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Basisschiff B26-H
Standort: Unbekannt
Auftrag: Unbekannt

Hera kauerte in einer Ecke. In ihrem Kopf spielten sich immer wieder dieselben Szenen ab.
Auf ihrem Körper merkte sie immer noch die Schmerzen von den Schlägen und Tritten. An ihrem Kopf die Mündung und anschließend ein stechender Schmerz.

„Das geht vorbei, man gewöhnt sich daran.“

Hera schaute sich um. Am Eingang stand eine Frau, sie sah aus wie sie. Sie lächelte und ging auf sie zu.

„Es war ganz schön aufwendig dich wiederherzustellen. Du warst der erste Hybride. Es ist eine Ehre für uns dich kennen zu lernen und in unserer Mitte willkommen zu heißen. Komm, ich zeig dir das Schiff!“

Hera stand auf und ging mit ihr.

„Was seit ihr?“ wollte Hera wissen.

„Dann hat dich deine „Mutter“ also nie aufgeklärt. Traurig seine Herkunft einfach so zu verleugnen.“

Die Frauen gingen als erstes auf die Brücke. Sie erklärte Hera die verschiedenen Stationen und Aufgaben der Brückencrew. Als nächstes stand der Aufwachraum auf dem Plan.

„Welche Herkunft soll meine Mutter verleugnet haben?“

„Du bist ein Cylon, jedenfalls ein Teil von dir. Du bist das Ergebnis einer Vereinigung zwischen einem Menschen und einem Cylon.“

Sie zeigte Hera nun den Raum wo sie aufwachte. Sie erklärte ihr das Verfahren mit der Gedächtnisübertragung und dem neuen Verfahren, welches extra für Hybriden entwickelt wurde.

„Was ist mit meinen Eltern?“

„Du solltest dir um sie keine Gedanken machen. Sie hat das Kollektive vor vielen Jahren verlassen. Gott hat sie dafür bestraft. Komm, er will dich sehen!“

Das Modell Nummer 8 führte sie in das Büro von Gaius Baltar. Sie übergab ihm Hera und verabschiedete sich von ihr.

Er bat sie sich zu setzen.

„Und, wie gefällt es dir? Ich weiß, es fehlt ein wenig an Komfort, aber man gewöhnt sich irgendwann daran.“

„Was haben sie mit meiner Familie gemacht?“

Wut tat sich in Hera auf. Der Wunsch von diesem Schiff zu verschwinden wuchs unaufhörlich. Baltar erzählte ihr das er sie schon von Kindesbeinen an kannte, genauso ihren Vater und ihre Mutter. Er erzählte ihr von seiner Zeit auf der Galactica und Neu-Caprica.
Im Kopf von Hera klingelte es allmählich. Für sie war es so als hätte sie erst gestern diese Geschehnisse gelesen – in einem Logbuch der Battlestar Galactica.

„Gaius Baltar – der Massenmörder der 12 Kolonien!“

Baltar stockte der Atem. Ihm blieben förmlich die Worte im Halse stecken.

„Kleine, kannst du das noch einmal wiederholen?“

Hera rückte näher an seinen Tisch und blickte ihn sehr unfreundlich an.

„Ich habe von ihnen schon gelesen, sie sind verantwortlich für den Tot von Milliarden an Menschen. Wegen ihnen mussten viele Menschen unnötig leiden. Sie sind absolut paranoid, selbstverliebt und haben Minderwertigkeitskomplexe!“

Baltar lehnte sich in seinen Stuhl zurück. Sein Blick war sehr ernst.

„Für eine kleine Hybridengöre recht mutig. Das muss man dir lassen jemanden in seinen eigenen Räumen so ans Bein zu pinkeln. Vielleicht solltest du dir noch einmal deine Worte überdenken. Wir sprechen uns noch mal, Kleines.“

Baltar ließ Hera wieder in ihren Raum bringen. Er ließ seinen Ärger an einem Bildschirm aus. Vor einigen Jahren sagte ihm schon mal jemand dasselbe ins Gesicht – Admiral William Adama.


-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Argonia City
Argon Prime

Thomas stand in der Küche und machte sich ein Sandwich. Der Abend hatte ihn ziemlich gefordert Nicht nur das Leben seiner Freundin war auf einer Lüge aufgebaut, sondern auch sein Eigenes.
Seine Eltern erzählten ihm dass Familie Hunter mit richtigen Namen Adama hieß. Das hieß im Umkehrschluss dass er damals auf dem Schiff seinen eigenen Großvater sah, was natürlich alles verkomplizierte.

Dee und Apollo gingen zu ihm in die Küche und lehnten die Tür an.

„Gibt es sonst noch was, was ich wissen sollte, Vater! Oder halt, ich weiß es! Ich bin gar nicht euer Sohn, sondern auch so ein Waffeleisen…“

„Toaster!“ korrigierte ihn Lee.

„Was auch immer!“

Die Stimmung in der Küche war mehr als gereizt. T.J. schlang sein Essen hinunter. Er hatte riesige Wut im Bauch.

„Nein, du bist kein Cylon. Das blieb uns erspart. Der Rest war nicht gelogen. Nur unsere Herkunft, unsere Namen. T.J., wir hatten unsere Gründe. Aber das hatte alles nichts mit dir zu tun. Du bist unser Sohn, den wir über alles lieben. Du solltest aber nichts von alldem mitbekommen und eine ganz normale Kindheit haben. Du warst zum Glück noch zu klein um alles begreifen zu können.“

Anastasia ging zu ihrem Sohn und umarmte ihn.

„Und was ist mit Hera?“ Das Thema ließ ihm keine Ruhe.

„Sie und ihre Mutter sind anders. Sie gehören zu uns. Du solltest sie so in Erinnerung behalten wie sie war. Alles an ihr war echt, das unterschied sie von einem Cylonen.“

Starbuck unterbrach das familieninterne Gespräch und verlangte sie draußen.

„Alles klar mit dir?“

Starbuck fuhr mit ihren Händen durch das Haar von Thomas und kitzelte aus ihm ein Lächeln.

„Das ist die richtige Einstellung, Champ!“

Kara nahm T.J. an die Hand und ging mit ihm an den provisorischen Lagetisch.

„Da werden alte Zeiten wach, oder?“ fragte Starbuck die Anwesenden.

Nachdem sie keine Antwort bekam, begann sie ihre neusten Erkenntnisse mitzuteilen.

„Und was hast du jetzt vor?“ kam als erste Frage von Karl.

„Wir werden diesen Laden ausräuchern. Es ist eine Babyfabrik. Vielleicht können wir erfahren wo sich die anderen befinden. Es wäre was ganz neues wenn unsere Toasterfreunde nicht vernetzt wären.“

„Ich sagte wenn du den Begriff in den Mund nimmst!“ erinnerte Athena ihren Mann

„Wer wird das mit dir durchziehen?“ fragte Lee nach Durchsicht der Papiere.

„Meine Crew wird das machen. Meine Männer sind heiß darauf noch mehr von denen wegzupusten. Geht auf Kosten den Hauses!“

Athena schaute sich die Aufnahmen genauer an. Sie konnte mehrere Kopien von sich entdecken.

„Ich geh mit!“ sagte Sharon.

Helo wollte auf gar keinen Fall seine Frau alleine dort hin gehen lassen und gab ebenfalls seine Zusage Starbuck zu unterstützen. Kara schaute zu Dee und ihren Mann, nachdem auch Thomas unbedingt mit ihr gehen wollte.
„Thomas, du gehst auf gar keinen Fall. Du weißt nicht auf was du dich da einlässt. Das alles ist absolut bescheuert. Sie werden dich töten!“ versuchte Dee ihrem Sohn klarzumachen.

Lee Adama kämpfte mit sich. In seinen Gedanken sah er seinen Vater vor sich. Er überlegte was er tun würde.

„Schnell und leise, ansonsten ist die Kacke am dampfen. Hast du genug an Artillerie?“

Geschockt sah Dee zu ihrem Mann. Sie war strikt dagegen das er solch einen Dummheit begann. Doch Apollo ließ sich nicht mehr von dem Gedanken abbringen. Anastasia verließ daraufhin die Runde und zog sich laut in das Gästezimmer zurück.

„Also, ihr seit meine Gäste.“ sagte Starbuck und begoss die nächste Dummheit ihres Lebens.

„Ich weiß wie wir das Leise bewerkstelligen können!“

Athena holte die Aufnahmen hervor und verbreitete ihren Einfall.


-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Harador
Argon Prime

Die Sonne erreichte ihren Höhepunkt. Eine Krankenschwester nahm sich eine Patientenakte und ging nach und nach die Räume ab.

„Schwester, ich brauch sie auf der 4.“

Sie ging mit dem Arzt mit. Auf seinem Namensschild stand nur ein Name – Simon.
Sie gingen in den Keller und folgten einen unterirdischen Gang.

„Hier, nehmen sie die Karte und bereiten sie die 19 vor!“

Er holte aus seinem Kittel eine Chipkarte und legte sie auf den Tresen.

„Aber gerne, Doc!“

Simon merkte nur noch den dumpfen schlag auf seinen Kopf. Er wurde mit einem Feuerlöscher niedergeschlagen.

Draußen warteten Starbuck und ihre Crew. Sie beobachteten die Bewegungen im Vorfeld und zählten die Wachen, Personal und Patienten.

„Sie ist überfällig!“ flüsterte Buba Starbuck zu.

Hinter ihnen vernahm die Gruppe ein Klicken. Eine Sharon-Kopie stand hinter ihnen und zeigte mit einer Waffe auf sie.

„Darf ich bitten!“

Sie forderte sie auf sich zu erheben. Doch Kara grinste ihr nur ins Gesicht.

„Klar, aber du musst dich mit dem Bitten etwas beeilen!“

Die Nummer 6 merkte wie jemand ihren Kopf erfasste und mit einer schnellen Drehung ihr Genick brach.

„Wollt ihr hier Wurzel schlagen?“ fragte Athena und forderte sie auf ihr zu folgen.

Buba schaffte die Leiche beiseite. Auf einem Baum machte es sich Archer bequem und schaute durch sein Zielfernrohr.

„Arch, kannst du ein wenig für Abwechslung sorgen?“

Er gehorchte auf das Wort von Starbuck und visierte sein erstes Opfer an. Er überprüfte es kurz mit einen kleinen Foto und bestätigte sich selbst die Richtigkeit des Zieles.
Er zoomte näher heran, wartete den richtigen Augenblick ab, hielt seinen Atem an und krümmte ab.

Die 1200 Meter entfernte weiße Wand färbte sich rot. Chaos brach aus und der Alarm ertönte.
Wachmannschaften stürmten auf das Gelände. Sie blickten sich um. Archer nahm sich den nächsten bewaffneten Mann und krümmte erneut ab. Der Nebenmann der Wache konnte nur noch zusehen wie sein Partner tot zusammensackte. Er wollte sich zurückziehen. Jedoch kam er nicht weit. Ein Geschoss erwischte ihn von hinten und durchtrennte sein Rückenmark.

Anna und Felix waren als Reinigungskräfte verkleidet im oberen Stockwerk. Als der Alarm ausbrach nahmen sie aus ihren Wagen automatische Waffen, Masken und Gas- und Rauchgranaten. Sie warfen zuerst die Gasgranaten in die Gänge als das Personal und Wachmannschaften herauskamen. Die Cylonen bekamen sofort Hust – und Krampfanfälle. Anna und Felix kamen hervor und eröffneten das Feuer. Sie erledigten einen Cylonen nach dem anderen. Sie ließen keinen lebendig vom oberen Stockwerk.

Im unteren Stockwerk schossen sich die ehemaligen kolonialen Soldaten ihren Weg durch die Klinik. Athena führte sie an. Sie lotste sie zu den Kellergewölben. Kurz bevor sie ankamen, stiegen 2 Centurion hinauf. Sie entdeckten die Eindringlinge und eröffneten sofort das Feuer.
Buba wurde an der Schulter getroffen und ging zu Boden. Starbuck versuchte zu ihm zu eilen, doch die Centurion schossen auf jeden der versuchte Buba in Sicherheit zu ziehen.
Von oben fielen Rauchgranaten. Der Rauch breitete sich schnell im Gang aus. Starbuck und Thomas luden die Granatwerfer ihrer Waffen und sprangen aus der Deckung hervor.
Die Granaten verfehlten nicht ihr Ziel und zerstörten sie stählernen Cylonen.

Im Keller führte sie Athena zu einer Schleuse. In einem Nebenraum sahen sie den bewusstlosen Körper eines weiteren Cylonen liegen, daneben einen Feuerlöscher.

Während Athena mir der Chipkarte die Schleuse öffnete, versorgte Anna schnell die Wunde von Buba.

Die Schleuse öffnete sich. Die Kopfgeldjäger und ihre Freiwillige wurden erneut in Deckung gezwungen. 3 Centurion bewachten den Eingang zu den unteren Räumlichkeiten.

„Gibt mir Deckung!“ schrie Athena.
Sie nahm aus der Tasche 2 Handgranaten und stürmte aus der Deckung. Während sie die Granaten in die Schleuse warf, wurde sie am Bein verletzt und ging zu Boden. Helo rannte hervor und zog seine Frau in eine kleine Kammer während der Rest Richtung Maschinen feuerte.

2 Explosionen erschütterten das Gewölbe. Die Centurion wurden vernichtet.

„Weiter!“ trieb Apollo seine Gefährten an.

„Was geht hier vor!!“ brüllte eine Simonkopie.

Er hörte den Alarm und kam sofort an die Schleuse.

„Wir werden angegriffen, sie sind bereits im Gebäude!“ antwortete ihm eine Sharon-Kopie.

„Wie viele sind es, wo sind sie bereits? fragte er aufgeregt.

„Direkt hinter dir!“ antwortete ihm Sharon. Sie setzte ihm die Waffe an das Genick und krümmte ab.

Der Rest kam hervor und wollten endlich sehen warum eine Klinik so gut bewacht wurde.
Athena humpelte an eine Tür und öffnete sie. Dahinter erstreckte sich ein riesiger Raum mit vielen Betten.

Fassungslos blieben alle am Eingang stehen. In den Betten lagen Frauen und Kinder.
Während die Kinder schrien regte sich keine der Frauen.

„Bei den Göttern, was haben die hier gemacht?“ fragte sich Starbuck.

Sie gingen die Betten ab und schauten nach den Frauen und den Kindern.
Athena nahm sie eine Patientenakte hervor.

„Sie schaffen neue Hybriden und testen mit neuen Modellen.“

„Hey, kommt sofort her und schaut euch das an!“

Die Gruppe folgte dem Ruf von Felix. Dieser musste aus dem Raum und übergab sich. Darin standen Liegen mit kleinen und großen Leichen. Es roch nach verbranntem Fleisch und überall war Blut.

„Was für kranke Ideen haben sie jetzt? wollte Starbuck wissen.

„Das sieht mir nach misslungenen Versuchen aus.“ sagte Athena.

Mittlerweile musste auch Anna nach hinten weg um sich übergeben zu können.

„Was versuchen die?“ fragte Helo seine Frau.

Sie gab ihm die Patientenakte.

„Die Kreuzung Mensch-Xenon und Cylonenhybrid-Xenon!“ antwortete Athena.

Viper047
17-01-2008, 04:49 PM
Kapitel X

Freund oder Feind



Headhunter Inc.
Kopfgeldjägerschiff Taurus
Standort: Argon Prime


Anna, ehemalige Sanitäterin der Argon Marines, behandelte die Schussverletzung von Athena. Die Stimmung war ziemlich gedrückt. Jeder versuchte auf seine Weise mit dem Fund umzugehen.
Nachdem sie die Klinik der Cylonen gesäubert hatten sicherte man so viele Beweise wie möglich. Ein großer Vorteil war das diese Einrichtung abgeschieden lag und sie über 1 Stunde Zeit hatten bis erste argonische Sicherheitskräfte eintrafen. Sie transportierten einen Großteil auf die Taurus.
Sie überlegten wie es weiter gehen sollte. Starbuck ließ Lees Frau auf das Schiff bringen und kümmerte sich selbst um weitere Antworten.

„Also, ich stelle euch beiden Hübschen einander vor. Simon, das ist Simon. Und Simon, darf ich dir Simon vorstellen. Wir werden sicherlich viel Spaß miteinander haben. Und damit wollen wir heute schon anfangen. Was für kranke Sachen habt ihr hier gemacht?“

Starbuck legte den beiden Cylonen Aufnahmen der Klinik vor. Aber keiner der beiden Gefangenen wollte ihr eine Antwort auf ihre Frage geben.

„Ah, ich verstehe. Dann werden wir die Rollen für unser kleines Quiz festlegen. Du bist Doc Simon und du der Judas Simon!“

„Warum nennst du ihn Judas?“ fragte daraufhin Doc Simon.

Archer brachte derweil eine kleine Wanne mit kaltem Wasser in die Zelle.

„Glaub das war die Kategorie Cylonenverräter für 100, Boss!“

„Sehr richtig, Arch. Was meint der Doc wie wir auf euer kleines Geheimnis kamen. Und dafür haben wir ihm unser Versprechen gegeben ihn nicht mehr zu foltern. Und keine Sorge, Judas – ich halte meine Versprechen!“

Buba hielt mit seinem gesunden Arm Doc Simon fest während Archer ihm die Schuhe auszog und seine Füße in die Wanne stellte. Kara wartete anschließend noch 2 Minuten bis sie begann.

„Also Judas, wir beide wissen dass du noch mehr kleine schmutzige Geheimnisse hast. Ihr beide bildet nun ein Team. Ich werde dir ein paar einfache Fragen stellen und du wirst sie mir nach bestem Wissen beantworten. Hat der Moderator, den ich spielen werde, das Gefühl du willst mich für blöd verkaufen, werden die netten Herren die Füße deines Freundes aus der Wanne ziehen und anschließend einen kleinen Klaps mit diesem Paddel drüberziehen. Spielregel verstanden?“
Um zu demonstrieren dass es Starbuck ernst meinte, ließ sie ihre Leute die kalten Füße von Doc Simon aus der Wanne ziehen. Archer nahm ein kleines Paddel und zog es mit voller Wucht über die Fußsohlen des Cylonen. Doc Simon schrie sofort vor Schmerzen.

„Nun meine Herren, die erste Kategorie lautet Experimente für 100…“

Buba schloss die Tür der kleinen Zelle und das Verhör nahm somit seinen Lauf.


-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Flottenkommando
Standort: Argon Prime

Major Hunter saß im Vorzimmer von Admiral Bahon. Er wurde aus seinem Zwangurlaub zurückbefohlen. Maria saß ihm gegenüber und tippte ohne Pause Dokumente ab. Niemand konnte ihm sagen worum es sich drehte. Er wusste nur dass es um eine dringende Angelegenheit handeln musste, da der Kommandeur der Flotte persönlich nach ihm verlangte.
Das Com der Sekretärin meldete sich und Maria forderte den Major auf in das Büro von Admiral Bahon zu gehen.

Thomas meldete sich wie befohlen. Sie befahl ihm anschließend Platz zu nehmen und blickte auf ihren Monitor.

„Major Thomas „Cobra“ Hunter. Ausgezeichneter Pilot, gutes Führungszeugnis – vor allem Loyal wird ständig in ihren Zeugnissen erwähnt. Ihr Vater ist Michael Hunter, Großunternehmer, genauso wie ihre Mutter. Ihr Bruder ist Rechtsanwalt. Sie waren bis vor kurzem verlobt mit Lt. Hera Agathon. Mein Beileid zu ihrem Verlust. Meinen sie, sie sind fähig ihren Dienst zu verrichten, Major?“

Thomas wusste immer noch nicht was er tun sollte, versicherte ihr aber dass er Dienstfähig sei und gerne wüsste warum er heute hier sei.

„Major, ich mag sie jetzt schon. Sie kommen schnell zur Sache ohne das ganze Drumherum. Ich habe gezielt nach ihnen verlangt, da ich jemanden mit ihren Fähigkeiten brauche. Und vor allem weil sie sicher nicht vergessen haben wem sie ihren Dienstgrad, ihre Stelle und die Verhinderung eines Kriegsgerichtes zu verdanken haben. Nopileos Memorial und ihre Beziehung auf der Hephaistos waren stets ein Geheimnis zwischen uns – und jetzt verlange ich eine Gegenleistung, Major!“

Admiral Bahon holte eine Akte hervor. Auf ihr war der Aufdruck „Top Secret“. Sie hatte die Sicherheitsstufe 6, die höchste aller Stufen. Sie befahl ihm diese zu öffnen und zu lesen.
Thomas versuchte sich nichts anmerken zu lassen, aber es war über ein Projekt der argonischen Flotte – indem Gebäude die sie selbst kurz vorher ausräucherten.

„Es handelt sich hierbei um eine Einrichtung des argonischen Militärs. Dort hatte eine Gruppe von Terroristen uns etwas gestohlen. Sie ermordeten das Sicherheitspersonal und stahlen Implantate. Diese Implantate ermöglichten unseren Soldaten effektiver auf dem Schlachtfeld gegen unsere Feinde vorzugehen. Eine genaue Beschreibung finden sie im Anhang. Sie werden nach Harador verlegen und vor Ort mit den Untersuchungen beginnen. Ich will wissen wer diese Personen waren, wie sie von dieser Einrichtung erfahren und überfallen konnten, ihre Kontaktpersonen und wohin unsere Implantate sind. Ich vermute dass wir Verräter in unseren eigenen Reihen haben. Major, sie haben freie Hand wie sie es angehen möchten und ich gebe ihnen jede Berechtigung die sie benötigen. Aber tun sie es schnell und diskret. Bringen sie mir jeden der auch nur einen Hauch davon wusste, lebendig oder tot!“

„Gab es Aufzeichnungen von den Eindringlingen?“

Thomas wurde innerlich nervös, versuchte aber sich äußerlich nichts anmerken zu lassen.

„Nein, die Überwachungsanlage wurde von innen manipuliert. Alles Weitere wird man ihnen vor Ort berichten. Ein Fahrer wird sie nach Hause bringen. Sie werden packen und fliegen sofort los. Ich brauche ihnen sicherlich nicht zu erklären dass davon nichts nach außen darf, Major?“

Thomas stand auf und meldete sich ab. Im Vorzimmer wartete auch schon ein Offizier der ihn die erste Strecke begleitete.


----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Headhunter Inc.
Kopfgeldjägerschiff Taurus
Standort: Argon Prime

Starbuck, Archer und Buba kamen aus der Zelle. Die Männer wuschen sich an einem Waschbecken das Blut von den Händen. Sie stießen zu ihren Gästen in den Aufenthaltsraum.

„Hast du was rausbekommen?“ fragte sie Lee

„Ja, das wir ein Problem haben! Sie haben hier zwar kein Schiff mit Aufwachraum, aber auf ganz Argon Prime sind so genannte Sichere Häuser verteilt. Es ist nur eine Frage der Zeit bis die mit bösen Erinnerungen aufwachen und uns verpetzen. Aber unsere Freunde versicherten mir dass das ne Weile dauern wird. Ihre Gedankenautobahn hat momentan viel Verkehr, was nicht bedeutet das wir ewig Zeit haben.“

Um alles verdauen zu können holt Starbuck etwas Hochprozentiges aus der Kombüse und gab eine Runde aus.

„Hey Sharon, als unser Experte für Toaster – was meinst du wie lange die hier ihre eigene Suppe kochen?“

Alle Aufmerksamkeit war nun bei Athena. Starbuck hatte wohl einen wichtigen Punkt angesprochen. Sharon konnte auch nur Mutmaßungen anstellen.

„Ich denke das sie nicht seit gestern hier sind. Der Angriff auf die Kolonien hatte ungefähr 40 Jahre an Vorbereitungen. Ich weiß das es mehrere Schiffe gab die jenseits der roten Linie unterwegs waren, vielleicht waren sie hierher gekommen. Die Stimmung gegen die Menschen war schon damals nicht die Beste…“

Habor kam in den Aufenthaltsraum. Er wirkte sichtlich verstört. Felix schnappte sich die Flasche aus Starbucks Hand und genehmigte sich einen ordentlichen Schluck.

„Ich hab schon viel gesehen in meinem Leben, aber das da unten ist absolut krank! Das geht über einen Cyborg weit hinaus. Die machen neue Menschen – Xenonmenschen!“

Bis auf Athena fühlte jeder mit Habor. Starbuck nahm aus dem Kühlschrank eine Flasche und gab sie ihrem Elektronikspezialisten. Er wollte so schnell wie möglich aus seinem Kopf hinausspülen. Anna blieb unten und untersuchte die Leichen weiter.

„Sie wollen so sein wie Ihr – bloß bessere Menschen!“

Diese Aussage verschaffte Athena nicht gerade Freunde auf diesem Schiff. Doch sie wusste wovon sie redete. Sie warf die Theorie in den Raum dass diese Welten das gleiche Schicksal wie die der Kolonien ereilen würde. Kara warf ihr daraufhin die Flasche vor die Füße und lehnte allein schon die Idee ab.

„Nein, niemals! Meinst du die anderen Völker würden einfach zusehen wie die Xenon eine Rasse auslöscht und dann zur nächsten übergeht. Das hier ist nicht Caprica! Wir können das abwenden, man hatte sie schon mal geschlagen. Die Argonen werden das niemals zulassen…“

Kara war außer sich, Erinnerungen an ihrer alten Heimat kamen hoch.

„Aber mittlerweile sehen die Xenon ebenfalls so aus wie wir. Wer weiß wo sie schon überall sind. Meine Frau könnte Recht haben. Und du hattest selbst gesagt dass seit Monaten niemand einen einzigen Xenon gesehen hatte. Wo sind sie, Starbuck? Es hatte schon begonnen als wir hier strandeten!“ warf Helo als Einwand ein.

„Wir hätten damals verschwinden sollen, aber niemand wollte auf mich hören!“ sprach Starbuck vor sich hin. Sie nahm sich eine frische Flasche und verschwand auf die Brücke.

„Sie hat Recht!“

Lee stand auf und gab seiner alten Weggefährtin in diesem Punkt Recht. Er sprach sich dafür aus diese Welt zu verlassen und zurück durch den Sprungpunkt in Nopileos Memorial zu springen.

„In einem Gespräch sagte mir mein Vater das wir nicht hierher gehören, unser Weg lautete eindeutig die Erde. Egal was Cylonen, Xenon oder wer auch immer vorhat, das ist nicht unsere Angelegenheit. Wir hatten unseren Holocaust und haben nicht die Mittel dagegen etwas zu unternehmen. Die Götter haben das Schicksal dieser Menschen besiegelt und uns die Möglichkeit gegeben rechtzeitig zu verschwinden. Ich werde zur Siedlung gehen und unsere Erkenntnisse vortragen. Danach sehen wir weiter. Wenn jemand aussteigen will, man wird es ihm nicht negativ anlasten!“

Dee stand auf und bestand darauf persönlich ihren Mann nach Caprica City zu fliegen. Helo und Athena wollten ebenfalls mit. Sie waren ebenfalls der Meinung Argon Prime und das X – Universum zu verlassen. Sie haben vor Jahren den Kampf gegen sie Cylonen verloren und wussten dass sie diesmal erst recht keine Chance gegen eine erneute Invasion hätten. Denn diesmal hätten sie mindestens 2 Gegner – Xenon und Cylonen, beide hoch entwickelt und kampferprobt.

Lee ging zur Brücke der Taurus um Starbuck seine Entscheidung mitzuteilen.
-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Caprica City
Koloniale Siedlung
Argon Prime

Tom Zarek war auf dem Weg zu einer Sitzung des kolonialen Rates. Sie wurde kurzfristig einberufen. Er war wütend darüber das er als letztes davon erfuhr. Als Vorsitzender verlangte er Rechenschaft von den Mitgliedern.
Zarek kümmerte sich all die Jahre um die Integration der kolonialen Siedler auf Argon Prime. Nach zähen Verhandlungen und der Unterstützung der Goner gelang es ihnen schließlich außerhalb von Argonia City Siedlungsgebiet zu bekommen und bauten dort ihre neue Stadt Caprica City. Im Gegenzug lösten sie den Zwölferrat auf und unterwarfen sich den argonischen Gesetzen. Der Rat wandelte sich in eine normale kommunale Verwaltung um, deren Vorsitz Tom Zarek hatte. Laura Rosslyn zog sich aus der Politik zurück und ging nach Port Munica. Aufgrund der Bemühungen seitens Zarek wollte niemand mehr hören das Tom Zarek Schuld an dem Schicksal der Galactica und der gesamten kolonialen Flotte hatte. Die Siedler wählten neue Vertreter, damit schaffte er es der Anklage des Hochverrats zu entgehen, da ihm die politische Immunität erneut ausgesprochen wurde.

Zarek war mit seinen Bodyguards nicht mehr weit weg vom Versammlungsgebäude als jemand auf der Parkbank seinen Namen rief. Er erkannte die Person und befahl seinen Leibwächtern zu warten. Währendessen ging er mit diesem ein Stück durch den Park.


„Ich habe sehr großen Respekt vor ihren Leistungen, Herr Vorsitzender. Was macht eigentlich ihre Frau und die Geldwäsche?“

„Was wollen sie, Gaius?“

Baltar bat Zarek sich zu setzen. Sie saßen sich auf eine abgeschiedene Parkbank. Gaius nahm sich die Sonnenbrille und trug sein Anliegen vor.

„In wenigen Minuten werden ihnen ein paar Verrückte ihnen eine absurde Geschichte erzählen und sicherlich von ihnen verlangen etwas zu tun. Aber sie werden, und davon gehen ich sehr wohl aus, egal was sie vorschlagen, ihre Position nutzen und ablehnen!!“

„Wie kommen sie darauf das ich nach ihrer Pfeife tanzen werde, schließlich bin ich ihnen kein Gefallen mehr schuldig!“

Gaius lächelte darauf und blickte hinter Zarek. Eine junge Frau nahm ebenfalls Platz und überreichte Tom ein verschnürtes Paket. Er nahm es zögerlich an und wusste nicht genau was er damit anfangen sollte.

„Los, machen sie auf!“ forderte ihn Baltar auf.

Zarek öffnete es. Darin fand er mehrere Dokumente, Protokolle und Tonbandaufnahmen. Dass ihm der Inhalt nicht gefiel sah Gaius auf dem ersten Blick.

„Wissen sie, Tom, ich wusste sofort dass sie vergessen würden wem sie das alles zu verdanken haben. Aus der Affäre und die Unterschlagungen können sie sich noch rausreden, aber was denken sie was diese Menschen von ihnen denken werden, wenn herauskäme das Tom Zarek die FTL-Computer der Flotte manipulieren ließ und Schuld an der Zerstörung mehrerer Schiffe durch die Cylonen hatte?“

Zarek stelle das Paket auf den Boden und nahm sich hastig ein Feuerzeug aus seiner Tasche. Er verbrannte die gesammelten Beweise auf der Stelle.

„Sie können sich sicher sein das wir die Originale noch bei uns haben!“ flüsterte ihm Nummer 6 ins Ohr.

Zarek erklärte sich bereit alles abzulehnen was diese Leute auch immer anstrebten. Baltar erlaubte ihm darauf zu gehen.

„Baby, wir haben noch eine Rechnung offen. Wenn dieses Spektakel vorbei ist würde ich diese Leute gerne auf unser Schiff einladen. Besonders Starbuck und diese Nummer 6 !“

Nummer 6 verstand sofort und ging. Baltar machte es sich bequem und genoss die Sonne.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Basisschiff B26-H
Standort: Unbekannt
Auftrag: Unbekannt

Hera schaute sich auf dem Basisschiff um. Überall wurde sie freundlich gegrüßt. Sie gewöhnte sich daran ihr Gesicht mehrmals am Tag zu sehen. Sie wollte mehr über die Cylonen herausfinden versuchte unauffällig sich Informationen zu beschaffen.
Im Hangar sah sie neben den unbekannten Jägern, die sie in Nopileos Memorial traf, auch weitere Schiffe verschiedener Völker. Sie ahnte dass dies kein Zufall sein konnte und wollte dem allen auf die Spur kommen.

Nach mehreren Tagen fand sie ein Archiv des Schiffes und versuchte sich damit vertraut zu machen.

„Suchst du was Bestimmtes?“ fragte sie eine Stimme aus dem Hintergrund.

Er trat zu ihr und begann darauf freundlich zu lächeln.

„Oh, es tut mir leid. Ich wusste nicht welch ehrenhafter Besuch mir zuteil wurde. Mein Name ist Leoben und ich verwalte dieses Archiv.“

Hera erkannte ihre Chance und spielte den freundlichen Cylonenhybriden der auf der Suche nach Informationen über ihrer Herkunft war.
Leoben freute sich natürlich über das Interesse und zeigte ihr wie man das Archiv nutzte. Hera zeigte sich beschämt als sie ihm gestand auch mehr über ihr Heimatschiff zu erfahren. Obwohl es ihr ziemlich viel abverlangte machte sie dem Verwalter schöne Augen um ihren Willen zu bekommen. Da Leoben nichts Böses ahnte verschaffte er ihr die Infromationen die sie haben wollte. Dabei legte sie ihr Augenmerk auf die Sicherheitsprotokolle.
Um aber ganz sicher zu gehen das Leoben nichts Verdächtiges an ihren Wünschen fand suchte sie noch andere Infromationen.


„Gibt es da auch etwas über mich. Würde gerne wissen was ich so besonderes getan habe das ich hier so verehrt werde. Nicht das es mir nicht gefällt, aber man muss ja wissen warum man zum Star geworden ist.“

Auch diesen Wunsch erfüllte er ihr. Er löschte die Seite mit den Schiffsinformationen und lud aus den Archiven sämtliche Daten über Hera Agathon. Sie bedankte sich und bat doch lieber alleine zu sein. Nachdem sie sich sicher war ungestört zu sein, rief sie erneut die Seite mit den Schiffsinformationen auf. Aus irgendeinem Grund konnte sie sie Sicherheitsprotokolle des Schiffes lesen und wusste genau wie man sie leise umging. Sie lud sich daraufhin den Standort und den Auftrag des Schiffes auf den Schirm. Da Leoben ab und zu nach ihr schaute, suchte sie etwas um diese Erkenntnisse herunter zu laden. Auf einem Nachbartisch lag ein PDA. Sie nahm sich diesen an sich und verknüpfte es an einer Schnittstelle der Konsole. Hera speicherte sich alles was ihr wichtig erschien. Als Leoben erneut nach ihr sah beendete sie das Speichern und holte ihre eigenen Informationen wieder hervor.

„Danke, war sehr hilfreich!“ verabschiedete sie sich.

„Meinst du mir wäre es nicht aufgefallen?“

Hera hielt den PDA unter ihrem Shirt fest an sich. Sie drehte sich um und nahm an das sie erwischt wurde. Leoben nahm ihr den PDA wieder ab. Er blickte darauf um zu sehen was sie sich download.

„Tja, aufgefallen!“

Hera wurde nun nervös und war sich sicher das er gleich die Centurion rief.

„Wenn du heute Abend mir essen gehst werde ich den Verlust dieses PDA vergessen. Hier liegen die meisten eh ungenutzt rum.“

Mit einem Schmunzeln gab er ihr den PDA zurück. Auf dem kleinen Schirm waren die Informationen über sie selbst aufgeschlagen.

„Klar, warum nicht!“

Leoben verabredete sich mit ihr im Speisesaal des Schiffes. Hera fiel ein Stein vom Herzen und versteckte es wieder unter ihrem Shirt. In ihrem Raum nahm sie sich die Zeit um alles näher anzusehen.

----------------------------------------------------------------------------------------------------------------


Caprica City
Koloniale Siedlung
Argon Prime

Starbuck und die beiden Ehepaare warteten in einem Gang des Versammlungshauses.
Dee konnte für den heutigen Tag eine außerordentliche Sitzung einberufen lassen. Es machte sich tatsächlich bezahlt privaten und geschäftlichen Kontakt zur kolonialen Siedlung aufrecht zu erhalten.
Athena las an einer Tafel wer alles im Rat vertreten war.

„Hey, ratet wer hier das Sagen hat? Niemand geringeres als Tom Zarek. Wie lange sind wir schon nicht mehr hier gewesen, Helo?“

Ihr Mann sowie Lee Adama gesellten sich zu ihr um zu sehen wer politisch das Sagen in der kleinen Stadt hatte. Niemand gefiel die Tatsache dass er federführend war. Man hätte sich jeden anderen gewünscht als Nachfolger für Rosslyn statt Tom Zarek. Starbuck musste schmunzeln. Mit dem Namen verband sie eine für sie lustige Gegebenheit.

„Was gib es da zu schmunzeln, Zarek kann uns alle nicht ausstehen. Und der Aasgeier hat den Vorsitz. Wer weiß mit wem er dafür alles schlafen musste?“ Apollo konnte nicht verstehen wie Starbuck trotzdem aus dem Schmunzeln nicht mehr raus kam.

„Weißt du, als du mich an jenen Tag geholt hattest um bei Zarek die Animierdame zu spielen hat dein Vater ihm eine neue Gesichtsform verpasst. Der hat ihn windelweich geprügelt. Hab erst nachher gewusst warum, aber dafür hätte die Crew Eintritt bezahlt!“

„So richtig in die Schnauze?“ fragte Lee mit einem Grinsen im Gesicht nach.

„Ich höre jetzt noch wie sich seine Nase verbog!“

Der Saaldiener kam heraus und bat die Anwesenden hinein. Lee und Kara krümmten sich vor Lachen und versuchten beim Einlass sich zu beruhigen.

Drinnen hatten sich die Vertreter der Stämme versammelt. Zarek eröffnete die Sitzung und fragte was der Grund für diese Einberufung sei.

Starbuck und Apollo übernahmen das Reden. Sie berichteten dem Rat von ihren Erlebnissen, Vermutungen und zeigten ihre Beweise den Mitgliedern Alle Vertreter waren erschrocken. Sie wurden auf eine neue cylonische Bedrohung aufmerksam gemacht. Vor allem war der Vorschlag Argon Prime zu verlassen und zurück zum Ausgangspunkt zu kehren reiner Explosivstoff. Nachdem sie alles vortrugen wurden sie vom Vorsitzenden vor den Saal gebeten. Sie würden über alles erst einmal sprechen müssen.

Starbuck verabschiedete sich von ihren Gefährten. Sie wollte zurück zur Taurus um mehr von ihren Gefangenen zu erfahren.

„Hey Kara, was macht das alte Mädchen denn hier?

„Dieses bezaubernde Wesen tritt dir sonst wo hin wenn du sie noch mal als alt bezeichnest!“

An Starbucks Motorrad traf sie Josy. Sie sagte sie hätte geschäftlich in dieser Siedlung zu tun und sah ihr Zweirad hier stehen.

„Wo gehst du jetzt hin?“ fragte sie Starbuck.

„Ich hab noch ein paar Dinge zu erledigen, du kannst mir ja ein Bier kaltstellen und dann erzähl ich dir alles.“

Starbuck wollte sich gerade auf ihre Maschine setzen als sie von hinten niedergeschlagen wurde.

„Tut mir leid Starbuck, deine Pläne haben sich nun geändert.“

Ein Fahrzeug fuhr heran. Josy und eine Nummer 5 luden Kara auf und fuhren los.


-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Harador
Argon Prime

Seit 3 Tazuras war Starbuck schon verschwunden. Thomas Eltern riefen ihn an und erzählten ihm die letzten Ereignisse. Im Gegenzug berichtete er ihnen wo er sich zurzeit befand. Das Telefonat wurde durch den Ermittler vor Ort unterbrochen.

„Major, sie werden unten an der Einfahrt gebraucht.“

„Und bei was genau wird meine Gegenwart benötigt, Mr. Conoy?“

Der Ermittler antwortete ihm nicht und ging einfach weiter. Unten wartete Maria, die Sekretärin des Admirals und übergab ihm persönlich einen Umschlag.

„Admiral Bahon wollte sicher gehen dass sie ihn auch erhalten. Sie sollen wissen um was es sich bei dem Inhalt handelt.“

Maria wurde zu ihrem Fahrzeug begleitet. Thomas öffnete den Umschlag und entnahm den Inhalt. In ihm war ein Bericht dass einer der Terroristen gestellt wurde und dabei ums Leben kam. Thomas stockte der Atem als er eine Aufnahme des angeblichen Terroristen sah. Es zeigte eine Kameraaufnahme von Starbuck.

„Ist alles in Ordnung, Major?“ fragte ihn der Ermittler Leoben Conoy.

„Klar, wir haben ein Problem weniger. Werten wir das aus was wir hier haben und schnappen uns den Rest!“

Thomas steckte alles in den Umschlag zurück und versuchte sich nichts anmerken zu lassen.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Basisschiff B26-H
Standort: Unbekannt
Auftrag: Unbekannt

Hera schaute sich wieder auf dem Schiff um als sie in die unteren Sektionen kam. Dort hörte sie Schläge und mehrere Personen sprechen. Sie ging vorsichtig hin und konnte sehen wie eine Nummer 6 eine Frau immer wieder und wieder schlug.

„Ich könnte den ganzen Tag so weiter machen, Starbuck. Aber du enttäuschst mich, früher hattest du mehr vertragen. Jetzt muss man Angst haben dir ernsthaft weh zu tun. Du bist alt geworden, Starbuck!“

Die Nummer 6 holte erneut aus und schlug Kara in die Magengrube. Hera sah wie Starbuck Blut vor die Füße des Cylonen spuckte.

„Also, ich weiß nicht ob dir das schon jemand mal gesagt hatte, aber du schlägst wie ein Mädchen! Und wenn du mich losmachen könntest, würde ich zeigen wer hier alt geworden ist – du verdammter Toaster!“

„Lass mich mal mit ihr reden!“

Hera schaute um die Ecke. Aus dem Hintergrund kam ein anderes Modell an Starbuck herangetreten und schlug ihr mehrmals ins Gesicht. Starbuck sagte kurz zusammen und rappelte sich anschließend wieder auf.

„Ja! Jetzt habe ich mal was gemerkt! Wo warst du bloß die ganze Zeit? Die Amateure langweilten mich langsam!“

Starbuck blickte ihrem neuen Peiniger ins Gesicht. Es war eine Kopie ihrer Freundin Josy. Kara wusste jetzt das es damals kein Zufall war das sie angesprochen wurden.

„Willst du diese Frau kennen lernen?“


Hera erschrak. Eine Nummer 3 erwischte sie. Sie nahm sie an der Hand und führte sie mit zu Starbuck.

„Ah, wen haben wir den da? Du hättest einfach zu uns kommen können. Darf ich dir vorstellen – Captain Kara Thrace oder auch Starbuck genannt. Sie kannte deine Mutter!“

Bei den Ausführungen klingelte es bei Starbuck, vor ihr stand die Tochter von Athena. Damit hatte sie den Beweis für diese Sicheren Häuser der Cylonen. Aber auch Hera erkannte in dem blutigen Gesicht nun die Frau die bei ihren Eltern stand bevor ihre Erinnerungen abrissen.

„Sie hat viele unschuldige Cylonen getötet. Sie war dafür dich als Kind zu töten, deine Mutter aus der Schleuse zu werfen.“ flüsterte ihr eine Nummer 8 zu.

Die Nummer 6 gab den anderen Cylonen ein Zeichen das man sie sowie Hera und Starbuck alleine ließ. Sie trat von hinten an den Hybriden heran.

„Gott hat sie für ihre Sünden bestraft. Sie hat seine Kinder getötet. Du bist auch eines seiner Kinder. Es war gut dass du gekommen bist. Jetzt, wird es Zeit ihrem sündenreichen Leben ein Ende zu setzten.“

Sie gab Hera ein Messer in die Hand und drängte sie zuzustechen. Hera trat näher an Starbuck heran.

„Und du willst tatsächlich meine Mutter gekannt haben? Was hat dir der beste Raptorpilot der Flotte getan?“

"Dann reden wir nicht von der selben, Kleines. Deine Mutter war zu blöd für einen Raptor zu landen!"

Sie trat immer näher an Starbuck heran. Nummer Acht genoss von weiter hinten das Schauspiel und wartete bis Hera zustieß. Hera signalisierte Starbuck das sie ihr einen Tritt in den Unterleib verpassen sollte. Sie wollte ausnutzen das man ihr nicht die Füße fesselte. Starbuck verstand und nachdem Hera an sie heran trat hob sie ihr Knie und trat Hera in den Unterleib. Hera sackte vor Schmerzen zusammen. Kara erhob erneut ihr Bein und versetzte ihr einen Tritt ins Gesicht. Dabei verlor Hera das Messer. Starbuck ließ sich samt Stuhl umfallen. Nummer 6 eilte Hera zu Hilfe. Sie wollte Starbuck davon abhalten nach dem Messer zu greifen. Der Cylon machte einen Fehler und Kara bekam ihren Kopf zwischen ihren Schenkeln zu fassen. Sie drückte solange zu bis sich der Cylon nicht mehr regte.

Hera stand auf und schnappte sich das Messer vor Starbuck. Kara Thrace schaute sie an und wusste in diesem Moment nicht auf welcher Seite dieser Cylon stand. Hera kniete sich zu ihr und löste ihre Fesseln.

„Dort hinten kannst du die Verkleidung lösen. Irgendjemand muss dich lieb haben. Auf der anderen Seite ist der Hangar mit verschiedenen Schiffen. Soweit ich weiß haben die alle Sprungantrieb. Versuch dein Glück und verschwinde!“

Hera gab Starbuck noch etwas in die Hand. Sie sagte dass sie sie nicht begleiten konnte und sollte ihren Eltern und ihrem Freund sagen dass es ihr gut ginge. Sie hätten hier einen Verbündeten. Und damit alles nach einer Flucht aussah sollte sie Hera ausknocken.
Starbuck tat es nicht gerne, aber wusste dass sein musste.

„Ich hoffe deine Mutter hasst mich nicht dafür!“

Kara schlug Hera K.O. und verschwand durch die angesprochene Verkleidung.



----------------------------------------------------------------------------------------------------------------


Josy’s Bar
Freie Argon Handelsstation
Standort: Nyanas Unterschlupf


Ashley zählte die Tageseinnahmen und hörte dem Klatsch und Tratsch der Kopfgeldjäger zu.
Sie wie einer ihrer Bedienungen die Bar zu übernehmen während die Chefin die Einnahmen in das Büro brachte.
Josy wusste wo in ihrem Büro der Safe stand verzichtete das Licht anzumachen.

„Du hättest dich damals ruhig richtig vorstellen können – hallo, ich bin Ashley – ein verdammter Toaster. Das hätte dir ein langes Leben erspart!“

Josy ließ erschrocken die Geldkassette fallen als sie diese Stimme hörte. Auf ihrem Schreibtisch ging das Licht an. Auf ihrem Stuhl saß Starbuck und bedrohte sie mit einer Waffe.

„Ich habe von deiner Flucht gehört – Respekt. Diese Nummer 8 wurde für ihre Nachlässigkeit bestraft. Und dann schlägst du einen jungen Hybriden nieder, du bist ein Held Starbuck.“

Starbuck schmunzelte darauf und schenkte sich etwas zu Trinken ein.

„Ja, es tat richtig gut ihr die Schnauze zu polieren. Ich hätte mich ja gerne länger mit ihr unterhalten, aber ich hatte etwas wichtige zu tun…“

Ashley ging langsam an eine Schublade hinter sich und wollte daraus eine Waffe entnehmen und einen geheimen Alarmschalter betätigen. Doch sie griff zweimal ins Leere.

„Weißt du, ich bin in den Jahren nicht nur unwiderstehlicher geworden, sondern auch klüger. Hast wohl vergessen das ich die Beste meines Faches bin!“

Kara legte vor ihren Augen den ausgebauten Schalter und eine zerlegte Waffe auf den Tisch.

„Was hast du jetzt vor?“ fragte sie der Cylon.

„Du hast dir eine ungünstige Lage für dein Lokal ausgesucht!“

Starbuck setzte ihrer Waffe einen Schalldämpfer auf und ohne ein weiteres Wort zu verlieren drückte sie ab. Der Cylon sackte tot zusammen. Kara erhob sich aus dem Stuhl, nahm sich einen Schluck und verließ die Bar durch den Hintereingang in der Wand.

Viper047
17-01-2008, 04:50 PM
-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------


Headhunter Inc.
Kopfgeldjägerschiff Taurus
Standort: Argon Prime

Apollo empfing Starbuck in ihrem Schiff, ihre Crew sowie Athena und Helo warteten bereits im Aufenthaltsraum. Lee wollte wissen woher sie ihre Wunden habe und vor allem wo sie die letzten 5 Tage war.
Doch Starbuck antwortete auf keine seiner Fragen. Sie wollte stattdessen wissen wie die Entscheidung des Rates war. Die Antwort Apollos war nicht überraschend für sie. Sie wusste schon als sie hörte wer den Vorsitz hatte das ihre Angelegenheit negativ entschieden würde.
Starbuck humpelte in den Aufenthaltsraum, wo sie durch ihre Crew und ehemaligen Kameraden herzlich empfangen wurde. Anna wollte sich sofort um ihre Verletzungen kümmern. Aber sie wurde von ihrem Boss auf später vertröstet. Es gäbe noch etwas wichtigeres, was unbedingt zuerst erledigt werden müsste.
Heras Eltern überbrachte sie zunächst die Nachricht das Hera lebte und ihr zur Flucht verhalf. Athena sackte zusammen und konnte nicht fassen das ihre Tochter lebte. Sie hielt ihren Mann fest und wollte ihre Tochter sofort zurück haben.

„Findet Roslin!“ bat sie Apollo und Helo.

Kara nahm sich Buba und Archer mit und befahl sie sofort zu ihren Dauergästen. Buba half ihr in den unteren Teil des Schiffes. Archer öffnete die Tür. Die beiden Cylonen sahen Starbuck und fingen sofort an zu lachen.

„Oh, was ist dir denn passiert? Hat man mit dir ein Spielchen gespielt? Warst wohl nicht ganz so gut?“
Die Cylonen scherzten in Karas Gegenwart weiter. Sie blieb ruhig und schmunzelte zu ihren Kommentaren. Ihre Männer fanden es weniger lustig.

„Was steht den heute auf dem Programm – kaltes Wasser?“

Doc Simon lachte sie aus und streckte ihr seine Füße entgegen. Kara lachte mit ihm und ging kurz vor die Zelle. Sie schaute sich um und kam mit einer Eisenstange zurück.

„Simon und Simon, wir werden heute wieder ein Spiel spielen. Ich bin nicht nachtragend und halte mein Versprechen, Judas!“

Sie befahl ihren Männern Doc Simon festzuhalten, besonders seine Beine.

„Heute reden wir über Sichere Häuser und über den Nachwuchs innerhalb der Toasterfamilie. Du Schlingel hast mir nicht gesagt dass ihr euch vermehrt habt. Aber das holen wir heute nach!“

„Ich kann dir nicht ganz folgen!“ entgegnete Judas ihr.

„Man, das war schon mal die falsche Antwort!“ gab ihm Starbuck zu verstehen.

Kara gab ihren Männern per Handzeichen Anweisungen wie sie Doc Simon haben wollte. Sie spreizten seine Beine und schoben ihn mit dem Unterleib etwas nach vorne. Nur langsam ahnte Doc Simon was sie vorhatte.

„Ok, die Fußnummer lässt euch kalt – aber wie verkraftet ihr Männerschmerzen?“ fragte Starbuck ihre cylonischen Gäste.

Sie holte aus und schlug mit voller Wucht in seine Weichteile. Doc Simon krümmte sich vor Schmerzen. Seine Schreie waren ohrenbetäubend. Judas Simon lief es kalt über den Rücken und versicherte nichts weiter zu wissen. Archer Und Buba brachten ihn erneut in Position. Sie konnten nur erahnen was er an Schmerzen haben musste.
Ihrem Boss gefiel die letzte Antwort nicht und holte erneut aus. Die Schreie des Cylonen waren im ganzen Schiff zu hören. Judas Simon bekam diesmal richtige Angst vor Starbuck.

„Hör auf! Du hast gewonnen! Frage, los frage! Was willst du wissen?“

Judas Simon war die panische Angst ins Gesicht geschrieben. Starbuck nutze den Stab als Stützhilfe, sie war zufrieden über diese Hilfsbereitschaft.

„Siehst du, so kommen wir uns doch schon näher. Du ersparst deinem Freund unnötige Schmerzen. Fang einfach von vorne an, wir hören dir zu und werden uns schon melden wenn wir was nicht verstehen oder wissen wollen!“

Der Cylon begann zu erzählen was Starbuck wissen wollte und sogar einiges mehr.

Viper047
17-01-2008, 04:52 PM
Kapitel XI


Schnelle Entscheidungen



Basisschiff B26-H
Standort: Unbekannt
Auftrag: Unbekannt


Im Labor von Gaius Baltar herrschte dicke Luft. Er und Nummer 6 saßen Hera gegenüber und durchliefen seit 5 Stunden immer wieder die Geschehnisse der letzten Woche.
Baltar spielte dabei mit einem Stift, den er von Stunde zur Stunde immer heftiger auf den Tisch auftippte. Nummer 6 ging die Nervosität von ihrem Geliebten auf die Nerven und zwang ihn damit aufzuhören.

„Gaius, ich schwöre dir, wenn du nicht sofort deinen Stift zur Seite legst, lasse ich dir beide Arme amputieren! Und jetzt zu dir, erzähl es noch mal!“

Hera war genervt das sie stets die gleiche Geschichte erzählen musste. Mittlerweile war die ausgedachte Geschichte in ihr so gefestigt das sie mittlerweile selbst an deren Wahrheitsgehalt glaubte.

„Sie gab mir das Messer in die Hand, ich sollte dieser Starbuck die Kehle durchschneiden. Leider hatte mir niemand gesagt dass diese alte Frau für solche Situationen geschult war. Sie überrumpelte mich, tötete den anderen Cylonen, löste ihre Fesseln und schlug mich K.O.
Danach weiß ich nur noch dass die hier vor mir stand und sagte sie konnte aus dem Raum springen. Das war’s!

Hera blieb ruhig und konzentriert. Sie wartete ab ob sie noch mal alles erzählen musste oder ob die Beiden es endlich geschluckt hatten. Gaius machte eine typische Handbewegung und Hera ging.

„Ihre Spur verlor sich in dieser Kopfgeldjägerbar. Sie tötete dort Nummer 17. Niemand hatte Starbuck kommen oder gehen sehen. Aber sie hat nichts, Gaius! Sie ist alt und wird sich sicher irgendwo verstecken. Machen wir weiter und erfüllen unser Schicksal!“

Gaius stimmte ihr zu und wandte sich wichtigeren Dingen zu. Sie blieben vorerst bei der Annahme Starbuck hätte ihre Lektion gelernt und würde sich nun ihres Alter entsprechend benehmen.
Hera ging zurück in das Archiv des Schiffes. Sie konnte sich den Verwalter Leoben in ihren Bann ziehen und hatte so die Möglichkeit auf empfindliche Dateien zuzugreifen.
Wenn sie es jemals zurückschaffen sollte schwor sie sich niemals ihrem Freund zu erzählen wie sie an die Informationen gelangen konnte. Denn mit den Waffen einer Frau machte sie sich den Cylonen hörig.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------




Port Munica
Argon Prime

Laura Roslin korrigierte Schreibübungen ihrer Schüler. Sie hatte die letzte Stunde unterrichtsfrei und freute sich insgeheim auf ihr freies Wochenende und entspannte Stunden am Strand.
Sie legte ihren Stift hin als es an ihrem Büro klopfte.

„Herein!“

Roslin war überrascht und erfreut über den Besuch. Dee, Apollo, Starbuck und die Agathons suchten sich in dem kleinen Büro einen Platz. Einzig die Freude zwischen Laura und Athena hielt sich in bescheidenen Maß.

„Was verschafft mir die Ehre eines so zahlreichen Besuches?“

„Sie hatten doch Bedenken wenn ein Cylon ihre Kinder unterrichtet, Mrs. Roslin?“ fing Athena mit einem feindseligen Unterton an.

„Wenn es um Hera geht, dann…..“

Starbuck unterbrach das Gespräch indem sie Roslin Aufnahmen von verschiedenen Cylonen auf den Tisch lag. Anhand des Datums konnte sie erkennen dass sie im Laufe der letzten 3 Monate gemacht wurden.

„Hera ist ein gutes Mädchen, Frau Präsident. Meine fröhliche Person würde ohne sie nicht vor ihnen sitzen. Wir sind aber nicht wegen Sharons Tochter zu ihnen gekommen, sondern weil wir ihre Hilfe brauchen!“

Starbucks Worte waren mehr als eindeutig. Laura schaute sich die Aufnahmen an. Bei den Fotos aus der cylonischen Klinik musste sie aufhören und legte alles beiseite. Sie bat Helo zuerst die Tür abzuschließen bevor man überhaupt an das weiterreden dachte.

„Ich weiß dass ich es bereuen werde, aber erzählen sie mir bitte was bei den Göttern hier los ist!“

Starbuck fing an. Sie erzählte ihr von dem Auftrag und den beiden cylonischen Agenten aus der Bar. Sie schilderte die Ereignisse von Heras Tod und ihrer Spurensuche quer durch die Sektoren. Um es ihr zu verdeutlichen zog Starbuck aus der Unordnung aus Papieren die entsprechenden Unterlagen. Zum Schluss erzählte sie ihr von der Klinik, Zareks Ablehnung im kolonialen Rat und der Folterung bzw. Flucht vom cylonischen Basisschiff. Starbuck ließ Heras Mutter das PDA auswerten, das Starbuck in die Hand bekam.
Athena schilderte anhand einer Sektorenkarte wo sie Basisschiffe vermutete, das sie weitere cylonische und mittlerweile auch Xenon Modelle vermutete. Vor allem machte sie deutlich das Cylonen und Xenon die argonischen Welten angreifen würden, es war nur eine Frage der Zeit.
Der Vortrag dauerte zwei Stunden. Aus ihrem Fenster konnte Roslin ihre Kollegen sehen die die Schule verließen. Sie ließ sich alles noch mal durch den Kopf gehen.

„Es wäre zu schön gewesen, finden sie nicht?“ fragte Roslin ihre Gäste und machte sich und den anderen Tee und Kaffee.

Sie saß sich in ihren Sessel und blickte in die Gesichter ihrer Gäste. All die Jahre konnte sie den Gedanken nicht loslassen das die Gefahr durch ihre alten Feinde nicht gebannt war. Und jetzt hatten die Cylonen Verbündete. Ihr Blick blieb bei Athena schließlich stehen.

„Ich weiß dass wir in all den Jahren unsere Meinungsverschiedenheiten hatten, Sharon. Um was ich sie jetzt bitte fällt ihnen und mir gleichermaßen schwer. Ich bitte sie unsere Differenzen erst einmal auf Eis zu legen und mir diese einfache Frage zu beantworten: Können wir ihrer Tochter vertrauen?“

Heras Mutter rückte näher zu Roslin heran. Ihr Blick war sehr ernst. Helo wusste nicht was seine Frau vorhatte und rückte vorsichtshalber mit nach vorne.

„Wir können vorerst so tun als könnten wir uns leiden. Aber stellen sie nie wieder die Vertrauenswürdigkeit meiner Tochter in Frage!“

Helo nahm seine Frau vorsichtig und erweitete den Abstand zwischen den Frauen.

„Dann wäre das nun geklärt. Ich frage sie nun, was kann ich ihrer Meinung nach tun. Ich bin schon lange keine Präsidentin mehr. Was mich aber noch mehr interessiert ist was sie gedenken zu tun?“

Schweigen brach aus. Roslin blickte zu ihren Gästen. Aber niemand konnte oder wollte ihr eine Antwort drauf geben. Apollo brach schließlich die Ruhe.

„Die Zelte abbrechen und so schnell wie möglich hier weg!“

Roslin musste schmunzeln. Sie lehnte sich zurück und ließ sich die Worte noch mal innerlich durch den Kopf gehen. In Lee Adamas Augen konnte sie dieselbe Entschlossenheit sehen wie einst in den Augen seines Vaters. Er, alle Gäste eingeschlossen, meinte es ernst.
Laura nahm sich aus ihrer Schublade mehrere Bleistifte. Sie zerbrach einen nach dem anderen und überlegte dabei.

„Die Menschen sind hier glücklich, Commander. Sie haben sich hier ein Leben aufgebaut, Freundschaften geschlossen, Familien gegründet. Wollen sie von ihnen tatsächlich verlangen dass alles aufzugeben und erneut zu fliehen? wollte Roslin genau wissen.

„Ja, das verlange ich!“ gab Apollo entschlossen von sich.

„Man könnte glatt meinen ihr Vater stünde jetzt vor mir. Sie haben dieselbe Entschlossenheit. Was schwebt ihnen vor, wollen sie erneut kämpfen?“

Starbuck verneinte. Sie schlug erneut vor was sie schon vor Jahren vorschlug. Zurück zum Sprungpunkt nach Nopileos Memorial und anschließend weiter zur Erde.
Roslin war sich nicht sicher ob das alles so leicht ginge wie es sich ihre Gäste vorstellten.
Sie machte sie erneut auf die menschliche Komponente aufmerksam und selbst wenn man diese Hürde überwunden hätte, gab es noch die technische Hürde. Die koloniale Siedlung verfügte über keine moderne Schiffe die auf dem Stand der argonischen Technik waren.
Weiterhin sprach sie das Thema Sicherheit an. Die Siedlung verfügte ebenso über keine Kampfschiffe die im Ernstfall die koloniale Flotte beschützen konnten

„Das ist nicht ganz richtig, ein Kampfschiff hätten wir.“ widersprach ihr Dee und hatte neben der Aufmerksamkeit von Laura Roslin auch die der Agathons.

Anastasia blickte zu ihrem Mann und sagte das man über kein modernes, dennoch über ein Kampfschiff verfügte. Roslin und Helo fragten was Lees Frau damit meinte.

„Wir haben die Galactica!“ gab Apollo zögerlich zu.

Roslin blieb unerwartet ruhig und gefasst während Helo und seine Frau es förmlich aus ihren Stühlen riss. Sie bemerkten auch dass mehrere Personen im Raum vom Kampfstern wussten.

„Die Gala…was? Du erlaubst dir doch nur einen Scherz? Die Galactica wurde zerstört, das lernen die Kinder in kolonialer Geschichte. Sie wurde doch zerstört, oder?“ fragte Helo aufgeregt.

Roslin packte ihre Tasche und nahm sich ihre Jacke vom Haken. Ihre Gäste blieben wie angewurzelt stehen.

„Ich werde nicht jünger. Ich hoffe sie haben ein Shuttle bereitstehen!“

Roslin öffnete die Tür zu ihrem Büro und forderte ihre Gäste auf es zu verlassen.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Argonische Sektorwache
Station 4ZB-33#9
Standort: Omikron Lyrae
Auftrag: Überwachung militärischer Bestimmungen
Schutz von argonischen Einrichtungen

Im Sektor hatte alles seinen gewohnten Gang. Die Station lotste die durchfliegenden Schiffe von einem Tor zum nächsten. Die Sektorwachen kontrollierten die ihnen zugewiesenen Schiffe auf illegale Objekte. Die Übernahme verlief schnell, die Tore zum Sektor wurden zeitweilig durch Kriegsschiffe gesperrt. Es wurde von allen Völkern so hingenommen, da es in der Gemeinschaft keine Seltenheit war dass eine Gruppe ihren Sektor für den „ausländischen“ Verkehr sperren ließ und nach einer Weile wieder öffnete. Oft waren politischen oder wirtschaftliche Interessen der Völker der Grund. Man nahm gezwungener Maßen einen Umweg auf sich oder wartete einfach, wenn die Zeit vorhanden war, bis sich die Situation beruhigte.

Auf der Station selbst wurden die entstanden Schäden beseitigt. Centurion bewachten empfindliche Sicherheitsbereiche. Die verschiedenen cylonischen und Xenon Modelle übernahmen ihre Aufgaben auf der Station.

Auf der Brücke saß im Sessel des Commanders eine Nummer 19. Sie war ein neueres Modell, eine junge Frau, man würde sie auf 26 schätzen, dunkle Hautfarbe, schlanke Figur. Die Cylonen hatten ihre Modelle auf 30 erweitert, ab 31 begannen die Modelle des Xenons. Während die Cylonen sich in ihrer Schaffungsweise dem Menschen nahezu gleich war, bestanden die Xenon darauf einen Teil ihres Ursprungs zu behalten. So verbargen sie unter ihrer menschlichen Hülle eine perfekt ausgeklügelte Maschine. Sie konnten nach bedarf die biologischen Bestandteile zurückwandeln und in ihnen verbaute Bordwaffen benutzen. Sie konnten daher als menschliche Agenten eingesetzt oder erfüllten den Job eines Centurion.
Die Herstellung eines Xenon Modell war schwierig und kostete Ressourcen. So beschloss man zuerst weitere Modelle der Cylonen zu entwickeln und mit dem Menschen zu kreuzen.
Bisher gab es 7 Modelle des Xenons, wobei nur das Letzte die Fähigkeit besaß sich mit einem Menschen zu einigen. Man arbeitete daran die nachfolgenden Modelle ebenfalls zur Fortpflanzung fähig zu machen.

Die Brückencrew beobachtete dass durch die Tore weitere Kriegschiffe kamen. Sie erkannten sie als Schläfer und lotsten sie in Richtung Zentralsektoren. Ein Modell 22, ein junger Weißer, kräftiger Mann, Anfang 30 gab ihr einen Bericht in die Hand.

„Das sind gute Nachrichten. Bringen sie die Karte auf den neusten Stand.“

Er ging anschließend an die Lagekarte mit den Sektoren und schrieb daneben jeweils ein X oder ein C. Er verglich es noch mal mit der Meldung. Nun standen an fast allen äußeren Sektoren ein X oder C. Die Richtung war eindeutig zu erkennen – die zentralen Sektoren.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Harador
Argon Prime

Major Hunter schrieb einen Zwischenbericht für die letzten Tage als sein Communicator sich meldete.

„Colonel Garner, ich habe gerade an sie gedacht. Ich schicke ihnen den ersten Zwischenbericht, wir kommen voran!“

Thomas war fertig und sendete die Dokumente verschlüsselt an das Flottenkommando.

„Ich bestätige den Erhalt, Major. Ihr neuer Befehl lautet vor Ort zu bleiben. Sie werden abgelöst. Das kommt von oberster Stelle!“

T.J. hörte aus der Stimme des Colonels einen Unterton, der ihm nicht gefiel. Er blickte aus dem Fenster seines Büros und sah niemanden auf dem Gelände. Er öffnete daraufhin seine Tür und versuchte durch einen Spalt etwas sehen zu können. Draußen standen der Ermittler und ein weiterer Mann. Dieser drehte sich um und Thomas erkannte ihn sofort. Es war ein Modell das man Simon nannte.

„Habe ich soweit verstanden, Sir. Wird Maria wieder persönlich meinen Ablösungsbefehl bringen, ich fand das ziemlich nett von ihr das sie die Berichte des Admirals persönlich vorbeibrachte.“

„Major, sie sollten sich anschließend noch mal etwas frei nehmen, Maria war die ganze Zeit nicht weg. Sie haben ihre Befehle.“

Garner beendete das Gespräch. Thomas kam ein mulmiges Gefühl. Er war sich sicher dass Maria ebenfalls einer dieser Toaster war. Er überlegte was er nun als nächstes tun sollte.
Er ging an seinen Computer und sicherte alle gesammelten Daten auf einen kleinen Speicher. Anschließend zog er seinen Kampfdress an. Darin versteckte er den Speicher, ein Messer in Stiefelschaft und im Ärmel, sowie eine Waffe samt Ersatzmagazin. In einem Putzschrank fand er Unmengen an Reinigungsmitteln. Er holte sich raus was er brauchen konnte und mixte sich ein explosives Gemisch. In einem kleinen Behälter schloss er das Gemisch in einen kleinen Reisegrill. Er erinnerte sich noch an das Streitgespräch mit Hera das dieses Ding unnütz sei und er es niemals gebrauchen würde. Zum Glück irrte sie sich.
T.J. stellte die Zeit ein als sich die Tür öffnete. Leoben stand mit 2 bewaffneten Männern in seinem Büro. Eine weitere Frau betrat den Raum und ging an seinem Computer.

„Major, würden sie mir ihre Waffe übergeben und bitte folgen?“

Thomas kam der Aufforderung nach und übergab ihm seine Dienstwaffe. Er folgte ihm und der Wache auf den Flur.

„Major, es gab neue Erkenntnisse in diesem Fall und möchte gerne ihre Meinung dazu wissen.“

Leoben übergab ihm eine Aufnahme, darauf war er zu sehen, zusammen mit Starbuck und Athena. Sie stürmten darauf die Schleuse zu den unteren Räumen.

„Na ja, was wollen sie jetzt von mir hören, Mr. Conoy? Außer das an dem Tag ein paar Toaster außer Dienst gestellt wurden.“

Leoben lachte. Er befahl den Wachen Thomas nach unten zu begleiten und anschließend zu erschießen. Als eine der Wachen Hand an ihn legte erschütterte eine Explosion das Gebäude.
Thomas nutze die Verwirrung und entnahm aus seinem Ärmel das Messer und stach es der nächsten Wache in den Hals. Anschließend zog er die Waffe und erschoss die zweite Wache. Bevor er auf Leoben zielen konnte, verpasste ihm der Cylon einen Schlag gegen den Kopf.

„Menschen, ihr macht immer die selben Fehler!“

Thomas holte aus, doch der Cylon fing seinen Schlag ab und verpasste ihm mehrere Schläge ins Gesicht. Er prügelte Thomas quer durch den Gang. Als T.J. zu Boden ging, setzte sich der Cylon auf ihn und begann ihn zu würgen. Mit letzter Kraft entnahm Thomas aus dem Stiefelschaft das Kampfmesser und stach es Leoben in die Halsschlagader.

Thomas hatte keine Zeit um richtig nach Luft zu schnappen. Hinter ihm tauchte weiteres Wachpersonal auf und eröffnete das Feuer. Der Major nahm sich von Leoben seine Waffe und erwiderte das Feuer.
Er konnte eine Wache töten und eine schwer verletzen. Von den Wachen nahm er sich eine vollautomatische Waffe und versuchte zum Landeplatz hinter dem Gebäude zu kommen.
Dort sah er einen Buster stehen, der aber von 2 Centurion bewacht wurde.
Die Cylonen konzentrierten ihre Suche zum Fuhrpark der Einrichtung. Hunter schaute sich um und dankte den himmlischen Wesen. Am Rand des Flugfeldes stand ein Fahrzeug des argonischen Militärs. Die Kiste vor dem Fahrzeug verriet ihm das darin sich Panzerfäuste befanden.
Darum schlich er sich zum dem Militärfahrzeug und entnahm sich eine Panzerfaust. Die Centurion standen weit genug vom Jäger entfernt und nah genug um mit einem gezielten Schuss zu vernichten. Er zielte, bekam eine Zielbestätigung des Waffencomputers und schoss.
Beide Maschinen konnten mit dem ersten Schuss vernichtet werden. Doch hatte die Explosion die Aufmerksamkeit der restlichen Cylonen auf ihn gezogen.
Er rannte zur Buster und stieg ein. So schnell wie möglich wurden die Systeme hochgefahren.
Gerade als er die Schilde des Schiffes hochfuhr wurde sein Buster beschossen. Centurion und Sicherheitspersonal nahmen sein Schiff unter Feuer. Vor sich sah er einen Cylonen der dieselbe Idee hatte wie er und sich eine Panzerfaust aus dem Fahrzeug entnahm.

„Ne, Ideen klauen ist nicht!“

Thomas lud seine Waffensysteme. Die Beta-Impulstrahlenemitter erwischten das Munitionsfahrzeug und sprengte es in die Luft. Die Explosionswelle riss mehrere Cylonen mit sich. Seine Maschine gewann ein wenig an Höhe als er neben dem Gebäude Abgasschächte im Boden sah. Er vermutete dass über diese Schächte die Energieversorgung für die unteren Räume geregelt wurde. Von dem Buster lösten sich Moskito-Raketen und detonierten in den Schächten. Hunter startete die Nachbrenner als unter ihm das Gebäude in Flammen aufging.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Battlestar Galactica
Standort: Hunter Arms Corp.
Schiffswerft VI A
Argon Prime

Auf dem Schiff war es ziemlich laut. Überall am Schiff arbeiteten Mensch und Maschine. Die Hülle der Galactica konnte komplett wiederhergestellt und verstärkt werden. Innerhalb waren die Arbeiten an den tragenden Teilen nahezu abgeschlossen. Techniker begannen langsam die Systeme der Galactica wiederherzustellen. Jedoch hatten sie Schwierigkeiten mit dem alten Standart auf dem Schiff. Der Werftleiter fragte seinen Arbeitgeber ob er jemanden kennen würde der sich mit den urzeitlichen Systemen auskannte. Denn für moderne Systeme musste man das gesamte Inventar aus der Galactica herausreißen und argonischen Standart einbauen.

Helo und seine Frau standen in einem bekannten Raum. Es war die alte Zelle von Athena, in der später Boomer ebenfalls drin war. Für sie gab es viele schmerzhafte Erinnerungen, aber auch schöne Momente.

„Weißt du noch, bevor Boomer hier rein kam. Ich sollte doch die Zelle für sie herrichten. Es war keine Wache da, und durch deine Hilfe wurden wir schneller fertig!“

Athena nahm ihren Mann fester in den Arm.

„Wie kann man so was vergessen, die arme Boomer wusste ja nicht auf was sie schlief!

„Meinst du wir sehen Hera wieder. Es wird immer schwieriger für mich nicht zu wissen wo sie ist.

Helo tröstete seine Frau. Er versprach ihr dass sie so schnell wie möglich wieder bei ihnen sein würde.
„Komm, lass uns nach oben gehen.“


Starbuck besuchte einige Orte auf dem Kampfstern, darunter der Aufenthaltsraum, den Briefingraum der Piloten. Sie stand nun an ihrem alten Bett und ihrem Spind. Sie entnahm sich ihre Sachen und steckte sie in ihre alte Pilotentasche. Als letztes nahm sie sich das Bild wo sie mit Zack und Lee Adama abgebildet war.

„Na, Bettnachbar?“

Starbuck lächelte als Apollo das ehemalige Quartier der Offiziere betrat.

„Na komm schon, wie oft hast du daran gedacht unter meine Decke zu schlüpfen. Ich kann mich an jemanden erinnern der mir seine heimliche Liebe gestand. Vielleicht kennst du den Kerl, der sah dir verdammt ähnlich – als du jünger warst!“

Es entstand so was wie eine Fröhlichkeit in diesem Raum. Apollo öffnete ebenfalls seinen alten Spind und schaute sich seine zurückgelassenen Sachen an. Dabei entdeckte er ein altes Foto, welches er sofort verstecken wollte.

„Nein, Apollo, das zählt nicht – herzeigen!“

Die ehemaligen Viperpiloten rannten quer durch das Quartier. Schließlich bekam Starbuck ihn doch zu fassen und entriss ihm das Foto.

„Nett, weiß eigentlich deine Frau dass du ein Foto von uns in Unterwäsche bei dir hast. Besonders wo du Schweinchen deine Hände hast wird sie sicher interessieren!“

Sie gab ihm schmunzelnd das Foto zurück. Sie räumten ihre Spinde leer und gingen anschließend in das Quartier seines Vaters.

Dee und Roslin saßen im Quartier von Admiral Adama. Während Anastasia die Werftberichte durchging saß Laura in der Sitzecke. Sie blickte sich immer wieder um und berührte die Couch unter sich. Sie wollte sicher sein nicht zu träumen.
Sie überlegt wie oft sie schon hier saß und mit Lees Vater über die verschiedensten Themen diskutierte.
All die Jahre war sie ebenfalls der Meinung dass die Galactica zerstört wurde. Sie verlor dabei einen guten Freund. Und Tom Zarek wurde für seinen Hochverrat auch noch belohnt. Aber Roslin fand sich damit ab. Und nach Jahren saß sie wieder in dieser Sitzecke. In ihrer Erinnerung konnte sie William Adama vor sich sehen, seinen entschlossenen Blick, seine Loyalität zu seinem Schiff und der Crew, die Einsatzbereitschaft jeden Tag alles geben um die Sicherheit der Flotte zu garantieren und dabei sich, der Crew und dem Schiff alles abzuverlangen.

Roslin wurde aus ihren Erinnerungen gerissen als der Rest, plus ein weiterer Besucher eintrafen.

„Dee, organisiere etwas Verbandsmaterial und etwas zum desinfizieren!“ bat sie ihr Mann.

Dee schaute auf und konnte nicht fassen wie ihr Sohn zugerichtet wurde.

„Thomas, bei den Göttern! Wer hat dich so zugerichtet?“ fragte sie ihren Sohn sorgenvoll.

Da Lees Frau nicht von der Seite ihres Sohnes wich, ging Helo um Erste Hilfe Material zusammenzusuchen.

„Au, bitte etwas zärtlicher, Mum! Ich hab was für euch!“

Thomas zog aus seiner Uniform eine kleine Speicherkarte. Er erklärte dass sich darauf Geheimeingestuftes Material befände. Helo kam mit Verbandsmaterial zurück als T.J. erzählte was er in Harador machen sollte, nicht dachte Starbuck wieder zu sehen, und am Ende exekutiert werden sollte. Doch er entkam und hinterließ ein Chaos als Dankeschön.

„Ich sag doch, der kommt ganz nach seiner Mutter!“ flüsterte Lee Starbuck ins Ohr.

Dee stellte Thomas die ehemalige Präsidentin der 12 Kolonien vor während Athena aus ihrer Tasche einen PDA entnahm. Sie schloss die Karte an ihren PDA und studierte die Daten.

„Die Cylonen haben die nächste Stufe der Evolution erreicht!“ teilte Sharon den Anwesenden mit.

„Was meinen sie, Sharon?“ fragte Roslin nach.

„Sie haben ihre Modellreihe erweitert…“ setze Athena fort, als Starbuck reinquatschte „…das kann ich nur bestätigen!“

„Sie haben jetzt ca. 7 Xenon Modelle. Hier steht etwas von Implantaten, schätze das sind die kleinen Boxen auf der Taurus. Jedenfalls handelt sich um Bioimplantate, die in Soldaten eingesetzt werden sollen um die Kampfeigenschaften zu steigern. Die Implantate haben die Fähigkeit sich innerhalb des Körpers weiter zu entwickeln und in mechanische Komponente zu wandeln...“

„Und nun für die ohne Hochschulabschluss, bitte!“ bat sie Starbuck, um auf den Punkt zu kommen.

„Wie die Centurion verfügen sie über körpereigene Bordwaffen, was sie zu effektiveren Kriegern macht. Und man kann sie bereits in Kindern einsetzen, die danach sofort Xenon sind oder als Schläfer operieren – wie die Cylonen. Aber das Beste ist, das sie es geschafft haben, das Modell 7 die Fähigkeit besitzt sich fortzupflanzen!“

Es wurde ziemlich still im Quartier. Das alles übertraf die kühnsten Vorstellungen.

„Wie viele Jahre Vorsprung haben die Cylonen?“ fragte Roslin nachdem sie alles erst einmal schluckte.

„Ich weiß es nicht, möglich das sie anfingen bevor die Flotte ankam. Aber das ist Spekulation!“ gab ihr Athena als Antwort, obwohl es die Situation nicht besserte.


„Commander, ich teile nun ihre Auffassung das Handlungsbedarf besteht. Wir müssen sofort die argonische Regierung warnen, die wiederum ihr Militär in Alarmbereitschaft versetzen kann.“

Thomas meldete sich zu Wort und sagte dass es nicht nötig sei, da er gerade von dort kam und er vermutete dass die Flotte schon unterlaufen sei. Athena nahm ihr ebenfalls den Mut, da ebenso gut die politischen Ämter von Cylonen oder Xenon unterwandert sein konnten.
Roslin saß sich darauf erst einmal und überlegte sich einen andere Vorgehensweise.

„Also, wir wissen nicht wem wir vertrauen können. Und der Rat hört ihnen nicht zu.
Commander Adama, dann sehe ich hier keine Möglichkeit als mit dem Brecheisen vorzugehen. Die koloniale Flotte muss hier weg, aber wir sollten den Menschen die Wahl dennoch lassen ob sie möchten oder nicht. Ich werde selbst nach Caprica City gehen und vor den Rat treten. Würde jemanden von ihnen mich begleiten?“

Starbuck erklärte sich bereit, genauso wie Lees Frau.

„Und wir werden die Galactica auf Vordermann bringen. Aufgrund von Verträgen kann ich argonische Kriegsschiffe auf und umrüsten. Aber wir dürfen uns keine kaufen, jedenfalls nicht legal. Dieser Kampfstern wird wieder den Schutz der Flotte garantieren!“ versprach Apollo.

„Ich denke wir sollten auf das alte Eisen zählen, ich kann mir vorstellen dass wir in den alten Mühlen mehr Chancen haben wie in den Neuen. Die haben bestimmt wieder etwas in der Hinterhand was die Schiffsysteme ausschaltet bevor die Argonen überhaupt reagieren können!“ mahnte Helo.

Thomas bestätigte die Aussage, aus seiner Erfahrung aus Nopileos Memorial und Athena pflichtete ihrem Mann bei.

„Aber keiner meiner Techniker hat Ahnung von der Galactica und ihren Systemen.“

Dee widersprach ihrem Mann, sie würden jemanden kennen der das Schiff wie seine Westentasche kannte.


-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Argonia City
Argon Prime


In der Werkstatt brannte noch Licht, es lief Musik und ein Mechaniker stand an einer alten Harrier. Der Mechaniker hörte nicht wie jemand in die Halle kam. Erst als der Besucher ihm auf die Schulter tippte drehte er sich darauf um. Er blickte seinem Besucher ins Gesicht und wollte sich einen Schraubenschlüssel schnappen.

„Boomer, ich bin’s – Athena! Die Patentante eure beiden Jüngsten, Starbuck, Handfesseln und Hochzeit – klingelst?“

„Ich hätte dir die Rübe runter geschlagen – tu das nie wieder!“

Die beiden Frauen nahmen sich in den Arm informierten sich wie es ihnen ging. Helo stieß hinzu und fragte nach dem Chief. Boomer führte sie ins Ersatzteillager. Dort saß ihr Mann und überprüfte die Bestandslisten.

„Hey Chief, schau mal was ich im Schlepptau habe!“

„Das gibt’s doch nicht, wenn das nicht Helo mit meiner heimlichen Geliebten ist!“ empfing er seine unerwarteten Besucher.

„Das hättest du gerne!“ erwiderte Karl darauf.

Chief Tyrol legte seine Arbeit nieder und verschob es auf den morgigen Tag. Sie gingen in sein Büro. Aus einem Kühlschrank entnahm er Getränke und stieß anschließend auf das Wiedersehen an.

„Erzählt, was führt euch zu uns? Wenn du wieder tauschen möchtest, Karl – ich habe mich mittlerweile an die hier gewöhnt!“

„Chief!“ fauchte ihn Boomer an.

Helo und Athena berichteten den Beiden was in letzter Zeit vor sich ging. Chief Tyrol und seine Sharon hörten zu wie sie über die cylonische Einrichtung, Aufwachhäuser auf Argon Prime, Starbucks Flucht und Heras Aufenthalt auf einem Basisschiff, sowie die aktuellsten Ereignisse. Dabei verheimlichten sie nicht das Vorhaben und den Grund ihres Besuches.


„Ich hatte es schon seinem Sohn gesagt – mich bringt nichts mehr auf dieses Schiff. Und das ist das letzte Wort. Es war schön euch wieder zu sehen, ich hab noch Arbeit. Schatz, wenn du mich entschuldigst.“

Galen Tyrol verließ sein Büro und ließ seine Frau mit den Gästen zurück.

„Das liegt nicht an euch. Der Chief ist ein loyaler Mensch. Der Admiral sagte uns damals dass wir auf seinem Schiff keine Zukunft haben können. Für ihn ist es immer noch Admiral Adamas Schiff und er hält sich an den letzten Befehl des alten Mannes. Deshalb schwor er sich nie wieder auf die Galactica zurückzukehren. Und als er vor einiger Zeit sagte das die Galactica wieder da sei stärkte nur seinen Entschluss.“

Helo und seine Frau machten sich fertig zum gehen. Sie baten Boomer noch mal mit ihrem Mann zu sprechen. Sie wollte sehen was sie machen konnte und verabschiedete ihre Gäste.

Viper047
17-01-2008, 04:53 PM
----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Später am Abend lag Boomer bereits im Bett als ihr Mann ins Schlafzimmer kam.

„Unglaublich, die 3 kosten mich irgendwann den letzten Nerv. Mittlerweile sollten wir dran denken zumindest die ältesten rauszuschmeißen“ beschwerte sich ihr Mann und lag sich zu seiner Frau.

Boomer legte ihr Buch Seite und schmiegte sich an ihren Mann.

„Was denkst du?“ fragte sie ihn.

„Ernste Angelegenheit, war vielleicht doch nur eine Frage der Zeit. Wenn es soweit sein sollte, denke ich dass wir nicht hier sein sollten. Oder?“

Boomer stimmte ihren Mann zu. Wenn es tatsächlich zu einer erneuten Invasion durch Cylonen kommen sollte, sollten sie vorher auf eines der kolonialen Schiffe sein und von diesem System fliehen. Auch wenn sie dafür ihre Existenz aufgeben müssten. Vor allem Boomer wollte es wegen ihren 3 Kindern.

„Ich könnte mich freiwillig melden als Pilot, wenn die noch irgendwo einen Raptor herumstehen haben. Und sie brauchen Athena und mich sowieso um durch das Tor zu kommen.“

„Du kannst von mir aus gehen, aber mich bringen keine 10 Pferde zurück auf das Schiff.
Ich will mit dir zusammen sein, mit dir und unseren Sprösslingen. Und das können wir nicht auf dem Schiff des alten Mannes! Ende der Diskussion!“

Sharon drehte ihrem Mann den Rücken zu und schaltete das Nachtlicht aus.

„Ich werde deine Entscheidung respektieren. Ich will doch auch mit dir zusammen sein.
Dann werde ich ab und zu ein Auge auf deine alte Rumpelkammer haben. Athena erzählte mir vorhin das der dortige Chefmechaniker alles umsortieren lässt. Ich kann ihn verstehen, wer findet sich bei deiner Ordnung schon zurecht. Gute Nacht, Chief!“

Boomer gab ihren Mann einen Gutenachtkuss und legte sich schlafen, während Chief Tyrol kein Auge zu bekam.



-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------


Battlestar Galactica
Standort: Hunter Arms Corp.
Schiffswerft VI A
Argon Prime


Thomas saß mit seinen Eltern im Quartier des Admirals und schauten fern. Sie verfolgten in den Nachrichten ob irgendein Wort über ihren Sohn fiel, bzw. über die Explosion in Harador.
Tatsächlich wurde darüber berichtet, jedoch war es ein Unfall im Energieversorgungssystem der Klinik. Weder Thomas noch jemand anders wurden erwähnt.

„Wenn wir meine Kleine von diesem Schiff geholt haben, schenkt sie mir zum nächsten Geburtstag einen neuen Reisegrill, von wegen für nichts zu gebrauchen.“

Lee Adama studierte die letzten Berichte über den Fortschritt auf der Galactica als ihn sein Chefmechaniker störte.

„Sir, sie sollten unbedingt in den Hangar kommen. Dort sind einige Leute die Ärger machen und die Arbeit einfach an sich reißen!“

Das Ehepaar und ihr Sohn folgten dem Mechaniker in den Hangar der Kampfsterns. Dort trennten sich ihre Wege als Thomas etwas sah was seine Neugier erweckte. Er sah einen Jäger, der ihm bekannt vorkam. Er wusste diesen Typ schon mal gesehen zu haben.
Er stieg auf die Leiter und betrachtete sich das Cockpit der Maschine. Auf der Namensplatte stand ein sehr bekannter Name: Cmdr. Lee „ Apollo“ Adama.

„Das ist eine Viper Mk VII, ein kolonialer Jäger.“

Thomas blickte sich um und erkannte die Person in der Fliegerkombi.

„Sind sie auch so eine geflogen, Mrs. Agathon?“

Statt ihm zu antworten ging sie weiter. Sie ging in eine andere Maschine und nahm auf dem Pilotensitz platz.

„Und was ist das hier?“ fragte T.J. neugierig.

„Das ist ein Raptor, die Aufklärerversion.“ erklärte sie dem Major.

„Kann ich mal bitte?“

Thomas ging zur Seite und staunte nicht schlecht als er 2-mal Heras Mutter sah.

„Boomer, darf ich dir vorstellen, der Freund meiner Tochter – Major Thomas Hunter bzw. Adama.“

„Ah, dachte schon wie er drauf kam ich wäre du – nett dich kennen zu lernen. Kannst mich Boomer nennen.

Boomer reichte dem verdutzten Major die Hand. Obwohl er schon mehrere Kopien von ihr sah, hatte er dennoch hiermit nicht gerechnet.
Vor dem Raptor wurde es laut. Draußen stand Thomas Vater, sein Chefmechaniker und die lauteste Stimme war Boomer besonders bekannt.

„Sir, ich weiß nicht wo dieser Mann seinen Abschluss machte, aber so wie er die Leitungen zu den Triebwerken 1 und 3 reparieren ließ können sie sich sicher sein das diese ihnen beim Start um die Ohren fliegen. Seine Leute haben noch nie Startröhren gesehen, da hätten die Viper stundenlang auf die Katapulte warten können. Und er besitzt die Frechheit mein Lager umzuräumen, da findet sich doch kein Schwein zurecht! Sir, wenn sie wollen dass die Galactica zumindest den ersten Sprung am Stück überleben soll, dann lassen sie mich und meine Leute unsere Arbeit tun. Ansonsten verschwinden die alten Mechaniker wieder nach Caprica City!“

Lee Adama wies seinen Mechaniker auf Zusammenarbeit mit Chief Tyrol an, schließlich wäre er der Fachmann für die Galactica. Starbuck stieß zur Raptorcrew und überreichte Thomas eine Pilotenkombi.

„Chief, haben dir Röhren Dampf auf dem Kessel?“

Tyrol ging an Bord des Raptor seiner Frau. Helo checkte derweil den nächsten Raptor der auf die Galactica gebracht wurde.

„Woher haben sie die, Chief?“ fragte Lee Adama wissbegierig.

„Sir, ich fand es schade die alle verschrotten zu lassen wie Zarek es wollte. Deshalb brachten wir die Schiffe damals in Sicherheit. Sie wurden in den Jahren generalüberholt, gewaschen und gepflegt. Trotz ihres Alters nehmen sie es mit jedem Gegner auf. Auf einem alten Frachter hatten wir noch ne Menge an Munition für die Viper gefunden. Aber ich lasse ihnen lieber neue machen. Und ja Captain, 1-8 sind betriebsbereit.“

„Prima, dann folgen sie mir, Major?“ Starbuck gab T.J. einen Helm in die Hand und zeigte ihm seine aufgetankte Viper Mk II.

„Was hast du vor?“ wurde sie von seinem Vater gefragt.

„Einer muss ja mal den Jungen entjungfern, und wer eignet sich besser als ich?“ zwinkerte ihm Starbuck zu.

Sie zeigte ihm die Maschine und gab T.J. die erste Einweisung auf der Viper Mk II

Apollo schaute sich um, überall wurde gearbeitet. Athena, Boomer und Helo arbeiteten an den Raptor, Chief Tyrol peitschte seine und Adamas Leute an, Starbuck unterwies Thomas an einer kolonialen Viper, weitere Viper und Raptor landeten auf dem Kampfstern.
Es entwickelte sich erneutes Leben auf der Battlestar Galactica.

Viper047
17-01-2008, 04:54 PM
Kapitel XII


Altes Eisen ( Teil 1 )



Battlestar Galactica
Standort: Hunter Arms Corp.
Schiffswerft VI A
Argon Prime


Seit 3 Monaten arbeiteten die Werftarbeiter und freiwillige Helfer an der Galactica. Ihre Systeme konnten zu 100% wiederhergestellt werden. Man einigte sich darauf die Systeme für sich zu belassen und auf der Galactica immer noch kein Netzwerk einzurichten. Auf Argon Prime wurde Munition für die Viper und die Galactica hergestellt. Tag und Nacht wurde an der Verteidigungsfähigkeit des Kampfsterns gearbeitet. Der Tag vom Stapellauf rückte näher. Chief Tyrol und Boomer arbeiteten am FTL – System. Lee Adama und seine Frau wechselten sich ständig in ihrem Unternehmen und in der Werft ab.

In den Zentralsektoren überschlugen sich die Ereignisse dramatisch, aus den äußeren Sektoren strömten täglich neue Flüchtlinge. In den Nachrichten waren die Angriffe der Xenon auf die Völker stets das Tagesthema. Die Militärs erlitten eine schmerzhafte Niederlage nach der anderen. In Krisenstäben wurde aufs heftigste diskutiert woran die Machtlosigkeit der Flotten liegen konnte. Einige Kapitäne berichteten dass eigene Schiffe sie beschossen und komplette Flotten Systemausfälle erlitten. Auch Gerüchte über unbekannte Schiffe der Xenon breiteten sich aus. Aktuell war die Kapitulation der Teladi die Eilmeldung des Tages.

Die Geschehnisse in den verschiedenen Sektoren waren auch in der kolonialen Siedlung nicht spurlos vorbei gegangen. Viele Auswanderer kamen nach Caprica City zurück nachdem sie ihre neue Heimat gezwungen oder freiwillig verließen.
Letzten Monat wurde der Rat neu gewählt, wo sich auch Roslin für den Vorsitz bewarb. Während Zarek für einen Verbleib auf Argon Prime stark machte warb Laura Roslin für eine erneute Flucht. Entgegen aller Erwartungen Roslins erreichte sie einen phänomenalen Erdrutschsieg. Die Einwohner bereiteten sich darauf auf eine Evakuierung von Caprica City vor. Tom Zarek konnte sich mit seinem Stimmenanteil einen Platz innerhalb des neu gewählten Rates sichern und versuchte das Vorhaben zu torpedieren – jedoch ohne Erfolg.
Ihre alten Schiffe wurden mit Hochdruck erneut Reisefähig gemacht und mit notwendigen Ressourcen aufgerüstet.
Auch wurde die alte koloniale Verfassung wieder reaktiviert, mit Zustimmung des Rates und der Bevölkerung. Laura Roslin wurde somit erneut Präsident der 12 Kolonien. Präsidentin Roslin benachrichtige die argonische Regierung von den Evakuierungsplänen der kolonialen Siedlung, stieß aber auf Desinteresse aufgrund der angespannten Lage.

Thomas streifte seinen Fliegerkombi ab, sein Namensschild trug mittlerweile einen neuen Namen – Adama. Nach der Explosion in Harador wurde er offiziell für tot erklärt. Seitdem lebte er mehr oder weniger auf der Galactica, da er nicht mehr nach Argon Prime zurückkonnte. Er unterstütze Starbuck bei der Ausbildung der neuen Piloten und bekam von seinem Vater die Gelegenheit sich als CAG auf der Galactica zu beweisen. Durch eine Erklärung von Präsident Rosslyn wurde die koloniale Flotte wieder ins Leben gerufen. Lee Adama wurde von ihr zum Admiral befördert, Starbuck zum Colonel und unterstützte ihren langjährigen Freund als XO. Die Rekrutierung war im vollen Gange. Die Galactica hatte schon 60% Kampfstärke in Form von Marines. Viele dienten schon im argonischen Militär oder gehörten zum alten Stammpersonal aus William Adamas Zeit. Jeden Tag meldeten sich neue freiwillige Soldaten, Ausrüstung war zum Glück genug vorhanden.
In den nächsten Tagen sollte die Flotte sich im Raum von Argon Prime vereinen und zurück nach Nopileos Memorial fliegen. Thomas arbeitete mit Starbuck verschiedene Wege dorthin aus, da man davon ausging dass die Tore sicherlich durch Kriegsschiffe bewacht wurden. Eine mehrmonatige Reise war deshalb mit eingeplant.
Bis dahin sollte der Kampfstern einsatzbereit sein.
Dass der Major in den letzten Tagen kaum Schlaf bekam sah man in seinen Augen. Er nahm sich die kurze Freizeit und probierte die Dusche aus. Die Galactica verfügte wieder über warmes Wasser, was sehr positiv von ihrer Crew aufgenommen wurde.
T.J. stellte sich unter die Brause und drehte das Wasser auf. Zuerst floss noch kaltes Wasser bis die Heizung das Wasser erwärmte.
Die Tür zur Mannschaftsdusche öffnete sich erneut. Er wusste dass er diese Erneuerung nicht lange für sich hatte und drehte kameradschaftlich die Brause neben sich ebenfalls auf.

„Warten sie eine Minute, danach kommt warmes Wasser. Tyrol hat sich dafür einen Orden verdient!“

„Chief?“ meldete sich eine weibliche Stimme hinter ihm.

„Boomer? Ihr Mann war unten als ich ihn das letzte Mal sah.“

„Wer ist Boomer?“ fragte sie ihn darauf.

Thomas wagte sich kaum umzudrehen. Er kannte diese Stimme, sie war ihm seit Jahren vertraut. Athena konnte er ausschließen, sie war mit Helo bei Präsident Roslin auf Argon Prime. Und wenn es Boomer nicht war – er drehte sich schließlich um. Sein Herz blieb beinahe stehen. Die Frau, die unter Tränen vor ihm stand, konnte nur seine Hera sein.

„Hera?“

„Ich bin zurück, Chief!“

T.J. ging auf seine Verlobte zu und schloss sie fest in seine Arme.

„Gott sei Dank, ich hab dich wieder! Tu mir so was nie wieder an! Hörst du, nie wieder!“

Draußen stand Chief Tyrol und ein Teil seine Mechaniker. Sie freuten sich ebenfalls auf das warme Wasser.

„Chief, vom reinstarren wird die Dusche auch nicht schöner!“ beschwerte sich ein Specialist.

„Tut mir leid, Jungs. Ich meinte die Dusche in der nächsten Sektion. Wer kalt duschen will, einmal hier rein. Dachte ich es mir, mir nach!“

Tyrol schloss die Tür und ließ die Beiden alleine.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

2 Tage früher


Basisschiff B26-H
Standort: Unbekannt
Auftrag: Unbekannt


Hera wachte auf, sie fühlte sich in ihrem Körper unwohl. Neben ihr lag der Cylon Leoben. In den letzten Monaten konnte sie über ihn einiges in Erfahrung bringen. Beim letzten Besuch im Archiv schaffte sie es sich in den Gefechtscomputer zu hacken. Dort konnte sie sich sämtliche Bewegungen, Stellungen, Schläferschiffe, taktische Pläne, usw. herunterladen. Jeden Tag hatte sie die Befürchtung dabei erwischt zu werden. Sie ließ den zeitlichen Abstand zwischen den Besuchen größer werden um keinen Verdacht auf sie zu lenken.
Sie wusste das die Systeme der Teladi gefallen waren, es war nur eine Frage der Zeit bis auch die argonischen Systeme gefallen waren. Schiffe der Xenon konnten durch Hilfe von Schläferschiffen – cylonische Nachbildungen von verschiedenen Völkerschiffen – schnell in Richtung Zentralsektoren vorstoßen.
Hera überlegte wie sie von diesem Schiff runter und sicher nach Argon Prime käme. Unter der Dusche versuchte sie ihren Körper von Leoben zu reinigen. Sie bezahlte einen hohen Preis um so lange wie möglich unentdeckt zu bleiben.

Nach einem gemeinsamen Frühstück verabschiedeten sie sich. Hera machte sich anschließend auf den Weg zu Baltars Labor. Sie sollte umgehend zu ihm. Als sie ankam saß er mit Nummer 6 bereits da.

„Pünktlich wie ein Uhrwerk. Setz dich, wir haben ein paar Takte zu bereden!“

Sie folgte Baltars Anweisung und nahm an seinem Tisch platz.

„Wie verstehst du dich mit deinem Vater?“ fragt sie Nummer 6

„Es ging, wieso?“

Hera wusste nicht worauf Nummer 6 hinaus wollte.

„Wie auch du sicherlich weißt steht unsere Flotte kurz davor in die Zentralsektoren einzudringen. Du hättest die Möglichkeit deine Mutter zu sehen, wie würden sie holen.“

Gaius und seine cylonische Gespielin schienten es ernst zu meinen. Nun hatte sie ihre Möglichkeit nach Argon Prime zu kommen und zu versuchen eventuell eine bevorstehende Invasion zu verhindern. Sie wusste zwar nicht wohin das Gespräch am Ende landen würde, dennoch stieg sie drauf ein.

„Meine Eltern verstanden sich seit meiner Geburt nicht mehr ganz so gut. Ich weiß dass meine Mutter mal über Trennung nachdachte. Mein Vater und ich regelten immer nur das nötigste. Wolltet ihr das hören?“

„Also ja?“ fragte sie Gaius.

Hera nickte. Nummer 6 befahl ihr sich am folgenden Tag bereit zu halten, sie würden nach Argon Prime springen und ihre Mutter holen. Hera durfte danach gehen. In Gedanken fragte sie sich warum gerade jetzt sie das Verhältnis zu ihren Eltern von Interesse war. Diesen Gedanken verdrängte sie schnell wieder- denn jetzt wurde sie sogar nach Argon Prime chauffiert.

„Ihr bringt mir ihre Mutter so schnell wie möglich. Ich brauche für die neuen Hybriden die abgespeicherten Gen – Informationen aus ihrem Mark. Ihren Vater brauche ich nicht unbedingt. Diese Nummer 8 hat alles was ich benötige!“

„Und was ist mit ihr?“ wollte sie wissen.

„Von ihr habe ich alles was brauchte, wenn du keine Verwendung für sie mehr hast. Schließlich ist sie unser Erstgeborenes!“

„Ja, aber was soll eine Mutter mit einer Tochter der sie nicht vertraut, Gaius?“

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

1 Tag früher

Headhunter Inc.
Kopfgeldjägerschiff Taurus
Standort: Rotes HQ


Die Taurus wartete auf einen Kontaktmann. Starbuck traute der militärischen Aufklärung nicht ganz, besorgte sich deshalb weitere Informationen über die Lage in den Sektoren aus inoffiziellen Kanälen. Starbuck saß auf der Brücke, die Systeme waren bis auf die notwendigsten heruntergefahren. Sie wollte so weit wie möglich vermeiden durch feindliche Aufklärer entdeckt zu werden.

„Noch ein Kaffee, Boss?“

Archer betrat die Brücke. Er wollte der Einsamkeit seines Chefs etwas entgegenwirken.

„Arch, sehe ich an dir eine koloniale Uniform? Wann genau wolltest du das mit mir besprechen?“

Arch schenkte ihr nach und gesellte sich zu ihr. Sie musterte dabei seine neue Uniform und musste sogar ein wenig schmunzeln.

„Weißt du Boss, wir haben dich so lieb gewonnen dass wir sogar den Blödsinn mitmachen!“

Starbuck verschluckte sich als sie das Wort „Wir“ vernahm und lachte leise vor sich hin.

„Nein, ist nicht euer ernst? Dann gewöhnt euch langsam an Colonel Thrace – aber ihr dürft mich auch Boss nennen, wenn ihr Schwierigkeiten habt es auszusprechen – Lieutenant!“

Das Radar der Taurus meldete sich – der Kontaktmann war da.

„Du hast das sagen, ich bin gleich wieder da!“

Starbuck gab ihrem Informanten die Erlaubnis an ihrem Schiff anzudocken. Archer beobachtete derweil weiter den Sektor.

Buba stieß ebenfalls auf die Brücke. Er wollte nach der Lage sehen als er am Radar stehen blieb.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Argonisches Zivilschiff
Standort: Rotes HQ
Ziel: Argon Prime


Hera saß im Passagierabteil des Zivilschiffes. Nummer 6 hatte es sich ganz hinten im Abteil bequem gemacht. Bei Hera saß Leoben, der sich für diesen Flug freiwillig meldete. Sie wusste auch warum er das tat. Während er schlief bastelte Hera an ihrem PDA herum. In dem Archiv entdeckte sie verschiedene cylonische Funksignale. Sie nutzte ihr PDA als Minisender und hoffte dass es jemand aufschnappte und das Schiff darauf kontrollierte.

„Du schleppst das Teil wohl überall mit dir rum, was?“

Leoben wachte auf und lächelte sie an. Ihm fiel in letzter Zeit auf das dieses PDA Hera ständiger Begleiter war.

Hera erschrak und klemmte es zwischen den Sitz.

„Was schleppt sie überall mit sich rum?“

Nummer 6 stand hinter den beiden und sah wie Hera das PDA versteckte.

„Gib das her, sofort!“

Sie streckte ihre Hand aus und verlangte von Hera das PDA. Leoben versuchte sie zu beruhigen und erzählte ihr das Hera öfters im Archiv war um mehr über die Cylonen zu erfahren, woher sie stammte. Hera wünschte sich das er einfach nur seine Klappe hielt. Doch Nummer 6 ließ sich nicht abbringen und bestand auf die Herausgabe. Der Cylon Leoben dachte sich nichts Schlimmes und holte es hervor.
Nummer 6 studierte die Daten und fand auch schnell die Unterprogramme.

„Hätte ich damals gewusst dass unser Erstgeborenes ein so verlogenes Miststück wird, hätte ich dir persönlich den Hals umgedreht!“

Sie warf das PDA auf den Boden. Leoben konnte sehen von was Nummer 6 sprach. Er hob es auf und betrachtete die Informationen genauer. Es waren cylonische und Xenon Schiffsdaten.

„Sag nicht dass das wahr ist! Sag nicht das du mich hintergangen hast!“

Hera stand aus ihrem Sitz auf und versuchte es ihm zu erklären. Nummer 6 nahm sich derweil eine Waffe und befahl Leoben aus dem Weg zu gehen.

„Hey, du weißt doch gar nicht ob es das ist wofür du es hältst. Lass sie es uns erklären, es wird sich eine plausible Erklärung finden lassen.“

Leoben stellte sich zwischen 6 und Hera. Er flehte sie förmlich an sie zu verschonen. Langsam merkte Nummer 6 auch warum er ihr Leben verschont haben wollte. Sie befahl ihm darauf noch mal aus dem Weg zu gehen und entsicherte ihre Waffe. Leoben ging auf 6 los und es kam zum Handgemenge.
Kurz darauf wurde das Schiff von etwas getroffen und überschlug sich. Die Passagiere wurden quer durch das Schiff geschleudert. Die Waffe landete in der Nähe von 6 und schnappte sie sich sofort. Aus dem Cockpit kam der Pilot und wollte von einem Angriff melden. Hera überwältigte ihn und stahl seine Waffe. Das Schiff wurde noch mal durchgeschüttelt. Ihre Passagiere verloren erneut das Gleichgewicht, es schien als hätte etwas an ihnen angedockt. Nummer 6 kam schneller hoch als Hera und schoss. Doch sie traf nicht Hera sondern Leoben, der sich vor Hera warf.
Hinter 6 wurde die Tür aufgesprengt. Sie drehte sich um zu sehen wer die Eindringlinge waren. Bevor Nummer 6 tot zusammensackte war das Letzte was sie sah das Lächeln von Starbuck.
Aus dem Cockpit stürmte der Copilot und eröffnete das Feuer auf Starbuck und ihre Crew.
Hera nahm ihre Waffe und schoss dem Copiloten in den Rücken.
Die Crew der Taurus und Hera standen sich nun gegenüber und bedrohten sich gegenseitig mit der Waffe.

„Nimm das über meine Mutter zurück!“

Starbuck erkannte um wen es sich handelte und befahl ihren Leuten die Waffen zu senken. Sie ging auf Hera zu und bat um ihre Waffe, die sie ihr sofort überreichte.

„Deine Mum ist trotzdem zu blöd für einen Raptor zu landen!“

Starbuck nahm ihre damalige Retterin in den Arm. Ihre Crew schaute sich im Schiff um, um gegebenenfalls was brauchbares an Bord zu finden. Hera suchte ihren PDA und bat schnell zur Flotte gebracht zu werden. Felix befestige nach der Durchsuchung Sprengladungen am Schiff. Als sie wieder an die Taurus gehen wollten hielt Leoben Hera mit letzter Kraft fest. Sie kniete sich zu ihm runter, da er ihr etwas sagen wollte.

„Wir werden uns wieder sehen, schon bald!“ flüsterte er ihr ins Ohr.

Hera schloss ihm die Augen und schloss sich der Tauruscrew an. Das Schiff dockte ab und wenig später explodierte das cylonische Schiff.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------


Battlestar Galactica
Standort: Hunter Arms Corp.
Schiffswerft VI A
Argon Prime


Lee Adama wartete in seinem Quartier. Er bekam die Meldung dass die Taurus mit einem cylonischen Agenten andockte. Es dauerte nicht lange und Starbuck stand mit einer Nummer 8 in Handschellen im Quartier des Admirals. Admiral Lee Adama stand aus seinem Sessel auf und schaute sich den Cylonen an. Er stellte sich vor sie und blickte wie einst sein Vater der Sharon-Kopie in die Augen.
Er wollte gerade den Marines befehlen sie in Zelle zu sperren als ihm der Cylon in die Arme sprang und mit den Beinen umklammerte. Sie gab ihm einen dicken Kuss auf die Lippen. Als er geschockt in seinem Raum stand, packte Starbuck eine Kamera hervor und fotografierte die Situation.
Die Frauen begannen daraufhin zu lachen.

„Hallo, Schwiegerpapi!“

Lee erkannte nun um wen es sich handelte und befahl ihr sofort die Fesseln zu lösen. Er nahm seine Schwiegertochter so fest in den Arm dass sie sogar nach Luft betteln musste.
Starbuck schickte einen Marine aus um ihre Eltern zu holen. Sie saßen sich in die Sitzecke und Hera reichte ihm den PDA.
Auf dem Weg zur Galactica erfuhr sie von den Ereignissen der letzten Monate und warum sie nicht einfach zurück zur argonischen Flotte konnte.
Als Heras Eltern das Quartier betraten stürmte Athena sofort zu ihrer Tochter. Sie war überglücklich dass sie sie wieder hatte. Karl schloss seine beiden Frauen in seine Arme. Die Familie war wiedervereint. Hera wollte sofort ihren Verlobten sehen, doch dieser war im Testgebiet der Hunter Arms Corp und trainierte dort mit den anderen Viperpiloten.
Adama studierte derweil mit Starbuck die Informationen des PDA und verglichen es mit den Aussagen der beiden cylonischen Gäste von Starbuck.

„Das sieht nicht gut aus, wir müssen so schnell wie möglich weg!“ drängte sie ihren Freund.

Lee legte eine Sektorkarte auf den Tisch und verglich die Koordinaten. Er sah dass sich die cylonischen Flotten zwischen den Sektoren versteckten. Der Raum um die Tore wurde nur bis zu einem bestimmten Punkt erforscht, und in den unerforschten Regionen versteckten sich die Cylonen und auch die Xenon. So konnten sie die äußeren Sektoren schnell übernehmen und eine Ausgangsbasis für eine Invasion der Zentralsektoren schaffen.
Kara berichtete ihm das es nicht lange dauerte bis die getöteten Cylonen irgendwo aufwachen und von der Kaperung berichteten.
Sie schlug ihm vor das Rosslyn mehr Druck machen sollte und die Galactica so schnellst wie möglich ihren FTL testete.
Lee war einverstanden. Er befahl so schnell wie möglich die zivilen Schiffe abzufertigen und bei den befohlenen Koordinaten zu sammeln. Dafür sollten Helo und Athena sorgen. Da die Raptorcrews vollzählig waren übertrug er ihnen die Aufgabe die zivilen Schiffe voranzutreiben. Der CAG sollte nach seiner Rückkehr die ersten CAP’s befehlen. Starbuck bekam den Auftrag zusammen mit dem CAG sichere Routen nach Nopileos Memorial auszuarbeiten. Man wollte auf die Tore verzichten. Hera bestärkte Apollos Beschluss da sie annahm dass cylonische Schiffe die Tore bewachten.
Heras Eltern verabschiedeten sich wieder von ihrer Tochter, doch diesmal mit dem Wissen sie wieder zu sehen.

Sie selbst wollte ebenfalls gehen, aber Admiral Adama war noch nicht fertig mit ihr.

„Starbuck, haben wir für alle Viper einen Piloten?“

„Nein, Sir!“ antwortete ihm sein XO

„Wir bräuchten Piloten, die im Ernstfall die Flotte verteidigt, aber ich kann verstehen wenn du Zeit brauchst um das alles zu verarbeiten…“

Lee entnahm aus einer Schublade die Kragenspiegel eines Lieutenant und legte sie vor Hera auf den Tisch. Hera blickte zu Starbuck und wusste nicht was sie darauf antworten sollte.
Apollo bemerkte ihr zögerliches Verhalten und wollte die Kragenspiegel wieder zurücklegen als Hera ihre Hand darauf legte.

„Es gibt nichts zu verarbeiten. Ich möchte fliegen. Wenn ich es nicht mehr in der argonischen Flotte kann, will ich es zumindest hier.“

Apollo reichte ihr die Hand und begrüßte sie in der kolonialen Flotte. Sein XO sollte sich um den Rest kümmern damit seine Pilotin so schnell wie möglichst mit der Viper vertraut gemacht wurde. Hera nahm Haltung an und meldete sich militärisch ab. Starbuck kümmerte sich um die Einkleidung und ihre erste Flugstunde auf einer Viper.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Colonial One
Standort: Caprica City
Argon Prime

Es war mittlerweile Nacht in Caprica City und Präsident Roslin versank in Papier. Es waren nicht genügend Plätze für alle Menschen vorhanden. Selbst wenn man jeden Platz doppelt belegte waren mindestens genauso viele Menschen ohne einen Platz auf eines der kolonialen Schiffe.
Chief Tyrol schloss die Arbeit an der Colonial One ab, sie war das letzte Schiff auf seiner Checkliste. Roslin bestand darauf zuerst alle anderen Schiffe zu prüfen ob sie nach all den Jahren noch reisetauglich waren. Er sah dass sie und ihre Mitarbeiter immer wieder neue Wege suchten um alle mitnehmen zu können.

„Frau Präsident, wir sind fertig. Alles funktioniert. Und ich hätte einen Vorschlag zu machen bezüglich fehlender Schiffe.“

Roslin unterbrach ihre Berechnungen und schaute zu Chief Tyrol auf. Sie wurde auf diese Bemerkung neugierig wie der Chief ihre Arbeit erleichtern konnte. Er legte eine Liste auf ihren Tisch. Präsident Roslin schaute ihn sich genauer an.

„Ich habe in den letzten Tagen viel telefoniert, genauso wie meine Frau. Wir haben in den Jahren viele Kontakte knüpfen können. Es ist nicht das Neuste auf dem Markt, aber man würde uns weitere Passagierschiffe, Frachter und kleinere Transporter zur Verfügung stellen. Aber nur unter einer Bedingung!“

Roslin legte die Papiere zur Seite. Ihre Gebete wurden erhört. Auf der Liste stand eine Reihe von argonischen Schiffe.

„Und die wäre, Chief?“ wollte Roslin wissen.

„Einen Platz für ihre Familien. Sie geben uns die Schiffe wenn sich ihre Familien der Flotte anschließen dürfen, Sir!“

Präsident Roslin blickte in die Gesichter ihres Stabes. Ein allgemeines Nicken ging durch den Raum. Laura überflog das Platzangebot der Schiffe und ließ es ihren Stab entgegenrechnen.

„Meinen sie bis morgen könnten die Schiffe bereit sein, Chief?“ fragte sie nach der Bekanntgabe des positiven Ergebnisses.

„Sie sind schon auf dem Weg hierher, sie dürften in wenigen Stunden in der Nähe der Galactica sein.“

Tyrol verabschiedete sich als die Agathons die Colonial One betraten und die erfreuliche Stimmung erneut drückten.


-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Major Thomas Adama
Rufname: Cobra
Viper 1007 ( CAG )
Standort: Hunter Arms Corp Testgelände
Auftrag: Pilotenausbildung

Seit gut 2 Stunden war Thomas erneut im Testgelände und probte mit den Piloten das Manöver für einen Tankvorgang. Er selbst wurde wochenlang von Starbuck gedrillt bis endlich das Zeitmanagement und Augenmaß stimmte. Die Besatzungen des kolonialen Tankschiffes und des Frachters kannten die Abläufe im Schlaf und brachen selbstständig ab wenn die Gefahr einer Kollision zu groß wurde. Der CAG verfolgte es aus nächster Nähe und hörte seinen Piloten über Funk zu.

„Tanker Aeon, hier Raptor 213, verringern sie ihren Anflugwinkel um -2 und behalten sie die Geschwindigkeit bei. Sieht soweit gut aus.“

Der CAG sah nun seit einer geschlagenen Stunde zu wie Lt. Dash Turner versuchte den Frachter auftanken zu lassen. Er bekam von seinen Kameraden den Spitznamen „Fisheye“ verpasst und sah auch warum.

„Lt. Farmer, würden sie bitte diesem Trauerspiel ein Ende bereiten!“ befahl Major Adama dem Copiloten des Raptor 213

Lt. Regina Farmer übernahm daraufhin das Kommando und korrigierte den Tanker dementsprechend. Nach 3 Minuten war das Andockmanöver vorbei.

„Lt. Turner, mich erstaunt es wirklich wie sie überhaupt eine Viper Unfallfrei von Punkt A nach Punkt B bringen können, geschweige in einem Gefecht bestehen. Die Tankercrew hatte von sich aus schon die Geschwindigkeit verringert und hoffte sie würden ihren Fehler bemerken. Denn würden ihre Ausbilder nicht ständig die Lage der Schiffe an die beiden Frachter senden, hätten sie einwandfrei den Tanker Aeon in den Frachter Olymp gejagt. Und ich hätte dem Admiral Rede und Antwort stehen müssen. Fish, ich lasse mir ihren Pilotenstatus noch mal durch den Kopf gehen. Bis dahin zurück zur Galactica!“

Major Adama bedankte sich für die Geduld der zivilen Skipper und schickte sie zurück zu den anderen Schiffen, die bereits am Sammelpunkt warteten. Die Raptor und Viper flogen zurück zur Galactica. Der CAG notierte sich die letzten Ergebnisse uns flog ebenfalls zur Galactica.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------


Basisschiff B26-H
Standort: Hatikvahs Glaube
Auftrag: Unbekannt


Gaius eilte zum Aufwachraum. Vor kurzem wurde ihm mitgeteilt das seine Geliebte Opfer eines Anschlages wurde. Als er ankam saß sie bereits am Beckenrand und kleidete sich ein.

„Diese kleine Göre, sie hatte uns betrogen!“

Baltar ging zu ihr fragte was passiert war. Nummer 6 berichtete ihm was sie bei Hera fand und von wem sie überfallen wurden. Sie schlug vor das Vorhaben zu beschleunigen, da sie auf dem PDA mehr als die nur die Schiffsinformationen vermutete.
Baltar befahl das die Schiffe sich auf dem Weg zu den Zentralsektoren machen sollten. Kurz darauf erhielten die Schiffe ihre Befehle. Baltars Schiff bewegte sich Richtung Argon Prime.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------


Heute

Battlestar Galactica
Standort: Argon Prime
Auftrag: Schutz der Flotte


Über das Com meldete Admiral Adama das die Galactica auslief und Richtung Flottensammelpunkt war. In Kürze war ein Test des FTL geplant. Vorher ließ Admiral Adama die Geschütze der Galactica testen, er wollte nichts dem Zufall überlassen.
Hera war vor kurzem gelandet. Sie hatte die Nacht mehrere Flüge mit Starbuck und wollte etwas Schlaf nachholen. Starbuck war mit ihr zufrieden und ließ auf der Viper Mk VII ihren Namen aufsprühen. Auf dem Weg zu ihrem neuen Quartier sah sie wie eine bekannte Gestalt in die Mannschaftsdusche verschwand. Sie folgte dieser Gestalt.
Sie schloss die Tür und war froh das ihre Augen keinen Streich spielten.

Ihr Verlobter stand unter der Dusche und freute sich über das warme Wasser. Er drehte ebenfalls die Nachbardusche an als er sie hörte.

„Warten sie eine Minute, danach kommt warmes Wasser. Tyrol hat sich dafür einen Orden verdient!“

„Chief?“ sprach sie ihn an und ging weiter auf ihn zu.

„Boomer? Ihr Mann war unten als ich ihn das letzte Mal sah.“

„Wer ist Boomer?“ fragte sie ihn darauf.

Er drehte sich zu ihr um und konnte seinen eignen Augen nicht trauen. Schließlich nahm er sie in seine Arme und wollte sie nie wieder loslassen.

----------------------------------------------------------------------------------------------------------------


Im CIC beugten sich Starbuck und Apollo über eine Sektorenkarte. Nach der Rückkehr des CAG’s arbeitete Kara mehrere Möglichkeiten einer sicheren Route nach Nopileos Memorial aus. Sie machte jeweils weite Bögen um die Tore und nutzte den freien Raum. Boomer stand mit dabei und glich die Wege mit den bekannten Standorten und Bewegungen der cylonischen Flotten.

„Wir sind früher fertig geworden als geplant, das sollten wir nutzen. Präsident Rosslyn macht auf dem Planeten Druck. Helo und Athena koordinieren die Starts der verbliebenen Schiffe, darunter die Colonial One. Wir haben weitere Schiffe hinzubekommen die Siedler aufnehmen. Der Chief stellte sicher dass alle Überlichtfähig sind. Wenn alles glatt geht und alles reibungslos ohne größere Zwischenfälle von statten geht, wären in einer Stunde die letzten Schiffe beladen und auf dem Weg zum Sammelpunkt.“

Starbuck zeigte ihm die letzten Berichte während Boomer an die Flotte die ersten Sprungkoordinaten übermitteln ließ. Sie ließ sich einen Punkt weit ab der cylonischen Flotte absegnen

Thomas stieß ebenfalls zum kleinen Planungsstab und meldete die Einsatzbereitschaft der Viperstaffeln. CAP’s waren startklar im Hangar und warteten auf den Startbefehl.

Der Taktikoffizier, Cpt. Anastasia Adama, unterbrach das Lagegespräch des Admirals.

„Lee, auf der Planetenoberfläche wurden erste Einschläge von atomaren Waffen gemeldet. Die Argon Eins wurde bereits vernichtet, die argonische Flotte wird überrannt. Athena meldet das die Colonial One auf dem Weg zum Sammelpunkt ist, aber es dauert noch mindestens zwanzig Minuten bis die letzten Siedler auf den Schiffen sind. Und Roslin will das niemand zurückgelassen wird.“

Der XO Colonel Thrace ließ roten Alarm geben. Die Navigation gab ihnen die aktuelle Position der Battlestar Galactica. Sie war auf der anderen Seite des Planeten und es war nur eine Frage der Zeit bis die Angreifer sie bemerkten. Auf dem DRADIS erschienen die Schiffe die fluchtartig den Planeten zum Sammelpunkt verließen. Über Funk meldete Athena das es lediglich noch 5 Schiffe auf Argon Prime waren. Cpt. Adama meldete Feindkontakt. Ein Basisschiff sendete den cylonischen Virus.

„Startet die Viper! Captain Adama, wir beziehen Stellung zwischen den Sammelpunkt und dem Basisschiff. Geschütze auf Intervall! Zeigen wir denen wer wieder im Spiel ist.

Viperstaffeln starteten und fingen die cylonischen Angreifer ab. Das cylonische Basisschiff war von der Gegenwehr überrascht und verpasste den Erstangriff. Die Galactica feuerte auf das Basisschiff. Ohne großartige Gegenwehr schlugen die Geschosse auf dem Basisschiff ein.
Teile splitterten vom Schiff, Feuer brach aus. Es dauerte nicht lange und das cylonische Kampfschiff explodierte.
Die Freude im CIC war nur von kurzer Dauer. Schiffe der Xenon und Cylonen wurden auf die Galactica aufmerksam. Ihre Geschütze zerstörten die letzten Raider als neue Angriffswellen auf den Kampfstern zusteuerten………

Viper047
17-01-2008, 04:55 PM
Kapitel XIII

Altes Eisen ( Teil 2 )


Major Thomas Adama
Rufname: Cobra
Viper 1007 ( CAG )
Standort: Argon Prime
Auftrag: Schutz der Flotte
Abfangen und vernichten der cylonischen und xenon Bedrohung


Thomas Staffel beobachteten wie die alte Lady das Basisschiff in Stücke schoss. Über Funk konnte er die Jubelschreie hören. Die Galactica meldete das immer noch 3 Schiffe auf dem Planeten wären. Die Viper bekamen den Auftrag die neue Angriffwelle in Schacht zu halten bis die gesamte Flotte zu den Fluchtkoordinaten sprang. Erste zivile Schiffe sprangen unter der Führung der Colonial One, Raptorcrews sorgten für einen Reibungslosen Ablauf.
Cobra sah die neue Angriffswelle, die Viper bezogen Stellung zur Flanke der feindlichen Angriffsmacht.
Großkampfschiffe waren noch auf der anderen Planetenseite und machten sich auf dem Weg die Galactica und ihre Flotte abzufangen. Weitere Xenon versperrten die Tore.

„Na dann mal los, achtet auf euren Flügelmann. Gebt euch Deckung und hält sie von der Flotte fern!“ befahl der CAG

Viper 1007 gab volle Leistung. Die feindlichen Jäger bemerkten ihre Angreifer und teilten sich auf. Major Adama gab den Feuerbefehl als seine Viper in Feuerreichweite waren.
Die Jägerstaffeln vermischten sich. Die Viper der Galactica nahmen engere 2-er Formationen ein und konnten weiter an ihre Erfolge anknüpfen. Die Cylonen und Xenon hatten keine Gegenwehr erwartet, vor allem keine organisierte.
Miracle schloss zu ihrem CAG auf und gab ihm Feuerschutz. Cobra klemmte sich an einen Xenon L. Trotz ihres Alters hielt die Viper Mk VII ohne Probleme mit dem Xenon Jäger mit.
Thomas fasste sein Ziel auf. Seine 30 mm Kanonen schleuderten ihr tödliches Geschoss auf das Ziel. Die Projektile durchdrangen die Schilde mühelos. Das Triebwerk des Xenon L ging in Flammen auf und die anschließende Explosion riss den Jäger auseinander.

„CAG an alle, die Projektile gehen durch, ich wiederhole – die Pillen wirken!“

Die Nachricht machte den anderen Viperbesatzungen Mut und wichen einem Zweikampf mit den Xenon nicht mehr aus.
Thomas beobachtete über sich wie sogar eine Viper Mk II im Zweikampf mit einem Xenon M als Sieger hervorging.
Ein cylonischer Jäger streifte die 2-er Formation von Thomas. Der Raider verfolgte eine Viper Mk II. Er drehte seine Maschine und nahm die Verfolgung auf. Miracle sah hinter sich 2 Xenon M, die sich ihren CAG als Ziel markierten. Sie betätigte ihre Schubumkehr und ließ die Xenon an ihr vorbeifliegen. Sie verfolgte die Xenon Jäger und brachte sich in Feuereichweite. Sie meldete ihrem Flügelmann die Bedrohung und schoss kurz darauf einen der Angreifer ab. Der zweite Xenon M ließ daraufhin von seinem Ziel ab und versuchte seinen Verfolger abzuschütteln. Doch Hera ahnte jede Bewegung voraus und hielt sich dicht an ihrem Ziel. Sie gab mehrere Feuerstöße ab um ihr potentielles Opfer in die gewünschte Richtung zu zwingen. Der Xenon versuchte mit einer Rolle der Viper zu entkommen. Aber die Mk VII drehte sich, verkürzte den Winkel und ließ den Xenon in sein Feuer rein fliegen.
Der Xenon M explodierte und Hera suchte ihren Staffelführer.

Thomas hatte Schwierigkeiten am cylonischen Jäger dran zu bleiben. Er versuchte seinen geplanten Angriff mit der vor ihm fliegenden Mk II abzustimmen.

„Fish, schlage 2 Haken links und einen dritten nach rechts, ich schaff dir den Toaster vom Hals!“

Tuner war zu sehr in Panik und flog den ersten Haken nach rechts. Der Cylon begrüßte dieses Manöver und konnte sein Ziel einwandfrei vernichten. Lt. Turner hatte keine Chance aus der Viper auszusteigen und starb.
Der Raider erfasste sich ein neues Ziel. Cobra drehte seine Viper hart rechts, gab einen kurzen Feuerstoß und hoffte den Cylonen in die richtige Richtung bewegen zu können.
Aber der Cylon ahnte was er vorhatte und drehte sich unerwartet um. Er hatte Thomas im Visier als er zerstört wurde.

„Solange die Ringe nicht getauscht sind, machst du dich nicht vom Acker!“

An seiner Seite schloss die Viper mit der Kennung 2614 auf – Miracle. Sie hatte sein Ziel erfasst und vernichtete den Raider.



-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Battlestar Galactica
Standort: Argon Prime
Auftrag: Schutz der Flotte

Admiral Adama und sein XO verfolgten die Lage auf ihren Monitoren. Die Galactica erfüllte ihren Auftrag vorbildlich. Doch sie hatte es bis jetzt nur mit einem geschocktem Basisschiff zu tun. Apollo hoffte dass die zivilen Schiffe vor dem Eintreffen des Xenon J und 3 weiteren Basisschiffen in Sicherheit waren.
Kara dirigierte die Raptorcrews und hielt ihren kommandierenden Offizier auf dem neusten Stand. Dee meldete ihm dass auch das letzte zivile Schiff ihre Maschinen startete und bereit zum Sprung war.
Die Geschütze des Kampfsterns erreichten ihre alten Leistungen und ließen den Jägern kein durchkommen.

Lee überlegte sich den nächsten Schritt als ihn eine Hand erfasste.

„Hol die Viper zurück, mein Sohn. Boomer soll der Flotte diese Anschlusskoordinaten geben. Ihr springt gleich noch mal nach eurer Ankunft. Ansonsten kannst du dir die Uhr stellen.“

Starbuck sah wie der Admiral an die Lagekarte ging und Selbstgespräche führte. Sie ging zu ihm und wollte sehen was ihn an die Karte führte.

„Lee, alles klar?“

Apollo befahl Boomer zu sich und gab ihr die Koordinaten für einen weiteren FTL - Sprung. Sie glich diese schnell mit den cylonischen Daten ab und ging an ihre Station.

„Starbuck, hol die Viper zurück. Die Flotte ist weg, das sollten wir jetzt auch sein!“

Sein XO führte den Befehl aus. Die Viper landeten unter dem Deckungsfeuer der Galactica.
Der Kampfstern konnte sich in Sicherheit bringen bevor die feindlichen Kampfschiffe einen Angriff starten konnten.

Die Flotte sprang nach der Ankunft der Battlestar Galactica ein weiteres Mal und versuchte so ihre Spur zu verwischen.

----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Argonia City
Das von Cylonen und Xenon besetzte Argon Prime



Gaius und Nummer 6 schlenderten durch den Park. Um sie herum waren Centurion und Xenon mit dem Wiederaufbau der Stadt beschäftigt. Es war 1 Woche seit der Invasion vergangen und von den Flüchtlingen fehlte bislang jede Spur.
Ein Bote fing sie am Parksee ab und überreichte ihnen die letzten Berichte. Nummer 6 nahm ihm das Lesen ab und setzte sich auf eine Parkbank. Sie musste lächeln, was Gaius neugierig machte.

„Gibt es etwas Amüsantes zwischen dieser Ansammlung von Buchstaben und Zahlen?“

Nummer 6 zeigte ihm was ihr so ein Vergnügen bereitete. Baltar überlegte sich noch ob ihm zum Lachen oder zum Weinen zumute sein sollte.

„Wer hätte sich das jemals erträumen lassen. Das Schiff des großen Admiral Adama ist zurück. Dann hat er das Basisschiff zerstört. Für was haben wir in den letzten Jahren unsere Schiffe modernisiert wenn es von einem Relikt der Urzeit zerstört werden kann?“

Baltar konnte die Freude seiner Begleiterin nicht teilen. Er fragte sich wie die Galactica solange im Verborgenen blieb. Sie fanden Hera und ihre Mutter unter Milliarden von Menschen. Doch ein Kampfstern, ein riesiges Schiff, war vor ihrer Nase und sie hatten es nicht gesehen.

„Das wird dich noch mehr amüsieren, Gaius. Das hier ist ein Schreiben aus der kolonialen Siedlung. Sie machen darauf aufmerksam dass sie ihre Stadt, aufgrund der Bedrohung durch die Xenon, evakuieren. Unterschrieben von Präsident Laura Roslin!“

Sie reichte ihm das Schreiben aus der argonischen Zentralregierung. Baltar las es sich sorgsam durch und musste auch schmunzeln.

„Da draußen haben wir wieder die koloniale Flotte, mit Präsident Laura Rosslyn an ihrer Spitze. Als würde man in einem Buch die Seiten zurückschlagen.“

Baltar und Nummer 6 setzten ihren Spaziergang fort.

„Gaius, mach dir keine Sorgen. Sie sind alt und langsam! Lassen wir ihnen ihren ersten und einzigen Sieg genießen. Schon bald wird auch die Galactica ihrem Schicksal nicht mehr entkommen können!“

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------


Colonial One
Standort: Raum zwischen Antigones Memorial/Rolks Los


Lee Adama und Präsiden Roslin gingen die letzten Zahlen durch. Die Raptor suchten nach anderen Überlebenden und führten sie zur Flotte. Zu den kolonialen Schiffen waren auch argonische Schiffe hinzu gestoßen. Von den anderen Völkern fehlte bisweilen jede Spur.
Roslin zählte 116 kleinere und größere Schiffe. An ihrer Tafel stand eine Zahl, die sich seit 4 Tagen nicht mehr großartig nach oben korrigierte: 82413.
Die neuen Schiffe waren meist nicht ganz ausgelastet und beförderten einen Bruchteil ihrer Kapazität.

„Also, was haben wir, Admiral?“

Apollo blätterte ebenfalls in seinen Unterlagen um die letzten Meldungen mit ihr abzugleichen.

„Mit der Sanctury und der Red Queen haben wir 2 neue Raffinerieschiffe. Sie sind in der Lage jedes Schiff zu versorgen. Die Raptor haben 3 Passagierschiffe aufgegabelt. Den Luxusliner Excelsior sowie die Argon Liner Remus und Fantasia. Damit wären es nach meiner Berechnung 116 Schiffe.“

Präsident Roslin konnte dem Ergebnis zustimmen. Adama verabschiedete sich. In wenigen Minuten war ein erneuter Sprung angesetzt und er wollte bis dahin zurück auf seinem Schiff sein.

„Admiral, wie viele Marines haben sie zurzeit zur Verfügung?“

Lee Adama saß sich erneut und wollte den Grund ihrer Frage wissen. Sie holte aus ihrer Schublade ein Schreiben und überreichte es ihm.

„Admiral, ich denke es ist ein Thema das in unser Beider Zuständigkeit fällt. Es gibt viele Menschen die haben, wie ich, nicht vergessen wie wir in diese Universum kamen.“

In seinen Händen hielt Apollo die Aufhebung der politischen Immunität und gleichzeitigen Haftbefehl für Tom Zarek. Grund der Anschuldigung war Hochverrat.

„Ich möchte diese Angelegenheit so schnell wie möglich bereinigt haben. Wenn wir gesprungen sind, möchte dass sie auf die Astral Queen fliegen und Tom Zarek in Gewahrsam nehmen. Seine Bemühungen in den letzten Jahren sollten nicht vergessen werden, aber wir wären nicht in der jetzigen Lage wenn Zarek nicht die Schiffe manipulierte und dadurch Menschen ihr Leben verloren.“

Lee nahm das Schreiben an sich. Es wurde von der Mehrheit des Rates abgesegnet, nur Zareks Unterschrift fehlte um die Liste zu komplettieren. Er kehrte anschließend zur Galactica zurück.

-------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Battlestar Galactica
Standort: Raum zwischen Rolks Los/Profitloch
Auftrag: Schutz der Flotte


Athena und Helo kehrten vom letzten Aufklärungsflug zurück. Ihr Raptor fand vor wenigen Tagen den Luxusliner Excelsior, sehr zur Freude der Mannschaft. Doch die Gesellschaft auf dem Liner teilte nicht die Freude mit dem Rest der Flotte und beschwerte sich seitdem fast stündlich bei Präsident Rosslyn und Admiral Adama.
Helo sicherte den Raptor als neben ihm lautstark diskutierend Boomer und Chief Tyrol vorbeigingen.

„Ich sage es dir gerne noch mal, Captain. Der Stabilisator war in Ordnung bevor du los geflogen warst. Es liegt einzig allein an deinen Landekünste!“ beschwerte sich Chief Tyrol bei Boomer.

„Und ich sage dir dass du den Raptor noch mal prüfen solltest. Und komm mir nicht mit der alten Leier ich könnte keinen Raptor landen. Wer 2 Kinder zur Welt bringen kann, der kann erst recht einen Raptor landen. Wenn du,……. Hey, ich rede mit dir, Chief!“

Hera kam frisch von einer CAP und gesellte sich zu ihren Eltern. Boomer und Tyrol verschwanden im Lager und verschlossen die Tür.

„Ich hab davon schon gehört, die Alten erzählen die würden öfter im Lager verschwinden. Was machen die da drin?“

„Nüsse zählen!“ antwortete ihr Vater

„Helo!“ Athena boxte ihrem Mann leicht auf die Schulter und musste mit ihm Lächeln.

„Respekt, und das in dem Alter!“

Hera machte ihre Eltern sprachlos. Bevor sie ihr etwas über das Eheleben predigten, schnappte sie Starbuck und zog sie hinter eine Viper. Sie hatte eine kleine Tasche dabei und überreichte ihr eine Schachtel. Hera riskierte einen kurzen Blick hinein und war sichtlich zufrieden.

„Wenn etwas Normalität an der Tagesordnung ist, haben wir zusammengelegt für eine Kabine auf der Excelsior. Dann fliege ich euch persönlich auf das Schiff. Ich hoffe das kommt mit deiner Größe hin. Sag uns bescheid wenn du es anprobierst!“

Hera versteckte den Karton unter der Viper als der CAG sich den beiden Frauen näherte. Von der anderen Seite kam der Admiral und hatte die richtigen Personen beisammen.

„Major, schnapp dir 2 Raptor mit Marines. Ihr verlegt auf die Astral Queen und nehmt den ehemaligen Abgeordneten Zarek in Gewahrsam. Bringt ihn auf die Galactica und sperrt ihn in die Brick.“

Er überreichte ihm das offizielle Schreiben, das ihn autorisierte Zarek wegen Hochverrats festzunehmen. Starbuck bat mit dem CAG gehen zu dürfen. Nach Apollos Erlaubnis traten Beide weg und bereiteten die Festnahme Zareks vor.
Lee Adama selbst hatte noch eine Unterhaltung mit einem Vertreter der Excelsior.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Farina van de Weyd beschwerte sich 20 Minuten bei Admiral Adama über die Zustände innerhalb der Flotte und das Personen, die nicht ihrer Gesellschaft entsprachen, sich die Freiheit nahmen, auf ihrem Schiff einzukaufen oder Kabinen zu mieten, bzw. einziehen zu wollen.
Dee saß ebenfalls im Quartier und hörte ihr schon nach 5 Minuten nicht mehr zu. Hinter einem Klemmbrett löste sie ein Kreuzworträtsel und ließ die Frau einfach erzählen.
Nach einer Weile unterbrach er die aufgebrachte Frau, Lee waren die stündlichen Beschwerden genug.

„Mrs. von der Weide, ich verstehe…..“

„Van de Weyd, Schatz!“ korrigierte ihn eine Stimme hinter dem Klemmbrett.

„….nicht was sie von mir wollen. Mir kommt es vor als würden sie den Ernst der Lage nicht begreifen. Die Linie zwischen Arm und Reich ist hiermit aufgehoben. Sie werden sich daran gewöhnen müssen das Menschen aus allen gesellschaftlichen Schichten auf ihr Schiff kommen werden. Das hier ist keine Vergnügungsfahrt. Es ist gerade eine Woche her das Argon Prime gefallen ist und sie wollen sofort dort anknüpfen wo sie aufhörten?“

Das Com ertönte und Dee wurde im CIC verlangt. Erleichtert verabschiedete sie sich von ihrem Mann. Lee blieb mit der Frau alleine zurück die ihn erneut mit ihrer Stimme quälte.
Aus der Sitzecke vernahm er das Geräusch von Glas und wie sich jemand etwas einschenkte.
Lee zuckte kurz zusammen und erschrak damit auch Farina van de Weyd.
Er sah wieder seinen Vater und versuchte sich nichts anmerken zu lassen. Die Frau redete derweil unaufhörlich weiter.

„Menschen haben das Bedürfnis nach Sicherheit, mein Sohn. Und dieses Schiff gibt den Menschen ein Stück Sicherheit. Wer in der Flotte mitfliegt muss für diese Sicherheit einen bestimmten Preis zahlen. Niemand zwingt dieses Schiff in dieser Flotte zu bleiben, Lee.
Unsere Schiffe wissen das, sie müssen es auch lernen. Sonst kannst du solche Gesprächen für den Rest der Reise führen!“ riet ihm sein Vater und saß sich neben die aufgebrachte Frau.

Er wartete auf eine Reaktion von Lee. Apollo wusste das sein Vater recht hatte und unterbrach van de Weyd an der Stelle, als sie von einer Hochzeitsvorbereitung von Mitgliedern seines Schiffes beschwerte.

„Mrs. van de Weyd, ich werde zu ihnen offen und ehrlich sein – der Crew und mir gehen ihre stündlichen Anrufe auf den Geist. Seit sie hier sind beschwerten sie sich über alles und jeden.
Mir ist ihre reiche Gesellschaft so was von egal. Die Flotte funktioniert nur über geben und nehmen, das heißt für sie das wir auch auf ihrem Schiff Menschen einquartieren werden die auf Frachter hausen müssen. Und dann haben sie immer noch die Hälfte ihrer Kapazität übrig. Sollte ihnen aber dennoch das Opfer zu groß, dann steht es ihnen jederzeit frei diese Flotte zu verlassen. Denn bis auf sie ist jedes Schiff bereit für die Sicherheit durch die Galactica ihr Möglichtes zu geben.“

Farina van de Weyd hatte sich von diesem Gespräch etwas anderes gehofft. Sie wollte den elitären Stand bewahren und sich mehr oder weniger von „ Nichtprivilegierten“ abkapseln.
Lee versprach ihr das auch Roslin den selben Standpunkt vertrat. Van de Weyd wollte das Quartier verlassen als ihr der Admiral noch etwas, für ihn wichtiges, zu ihr sagte.

„Nachdem das nun geklärt ist, schätze ich dass sie die Hochzeit meines Sohnes und meiner Schwiegertochter tatkräftig unterstützen werden. Sie verteidigen jeden Tag diese Flotte mit ihrem Leben und eine schöne Feier mit Unterbringung in einer Honeymoon sweet wäre ein schönes Dankeschön.“

Van de Weyd sagte zu und versprach sich selbst darum zu kümmern. Sie ging darauf ohne sich zu verabschieden. Der Stuhl neben ihr war ebenfalls leer.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Astral Queen

Zwei Raptor landeten auf dem Schiff. Zarek ahnte warum die Marines an Bord kamen und schickte sein Sicherheitspersonal. Sie versuchten noch im Hangar des Schiffes die Soldaten aufzuhalten.
Starbuck rechnete mit solch einem Verhalten und ließ den Trupp des 2. Raptor die Sicherheitskräfte flankieren.
Marines des 1. Raptor, unter Führung von Major Adama lenkte die Aufmerksamkeit auf sich und erwiderte das Feuer. Zareks Männer hatten die schlechtere Position und kaum Deckung. Starbuck und ihre Marines nutzen die Gunst der Stunde und überwältigten das Sicherheitspersonal von der Seite. 4 von Zareks Männern bezahlten mit Leben.

Die Marines arbeiteten sich schnell voran, die Gegenwehr löste sich in Kapitulation von Zareks Personal auf.
Schließlich konnten sie ihn in seinem Büro stellen.

„Weiß eigentlich Präsident Roslin was sie hier tun, ich bin Abgeordneter des Rates und habe Rechte!“

Starbuck legte ihm lächelnd den Haftbefehl und Aufhebung der Immunität auf den Tisch. Tom sah das dieser von der Präsidentin selbst unterschrieben war und der Rat diesen Befehl abgesegnete.

„Sie machen einen Fehler, die Menschen wissen was ich für sie getan habe. Roslin wird sich gleich zu Anfang das Leben schwer machen. Man wird das nicht hinnehmen!“

Die Marines holten Zarek hervor. Kara befahl ihnen kurz zu warten. Major Adama las ihm seine Rechte vor als Starbuck sich nah vor ihn stellte und tief in die Augen blickte.

„Wegen ihnen, Tom, sind wir erst hierher gekommen. Wegen ihnen sind wir in dieser Lage. Sie können froh sein das der alte Mann nicht mehr da ist, der hätte sie schon zu Beginn der Reise aus der Schleuse werfen lassen. Ach ja, wie geht es ihrer Nase? Gut verheilt?“

Noch bevor Zarek darauf antworten konnte holte Starbuck aus und verpasste ihm eine stramme Rechte. Man hörte wie seine Nase brach. Marines hielten den XO zurück, da sie noch mal versuchte ihm eine zu langen. Major Adama befahl seinen Soldaten den Mann sofort auf die Galactica zu bringen. Der XO beruhigte sich wieder und wurde von den Marines losgelassen.
Beide Raptor verließen die Astral Queen und flogen zurück zur Galactica.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------


Caprica City
Das von den Cylonen und Xenon besetzte Argon Prime


Cylonen durchsuchten die Häuser von Caprica City. In der Nähe der Kleinstadt errichteten sie ein weiteres Internierungslager für Menschen. Viele versteckten sich in den Wäldern oder in Kellerräumen ihrer Häuser.
Nummer 6 beaufsichtigte persönlich die Durchsuchung der Stadt und versuchte Hinweise zu finden wo sich die Flotte befand. Wohin sie ihr Weg führte war Nummer 6 klar. Die Flotte wollte nach Nopileos Memorial, zum dem Sprungpunkt durch die sie vor Jahren hierher kamen.
Sie war in dem Raum in der Präsident Roslin die koloniale Verfassung wieder belebte. Auf ihrem Schreibtisch waren noch eine Unmengen an Papiere. Doch sie fand keine Anhaltspunkte für einen etwaigen Standort. Sie musste also warten bis sich cylonische oder Xenon Agenten meldeten. Schläfer waren reaktiviert worden. Sie war sich sicher dass man die Flotte früher oder später fand.
Zwischen den ganzen Papieren fand sie ebenfalls ein Aufnahmeformular für ein Studium auf Lehramt. Es wurde für Hera Agathon ausgestellt. Darunter eine Bemerkung von Laura Roslin dass man sie als Mentor für diese junge Frau nahm.
Nummer 6 musste über dieses Papier lachen und es amüsierte sie das ein Cylon Menschenkinder unterrichten wollte.
Nachdem nichts weiter ihr Interesse erregte, wollte sie weiter durch die Stadt und gegebenenfalls einen Spaziergang durch den kleinen Park machen.


-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------


Battlestar Galactica
Standort: Raum zwischen Rolks Los/Profitloch
Auftrag: Schutz der Flotte

Starbuck musste zu Apollo, aufgrund der blutigen Nase von Zarek. Apollo war nicht erfreut über das Verhalten seines XO.

„Du fängst dort wieder an wo du vor über 20 Jahren aufgehört hast. Willst du mir Ärger machen – bitte, ich haben kein Problem meinen XO in die Brick zu sperren. Aber hör mit diesem Mist auf, Starbuck. Ich brauche dich, du bist mein XO! Also benimm dich dementsprechend. Wegtreten!“

Untypisch für Starbuck meldete sie sich ab und wollte ohne ein Wort gehen.

„Hey, ist sie zumindest gebrochen?“ fragte er sie.

Starbuck blieb stehen und musste lächeln.

„Dem alten Mann hätte es sicherlich gefallen. Es war deutlich zu hören!“ berichtete ihm sein XO.

Kara sah das breite Grinsen in Lees Gesicht und meldete sich freudestrahlend ab.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Anna versorgte den Nasenbruch des Gefangenen. Sie hatte die Stelle eines Sanitäters und arbeitete mit einem argonischen Arzt auf der Krankenstation des Kampfsterns.

Die Wache öffnete die Tür und ging ins Achtung. Präsident Roslin betrat zusammen mit Admiral Adama und Athena die Zelle.
Anna war fertig und verließ den Raum Richtung Krankenstation. Zarek stand auf und stellte sich an die Gitterstäbe seiner Zelle.
„Laura, Laura – sie haben den schlimmsten Fehler schon zum Beginn gemacht. Ich bin schwer enttäuscht von ihnen. Was meinen sie wie lange es dauert bis die Proteste meiner Anhänger über die gesamte Flotte greift?“

Roslin konnte auf seine Drohung nur müde lächeln. Sie hatte auf einer Pressekonferenz von der Verhaftung Zareks berichtet. Sie nannte auch den Grund für seine Verhaftung. Adama spielte Roslin alte Protokolle von den Geschehnissen vor 25 Jahren zu. Boomer fand sie in den alten Speichern der Galactica. Damit wurde der Öffentlichkeit nochmals in Erinnerung gerufen wem sie es verdankten hier zu stranden und sie gab ihm die Schuld an der heutigen Lage der Menschen.

„Ich habe diesen Tag nie vergessen als wir mit einem manipulierten FTL strandeten. Und die Menschen ebenso wenig. Sie wurde durch ihre Bemühungen für die Siedlung geblendet. Aber das ist auch vorbei. Ich habe unser altes Spiel beendet. Ihre Affäre hatte vor kurzem ihre jahrelangen Unterschlagungen von Geldern gestanden – vor der Presse. Ihre eigenen Leute hätten nichts dagegen wenn wir ihnen sofort die Giftspritze verabreichen würden.“

Zarek wich zurück, er glaubte der Präsidentin kein Wort. Adama ließ den Marine das Radio anstellen. Tom Zarek konnte eine Live – Übertragung von der Astral Queen hören. Seine Frau war zu hören wie sie die Taten ihres Mannes verabscheute und sich bei den kolonialen Siedlern entschuldigte. Weitere ehemalige Siedler von Sagittaria kamen zu Wort und kehrten dem einstigen Ratsvorsitzenden öffentlich den Rücken. Adama ließ das Radio wieder ausschalten. Zarek kam mit der Situation nicht zurecht.

„Jeder weiß das sie daran schuld sind das wir hier gelandet sind. Ich bot den Menschen lediglich einen Ausweg – eine Heimat! Und das ist der dank dafür? Ihr seid an allem Schuld, nicht ich!“

Zarek zeigte mit dem Finger auf Cpt. Agathon. Doch Roslin nahm Athena in Schutz. Sharon war über diese Geste genauso überrascht wie Apollo.

„Nein, Zarek. Die Cylonen stehen auf einem anderen Blatt. Für dieses Kapitel tragen sie die Alleinschuld und werden dafür ihre gerechte Strafe erhalten!“ verdeutlichte Rosslyn ihm.

Zarek sackte zusammen und verkroch sich in eine Ecke. Roslin hatte, wie auch Adama und Athena, kein Mitleid und verließ wortlos Zareks Zelle.

Viper047
17-01-2008, 04:57 PM
Kapitel XIV


Vertrauen


Battlestar Galactica
Standort: Bala Gi’s Freude
Auftrag: Schutz der Flotte

Seit dem Angriff auf Argon Prime waren 6 Wochen vergangen. Die Flotte war bisher den cylonischen Aufklärern stets einen Schritt voraus. In der zweiten Woche hatte die Galactica zum ersten Mal Kontakt mit einem Verfolgungsverband aus Cylonen und Xenon. Admiral Adama konnte durch seine Sprungpolitik eine direkte Konfrontation vermeiden.
Innerhalb der Flotte kehrte so was wie Alltag ein. Und mit dem Alltag kamen die üblichen Probleme zurück.
Die argonischen Schiffe hatten kein Vertrauen zur politischen und militärischen Führung der Flotte und verlangten ihre eigenen Vertreter sowie eine Neuwahl eines Präsidenten. Einen Austritt aus der Flotte erwägen sie aber nicht, da der Schutz der Battlestar Galactica damit entfiel. Präsident Roslin führte deshalb mit den argonischen Vertreter Gespräche um eine angemessene Lösung für beider Seiten zu finden. Einzig allein die Sprecherin der argonischen Wirtschaftsgilde Farina van de Weyd lehnte jede Zugeständnisse seitens der kolonialen Flotte ab. Sie bestand darauf die Flotte sofort unter argonischer Führung zu stellen und nach Ketzers Untergang zu fliegen, um dort das Tor zur Erde zu passieren, trotz der Gefahr durch die Xenon. Innerhalb der Flotte hatte sie die Händler gesammelt hinter sich, da sie die einflussreichsten Personen waren und über die Versorgung der Flotte mit entschieden. Admiral Adama vertrat deutlich seine Ansichten über die Rechte und Pflichten der einzelnen Schiffe der Flotte. Bei den Argonen stießen diese nicht immer auf Gegenliebe. So stand er zweimal vor der Entscheidung mithilfe seiner Marines Versorgungsgüter für die Flotte konfiszieren zu lassen.
Was eine argonische Revolte bisher vermied war die aufkommende Kriminalität und eine Art Piraterie innerhalb der Flotte. Durch die Verknappung sind Güter wie Alkohol, Medizin oder Luxusgüter knapp geworden. Besonders unter den argonischen Schiffen tat sich schon nach kurzer Zeit ein Schwarzmarkt auf, der auch auf die kolonialen Schiffe übergriff. Die kolonialen Siedler hatten im Gegensatz zu den argonischen Flüchtlingen Zeit ihre Evakuierung zu planen. Das hieß sie hatten Güter für eine mehrmonatige Reise eingeplant. Mittlerweile versorgten die kolonialen Schiffe den argonischen Anteil mit notwendigen Gütern. Apollo blieb fürs Erste tödliche Übergriffe erspart, dafür nahmen körperliche Auseinandersetzungen zu und die Zellen auf der Astral Queen füllten sich erneut.
Händler bestanden auf Eskorten, die Lee Adama auch zugestand. Ansonsten würde die Versorgung der Flotte, auf legalem Weg, empfindlich gestört.

Neben den Problemen hatte Lee auch etwas Erfreuliches. Trotz der Belastung seiner Crew fand sich ein Zeitraum um seinen Sohn und zukünftige Schwiegertochter einen ersehnten Wunsch zu erfüllen. Van de Weyd hielt, trotz der unterschiedlichen Interessenlage, ihr Versprechen und bereitete die Hochzeit der beiden kolonialen Piloten vor. Sie hatte den großen Ballsaal für die Hochzeit und anschließende Feierlichkeiten organisiert

Erste Shuttles flogen Gäste von der Galactica auf die Excelsior. Hera und Thomas wurden jeweils mit einem Raptor an Bord geflogen und bereiteten sich individuell auf das anstehende Ereignis vor. Athenas Eltern kamen von einem Erkundungsflug zurück. Sie suchten nach Ressourcen für die Treibstoffversorgung der Schiffe, da die Raffinerieschiffe die Hälfte ihrer Ressourcen verbraucht hatten.
Der Raptor 402 wurde abgestellt und seine Piloten bereiteten ihren Einsatz nach. Nach 1 Stunde war der Hangar leer und die Piloten immer noch in ihrem Raptor.
Auf dem Boden lagen Unterlegmatten und darauf ein zufriedenes Ehepaar. Draußen hörten sie wie jemand am Raptor vorbeiging und sahen wie 2 Gestalten im Lager verschwanden.

„Meinst du sie hatten dieselbe Idee wie wir?“ fragte eine glückliche Athena ihren Mann.

„Wäre anzunehmen, man nimmt eben jede Gelegenheit die sich einen bietet. In eineinhalb Stunden geht das letzte Shuttle, sollten wir uns nicht langsam auf dem Weg machen, Mrs. Agathon?“
Helo wollte aufstehen und sich für die Hochzeit seiner Tochter umziehen, doch seine Frau drückte ihn wieder runter und küsste ihn zärtlich. Sie zog eine Tasche hervor und zeigte ihm den Inhalt. Karl musste schmunzeln, da seine Frau an alles dachte.

„Helo, wir haben noch einiges nachzuholen. Eine halbe Stunde ist noch mindestens drin. Wir können es auch über Befehl und Gehorsam regeln wenn dir das lieber ist.“

Karl Agathon nahm seine Frau wieder enger zu sich und wollte natürlich den Wunsch seiner Frau nicht verweigern.

„Ich liebe es wenn du die Dominante spielst!“ flüsterte er ihr zu.

„Wer sagt dass ich das nur spiele?“ fragte sie ihn lächelnd und zog die Felddecke wieder über ihre Körper.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------


Luxusliner Excelsior

Die Hochzeit war ein schöner Moment für die Gäste und das Paar. Für ein paar Stunden vergaß man die augenblickliche Situation der Flotte und freute sich über das Glück des Paares.
Roslin hatte die Ehre das Paar vor den Gästen zu trauen, ein Prediger von Gemenon gab den Beiden schließlich den Segen der Götter. Laura Rosslyn hatte dennoch Vorbehalte gegenüber der Trauung. Doch auf der anderen Seite war der Major mit seiner Wahl sehr zufrieden, trotz des Wissens was seine jetzige Frau war.

Hera und Thomas heirateten im Dienstanzug, da für die Braut keine Zeit vorhanden war sich um ein Brautkleid zu kümmern. Dennoch war es für sie der schönste Augenblick in ihrem Leben. Sie hatte sich kurz vor der Trauung überlegt ob sie ihm von Leoben erzählen sollte, was sie nach dem Ja-Wort wieder verdrängte.
Der erste Tanz war vorüber und die anschließende Feierlichkeit im vollen Gange. Das Paar teilte sich auf und nahm von verschiedenen Seiten einzelne Glückwünsche und Rat entgegen.
Hera saß am Frauentisch und das Thema war natürlich vorbestimmt – Ehemänner.
Jede am Tisch erzählte ihr was sich in den vielen Ehejahren ändern konnte und machten ihr nicht unbedingt Mut für die Zukunft mit ihrem Liebsten.
Thomas nahm von den Männern Glückwünsche entgegen und erzählten ihm von ihren langjährigen Erfahrungen und Lebenstipps im Umgang mit Ehefrauen.

Auf der anderen Seite des Saales erblickte er an der provisorischen Bar Starbuck. Sie grüßte ihn mit einer hochgehobenen Bierflasche. Sie lächelte ihm zu, doch sah er wie Tränen ihre Wangen hinunterlaufen. Sie stellte die Flasche ab und verließ anschließend den Saal.
Thomas ahnte dass etwas nicht stimmte und wollte nach ihr sehen.

Kara stand an einem Aussichtsfenster der Excelsior. Sie beobachtete die Flotte und konnte sogar die Galactica sehen. Sie rückte ihr trägerloses Kleid zurecht als sie auf ihrer Schulter etwas Kaltes bemerkte. Sie wischte sich schnell die Tränen aus dem Gesicht und drehte sich um. Hinter ihr stand Thomas und überreichte ihr eine frische Flasche Bier und gesellte sich zu ihr.
„Solltest du nicht drin bei deinem Toasterbabe sein – schließlich habe ich eure Hochzeitsnacht mitfinanziert und erwarte dafür eine Gegenleistung von euch!“

Starbuck stieß mit ihm auf die Hochzeit an und nahm einen kräftigen Schluck.

„Keine Sorge, du bekommst auch was für dein Geld!“ versicherte er ihr.

„War das eben ein Angebot, Champ?“

Starbuck machte bei dieser Frage einen ernsten Gesichtsausdruck und näherte sich ihm etwas. Noch bevor bei Major Adama die Atmung ganz aussetzte fing der XO an zu lachen und streifte durch sein Haar.

„Ich hatte mich sowieso gefragt wie ein Mann bei deinem Charme widerstehen kann, du müsstest doch einen ganzen Harem haben. Warum hast du eigentlich nicht noch mal geheiratet?“

Starbuck überlegte was sie ihm darauf antworten sollte. Ihr brannte schon eine Weile etwas auf der Seele und wusste nicht wie sie es sagen sollte. Sie blickte in den Saal hinein und sah direkt zu Lee. Er unterhielt sich mit Chief Tyrol und seinem Sohn. Daneben stand Dee und bemerkte wen Kara anstarrte. Sie drehte Apollo geschickt aus dem Blickwinkel von Starbuck.

„Weißt du Champ, ich dachte ich hätte den Richtigen gefunden. Er hatte alles was ich an einem Mann faszinierend finde. Wir waren Freunde, Kameraden, Seelenverwandte. Er war einer der wenigen der mich verstand, weißt du! Aber ich war nicht die Einzige in seinem Leben und dachte ich würde das Richtige tun – ich schickte ihn wieder weg. Und das war der erste Fehler den ich beging.“

Starbuck drehte sich wieder zum Aussichtsfenster, sie wollte nicht dass er sie weinen sieht. Thomas erkundigte sich welchen Fehler sie noch beging, nachdem sie von einem 1. Fehler erzählte. Sie blickte ihm bei der Antwort direkt in die Augen.

„Ich gab etwas her mit der Gewissheit dass es so besser war. Seitdem bereue ich es jeden Tag und wenn ich könnte würde ich die Zeit zurückdrehen!“

Starbuck fiel es schwer ihre Gedanken klar auszudrücken. Sie wusste nicht ob er verstanden hatte was sie meinte oder sogar den Mut hatte es ihm direkt zu sagen. Thomas blieb gelassen und blickte lächelnd nach draußen.

„Ich hatte schon früh das Gefühl das etwas um mich herum nicht stimmte. Mit 15 fand ich in Mutters Aktenschrank höchst interessante Papiere – Thomas Julian Thrace. Aber das bestätigte nur das was ich schon ahnte. Ich mach dir keine Vorwürfe und das solltest du dir auch nicht – Mum!“

Kara nahm Thomas fest in ihre Arme. Sie war froh dass diese Last von ihrem Herzen genommen wurde. Seit vielen Jahren bereute sie es ihren Sohn in die Obhut von Lee und Anastasia Adama gegeben zu haben. Doch Thomas bemerkte in jungen Jahren schon das sorgsame Verhalten von Starbuck, welches man nur von einer Mutter gewöhnt war.
Am Eingang zum Ballsaal beobachteten Thomas Eltern die Beiden und ahnten was geschehen sein musste. Dee war seit Neu Caprica eifersüchtig auf das Verhältnis zwischen Lee und Starbuck. Er beichtete ihr, bevor sie erneut zusammenkamen, von der Nacht mit Kara. Auch das er bereit gewesen war sie endgültig für Kara zu verlassen. Doch sie schickte Apollo zu Dee zurück, sie war sich sicher dass beide zusammengehörten. Neun Monate später kam Thomas zur Welt. Kara fühlte sich nicht fähig Thomas aufzuziehen, sie hatte Angst ihn zu verlieren, Angst davor eine schlechte Mutter zu sein. Sie überließ ihren Sohn in der Obhut von Apollo und Dee. In den Jahren bereute sie diese Entscheidung und wusste aber im Gegenzug dass kein Zurück existierte. Thomas war selbst für Dee wie ein eigener Sohn und würde ihn nicht mehr hergeben.

Das erfreuliche Ereignis wurde durch etwas weniger erfreuliches getrübt. Eine Explosionswelle erfasste den Luxusliner. Oberhalb der Excelsior konnte man eine Explosion sehen. Trümmerteile stießen an den Luxusliner und verursachten leichte Schäden. Kurz danach bekam Admiral Adama die Meldung dass der Argon Liner Remus explodierte.


-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Argonia City
Das von den Cylonen und Xenon besetzte Argon Prime

Gaius war in einen der vornehmeren Viertel unterwegs. Er hatte hier eine eigene Villa und nutzte die Gelegenheit sich weitere Wünsche zu erfüllen um sein Heim gemütlicher zu machen. Die Stadt füllte sich mit Leben, Geschäfte und Cafes waren eröffnet worden.
Jedoch war die Vielfalt der Bewohner nicht gerade groß.

Nachdem er sich sein Haus mit weiteren Gemälden und Statuen verschönerte, machte er es sich am Pool bequem. Die Cylonen entwickelten einen Impfstoff der es ihm ermöglichte gefahrlos in den verstrahlten Gebieten bewegen zu können.
Auf der Nachbarliege machte es sich Nummer 6 bequem, er genoss ihren Anblick. Sie hatte nur ein Bikiniunterteil an und wusste wie man ihn damit glücklich stimmen konnte. Sie überreichte ihm eine Meldung und genoss die Sonne. Baltar las sie sich durch und zeigte sich zufrieden.

„Dann wird es auch nicht mehr lange dauern bis unsere Flotte sie gefunden hat. Es wird euch sicher freuen dass auf diesem Schiff ca. 1000 Seelen waren.“

„Ich versprach dir dass wir sie finden. Wenn sie springen, weist uns das nächste Leuchtfeuer den Weg. Und sei nicht so heuchlerisch, Gaius! Die Menschen schulden dir überhaupt nichts. Wir sind deine Familie, und ich bin diejenige die dich jeden Tag glücklich macht!“

Nummer 6 stand aus ihrer Liege auf und setzte sich auf Gaius. Sie wollte ihm beweisen wir groß ihre Zuneigung zu ihm war.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Battlestar Galactica
Standort: Bala Gi’s Freude
Auftrag: Schutz der Flotte


Admiral Adama stand im CIC an seinem Lagetisch und koordinierte den Einsatz seiner Raptorcrews. Sie untersuchten zusammen mit Chief Tyrol die Trümmerteile der Remus. Athena versuchte zusammen mit Raptor 224 Trümmerteile auf die Galactica zu schleppen.
Kara überreichte dem Admiral den ersten Bericht über die Explosion der Remus. Neben einem Unfall schloss er einen Anschlag nicht aus. Und tatsächlich wurde sein Verdacht Gewissheit. Chief Tyrol und Boomer fanden schwache atomare Strahlung, was ein Hinweis für einen kleinen atomaren Sprengkopf war.
Präsident Roslin betrat das CIC und wollte sofort die neusten Erkenntnisse erfahren. Sie legte ihm eine Passagierliste auf den Tisch. Die Remus war ein mittlerer Kreuzer und konnte über 1200 Passagiere aufnehmen.

„1134 Männer, Frauen und Kinder. Wodurch mussten diese Menschen sterben, Admiral?“

Die Blicke der Brückencrew waren auf Lee gerichtet. Neben Kara war er der Einzige der wusste was mit der Remus geschah. Er stellte sich näher zu Präsident Roslin und zeigte ihr den ersten Bericht der Bergungsraptor.
Laura las sich diesen insgesamt 3-mal durch um sich sicher zu sein das sie sich nicht verlas und jedes Wort richtig verstand.

„Cylonen?“ fragte sie ihn darauf und gab ihm den Zettel zurück.

„Schläfer, auch wenn sie es nicht hören möchten Frau Präsident!“

„Sie haben recht, Admiral, ich will es nicht hören. Das bedeutet nämlich eine Hexenjagd innerhalb der Flotte. Finden sie diese Dinger und verbrennen sie sie öffentlich auf dem Scheiterhaufen!“

Lee Adama verstand was die Präsidentin wollte. Er wusste dass diese Schläfer eine ungeahnte Gefahr für die Flotte darstellten und sie deshalb beseitigt werden mussten. Durch die Erweiterung ihrer Modelle und neue Modelle des Xenons wurde diese Aufgabe besonders schwierig.

Dee löste Alarm aus und überspielte die Anzeige auf seinen Bildschirm.

„Cylonischer Kontakte, Koordinaten 417 Karom 015, 1 Basisschiff!“ meldete sie ihm.

„Die Flotte soll sofort Notsprung 3 Charlie ausführen. Startet die Viper, Geschütze auf Feuerstoß!“

Der XO ließ die Viperstaffeln starten während Dee die Flotte den Notsprung durchführen ließ. Das Basisschiff war zu nah und die Galactica musste kämpfen.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Thomas hatte sich gerade in seine Kombi geschwungen als der Alarm ausgelöst wurde. Seine Viper war bei der Wartung und deshalb musste er an das Ende des Hangars.
Die ersten Viper waren gestartet. Miracle bestieg ihre Viper und wünschte ihrem frisch angetrauten Mann gute Jagd.

Ein Techniker stand an seiner Maschine und arbeitete mit einem Diagnosegerät daran.

„Specialist, ich dachte die Maschine sei durch den Chief freigegeben. Was machen sie also noch daran?“ fragte er ihn aufgeregt. Thomas war unter Zeitdruck und wollte sofort starten.

„Keine Sorge Sir, steigen sie ein, die Maschine ist fertig!“

Thomas ließ sich es nicht zweimal sagen und bestieg die Leiter als er einen dumpfen Schmerz verspürte. Cobra wankte von der Leiter, er griff sich an den Hinterkopf. Seine Hand war voller Blut, sein Blick wurde verschwommen.

„Ist irgendwas, Major Adama?“ fragte ihn eine Stimme.

T.J. hielt sich noch an dem Mechaniker fest als er das Bewusstsein verlor.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Lieutenant Hera Adama
Rufname: Miracle
Viper 2614
Auftrag: Schutz der Flotte
Abfangen und vernichten der cylonischen und xenon Bedrohung

Hera schaute sich mehrmals um. Sie konnte ihren Flügelmann nicht finden und auf dem Schirm war er ebenfalls nicht. Captain Eric Connor übernahm daraufhin das Kommando und führte die Viper zu der angreifenden Streitmacht.
Raider griffen die kolonialen Jäger an und töteten als Ersten Captain Connor. Dennoch schlossen die Viperpiloten routiniert zu engen 2er-Formationen auf und bekämpften eigenständig die cylonischen Ziele.

Hera erfasste einen schweren Jäger, der auf dem Weg zu Galactica war. Lt. Regina Farmer schloss zu Miracle auf und beide Jagdpiloten verfolgten den Cylonen.

Vor ihnen bekämpfte der Kampfstern angreifende Jäger und das Basisschiff. Die ersten Schiffe sprangen und die Viperpiloten bekamen in wenigen Minuten den Befehl zu Landung.

Miracle befahl ihrem Flügelmann ihr Feuerschutz zu geben. Sie konnte sich in Feuerreichweite bringen als der schwere Cylonenjäger ihre Anwesenheit bemerkte. Er drehte sich um und beide begannen zeitgleich zu schießen. Heras Viper Mk VII wurde an der Elektronik beschädigt und das DRADIS bekam Schwierigkeiten den Jäger erfasst zu halten. Miracle traf im Gegenzug seine Sichtblende und tötete ihn somit durch einen „Kopfschuss“. Der Jäger wurde anschließend durch das Flakfeuer der Galactica zerstört.

Die Angreifer ließen den kolonialen Jägern keine Atempause und zwei Cylonen schossen sich auf Hera und ihren Flügelmann ein. Miracle konnte rechtzeitig einen Haken schlagen. Lt. Farmer schaffte es nicht mehr rechtzeitig. Der Raider traf ihre Treibstoffleitung, worauf ihre Mk II Feuer fing. Die Maschine explodierte nicht gleich, vorher erfasste das Feuer das Cockpit der Maschine. Über Funk musste Hera die Schmerzensschreie von Regina mit anhören bevor die Explosion den Lieutenant von ihren Qualen erlöste.

Beide Cylonen verfolgten Hera als der Befehl zur Gefechtslandung über Funk kam. Ihre bläulichen Geschosse zischten an ihr vorbei, ihr Computer meldete Systemausfälle.
Sie wusste dass sie es mit den cylonischen Verfolgern nicht zur Galactica schaffte und fällte einen Entschluss. Sie betätigte kurz ihre Nachbrenner, kurz darauf die Schubumkehr und dreht ihre Maschine um. Sie gab erneut volle Leistung und hielt auf die Cylonen zu.
Sie benutzte das Notfallkreuz und visierte einen der Jäger an.

„Nicht heute!“ schrie sie und eröffnete das Feuer.

Mit dem Mut eines Kamikaze hielt sie auf den Cylonen zu und betätigte den Abzug unermüdlich. Ihre Tragflächen erhielten weitere Treffer, was sie trotzdem nicht von ihrem Kurs abbrachte.
Die Cylonen und der koloniale Jäger waren nur noch wenige hundert Meter voneinander entfernt als der Raider erkennen musste dass die Viper nicht wich. Vom Selbsterhaltungstrieb gesteuert gab er auf und wich aus. Leider in die falsche Richtung und flog in seinen Flügelmann. Hera konnte beide Jäger vernichten ohne einen einzigen Treffer gehabt zu haben.
Sie drehte ihre Maschine und landete als Letzte unter dem Deckungsfeuer des Kampfsterns.

Mit leichten Schäden sprang die Galactica zum Rest der Flotte.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Battlestar Galactica
Standort: Raum zwischen Blauer Profit / Rhonkars Feuer
Auftrag: Schutz der Flotte

„Leichte Hüllenschäden auf der Backbordseite, Tyrol ist mit seinen Leuten unterwegs. Feuer auf Deck 6 / Sektion 4 konnte gelöscht werden – keine ernste Feuerschäden. Wir verloren 4 Viper!“ meldete Dee dem Admiral.

Kara stand an der Schadenskontrolle und war in ständiger Verbindung mit Tyrol. Boomer und Athena flogen mit ihren Raptor die Galactica ab und suchten nach weiteren Schäden.

„5 Viper!“ meldete sich eine Stimme aus dem Hintergrund.

Am Eingang stand Hera zitternd und mit Tränen in den Augen.

„Was?“ fragte Kara mit einer bösen Vorahnung.

„Ich kann meinen Chief nicht finden!“ antwortete Hera mit zitternder Stimme

„Bei den Göttern, nein! Thomas!“ schrie Dee und verließ aufgeregt ihre Station. Apollo wollte ihr folgen als auch sein XO panisch das CIC verlassen wollte.

„Wo willst du hin, ich brauche dich hier!“ befahl er Starbuck

„Ich hoffe dass du das nicht ernst meinst, ansonsten kannst du mich gleich wegen Befehlsverweigerung einsperren!“ drohte ihm Kara.

Adama überließ seinem Navigationsoffizier Captain Polland die Brücke und Beide folgten Dee und Hera.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

„Sind sie wach, Major?“ fragte ihn eine Stimme.

Thomas öffnete langsam die Augen und war immer noch benommen. Sein Schädel brummte und jeder Ton um ihm herum tat im Kopf weh. Er bemerkte dass er an einen Pfeiler gebunden war und etwas auf seinem rechten Bein lag. Nachdem er immer mehr zu sich kam wurden die Kopfschmerzen durch die Schmerzen im Bein abgelenkt. Ein Teil eines Trägers lag auf seinem Bein, das wahrscheinlich gebrochen war.
Vor seinen Augen wurde das Gesicht des Fremden klarer. Er kannte dieses Gesicht bereits von Argon Prime, genauer gesagt aus Harador. Es war der Cylon Leoben Conoy.

„Toaster Conoy, hat man dich vom Sperrmüll geholt? Hast du noch Halsschmerzen? Mach mich los und ich gebe dir aus meiner Gesäßtasche etwas zum lutschen!“

Thomas verspotte den Cylonen, obwohl er eindeutig in unterlegener Position war. Leoben lachte mit ihm und zog ihm als Reaktion mit dem Pistolengriff eins über. Thomas steckte es so gut wie möglich weg und spuckte dem Cylonen Blut vor die Füße.

„Ich muss sie leider enttäuschen, wir sind uns bis jetzt noch nicht begegnet. Sie müssen einem anderen Leoben begegnet sein. Aber wir haben eine gemeinsame Bekannte!“

„Ja ich weiß, aber ich muss dich leider enttäuschen. Die Eieruhr und ich hatten Differenzen und mussten uns daraufhin trennen! Aber ich soll dir von ihr ausrichten dass du der schlechteste Liebhaber warst der ihr je unterkam!“ verhöhnte er weiterhin Leoben.

Leoben setzte sich daraufhin auf den Träger und quetschte das Bein des Majors weiter ein. Thomas schrie vor Schmerzen, was dem Cylonen Freude bereitete. Aus seiner Jackentasche entnahm er ein Foto und legte es dem CAG auf seinen Schoß.

„Ich glaube ich muss sie enttäuschen, Major. Sie hatte unsere Nächte stets genossen!“

T.J. verging das Lachen als er auf das Foto blickte. Er wollte davon kein Wort glauben.
Es zeigte Leoben mit seiner Frau in eindeutiger Pose. Leoben genoss den Ausdruck in Thomas Adama Gesicht und begann ihn auszulachen.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Lee Adama eilte in den Hangar des Schiffes. Chief Tyrol meldete das die Viper 1007 noch an ihrem Platz stand und sich vor der Maschine Blut befand. Die Frauen waren schon vor ihm dort. Tyrol überreichte dem Admiral einen blutigen Schraubenschlüssel.

„Er lag unter der Tragfläche. Einer der Piloten sagte dass einer meiner Mechaniker an der Maschine arbeitete. Aber das kann keiner meiner Männer gewesen sein, Sir. Ich habe die Maschine heute Morgen frei gegeben.“

Adama überkam ein schrecklicher Verdacht und eilte darauf zum Wachoffizier. Die Frauen folgten ihm während Chief Tyrol den Tatort sicherte. Apollo wusste dass zum Zeitpunkt des Angriffes außer den Viper keine weitere Maschine gestartet war. Sein Sohn musste demnach noch an Bord der Galactica sein. Gemeinsam mit Captain Wagner ging er zu seinem Quartier und suchte nervös im Aktenschrank seines Vaters. Schließlich fand er das Objekt der Begierde.

„Captain, schnappen sie sich jeden verfügbaren Marine. Wir haben einen cylonischen Agenten an Bord der Major Adama in seiner Gewalt hat, oder schlimmeres!“

Bei diesen Worten sah er in das Gesicht seiner Frau. Ihr Blick war leer. Sie wollte nicht wahrhaben was ihr Mann sagte, das er auch nur daran dachte.

„Er lebt, Lee! Was anderes solltest du nicht einmal in Erwägung ziehen!“ betonte Dee und verließ sein Quartier.

Admiral Adama überreichte dem Wachoffizier die Akte. Darin befanden sich Aufnahmen von den bekannten cylonischen Modellen. Bisher kannte Cpt. Wagner nur das Modell Nummer 8 und den cylonischen Hybriden.

„Ich will das sie die Galactica auf den Kopf stellen und meinen Sohn finden, egal wie, Captain!“ befahl er dem Marine

„Und der Cylon, Sir?“

„Wenn es sich nicht vermeiden lässt, haben sie meine Erlaubnis für einen finalen Schuss, Captain.“

Captain Wagner verstand den Befehl und begann sofort seine Marines einzuweisen und die Galactica zu durchsuchen. Adama befahl dass kein Schiff auf der Galactica landete bzw. startete.


-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Colonial One

Präsident Roslin erfuhr dass die Galactica eine Landung der Colonial One verweigerte und wollte persönlich nachfragen warum man sie nicht landen ließ.
Es dauerte eine Weile bis sie Admiral Adama am Com hatte.

„Admiral, uns wurde verboten auf der Galactica zu landen, darf ich den Grund ihres Befehls erfahren?“

„Frau Präsident, wir sind der Annahme einen cylonischen Agenten an Bord der Galactica zu haben. Major Adama befindet sich wahrscheinlich in seiner Gewalt. Momentan durchsuchen meine Marines das Schiff. Solange wird kein Schiff starten oder landen, um dem Cylon keine Möglichkeit einer Flucht zu bieten!“

Roslin ließ sich in ihren Sessel fallen und verdaute erst einmal diese Nachricht. Sie ahnte das Cylonen oder Xenon in der Flotte waren, das es ausgerechnet die Galactica traf war mehr als Besorgniserregend.

„Admiral, versichern sie sich das ihr Schiff nicht manipuliert wurde. Die Flotte könnte den Verlust der Galactica nicht verkraften. So schwer das mit ihrem Sohn auch sein mag, die Galactica ist das wichtigste Schiff. Wenn es sein muss töten sie jeden Cylonen der ihnen auf der Galactica begegnet!“ befahl ihm Laura Roslin.

„Frau Präsident, die Sicherheit meines Schiffes oder der Flotte habe ich nicht vergessen. Meine Männer werden das komplette Schiff links drehen wenn es sein muss. Dieser Kampfstern wird als Letztes das Schlachtfeld verlassen, das verspreche ich ihnen!“

Adama beendete das Gespräch. Aus ihrer Schublade entnahm sie eine Akte mit der Aufschrift „Streng Geheim!“ Sie schaute nach vielen Jahren erneut in die Gesichter der cylonischen Modelle und überlegte sich weitere Schritte um der Gefahr von Schläfern entgegenzuwirken.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Viper047
17-01-2008, 04:58 PM
Battlestar Galactica
Standort: Raum zwischen Blauer Profit / Rhonkars Feuer
Auftrag: Schutz der Flotte

„Nein, ich glaube dir kein Wort, Hera würde so was nie tun!“ erwiderte Thomas dem Cylonen.

Leoben erzählte ihm vom Aufenthalt Heras auf dem Basisschiffes und das sie ein Liebespaar seien. Sie war es die ihn auf die Galactica führte. Leoben erzählte von Vorlieben, besonderen körperlichen Stellen, usw. die nur Thomas kannte. Er wollte ihm weismachen das T.J. nur Mittel zum Zweck gewesen war. Wenn die cylonische Flotte kam, würden er und Hera die Galactica zerstören und zu ihrem alten Leben zurückkehren.

„Major, was muss ich ihnen noch alles sagen damit sie die Wahrheit begreifen. Soll ich ihnen beschreiben wie weich sich ihre Haut anfühlt, das sie bei jeder Temperatur kalte Füße bekommt und deshalb immer Socken zum Schlafen trägt….“

Für Thomas war es schlimmer als jede körperliche Folter. Weder das Bein noch sein Kopf kamen diesem Schmerz auch nur annähernd ran.

„Du mieses Schwein, ich schwöre dir das du dieses Schiff nicht lebend verlassen wirst wenn ich mit dir fertig bin!“

Der CAG war innerlich fertig. Er wusste nicht mehr was Wahrheit oder Lüge war. Leoben sah wie er versuchte den Träger hochzuheben und stellte lachend seinen Fuß darauf um ihn weitere Schmerzen zuzufügen.

„Hera kam zu mir und wählte mich aus, das sehen sie wohl nun ein. Wir lieben uns! Ich würde alles für sie tun. Und das beinhaltet auch das sie den morgigen Tag nicht mehr erleben werden!“

Leoben nahm seine Waffe und hielt sie an den Kopf des Majors.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Tyrol rannte den Gang entlang und suchte nach einem Trupp Marines. Es dauerte nicht lange und er wurde fündig.

„Sergeant, ich glaube das ich den Major und noch jemanden gehört habe. Sie sind in der nächsten Sektion verschüttet.“

Sergeant Green setzte sofort eine Meldung ab und folgte dem Chief zu einem durch Trümmer versperrten Gang. Leise näherte er sich den Trümmerteilen und konnte auf der anderen Seite ebenfalls Stimmen vernehmen. Captain Wagner traf mit einem weiteren Trupp Marines ein.

„Nora, gib mir den Spiegel!“

Wagner suchte sich einen kleinen Spalt und schob einen kleinen Spion hindurch. Auf der anderen Seite sah er Major Adama und erkannte einen Cylonen, der dem CAG eine Waffe an Kopf hielt. Durch Handzeichen signalisierte er seinen Marines seine nächsten Befehle.
Sein Sprengmeister formte eine Ladung C6 zurecht und suchte sich eine passende Stelle aus.
Wagner gab seinem Scharfschützen den Befehl zur Beseitigung des Cylonen. Er sah die Bedingung für die Schusserlaubnis erfüllt und handelte demnach. Bevor er den Befehl zum Sturm gab rüstete er Chief Tyrol mit einer Handwaffe aus. Der Wachoffizier zählte von 3 runter. Sein Sprengmeister zündete anschließend die Sprengladung und die Marines stürmten nach der Explosion in den Raum. Leoben war von dem Ansturm überrascht und wurde von dem Scharfschützen in die Brust getroffen. Der Cylon sackte neben Major Adama zusammen.

Tyrol ging sofort an den Träger und hob ihn mit weiteren Marines vom Bein des CAG.
Captain Wagner schaute nach dem Cylonen und stellte noch einen schwachen Puls fest.
Sanitäter betraten den Raum und versorgten sofort die Verletzungen von Thomas. Weitere Sanitäter hoben den Cylonen an und wollten ihn bergen als Leoben sich seiner Waffe erneut bemächtigen konnte. T.J. reagierte sofort und entriss einem Marine die Waffe. Major Adama feuerte ein ganzes Magazin auf Leoben und betätigte den Abzug weiterhin als die Munition verschossen war.
Tyrol und die Marines waren über die Schnelligkeit des Majors überrascht.

„Sir, er ist tot! Sie können die Waffe loslassen!“ Chief Tyrol nahm Thomas die Waffe aus der Hand und Sanitäter transportierten ihn anschließend auf die Krankenstation.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Thomas lag mit dem geschienten Bein auf der Krankenstation. Seine Eltern und einige seiner Piloten besuchten ihn im Laufe des Tages. Einzig Hera wollte er nicht sehen. Er wusste dass er sie dadurch verletzte, doch ihn gingen die Worte des Cylonen nicht aus dem Kopf.
Anna kündigte ihm einen weiteren Besuch an. Starbuck setzte sich neben ihn ans Bett und erkundigte sich nach dem Patienten. Er erzählte ihr von Leoben und was er ihm erzählte.

„Ich kenne Leoben, wir hatten mehr als einmal das Vergnügen. Seine Stärke ist die Manipulation, und darin ist er wirklich gut. In seinen Lügen steckt häufig eine Wahrheit und umgekehrt. Ich kann dir nicht sagen was wahr ist und was nicht. Aber ich weiß dass dieses Toasterbabe einiges riskierte um zu überleben. Und sie überlebte einzig allein wegen dir, Champ. Sie hat was für dich übrig, sonst wäre sie nie auf die wahnwitzige Idee gekommen ja zu sagen. Lass dir das eher durch den Kopf gehen!“

Starbuck hörte ihren Namen über das Com und musste wieder ins CIC. Sie ließ ihren Sohn alleine zurück damit er einen klaren Gedanken fassen konnte.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------


Im Hangar stand Athenas Raptor und wartete auf ihre Fracht. Helo war als vorgeschobener Beobachter eingeteilt und würde seiner Frau rechtzeitig melden wenn das Gut auf seinem Weg zu ihnen war.
Chief Tyrol und Starbuck befestigten leere Dosen am Heck des Raptors und funktionierten das Schiff kurzerhand zu einer Hochzeitskutsche um.
Helo meldete das sich die Fracht dem Hangar näherte. Viperpiloten brachten ihren CAG auf einer Trage zum Schiff. Seine Augen waren verbunden und das einzige was er vernahm war der Gesang und Gejohle seiner Piloten.
Sie verfrachteten den Major in den Raptor, der kurz danach startete.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Luxusliner Excelsior

Starbuck empfing den CAG und begleitete ihn samt Trage zur Honeymoon sweet. Die Piloten hoben ihn anschließend auf das Bett. Das Gelächter war auf dem gesamten Flur zu hören und holte weitere Anwohner aus ihren Kabinen.
Thomas wollte sich die Augenbinde abnehmen, doch Starbuck unterband diesen Versuch.

„Erst wenn sie den Befehl bekommen, Major! Ich hoffe du holst mein Geld wieder rein das ich in dich investierte. Streng dich an, Champ!“

Starbuck schmiss die johlende Bande aus der Kabine und verschloss die Tür von außen.

In der Kabine war eine unheimliche Stille. Es dauerte nicht lange und er hörte einen Wasserhahn laufen.

„Hera?“

Eine Tür öffnete sich und er hörte Schritte auf sich zu kommen.

„Ich bin hier, Chief.“ antwortete ihm seine Frau.

„Hera, es tut mir leid was passiert ist. Aber er wusste Dinge, wovon ich dachte dass niemand außer uns sie kennt. Er war sehr überzeugend und…..“

Hera legte ihren Finger auf seinen Mund und gab ihm anschließend einen Kuss.

„Lass uns das bitte vergessen. Das ich neben dir sitze sollte Beweis genug für dich sein. Das ist unsere erste Nacht als Ehepaar, und sie sollte uns als was Besonderes in Erinnerung bleiben.“

Er gab seiner Frau Recht und fragte ob er endlich diese Augenbinde lösen konnte. Schließlich wollte er sehen wofür sich seine Piloten so ins Zeug legten.

„Was hast du denn überhaupt an, was kleines Schwarzes?“ fragte er neugierig.

Hera nahm ihm die Binde ab und ihr Mann kam aus dem Staunen nicht mehr heraus.

„Wow, das ist aber ziemlich klein das Schwarze!“

„Warum verschwendest du eigentlich unsere kostbare Zeit mit Reden? Dein Geschenk wartet darauf ausgepackt zu werden!“

Das ließ sich Thomas nicht zweimal sagen und zog seine Frau zu sich ins Bett.

Viper047
17-01-2008, 05:00 PM
Kapitel XV

Der Notruf

Battlestar Galactica
Standort: Raum zwischen Rhonkars Wolken / Tharkas Stern
Auftrag: Schutz der Flotte

Master Chief Tyrol und Helo standen angelehnt an einem Raptor, tranken einen Kaffee und beobachteten das Geschehen im Hangar. Karl und seine Frau fanden ein Asteroidenfeld, welches Ressourcen zur Treibstoffversorgung der Flotte bot und seitdem wechselten sich Raptor und Viperpiloten in Schichten ab. Der Abbau der Asteroiden machte die Flotte kurzzeitig verwundbar und bot den Cylonen und Xenon ein ideales Angriffziel.

Chief Tyrol schenkte sich nach als Beide einen heftigen Streit zwischen Hera und Major Adama verfolgten. Thomas entließ sich selbst, gegen den Rat des Arztes, von der Krankenstation und lief seitdem mit Krücken durch die Galactica. Seine Frau war natürlich davon nicht begeistert und versuchte ihren Mann zurück auf die Krankenstation zu bewegen. Doch der CAG erwies sich extrem Stur in diesem Thema und Hera ließ auch nicht locker. Schließlich verging ihr doch die Geduld und ließ ihren Mann im Hangar stehen. Major Adama ging daraufhin in sein Büro zurück und musste zwangsweise an den beiden Herren vorbei.

„Na Major, Ärger im Paradies?“ fragte ihn Tyrol mit einem amüsierten Lächeln.

Thomas fand es weniger amüsant und ging ohne einen Kommentar weiter.

„Glaube Humpelstilzchen bereut es mittlerweile ja gesagt zu haben, und die haben erst 2 ½ Wochen auf dem Buckel. Was meinst du?“ gab Tyrol als Kommentar zum Streit zwischen Karls Tochter und Lee’s Sohn.

„Hera kommt ganz nach ihrer Mutter, und wenn die sich etwas in den Kopf gesetzt hat, nörgelt sie solange rum bis sie ihren Willen hat. Das schlimmste was ihm passieren kann ist die Couch, aber dann ist alles zu spät!“

„Und deine Reue wird nicht billig!“

„Auf die Pantoffelhelden, Chief!“

Beide Männer stießen auf ihre Rolle als Ehemänner an, denn Beide wussten was Thomas in den nächsten Jahren bevorstand. Obwohl Boomer und Athena darauf bestanden als individuelle Personen betrachtet zu werden gab es einige charakterliche Parallelen zwischen den beiden Frauen. Sharon war für ihren Mann eine Traumfrau, aber auch bei den cylonischen Modellen gab es zickige Verhaltensweisen die eine menschliche Frau sogar übertreffen konnte.
Galen und Karl lernten damit umzugehen, was in der Vergangenheit nicht immer leicht war. Denn wenn Sharon einmal in Fahrt war, war bruchsicheres Geschirr ein ideales, vor allem Creditsparendes, Geburtstagsgeschenk.
Die Männer hatten ihre Frauen als Gesprächsthema als beide Sharon in den Hangar kamen.

„Chief, wenn man nicht vom Teufel spricht“

Ihre Frauen machten noch einen Abstecher zu ihren bessern Hälften bevor sie zu ihrem eigentlichen Ziel gingen.

„Na ihr Hübschen, wohin des Weges?“ fragte Helo neugierig.

„Frauengeheimnis, ich könnte es dir sagen, aber danach müsste ich dich töten!“ antwortete ihm Athena.

„Keine Sorge Helo, Athena wäre in guten Händen. Mein Chief verkraftet auch zwei von meiner Sorte, nicht wahr Chief?“

Die Frauen verabschiedeten sich von ihren Männern. Helo schaute den Chief an, der zwinkerte ihm lächelnd zu und ging zurück an seinen Arbeitsplatz.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Admiral Adama stand mit Präsident Roslin an seinem Lagetisch und zeigte ihr die Fortschritte vom Abbau der Asteroiden. Laura wollte so schnell wie möglich weiter, da die Flotte vom festgelegten Wendepunkt nach Nopileos Memorial nicht mehr weit entfernt war.

„Admiral, die Monarch ist wieder da. Die Athreus und Vigilant fliegen zum Abbau.“ meldete ihm Dee.

Sein XO hakte die Monarch an der Tafel ab und aktualisierte den Fortschritt für Apollo.

„XO?“

Dee winkte Kara zu sich. Anastasia nahm ihre Kopfhörer ab und bat Starbuck näher zu kommen.

„Ich habe in letzter Zeit festgestellt dass der XO sich öfters beim Admiral aufhält. Seiner Frau gefällt es überhaupt nicht und bittet den XO aufs eindringlichste sich auf den dienstlichen Umgang zu beschränken! Das wäre alles, Sir!“

Dee zog sich die Kopfhörer wieder auf, doch für Starbuck war das Thema damit nicht beendet.

„Ich weiß nicht was du dir in deinem Köpfchen ausmalst, aber der Admiral kommt zu mir. Nur um das gleich mal klar zu stellen! Das ist aber euer Ding, mir geht es alleine um Thomas. Für den Rest bin ich nicht verantwortlich. Weitermachen, Captain!“

Kara wollte an den Tisch zurück als sie von einer Ernstblickenden Dee am Arm festgehalten wurde.

„Für Thomas gilt das gleiche! Du hattest deine Chance und hast als Mutter versagt. Ich werde nicht zulassen dass du unsere harte Arbeit über den Haufen wirfst. Das ist meine Familie, und die lasse ich mir von dir nicht kaputtmachen!“

„Meine Damen, gibt es etwas was ich wissen sollte?“

Apollo störte das Gespräch der beiden Frauen. Kara und Dee waren dadurch überrascht worden und gingen an ihre Stationen zurück.

„XO, was gab es so wichtiges?“ bohrte Lee weiter nach.

„Der Captain und ich gingen nur die taktische Lage durch, nichts weiter, Sir!“

Aus dem Gesichtsausdruck seiner Frau konnte Lee erkennen das es sich wahrscheinlich nicht um ein dienstliches Thema handelte. Dee war seit dem Auftauchen von Starbuck etwas aggressiver geworden und machte es dem Ehepaar Adama dadurch nicht leicht. Vor kurzem unterstellte sie ihm eine angebliche Affäre mit seinem XO, was einen heftigen Streit hervorbrachte. Er wusste dass Dee auch nach Jahren eifersüchtig auf Kara reagierte und versuchte deshalb jeden Kontakt außerhalb des Dienstes zu unterbinden.

„Und wie ist unsere taktische Lage, XO?“

„Heute? Grün, Sir!“ beendete Starbuck das geheime Verhör von Apollo und wich ihm aus indem sie wieder an die Tafel ging.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Lieutenant Hera Adama
Rufname: Miracle
Viper 2614
Auftrag : Gefechtsaufklärung


Heras Staffel bekam den Auftrag rund um das Asteroidenfeld aufzuklären. Zwei Raptor begleiteten die Staffel und waren die Augen und Ohren. Dieses Asteroidenfeld war ein Ausweichplatz nachdem die Galactica beim ersten Versuch von einem Xenon J aufgeklärt wurde. Der Kampfstern konnte den Sprungantrieb des Xenon Schiffes zerstören und ohne nennenswerte Schäden mit der Flotte fliehen.

Hera wusste das es nicht mehr lange dauerte bis auch die letzten beiden Schiffe die benötigten Ressourcen abgebaut hatten und es anschließend zum Wendepunkt ging. Durch ihren Kopf ging immer noch der Streit mit ihrem Mann. Insgeheim tat es ihr leid was sie ihm an den Kopf warf, doch sie fühlte sich im Recht und wollte auf gar keinen Fall klein beigeben. Aber auch Thomas bestand auf die Richtigkeit seiner Entscheidung und blieb ebenfalls stur. Hera wusste nicht woher er diese Sturheit herhatte.
Die Aufklärungsstaffel war kurz vor ihrer nächsten Wendemarke als einer der Raptor sich meldete.

„Raptor 219 an grüne Staffel, wir haben soeben einen Notruf empfangen. Er kommt von dem Planeten bei den Koordinaten 362 Karom 114. Es ist argonisch.“

Heras Staffelführer bestätige den Funkspruch und gab ihr den Befehl den Raptor zurück zur Galactica zu eskortieren.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Colonial One

Präsident Roslin und Admiral Adama aktualisierten die Profile der cylonischen Agenten. Sie fügten zu den bereits existierenden Profilen das Modell „Ashley Hernandez“ und „Maria Hitori“ hinzu. Sie überlegten ob sie die Öffentlichkeit informieren sollten oder erst einmal die Informationen für sich behielten. Ihre Unterhaltung wurde durch Lt. Adama unterbrochen.

„Entschuldigen sie die Störung, Frau Präsident. Ich wollte zu Admiral Adama, es ist dringend!“

Roslin verzieh ihr und bat Hera sich zu setzen. Sie reagierte auf das Wort „dringend“ und ahnte dass es ebenfalls in ihr Zuständigkeitsbereich fiel. Miracle gab dem Admiral das Funkprotokoll des Raptor 219. Nachdem er es sich durchlas überreichte er es Präsident Roslin.

„Es könnte ein Täuschungsmanöver sein, Admiral.“

Roslin hatte Bedenken. Es war nicht das erste Mal das Cylonen einen Notruf fälschten und die Flotte dadurch in Gefahr brachten.

„Ich weiß, das wissen wir erst mit Gewissheit wenn wir es vor Ort prüfen.“ antwortete Apollo darauf.

Er gab der Präsidentin Recht, dennoch könnte es sich auch um ein gestrandetes Schiff handeln. Roslin gab ihm den Befehl sich zu vergewissern ob der Notruf echt war oder nicht. Die Flotte sollte für jeden Fall bereit sein auch bei dem kleinsten Anzeichen für Gefahr zu den nächsten Notfallkoordinaten zu springen.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Battlestar Galactica
Standort: Raum zwischen Rhonkars Wolken / Tharkas Stern
Auftrag: Schutz der Flotte

Starbuck machte sich mit 3 Raptor bereit für den eventuellen Bergungseinsatz. Sie nahm sich mehrere Marines und schwere Bewaffnung für den Fall der Fälle mit.
Adama zeigte ihr auf einer Aufnahme des zweiten Raptors die ungefähre Stelle des Notrufes.
Die letzte Aufklärungsstaffel konnte keine feindlichen Schiffe entdecken, was nichts zu bedeuten hatte. Cylonen und Xenon konnten durch ein Signal in den Sektor springen und Ärger verursachen. Die Galactica war für jede Eventualität gewappnet. Viperstaffeln standen bereit im Notfall zu starten und den Raptorcrews Deckung zu geben.

„Du musst das nicht machen, du weißt dass wir jede Menge an fähigen Marines haben. Der XO gehört normalerweise an die Seite seines Commanders.“

Lee versuchte Starbuck von ihrer fixen Idee, den Rettungseinsatz persönlich zu leiten, abzubringen. Doch er sah gleich dass er, auch wenn er sie zehn Mal drum bitten würde, keinen Erfolg hatte.

„Nein, etwas frische Luft wird mir gut tun. Und dein Hausdrache bekommt die Gelegenheit sich etwas abzukühlen.“

„Rede nicht so von ihr, das ist nur die Eifersucht. Und sie ist nur manchmal ein richtiger Hausdrachen!“

Archer gab seinem XO ihre Waffe und meldete die Einsatzbereitschaft der Crews. Buba lud die letzten schweren Waffen ein während Anna das medizinische Material auffüllte.

„Eifersucht? Lee, hab ich in den letzten Wochen etwas verpasst?“

Starbuck grinste und meldete ihre Marines für den Einsatz ab. Sie sammelte ihre Männer und gab letzte Instruktionen. Lee wollte wieder ins CIC und versucht das angespannte Verhältnis zwischen Dee und Kara zu entspannen.

„Hey, Admiral!“

Apollo drehte sich um und war gespannt was Starbuck noch von ihm wollte.

„Gib es zu, du liebst mich! Das waren deine Worte, mein Freund!“

Mit einem Lächeln auf dem Gesicht verschloss Kara die Tür zu ihrem Raptor und wartete auf die Starterlaubnis.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Colonel Kara Thrace
Rufname: Starbuck
Standort: Unbekannter Planet
Auftrag: SAR

Der Planet war in seinen Charakteristika ähnlich wie Kobol. Die Luft war für den menschlichen Organismus geeignet. Ozeane, riesige Gebirge und Waldflächen überzogen den Planeten. Das Notrufsignal kam aus einem Waldstück im nördlichen Teil des Planeten.
Starbuck landete mit ihren Raptor außerhalb und bewegte sich auf die Stelle des Notrufs zu.
Tyrol und Archer bildeten die Vorhut und würden die Marines bei Gefahr rechtzeitig warnen.
Die Soldaten waren ganz in der Nähe und bezogen Stellung. Kara ließ ihre Marines eine Rundumsicherung einnehmen während ihre Vorhut und ein Schärfschützenteam das vor ihnen liegende Gelände nach feindlichen Kräften aufklärten.

„Spike an Ares, 1 abgestürztes argonisches Zivilschiff gesichtet, Gelände feindfrei, wiederhole – feindfrei! Erwarte weitere Befehle.“

Die Vorhut kam wieder zurück. Starbuck gab ihrem MG-Team den Befehl Stellung zu beziehen und die Bergung zu sichern. Die Scharfschützen blieben vor Ort und behielten die Umgebung im Auge.

„Ok, wir sind 200 südlich vom Notruf. Wir teilen uns in 3 Gruppen und gewinnen das vor uns liegende Gelände. 1 wird zum Schiff gehen, 2 sichert das Schiff direkt, 3 sichert die Umgebung. Für den Notfall ist hier Sammelpunkt 1, Sammelpunkt 2 2000 diese Richtung, an dieser auffälligen Gesteinsformation. Bei einem Ausweichen gruppieren wir uns wieder in gewohnter Formation. Rot Angriffstrupp, Blau Deckungstrupp. Fragen?“

Die Marines verstanden ihren Job und Starbuck näherte sich dem Schiff im überschlagenen Vorgehen. Kara und ihr Trupp gingen an das Schiff als die Sicherung stand.
Der argonische Kleintransporter hatte dem Anschein nach eine Notlandung. Die Zelle war intakt, ansonsten war das Schiff ein Totalschaden. Langsam gingen sie in das Schiff. Tyrol fand schnell die Quelle des Notrufs während Starbuck die Besatzung fand. Es waren ein Mann und eine Frau. Doch leider kam jede Rettung zu spät. Anna schaute sich die Leichen an und machte es für den Bergungstrupp offiziell. Beide Menschen waren tot.

„Sollen wir sie begraben, XO?“ fragte Archer.

Colonel Thrace stimmte zu und ihre Marines trugen die Leichen nach draußen. Tyrol schaltete den Notruf aus während Anna das Schiff weiter durchsuchte.

„Chief, kommen sie, schnell!“ flehte ihn Anna an.

Master Chief Tyrol eilte zu ihr. Sie bat ihn die Verkleidung zu lösen. Marines kamen ihm zu Hilfe und gemeinsam konnten sie Verkleidung von der Schiffswand lösen.

„XO!“ schrie Tyrol.

Starbuck ging in das Schiff zurück und sah wie Galen einen kleinen Jungen in seinen Armen hielt. Er trug ihn nach draußen und Anna kümmerte sich sofort um den Überlebenden.

„Armer Kerl, seine Eltern haben den Aufprall nicht überlebt. Sie müssen gewusst haben dass es eine Notlandung wird und haben ihren Sohn vorher in Sicherheit gebracht.“ schätze Tyrol das Geschehnis ein.

Starbuck wollte nicht länger als nötig bleiben und befahl Anna sich mit dem Jungen zu beeilen.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Battlestar Galactica
Standort: Raum zwischen Rhonkars Wolken / Tharkas Stern
Auftrag: Schutz der Flotte

Dee verpflegte in der Truppenküche als ihr Mann sie aufsuchte. Lee besorgte sich ebenfalls eine Mahlzeit und gesellte sich zu ihr. Anstatt mit dem Essen anzufangen sah er sie nur an, was Dee nach kurzer Zeit nervig wurde.

„Ist was, oder warum starrst du mich an?“ fragte sie genervt ihren Mann.

„Was ist zwischen dir und Starbuck? Ihr beide verhält euch wie läufige Hündinnen die sich um einen Knochen streiten!“

Dee wollte diese Unterhaltung nicht führen und hörte auf zu Essen. Sie wollte zurück zu ihrer Station und so diesem Thema ausweichen.

„Ach so, das ist mal wieder typisch Dee. Friss es doch in dich hinein. Weißt du was, mir ist es auch langsam egal was du dir zusammen spinnst. Deine Wahnvorstellungen gehen mir ziemlich auf den Geist!“

„Weißt du was, Lee? Du kannst mich kreuzweise! Werdet doch glücklich miteinander!“

Anastasia nahm das Glas ihres Mannes und schüttete ihm den Inhalt ins Gesicht und verließ schnellen Schrittes die Truppenküche. Die Crew starrte neugierig den Admiral an und fragte sich was zwischen dem Ehepaar Adama passiert war.

„Was gibt es da zu glotzen? Wartet auf sie keine Arbeit!“

Die Soldaten wandten sich wieder ihrer Tätigkeit vor dem Zwischenfall zu. Admiral Adama war der Hunger vergangen und zog sich in sein Quartier zurück.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Tom Zarek legte sich Schlafen. Die Wache schaute in unregelmäßigen Abständen nach ihm und löste zwischendurch ein Rätsel um der Langeweile entgegenzuwirken.
Zarek wurde durch Schritte in seiner Zelle wach. Als er sich umschaute saß er gefesselt an einen Stuhl. In einer dunkleren Ecke konnte er die Gestalt einer Person erkennen.

„Wer ist da?“ fragte er ängstlich.

Als die Person ins Licht trat wurde Zarek starr vor Angst. Er erkannte deutlich Admiral William Adama.

„Das kann nicht sein, sie sind tot. Ich muss träumen! Sie sind seit Jahren tot!“

Tom schrie nach der Wache. Er konnte durch die Gitter sehen dass der Marine nicht auf seine Rufe reagierte.

„Sie hätten nicht auf mein Schiff zurückkehren sollen, sie elender Mistkerl! Dieses Schiff vergisst nichts und diesmal werden sie nicht mehr so leicht ihrer Strafe entkommen!“

Die Wache bemerkte dass sich Zarek an die Brust fasste und die Augen weit aufriss. Er gab sofort einen medizinischen Alarm und öffnete die Zelle. Als er bei dem Gefangenen war, war es schon zu spät. Er fühlte bei Zarek keinen Puls mehr und begann mit Widerbelebungsmaßnahmen bis zum Eintreffen des Arztes.


-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------


Colonel Kara Thrace
Rufname: Starbuck
Standort: Unbekannter Planet
Auftrag: SAR
Kara kehrte zu den Raptor zurück und wurde böse überrascht. Mehrere Centurion bewachten die Raptor und warteten mit hoher Wahrscheinlichkeit auf die Rückkehr der Besatzungen. Sie suchte verzweifelt nach den Marines die die Schiffe bewachen sollten.
Neben Kara kamen unerwartet weitere Personen aus einem Gebüsch. Sie erkannte aber gleich um wen es sich handelte.

„Tut mir leid, XO! Steven hatte beim Austreten die Cylonen entdeckt. Es waren für uns zu viele.“

„Schon Ok, Sergeant. Wie viele Toaster sind es?“

„4 bei den Raptor, weitere 6 im Waldstück dahinter. Wir vermuten das es mehr sind.“

Starbuck wollte ihre Männer zur Aufklärung losschicken als ihre Befehlsausgabe durch ein lautes Pfeifen unterbrochen wurde.

„Deckung!“ schrie Tyrol.

In der Nähe der Marines schlugen 4 Granaten ein und töteten 2 Marines sofort. Starbuck gab den Befehl zum Ausweichen. Die Marines wichen rasch überschlagend zurück. Weitere Granaten schlugen ein und verletzten Archer schwer. Anna und ein weiterer Marine kümmerten sich sofort um ihn und schafften ihn mit einer Trage weg.
Die Granatwerfer schwiegen. Gewehrfeuer durchbrach die Stille. Centurion folgten den Soldaten in das Waldstück. Die MGs gaben den Truppen Deckung beim Ausweichen. Scharfschützen schalteten die potentiell gefährlichsten Maschinen aus.
Geschosse zischten auf beiden Seiten vorbei.

Buba sah wie ein Centurion einen Mörser aufbaute und schaltete sofort. Er schnappte sich seine Panzerfaust und schaltete die Mörserstellung aus. Neben ihn schlug eine weitere Granate ein. Starbuck sah die Explosion neben Buba und eilte sofort zu ihm. Sie gab während des Laufens mehrere Gewehrsalven ab um die Centurion in Deckung zu zwingen.

„Buba, nein!“ schrie Kara.

Als sie an der Stelle ankam war Starbuck ein wenig erleichtert. Buba war soweit in Ordnung. Er lag etwas verwirrt unter Erde. Sie half ihm auf und wich weiter aus.
Tyrol erreichte mit seinem Deckungstrupp eine erhöhte Stellung und ließ das MG aufbauen.
Die neue MG Stellung gab den ausweichenden Marines Deckung.
Als die restlichen Marines eintrafen gab Starbuck den Befehl Handgranaten einzusetzen. Sie ließen die Cylonen in Wurfweite kommen und deckten ihrerseits die Maschinen mit Granaten ein.
Die Cylonen zogen sich zurück. Starbuck nutze diese Chance und wich in höher gelegenes Gelände.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------


Battlestar Galactica
Standort: Raum zwischen Rhonkars Wolken / Tharkas Stern
Auftrag: Schutz der Flotte

Admiral Adama ging zur Gefängniszelle von Tom Zarek. Präsident Roslin schlief schon als einer ihrer Mitarbeiter sie weckte. Sie wollte persönlich auf die Galactica und sich vom Wahrheitsgehalt dieser Nachricht selbst überzeugen.

Doktor Karen Paul notierte sich im Beisein der Präsidentin und Admiral Adama den Zeitpunkt des Todes und gab den Leichnam zum Abtransport frei. Eine Obduktion sollte endgültig Klarheit über die Todesursache geben.

„Und wieder einmal hat er es geschafft sich vor seiner Verantwortung zu drücken!“ enttäuscht verließ Roslin die Zelle und wollte sofort auf die Colonial One zurück.

Die Wache berichtete Adama noch mal was geschehen war und er alles tat um den Mann zu retten. Lee sprach ihn von jeder Schuld frei. In der Zelle sah er neben den Sanitätern seinen Vater stehen. Er beobachtete den Abtransport des ehemaligen Terroristen und Abgeordneten des 12er-Rates. Lee befahl seinem Marine in den Dienstschluss wegzutreten.
Sein Vater und er setzten sich auf das Bett als die Zelle leer war.

„Er hätte nächste Woche seinen Prozess gehabt, Vater.“

„Du wirst von mir keine Entschuldigung oder Rechtfertigung bekommen, Lee!“

„Was anderes hätte ich von dir nicht erwartet!“

Apollo stand auf und ging zum Ausgang.

„Du kannst mich ja in Gewahrsam nehmen, wenn es dein Gewissen beruhigt!“

Lee musste zu diesem Kommentar seines Vaters kurz lachen, obwohl die Sache überhaupt nicht zum Lachen war.

„Weißt du was, irgendwie bin ich sogar froh dass es passiert ist. Ansonsten hätte es jemand anders gemacht. Da bin ich mir ziemlich sicher. Und wer verdächtigt schon einen Geist, Vater?“

Apollo ließ seinen Vater alleine zurück und wollte zurück ins CIC als ihm Boomer über den Weg lief.

„Der XO ist überfällig, Sir!“

„Dann war es eine Falle. Sie haben grünes Licht!“

Sharon verstand was ihr Admiral meinte und eilte in die unteren Waffenkammern des Kampfsterns.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------


Colonel Kara Thrace
Rufname: Starbuck
Standort: Unbekannter Planet
Auftrag: SAR

„Verdammt, wie können die uns die ganze Zeit finden?“ schrie Tyrol und feuerte mit dem Maschinengewehr in Richtung der angreifenden Cylonen. Seit mehreren Stunden griffen die Cylonen an und schienen immer zu wissen wo sich die Marines versteckten.

Starbuck verschanzte sich mit ihren Männern in der Nähe des abgestürzten Schiffes. Cylonen hatten sie umzingelt und machten den Kreis immer enger. Buba entdeckte 3 sich nähernde Centurion und wartete bis sie in der Nähe seiner Überraschung waren. Ca. 250 vor der Stellung ertönte eine gewaltige Explosion und alle 3 Cylonen wurden von einer versteckten Sprengladung zerstört.

„Mun - Ende!“ schrie der MG – Schütze des roten Teams.

Tyrol reichte ihm seinen letzten Gurtkasten. Er selbst hatte ebenfalls seinen letzten Kasten angebrochen. Es schien als würden für jeden zerstörten Centurion 2 neue nachkommen.

Der verletzte Archer bezog mit seinem Spotter oberhalb der Stellung seine Position und unterstützte Starbuck durch seine gezielten Abschüsse der Mörsermannschaften.
Sein 2. Mann entdeckte eine Nummer 5, der den Maschinen Befehle gab. Er wies seinem Schützen das Ziel zu und Arch visierte das Modell an.
Er atmete kurz ein und krümmte ab. Sein Ziel konnte durch einen Kopftreffer eliminiert werden.
Sein Spotter meldete dem XO dass das Scharfschützenteam das letzte Magazin anbrach.

Auch ihre anderen Marines meldeten das ihre Munition zu neige ging. Bevor Starbuck einen klaren Gedanken fassen konnte erschütterte die Stellung eine Granatenexplosion. 3 weitere Marines wurden schwer verletzt. Der kleine Junge erschrak und rannte zurück zum Schiff.
Starbuck versuchte den Kleinen wieder einzufangen und rannte ihm nach. Buba eilte den Beiden ebenfalls nach und wollte seinem XO Feuerschutz geben.
Eine Gasgranate schlug in die Stellung ein und machte die Marines kampfunfähig. Centurion brachen ein und entwaffneten die nach Luft schnappenden Soldaten.
Nachdem das Gas sich verzog standen mehrere Cylonen in ihrer Stellung. Tyrol forderte seine Kameraden auf sich zu ergeben.

„Eine weise Entscheidung!“ ertönte hinter einem Centurion.

Eine Sharon und Ashley – Kopie kamen hervor und hoben den Master Chief auf seine Beine.

„Wo ist die Flotte?“ wollte Nummer 8 wissen.

Tyrol weigerte sich den Standort der Flotte preiszugeben. Daraufhin befahl Ashley einem Centurion einen Marine nach dem anderen zu töten bis es sich der Chief anders überlegte.
Arch wurde von einem Centurion gepackt. Seine rasiermesserscharfen Finger bewegten sich zum Hals als die Maschine von einer Schwertspitze durchbohrt wurde. Eine weitere Klinge bohrte sich in den Schädel des Cylonen und setzte ihn außer Gefecht. Die Maschine ließ Archer wieder los und sackte zusammen. Hinter ihm standen weitere Soldaten in gepanzerten Rüstungen. Tyrol erkannte das koloniale Emblem auf der Rüstung und ließ sich auf den Boden fallen.
Die Soldaten eröffneten sofort das Feuer und töteten die beiden Modelle und zerstörten die Centurion um die Stellung herum. Die kolonialen Soldaten hatten den Spieß umgedreht und umzingelten die Cylonen. Der letzte Centurion wollte nach dem Chief schnappen als einer der neuen Soldaten den Arm des Cylonen abfing. Galen war sprachlos als er sah wie der Cylon Schwierigkeiten hatte gegen den Soldaten in der Rüstung anzukommen. Er konnte die Maschine auf die Knie zwingen. An einem Handgelenk der Rüstung sprang eine Klinge hervor und der Soldat stieß diese in die Sichtblende des Centurion.

„Wo ist der Rest, Chief?“ fragte ihn jemand der Verstärkung.

„Der kleine Junge rannte zum Schiff, 150 diese Richtung. Starbuck und Buba rannte ihm nach!“ antwortete Archer für ihn.

„Ihr meint nicht zufällig den hier?“

Einer der Soldaten warf den Marines eine Leiche vor die Füße. Er sah dem kleinen Jungen ähnlich, wenn man sich die mechanischen Teile seines Armes wegdachte.

Der Gruppenführer der Verstärkung befahl einen Teil mit sich und ging sofort zum Schiff.
Der Rest bezog Stellung und baute eine Rundumsicherung auf. Einer der gepanzerten Soldaten kniete sich zum Chief und zog den Helm ab.

„Hey Chief!“ begrüßte ihn Boomer und umarmte ihn.

„Schatz, ist das der Grund warum wir uns seit einiger Zeit unregelmäßiger sahen und wie konntest du den Cylonen…...und war das nicht der Major…“

„Ganz ruhig, Chief! Bioimplantate, dadurch kann der CAG gehen und verleiht dem SEAL größere Kräfte!“

Galen verstand nicht was seine Frau meinte und wollte deutlicher wissen wer die gepanzerten Jungs waren.

„An die wirst du dich gewöhnen müssen. Darf ich dir vorstellen, die Colonial SEAL’s!“

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Starbuck folgte dem kleinen Kerl bis zum Wrack des argonischen Schiffes. Sie hörte kein Gewehrfeuer mehr und befürchtete das Schlimmste.

„Boss, wir sollten schleunigst hier weg!“ forderte Buba Starbuck auf.

Doch Kara wollte nicht ohne den Jungen gehen. Sie hörte aus dem inneren des Schiffes ein Wimmern und ging rein.
Der Junge saß mitten im Schiff und weinte.

„Hey, kleiner Mann. Du brauchst nicht zu weinen. Jetzt wird alles wieder gut, ich bin ja hier.“

Kara näherte sich dem Jungen der sie nun anlächelte und die Arme nach ihr ausstreckte.
Hinter ihr wurde es laut und zwei Soldaten in Rüstungen stürmten auf Starbuck zu. Sie richtete instinktiv ihre Waffe auf die Eindringlinge. Einer drängte den XO an die Wand und hielt sie fest während der zweite Mann ein Schwert zog.
Kara schrie das sie das sie zumindest den Jungen verschonten. Als sie sich zum Kleinen umblickte sah sie dass seine Arme sich in eine Art Bordwaffen wandelten. Der SEAL zögerte nicht lange und köpfte den Jungen.
Starbuck wurde wieder losgelassen. Der Gruppenführer und sein 2. Mann nahmen die Helme runter und sahen nach dem Jungen.

„Thomas? Athena? Ihr beiden Hübschen habt dem XO sicher viel zu erzählen. Und wo sind deine Krücken, verdammt?“

Kara nahm den Kopf des Jungen in die Hand und war immer noch geschockt.

„Das ist ein Xenon, wir haben 2 an euren Raptor erledigt. Wir sollten von hier verschwinden, Major!“

Weitere SEAL’s packten den Leichnam ein und eskortierten die Marines zu ihren Raptor.

„Und was soll diese riesige Buttermesser?“ fragte Kara neugierig ihren Sohn

„Boomer schmiedete es aus dem Stahl von einem Centurion und machte es 3-mal härter. Kann man auch als Brieföffner benutzen!“

Starbuck gab es ihm wieder und verlangte nach der Rückkehr auf die Galactica ebenfalls solch eine Rüstung.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Viper047
17-01-2008, 05:02 PM
Battlestar Galactica
Standort: Raum zwischen Rhonkars Wolken / Tharkas Stern
Auftrag: Schutz der Flotte

Nach Rückkehr auf die Battlestar Galactica stellte Admiral Adama offiziell die Colonial SEAL’s vor. Lee schnappte eine Idee von Boomer auf und ließ neben der Wiederherstellung der Galactica an diesem Projekt arbeiten. Nur wenige Führungsoffiziere und Marines kannten das Projekt.

Die Rüstung war den cylonischen Rüstungen nachempfunden und für Menschen angepasst worden. Ihre Panzerung erhöhte die Überlebenswahrscheinlichkeit ihres Trägers um ein Vielfaches. Durch den Einsatz von Bioimplantaten konnte die Kraft und Schnelligkeit des Soldaten deutlich verstärkt werden. Weiterhin befanden sich in der Rüstung weitere Systeme wie ein eigenständiges Kommunikationssystem, Nachtsichtgerät, Infrarot, ein Zielcomputer der mit verschiedenen Waffen gekoppelt werden konnte, ein Navigationssystem für jegliches Gelände und gehärtete Klingen in den Handgelenken. Nanobots kümmerten sich sofort um Verletzungen des Soldaten und riefen Selbstständig nach Unterstützung. Athena schaffte es das System immun gegen den cylonischen Virus zu machen.
Die Rüstung war dennoch leicht genug dass sie auch problemlos in Wasser funktionierte oder damit aus einem Schiff abspringen konnte.

Die SEAL’s waren für extreme Einsätze hinter feindlichen Linien gedacht, oder sogar um feindliche Schiffe zu infiltrieren.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Lee betrat sein Quartier. Seine Frau lag schon im Bett und würdigte ihn keines Blickes.
Er setzte sich zu ihr und zog langsam seine Uniform aus.

„Dee, das……“

„Lee, halte einfach deinen Mund. Meinst du ich bin blöd? Ich sehe doch was Starbuck tut. Erst holt sie sich Thomas, anschließend nimmt sie mir auch noch dich weg. Sie hatte sich all die Jahre nicht um ihren Sohn gekümmert. Und jetzt führt sie sich als die Übermutter in Person auf! Ich war diejenige die seine Verletzungen versorgte, ich habe ihn getröstet wenn er Kummer hatte, ich habe seine Geburtstage organisiert. Ich bin seine Mutter gewesen. Wir haben schon William auf Argon Prime verloren, und jetzt verliere ich auch noch euch…“

Apollo nahm seine weinende Frau in die Arme und versuchte sie zu trösten. Dee musste die Sache mit Starbuck nicht überwunden haben und der tägliche Umgang von Thomas und ihren Mannes war wie ein Schlag ins Gesicht für sie.

„Dee, du steigerst in dich etwas hinein was uns beiden nicht gut tut. Sie ist nun mal seine Mutter, daran kann selbst ich nichts ändern. Aber zwischen uns ist nichts, das schwöre ich dir bei den Göttern. Ich liebe dich, und unseren Sohn. Daran wird sich auch nichts mehr ändern.“

Anastasia versuchte ihrem Mann zu glauben, doch sie konnte in dieser Hinsicht Kara nicht über den Weg trauen.

Viper047
17-01-2008, 05:04 PM
Kapitel XVI

Feuertaufe ( Teil 1 )

Colonial One


„Vertraut er dir?“

„Er liebt mich und wird alles tun damit mir nichts geschieht!“


„Komm mir nicht zu nahe, du bist nicht Sharon! Du bist nur ein verdammter Toaster!“

„Dann musst du schießen, Helo!“


„Schmeißt dieses Ding aus der Schleuse!“

„Bei den Göttern, nein! Sie gehört zu uns, Sir! Bitte Commander!“


„Was ist mit unserer Tochter?“

„Es tut mir leid, aber es gab Komplikationen. Ihre Tochter war zu schwach und hatte es nicht geschafft.“


„Es gibt kein uns, Helo!“

„Das glaub ich dir nicht Sharon, das bist nicht du!“


„Das kannst du nicht von mir verlangen, Sharon. Es muss doch einen anderen Weg geben!“

„Helo, es gibt keinen anderen Weg! Unsere Tochter befindet sich dort, und wenn du mich wirklich liebst, dann wirst du schießen!“


„Und wie können sie glauben das ich es gut heißen würde einen Cylonen auf kleine Kinder loszulassen und deren Leben unnötigerweise in Gefahr zu bringen.“


„Captain? ...Captain, geben sie mir bitte die Waffe!“


Sharon Agathon stand geistig abwesend im Büro von Präsident Roslin. Der Marine sprach sie seit einigen Minuten an und verlangte nach der Waffe in ihren Händen. In ihrem Kopf spielten sich Erinnerungen der letzten Jahre ab. Vergangene Ereignisse kamen ihr vor als würden sie im Schnelldurchlauf noch mal passieren – von der ersten Begegnung mit ihrem Mann bis zum heutigen Tag. Langsam kam Athena wieder zu sich und blickte zum Sergeant der Marines. Er streckte seine Hand aus und nahm sich die Waffe von ihr. Noch leicht benommen blickte sie auf ihre Hände und auf ihre Uniform. Beides war blutverschmiert. Danach schaute sie vor sich auf den Boden und fing sofort an zu schreien.

„Nein, tun sie doch was! Was ist hier passiert? Holen sie einen Arzt, schnell!“ befahl Athena dem Marine als dieser ihr Handschellen anlegte.

„Beruhigen sie sich, Captain! Es wird sich alles aufklären!“

Sergeant Miller befahl Captain Agathon sofort auf die Galactica zu verbringen während er die nächsten Schritte einleitete.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Battlestar Galactica
Standort: Äußerer Rand von Tharkas Stern
Auftrag: Schutz der Flotte


Die Flotte konnte ohne Zwischenfälle ihre Treibstoffressourcen auffüllen. Die Raffinerieschiffe waren wieder ausgelastet und bekamen erste Anfragen für Betankungen.
Admiral Adama legte die Zeitpunkte der Betankungsmanöver fest und befahl seinem CAG Crews zu befehlen die die Manöver leiteten und überwachten.
Kara gab ihm eine Liste von Schiffen die in den nächsten Tagen ihre Wasservorräte auffrischen wollten und um eine Andockerlaubnis an der Galactica baten.
Nach der Rückkehr von Starbuck und ihren Marines befahl Lee das die Leichen der Xenon untersucht werden sollten. Innerhalb der Flotte fand er nach einer kurzen Suche einen Gentechniker und Kybernetiker die er unter strengster Geheimhaltung dieser Aufgabe betraute. Er wollte wissen wie man sie erkannte, funktionierten und bekämpfen konnte.
Boomer und Tyrol nahmen sich die 6 gekaperten schweren Raider vor und nahmen einen davon Stück für Stück auseinander.
Roslin und er entschieden sich die Fotos der Cylonen und des Xenon zu veröffentlichen.
Apollo hatte nicht genug Marines um jedes Schiff gründlich zu durchsuchen. Sie waren sich dennoch der Gefahr bewusst dass innerhalb der Flotte eine Hexenjagd stattfinden könnte.
Um dieser Gefahr ein wenig entgegenzuwirken machte man bei der Pressekonferenz darauf aufmerksam das einzig allein nur diese Personen Cylonen oder Xenon seien und falsche Verdächtigung eine Strafe nach sich zog.

„XO, wie lange ist Raptor 402 schon überfällig?“

Kara schaute in ihre Unterlagen. Helo und seine Tochter waren auf einen Aufklärungsflug und überprüften den nächsten Sprungpunkt auf feindliche Aktivitäten. Dieser Flug sollte nicht mehr als zwei Stunden dauern und die Crew von 402 war schon eine halbe Stunde über die Zeit.

„402 ist nicht überfällig, Sir. Der Chief hatte die Maschine nicht freigegeben. Hatte etwas gedauert bis man ihm vom Raider los bekam. Helo ist mit 45 Minuten Verspätung los. Kam vor kurzem vom CAG rein.“

Kara gab den aktualisierten Einsatzplan in die Hände von Admiral Adama. Er war sichtlich nicht zufrieden über die Meldung.

„XO, sagen sie dem CAG das mir das nächste Mal so was gemeldet wird, ansonsten braucht er demnächst seine Krücke nicht mehr – eher einen Rollstuhl.

„Werde ich an Major Humpelstilzchen so weitergeben!“

Lee und Kara mussten etwas über den CAG schmunzeln. Auf dem ganzen Schiff war Major Adama nur noch unter den Namen Humpelstilzchen bekannt. Ein Techniker schnappte es auf als Master Chief Tyrol und Captain Agathon sich während einer kurzen Kaffeepause unterhielten. Seitdem verbreitete sich der neue Spitzname für Thomas rasend schnell auf dem Kampfstern. Vor kurzem änderte ein Wartungstechniker den Rufnamen an der Viper des CAG und hatte das Pech das er vom Major persönlich erwischt worden war.

„XO?“

„Ja, Auskunft?“

„Die Colonial One, und ich heiße Lt. Ho, Sir!“

Kara ging an die Kommunikationsstation und nahm das Gespräch entgegen.

„Tut mir wirklich leid, Lieutenant. Es liegt nicht an ihnen, ich kann mir Namen nur schwer merken. Hier XO!“
Lee schaute zu Starbuck und sah wie sich ihr freudestrahlendes Gesicht in ein geschocktes wandelte. Er legte seine Arbeit am Tisch nieder und eilte sofort zu seinem XO.
Sie gab den Hörer an Lt. Ho zurück und bat ihren Admiral in eine ruhige Ecke des CIC.

„Was ist los, Starbuck?“ fragte Apollo nervös nach.

„Lee, Präsident Roslin ist tot. Sie wurde erschossen auf der Colonial One aufgefunden. Athena stand bewaffnet und blutverschmiert bei ihr. Sharon ist in ihrer Zelle, die Waffe ist in der Ballistik und Sicherheitskräfte vor Ort.

Apollo musste sich an der Wand abstützen und die Nachricht erst einmal verdauen.

„Verhänge sofort eine Nachrichtensperre und lass mir einen Raptor fertig machen. Ich fliege auf die Colonial One. Du gehst zu Athena, Dee hat die Brücke.“

Starbuck befahl einen Raptor für einen Flug auf die Colonial One fertig zu machen und übergab Cpt. Anastasia Adama die Verantwortung über das CIC. Lee versuchte auf dem Weg zum Hangar die Situation zu begreifen. Er wollte nicht glauben das Athena wirklich den Präsidenten der 12 Kolonien ermordete und wollte sich deshalb persönlich ein Bild vor Ort machen während Kara Sharon Agathon vernahm.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------


Captain Karl Agathon
Rufname: Helo
Raptor 402
Standort: Äußerer Rand Tharkas Stern
Auftrag: Aufklärung


Karl und seine Tochter versteckten sich hinter einem Asteroiden während ein riesiges Schiff samt Jägereskorten an ihnen vorbeizog. Hera machte Fotos von dem Schiff und zeichnete jede Bewegung des Schiffes auf.

„Das ist Baltars Schiff!“ versicherte ihm seine Tochter.

„Woher willst du das genau wissen?“

„Ich weiß es. Und ich gehe jede Wette ein das sie auf die Flotte warten.“


Karl bereiteten die Worte seiner Tochter Magenschmerzen. Er befahl ihr, wenn der richtige Zeitpunkt da war, sofort zur Flotte zu springen und die Galactica zu warnen.


-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Battlestar Galactica
Standort: Äußerer Rand Tharkas Stern
Auftrag: Schutz der Flotte


Athena saß in einer Ecke, war wie weggetreten. Sie versuchte das Blut von ihren Händen und ihrer Uniform zu bekommen. Die Wache beobachtete schon eine Weile dass sie immer wieder etwas vor her stammelte. Kara betrat den Raum und die Wache meldete bis auf die Selbstgespräche keine besonderen Vorkommnisse.
Als Starbuck die Zelle betrat sah sie das verheulte Gesicht von Athena. Sharon schien durch Kara hindurch zusehen und bemerkte sie nicht. Karls Frau sprach derweil unentwegt weiter.

„Ich war es nicht, ich bin unschuldig. Das müssen sie mir glauben, Admiral! Bitte!“

„Sharon!“

Kara sprach sie mehrmals an. Erst als sie ihre eine Ohrfeige gab reagierte Athena auf sie.

„Ich war es nicht, Starbuck, bitte! Woher kommt das Blut? Ich kriege es nicht ab. Bitte, hilf mir doch!“

Starbuck half der verwirrten Athena auf und setzte sie auf das Bett. Sie befahl der Wache eine Schüssel Wasser und neue Kleidung für den Captain zu besorgen. Kara half ihr das Blut von den Händen zu waschen und Athena zog sich anschließend frische Kleidung an. Starbuck übergab Athenas Uniform den Sicherheitskräften für weitere Untersuchungen.
Beide Frauen saßen sich danach hin und der XO begann mit seiner Vernehmung.

„Sharon, hör mir genau zu. Das ist eine Vernehmung. Du wirst eines Verbrechen beschuldigt. Du sollst Präsident Roslin ermordet haben. Du hast das Recht zu schweigen, wenn du etwas sagst unterliegt es nach dem Colonial Military Code of Justice der Wahrheitspflicht. Du hast das Recht auf einen Anwalt wenn man dich wegen Mordes anklagen sollte. Hast du das verstanden, Sharon?“

„Warum Anwalt, ich habe nichts getan. Warum tut man mir das an? Wo ist Helo, wo ist meine Tochter?“

Sharon Agathon war mit der Situation überfordert und verlangte nur noch nach ihrer Familie.
In Kara selbst kamen nach kurzer Zeit Zweifel dass sie den Mörder der Präsidentin vor sich hatte.

„Sharon, erzähl mir woran du dich erinnern kannst!“

„Boomer, du und ich saßen in der Messe und hatten Nudeln zum Essen. Wir unterhielten uns über den Xenonjungen. Ich ging anschließend zu Helo. Dann war ich auf einmal auf der Colonial One, mit der Waffe in der Hand. Starbuck, was ist passiert? Warum sagt es mir denn keiner?“

„Athena, das war vor 2 Tagen! Was hast du zwischendrin getan, wo warst du überall. Ich brauch mehr wenn ich dir glauben soll!“

Sharon Agathon saß sich wieder in die Ecke. Sie sagte dass es nicht sein konnte, für sie war es als wäre es erst vor wenigen Minuten gewesen. Der XO verließ ihre Zelle. Sie hatte Zweifel dass Athena es war. Doch momentan sprach alles gegen sie.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Colonial One

Lee Adama sah sich den Tatort an. Seine Sicherheitskräfte rekonstruierten das Geschehen für ihn wie man es im Augenblick sah.
Ein Ermittler kam auf den Admiral zu und bat ihn unter 4 Augen sprechen zu dürfen.

„Admiral Adama, wie lange und wie gut kennen sie Captain Agathon?

„Ich kenne den Captain schon über 25 Jahre. Würde sogar sagen das ich sie gut kenne, schließlich ist sie die Schwiegermutter meines Sohnes.“

„Und sie wussten auch von Anfang an was sie war?“ bohrte der Ermittler weiter.

„Captain, worauf wollen sie hinaus?“

„Sir, es soll kein Geheimnis gewesen sein das der Präsident und dieser Cylon nicht das beste Verhältnis hatten. Schließlich war Präsident Roslin einst dafür diese Frau aus der Schleuse zu werfen.“

„Woher haben sie diese Informationen?“

„Admiral, ich unterstehe während der Untersuchung nicht ihrem Kommando und daher muss ich ihnen darauf keine Antwort geben. Die Präsidentin wurde ermordet, und da hat jede noch so kleine Information ein enormes Gewicht bei der Aufklärung. Ich werde auf sie zurückkommen, Sir. Bitte halten sie sich bereit. Und den Bericht für den Disziplinarvorgesetzten erhalten sie morgen früh.“

Der Ermittler entließ Admiral Adama vorerst und ließ ihn auf die Galactica zurückkehren.
Captain Wagner ging ein Passagierabteil, wo er die nächsten Zeugen vernahm.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Battlestar Galactica
Standort: Äußerer Rand Tharkas Stern
Auftrag: Schutz der Flotte

Boomer, Helo und Hera warteten vor dem Quartier des Admirals. Sie hatten die Bilder auswerten lassen und wollten die Aufklärungsergebnisse an Lee Adama weitermelden.
Sie mussten nicht lange warten und folgten ihm in sein Quartier.
Helo legte ihm den Bericht und die Fotos auf den Tisch. Apollo sah sich alles aufmerksam an, obwohl seine Gedanken ganz woanders waren. Er wollte sich schon entscheiden einen anderen Weg zu suchen als Hera ihm dazwischenfunkte.

„Sir, das ist Baltars Schiff!“

Lee schaute sich darauf noch mal die Bilder an.

„Boomer, wir müssen die Suche nach Schläfern verstärken. Nach der Remus soll das wohl unsere nächste Überraschung sein. Baltar hin oder her, ich werde das Schiff umfliegen. Wir haben im Moment andere Sorgen!“

Apollo legte die Aufklärungsergebnisse zur Seite und griff den Hörer seines Com. Er hatte die ungefähre Position des Schiffes und wollte den Befehl für einen Umweg geben. Sharon riss ihm den Hörer aus der Hand und bat angehört zu werden. Lee befahl ihr ihm sofort den Hörer wiederzugeben, doch Tyrols Frau weigerte sich.

„Boomer, sie wollen wirklich das ich sie wegen eines verdammten Hörers in die Brick sperre?“ drohte ihr Admiral Adama

„ Ich kann ihnen Baltar und wenn sie wollen das Basisschiff als Geschenk verpackt bringen.“

In ihren Augen sah er dass sie es ernst meinte. Er gab ihr eine Minute bevor er die Marines in sein Quartier rein befahl und sie vorläufig festnehmen ließe. Boomer gab ihm daraufhin den Hörer zurück und trug ihre Idee vor.

„Die Seals, Sir! Es gibt 3 Punkte im Schiff die man ausschalten muss. Danach gehört es ihnen. Wir sind schnell, leise und effizient genug um diesen Auftrag zu meistern. Dafür wurden wir ins Leben gerufen, dafür haben wir trainiert .Und ich bringe ihnen Gaius Baltar!“

Adama lehnte sich in seinen Sessel zurück. Der Blick von Boomer blieb ernst. Hera erklärte sich bereit die Seals durch das Schiff zu führen. Sie wusste wo sich der ehemalige Präsident im Schiff befand. Vor allem hatte sie damals sämtliche Daten von Baltars Schiff gestohlen und mit ihrem PDA zur Galactica geschmuggelt.
Starbuck betrat das Quartier und Lee zeigte sofort mit dem Finger auf sie.

„Egal was es war, ich war’s nicht!“ antwortete sie auf diese Gestik.

„Captain Valerii, sie bekommen ihre Chance. Und bei den Göttern, sie versagen!“

„Das werde ich nicht, Admiral!“

„Dann tragen sie gleich dem XO ihren Vorschlag vor und zeigen mir ihre Ergebnisse!“

Boomer trat mit Hera weg. Helo blieb stehen als er den Namen seiner Frau vernahm.

„Karl, deine Frau wird wegen Mordes an Präsident Roslin verdächtigt. Sie wurde mit einer Waffe in der Hand in ihrem Büro aufgegriffen.“ erzählte ihm Lee.

„Roslin tot? Und Sharon soll es getan haben? Niemals, und das wisst ihr!“

Helo wollte nichts mehr von den Anschuldigungen hören und rannte zu seiner Frau. Er ahnte wo er sie auf der Galactica finden konnte.

„Er hat Recht, Lee! Jeder von uns weiß dass die Beiden sich nicht grün waren. Aber wenn Athena sie hätte umbringen wollen, warum hatte sie es nicht bereits auf Argon Prime getan?

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------


Karen Paul untersuchte den Beinbruch von Major Adama. Er heilte, aber zufrieden war sie mit ihrem Patienten nicht. Seine Frau stieß zu ihnen und erkundigte sich nach dem Befinden des CAG.
„Sein Bein geht es dem Umständen entsprechend gut, der Bruch verheilt. Aber diese Rüstung beschleunigt und fördert nicht die Heilung. Sie belasten damit das Bein zu stark. Wenn die Knochen nicht richtig zusammenwachsen können muss ich ihnen notfalls das Bein erneut brechen.“

Doc Paul machte es dem CAG mehr als deutlich was sie von seinem Trip auf die Planetenoberfläche hielt. Sie ließ Anna seine Beinstütze nachstellen und anschließend durfte er wieder gehen. Seine Frau setzte sich derweil mit einem zufriedenen Lächeln an sein Bett.

„Siehst du, sogar der Doc sagt dass du Mist gebaut hast. Und dafür muss sie nicht mal das Bett mit dir teilen.“

Sie legte sich zu ihm ins Bett und beobachtete wie Anna sein Verband wechselte und die Stütze darauf neu anpasste.

„Das kannst du eigentlich nicht so pauschal sagen. Ich hab sie noch gar nicht gefragt ob sie mit mir das Bett teilen möchte. Danach denkt sie sicher anders!“

Hera löste sich wieder von ihrem Mann und richtete ihre Uniform. Sie musste in den Besprechungsraum der Seals.

„Chief, ich bewundere deinen Optimismus. Hab dich lieb!“

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Helo kam aufgebracht in der Zelle von Athena an. Seine Frau saß aufgelöst in einer Ecke und verstand die Welt nicht mehr. Er donnerte mit seinen Fäusten auf das Sicherheitsglas und schrie nach ihr. Athena bemerkte ihren Mann und war überglücklich sein Gesicht zu sehen.
Das Paar stand sich gegenüber, nur das Zellenglas trennte sie noch.

„Machen sie die verdammte Tür auf, Corporal!“ befahl er der Wache. Er wollte unbedingt zu seiner Frau.

Doch der Corporal verweigerte seinen Befehl. Sein Befehl lautete dass niemand zu ihr durfte der nicht offiziell mit diesem Fall zu tun hatte.
Helo interessierte es nicht. Er überwältigte den Marine und stahl die Schlüssel. Karl ging zu ihr in die Zelle und warf dem Marine seine Schlüssel vor die Füße. Helo nahm seine aufgelöste Frau in die Arme und versprach das alles wieder gut werden würde. Sharon beteuerte immer wieder ihre Unschuld und bat um seinen Schutz.
Der Corporal meldete den Vorfall und kurze Zeit später traf Captain Wagner mit Verstärkung ein.

„Sharon Agathon, ich nehme sie wegen Mordes an Präsident Laura Roslin fest. Sie haben das Recht die Aussage zu verweigern. Wenn sie etwas sagen kann und es vor einem Gericht gegen sie verwendet werden. Sie haben…“

Die Marines versuchten das Paar zu trennen. Helo hielt seine Frau fest und schlug mit einem Arm um sich. Doch sie kamen gegen die Marines nicht an. Beide hielten sich mit einer Hand fest während die Soldaten versuchten sie endgültig trennen.

„Helo!“ schrie seine Frau am laufenden Band.
Er versuchte gegen die Marines anzukämpfen. Aber er alleine war zu schwach und musste schließlich mit ansehen wie man seine Frau wegschaffte.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Boomer fertigte mit Hera einen Plan an wie man das Basisschiff infiltrieren und von ihnen heraus, trotz der Unterlegenheit, ausschalten konnte.
Sie standen vor dem Besprechungsraum und warteten bis der XO mit Admiral Adama gesprochen hatte.
Die Tür ging auf und Kara bat die Frauen herein. Admiral Adama stand am Com und unterhielt sich mit dem CIC. Starbuck lotste Miracle in eine ruhigere Ecke und wollte sie unter 4 Augen sprechen.
Boomer stellte das Radio an und in den Nachrichten hörte man vom Tod der Präsidentin. Geschockt ließ Adama den Hörer fallen.

„Lee, komm ja nicht auf die Idee. Ich befahl Nachrichtensperre!“ verteidigte sich der XO sofort.

„Mir gehen diese Löcher langsam tierisch auf den Geist. Boomer, sie haben grünes Licht, das ist nun ihr Baby!“

Der Admiral und sein XO verließen den Besprechungsraum der Spezialeinheit Richtung CIC.
Währendessen sprach Farina van de Weyd im Radio und beanspruchte schon jetzt eine argonische Führung der Flotte.

Noch bevor Einzelheiten zum Attentäter kamen schaltete Boomer das Radio aus.

„Hera, versammele die Mannschaft. Ich lasse die Raider vorbereiten. Wir müssen jetzt schnell handeln und hart zuschlagen. Ich will Gaius!“

Miracle verließ den Raum als ihr ein Staffelkamerad über den Weg lief.

„Hey Miracle, tut mir Leid wegen deiner Mutter!“

„Ich versteh nicht.“

„Gerüchteküche sagt sie sei die Mörderin von Roslin.“

Hera konnte nicht glauben dass ihre Mutter mit dem Tod von Präsident Roslin zu tun hatte und wollte sofort Admiral Adama aufsuchen.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Master Chief Tyrol arbeitete mit weiteren Technikern an den Raidern als Boomer den Hangar betrat. Er sah seine Frau auf ihn zukommen und übergab einem Specialist für einen Moment die Leitung.

„Sir, was kann ich für dich tun?“

„Heute nicht Chief. Ich brauche 2 von den schweren Jungs, und das schon gestern!“

Boomer lief einen der Maschinen ab und überprüfte dessen Zustand.

„Klar, das ist kein Problem. Such dir 2 von den Vögeln aus. Willst du mir auch sagen was du damit vorhast?“

„Gaius!“

Tyrol packte seine Frau am Arm und zerrte sie in einen der cylonischen Jäger. Er wollte sich vergewissern ob er Sharon richtig verstanden hatte.

„Entschuldige, Captain! Aber ich glaube dass meine Ohren eben den Namen Gaius gehört haben.“

„Baltars Schiff ist gerade mal einen Sprung von uns entfernt. Wenn er wüsste wo sich unsere Flotte befindet wäre er schon längst mit seinen Schiffen hier. Er wartet auf die Galactica, und diese Gelegenheit will ich nutzen.“

Boomer riss sich von ihrem Mann los und befahl die zwei ihm Maschinen fertig zu machen.
Tyrol konnte erahnen warum sich seine Frau um diese Gelegenheit bemühte. Bevor sie zur Galactica übergelaufen war, hatte sie versucht Gaius Baltar umzubringen. Sie wurde durch „Caprica Six“ aufgehalten und verwundet. Sharon hatte die Zelle auf der Galactica nie vergessen, als Baltar ihrem Mann eine Spritze verabreichte und ihn dabei fast tötete, um die Anzahl der cylonischen Agenten innerhalb der Flotte zu erpressen.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Admiral Adama begleitete das Sicherheitspersonal zu den unteren Decks der Galactica. Er hatte sich zuvor die Zeugenaussagen von der Crew der Colonial One durchgelesen. Alle bestätigten das Athena seit einiger Zeit einen Termin mit Rosslyn haben wollte, es aber vor dem Schuss keinen lautstarken Streit gab. Selbst für Adama war dieses Verhalten seitens Athena merkwürdig. Sie war leidenschaftlicher mit ihren Gefühlen als Boomer und ließ sie auch an der betreffenden Person aus. Doch er musste nach den Beweisen gehen. Demnach hatte sie die Tatwaffe in der Hand und das Blut an ihren Händen war von Laura Rosslyn.
Sie hatte ein Motiv und die Gelegenheit.
Sharon Agathon sollte bis zu einer Anhörung in die Brick gesperrt werden.

Karl Agathon stellte sich der Gruppe in den Weg, seine Tochter kam aus der anderen Richtung und beobachtete das Geschehen von weiter weg.
Adama befahl Cpt. Agathon sofort aus dem Weg zu gehen. Helo weigerte sich und zog seine Waffe. Er richtete sie auf Admiral Adama und drohte zu schießen wenn sie Sharon nicht freiließen.
Lee gab Wagner ein Zeichen der daraufhin Athena losließ. Karl nahm seine aufgelöste Frau schützend in den Arm.

„Captain, damit hilfst du ihr auch nicht. Du machst es nur noch schlimmer!“ redete Apollo ihm ins Gewissen.

„Nein, Lee. Sie ist unschuldig und dass weißt du! Verdammt Admiral, unsere Kinder sind verheiratet. Sie ist die Schwiegermutter deines Sohnes. Wie oft hat sie uns geholfen, wie oft?
Sie war es nicht, und das werde ich beweisen. Bis dahin werden wir untertauchen. Ich nehme mir einen Raptor und wir verschwinden von der Galactica. Ich mach das nicht noch mal durch Lee!“

Helo zwang die Soldaten ihre Waffen auf den Boden zu legen während er auf den Kopf des Admirals zielte. Er forderte Apollo als Geisel bis sie sicher auf ein Schiff ihrer Wahl ankamen und anschließend untertauchen konnten.

„Dad! Mum!“

Hera stand fassungslos am anderen Ende des Ganges. Helo versuchte seine Tochter zu beruhigen. Wagner nutzte die Gelegenheit und überrumpelte das Paar. Seine Marines schafften Admiral Adama außer Schussweite während er an Helo Handfesseln anbracht.
Adama wollte Karl noch kurz in die Augen sehen bevor sie ihn ebenfalls in eine Zelle brachten.

„Niemand, wirklich niemand, bedroht mich an Bord meines Schiffes mit einer Waffe, Captain! Du hirnloser Idiot hast alles nur noch schlimmer gemacht und deine Familie mit rein gezogen. Bringt diesen Schwachkopf in die Brick!“

Wagner führte den Befehl seines Vorgesetzten aus und verfrachtete beide Gefangene in eine Zelle. Hera stand immer noch geschockt am anderen Ende des Ganges als Lee an ihr vorbeiging.

„Zurück auf ihren Posten, Lieutenant. Sie helfen ihren Eltern nicht wenn sie ebenfalls ihren Verstand ausschalten! Wegtreten!“

Miracle ging zurück zum Besprechungsraum. Admiral Adama wurde über das Com ausgerufen und wurde dringend im CIC erwartet.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Der XO erwartete voller Ungeduld die Ankunft von Apollo. Er fragte sofort nach was es dringendes gab.

„Diese Van de Weyd versucht schon eine ganze Weile dich zu erreichen. Diese ganze Flotte weiß schon vom Tod von Roslin und vom Attentäter. Sie wollte eine sofortige Lösung der Führungsfrage. Nachdem sie dich nicht erreichen kann, hat sie bewaffnete Transporter ausgesandt. Sie bedrohen jedes koloniales Schiff, das sich nicht einer argonischen Führung unterwirft. Die Anfragen nach Schutz seitens der Galactica überschlagen sich…“

Lee hörte sich an was in der Zwischenzeit in der Flotte passierte. Er stand an seinem Tisch während weitere Meldungen auf ihn einprasselten. Die argonischen Schiffe waren bereit jedes koloniale Schiff der Flotte zu beschießen die nicht den Führungsanspruch von Van de Weyd und ihrer Wirtschaftsgilde unterstützten. Auf seiner Stirn bildeten sich Schweißperlen und er betete gedanklich zu den Göttern nach Rat.
Seine Frau meldete dass Van de Weyd erneut am Com war und persönlich mit Admiral Adama reden wollte.

Auf der anderen Seite sah er seinen Vater, der ihn direkt ansah. Um Apollo herum wurde es ruhig. Das CIC war leer.

„Mein Sohn, du musst eine Entscheidung treffen. Die Flotte wird dir sonst auseinander brechen. Niemand bedroht mein Schiff oder dessen Crew ohne die Konsequenzen dafür zu tragen!“

„Niemand bedroht mein Schiff ohne Konsequenzen!“

„Lee!“

Kara schrie den Admiral schon förmlich an. Um Lee herum war es immer noch leise, aber das CIC war nicht mehr leer.

„Was ist mit dir? Da draußen brennt die Luft und du reichst jetzt schon geistigen Urlaub ein?

„Niemand bedroht mein Schiff!“ wiederholte Apollo abermals.

Er nahm einen Hörer ab und ließ sich mit Van de Weyd verbinden. Lee befahl ihr den Mund zu halten und ihm nur zuzuhören.

„Mrs. Van de Weyd, hier ist meine Antwort. Niemand stößt Drohungen gegenüber meinem Schiff oder der Flotte aus ohne die daraus folgenden Konsequenzen zu tragen. Sie werden ihre bewaffneten Schiffe sofort befehlen sich zurückzuziehen. Anschließend werden meine Marines alle ihre Schiffe entwaffnen und ihre Crews in Arrest nehmen. Weiterhin werden sie sich wegen Anstiftung zur Meuterei verantworten und werden auf der Galactica solange in einer Zelle als Gast sein. Sollten sie diesem Befehl nicht nachkommen werde ich gewillt sein meine Forderungen mit Gewalt durchzusetzen! So oder so, ihre Blockade ist hiermit beendet!“

„Admiral, sie gla…..“

Lee gab ein Zeichen zur Trennung der Verbindung. Auf dem Schiff ertönte das Com und Admiral Adama sprach zu seiner Crew.

„An die Crew, hier spricht Admiral Adama. Wie sie alle mitbekommen haben ist Präsident Roslin einem Anschlag zum Opfer gefallen. Die Untersuchungen laufen noch und ein endgültiges Ergebnis liegt nicht vor. Bis dahin ist eine Schuld oder Unschuld nicht geklärt.
In der Zwischenzeit haben argonische Schiffe innerhalb der Flotte Stellung bezogen und fordern mit Gewalt die Führung der Flotte. Sie drohen jedes Schiff zu beschießen das sich nicht ihrer Forderung beugt. Wir haben ihre Schiffe aufgenommen, wir haben sie mit allem versorgt was sie für diese Reise benötigten, wir haben sie vor unseren Feinden geschützt. Soldaten haben mit ihrem Leben bezahlt und das ist nun der Dank dafür.
Da die zivile Führung im Moment im Streit liegt, und eine Seite sogar bereit ist Gewalt für ihre Bedingungen einzusetzen, verhänge ich hiermit das Kriegsrecht innerhalb der Flotte. Ab sofort wird die Verfassung außer Kraft gesetzt und durch die militärische Notstandsverordnung ersetzt. Solange bis sich die zivile Führung auf demokratischen Wege geeinigt hat. Niemand bedroht dieses Schiff oder dessen Crew ohne die Konsequenzen dafür zu tragen. Wir werden alles unternehmen um die Flotte zu schützen, auch vor sich selbst!
Adama Ende!“

Lee schaute in die Gesichter seiner Leute. Alles um ihn herum war immer noch still.

„Wie lauten deine Befehle, Sir?“ fragte ihn Starbuck
Er blickte Starbuck fragend an. Lee hatte nicht mit dieser Frage seiner langjährigen Freundin erwartet. Er blickte zu seiner Frau an ihrer Station, diese nickte ihm zu.

„Löst diese Blockade auf. Startet die Viper!“

XO Thrace führte den Befehl aus und gab ihrerseits den Befehl an die Viperstaffeln.
Dee spielte ihm die taktische Lage auf seinen Schirm und dirigierte die Viper zu ihren Einsatzzielen.
Apollo blickte auf die andere Seite des Tisches und sah erneut seinen Vater.

„Niemand bedroht mein Schiff oder seine Crew!“ sagte sich Lee und war bereit dafür seine eigene Grenzen zu überschreiten....

Viper047
17-01-2008, 05:05 PM
Kapitel XVII

Feuertaufe ( Teil 2 )


Battlestar Galactica
Standort: Äußerer Rand Tharkas Stern
Auftrag: Schutz der Flotte


Apollo starrte auf seinen Schirm und verfolgte den Einsatz der Viperstaffeln. Van de Weyd war bereits auf dem Weg zur Galactica als sie sich mit dem Admiral unterhielt. Sie sah kurz vor der Landung die startenden Jäger des Kampfsterns und wollte so schnell wie möglich mit ihm persönlich reden.

Die Marines begleiteten die Vorsitzende der argonischen Wirtschaftsgilde in das CIC der Galactica. Adama wartete bereits auf den kurzfristig angekündigten Besuch.

„Adama, pfeifen sie sofort ihre Bluthunde zurück!“ befahl ihm Van de Weyd.

Lee blieb unbeeindruckt und beobachtete weiterhin das Geschehen auf seinem Schirm.

„Mrs. Van de Weyd, ich lasse mich nicht bedrohen. Sie haben meine Forderungen gehört. Solange sie sie nicht umgesetzt haben ist dieses Gespräch hiermit beendet!“

Sein XO sah die Entschlossenheit seines Admirals. Er gab erst nach wenn die argonischen Schiffe sich zurückzogen und ihre Crews unter Arrest standen. Sie blickte sich kurz um und die Brückenbesatzung stand hinter ihrem kommandierenden Offizier – selbst der argonische Anteil.
Adama befahl bis auf weiteres „Weapons hold“ Status für die Viper. Er gab den bewaffneten Transportern die Gelegenheit sich freiwillig auf ihre Schiffe zurückzuziehen.

„Dann Admiral, tut es mir Leid um ihre Piloten. Glauben sie tatsächlich ihre alten Schiffe können gegen unsere überlegene argonische Technik bestehen?“

Der Einsatzleiter meldete Beschuss durch eine Harrier. Die Viperstaffeln wichen aus und baten sich verteidigen zu dürfen. Van de Weyd lächelte und war im Begriff wieder zu gehen.
Sie sagte sie würde ihm im Laufe des Tages die Forderungen der Argonen zukommen lassen und forderte die sofortige Absetzung des aktuellen Vize-Präsidenten Linda Horutko.

„Dee, die Viper haben „Weapons free“!“

Van de Weyd traute ihren Ohren nicht. Sie rechnete fest damit das Adama nachgab. Schließlich hatte ihre Gilde die modernsten Schiffe der Flotte und waren schon allein von den technischen Daten den alten kolonialen Schiffen weit überlegen.

„Galactica an alle Viper, „Weapons free“– ich wiederhole „Weapons free“!”

Der XO eilte zur Kommunikationsstation und besprach etwas mit Lt. Ho. Anschließend drehte sie die Lautsprecher laut. Im CIC waren nicht nur die Funkgespräche der Viperpiloten zu hören sondern auch der argonischen Piloten.

„Da kommen sie wieder. Pustet ihre alte Mühlen unter ihren Ärschen weg!“

Über Lautsprechen waren nun auch die Kampfgeräusche zu hören. Die argonischen Schiffe feuerten auf die kolonialen Jäger. Darauf antworteten die Viper mit ihren 30mm Kanonen und gliederten sich in Gefechtsformation um. Van de Weyd hörte wie ihre Schiffe Probleme mit den flinken Jägern hatten.

„Verdammt, ihre Geschosse durchdringen die Schilde. Schwere Schäden am Tr……“

„Grün 4, bestätige Abschuss - 1 Harrier am Boden!“

„2 von den kolonialen *******en hängen an uns dran, Heckgeschütz ausgefallen. Wir brauchen Hilfe! Verdammt, wir brennen! Wir brennen! Aaaaarrrrrgggghhhh…..“

„Miracle bestätigt Abschuss. Erfasse nächstes Ziel!“

„Bin an dir dran Miracle!“

„Die haben Robert erwischt! Ich breche aus und schnapp mir den Mistkerl!

„Schließe zu dir auf, Jack!“

„Vorsicht Fox, 2 Tangos schnuppern an deinem Hinterteil!"

„Rot hat sie gesehen. Fox auf 3 nach links…..3!“

„Wo kommen die denn her? Jack, die haben uns getroffen, Ausfall Triebwerk 2 – ich verschwinde!“

„Aaaaaarrrrrrrrgggggggghhhhhhh“

„Rot 1, Treffer und versenkt!“

„Blau 2, schließe mich Rot 1 an – einer weniger!“

„Die schlachten uns ab, ich mach mich vom Acker!“

„Rob du Idiot, bleib in Formation!“

„Die sind einfach zu schnell – tut doch was!“

„Schilde wirkungslos – schießt die Schweine doch endlich ab!“

„Rooooooobbbbbbb!“

„Blau 3 – Tango am Boden!“

„Rot braucht Unterstützung, mehrere Tangos brechen aus und fliegen zu unseren Schiffen!“

„Grün hat euch, sind in 1 da!“

„Systeme versagen! Hydraulik hinüber, ich……..“

„Blau 1, strengt euch an Jungs – 2 für Miracle!“

„Grün 3, hab ne Warze am Hintern!“

„Doktor ist unterwegs, Grün 3!“

„Grün 3, Warze entfernt! Hast was gut, Miracle!“

„Ihr könnt mich mal, verzieh mich!“

„Warte auf mich, Bill!“

„Feiglinge! Ihr läuft do……“

„Rot 4, 1 ausradiert, 2 auf der Flucht!“


„Befehlen sie ihren Jägern sofort abzubrechen! Bitte!“

Van de Weyd hatte genug gehört und wollte keine weiteren Frachter verlieren, da jeder zerstörte Frachter verlorenes Geld bedeutete. Adama sagte solange keinen Finger krumm zu machen bis sie ihre Schiffe zurückrief. Solange würden seine Viper einen nach dem anderen abschießen. Die Vorsitzende eilte zur Kommunikationsstation und beorderte die verbliebenen Schiffe zurück. Sie befahl sofort das Feuer einzustellen und keinesfalls weiter anzugreifen.

„Dee, „Weapons hold“. Die Viper sollen die zurückziehenden Schiffe überwachen. Nachdem diese gelandet sind, bis auf die CAP’s, alle rein!“

Anastasia Adama gab den Jägern weitere Befehle während der XO weiter das Geschehen auf dem Schirm betrachtete. Adama befahl Van de Weyd in eine Zelle zu sperren. Vorher sollte sie ihren Stellvertreter über ihre Verhaftung informieren, der anschließend alles weitere mit Vize-Präsident Horutko klären sollte.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Helo saß in der Nachbarzelle seiner Frau. Während sie schlief hielt er durch die Gitterstäbe ihre Hand. Er bereute seine Tat nicht. Er erinnerte sich als man seine Tochter abtreiben wollte, wie sehr seine Frau unter dem Misstrauen der Crew litt. Auf Argon Prime führten sie ein ganz normales Leben. Niemand wusste etwas über Cylonen, was seine Frau oder seine Tochter eigentlich waren. Helo wünschte sich dieses Leben zurück.
Jeden Tag ins Büro fahren, abends zurück zu seiner Familie. Sharon in die Arme schließen zu können ohne Angst zu haben dass man sie ihm wegnahm. In den Jahren vermisste er die Galactica nicht einmal. Der einzige Kontakt, der über die Jahre mehr oder weniger hielt, war zu Adama oder Tyrol.
Je mehr er an die Zeit auf Argon Prime dachte, umso mehr fehlte es ihm.

„Helo?“

Sharon wachte auf und zog seine Hand an sich.

„Helo, was ist passiert? Warum sieht unsere Kabine auf einmal nach Zelle aus? Mir brummt der Schädel. Was hat mir Starbuck bloß für ein Gebräu angedreht?“

Starbuck betrat die Brick und schnappte sich einen Stuhl. Sie sah ihre beiden Gefangenen an und schüttelte den Kopf.

„Man, man, man – Helo, du bist der größte Hornochse der gesamten Flotte. Lee und ich sind auf eurer Seite. Selbst der Admiral glaubt nicht daran dass Sharon damit etwas zu tun hat! Aber er kann nicht anders handeln aufgrund der Beweislage.“

„Moment mal, kann mir irgendjemand mal stecken warum wir auf dieser Seite der Brick sitzen?“

Starbuck rückte ihren Stuhl näher an die Zelle von Athena. Der XO hatte das Gefühl das Sharon geistig wieder vollkommen da war und wollte diese Gelegenheit auch nutzen.

„Roslin wurde erschossen, und du sollst es gewesen sein!“ erinnerte sie Karl.

Sharon stand auf und schüttelte mit dem Kopf. In ihren Augen konnte man lesen dass sie diese Information zum ersten Mal vernahm – jedenfalls bewusst.

„Starbuck, nein! So sehr mir die Alte gegen den Strich ging, alleine wegen meiner Familie wäre ich nicht so dumm gewesen. Wenn, hätte ich es auf Argon Prime getan. Hält ihr mich für absolut bescheuert?“

Sharon lief in ihrer Zelle auf und ab. Sie regte sich über die Situation auf und empfahl ihren Mann sie nicht von der Seite anzureden.

„Hey, beruhig dich erst einmal und pflanz dich auf das Bett!“ befahl ihr XO

Das Paar setzte sich auf ihre Betten. Sharon stieß die Hand von Karl weg und wollte so schnell wie möglichst aus dieser Zelle.

„Was ist der Stand der Dinge?“ fragte Athena nervös.

„Die Wache hatte dich samt Tatwaffe im Büro der Präsidentin gefunden. Du warst absolut neben der Spur, selbst als ich dich später vernahm. Blut an deinen Händen war von Roslin, deine Fingerabdrücke auf der Waffe und Schmauchspuren an deinen Händen. Du hattest noch Blut an der Uniform. Deshalb noch mal die Frage, was hast du nun in den letzten 3 Tagen gemacht?“

Sharon verzog das Gesicht und verstand nicht worauf Kara hinauswollte.

„Wieso 3? Du meinst heute! Das weißt du doch, die Nudeln, dein Gebräu und anschließend wollte ich zu Helo. Boomer und du hattet doch noch Scherze über ihn gemacht.

„Wo wolltet ihr euch treffen?“

„An unserem Raptor!“

„Was wolltet ihr um diese Zeit an eurem Raptor?“

Die Blicke von Karl und Sharon wurden verlegen. Kara verstand sofort was die Blicke des Paares zu bedeuten hatte. Dennoch wollte Starbuck wissen welchen Weg sie entlang ging und wen sie dabei traf. Athena erzählte dass sie sich nur noch an den Waschraum erinnerte, danach wachte sie in der Zelle auf.

„Bei unserer Vernehmung hattest du gesagt du erinnerst dich erst wieder ab der Colonial One.“

„Ich weiß es nicht, Starbuck! Ich weiß nur dass ich hier neben ihm aufgewacht bin. Ansonsten hab ich nur vereinzelte Brocken die ich nicht zuordnen kann.“

„Sharon, kann ein cylonischer Schläfer ein zweites Mal schlafen gelegt werden?“

„Nein, Starbuck! Wenn das cylonische Bewusstsein erst einmal als primäres Bewusstsein fungiert gibt es kein zurück!“

Sharon griff nach der Hand ihres Mannes und versuchte die Situation zu begreifen.

„Was passiert jetzt mit uns?“ wollte Sharon von ihrer Freundin wissen.

„Welchen Waschraum?“ kam als Gegenfrage vom XO.

„Der 2 Gänge weiter, wo wir uns jeden Morgen treffen.“

Kara stand auf und befahl der Wache den Gefangenen etwas zu essen zu bringen und für Athena eine Blutprobe anordnen zu lassen. Starbuck ging zu Adama und wollte um die Übertragung der Strafermittlungen bitten.

Sharon strich ihrem Mann über die Wangen und lächelte ihm zu.

„Du bist ein Trottel!“ sagte sie ihm frei heraus ins Gesicht.

„Das wusstest du doch von Anfang an, Sharon. Warum bist du mit mir zusammen?“

„Weil ich mich in den Trottel verliebt habe!“

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------


Hera eilte in den Besprechungsraum der Seals. Boomer wollte sie unbedingt dabei haben wenn die Spezialeinheit das Basisschiff infiltrierte.
Der Raum war dunkel und Sharon hatte schon angefangen als sich Miracle einen Platz in den hinteren Reihen suchte.

„Wir werden mit den gekaperten Schiffen auf dem Basisschiff landen. Der cylonische Code wird uns dabei die Tore öffnen. Aus den Daten, welche uns dank Miracle, in die Hände gefallen sind, konnten wir entnehmen das die Basisschiffe nicht nur den Code überprüfen sondern auch den Schiffstyp. Mit einem Raptor hätten wir also schlechte Karten gehabt.“

Ein Seal bediente den Beamer und zeigte als nächstes die Befehle für den anstehenden Einsatz.

„Wenn wir im Schiff gelandet sind, werden wir uns in 3 Gruppen umgliedern. Gruppenführer und ihre Gruppen sind auf Seite 3 in euren Unterlagen. Wir müssen 3 Stationen ausschalten um das cylonische Schiff gefahrlos übernehmen zu können.

Gruppe 1 wird das wichtigste Ziel angreifen – die Kommandobrücke. Sie wird am schwersten bewacht. Rechnet mit Elitewachen von Cylonen und Xenon. Denn hinter der Brücke befindet sich ebenfalls der Aufenthaltsraum von Gaius Baltar. Für diejenigen, der dieser Name kein Begriff ist. Gaius Baltar ist verantwortlich für den Untergang der 12 Kolonien und für den Tod von Milliarden von Menschen. Er ist das sekundäre Ziel auf der Brücke.

Gruppe 2 wird die zentrale Gedächtniseinheit des Schiffes angreifen. Dort befindet sich ebenfalls der Zentralrechner des Schiffes. Es ist eine Art Gehirn, welches, von der Brücke aus gesteuert, mit allen Jägern und Centurion verbunden ist. Hera wird sich in sein System hacken und somit das komplette Schiff lahm legen. Die Cylonen halten ihre Schiffe unangreifbar und haben deshalb keine sekundäre Gedächtniseinheit. Wir müssen dennoch schnell vorgehen, bevor sie diese Einheit vom Netz nehmen. Nur über dieses haben wir die einzige Möglichkeit alle Verteidigungsmaßnahmen auf einmal auszuschalten. Rechnet hier ebenfalls mit heftigem Widerstand.

Gruppe 3 zerstört die Kommunikationsanlage. Sie liegt am Rand der mittleren Sektion. Laut den Aufzeichnungen ist da nicht viel los. Überwältigt das Personal und legt mit unserem Virus die Kommunikation lahm.

Unsere Angriffe müssen synchron verlaufen. Ein Fehler und wir sehen die Galactica, unsere Kameraden und Freunde nie wieder. Wir werden erst angreifen wenn wir unsere Ziele erreicht haben, bis dahin gilt schießen wenn wir beschossen werden. Um das zu vermeiden muss unser Vorgehen schnell, hart und effektiv verlaufen.

Alles Weitere steht in euren Unterlagen. Gibt es Fragen bis hierhin?“

Boomer blickte in die Gesichter der Männer und Frauen. Niemand meldete sich und warteten einzig allein auf den Marschbefehl.

„Gut! Dafür wurden wir ins Leben gerufen, dafür haben wir hart trainiert. Auf dem Planeten war zum warm werden. Jetzt können wir zeigen was wir können. Bringen wir dem Admiral ein Geschenk mit. Einsatzbereitschaft um 1600, Einsatzbeginn um 1700 – Wegtreten!“

Der Raum leerte sich. Hera folgte dem Waffenwart zur Ausrüstungskammer, wo sie ihre angepasste Rüstung bekam. Sharon schaute auf die Uhr. Es waren nur noch wenige Stunden bis zum Einsatz. Sie setzte sich in ihren Stuhl und ging ein letztes Mal Heras Daten über Baltars Schiff durch.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Kara stand im besagten Waschraum und ließ ein Spurenteam sämtliche Fingerabdrücke und andere verwertbare Spuren sichern. Sie wusste dass sich in 3 Tagen ein Tatort verändern konnte und wichtige Beweise verschwanden. Lee versicherte ihr das er Athena Glauben schenkte, doch sie müsste ihm Beweise liefern.

Boomer stieß auf Befehl zu ihr, da Kara ein paar klärende Fragen an sie hatte.

„Hey, du hast nach mir verlangt? Hoffe geht schnell, ich muss bald los!“

Die Frauen gingen in eine fertige Ecke des Raumes bevor Kara ihre Fragen stellen wollte.

„Ich weiß nicht wie ich anfangen soll, aber…….“

„Einfach frei raus!“ forderte Boomer den XO auf.

„Ok, als dein cylonisches Bewusstsein aktiv wurde, wie lange dauerten deine Blackouts und konntest du dich an irgendetwas erinnern?

Tyrols Frau musste auf diese Frage erst einmal schlucken bevor sie sie beantworten konnte.
Es war Sharon nicht angenehm über ihre Erlebnisse mit dem aktiv gewordenen cylonischen Bewusstsein zu reden.

„Wegen Athena, oder? Es dauerte maximal ein paar Stunden. Erinnerungen, nein. Eher Vorahnungen. Aber das Bewusstsein gibt sich seinem Wirt zu erkennen. Ich schrieb mir selbst das Wort Cylon auf den Spiegel. Man weiß es, aber will es nicht wahrhaben. Wenn es einmal aktiv ist, kann man nicht ein zweites Mal zum Schläfer werden. So was wie einen doppelten Schläfer gab es in meiner Reihe nicht.“

„Athena sagte aus ihr fehle ein paar Tage im Gedächtnis. Nach unserem Abend war Ende für sie…..“

„Starbuck, da gibt es nur 2 Möglichkeiten. Entweder sie wurde manipuliert oder tat es bewusst. Dass sie seit Jahren mit Roslin im Streit lag wird eine enorme Rolle spielen. Und dass man sie aus der Schleuse werfen wollte, Hera wegnahm, macht es nicht einfacher.“

„Für ihre Freundin klingst du ganz schön hart ihr gegenüber!“

„Ich wollte nicht auf den alten Mann schießen und habe es getan. Baltar wollte ich das Herz aus seiner Brust reißen, und diesen Gedanken hege ich heute noch. Wenn das alles war, mein Team wartet.“

Starbuck entließ Boomer. Sie ließ sich ihre Worte nochmals durch den Kopf gehen. Sharon wollte ihr damit einen Hinweis geben das sie und Athena in ihren Denk- und Handlungsweisen gar nicht mal so unähnlich waren. Das schätzte Kara so an der cylonischen Psychologie. Hier konnte man wirklich alle über einen Kamm scheren.

„XO?“

Ein Ermittler riss sie aus ihren Gedanken und zeigte ihr einen kleinen Beutel. Darin befand sich ein kleines Stück Gras.

„Und was soll ich damit anfangen, Sergeant?“

„Das ist argonisches Seidengras, Sir. Wenn man sich kein Raumkraut leisten konnte, stieg man auf dies hier um. Die Grashalme werden getrocknet und anschießend gemahlen. Danach gibt es fast keine Grenzen um etwas für das höhere Bewusstsein herzustellen.“

Kara schaute sich den kleinen Beutel der Spurensicherung an. Er sagte ihr das es Tage dauerte bis alle Fingerabdrücke zugeordnet werden konnte. Dies war ihr einziger eindeutiger Hinweis den sie im Abfluss eines Waschbeckens fanden.

„Sergeant, noch eine Frage. Wie verabreiche ich mir so was?“

„Je nachdem was sie haben wollen, XO. Rauchen, schniefen, spritzen, schlucken – man kann sich bei diesem Dreckszeug nahezu alles vorstellen.“

„Und was bewirkt es?“

„Eine Art Trance. Es war besonders bei Jugendlichen beliebt und gern gesehen auf Parties. Vor allem konnten die Kids alles live miterleben – wie ein sehr bunter Film eben.“

„Blackouts? Gedächtnisverlust?“

„Dann wurde es für immer schwarz, Sir. Dieses Zeug verstärkt jeden Zusatz um mindestens das 3-fache. Ein Milligramm zu viel und sie konnten den Junkie mit dem Leichensack abholen.“

Sie übergab ihm den kleinen Beutel mit dem Auftrag diesen vorrangig zu untersuchen. Sie hoffte das sich darauf Partikel befanden die den Herkunftsort verrieten.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Colonial One

Vize-Präsident Linda Horutko empfing Admiral Adama im Büro von Laura Roslin.
Sie ließ sich für dieses Gespräch eine Kanne Kaffee kochen und bat Lee es sich gemütlich zu machen.

„Admiral, schön sie mal persönlich kennen zu lernen. Bisher kannten wir uns nur von Hörensagen. Wie läuft es bei der Ermittlung in der Mordsache von Präsident Roslin?“

„Wir stehen noch am Anfang, Mrs. Horutko. Mein XO kümmert sich selbst um die Angelegenheit.“

Linda nahm einen Schluck und wollte eigentlich was anderes hören.

„Soweit ich im Bilde bin haben sie den Mörder der Präsidentin, und zwar einen cylonischen Agenten…..“

Lee unterbrach den Satz der Vize-Präsidentin und berichtigte sie. Beim Verdächtigen handelte es sich um ein Mitglied seiner Crew und keinen Agenten. Er bat das im weiteren Verlauf des Gespräches zu berücksichtigen.

„Wie auch immer, Admiral. Der Rat ist von ihrer Schuld überzeugt. Ihr Ermittler, Captain Wagner, berichtete das ihr Crewmitglied schon seit Jahren einen Groll gegen sie hegte. Roslin bedrohte nicht nur sie, sondern auch ihre Familie. Dies und die Tatsache dass es sich um einen Cylonen handelt, legt die Wahrscheinlichkeit sehr nahe das sie auch die Täterin ist. Verbessern sich mich, aber sie wurde mit der Tatwaffe und mit Blut von Roslin an Händen sowie Uniform aufgegriffen. Wer sagt das sie kein Agent ist?“

Lee nahm sich etwas Gebäck und hatte in diesem Augenblick keine Lust mehr das Gespräch weiterzuführen. Würde er Athena nicht kennen, würde er ebenfalls es als Tatsache ansehen dass in seiner Brick die Mörderin saß. Doch er konnte den Gedanken nicht loslassen das Athena unschuldig war. Leider fand er keine entlastende Begründung dafür.

„Der Rat fordert ein schnelles Verfahren. Die Cylonen sind unsere Feinde, das heißt dieses Ding in ihrer Zelle ist unser Feind. Und danach sollten wir handeln. Es fanden sich Vertreter für eine Anklage. Bereiten sie sich darauf vor den Gefangenen morgen auf die Excelsior zu bringen für die erste Anhörung. Man wird die Todesstrafe fordern, und ich unterstütze diese Forderung. Nach meiner Amtseinführung wird dieses Urteil rechtskräftig sein.“

„Sie haben es ganz schön eilig, Mrs. Horutko. Weshalb die Eile?“

„Das haben sie sich selbst zuzuschreiben, Admiral Adama. Sie haben durch ihr Vorgehen gegen die argonische Wirtschaftgilde die Lage nicht gerade entschärft. Sie mögen sie durch ihren Einsatz eingeschüchtert haben, aber wir werden über dieses Thema noch mal gesondert reden müssen. Ich sehe sie als nicht geeignet für einen so wichtigen Posten. Mit der Galactica haben sie eine unbeschreibliche Machtstellung innerhalb der Flotte, womit ich zu meinem nächsten Punkt komme. Ab sofort verfüge ich dass die Verfassung die Notstandsverordnung ablöst. Ihr kurzes Gastspiel ist damit beendet, Admiral!“

Adama stand auf und bedankte sich für die Einladung. Für ihn war die Unterhaltung offiziell beendet und meldete sich auf die Galactica ab. Horutko sprang erbost auf und forderte den Admiral auf sich sofort zu setzen. Sie war mit ihren Punkten noch nicht am Ende.

„Haben sie sich mit der argonischen Seite geeinigt?“

„Ich sagte doch schon, Admiral, die Lage ist weiterhin gespannt!“

„Dann halte ich weiterhin das Kriegrecht aufrecht bis sie eine ordentlich gewählte Regierung auf die Beine gestellt haben. Und es ist peinlich genug sie daran zu erinnern das nur der Präsiden der 12 Kolonien das Kriegsrecht aussetzen kann, Frau Vize-Präsident!“

Lee ließ Linda Horutko sprachlos in ihrem Büro zurück. Im Hangar wartete bereits sein Raptor der ihn zurück auf sein Schiff brachte.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Battlestar Galactica
Standort: Äußerer Rand Tharkas Stern
Auftrag: Schutz der Flotte


Boomer kontrollierte gemeinsam mit ihren Gruppenführern die Ausrüstung auf Vollzähligkeit während ihr Mann die beiden Raider flugfertig machte.
Ihre Seals waren ein wenig nervös vor dem Einsatz. Aber das war für sie ein gutes Zeichen. Sie setzten sich mit ihrem Auftrag auseinander und blieben wachsam.
Ihr Stellvertreter hakte den letzten Ausrüstungsgegenstand ab und meldete Vollzähligkeit.
Boomer befahl daher Abflug in 5 Minuten. Ihr Stellv. sammelte den Rest der Seals ein und verteilte sie auf die Raider.

Adama landete auf Galactica und wünschte seinen Seals gute Jagd, vor allem nach Gaius Baltar.
Sharon nahm ihren Mann zur Seite und begann ihn leidenschaftlich zu küssen.

„Wow, ich hoffe das soll nicht heißen das du nicht mehr zurückkommst!“

„Nein, Chief! Das soll nur die Anzahlung für später sein. Damit habe ich schon 1 Grund nicht zu versagen. Und wie du siehst sind wir nicht die einzigen!“

Sharon wies in eine etwas ruhigere Ecke des Hangars, wo Hera ihrem Mann auf leidenschaftliche Weise Aufwidersehen sagte.

„Gute Jagd, Captain. Wir warten auf dich!“

„Sag den Kindern wie sehr ihre Mami sie liebt. Ich muss los!“

Sharon gab ihrem Mann einen letzten Kuss und stieß zu ihren Männern. Die Raider hatten Startfreigabe. Boomer sah ihrem Mann nach bis sich die Luken schlossen und die Raider sich anschließend auf den Weg zum Basisschiff machten.

„Hier, soll ich dir vom CAG geben!“

Hera reichte Boomer das Schwert von Thomas. Es sollte ihr gute Dienste leisten während des Einsatzes. Sharon nahm es dankend entgegen und befestigte es an ihrer Rüstung.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Kara saß in der Zelle bei Athena und glich mit ihr die letzten Erinnerungen ab als Lee den Raum betrat. Athena stand auf und salutierte während ihr Mann im Bett liegen blieb.

„Rühren, Captain!“ befahl er ihr darauf.

„Ich hoffe du hast dich wieder etwas abgekühlt, Schwachkopf!“

Die Wache schloss die Tür zu Helos Zelle auf und ließ sie offen stehen. Karl wusste nicht was Lee vorhatte und blieb sicherheitshalber liegen.

„Gibt es was Neues?“ fragte ihn sein XO, nachdem er früher als geplant von der Colonial One zurückkam.

„Sie wollen ein schnelles Verfahren, und das Urteil steht auch schon. Athena, ich frage dich das nur einmal, und lüge mich nicht an! Bei aller Freundschaft, lüge mich nicht an! Hast du Präsident Laura Roslin bewusst ermordet?“

Helo sprang auf und wollte Lee für diese Frage einen verpassen. 2 Marines gingen dazwischen und hielten Sharons Mann davon ab.

„Helo, du verdammter Idiot – hör auf! Lee, ich würde dir so gerne sagen das ich nichts getan habe. Aber ich weiß es nicht. Ich habe es mir selbst durch den Kopf gehen lassen und kam selbst nur zu einem Ergebnis. Ich hatte die Waffe, ihr Blut war an meinen Händen – ich war es! Ich bin schuldig!“

„Sharon nein! Admiral, hör nicht auf sie! Sie weiß nicht was sie da redet! Sie ist unschuldig!“

Athena ging zu ihrem Mann und nahm ihn in ihre Arme um Helo zu beruhigen. Adama befahl den Marines bis zur Verhandlung Athena in ihre alte Zelle zu sperren. Sein XO bekam die Erlaubnis Sharon zu vertreten und weitere Beweise für ihre Unschuld zu suchen.

„Warum, Sharon?“

„Es tut mir leid, Helo!“

Marines trennte das Paar und brachte Athena in ihre Zelle.

Viper047
17-01-2008, 05:07 PM
Kapitel XVIII



Feuertaufe ( Teil 3 )



Captain Sharon Valerii
Rufname: Boomer
Raider 1
Standort: Äußerer Rand Tharkas Stern
Auftrag: Infiltration Basisschiff B26-H

„Meinst du sie haben es geschluckt?“

Boomer saß neben Hera als das Basisschiff den Zugangscode abfragte. Die 2 gekaperten Raider reihten sich in eine Staffel landende Raider mit ein.

„Boomer!““

Ein Seal rief Sharon in den hinteren Teil des Schiffes. Dort hatten sie die Nervenbahnen des Schiffes mit einem Computer verbunden. Eine Reihe von Zahlen und Buchstaben wurden übertragen und auf dem Schirm sichtbar gemacht.

„Wir sind drin! Raider 2 und wir landen sogar in der mittleren Sektion. Von dort können wir überall auf dem Schiff hin. Sie laden uns förmlich ein!“

„Dann wollen wir unsere Gastgeber nicht enttäuschen. Du gehst mit 2, schnapp dir dein Zeug. Der Rest, Waffen Fertigladen! Die Show beginnt in wenigen Augenblicken!“

Raider 1 und 2 passierten die Anflugschleuse für die mittlere Sektion des Schiffes. Ein Autopilot übernahm die Landung der beiden schweren Jäger.
Hera passte nach der Landung einen geeigneten Augenblick ab und gab Boomer ein Zeichen dass sie gefahrlos ausrücken konnten. Die Gruppenführer übernahmen ihre Soldaten und teilten sich in 3 Gruppen auf. Boomer hatte nur ein Ziel vor ihren Augen – Gaius Baltar.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------


Battlestar Galactica
Standort: Äußerer Rand Tharkas Stern
Auftrag: Schutz der Flotte


Adama saß in seinem Quartier als Helo zu ihm befohlen wurde. Er bat Heras Vater einen Moment draußen zu warten bis er den Papierkram durchhatte. Dee brachte ihrem Mann einen nicht unerheblichen Stapel an Befehlen und Berichten.
Helo wurde die Wartezeit zuviel und die Nervosität steigerte sich. Vor kurzem schien es ihm egal zu sein, was zwischen ihm und seinen Freund Lee Adama geschah. Seit dem Aufenthalt auf dem Kampfstern schien ihre Männerfreundschaft darunter zu leiden, und seine Waffe am Kopf vom Admiral markierte den Höhepunkt.

„Der Admiral erwartet dich!“

Dee verschwand mit den unterschriebenen Papieren. Ihr Blick verhieß nichts Gutes.
Er meldete sich bei seinem kommandierenden Offizier und nahm auf dessen Befehl Platz.

„Karl, wie lange sind unsere Kinder schon zusammen?“

„Seit der Akademie, warum?“

Lee entnahm eine kleine Box aus seiner Schublade und warf sie Cpt. Agathon auf den Schoß.
Helo ahnte was der Inhalt war und öffnete die kleine blaue Box. Jeder hätte sich über dessen Inhalt gefreut, doch Karls Freude hielt sich in Grenzen.

„Wir sind schon ein paar Jahre Freunde! Unsere Familien unternahmen schon einiges zusammen. Nach Jahren mit kurzen Lebenszeichen dachte ich wir würden uns vertrauen, einander kennen. Aber du hast mich eines besseren belehrt. Ich bin nicht nur menschlich von dir enttäuscht worden.“

Lee stand auf und befahl Helo Haltung anzunehmen. Karl hatte schon seit einiger Zeit die Stehzeit für den Dienstgrad Major überschritten und der Admiral beförderte ihn zu Major Agathon. Nach dem Händedruck und Überreichung der Urkunde setzten sie sich wieder.
Aus einer Mappe entnahm Lee ein Papier und blickte Helo sehr ernst an.

„Mein Vater hätte dich für den Rest der Reise in der Brick schmoren lassen, die Idee finde ich gar nicht mal so schlecht. Aber ich brauche dich, da du zu den wenigen erfahrenen Offizieren gehörst. Ich habe es mir sehr sorgsam durch den Kopf gehen lassen und bin zu einer Entscheidung gekommen. Ich werde es vielleicht irgendwann vergessen dass du mich mit einer Waffe bedroht hast und damit eine Straftat….“

Helo versuchte angestrengt herauszufinden was auf ihn zukam. Aber der Blick des Admirals verriet ihm nichts. Er wusste, egal was kam, die Freundschaft der Männer nicht mehr dasselbe sein würde.

„Ich degradiere dich daher auf unbestimmte Zeit in den Dienstgrad eines Captains. Weiterhin wirst du die nächsten zwei Wochen in der Brick verbringen. Du wirst ganz normal deinen Dienst verrichten und deine Freizeit in der Zelle verbringen. Kein Casino, kein Alkohol oder sonstige Vergnügungen. Und ob ich dir ein Besuchsrecht für deine Frau einräume werde ich mir noch mal überdenken.“

Karl übergab ihm die Rangabzeichen, er hätte mit schlimmeres gerechnet und wusste dass ihn Lee mit einem dunkelblauen Auge hat davonkommen lassen. Adama befahl ihn zurück zu seinem Dienst und sich in nächster Zeit nichts mehr zu erlauben.

„Es tut mir leid, Lee. Wenn ich könnte, würde ich die Zeit wieder zurückdrehen!“

„Dafür ist es zu spät, Captain!“

Helo wusste dass jedes weitere Wort die Angelegenheit verschlimmerte und meldete sich zum Dienst ab.

„Captain!“

„Ja, Sir?“

„Ich weiß dass dich dein Weg an ihr vorbeiführt. Du hast 10 Minuten, die Wache weiß bescheid. Nutz diese Zeit weise!“

Karl verstand und machte sich auf den Weg zu Athenas Zelle.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Der Corporal der Wache öffnete Cpt. Agathon die Tür. Sharon freute sich über den Besuch und entnahm den Hörer von ihrer Seite. Karl wollte dasselbe tun als der Marine die Tür aufschloss.

„Sie haben 10 Minuten, Sir!“

Helo ging zu seiner Frau und das Paar drückte sich fest.

„Hey, großer Mann. Nicht weinen!“

Sharon wusch ihren Mann die Tränen aus dem Gesicht und gab ihm einen Kuss auf den Mund.

„Warum, Sharon?“

Athena saß sich mit ihrem Mann auf das Bett. Sie hielt seine Hand ganz fest und blickte nach draußen. Der Marine zeigte ihr dass das Paar noch 9 Minuten hatte.

„Ich finde es süß was du für mich tust, aber ich will nicht dass du darunter leidest. Der Admiral und der XO glauben an meine Unschuld, aber ich bin mir selbst nicht sicher ob ich auch tatsächlich die Waffe nicht abfeuerte. Helo, wir hatten dass alles schon mal und wir taten viele dumme Sachen um zusammen sein zu können.“

„Ich würde alles für dich tun, ich hoffe das weißt du, Sharon. Du bist unschuldig! Ich hätte mit dir gleich verschwinden sollen. Das du hier bist ist meine Schuld!“

„Und was dann, Helo? Für immer auf der Flucht?“

„Solange wir dabei zusammen sind ist mir alles andere egal!“

Erneut blickte Sharon zur Wache. Sie hatten nur noch 5 Minuten bis er Karl zum gehen auffordern musste.

„Was ist mit Hera? Soll sie mit uns fliehen? Was ist mit ihrem Mann, wollen wir sie Auseinaderreißen? Oder soll sie zurückbleiben? Eine Flucht wäre ein Schuldeingeständnis und ich würde dich mit reinziehen. Das kann es nicht sein Helo. Sofern die Götter wollen wird alles ein gutes Ende nehmen.“

Ihr Mann wollte noch etwas sagen, aber Sharon verhinderte weitere Worte indem sie ihre Lippen auf seine presste.

„Du musst jetzt gehen. Wir sehen uns in spätestens zwei Wochen wieder. Pass solange auf unsere kleine Familie auf und versuche keinen Blödsinn zu veranstalten. Ich liebe dich, Helo!“

Sie gab ihrem Mann einen letzten Kuss bevor die Wache Karl aus der Zelle begleitete. Sharon stimmte Adama zu die zwei Wochen Trennung als Strafe zu akzeptieren. Als Karl an der Tür stand drehte er sich ein letztes Mal um. Sei Frau sah ihm nach und flüsterte ihm noch mal zu wie sehr sie ihn liebte.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Adama stand an seinem Lagetisch und verfolgte die Auftankung eines Zivilschiffes mit Wasser. Sein Sohn fühlte sich fit genug und war selbst vor Ort um den Einsatz zu leiten. Über Funk konnte er jeden Schritt seines Sohnes verfolgen.

„Ok, Red Queen – sieht gut aus. Neigungswinkel beibehalten, Geschwindigkeit auf +/- 0. Sie haben noch 10 bis Kontakt!“

„Verstanden Raptor 201, Geschwindigkeit angepasst, Neigungswinkel beibehalten, 10 bis Kontakt!“

„Red Queen, Neigungswinkel auf +/- 0, Geschwindigkeit beibehalten, Kontakt - Tankstutzen ausfahren, Galactica gibt ihnen grünes Licht zur Auffüllung Wasservorrat.“

„Red Queen beginnt mit Auffüllen mit Wasservorrat….“

Sein XO stellte sich zu ihm und blickte interessiert auf seinen Monitor.

„Der macht das schon den ganzen Tag. Manch anderer hätte nicht mehr die Konzentration hierfür.“

Starbuck übergab ihm einen kurzen Zwischenbericht der Spurensicherung und bat um ein paar freie Minuten.

„Und das haben die an diesem Stück Gras gefunden?“

„Laut Wagner gibt es diese Art von Kühlstoff an Bord der Ariel. Ich will mich mit ein paar Marines dort umsehen. Wenn wir Glück haben machen wir heute eine Drogenküche dicht!“

Lee gab ihr die Erlaubnis auf die Ariel zu fliegen und ihrer Spur nachzugehen. Kara wusste nicht ob dieser Fund mit Athenas Fall zusammenhing. Aber es war ihr einziger Anhaltspunkt.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Captain Sharon Valerii
Rufname: Boomer
Standort: Äußerer Rand Tharkas Stern
Cylonisches Basisschiff B26-H
Auftrag: Infiltration Basisschiff B26-H

Langsam bewegte sich die Spezialeinheit durch eine Röhre des Basisschiffes. Sie führte zur Kommandoebene und von da war es nur noch ein Katzensprung bis zur Brücke. Die Seals kamen ohne Probleme durch, alle 3 Gruppen wurden nicht entdeckt.

Boomer ging voran und erreichte als Erstes den Ausstieg. Er mündete in einer abgelegenen Kammer der Kommandoebene. Leise stiegen die Seals aus der Röhre und nahmen eine Rundumsicherung ein. Ein Späher bewegte sich leise nach vorne um die Lage aufzuklären.
Sharon wartete solange und behielte die einsehbaren Gänge im Auge.

„Boss!“

Der Späher rief über den Helmfunk seinen Kommandoführer. Boomer hatte auf ihre Positionsanzeige die Stelle des Spähers und näherte sich ihm vorsichtig.

„Was gibt es Wilson?“ fragte sie nach.

Der Seal zeigte ihr 3 Cylonen, die sich langsam auf die Gruppe zu bewegte.

„Was tun wir, umgehen?“

Die Cylonen blieben unerwartet stehen und unterhielten sich. Sie trugen dunkle Roben mit einem roten Symbol. Sharon schaute sich um und überlegte die weitere Vorgehensweise als sie in eine Umkleidekabine entdeckte. An einem Haken hang ebenfalls einer dieser Roben und ihr kam eine Idee.

„Wilson, weiterhin Vorfeld beobachten. Ich komme gleich wieder!“

Sharon schlich sich in den Raum und kontrollierte ob sie alleine war.
Ihr Seal beobachtete weiter die Gruppe als ihm Boomer ihren Helm an die Seite legte.

Sie ging zur Gruppe, die sie freundlich begrüßte.

„Hallo, du kommst gerade rechtzeitig. Cavil wird mit seiner Unterweisung gleich im großen Saal beginnen.“

„Dann wollen wir ihn doch nicht warten lassen, oder?“

Die Cylonen stimmten Sharon zu und gingen in die Umkleidekabine um ihre Lernunterlagen zu holen. Sharon folgte ihnen mit etwas Abstand.

„Ich bin so aufgeregt. Man sagt seinen Worten nach sie sollen so scharf wie die Klinge eines Schwertes sein!“

„Ich schätze die Wirkung seiner Worte werden allgemein überschätzt was die Schärfe betriff!“

Die Cylonen vernahmen die Worte von Boomer und wollten ihren Lehrmeister verteidigen als ihnen die Worte im Halse stecken blieben. Sharon zog aus ihrer Robe ein Schwert und bewegte es blitzschnell durch die Reihe der Cylonen.

In einem sicheren Abstand wartete Sergeant Wilson auf seinen Kommandoführer als diese vor die Kabine trat. Sie blickte sich kurz um und gab ihrem Späher das Zeichen das die Gruppe nachrücken sollte. Sie zog sich die Robe wieder aus und wischte damit das Blut von der Klinge ab.

----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Argon Passagierliner Ariel

Starbuck war in Zivil unterwegs konnte durch ihr Verhandlungsgeschick einen Namen erfahren. Den Marines fiel im Hangar des Schiffes ein „Ocao“-Dealer in die Hände.
Ocao war auf Argon Prime eine beliebte Partydroge und versetzte den Konsumenten in eine Art Trance. Sie vermittelte dem Gehirn das seine Umwelt mal in doppelter oder halber Geschwindigkeit ablief. Somit konnte der derjenige das Geschehen um ihn herum im Vorlauf oder gleich zweimal erleben. Je nach geistigen und körperlichen Zustand des Konsumenten hinterließ diese Droge Schäden am Gedächtnis, das normalerweise in Minutengrenzen hielt. Kurz vor dem Angriff auf Argon Prime wurden auch unter den Ocao-Konsumenten Fälle bekannt dass diese Droge nach längerem Gebrauch Gedächtnisausfälle von Wochen oder Monate verursachte und diejenigen auch oft an einem Hirnschlag starben.

Nach nur wenigen Minuten verriet ihr der Dealer alles was sie wissen wollte. Starbuck wandte sehr gern ihre „Eieruhrtechnik“ bei den Herren der Schöpfung ein um an gewünschte Informationen zu kommen.

Der XO und seine Marines waren im hinteren Teil des Schiffes und suchten eine Frau namens Sara Rith. Sie soll die Flotte mit verbotenen Mitteln versorgen unter dem Mitwissen der Wirtschaftsgilde. Sie kamen in eine Bar und Starbuck fragte den Barmann nach der Frau.
Ohne Verdacht zu schöpfen zeigte er auf eine junge Frau im hinteren Teil des Lokals. Kara sah sich beim Hingehen die Gäste etwas genauer an und erkannte sofort wer zu ihr gehörte.
Die Jahre als Kopfgeldjäger zahlten sich aus.

„Was kann ich für die alte Jungfer tun?“ fragte Sara als sich Starbuck zu ihr saß.

Sara war nach Einschätzung keine 26, ca. 170cm und Modelmaße. Ihr blondes Haar war gefärbt und ihre blaue Augenfarbe waren täuschend echte Kontaktlinsen.

„Vielleicht sollst du eher fragen was ich für dich tun kann!“

Sara musste schmunzeln und zeigte Kara ihre Mitarbeiter mit einer unauffälligen Kopfbewegung.

„Du siehst nicht so aus als könntest du mir von nutzen sein. Also, Oma, nimm deine Gehhilfe und mach dass du dich vom Acker machst. Oder meine Mitarbeiter werden etwas höflich nachhelfen.“

„Dann willst du sicherlich nicht wissen wollen das Van de Weyd in einer Zelle auf der Galactica einsitzt. Ist nur eine Frage der Zeit bis sie unter Adama anfängt zu singen.“

Starbuck stand auf und bewegte sich zum Ausgang. Sie gab einem Marine unauffällig einen Hinweis dass eine Planänderung anstand als Sara ihren Bodyguards befahl Starbuck an ihren Tisch zurück zu begleiten.

„Warte doch mal, ich glaube wir haben uns auf dem falschen Fuß erwischt. Nimm doch Platz, kann ich dir was zum trinken anbieten?“

Sara lächelte und bot ihr einen Platz an. Starbuck verlangte nach einem „richtigen“ Getränk, worauf ihr ein edler Whisky gebracht wurde. Starbuck schnappte sich die Flasche bevor der Bedienung die Möglichkeit hatte sie wieder mitzunehmen.

„Also, du hattest eben Adama und Van de Weyd erwähnt. Wie stehst du persönlich zu Adama?“

„Gib mir ne Knarre und zeig dir wie wir zueinander stehen!“

Beide Frauen nahmen einen Schluck und Kara hatte ein gutes Gefühl für den weiteren Gang des Gespräches.
„Dann hätten wir schon eine Grundlage, was ist dein Problem mit dem Chef der Galactica?“

„Er unterbindet meine humanitäre Hilfeleistung von Medikamenten für zahlungskräftige Kunden!“

Sara schien anzubeißen. Starbuck ging im guten Glauben davon aus das Rith keinen bösartigen Verdacht hatte.

„Und von welchen armen Seelen reden wir?“

„Excelsior!“

Sara bestellte den Frauen noch eine Flasche und befahl ihren Männern dass sie unter keinen Umständen gestört werden wollte. Zu der Flasche brachte die Bedienung das aktuelle Stammessen, was Starbucks leeren Magen sehr freute.

„Wenn wir schon dabei sind Freundinnen zu werden, du und Adama?“

„Er hat ein paar von meinen Schiffen auf dem Gewissen, habe durch ihn einige Credits verloren.“

Kara hörte ihr wenige Momente zu bevor sie die Gelegenheit ergriff das Thema zu wechseln.
Sie wollte wissen wie genau die Verbindung zwischen ihr und Weyd war.

„Sag mal, wie stehst du zu Van de Weyd?“

Sara legte ihr Besteck zur Seite und nahm sich einen Schluck aus ihrem Glas.

„Farina wollte innerhalb der Flotte groß raus und ich griff ihr unterstützend unter die Arme. Mehr musst du nicht wissen, werte Freundin!“

„Lass mich raten, Roslin?“

„Du bist ziemlich gut informiert, werte Freundin…..“

Starbuck wurde von ihrem Gespräch mit Rith abgelenkt als ein Kind mit seiner Mutter vorbeiging. Sie blieben neben Starbuck stehen und die Mutter wischte mit einem Handtuch die Hände ihres Kindes.

„Mama, das Schiff hat Aua, da läuft Blut raus.“

Die Mutter reagierte darauf und fragte wo sich er mit dem Blut beschmierte. Starbuck entschuldigte sich bei Sara und sprang auf. Sie ging in das Männer WC und schaute nach der Stelle. Hinter einer Verkleidung sah Kara Blut hervor laufen und schaute genauer nach.

„Bei den Göttern, das kann nicht sein….“

Starbuck eilte vor das WC. Vor ihren Augen schien sich alles in Zeitlupe abzulaufen. Verschiedene Augen sahen sie an als wüssten sie was Starbuck entdeckte. Der Barmann ließ das Glas in seiner Hand fallen und zeigte auf sie. Der XO sah wie sich sein Arm in ein Bordwaffe wandelte und auf sie zielte.
„Toaster!“ schrie sie und zog instinktiv ihre Waffe.

Sie gab 2 Schüsse auf den Xenon ab suchte sich eine Deckung. Draußen ertönte ebenfalls Gewehrfeuer. Geschrei von Zivilisten hörte man im ganzen Schiff. Einer ihrer Marines kam in das Lokal und feuerte eine Gewehrgranate auf den Xenon. Dieser sah sie nicht kommen, da er sich auf Starbuck fixierte, und zerriss den Xenon in Stücke.

„XO!“

„Hier, Sergeant!“

Kara stand auf und schaute nach Sara Rith. Sie wurde von einer Energieentladung des Xenons getroffen und war auf der Stelle tot.

„Verdammt!“ fluchte sie und bewegte sich mit dem Soldaten zum Ausgang.

Auf dem Flur schmissen weitere Marines einen Wäscheschrank um und schufen sich eine vorübergehende Deckung. Aus den Wandverkleidungen kamen Centurion und nahmen die kolonialen Soldaten unter Feuer.

„Janet, ich brauche eine Verbindung zur Galactica!“ schrie Starbuck zu ihrem Fernmelder und feuerte ein weiteres Magazin auf den Cylonen.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Battlestar Galactica
Standort: Äußerer Rand Tharkas Stern
Auftrag: Schutz der Flotte


Adama ging die Liste für die Betankungen durch. Der Transporter Luku war das letzte Schiff und sein CAG freute sich darüber endlich aus dem Raptor raus zu können.
Im CIC war es ruhig und der Schichtwechsel stand kurz bevor. Lee sah zu seiner Frau und überlegte währenddessen was mit dem angebrochenen Abend anfangen konnte.

„Was siehst du mich so an?“ fragte sie ihn als sie seinen starrenden Blick bemerkte.

Er ging an ihre Station, da nicht das ganze Schiff mithören musste was er mit Dee besprach.

„Was hältst du davon wenn wir zwei Hübschen uns eine Kabine auf der Excelsior mieten, im Restaurant was Schickes essen und anschließend, na ja….wer weiß!“

„Du kleiner Charmeur, du! Und was ist mit Van de Weyd?“

„Hmm, morgen ist auch noch ein Tag! Starbuck kümmert……“

Genau in dem Moment als Lee ihren Namen aussprach meldete sich Lt. Ho beim Admiral. Er hatte den XO in der Leitung und es wäre dringend. Seine Frau schlug es zu verschieben und schickte ihn ans Com.

„Adama“

„Lee, bei den Göttern! Die Schiffe leben, hörst du? Riesige Cylonen…..“

Apollo hörte im Hintergrund Gewehrfeuer, er verstand fast kein Wort und befahl dass sich erst einmal beruhigen sollte.
Starbuck fragte nach ob er scherzen würde, er sollte sofort Viper aussenden falls weitere Schläferschiffe innerhalb der Flotte waren. Kaum ausgesprochen meldete Dee dass argonische Schiffe andere Schiffe beschossen.

„Startet die Viper, sofort!“

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Thomas wollte seinen Kombi ausziehen als der Alarm ertönte. Er überlegte nicht lange und warf seine Gehhilfe zur Seite. Humpelnd eilte er zu seiner Viper und befahl einem Mechaniker sie fertig zu machen.

„Major, das ist wohl nicht ihr Ernst?“ fragte aus dem Hintergrund der Masterchief.

„Tyrol, wollen sie mit mir streiten oder lassen sie die verfluchte Maschine fertig machen?“

„Harry, helfen sie dem CAG in seine Maschine!“

Mit etwas Hilfe des Specialist und Chief Tyrol konnte T.J. in sein Cockpit.

„Die Kräfte werden sie umbringen, Sir!“ erinnerte ihn Tyrol daran während er den Piloten befestigte.

„Sie sind ein toter Mann wenn sie es meiner Frau erzählen, Chief!“

„Sir, sie werden lange vor mir begraben sein – Cockpit schließen!“

Cobras Viper wurde in die Röhre geschoben. Seine Systeme zeigten grünes Licht und daraufhin bekam er Starterlaubnis.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Lee beobachtete seinen Schirm. Die Viper waren gestartet und stießen zu den CAP's. Der Admiral befahl seinen Piloten sofort nach diesen „Schläferschiffen“ Ausschau zu halten.
Es dauerte nicht lange und die erste Meldung kam herein.

„Viper 1007 an Galactica, bestätige cylonische Schläferschiffe. Erkennbar rote Blende, wiederhole rote Blende. Wie die Centurion!“

Dee war nicht sehr erfreut über die Stimme. Die Sturheit von seiner Mutter übermannte ihn und trieb ihn in seine Viper.

„CAG, hier Adama – ich will diese Schiffe aus meiner Flotte!“

„Verstanden Galactica, greifen an!“

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Captain Sharon Valerii
Rufname: Boomer
Standort: Äußerer Rand Tharkas Stern
Basisschiff B26-H
Auftrag: Infiltration Cylonisches Basisschiff B26-H

Hera kam mit ihrer Gruppe an der Gedächtniseinheit an. Gruppe 3 musste improvisieren und konnte ohne Verluste die Kommunikationszentrale einnehmen. Ein Centurion näherte sich ihrer Position und Gruppe 3 konnte nicht mehr ausweichen. Ihr Gruppenführer wählte die Zerstörung des Cylonen, was die Aufmerksamkeit der dortigen Besatzung auf sie lenkte.
Archer konnte durch einen finalen Schuss einen Xenon davon abhalten Alarm zu geben. Sie sicherten die Kommunikationszentrale und legten die Verbindungen lahm. Das Schiff und die Seals waren jeweils auf sich alleine gestellt.

„Adler, hier Schwalbe – sind am Nest. Warten auf Befehle!“

Boomer wies ihrer Gruppe Ziele zu als die Meldung von Hera rein kam. Die Kommandoebene teilte sich in einen inneren und äußeren Ring. Durch die Wartungsröhre konnten sie einen Großteil der Wachen umgehen. Im Hinteren Teil der Brücke konnte Sharon den Zugang zu Baltars Raum sehen. Sie hatte ihr Ziel fest im Blick als sie den Befehl zum Angriff gab.
Captain Valerii rannte auf ein Modell Nummer 5 los. Die Centurion und Xenon bemerkten den Angriff und visierten die anstürmende Boomer an.

Im gleichen Augenblick eröffneten die Seals das Feuer und überraschten die Cylonen. Das Modell Nummer 5 drehte sich um und blickte halb nach oben. Boomer sprang wenige Meter vor ihm ab und kam wenige cm vor ihm wieder auf. Der Cylon wusste nicht was mit ihm geschah bis er vor sich auf den Boden sah. Blut tropfte auf den Boden und sein Körper zerfiel anschließend in 2 Hälften. Boomer suchte Deckung und arbeitete sich zur Steuerkonsole vor.
Ein Centurion schnappte sie am Bein und zog sie zu sich. Sharon richtete ihre Waffe auf den Centurion der sie ihr rechtzeitig aus der Hand schlagen konnte. Seine Bordwaffe wandelte sich wieder in eine Hand und er wollte sie mit seinen spitzen Fingern töten.
Boomer fing seinen Schlag ab. Durch die Kraft der Rüstung drängte sie den Körper des Centurion zurück und konnte aufstehen. Sie drehte ihn so dass ihr Scharfschütze ihn problemlos treffen konnte. Sgt. Zyon richtete sein Scharfschützengewehr vom Typ Taurius Mk IV auf den Kopf des Cylonen und drückte ab. Vom Gewehrfeuer alarmiert rückten die Wachen des äußeren Ringes an.

„Boomer!“ schrie ihr Stellv.

Sharon hob ihre Waffe auf und richtete sie paradoxerweise gegen sich selbst. Zwei vom Modell 8 nahmen die Seals unter Feuer. Buba wechselte seine Stellung und baute das MG an der nächsten Konsole auf.

„Buba, rechte 8!“ befahl ihm Boomer.

Nahezu Zeitgleich erwiderten sie das Feuer. Die linke Sharon-Kopie wurde 3-mal in der Brust getroffen und ging zu Boden. Buba durchsiebte sein Ziel förmlich. Drei Xenon versuchten die Konsole vor der Spezialeinheit zu erreichen. Mit der äußersten Konsole konnte man die Panzertüren der Brücke schließen. Wenn die Seals es schafften wären die Cylonen und Xenon verloren.
Sharon sah wie zwei Kinder und ein Mann sich zur Konsole bewegten. Ihre Bordwaffen feuerten Energiestöße auf die Seals ab. Ihre Gruppe wurde in Deckung gezwungen und Teile bekämpften schon die anrückende Verstärkung. Sharon entnahm eine Granate und hoffte die Konsole nicht zu sehr zu beschädigen. Sie zog den Sicherungsstift ab, zielte und warf die Granate in die Xenongruppe. Einen kurzen Augenblick später erschütterte eine Explosion die Brücke. Sharon erhob sich mit ihrer Waffe im Anschlag aus ihrer Deckung. Sie hatte alle Xenon erwischt und rannte zur Konsole. Wenige Handgriffe später schloss sich die Panzertür.
Sie quetschte beim Schließen einen Centurion ein. Sein Oberkörper war auf der Brückenseite.
Sharon ging an ihn heran. Sie zog ihren Helm ab und blickte in sein „Auge“.
In ihren Gedanken fühlte sie sich wieder auf das Basisschiff bei Kobol zurückversetzt, als sie mit ihrem Raptor auf dem Schiff landete um den Sprengsatz manuell zünden zu können.

„Du bist eine von uns Sharon. Wir lieben dich. Wir sind deine Familie!“

Das Bild mit den vielen Kopien von ihr wechselte zuerst in ihr Quartier, wo sie sich auf den Spiegel Cylon schrieb und anschließend erlebte sie erneut wie sie Admiral Adama zweimal anschoss.

„Boomer?“

An ihrem rechten Handgelenk fuhr eine Klinge aus. Ihr Blick wurde wütend und mit einem lauten Schrei stieß sie dem Cylonen die Klinge in seine Sichtblende.

„Wir haben den Status von 3, frag nach welchen Status 2 hat!“

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Heras Gruppe bekam den Angriffsbefehl. Sgt. Winter legte Antipersonenminen aus und sicherte erstmal die Gänge zur Gedächtniseinheit. Hera machte 2 Granaten bereit und warf sie in den Raum.
Ein Xenonjunge hob eine der rundlichen Sprengsätze auf und ahnte nicht was er in seinen Händen hielt. Die Granaten explodierten und rissen 3 Xenon und 4 Centurion mit sich.
Der MG-Schütze platzierte sein MG 62 flankierend und nahm den riesigen Raum unter Feuer. Centurion und Xenon erwiderten das koloniale Feuer und gingen in Deckung.
Die Seals rückten derweil weiter vor während ihr MG die Maschinen in Deckung zwang.

Der Scharfschütze löste den MG-Schützen ab, so dass dieser seine Stellung wechseln konnte.
Explosionen erschütterten die Gänge hinter den Kommandos. Die Minen wurden von anrückenden Cylonen ausgelöst. Lt. Yassel befahl seiner 2. Halbgruppe nach hinten abzusichern.

„Wo müssen wir hin?“ fragte Yassel Hera nervös.

Die Cylonen erhielten Verstärkung und kreisten die Seals langsam ein. Hera begriff schnell dass sie die Einheit nicht mehr schnell genug mit dem Virus ausschalten konnte. Die Maschinen konnten die Seals in ihren Deckungen festnageln und rückten vor. Der Gewehrschütze neben Hera wurde an der Schulter getroffen und ging verletzt zu Boden. Die Nanobots machten sich sofort an die Arbeit und versorgten dessen Wunde.

Miracle nahm sein Gewehr, an dem ein Granatwerfer befestigt war und sah nur noch eine Lösung wie die 2. Gruppe diese Situation heil überstehen konnte.
Sie wies den MG-Schützen an ihr Deckungsfeuer zu geben während sie versuchte die zentrale Gedächtniseinheit zu zerstören. So konnte sie die Verbindung kurzzeitig kappen und wollte die sekundären Nervenbahnen als Leiter für den Virus nutzen.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Viper047
17-01-2008, 05:08 PM
Major Thomas J. Adama
Rufname: Cobra
Viper 1007
Standort: Äußerer Rand Tharkas Stern
Auftrag: Vernichten der cylonischen Bedrohung

Thomas gab seinen Wingmen weiter wie man die Schiffe erkannte. Die Schläferschiffe konnten 26 Schiffe vernichten und schossen weiter auf die Flotte.
Obwohl sein Bein höllisch schmerzte flog er mit seiner Viper Mk VII eine enge Kurve und nahm sich das nächste Schiff vor. Seine Viper konnte mittlerweile 9 Cylonen erledigen. 7 weitere bahnten sich ihren Weg durch die Flotte. Zwei Schläfer flogen zur Galactica. Ihr eigentliches Ziel schien die Colonial One zu sein.

Cobras 30mm Kanonen feuerten mehrere Salven auf ein argonisches Passagierschiff. Der Schläfer versuchte ein Raffinerieschiff in die Luft zu sprengen indem es das Schiff rammen wollte. Die Geschosse durchdrangen die Außenhaut des Cylonenschiffes. Blut strömte aus den Einschusslöschern. Je näher Thomas kam meinte er Passagiere zu sehen die an die Scheiben klopften und um Hilfe flehten. Noch bevor er sich sicher sein konnte fing das Triebwerk des Schläfers Feuer und die anschließende Explosion riss ihn förmlich auseinander.

„CAG, Grün, Blau und Rot konnten 4 weitere Schläfer erledigen!“

Cobra schaut auf seinen Schirm und raus zur Flotte. Die Cylonen versteckten sich unter den anderen Schiffen. In der Nähe der Astral Queen sah er zwei Schiffe die sich mit voller Fahrt nach vorne arbeiteten.

„CAG an alle, zwei Tangos - Bluestar und Fallon, unterhalb Astral Queen.“

„Verstanden 1007, sind unterwegs!“

Thomas blickte sich noch mal um. Bei den hinteren Schiffen entdeckte er den letzten gemeldeten Schläfer. Es war die Ariel. Der CAG wendete seinen Jäger und flog zum anvisierten Ziel.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Argon Passagierliner Ariel

Starbuck zog einen verletzten Marine aus der Schussbahn. Sie verlor fast die Hälfte ihrer Soldaten. Um sie herum lagen mehrere Tote, darunter auch Frauen und Kinder. Den Marines ging langsam die Munition aus.

Sie blickte hinter sich und sah das beide Durchgänge von Cylonen oder Xenon besetzt waren.
Kara versuchte einen Weg durch das Lokal zu finden und ging in die Küche.
Sie fand eine Tür und hoffte auf einen Ausgang. Doch als sie hineinblickte wurde sie enttäuscht. Es war lediglich eine Speisekammer. Sie wollte zurückgehen als sie unter sich ein dumpfes Geräusch vernahm. Etwas unter dem Boden schlug in rhythmischen Abständen.

„Jetzt hab ich dich! Sergeant!“

Der Marine eilte zu ihr. Im Schlepptau hatte er 4 weitere Männer. Er sagte dass es sich um den Rest handelte. Starbuck hatte keine Zeit um die 8 verlorenen Marines zu trauern. Sie ließ sich die letzte Granate geben. Aus einer Schublade entnahm sie ein kleines Beil und schlug den Boden auf. Es dauerte nicht lange und vor ihr erschien ein Art Herz. Sie platzierte die Granate darauf und schickte ihre Männer in Deckung.
Eine Explosion überdeckte den Gefechtslärm. Das Schiff begann daraufhin unkontrolliert zur Seite zu kippen.

„Darunter befinden sich unsere Schiffe – schnell bevor das Mistvieh Kopf steht!“

Kara schlupfte mit ihren Soldaten durch das Loch. Die Wucht riss ein Loch in das untere Deck, der XO konnte direkt in den Hangar springen. Cylonen und Menschen hatten Schwierigkeiten sich auf den Beinen zu halten. Centurion nahmen Starbucks Gruppe unter Feuer als einer der Raptor aus der Sicherung löste und die Maschinen zerquetschte.

Hastig bestiegen die kolonialen Soldaten den letzten Raptor. Starbuck initiierte einen Notstart. Sie war bereit für einen Versuch mit dem Raptor das Hangartor aufzustoßen. Doch sie konnte die Idee wieder verwerfen. Eine Explosion riss das Tor aus ihrer Verankerung.
Mit Volldampf verließ sie das Schläferschiff und rauschte an den angreifenden Viper vorbei.

Thomas war überrascht als er den Raptor starten sah und hoffte dass sonst niemand mehr an Bord war.
Hinter Starbuck erhellte eine weitere Explosion den Raum und die Ariel war nur noch Geschichte.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Captain Sharon Valerii
Rufname: Boomer
Standort: Äußerer Rand Tharkas Stern
Basisschiff B26-H
Auftrag: Infiltration Cylonisches Basisschiff B26-H

„Verdammt Hera, was treibst du solange?“

Boomer und ihre Seals standen hinter ihren Deckungen und warteten bis Miracle die zentrale Gedächtniseinheit mit dem Virus infizierte. Währenddessen versuchten die Cylonen die Tür aufzubekommen und zündeten bereits mehrere Sprengladungen.

„Achtung Männer, Zielverteilung von links nach rechts!“ befahl ihnen Boomer.

Die Maschinen schafften es schließlich die Tür aufzubrechen. Sie wurden mit einem Feuerüberfall begrüßt und verloren beim Eintritt gleich mehrere Maschinen.
Sharon vernahm eine Explosion auf der anderen Seite und jemanden nach dem Sani rufen.
Die Cylonen rannten in die Brücke und wollten einfach ihre Stellungen überrennen.
Ein Xenon sprang auf Boomer und riss sie zu Boden. Die junge Frau drückte Galens Frau auf den Boden und wandelte ihren Arm in eine Energiewaffe. Sie sah wie sich die Waffe auflud und wusste dass sie ihre Familie nie mehr wieder sah. Plötzlich brach der Xenon über ihr zusammen.


„Boomer, hier Miracle – 2 unter Kontrolle!“

Sharon fand diese Meldung mehr als überfällig. Ein Seal half den Xenon von ihr zu nehmen. Die Soldaten gingen vor die Tür und sahen das Cylonen und Xenon am Boden lagen. Die menschlichen Modelle hatten Schweißausbrüche und fiebrige Anfälle.
Ein Sani wollte nach ihnen sehen als Boomer ihn zurückhielt.

„Lass sie elendig verrecken!“

„Sir?“

„Sie wachen eh wieder auf!“

Sharon ging wieder auf die Brücke. Ihr Waffenwart befestigte eine Sprengladung an der Tür zu Baltars Räumlichkeit. Während des gesamten Gefechtes rührte sie sich nicht. Vorsichtshalber machten die Seals Blendgranaten fertig und waren bereit den Raum zu stürmen.
Sergeant Tryba zündete die C6 Ladung. Das Schloss hatte dagegen keine Chance und gab der Explosionsgewalt des Sprengsatzes nach. Zwei Centurion stürmten auf die Spezialeinheit zu und liefen in ihren vorbereiteten Feuerüberfall. Das MG durchlöcherte die Maschinen und eine Gewehrgranate sorgte für den Rest.
Boomer befahl das Feuer einzustellen. Die Tür zu Baltars Labor war offen und sie ergriff ihre Langersehnte Chance.
Mit 3 Seals betrat sie das Labor.

„Ein hermetisch abgeriegelte Einheit. Sag nicht dein Liebhaber hat Paranoia?“

Sharon gab ihren Soldaten ein Handzeichen dass sie alleine mit Caprica Six sein wollte. Wenn sie hier war, war Baltar nicht weit weg.

„Eine außer Kontrolle geratene Nummer 8! Weißt du was du getan hast? Du hast Mitglieder deiner Familie getötet!“

Sharon richtete ihre Waffe auf Six. Nummer 6 saß hinter Baltars Schreibtisch und konnte ahnen das Boomer ihre Waffe entdeckte. Sie holte sie vorsichtig hervor und schmiss sie vor die Füße von Captain Valerii.

„Falls du es vergessen haben solltest, meine Name ist Sharon und meine Familie wartet zuhause!“

Caprica Six stand auf und lachte über ihre Antwort. Sie drohte Sharon dass es kein Zuhause mehr gab wenn sie von diesem Schiff runter kamen.

„Kleine Sharon, sei dir sicher dass du für dieses schlimmste aller Verbrechen bezahlen wirst. Du weißt wie das Spiel funktioniert. Die Aufwachräume sind absolut autark. Deine Familie wird auf einem anderen Schiff oder Planeten wiederauferstehen und von diesem Holocaust an deinem eigenen Volk berichten. Zuerst glaubt deine kleine Familie daran, dann wird man deinen Körper auseinander reißen um zu schauen was mit deiner Programmierung nicht stimmt…..“

„Spar dir deine leeren Drohungen! Wo ist Gaius?“

Nummer 6 lehnte sich an den Schreibtisch und schmunzelte.

„Auf Argon Prime, wo sonst? Dachtest du tatsächlich dass wir ihn solch einer Gefahr aussetzen? Ich habe Neu-Caprica nicht vergessen, du Menschenflittchen!“

Sharons Enttäuschung über die Abwesenheit von Gaius Baltar war nicht zu übersehen. Doch auf der anderen Seite hatte sie einen Art Trostpreis. Beide Frauen hatten jeweils mit der anderen eine Rechnung offen. Boomer befahl ihren Männer, egal was passierte, nicht einzugreifen. Sie übergab ihrem Stellv. ihre Waffe und schickte ihn wieder raus.

„Neue Spielzeuge, nett!“

„Verschwende nicht meine Zeit, Blondie!“

„Du hattest damals nur Glück gehabt. Heute wirst du nicht mehr aufstehen!“

Six rannte auf Boomer zu und verpasste ihr einen linken Haken, ihren zweiten Haken fing
Sharon ab und schmiss sie auf den Tisch. Boomer ergriff ihren Kopf und schlug ihn 3-mal auf den Tisch auf. Nummer 6 bekam die Tischlampe zu fassen und zog sie über Sharons Kopf.
Etwas benommen wich Valerii zurück. Six verpasste ihr mehrere Schläge ins Gesicht und drängte sie nach draußen.

„Haltet euch raus!“ befahl sie ihren Seals als sie ihrem Captain helfen wollten.

„Mach sie fertig Boomer!“ feuerte sie einer der Männer an.

Es wurde laut um die Frauen. Die kolonialen Soldaten feuerten alle Boomer an.

„Na, wir sind wohl alt geworden! Ich mach dich so was von fertig du Miststück!“

Six rannte erneut auf Boomer zu und holte aus. Sharon konterte, fing ihren Versuch ab und erwischte sie mit einer harten Rechten. Nummer 6 holte erneut aus und wollte ihr einen Aufwärtshaken verpassen. Sharon verkürzte den Abstand zwischen den Frauen und gab ihr eine Kopfnuss. Sie klemmte den rechten Arm von Six ein und verpasste ihr mehrere Schläge in die Magengegend. Sie führte anschließend ihren Kopf auf Kniehöhe und ein heftiger Kniestoß erfasste den Kopf von Caprica Six.
Nummer 6 wich benommen zurück, sie konnte sich kaum auf den Beinen halten. Sharon führte indes eine Drehbewegung aus und erwischte Six mit ihrem rechten Schienbein ihren Schädel. Nummer 6 ging zu Boden. Sie zog ihren Körper von Sharon weg. Die Seals grölten und die Anfeuerungsrufe wurden stetig lauter.

„Kennt du diese Situation? Damals lag ich auf den Boden. Ich hatte dir versprochen das es eines Tages mal anders sein wird!“

„Ich hätte dich schon auf Neu-Caprica töten sollen!“

Six stand wieder auf. Sie nahm sich ein Rohr welches in der Ecke stand und richtete es gegen Sharon.

„Zuerst schlag ich dir deinen Schädel ein, danach werde ich ganz normal in den Armen von Gaius aufwachen und von deinem Tod berichten!“

Caprica Six stürmte auf Boomer los. Sie holte mit dem Rohr aus. Sharon drehte sich blitzschnell aus der Angriffsrichtung von Six und zog ihr Schwert.
Six merkte einen stechenden Schmerz. Sie ließ das Rohr fallen und blickte nach unten. Eine Klinge durchbohrte ihren Körper und ihr Blut tropfte auf den Boden.
Sharon stand hinter ihr und stieß die Klinge noch mal nach. Sie ging ganz nah an das Ohr von Six und flüsterte ihr etwas zu.

„Du hattest deine Chance, Six. Sag Gaius das er als nächstes dran ist!“

Sharon zog ihr Schwert aus dem Körper von Caprica Six. Modell Nummer 6 sackte zusammen und verblutete. Der Sanitäter kam Sharon sofort zu Hilfe und wollte die Wunden im Gesicht behandeln. Aber Sharon wollte nicht. Sie befahl das Schiff nach Überlebenden des Virus zu suchen und das Schiff zu säubern. Ein Teil blieb auf der Brücke und machte das Schiff Sprungbereit.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Battlestar Galactica
Standort: Äußerer Rand Tharkas Stern
Auftrag: Schutz der Flotte

„Aua!“

Thomas lag auf der Krankenstation der Galactica. Starbuck gab ihm einen Schlag auf den Hinterkopf und fragte ihn wie „bescheuert“ er sei. Es blieb nicht nur bei Karas Schlag, auch Dee verpasste ihrem Sohn eine Ohrfeige, die er sicherlich nicht so schnell vergaß.

„Weißt du was du deiner Gesundheit angetan hast? Es ist nicht einmal richtig verheilt und du Wahnsinniger steigst in eine Viper!“ fauchte ihn Dee an.

Lee Adama betrat die Krankenstation und rief die Frauen zu sich. Er zeigte auf seinen Sohn und anschließend deutete er auf die Uhr. Thomas wusste was dies bedeutete, sein Vater wollte sich mit ihm zu einem späteren Zeitpunkt unterhalten.

„Schreibe schon mal dein Testament. Das wirst du brauchen wenn Hera wieder da ist!“ drohte ihm Starbuck im voraus an.

„In deiner Haut möchte ich nun nicht stecken!“ gestand ihm Dee und ließen den Doc seine Arbeit machen.

„Wie geht es ihm?“ erkundigte sich Lee bei seiner Frau.

„Frag mich am besten noch mal wenn seine Perle wieder da ist!“

Der XO erkundigte sich nach dem Wohlbefinden von Athena. Lee ließ sie beim Angriff der Schläferschiffe ins CIC kommen und an den Schiffscomputer schließen. Sie konfigurierte den Virus neu und schaltete so die letzten beiden Schiffe aus. Adama gab seinem XO eine vorläufige Liste mit den zerstörten Schiffen in die Hand.

„Die haben ganze Arbeit geleistet. Sie haben es vor allem auf die langsameren Schiffe abgesehen. Sie haben sich so positioniert damit sie ganze Gruppen auslöschen konnten….“

Dee unterbrach ihren Mann. Der XO hielt immer noch den Bericht in ihrer Hand und sie sah die Fassungslosigkeit in ihren Augen.

„Wie viele?“

Apollo holte vorher noch mal tief Luft bevor er darauf antwortete. Für ihn war die Anzahl der Schiffe und Opfer zu hoch und er musste handeln falls sich nicht alle Schläfer zu erkennen gaben.

„32 Schiffe, Hauptsächlich die die Schlusslichter der Flotte bildeten……“

„11.346 Seelen.“ ergänzte sein XO.

Unter den 32 Schiffen waren 26 Passagierschiffe, der Rest teilte sich auf in Transporter für Lebensmittel und Ersatzteile. Adama gab die Liste vorher in das Büro des Präsidenten und wartete nun auf eine Antwort des Rates.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Captain Sharon Valerii
Rufname: Boomer
Standort: Äußerer Rand Tharkas Stern
Basisschiff B26-H
Auftrag: Infiltration Cylonisches Basisschiff B26-H


Hera stieß zur Brückencrew. Sharon empfing sie mit einem Schlag auf ihren Hinterkopf.

„Ey, was soll das?“

„Was hast du solange da unten getrieben? Von wegen die Tür hält einen atomaren Angriff stand. Die haben mir die Tür aus der Verankerung gerissen!“ beschwerte sich Sharon.

„Was heißt was habe ich solange gemacht. Die haben uns beinahe aufgerieben. Ich musste das Hirn ausschalten bevor ich an die Leitungen konnte. Sei froh dass wir es überhaupt geschafft haben. Wo ist Gaius?“

In Boomers Gesicht konnte Hera lesen dass diese Frage zu einem sehr ungünstigen Moment gestellt wurde. Hinter einer Konsole entdeckte sie den Körper von Caprica Six und konnte sich zusammenreimen was in der Zwischenzeit auf der Brücke geschah.

„Boomer, Schiff ist sauber, Sensoren zeigen nichts an. Kommunikation ist abgeschirmt. Systeme sind aus dem Netz genommen. Wir können auf ihren Befehl hin springen.“

Sharon nickte. Nach Heras Anweisungen leitete der Seal den FTL-Sprung ein.

„Nur aus Neugier, wann hast du Six erledigt?“

„Nach der Übernahme, warum?“

„Du weißt doch sicherlich dass wir den Virus 2.1 überspielt haben, der auch die Xenon infiziert. Mit dem Ausfall der Gedächtniseinheit ist auch der Übertragungsfilter ausgefallen!“

Sharon wusste worauf Hera hinaus wollte. Nach dem „Tod“ eines Cylonen werden seine Erinnerungen und Profil an ein Wiederauferstehungsschiff oder Station geschickt. Dort wird es in einen neuen Körper überspielt. Die Xenonmodelle unterschieden sich etwas von den Cylonen in den Codes. Darum wurden so genannte Filter eingebaut, die in beide Richtungen die Cylonen und Xenon Profile filterte. Der Virus 2.1 löschte Teile vorher große Teile der Profile und so konnte es sein das, sofern die Cylonen kein Backup besaßen, dieses cylonische Individuum „geistig zurückgeblieben“ in den neuen Körper überspielt wurde. Bisher schaffte man es nicht den Virus so zu modifizieren dass man diesen Filter umging und alle Körper bei der Übertragung infizieren konnte.

„Dann war meine Nachricht für Gaius umso deutlicher!“

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Battlestar Galactica
Standort: Äußerer Rand Tharkas Stern
Auftrag: Schutz der Flotte


Lt. Ho übermittelte der Vize-Präsidentin die letzten aktuellen Daten als Dee wieder Alarm auslöste.

„Cylonisches Basisschiff, Koordinaten 226 Karom 041!“

„Startet die Viper, Notsprung 1E vorbereiten!“ befahl Lee sofort.

„Galactica an Flotte, Notsprung 1E durchführen, wiederhole Notsprung 1E durchführen!“

Lee verfolgte über Funk und auf seinem Schirm den Einsatz seiner Jagdstaffeln. Die Geschütze richteten sich auf das Basisschiff als die Galactica sich zwischen die Flotte und dem Basisschiff schob.

„Galactica, hier Viper 2315, die Cylonen schicken nur einen einzelnen schweren Raider. Er hat…..Galactica, er hat eine rote Schleife am Bug…….“

„Das ist Boomer! Sie haben es geschafft!“ sagte Lee erleichtert.

Ein Jubelschrei ging durch das CIC, Adama befahl den Viper diesen Raider sicher zur Galactica zu eskortieren. Marines sollten sich umgehend zum Hangar begeben und den speziellen Gast in eine Zelle eskortieren.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Nach der Landung wurden die Seals von der Crew herzlich empfangen. Tyrol drängte sich durch die Menge und suchte nach seiner Sharon. Nach einer Weile fand er sie in der jubelnden Masse. Lee hatte Schwierigkeiten das Paar zu trennen und es dauerte ein Wenig bis er Tyrol überreden konnten dass sie später immer noch Zeit hätten ein Wiedersehen zu feiern.

„Herzlichen Glückwunsch, Boomer!“

Adama und Sharon nahmen sich in den Arm. Er war froh seine Männer heil wieder zu sehen.

„Baltar?“

Sharon Valerii schüttelte den Kopf. Dafür hatte sie ihm eine Botschaft geschickt die er nicht so schnell vergessen würde.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Argonia City
Das von Cylonen und Xenon besetzte Argon Prime

Simon erwartete schon die Ankunft von Gaius Baltar. Mit einer einstündigen Verspätung traf er bei der Wiederauferstehungsstation ein.

„Wo ist sie?“ war gleich seine erste Frage.

„Sie liegt im Abschnitt C. Wir wissen nicht was mit ihnen geschehen ist. Von überall bekommen wir Meldungen das Centurion, Xenon und unsere Modellreihen mit toten oder zurückgebliebenen Hirnfunktionen aufwachten!“

Der Cylon Simon führte Gaius in das Zimmer von Caprica Six. Er befahl dass man sie alleine ließ. Nummer 6 lag mit einem Hemd bekleidet auf dem Bett. Ihr Blick war starr an die Decke gerichtet. Aus ihrem Mundwinkel lief Speichel hinunter. Gaius wischte es mit einem Taschentuch ab und nahm ihre Hand. Er schob einen Stuhl zu sich und setzte sich zu ihr.

„Hey, kannst du mich hören? Ich bin es, Gaius!“

Caprica Six blickte ihn nur kurz an. Sie richtete ihren Blick wieder an die Decke und rührte sich nicht weiter. Eine Schwester kam herein und richtete sie auf. Sie wollte Six füttern. Baltar nahm ihr den Teller ab und schickte sie wieder raus.
Die Schwester brachte einen Teller Brei und etwas zum Abwischen.

Behutsam fütterte er seine Geliebte. Sie schenkte ihm ein Lächeln und ließ sich problemlos das Essen zuführen.
Er blieb noch eine ganze Weile in ihrem Zimmer bis sie schließlich einschlief.
Am Bett hing eine vorläufige Diagnose. Ihr Profil war nicht vollständig überspielt worden und laut Simon war Caprica Six geistig auf dem Stand einer 2 ½ Jährigen.
Er versprach ihr herauszufinden was mit ihr geschehen war und den Schuldigen zur Rechenschaft zu ziehen.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------


Battlestar Galactica
Standort: Äußerer Rand Tharkas Stern
Auftrag: Schutz der Flotte

„Seeeeaaaaaallllllsssss!!“ schrie einer der Soldaten.

Der Aufenthaltsraum war überfüllt, laute Musik lief und der XO betrieb die Bar mit „richtigen“ Getränken.
Inmitten der Eliteeinheit tanzte Boomer eng umschlungen mit ihrem Chief. Für das Paar gab es einen weiteren Grund zu feiern Aufgrund der außerordentlichen Leistungen wurde Sharon umgehend zum Major befördert und wurde offiziell der kommandierende Offizier der Colonial Seals. Damit wurde der CAG aus seiner Doppelfunktion herausgelöst und war wieder nur für die Geschwader zuständig.
Thomas Stimmung war etwas gedrückt. Nach der Rückkehr bekam er einen Einlauf von seiner Frau und der Doc entzog ihm bis auf weiteren den Flugstatus.

Adama befahl das Chief Tyrol und Boomer sich das Basisschiff vornahm und jedes noch so kleine Geheimnis ans Tageslicht brachte. Leichen der verschiedenen Modelle und Maschinen wurden auf die Galactica zur Untersuchung gebracht.

Boomer zerrte ihren Mann von der Party und verschwand mit ihm im Lager im Hangar der Galactica. Sie schloss die Tür und zog sich die Jacke ihrer Uniform aus.

„Und was folgt jetzt, Major?“

„Ich hab nicht gerne Schulden, Chief!“

Aus einem Spind holte Chief Tyrol eine Decke und breitete sie auf dem Boden aus. Er zog sein Hemd aus und legte sich hin.

„Mit Zinsen, Sir?“

„Nicht reden! Handeln, Chief!“ befahl sie Tyrol und legte sich zu ihm.

---------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Adama saß mit Athena in ihrer Zelle. In ihren Händen hielt sie die ersten Ergebnisse der Wissenschaftler und von Boomer.
Sharon Agathon bekam noch eine kleine Schonfrist bevor sie vor Gericht gestellt wurde. Die Vizepräsidentin wollte sich erst im Amt bestätigen lassen damit die anstehende Todesstrafe rechtmäßig ausgesprochen werden konnte. Kara erzählte ihr von der Spur zu Sara Rith und wie sie ihr verloren ging. Sie versprach Van de Weyd die offenen Fragen beantworten zu lassen. Sie ließe Athena nicht im Stich.

„Wir haben jetzt 25 Modelle der Cylonen in unserem Leichenkeller, 6 Xenon auf dem Basisschiff.“

„Dann fehlen uns immer noch die ersten 5, Sir!“

„Und 1 Xenon. Boomer hatte uns Daten übermittelt. Sie werden das Schiff weiter auseinander nehmen…..“

„Baltar?“

Adama schüttelte den Kopf. Athena wusste was es Boomer bedeutete Baltar in ihre Finger zu bekommen. Und ab da sollte jemand bei ihr sein der sie davon abhielt Hackfleisch aus ihm zu machen. Lee erzählte dass sie ihre Rechnung mit Caprica Six beglich und etwas ausgeglichner zu scheinen wirkte.

„Was macht mein Helo?“

„Er ist ziemlich ruhig, kennt man gar nicht von ihm. Aber die restlichen Tage werdet ihr auch noch hinbekommen. Hera kann dir ja die neusten Nachrichten überbringen. Ich muss los, Dee will irgendwann mal aus dem CIC abgelöst werden. Fürsorgepflicht!“

Apollo verabschiedete sich von ihr. Athena gab ihm einen Zettel in die Hand. Er wusste für wen er bestimmt war und tat so als wäre es nicht passiert.

„Sharon, was meinst du warum man um das 7. Modell so ein großes Geheimnis macht?“

„Sir, ich gehe jede Wette ein dass du diese Antwort sicherlich nicht hören willst!“

Lee nickte und verließ die Zelle Richtung CIC.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Colonial One

Doc Paul horchte ein letztes Mal Linda Horutko ab. Anschließend las sie sich die letzten Ergebnisse aus ihrer Patientenakte durch und reichte ihr lächelnd die Hand.

„Herzlichen Glückwunsch, Frau Vizepräsident, sie sind in der 4. Woche.“

Linda lächelte zurück und schüttelte ihr die Hand.
Der Doc packte seine Sachen zusammen und flog zurück auf die Galactica. Linda stand mit einem zufriedenen Eindruck am Fenster und streichelte über ihren Bauch.

Viper047
17-01-2008, 05:10 PM
Kapitel XIX


Hexenjagd


Caprica Liner Heavy 1212
Standort: Cho’s Niederlage

Das Herz der jungen Frau schlug rasend schnell. Sie bahnte sich ihren Weg durch die Passagiere. Ihr Ziel war der Abflugbereich des Schiffes, sie wollte so schnell wie möglich runter und sich ein Versteck innerhalb der Flotte suchen. An einer Schleuse blieb sie stehen und blickte hinter sich. Sie konnte ihre bewaffneten Verfolger sehen, die nicht von ihr abließen. Tränen kullerten der jungen Frau die Wangen hinunter. Für sie war es ein Alptraum aus dem sie sofort aufwachen wollte.
Sie setzte ihre Flucht fort. In ihrem Kopf schwirrten viele Gedanken. Sie versuchte fieberhaft herauszufinden wem sie etwas getan haben konnte, hatte sie etwas falsch gemacht oder wollte man ihr etwas anlasten.
Auf ihrem Weg zum Abflugbereich warf sie immer wieder Gegenstände in den Weg. Sie wollte Zeit gewinnen, Abstand zu ihren Verfolgern.
Nach einer Weile erreichte sie endlich den Abflugbereich. An einem Shuttle sah sie ihren Freund, der bereits auf sie wartete. Die Erleichterung stand ihr ins Gesicht geschrieben.
Nach einem kurzen Blick hinter sich rannte sie wieder los. Das Ziel war nahe.
Ihr Weg führte sie an einem weiteren Shuttle vorbei. Sie konnte die Gegenwart ihres geliebten Freundes schon spüren, ihre Arme streckten sich nach ihm aus. Sie war nur noch wenige Schritte entfernt als es vor ihren Augen dunkel wurde. Etwas traf sie mitten im Gesicht und ließ sie zurückfallen. Auf dem Boden wurde ihre Sicht wieder klar. Ein Mann stand vor ihr, er hatte sie mit der Schulterstütze seines Gewehres niedergeschlagen.

„Nehmt dieses Ding fest!“ befahl er ihren Verfolgern.

Die Frau wusste nicht was mit ihr geschah. Marines legten ihr Fesseln an und brachten sie zu ihrem Raptor.

„Gerald!“ schrie die junge Frau während man sie in den Raptor brachte.

Immer lauter wurden die Rufe nach ihrem Freund. Sie weinte, Tränen flossen ihren Wangen hinunter.
Gerald Whait, ein junger Anwalt von Argon Prime, wollte zu ihr als Marines ihn daran hinderten.

„Was soll das? Wo wird sie hingebracht? Was wirft man ihr vor?“

„Sie ist ein Cylon, Sir!“ antwortete ihm einer der Marines

„Was?“

Fassungslos und scheinbar verwirrt sackte er zu Boden. Diese Worte trafen ihn mitten ins Herz. Seine Verlobte ein Cylon? Wie konnte das sein? Er hätte doch merken müssen dass sie ein Cylon war!

Die Schreie der jungen Frau verstummten als sich die Luke des Raptor schloss.
Passagiere nahmen sich den geschockten Mann an und brachten ihn auf sein Quartier.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------


Argon Liner Nexus
Standort: Cho’s Niederlage


Gewehrfeuer ertönte aus dem unteren Bereich des Schiffes. Marines riegelten die Mehrzweckräume des Liners ab. Cylonen und Xenon erwiderten das Feuer und versuchten durch die Stellungen der kolonialen Soldaten durchzubrechen.
Seals unterstützen ihre Kameraden mit Scharfschützen.

„Arch, Toaster auf 2!“

„Hab ihn Buba!“

Archer richtete sein Gewehr auf einen Xenon, der versuchte die Stellungen hinter ein paar Regalen zu umgehen. Buba bemerkte zuvor einen Schatten der sich auf ein paar Marines zu bewegte.
Archer wartete den richtigen Moment ab. Am Ende der Regalreihe sah er, auf Kopfhöhe des Xenons, einen Spalt zwischen Paketen. Diesen wollte er nutzen um den Toaster auszuschalten. Es verging nur ein kurzer Augeblick und die Maschine tat Arch einen Gefallen indem sie sogar stehen blieb und ihre Bordwaffe auf ein paar Marines richtete.
Er krümmte ab und gab schließlich den Marines an der rechten Flanke die Bestätigung eines Abschusses und einen freien Korridor zum vorrücken.

„Wechsel die Stellung, Arch!“

„Hab deinen riesigen Hintern im Blick!“

Archer gab Buba Deckung während er seine Stellung wechselte. Die Cylonen und Xenon zogen sich derweil weiter in den Innenraum zurück. Die Soldaten wussten dass sie von dort nicht mehr entkommen konnten. Sie trieben die Maschinen in eine Sackgasse.
Der Scharfschütze wechselte anschließend ebenfalls seine Stellung als Buba sein MG aufbaute.
Auf seinem Weg zu einer neuen Position lagen mehrere Leichen der Maschinen. Plötzlich hielt etwas sein Bein fest. Er schaute nach unten und ein Cylon streckte die Hand nach ihm aus. Es war eine Nummer 6 die um Hilfe bat. Er zog seine Waffe und richtete sie auf den Cylonen. Doch sie schüttelte den Kopf und flehte ihn an näher heran zu kommen.
Daraufhin beugte er sich zu ihr hinunter. Mit letzter Kraft flüsterte sie ihm etwas in Ohr.

„Nicht alle wollten einen Krieg zwischen unseren Völkern. Wir haben einen Fehler gemacht!“

Ihre Stimme verstummte. Archer legte sie vorsichtig hin und schloss ihre Augen. Er versuchte das zu verarbeiten was ihm der Cylon zuflüsterte als Buba ihn über Funk rief.
Archer verdrängte wieder das Geschwätz des Toasters und schnappte sich sein Gewehr.

„Hast du den Boss gesehen?“ fragte Lt. Archer seinen MG-Schützen als er seine neue Stellung bezog.

„Negativ! Sie wird sicher ein paar Toastern den Hintern aufreißen!“

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Die Cylonen wichen weiter aus. Ihre Verluste betrugen über 50%, während auf der kolonialen Seite nur Verletzte gab.
Eine Nummer 8 und zwei Xenon bezogen Stellung und feuerten auf die Marines. Die kolonialen Soldaten zwangen sie durch ihre Feuerüberlegenheit immer wieder in Deckung und drängten schließlich die Maschinen weiter in den Innenraum des Schiffes.

„Ich brauch Munition!“ schrie die Nummer 8

Ein Modell Nr. 23 gab ihr zwei Magazine für das Sturmgewehr. Ein Xenon erkundete derweil eine Fluchtmöglichkeit aus diesem Abschnitt des Passagierschiffes.

„Dort hinten geht es nicht weiter! Eine riesige Halle ohne Fluchtmöglichkeit…..“

Eine Granate explodierte vor den Cylonen und Xenon. Gas strömte aus und verbreitete sich rasend schnell in den engen Korridoren des Schiffes.

„Zurück!“ schrie 8.

Die Toaster wichen wieder aus. Nummer 8 schnappte sich einen Xenonjungen und rannte so schnell wie sie konnte. Um sie herum streiften die Gewehrkugeln der Marines. Auf ihren Schultern schrie der Xenonjunge und feuerte mit seinen Bordwaffen zurück. Kurz bevor 8 die Halle am Ende des Ganges erreichte verstummte der Schrei des Jungen. Sie legte ihn vor sich ab. Einer der Soldaten traf ihn am Kopf. Der Xenon war sofort tot.

„Lass ihn liegen!“ befahl ihr ein Xenon und zerrte sie hinein. Sie schloss die Luke hinter sich und die Toaster begannen mit dem Material vor Ort eine behelfsmäßige Deckung zu errichten.

„Was tun wir jetzt? Wir haben nicht mehr genügend Munition und dieses Feuerschott wird nicht ewig halten!“

Der Cylon Simon überlegte hastig. Er wusste dass sein Gefährte Recht hatte.

„Dann eben Plan B, wir sprengen das Schiff. Wir sind in der Nähe des Maschinenraums und durch die Energiezellen des Sprungantriebes verstärken wir die Sprengwirkung. So nehmen wir wenigstens noch ein paar Menschen mit….“

Nummer 8 meldete sich zu Wort und unterbrach Simon.

„Ich will dich in deiner Genialität nicht unterbrechen, aber ich gehe jede Wette ein dass die Menschen dieses Schiff von der restlichen Flotte getrennt hat!“

Die verbliebenen Cylonen und Xenon stimmten den Modell 8 zu. In der Zwischenzeit konnte diese Passagierschiff außerhalb der Flotte fliegen und man würde bei einer Sprengung nicht die erhoffte Schadenswirkung erreichen.

„Dann sprengen wir nur dieses! Für eine Evakuierung des Schiffes hatten sie keine Zeit. 8, den Sprengsatz!“

Aus ihrem Rucksack holte das Modell Nummer 8 einen gestohlenen Gefechtskopf hervor. Simon platzierte diesen an der Wand zum Maschinenraum. Die Cylonen hörten wie die Marines versuchten die Luke zu öffnen. Es war nur noch eine Frage der Zeit bis man diesen Zugang aufsprengte und die verbliebenen Toaster eliminierten.

Simon machte den Sprengkörper scharf. Die Maschinen sammelten sich um den Gefechtskopf als der Cylon Simon die Fernbedienung aktivierte.

„Das ist die Strafe Gottes!“

Er betätigte den Auslöser, aber nichts passierte. Der Sprengsatz entschärfte sich selbst, so wie es das Sicherheitsprogramm der Gefechtssoftware bei einem unautorisierten Zugriff vorschrieb. Simon betätigte den Auslöser mehrmals, aber auch diesmal rührte sich nichts.
Er ging an den Gefechtskopf heran und suchte nach etwas Bestimmten.

„Fehlt dir etwas?“ fragte ihn eine weibliche Stimme aus dem Hintergrund.

Simon drehte sich um. Nummer 8 hielt in ihrer Hand einen kleinen Chip. Auf diesem waren sämtliche Gefechtsbefehle gespeichert, sowie die Liste mit den Zugriffscodes. Ohne diesen konnte weder automatisch noch manuell eine Sprengung durchgeführt werden.

„Du! Dann habe ich doch richtig gelegen! Aber wie? Deine Modellreihe wurde mit neuen Blutplasma ausgestattet!“

8 krempelte ihren Ärmel hoch und zog von ihrem Arm eine Kunsthaut ab. Darunter befand sich ein kleines Säckchen mit Blut.

„Ich habe eure Nr. 8 mal gegen mich ausgetauscht. Das mit dem Plasma war eine tolle Idee. Und jetzt würde ich vorschlagen legt eure Waffen nieder und ergebt euch!“

Simon hörte wie an der Luke gearbeitet wurde. Der Schweiß lief ihn von der Stirn und er musste handeln bevor die Soldaten durchbrachen.

„Sie ist die Verantwortliche für tausende von toten Cylonen und Xenon. Du hast diese Krankheit über unser Volk gebracht. Du wirst heute mit uns sterben und dann werden wir dich deiner gerechten Strafe zuführen!“

„Dann kommt und holt mich doch!“

Zwei Xenon stürmten auf Sharon los. Aus einem Stiefelschaft zog sie blitzschnell eine kleine Klinge und stach sie einem der Xenon in sein Auge. Den anderen Xenon schaltete sie mit einer gekonnten Drehbewegung aus und erwischte sie mit ihrem Bein an ihrer Schläfe.
Simon zog seine Waffe und begann auf Boomer zu schießen. Sie konnte rechtzeitig in Deckung gehen und zog ebenfalls ihre Waffe.

Von hinten versuchte sich einer der Cylonen Sharon zu nähern. Er hatte das Pech und trat wenige Schritte vor ihr auf eine Glasscherbe. Boomer registrierte den Cylonen und schoss ihm 2-mal in die Brust.
Simon nutzte die Chance und stürmte auf sie los. Er trat ihre Waffe aus der Hand. Simon wollte erneut zutreten als Sharon ihm in die Weichteile boxte. Außer Atem und mit schmerzverzerrtem Gesicht ging er zu Boden. Der letzte Cylon schnappte sich einen Schraubenschlüssel und griff Boomer an.
Bevor der Cylon seinen Angriff vollenden konnte fing Boomer den Schraubenschlüssel ab. Sie hielt ihren Arm mit dem Werkzeug fest und schlug kräftig gegen das Armgelenk.
Der Cylon schrie laut auf, ihr Gesicht wurde rot vor Schmerzen als Major Valerii ihr den Arm brach. Der Toaster lies den Schlüssel fallen. Sharon holte erneut aus und verpasste ihr mehrere Schläge ins Gesicht. Bei der letzten Bewegung schnappte Sharon nach dem Kehlkopf des Cylonen und zog gleichzeitig ihre Ersatzwaffe. Blitzschnell hatte Simon ihre Waffe am Kopf als er versuchte seine aufzuheben.

„Tu mir den Gefallen! Heb sie auf!“

Marines öffneten die Luke und sicherten die Halle. Sie sahen wie Boomer in einer Hand den Kehlkopf eines Cylonen hielt und der anderen ein anderes Modell kontrollierte.

„Archer, was habt ihr in der Zwischenzeit getrieben?“

„Kaffee und Donuts, Sir! Wir ahnten schon dass sie die Situation im Griff haben und legten kurzzeitig ne Pause hin.“

Die Soldaten nahmen die Überlebenden Toaster in Gewahrsam und transportierten die Toten in Leichensäcke auf die Galactica. Von den 20 erkannten Maschinen überlebten lediglich 4.
Major Valerii beaufsichtigte persönlich die Aufräumarbeiten ihrer Soldaten und befahl dem Skipper des Argon Liners die Öffentlichkeit aus den unteren Bereichen des Schiffes fernzuhalten.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Battlestar Galactica
Standort: Cho’s Niederlage
Auftrag: Schutz der Flotte

Admiral Adama stand mit Doc Paul in der Leichenhalle und begutachtete die Körper der Cylonen und Xenon. Seit der Kaperung des Basisschiffes waren zwei Wochen vergangen und die Fortschritte waren nicht wirklich vorangeschritten, jedenfalls nicht so wie es sich Apollo vorgestellt hatte.
Das cylonische Schiff flog der Flotte außerhalb der Dradisreichweite hinterher. Der Rat hatte auf Bitten der Vizepräsidentin die Sprengung des Schiffes verlangt. Sie drohten Adama diese Entscheidung öffentlich zu machen falls er sich dagegen entschied. Tyrol inszenierte daher ein riesiges „Feuerwerk“ für den Rat und sprang mit dem Schiff knapp hinter die Flotte.

Er und seine Frau durchsuchten die Systeme nach brauchbarem Material und studierten die Erneuerungen des Schiffes. Während der Suche stießen sie auf eine Datei mit Schläfern. Sie verglichen die Daten mit den Passagierlisten der Flotte. Sie kamen dabei auf eine ungeheuerliche Zahl von 96 Schläfern innerhalb der Flotte.
Adama beauftragte Boomer mit der Klärung des Problems. Er nutzte ihren aufkommenden Hass gegenüber ihrem eigenen Volk aus. Innerhalb von 4 Tagen klärte sie den Großteil auf. Sie selbst ließ sich in eine Gruppe von Cylonen und Xenon einschleusen. Bei einem Verhör erfuhr der XO dass die Toaster einen Anschlag planten und dafür bei den Argonen einen konventionellen Gefechtskopf stahlen. Um genaueres zu erfahren schlüpfte Sharon Valerii in die Rolle der gefangenen Nummer 8.

Der argonische Kybernetiker Kevin Werra und die koloniale Genetikerin Reljia Porter stießen zum Doc und Adama hinzu. Lee bat um ein Treffen und wollte nach Neuigkeiten fragen.

„Danke dass sie Zeit fanden um an diesem Gespräch teilnehmen zu können.“

„Admiral, können sie uns bitte sagen warum wir uns gerade hier treffen?“ wollte der argonische Kybernetiker wissen, da ihm schon nach wenigen Augenblicken die Hände froren.

„Es ist der sicherste Platz auf dem Schiff und ich kann mich darauf verlassen das jedes gesprochene Wort unter uns bleibt. Also, was haben sie für mich?“

Adama befahl seinem Marine die Tür zu schließen und draußen zu warten.

Kevin streckte seine leicht gefrorene Hand und wollte anfangen.

„Also Admiral, ich spreche nun für meine Kollegin Prof. Porter mit, da wir den Großteil unserer Arbeit zusammen verrichteten. Nach einer eingehenden Prüfung, um ihnen zu beweisen dass wir keine Cylonen oder Xenon sind, nahmen wir uns ihre Unterlagen und Mitbringsel von Argon Prime vor. Die Cylonen konnten wir schnell abhaken. Sie sind in ihrer Schaffungsweise den älteren Modellen absolut gleich. Ihr Aufbau ähnelt zu 98% einem Menschen. Doch sie sind stärker und ein wenig widerstandfähiger als wir.

In ihren Muskeln fand meine Kollegin Eiweißstoffe die die Eigenschaften eines Verstärkers haben. So sind sie doppelt so stark wie ein ausgewachsener Mensch. Ihr Immunsystem ist nahezu gegen jede menschliche Krankheit resistent. Ihr Gehirn scheint zwei Aufgaben zu haben. Es sieht äußerlich aus wie ein normales Gehirn und erledigt auch dieselben Aufgaben, aber der innere Teil funktioniert wie eine künstliche KI. Dort ist das Bewusstsein des Cylonen verankert. Es kann getrennt vom menschlichen Bewusstsein funktionieren. Aber wenn es aktiviert wird übernimmt es den Körper und kontrolliert das menschliche Bewusstsein.
Im Endeffekt ist es nichts weiter als eine Software, aber in Fleisch und Blut. Und das macht es erst faszinierend. Wir fanden aber deutliche Anzeichen für einen Fehler in der „Programmierung“!“

„Und dieser Fehler wäre?“ fragte Adama neugierig.

Kevin rieb sich die kalten Hände und räusperte sich kurz.

„Wenn dieses Bewusstsein erst einmal aktiviert wurde, entsteht ein Konflikt mit seinem menschlichen Bewusstsein. Wir vermuten dass sich dies in Blackouts, Verwirrung, Schizophrenie, Verfolgungswahn, Selbstmordgedanken, und so weiter, äußern kann.
Der Schläfer kämpft gegen den Cylonen in sich an. Dieser Kampf ist aber vornherein zum Scheitern verurteilt. Es zögert die Übernahme nur hinaus. Menschliche Nervenbahnen werden nach und nach von Cylonischen ersetzt. Der Schläfer ergibt sich der Tatsache dass er kein Mensch ist wenn sich die beiden Bewusstseinströme vermischt haben. Der cylonische Strom ist der dominantere Part. Jetzt versuchen wir noch herauszufinden wo sie ihre Profile speichern. Es muss so was wie ein Speicher geben wo sie ihr gesamtes Wissen im Augenblick ihres Todes hineinspeichern und senden. Aber das kriegen wir auch noch heraus, Admiral.“

„Das ist schön zu hören, Professor! Aber wie erkennen wir sie, da wir immer noch nicht alle Modelle gefunden haben.“

Professor Porter streckte zu dieser Frage ihre Hand. Lee liebte dieses Spiel. Er führte bei Gesprächen mit mehreren Personen die Handzeichen ein. Wie in der Schule sollte sich derjenige per Handzeichen melden der die Frage des Admirals beantworten konnte. So konnte Lee eine Art Ordnung und Übersicht herstellen und niemand quatschte ihm dazwischen.

„Wir hatten mehrere Blutproben von den cylonischen Agenten, egal ob Schläfer oder nicht.
Sie scheinen eine Scheinblutgruppe zu haben. Bei einer normalen Untersuchung wird so was nicht bemerkt. Aber bei genaueren hinsehen fällt einem ins Auge das sie gar keine richtige Blutgruppe besitzen. Sie sind absolut neutral. Ihrem Nachwuchs wird diese Neutralität mitgegeben. So was wie genetisch bedingte Krankheiten kennen sie nicht einmal. Richtig angewandt kann man mit dieser Erkenntnis vielen Menschen helfen und heilen. In ihren Adern fließt der heilige Gral, um es mit den Worten meines Kollegen zu beschreiben.
Es ist ein Geschenk der Götter. Man könnte es sogar künstlich herstellen…..“

„Frau Porter, nicht vom Thema abschweifen!“ unterbrach sie der Admiral

„Jedenfalls reagieren sie auf Verletzungen wie der Mensch. Aber das wissen sie schon. Der Xenon unterscheidet sich ebenfalls nicht vom Menschen in dieser Hinsicht. Was uns beim Cylonen aufgefallen ist, ist die seine Unverträglichkeit auf Ionenpartikel. Es zersetzt nahezu seine genetische Struktur und tötet ihn langsam aber qualvoll…“

„Ragnar!“ ertönte aus dem Hintergrund

Lee zuckte zusammen und blickte hinter sich. Sein Vater stand an der Leiche von Laura Roslin und streichelte ihr über das Gesicht.

„Auf der Station war ich doch mit dem Cylonen Leoben eingesperrt. Der ionisierte Nebel rund um die Station schien ihm gar nicht gut zu tun. Er schwitzte und hatte zwischenzeitlich Schwächanfälle. Je mehr wir in das Innere der Station kamen, je höher die Konzentration wurde, umso mehr schwächte es ihn. Nutze dieses Wissen, mein Sohn!“

Lee schloss nur für kurze Zeit seine Augen als sein Vater wieder verschwunden war.

„Sir, hören sie mir überhaupt zu?“ fragte ihn die Genetikerin.

„Ja, klar – aber können die den letzten Teil noch mal wiederholen? Zum Verständnis!“

„Ich sagte dass die Cylonen fiebrige Anfälle bekommen, Schweißausbrüche, hohe Körpertemperaturen…..“

Adama unterbrach sie erneut und fragte ob man mit diesem Wissen eine biologische Waffe bauen könnte, die zusätzlich zum cylonischen Virus eingesetzt werden konnte. Porter wollte ihm keine großen Hoffnungen machen, aber die Möglichkeit bestand einen biologischen Kampfstoff zu entwickeln. Ihr Kollege stimmte ihr da zu. Aber wenn es gelingen sollte bräuchten sie Versuchsobjekte um herauszufinden ob der Kampfstoff auch wirkte.

„Was können sie mir zu den Xenon sagen?“

Der argonische Wissenschaftler bat um das Wort. Diese Thema nahm er sich bewusst zu Herzen und versuchte hier dem Admiral so schnell wie möglich brauchbare Informationen zu liefern.

„Was ich schon mal sagen kann, was ihre Mitbringsel von Harador bestätigen, die Xenonmodelle waren einst Menschen. Diese Implantate wurden so modifiziert das aus dem Körper eine biologische Maschine entsteht. Nicht jeder Wirt war kompatibel mit diesen Implantaten und starb qualvoll bei der Transformation. Wonach sich diese Implantate richten kann ich ihnen noch nicht beantworten. Wir hatte es an Mäusen ausprobiert. Nur eine wurde von einer künstlichen Intelligenz übernommen und vor unseren Augen wandelte sich ihr Rückgrat in eine Waffe.

Diese Implantate sind lebende künstliche Zellen, die in rasender Geschwindigkeit sich in ein komplettes Bewusstsein wandeln können. So was habe ich vorher in meinem Leben noch nie gesehen. Sie können aber nicht an einen weitergegeben werden. Sie können sie nicht selbst reproduzieren. Diese Modelle wurden bei Verträglichkeit mit diesem Implantat künstlich hergestellt. Cylonen können sich selbst reproduzieren, wenn sie einen genetischen Schlüssel für ihre Informationen haben. Sie können Sex mit einem Menschen haben und 9 Monate später haben sie einen Hybriden. Aber diese Fähigkeit hat der Xenon nicht. Wenn sie eines Tages diese Fähigkeit haben sollten, dann können sie ihr Schiff mit Bildern von potentiellen Xenon tapezieren!“

„Warum?“ wollte Doc Paul wissen, die schon die ganze Zeit interessiert zuhörte.

„Anders als die Cylonen..“ setzte Prof. Porter fort „ ersetzen die Implantate nicht die genetischen Informationen des Vaters oder der Mutter, sie ergänzen sie nur. Bei den Cylonen besteht eine sehr große Wahrscheinlichkeit dass der Hybride der cylonischen Mutter oder Vater sehr ähnlich sieht, wenn nicht sogar ein vollständiges Abbild ist. Beim Xenon hingegen würde der Natur freien Lauf gelassen. Die Erbinformationen werden zwischen Mutter und Vater normal ausgetauscht. Aber geboren würde ein Xenon, der nur darauf wartet aktiviert zu werden. Die Implantate sind dabei Bestandteil des neuen Lebens.

„Evolution!“

Lee setzte sich einen Moment hin. Athena sprach dieses Thema an. Aber damals hatte man nicht genug Zeit um alles genau unter die Lupe zu nehmen. Die Cylonen adoptierten die Xenon, behandelten sie wie ihre eigenen Kinder und gaben ihnen die Fähigkeit sich fortzupflanzen. Die menschliche Rasse wäre auch ausgelöscht worden wenn dieser Krieg nicht gewesen wäre. Aber diese Ausrottung wäre leiser und unerwarteter gewesen.

„Admiral, alles in Ordnung mit ihnen?“

Karen Paul sah sich den kreidebleichen Apollo genauer an. Sie fühlte seinen Puls und fasste an seine Stirn, an der kalter Schweiß mittlerweile hinunterlief.

„Gehen sie bitte zurück an die Arbeit. Suchen sie nach weiteren Anhaltspunkten die uns nützlich sein können. Wir werden sie rechtzeitig unterrichten wenn wir etwas Neues für sie haben.“

Die Wissenschaftler wurden von den wartenden Marines zurück an ihren Arbeitsplatz gebracht. Lee stand wieder auf und sagte dass es ihm gut ginge.

„So, kommen wir zu meinen nächsten Kopfschmerzen!“

„Wie sie wünschen, Admiral!“

Doc Paul holte aus einem Schrank eine weitere Leiche hervor. Sie zog die Decke vor ihr herunter und nahm das Klemmbrett mit ihrem Obduktionsbericht vom Tisch.

„Farina van de Weyd, 46 Jahre, kleinere Schönheitsoperationen, schwere Raucherin, hatte Wasser in den Beinen und hatte sich als Kind einmal das Schlüsselbein gebrochen. Und ich kann ihnen nicht sagen woran sie starb.“

Lee gefiel diese Aussage überhaupt nicht. Van de Weyd starb vor einigen Tagen in ihrer Zelle. Die Wache berichtete dass die Vizepräsidentin der letzte Besucher war. Doch er konnte nichts Verdächtiges feststellen. Linda Horutko stand mehr als 2 Meter vor ihrer Zelle und sie redeten über Sara Rith. Das Gespräch an für sich dauerte nur 3 Minuten. Danach verließ die Vizepräsidentin wieder die Brick.
Kara meldete ihm vor kurzem das Athenas Jacke verschwand. Sie wurde noch nicht untersucht da angeblich keine Dringlichkeitsstufe für dieses Beweisstück vorlag.
Seltsame Vorfälle häuften sich kurz vor der Vereidigung der Vizepräsidentin. Selbst der argonische Widerstand verschwand urplötzlich.

Paul deckte den Leichnam wieder zu und führte Lee zur toten Präsidentin.

„Warum haben sie sie noch mal geöffnet?“

„Bevor ich Medizin studierte war ich eine Zeit lang beim argonischen Kriminallabor in Argonia City. Ich habe mit Oliver, ich meinte natürlich Cpt. Wagner, noch mal den Bericht der Spurensicherung angesehen. Demnach wurde der Präsidentin aus nächster Nähe in den Hinterkopf geschossen…..“

Der Doc holte aus ihren Unterlagen Skizzen der Spurensicherung heraus und bat den Admiral nicht nachzufragen woher sie diese hatte. Er versprach nicht nachzufragen wenn sie etwas von Bedeutung hatte.

„Ich denke schon dass es für sie wichtig sein könnte. Hier stand ihr Pilot, rechts vor dem Tisch. Roslin lag vor ihr auf dem Boden. Beide Frauen haben ungefähr dieselbe Größe. Wenn ihre Pilotin sie aus nächster Nähe erschossen haben soll, warum konzentrierten sich die Blutflecken auf ihren Händen und ihrer Jacke. Laut der Aussage des XO hatte sie einen riesigen Fleck auf Brusthöhe. Das kann dadurch kommen das sie den Kopf an ihrer Brust hielt. Und das ist nur eine Ungereimtheit. Auf der Rückseite ihres Sessels fanden sie kleinere Spritzer Blut an der Wand und der Abdruck auf dem Boden passte nicht ganz zu den Rollen ihres Sessels.“

Adama nahm ihre Aufzeichnungen und las es sich noch mal in Ruhe durch. Vielleicht hatte er endlich seinen fehlenden Beweis um die Schwiegermutter seines Sohnes herauszuboxen.

„Würden sie dass vor dem Gericht wiederholen?“

„Tut mit Leid, Admiral, sogar der dümmste Anwalt würde solche Beweise für ein Verfahren ausschließen lassen. Schlampige Arbeit der Beamten, Verlust von Beweismitteln, usw. Aber vielleicht können sie hier ansetzten.“

Apollo nahm sich die Aufzeichnungen mit. Karen machte ihn noch mal deutlich dass diese Hinweise sowieso nicht zugelassen werden würden aufgrund der fragwürdigen Herkunft.
Damit wäre Athena nicht geholfen gewesen.


-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Viper047
17-01-2008, 05:14 PM
Argonia City
Das von den Cylonen und Xenon besetzte Argon Prime

Baltar verbrachte mehrere Nächte in seinem Labor. Jeden Tag kamen Meldungen herein dass die infizierten Cylonen und Xenon an den Folgen der Profillöschung starben. Es griff aber nicht auf andere Modelle über. So hatte Gaius zumindest einen Anhaltspunkt wie das Übertragungsverhalten des Virus war.
Er ließ Caprica Six von den anderen Modellen trennen und brachte sie in sein Labor. Dort versorgte er und seine Angestellte seine Geliebte.
Eine Mitarbeiterin brachte ihm eine Disc mit den letzten Erinnerungen von Six.

„Es ist nicht viel. Wir haben nur Audiosignale filtern können. Wir haben nicht reingehört und wollten es ihnen sofort überreichen.“

Sie legte die Disc auf seinen Tisch und verschloss beim hinausgehen die Tür zu seinem Labor. Gaius starrte mehrere Minuten die Disc an. Er kaute auf seinen Fingernägeln und schaute durch die Scheibe nach draußen. Er beobachtete wie eine Schwester die Werte von Nummer 6 kontrollierte. Schließlich nahm er die Disc und legte sie in ein Abspielgerät.

Er hörte ihre Stimme, doch sonst war alles mit einem Rauschen überlagert. Gegen Ende der Aufnahme hörte er eine weitere Stimme. Sie flüsterte Six etwas zu. Baltar konnte es nicht verstehen und legte die Disc anschließend in seinen Computer ein. Er versuchte mit einem Programm die Stimme herauszufiltern, um zu verstehen was sie seiner Geliebten zuflüsterte.

Nach wenigen Minuten hatte er es geschafft und spielte das Ergebnis ab.

„Du hattest deine Chance, Six. Sag Gaius das er als nächstes dran ist!“

Gaius fiel vom Stuhl. Er erkannte diese Stimme. Vor seinen Augen wurden die Erinnerungen von Neu-Caprica wieder wach. Damals wollte ihn Boomer auf der Colonial One töten. Six hielt sie auf und verletzte sie schwer. Bevor sie Boomer den Rest geben konnte griff Admiral Adama mit der Galactica an und diese Nummer 8 konnte fliehen.

„Steh auf, Gaius! Steh auf!“

Baltar erkannte die Stimme. Auf einer Couch saß Caprica Six und feilte ihr Nägel.

„Das kann nicht sein, du liegst da draußen und stirbst!“

Six stand auf und zerrte den geschockten Gaius an die Scheibe. Sie presste seinen Kopf an das Glas und zwang ihn nach draußen zu sehen.

„Und das werde ich auch Gaius wenn du nicht endlich was unternimmst. Wir wissen beide wer mir das angetan hat. Und dort wo sie ist, ist auch die Flotte.“

Sie ließ Baltar los und sah ihm in seine verwirrten Augen.

„Gaius, zeig mir das meine jahrelangen Bemühungen nicht umsonst waren. Enttäusch mich nicht. Es würde mir das Herz brechen dich zu töten!“

Baltar zog seinen Kittel an und ging zu Körper seiner geliebten Six. Seit Jahren hatte er nicht mehr die Halluzination. Er beruhigte sich und schob diese Einbildung auf den Stress und den wenigen Schlaf der letzten Tage.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------


Battlestar Galactica
Standort: Cho’s Niederlage
Auftrag: Schutz der Flotte


Leyla Roberts kauerte in einer Ecke ihrer Zelle. Vor ihr standen mehrere bewaffnete Marines und beobachteten jede ihrer Bewegung. In ihrer Nachbarzelle saß einen weitere Frau. Im Gegensatz zu ihr blieb sie ganz ruhig und schlief sogar ein paar Stunden. Sie sah wie Leyla sich vor Angst kaum rührte. Sie bat die junge Frau sich endlich aufs Bett zu setzen und zu beruhigen. Sie riss ein Stück ihrer Jacke ab und gab ihr etwas um das Blut aus ihrem Gesicht zu wischen.
Eine blonde Frau betrat die Brick. Die Marines salutierten vor ihr. Sie schien eine gehobene Stellung auf dem Schiff zu haben. Leyla sah ihre Chance als sie bemerkte dass die ältere Frau immer wieder in ihre Richtung sah.

„Hallo? Bitte helfen sie mir! Niemand sagt mir warum ich hier bin!“

„Deshalb bin ich hier, um herauszufinden warum du hier bist!“

Die Soldaten öffneten die Zelle und brachten die junge Frau anschließend in einen Vernehmungsraum.

Die ältere Frau setzte sich ihr gegenüber. Leyla streckte der Wache ihre Fesseln entgegen. Sie wollte dass man sie ihr abnahm. Aber der Corporal reagierte nicht darauf und blieb einfach neben ihr stehen.

„Also, damit du weißt mit wem du es zu tun hast. Ich bin Colonel Thrace, ich werde dich vernehmen. Und wenn du kooperierst wird das hier ganz schnell vorbeigehen.“

„Ja! Ja! Ich werde ihnen alles sagen was sie wissen wollen. Aber kann ich anschließend wieder nach Hause? Bitte, Colonel!“

Starbuck schlug ihren Block auf und legte sich einen Stift an die Seite.

„Du hattest vorhin schon mal richtig angefangen. Warum bist du hier?“

Leyla verstand die Frage von Kara nicht.

„Das müssten sie mir sagen. Es waren ihre Männer die mich durch das Schiff gehetzt, die mir ein Gewehr ins Gesicht geschlagen hatten. Sie haben mich einfach mitgenommen und in diese Zelle gesteckt. Noch nicht einmal ein Arzt kam vorbei um meine gebrochene Nase zu behandeln.“

Starbuck blieb von dieser Geschichte unberührt und lehnte sich in ihren Stuhl zurück. Die Tür öffnete sich und ein Marine brachte dem XO etwas zum Trinken. Sie schenkte sich vor Leyla etwas ein und genehmigte sich einen Schluck.

„Ganz schön warm auf dem Schiff. Die Umweltanlage spielt etwas verrückt. Ich bin völlig ausgetrocknet. Hoffe das die Mechaniker das bald wieder in den Griff bekommen.“

Starbuck hatte erreicht was sie wollte. Leyla konnte ihren Blick nicht von der Wasserflasche lassen. In den Zellen und in den Vernehmungsräumen wurde die Temperatur angehoben.
Leyla saß bereits einige Stunden ohne einen Schluck Wasser in der Zelle.

„Durstig?“ fragte sie der XO scheinheilig.

Leyla nickte. Daraufhin übergab sie einem Marine die Flasche. Statt ihr einzuschenken verschwand er durch die Tür.

„Leider ist das verzehren von mitgebrachten Speisen und Getränken in den Vernehmungsräumen auf der Galactica verboten.“

Starbuck trank ein letztes Mal aus dem Glas und schüttete den Rest aus.

„Ich hoffe dass diese Vorschrift bald einmal dem Änderungsdienst vorliegt. Bei solchen Temperaturen ist das die reinste Folter. Glaub du verstehst was ich meine, oder?“

„Warum tun sie mir das an?“

Bevor Starbuck ihr darauf antworten konnte klopfte es an der Tür. Ein Sergeant bat sie vor die Tür zu kommen. Kara packte ihr Schreibzeug wieder ein und ging nach draußen.

„Was gib es denn so dringendes?“

„XO, im Gang wartet ein Mann der behauptet der Anwalt der jungen Frau zu sein. Er will umgehend mit dem verantwortlichen Offizier reden.“

Kara sagte dass sie sich um diesen jungen Kerl kümmerte. Vor dem Spionspiegel stand Boomer und hatte die kurze Vernehmung beobachtet.

„Schon eine witzige Idee gewesen den Spiegel einbauen zu lassen. Vielleicht sollte ich öfters mit Sprengstoff bei Vernehmungen hantieren.“

Starbuck legte ihren Arm um Sharon. Die Frauen gingen ein Stück.

„Was meinst du?“

„Schläfer, nicht aktiviert! Ich würde es sehen wenn sie lügt!“

„Gut, dann wäre das schon mal aus der Welt. Jetzt mal was anderes, Sharon. Was bei den Göttern ist mit dir los? Ich kann mich noch gut daran erinnern da hättest weder du noch Athena
einen eurer Leute in die Pfanne gehauen. Was ist mit dir in den letzten Jahren passiert?

Boomer stieß den Starbucks Arm von sich und ihr Blick war nicht gerade freundlich.

„Ich habe meine Gründe! Und ich dachte ihr seit meine Leute, Starbuck!“

Ohne die Möglichkeit reagieren zu können schlug Boomer einen anderen Weg ein.

„Sharon! Prima gelaufen, Starbuck!“ stellte Kara für sich selbst fest.

Auf dem Gang wartete ein junger Mann auf den XO. Er begrüßte sie freundlich und kam sofort auf seine Verlobte zu sprechen.

„Colonel Thrace, mein Name ist Gerald Whait und ich vertrete die Interessen von Leyla Roberts. Ich will umgehend erfahren wie die Anklage lautet. Vor allem wurde mir von ihren Gorillas zugetragen das sie meine Mandantin bereits verhörten, und das ohne Beisein ihres Anwaltes. Ich hoffe ihnen liegt etwas an ihrer Uniform, denn ich werde ihr Verhalten ihrem Vorgesetzten Offizier melden.“

Kara blickte zu einem ihrer Marines und fing an zu kichern. Der Auftritt des jungen argonischen Anwaltes ließ sie absolut kalt.

„Mein Junge, tu was du nicht lassen kannst. Das hier ist von ganz oben abgesegnet. Und bis jetzt haben wir deine Freundin nicht angeklagt. Daher brauchte sie bei unserer kleinen Unterredung keinen juristischen Beistand, oder sehe ich das falsch, Anwalt?“

„Ich lasse mir ihren Spott nicht gefallen. Ich will sofort zu ihr, sie hat das Recht auf juristische Beratung!“

Das Lachen der Marines und des XO wurde immer lauter. Gerald war die Situation unangenehm. Auf der anderen Seite wuchs die Wut in ihm, er konnte die Bilder nicht vergessen wie die Soldaten seine Freundin abführten.

„Ich denke sie haben in ihren Studium einige Vorlesungen verschlafen, sie Rechtsverdreher. Wir haben immer noch Kriegsrecht. Ihre Freundin hat ein Recht auf gar nichts. Aber ich will nicht so sein. Sie können ihre Freundin sehen. Suchen sie sich eine aus, Raum 14, 16 oder 17. Meine netten Gorillas werden sie begleiten.“

Marines begleiteten den jungen Mann zu den Vernehmungsräumen.

„Vorsicht, die in 16 beißt!“ sagte ihm einer der Marines in einem spöttischen Unterton.

Gerald wurde an den 3 besagten Räumen geführt. In jedem dieser Räume saß eine Frau die wie seine Verlobte aussah. Dem argonischen Anwalt wurde es Übel und er übergab sich schließlich vor den Marines.

----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Boomer betrat die Zelle von Athena. Sie malte um sich die Langeweile zu vertreiben.
Sharon klopfte an die Scheibe und hielt den Hörer hoch. Helos Frau legte daraufhin ihre Zeichensachen weg und entnahm auf ihrer Seite den Hörer.

„Na, wie geht’s dir?“

„Jetzt wo Helo und meine Tochter zu mir können, es ist erträglicher geworden. Mir fehlt irgendwie der Fernseher. Langweilige Talkshows um die eigene Langweile zu vergessen.
Boomer, es gibt ein Gerücht über dich. Ist daran etwas wahr?“

Galens Frau legte den Hörer kurzzeitig ab und schnaufte noch einmal tief durch.

„Ja, alles ist wahr!“

„Du solltest deine Wut nicht unkontrolliert werden lassen. Sonst werden sie unser Modell zerstören. Wir sind ebenfalls Cylonen, wir Beide teilen sogar dieselben Erinnerungen….“

„Fahr erst gar nicht fort, Athena. Du bist auch nicht besser als ich. Kehre erst einmal vor deiner eigenen Haustür bevor du über mich richten willst. Ich bin Sharon Valerii und du nur ein billiger Abklatsch von mir. Ich hatte keine Ahnung was man mit mir anstellte, du hattest von Anfang an die Gewissheit ein Cylon zu sein.
Du hattest nur einen Grund dich an Helo ranzuschmeißen um einen Hybriden zu zeugen. Im Gegensatz zu dir hatte ich meinen Chief wirklich geliebt und ihm nichts vorgemacht.

Ihr habt mein Leben zerstört, und dafür werdet ihr die Rechnung bekommen. Ich bin Sharon Valerii, ich bin Offizier auf der Battlestar Galactica, ich habe einen Mann und 3 süße Kinder. Ich bin kein Cylon!“

„Und ein Mensch bist du auch nicht, Boomer. Genauso wenig wie ich!“

Boomer schmiss den Hörer an die Scheibe und verließ so schnell wie sie konnte die Zelle.
Der Marine hob den Hörer wieder auf und wollte noch etwas loswerden bevor er aufhängte.

„Sir, für uns sind sie alle 3 keine Cylonen, sind unsere Kameraden!“

„Danke Private, aber es gibt Dinge die man eben nicht ändern kann. Und da zählt unsere Herkunft dazu.“

Captain Wagner betrat die Zelle und befahl dem Private Athena Fesseln anzulegen. Er hatte den Auftrag sie auf die Excelsior zur ersten Anhörung zu bringen. Sharon Agathon machte der Wache keine Umstände und ließ sich die Fesseln anlegen.
Wagner übernahm Helos Frau und führte sie zum wartenden Shuttle.

„Keine Sorge, Captain, wir stehen hinter ihnen. Egal was man über sie erzählen wird, sie waren es nicht!“ bekräftigte Cpt. Wagner.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Tyrol betrat seinen Lageraum und räumte vor dem Schichtwechsel die Werkzeuge auf ihren Platz. Hinter den Regalen hörte er ein leises Wimmern und ging dem nach.
In einer Ecke kauerte seine Frau und hielt ein Messer an ihre Kehle.

„Sharon!“

Boomer blickte ihren Mann an. Ihre Augen waren rot vor Tränen. Sie zitterte am ganzen Körper. Masterchief Tyrol streckte seine Hand aus und verlangte das Messer von ihr.
Ohne Widerstand ließ sie es los. Galen warf es auf einen Tisch am anderen Ende des Lagers.

„Sag mal, was sollte das eben werden? Bist du jetzt ganz von Sinnen?“

Boomer fiel ihrem Mann in die Arme und ließ ihren Gefühlen freien Lauf. Er hielt sie ganz fest an sich und versuchte sie zu beruhigen.
Die Tür ging auf und einer der Mechaniker der neuen Schicht verlangte nach Tyrol. Er schickte ihn sofort wieder weg und befahl dass niemand das Lager betrat.

„Chief, wer bin?“

„Was soll die Frage? Du bist meine Frau, die Mutter meiner Kinder, meine Leben!“

„Wie konntest du nur all die Jahre mit mir zusammenleben? Ich habe dir schreckliche Dinge angetan, ich habe dem alten Mann wehgetan…..“

Tyrol hielt seine Hand auf ihrem Mund und forderte sie auf nicht weiterzureden.

„Hey, das warst nicht du! Das war der Cylon in dir! Der Admiral hatte das gewusst, genauso wie ich es weiß. Ich dachte wir hätten das hinter uns?“

„Ich weiß es doch auch nicht, Chief. In mir kommt alles wieder hoch. Ich kann sehen wie Gaius dir wehtat, wie man mich auf Caprica behandelte oder Neu-Caprica. Ich weiß dass ich ihn töten werde, Chief.“

„Sharon, vergiss ihn einfach. Ich denke mit seiner Cylonin hast du ihn genug gestraft. Er kann dir nichts anhaben, dafür werde ich sorgen. Nicht noch einmal!“

„Ich will kein Cylon sein, aber ich bin auch kein Mensch. Wo gehöre ich hin? Mein ganzes Leben ist eine riesige Lüge!“

Tyrol wischte seiner Frau die Tränen aus dem Gesicht und holte aus seiner Brusttasche seinen Geldbeutel hervor. Er öffnete ihn und zeigte ihr das Familienfoto das er stets mit sich trug.

„Nein, nein, nein, Sharon – sag so was nicht. Sehen die aus als wären sie eine riesige Lüge. Sehe ich aus wie eine Lüge. Du gehörst hierher, zu uns – zu mir! Du bist meine Sharon, schon immer gewesen. Wir sind deine Familie und das sollte dir stets bewusst sein!“

Sharon lächelte und war erleichtert dass ihr Mann den Raum betrat. Sie hätte nicht gewusst was sie sonst getan hätte. Als sie sich damals bewusst war was sie eigentlich war wollte sie sich lieber das Leben nehmen als geliebten Menschen weh zu tun.

„Oh Chief, wie hältst du mich bloß aus?“

„Sehr gute Frage, eine wirklich sehr gute Frage!“

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Argonia City
Das von Cylonen und Xenon besetzte Argon Prime

Baltar versuchte hinter das Geheimnis des Virus zu kommen. Vom Aufbau hatte er Ähnlichkeit mit dem cylonischen Virus. Doch er hatte einige veränderte Komponente die die Speichereinheiten der Modelle angriff und den Filter einfach austricksten.
Wenn er der Meinung war das Geheimnis gelüftet zu haben funktionierte seine neue Theorie an anderer Stelle nicht.

„Wie geht es voran, Gaius?“

„Ich….ich…..ich habe keine Ahnung was mit dir passiert ist!“

Six ging aus dem Labor und stellte sich neben den Körper. Sie blätterte die Akte durch studierte den bisherigen Verlauf der Infizierung.

„Sie sagte ich wäre der Nächste!“

„Ach Gaius, wechsle dir die Hosen. Das sind nur lahme Sprüche einer alten Frau. Meinst du sie wird nach Argon Prime zurückkommen um dir dein Licht auszuknipsen?“

„Na ja, die alte Frau hat dir dein Licht ausgeknipst!“

Six ließ die Akte fallen und holte aus. Sie traf Baltar im Gesicht, der daraufhin zu Boden ging. Eine Schwester hörte den Krach und eilte in das Zimmer. Baltar sagte es sei alles in Ordnung und schickte sie wieder weg.

„Gaius, ich liebe dich, das steht außer Frage. Und ich habe mein Leben für dich gegeben. Trotzdem solltest du mich nicht reizen. Du solltest stattdessen dir lieber Sorgen um mich machen so wie ich mir ständig Sorgen um dich mache. Hattest eigentlich schon mal daran gedacht mein Bewusstsein mit einem älteren Backup zu rebooten?“

„Soweit ich weiß hat das bis jetzt noch niemand versucht und daher gibt es keine Beispiele ob das auch funktioniert.“

Caprica Six half ihrem Geliebten auf die Beine und klopfte den Dreck von ihm ab.

„Manchmal ist es anstrengend dich zu neuen Ideen zu inspirieren. Dann würde ich vorschlagen besorge dir eine leere Hülle und versuche es, mein Geliebter Gaius!“

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Luxusliner Excelsior

Der Empfangssaal wurde für die Verhandlung umgestaltet. Jetzt ähnelte es einem richtigen Gerichtssaal. Athena wartete an ihrem Tisch auf die Verhandlung während Starbuck und der Anwalt der Ankläger am Richtertisch stand. Kara kam mit einem enttäuschten Gesicht zurück. Lee saß mit seiner Frau, Hera und Thomas in der ersten Reihe. Helo bekam die Erlaubnis bei seiner Frau als Beistand zu sitzen, solange er sich ruhig verhielt und das Verfahren nicht störte. Apollo drohte ihm eine Ausschließung vom Verfahren seiner Frau an wenn er sich nicht daran hielt.

„Sie lassen es nicht zu. Die Ankläger unterstellen Beweisfälschung. Damit sind alle entlastenden Erkenntnisse raus aus dem Verfahren. Der hatte alles schon fein säuberlich vorbereitet. Lee, die ganze Sache stinkt doch bis zum Himmel, mach dem ganzen endlich ein Ende!“

„Du weißt dass ich es nicht kann, das war alles vor der Ausrufung des Kriegsrechts. Aber das war noch nicht alles, oder?“

Kara hielt Athena die Hand und entschuldigte sich. Der XO durfte sie nicht vertreten da sie kein Anwalt war.

„Angeklagte, nennen sie dem hohen Gericht ihren vollen Namen, Dienstgrad und momentane Tätigkeit!“

Athena stand auf um dem Gericht die verlangten Angaben zu geben.

„Sharon Agathon, Captain, Staffelführer Recon - Raptor Battlestar Galactica!”

Der Anwalt der Regierung legte Einspruch gegen die Angaben von Athena ein. Cylonen hätten keine Namen und sie sollte ihre Modellnummer nennen. Das Gericht stimmte zu und verlangte dass Athena ihre Angaben wahrheitsgemäß machte. Die Zuschauer waren über den Antrag der Regierung erbost und es wurde Laut im Saal. Richter Samuel Clifford rief zur Ruhe auf, sonst würde er den Saal räumen lassen.

„Nummer 8!“ gab Athena an nachdem sie ihrem Mann den Mund zuhielt.

„Gut, Nummer 8, sie haben keinen Anwalt und ich gebe ihnen eine halbe Stunde um sich einen Verteidiger zu besorgen. Ich rate ihnen für dieses Verfahren einen Anwalt zu nehmen, Nummer 8!“

Der Richter unterbrach die Sitzung für 30 Minuten. Der Saal leerte sich. Einzig allein die Vizepräsidentin und Starbuck blieben im Saal.

„Ah, der treue XO des Admirals. Es tut mir leid was mit ihrer Freundin passiert. Aber der Tod unserer Präsidentin darf nicht ungesühnt bleiben. Die Cylonen haben dadurch eines ihrer Ziele erreicht, die Flotte führungslos zu machen und sich gegenseitig an die Gurgel zu gehen.“

Kara setzte sich mit einem Lächeln zur Vizepräsidentin, deren Anrede in den nächsten Tagen in Frau Präsident änderte.

„Wissen sie Frau Vizepräsident, ich sehe zwar nicht so aus, aber ich kann 1+1 zusammenzählen. Der Tod Roslins und die Anklage gegen meine Kameradin ist kein Zufall.
Jeder entlastende Hinweis verschwindet entweder oder liegt Tod in einer Zelle. Und irgendwie führt jeder Weg zu ihnen!“

Linda lächelte zurück und zeigte Starbuck den Vogel.

„Sie haben Recht XO, sie sehen wirklich nicht so aus als könnten sie irgendetwas richtig. Genießen sie ihre letzten Tage auf der Galactica. Wenn ich erst einmal im Amt bin sind ihre Tage, und die des Admirals, gezählt. Und der Cylon wird hängen!“

Linda stand auf und beendete das Gespräch mit dem XO.

„Hey, Vize – sie wissen sicherlich das wir noch nicht alle Schläfermodelle enttarnt haben!“

„Sie wollen mir sicherlich etwas sagen, Colonel!“

„Es wird ein Cylon oder ein Xenon hängen, aber es wird nicht Athena sein. Versprochen!“

„Diese indirekte Anschuldigung werden sie erst einmal beweisen müssen, Colonel!“

„Oh ja, Sir – das werde ich! Verlassen sie sich darauf!“

Der Blick von Starbuck war Ernst, und Linda sah die Ernsthaftigkeit Starbucks in ihren Augen.

Nach einer halben Stunde füllte sich der Saal. Athena saß immer noch ohne Verteidiger da.
Das Gericht wollte die Sitzung verschieben als die Tür zum Sitzungssaal aufging. Boomer kam herein und trat gemeinsam mit dem Ankläger an den Richtertisch. Der Staatsanwalt kehrte mit einem enttäuschten Gesichtsausdruck an seinen Tisch zurück und beriet sich mit Vizepräsidentin.
Boomer setzte sich zu Athena und bereitete sich auf das Verfahren vor.

„Was geht hier denn ab?“ fragte Helo Galens Frau.

„Ach so, dass wisst ihr noch gar nicht. Ich habe einen Abschluss in Rechtswissenschaften. Wir hatten auf Argon Prime ein paar Problem mit Zulieferer und einer musste ja dann zwangsweise die argonischen Gesetze studieren. Habe neben den Windelwechseln eben kurz meine Zulassung als Rechtsanwältin für Strafrecht gemacht!“

„Boomer, wir müssten uns unbedingt noch mal unterhalten. Hättest du mir das nicht früher sagen können?“ beschwerte sich Athena und war insgeheim froh Boomer an ihrer Seite zu haben.

Starbuck saß neben ihrem Admiral. Das Verfahren nahm seinen Anfang als sie ihn anschubste.

„Lee, halte mich für verrückt, aber mein Gespür sagt mir das der 7.Xenon nicht weit von uns weg sitzt!“

„Starbuck, du warst schon immer Verrückt, deshalb vertraue ich stets deinem Gespür. Wen hast du in Verdacht?“

„Erste Reihe, links. 3 Person von rechts, direkt hinter dem Quacksalber des Rates!“

Apollo und Starbuck sahen auf die andere Seite des Saales. Lee konnte gleich sehen wen sein XO meinte. Linda schaute ebenfalls herüber und winkte den beiden Offizieren lächelnd zu.

Viper047
17-01-2008, 05:17 PM
Kapitel XX


Die Verhandlung

Argonia Star
Argonisches Passagierschiff
Standort: Cho’s Niederlage

Die junge Frau rannte um ihr Leben. Ihr Herz schlug rasend schnell, der Schweiß lief ihr über ihre Stirn. Tränen bedeckten ihr Gesicht. Die Argonia Star hatte auf dem C-Deck eine „Einkaufsmeile“, die um diese Zeit recht belebt war. Passagiere und Auswärtige kauften hier ein. Die junge Frau bahnte sich ihren Weg durch die Menschenmasse. Immer wieder blickte sie zurück und hielt Ausschau nach ihren Verfolgern.

„Da ist sie! Haltet sie auf!“

Mehrere Männer verfolgten sie, sie wusste dass diese nach ihrem Leben trachteten.
Ihr Mut verließ sie langsam da sie ihre Verfolger nicht abschütteln konnte. Ihr Körper schmerzte. Auf ihrer Haut waren einige Verfärbungen zu erkennen. Es waren blaue Flecken die auf Misshandlung hinwiesen. Die Frau sammelte ihre letzten Kräfte und rannte weiter. Wenn man genauer hinsah bemerkte man dass sie ihr linkes Bein nachzog.
Ihre Flucht näherte sich jedoch einem jähen Ende. Auf der anderen Seite der Meile sah sie weitere Männer die ihr jede weitere Fluchtmöglichkeit versperrten. Sie blieb stehen, die Verzweiflung war ihr sehr deutlich anzusehen.

„Lasst mich doch in Ruhe! Warum tut ihr mir das an? Warum?“

Die Menschen um sie herum wichen erschrocken von ihr. Alleine stand sie in der Mitte der Masse. In den Reihen öffnete einer der Verfolger seinen Mantel und zeigte auf einen Schlagstock.

„Warum hilft mir den keiner?“

Die Tränen kullerten über ihre Wangen. Das laute Weinen der jungen Frau schien niemanden der Passagiere zu interessieren da sich die Masse wieder auflöste um ihren eigentlichen Beschäftigungen nachzugehen. Die Männer näherten sich ihr als die Frau ein bekanntes Gesicht in der Masse erkannte.

„Starbuck!!!“

Mit letzter Kraft rannte sie auf Col. Thrace zu. Sie fiel Kara förmlich in die Arme und sackte schließlich zusammen. Ihre Verfolger erkannten den XO der Galactica und verschwanden schnell in der Menschenmenge.

„Sharon?“

„Bitte Starbuck, hilf mir!“

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Battlestar Galactica
Standort: Cho’s Niederlage
Auftrag: Schutz der Flotte

Athena wurde von Marines aus ihrer Zelle geholt. Die Blicke ihrer Kameraden auf dem Weg zu ihrem Bestimmungsort bereiteten ihr Unwohlsein. Sie wusste nicht was sie erwartete. Die Soldaten gingen schnelle Schritte und schleiften sie mehr oder wenige mit.
Nachdem die Marines sie am Aufgang zum Hangar vorbeiführten war ihr Blick mit Angst erfüllt. Auf ihre Fragen wohin man sie führte und was sie erwartete reagierten die Wachen nicht.

Schließlich erreichten die Marines ihr Ziel. Sie betraten einen Besprechungsraum der umgeräumt wurde. Der Aufbau der Tische ähnelte stark einem Gerichtsaal. Die Wachen setzten sie auf einen Stuhl und stellten sich am Eingang auf. Boomer stieß hinzu und legte einige Akten auf den Tisch.

„Boomer, was wird hier gespielt?“

Sharon Valerii reagierte nicht und setzte sich schweigend neben sie. Die Ratlosigkeit in Athena wuchs weiter an.
Eine Nebentür öffnete sich und Admiral Adama nahm mit zwei Offizieren am Tisch vor ihr Platz.

„Frau Verteidigerin, haben sie sich mit ihrer Mandantin beraten?“ fragte Lee mit ernster Stimme.

„Ja, euer Ehren!“

Geschockt griff Athena nach dem Arm von Galens Frau und drängte sie ihr endlich zu verraten was dies alles sollte.

„Du kannst dich nicht herausreden, Athena! Wir hätten uns einiges sparen können wenn wir dein Schuldeingeständnis sofort hingenommen hätten! Sie bekennt sich schuldig, euer Ehren!“

Athena sprang nach diesem Satz sofort auf und forderte den Admiral auf ihr zu sagen was ihr noch zur Last gelegt wurde.

„Also wollen sie ihr Schuldeingeständnis zurückziehen, Captain?“ fragte sie daraufhin der Admiral.

„Was bei den Göttern wird hier gespielt? Was wird mir vorgeworfen? Ich dachte auf der Excelsior findet mein Verfahren statt. Was soll das alles?“

Sharon Agathon war den Tränen nahe und ließ ihren Gefühlen freien Lauf. Sie entließ Boomer als Verteidiger und wurde danach von Marines mit Gewalt auf ihren Stuhl hingesetzt als sie zu Apollo gehen wollte. Boomer räumte derweil ihren Platz.

„Ist deine Beerdingung, Athena!“

Mit diesen Worten verließ Boomer den Raum. Lee Adama beriet sich in der Zwischenzeit mit seinen Offizieren. Sie flüsterten um auch ganz sicher zu gehen dass Athena nichts von ihrem Gespräch mitbekam.
Nach wenigen Minuten wendete sich Lee Athena wieder zu und fragte erneut ob sie sich schuldig oder unschuldig bekannte. Athena wurde wütend und verlangte auf der Stelle zu erfahren was ihr vorgeworfen wurde. Marines musste sie gewaltsam auf ihren Stuhl festhalten.

Admiral Adama ließ sich eine Akte von einen seinen Offizieren überreichen und schlug die erste Seite auf.

„Captain Agathon, hier steht das sie mit einem Mitglied der Crew verheiratet sind. Trifft das zu?“

„Admiral, ich weiß nicht was das zur Sache tut, aber du weißt schon seit Jahren das ich mit Helo verheiratet bin!“

„Ja oder nein, Captain!“

Athena versuchte in den Blicken der Offiziere vor ihr zu lesen was sie damit bezwecken wollten. Ihr Kopf konnte keinen klaren Gedanken fassen. Sie versuchte angestrengt herauszufinden was dieses „Gericht“ soll, was man ihr zur Last legen könnte. Warum fragten sie nach Helo, warum war es auf einmal wichtig dass sie mit ihm verheiratet war. Fragen über Fragen schossen ihr durch den Kopf, aber zu keiner fand sie eine passende Antwort.

„Ja, Admiral!“

„Und wie lange, Captain?“

„Um die 25 Jahre, ich habe sie nicht gezählt.“

„Und wie oft hast du von diesen nicht gezählten Jahren unseren Hochzeitstag vergessen?“

Athena erkannte die Stimme die aus einer dunklen Ecke des Raumes ertönte. Die Stimmung im Raum lockerte sich schlagartig. Apollo und dem Rest der versammelten Soldaten überkam ein kleines Lächeln. So langsam dämmerte es Sharon was hier gespielt wurde und drehte sich zur Stimme um. Helo kam aus der Ecke hervor und hielt einen Blumenstrauß in seinen Händen. Die Schadenfreude in seinem Gesicht war nicht zu übersehen.

„Du! Bete zu so vielen Göttern wie möglich! Wenn meine Handschließen erst mal ab sind – bringe ich dich um! Wenn ich dich zu fassen kriege!“

Athena sprang vom Stuhl auf und rannte ihrem Mann nach. Ihre Kameraden konnten sich nicht mehr das Lachen verkneifen und versuchten ohne Erfolg Karl Agathon zu helfen. Sharon rannte über einen Tisch und sprang auf ihrem Mann. Trotz der Handschließen gelang es ihr nach einer kurzen Verfolgungsjagd ihren Helo zu stellen.

„Alles Gute zum Hochzeitstag, Schatz!“

„Wer von uns beiden ist hier die Frau, Helo?“

Boomer brachte einen Kuchen hinein und half den Marines Athena von ihrem Mann herunterzuheben bevor sie noch anfing ihn zu würgen. Einer der Wachen nahm auf Befehl von Admiral Adama ihr die Handschließen ab und nahm die immer noch geschockte Athena in den Arm.

„Ich kenne einen Ort wo man seine Leiche nicht finden würde. Es war alles seine Idee!“

„Und ihr habt mitgemacht!“

Karl löste seinen vorgesetzten Offizier ab und übernahm seine Ehefrau. Sie gaben sich einen Kuss und Sharon schwor dass die Retourkutsche folgen würde. Lee schnitt den Kuchen an und überreichte das erste Stück Karls Frau, deren Puls sich nur langsam wieder nach unten regelte.

„Wisst ihr, ich kenne das nur von Frauen. Ich glaub das hat vor ungefähr 10 Jahren angefangen das Helo so einen Aufstand gemacht hat das ich unseren Hochzeitstag vergesse…..“

„….12 Schatz, es waren 12….“ redete Helo ihr dazwischen.

„Führst du Tagebuch, mein Liebling?“

„Doch, langsam kommt die Frage auf wer von euch Beiden die Hosen an hat. Wer hatte die Hand oben?“

Auf diese Frage von Lee wendete sich Athena geschwind zu ihren Gatten und zeigte mit der Gabel auf ihn.

„Können wir nicht das Thema wechseln?“ reagierte Helo darauf und nahm hastig einen Bissen vom Kuchen.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Kara hörte das Gelächter aus dem Besprechungsraum und erkannte auch die Stimme der Person die sie verzweifelt suchte.

„XO, schnapp dir einen Teller und tröste etwas diese geschockte Seele. Du hättest ihr Gesicht sehen sollen.“

„Ja, später vielleicht. Tut mir leid Sharon, müssen wir verschieben. Lee, ich muss mit dir reden, sofort!“

Apollo stellte seinen Teller zur Seite und entschuldigte sich. Er ging mit seinem XO vor die Tür da es Kara anzusehen war das es sich um was Wichtiges handeln musste.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Argonia City
Das von Cylonen und Xenon besetzte Argon Prime

Das Labor von Gaius Baltar roch stark nach Zigaretten, Alkohol und Kaffee. Die Mischung dieser Düfte dürfte bei manchen einen Brechreiz verursachen. Seit Tagen arbeitet er unermüdlich an mehreren „Fronten“ gleichzeitig. Er blätterte Berichte durch wonach endgültig erwiesen war das sich das Virus nicht weiterverbreitete und in seinem Wirt blieb. Für die Cylonen war es dennoch ein Schock und weckte böse Erinnerungen. Schon einmal wurde ihr Volk durch einen Virus bedroht der die Cylonen hätte ausrotten können. Doch dieser unterschied sich glücklicherweise in der Art der Ansteckung. Es betraf nur Cylonen die von einem infizierten System transferiert wurden und übertrug sich sonst nicht weiter. Das Schicksal der infizierten Modelle war aber besiegelt. Sie wurden alle vom Transfersystem ausgeschlossen und ihre Profile endgültig gelöscht. Es war der von manchen Cylonen ersehnte Tod. Innerhalb des cylonischen Volkes war es ein offenes Geheimnis das Einige nicht wiedergeboren werden wollten. Sie wünschten sich ihren Frieden mit Gott.

Gerüchten zufolge soll sich innerhalb der cylonischen Gesellschaft eine Widerstandsgruppe gebildet haben die für einen Frieden mit den Menschen und das Ende der Wiedergeburt einstehen. Das Bekannt werden des Virus dürfte zumindest einer ihrer Forderungen erfüllen.
Aber bis jetzt hatte noch niemand offiziell Kontakt mit dieser mysteriösen Gruppe gehabt, für die es nicht einmal einen Namen gab.
Baltar interessierten diese Geschichten nicht. Er hatte andere Sorgen. Durch eine Scheibe konnte er in den Nebenraum sehen und beobachtete täglich ob sich bei Six etwas tat. Er hatte eine kleine Hoffnung das die cylonischen Physiologie gegen den Virus wehrte und Caprica Six eines Tages aus ihrem Koma erwachte. Der Wachzustand mit dem beschränkten Geist dauerte nur sehr kurz bevor die infizierten Modelle starben. Six hielt bis jetzt am längsten durch und gab Gaius Hoffnung sie eines Tages wieder in seine Arme schließen zu können.

„Schalte die Maschinen ab, Gaius! Siehst du nicht wie sie leidet.“

Baltar rieb seine Augen und blickte zur Tür. Am Türrahmen stand Caprica Six und starrte auf den leblosen Körper auf dem Bett. Ihr liefen wenige Tränen herunter und bittet ihn erneut sie zu erlösen.

„Ich soll dich einfach so abschalten?“

Six ging raus ans Bett nachdem die Schwester mit der Kontrolle fertig war. Gaius stand auf und folgte ihr. Sie stand einfach nur da und streichelte ihrem Körper über die Wangen.

„Sie ist schon längst bei ihm. Vor dir liegt nur eine leere Hülle. Sie hat den Kampf schon längst verloren und durch diese Maßnahme zögerst du nur das unvermeidliche hinaus. Lass sie gehen, Gaius.“

Während sich beide unterhielten schob ein Pfleger ein Bett in das Vorzimmer hinein. Six bemerkte den Mann und wollte unbedingt wissen was unter dem Laken war. Baltar ging mit ihr an das andere Bett und entfernte das Laken. Six ging einmal rum und begutachtete das Objekt.

„Sie hat zuviel Speck an den Hüften. Ich würde nicht mehr in mein rotes Kleid passen.“

„Wie wäre es mit Sport?“

Für diese Frage fing sich Gaius eine ein. Eine Schwester saß an ihrem Tisch und beobachtete den Vorfall. Baltar hielt sich an die Wange und sah recht spät das sie nicht alleine waren. Er lächelte ihr nur kurz zu und zog einen Vorhang vor um die Sicht zu sperren.

„Ich hoffe du hast Fortschritte gemacht. Ich vermisse dich, Gaius. Und meine Geduld nähert sich langsam dem Ende.“

„Wir werden diesen Körper nehmen und ich warte darauf dass man mir endlich ein Backup von dir bringt. Ich befürchte dass es schon einige Jahre alt sein wird.“

„Das ist mir egal, Gaius! Wir wären wieder zusammen und das zählt. Und jetzt, schalte die Maschine ab!“

Der Blick von Six war ernst. Baltar gab nach und rief die Schwester zu sich. Er sagte dass der Patient keine Genesungschance mehr hätte und sie die Maschine zur Lebenserhaltung abschalten sollte. Der Cylon stellte die Entscheidung Baltars nicht in Frage und schaltete kurzerhand die Apparate ab. Es dauerte nicht lange und der Körper verstarb. Ein Pfleger brachte ihn kurz darauf weg und stellte den neuen Körper an dessen Stelle.
Baltar wollte zurück an seine Arbeit als ein Cylon nach ihm verlangte. Die Schwester zeigte auf sein Labor und schickte den Mann dorthin.

„Was der wohl von mir will?“

Six umarmte ihn und gab Gaius einen Kuss auf die Wange.

„Er wird dir gleich berichten dass Laura Roslin tot ist und einer Nummer 8 die Tat angehängt wurde. Die Flotte ist führungslos!“

Der Cylon berichtete genau das was Six ihm vorhersagte. Es wäre nun nur eine Frage der Zeit bis ihre Schiffe die Flotte fanden und vernichten würden. Baltar ging mit Six in sein Labor und schloss die Tür.

„Woher…..?“

„Niemand kann seinem Schicksal entkommen, Gaius. Sie haben lange genug ihren kleinen Triumph auskosten können. Jetzt wird Gott über sie richten und wir werden seinen Richterspruch ausführen. Liebling, hast du eigentlich gewusst dass man diese Fenster öffnen kann. Frische Luft wird dir mal gut tun!“

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Battlestar Galactica
Standort: Cho’s Niederlage
Auftrag: Schutz der Flotte

Starbuck und Apollo standen vor der Zelle des Cylonen. Doc Paul war gerade fertig geworden sie zu untersuchen und räumte ihre Sachen zusammen. Trotz Schmerzen gab sie dem Cylonen nichts zur Beruhigung.

„Und Doc?“ erkundigte sich der Admiral anschließend.

„Ihr ganzer Körper ist übersät mit alten und frischen Verletzungen. Sie wurde oft mit stumpfen Gegenständen geschlagen. Auf ihrem Rücken fand ich nicht wenige kleine Brandverletzungen. Ich schätze von Zigaretten. Ob sie vergewaltigt wurde kann ich nur aus dem Bauchgefühl beantworten. Alles was tiefer wie Bauchnabel ging reagierte sie mit Panikattacken. Klassische Anzeichen für Vergewaltigung. Und so heftig wie sie reagierte würde ich glatt behaupten dass es nicht nur einmal vorkam. Ich musste den Marine vor die Zelle schicken da sie sich in der Nähe von Männern besonders unwohl fühlt. Aber selbst von einer Frau lässt sie sich nur widerwillig berühren. Der Drogenschnelltest war positiv. Sie sagte das man ihr mehrfach etwas gegen die Schmerzen gab oder um sie aufzumuntern. Ich würde sagen sie lebt aufgrund ihrer cylonischen Physiologie. Einen Menschen hätte diese Behandlung schon längst getötet.“

Doc Paul ging zurück in den Sanitätsbereich und ließ den Admiral mit seinen XO alleine.

„Wir müssen auf jeden Fall unsere Zahl der Agenten innerhalb der Flotte nach oben schrauben. Sie sagte das sie nicht alleine war.“ sagte ihm Kara.

„Du wartest hier!“ befahl er Starbuck und befahl wiederum dem Marine die Zellentür zur Nummer 8 zu öffnen.

„Hast du eben zugehört, mit Männer ist sie nicht so!“

„Du hast gesagt dass sie dich wieder erkannt hatte. Dann hat sie Teile von Boomers Gedächtnis und kennt mich ebenfalls. Ich werde das Risiko eingehen.“

Lee betrat vorsichtig die Zelle und wies den Corporal an, an der Tür zu warten.
Die Nummer 8 saß zusammengekauert in ihrem Bett. Die Decke verhüllte den Großteil ihres Körpers, Tränen liefen ihren Wangen hinunter. Apollo setzte sich behutsam zu ihr und berührte aus Versehen ihren Fuß. Aber diese leichte Berührung reichte aus um sie in Panik zu versetzen. Kara beobachtete das Geschehen von außerhalb und bereitete sich innerlich darauf vor ihren Freund notfalls mit Gewalt aus der Zelle zu entfernen.

„Sharon?“

„Liyan!“ antwortete sie ihm leise.

„Liyan, in Ordnung. Du weißt was du bist?“

Nummer 8, die sich selbst Liyan nannte, entspannte sich leicht als sie bemerkte das Lee auf seinem Platz sitzen blieb und nicht näher rückte.

„Modell Nummer 8, ich bin ein Cylon. Ja, ich weiß was ich bin. Aber ich bin keiner der cylonischen Agenten und habe nicht vor der Flotte zu schaden, wenn du das wissen wolltest, Lee!“

Apollo kramte in seiner Innentasche. Mit einem ängstlichen Blick verfolgte Liyan die Handbewegung des Admirals. Ihr Herz schlug schneller als Apollo seine Hand wieder hervorholte. Er überreichte ihr ein Taschentuch. Zögerlich nahm sie es entgegen und wischte sich damit die Tränen aus dem Gesicht.

„Gut, ich lag schon mal richtig dass du Sharons Gedächtnis hast. Und nun sag mir, was wolltest du dann in der Flotte?“

„Ich habe nur einige Fragmente. Kommt vor bei einem Transfer unter gleichen Modellen. Wir wollten die Menschen vor den Cylonen schützen, ein Ende des Krieges erreichen. Aber jetzt bin ich mir mehr so sicher ob das eine gute Idee war. Wir waren guter Hoffnung als wir uns von unserem Volk lösten um den Menschen beiseite zu stehen.“

Lee verstand nicht recht was sie erzählte und bohrte weiter nach.

„Wir?“

„Es gibt noch mehr von uns innerhalb der Flotte. Dreimal dürft ihr raten wer euch auf so manche Spur lenkte. Wir haben unsere Agenten eingeschleust um euch zu helfen.“

Kara verfolgte das Gespräch und klopfte auf das Wort Agenten gegen die Zellentür. Der XO winkte seinen Admiral vor die Tür.

„Ich weiß nicht ob es was zur Sache tut, aber Arch sagte mir vor einiger Zeit das eine 6 ihm so was sagte das nicht alle Cylonen einen Krieg wollten. Er tat es als Geschwätz ab und verdrängte es soweit. Wenn er nicht etwas intus gehabt hätte wäre es nicht einmal zur Sprache gekommen. Meinst du unsere Toaster vermenschlichen langsam?“

„Das hört sich zu gut an um wahr zu sein – Bürgerkrieg unter den Cylonen?“

Apollo verarbeitete erst einmal diese Informationen und wollte zunächst auf ein anderes Thema zu sprechen kommen als er sich wieder zu ihr setzte.

„Wer hat dir das angetan?“

„Interessiert es dich wirklich? Schließlich bin ich nur ein Toaster!“

Lee wusste das er und diese 8 keine Freunde werden würden, aber wenn er die Hintermänner findet, dann findet er auch die restlichen Cylonen. Und genau das war sein primäres Anliegen um den Schutz der Flotte gewährleisten zu können.

„Es interessiert mich schon deshalb weil es die Flotte betrifft. Und ich bin verantwortlich für die Flotte!“

„Kurz bevor die Galactica Jagd auf Cylonen machte hatten sie uns versprochen zu helfen. Sie würden uns vor den Marines verstecken, Nahrung und Kleidung versorgen. Anfangs war es auch so bis sie eine Gegenleistung verlangten. Sie trennten die Männer von den Frauen……..“

Während Liyan erzählte wurde ihre Stimme aufgeregter. Sie schien das Erzählte nochmals zu erleben. Ihr Köper fing an zu zittern, Tränen kullerten die Wangen hinunter. Schlussendlich fiel sie Apollo in die Arme und brach in sich zusammen.

„Ich musste Dinge tun, bei Männern und Frauen. Sie schlugen uns, gaben uns Medikamente zur Beruhigung oder welche damit wir williger wurden. Ich hasse die Menschen!!“

Lee hielt sie fest in seinen Armen und versuchte sie zu beruhigen.

„Wo?“ wollte er weiter wissen.

„Coco – Club, D-Deck auf der Argonia Star.“

Apollo schaute zu seinem XO. Ohne ein weiteres Wort zu verlieren verstand Starbuck sofort was Lee wollte. Kara befahl das 3 Raptor mit Marines auf der Argonia Star landeten und diesen Club nach weiteren Cylonen durchsuchten.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Viper047
17-01-2008, 05:18 PM
Luxusliner Excelsior

Die Verhandlung ging derweil weiter. Die Staatsanwaltschaft befragte drei Zeugen von der Colonial One, die alle übereinstimmend aussagten das Athena mehrmals versucht haben soll einen Termin mit der Präsidentin zu bekommen. Boomer konnte nicht viel dagegen halten da es einfach nur Fakt war. Der Staatsanwalt reichte am Anfang der Verhandlung eine Zeugenvorladung ein und entschuldigte sich vergessen zu haben die Verteidigung zu benachrichtigen. Trotzdem ließ der Richter die Vorladung zu. Boomers Protest wegen fehlender Vorbereitung wies Richter Clifford ab.

„Die Staatsanwaltschaft ruft Captain Karl Agathon in den Zeugenstand!“

Geschockt sahen die beiden Sharons wie Athenas Mann den Gerichtssaal betrat. Er hatte ihnen nichts gesagt das er als Zeuge gegen seine Frau aussagen soll.

„Es tut mir leid, Schatz. Ich habe es erst vor einer Stunde erfahren.“

Der Gerichtsdiener vereidigte Helo und der Richter, nach dem Hinweis auf seine Wahrheitspflicht, klärte mit ihm die Personalien und gab anschließend dem Staatsanwalt das Wort.

„Captain Agathon, wie lange sind sie mit diesem Ding liiert?“

„Euer Ehren!“

Boomer sprang erbost auf und legte Einspruch ein. Der Anwalt solle Athena nicht wie einen Gegenstand behandeln nachdem er ihr schon den Namen hat aberkennen lassen. Doch Richter Clifford schmetterte auch diesen Einspruch ab. Er begründete seine Ablehnung darauf das es nicht offiziell bestätigt ist das Athena ein menschliches Wesen sei und daher als Gegenstand betrachtet werden kann. Der Begriff „Ding“ war also zulässig.

„Euer Ehren, ein „Ding“ kann keinen Mord begehen. Und außerdem wäre ich nach der Definition des Herrn Staatsanwalts ebenfalls ein Ding!“

„Major Valerii, überstrapazieren sie nicht die Geduld des Gerichtes!“

Nur widerwillig setzte sich Boomer wieder und zerbrach einen ihrer Stifte. Samuel Clifford umging sehr offensichtlich dieses Thema und beantwortete keinen ihrer Einwände.

„Also, Captain – wie lange?“

„Um die 26 Jahre, Sir.“

„Und haben sie von Anfang an gewusst was es war?“

„Sie hat sich nicht als Cylon vorgestellt!“

„Das heißt es hatte sie von Anfang an getäuscht um ihr Vertrauen zu gewinnen?“

Wieder legte Sharon Valerii Einspruch ein. Sie wollte wissen warum die Staatanwaltschaft soweit in der Vergangenheit anfing. Der Zeuge wusste im Nachhinein was seine Frau war und entschied sich dennoch sein Leben mit ihr zu teilen. Staatsanwalt Ilias Brenner bat um etwas Spielraum. Er würde zum eigentlichen Thema noch kommen und möchte aber zuvor etwas mehr über den „Charakter“ von Nummer 8 erfahren.
Samuel Clifford ließ beide Anträge zu und ermahnte den Staatsanwalt nicht zu weit vom Thema abzuschweifen. Er wies daraufhin Helo an die Frage des Herrn Staatsanwalt zu beantworten.

„Das kann man so nicht sagen…..“

„Ja oder nein reicht, Captain!“ ermahnte ihn Brenner.

Karl schaute zum Tisch seiner Frau. Sie lächelte ihm zu und nickte mit dem Kopf.
Brenner sah es und ließ den Richter anordnen das Helo während der Befragung nicht mehr zu dem Ding sah.

„Captain, ich habe sie nicht verstanden, oder brauchen sie die Erlaubnis dieses Automaten?“

Helo stand auf und drohte Brenner auf die Wahl seiner Worte zu achten. Richter Clifford ließ sofort zwei Beamte kommen und drohte seinerseits Helo auf sein Verhalten zu achten. Er hatte ihn zu Beginn der Verhandlung darauf hingewiesen was passieren würde wenn er sich nicht unter Kontrolle hielt.
Karl setzte sich wieder und beantwortete die Frage mit einem „ja“.

„Danke Captain. Und was geschah als sie mit diesem Ding zurückkamen?“

„Sie wurde in Gewahrsam genommen.“

„Ja, das ist hinlänglich bekannt. In den Akten ist es mehrmals vermerkt worden. Aber ich will wissen was der damalige Admiral Adama nicht aufschrieb. Was war die Reaktion der Präsidentin und des heutigen Admirals?“

„Sir?“

Boomer stand auf und ging an den Richtertisch. Staatsanwalt Brenner folgte ihr da sie ohne ein Wort zu Richter Clifford ging.

„Euer Ehren, ich würde sie bitten diesen Teil der Befragung für die Staatsanwaltschaft zu übernehmen. Ich weiß worauf die Regierung hinaus möchte, aber bei allem nötigen Respekt – der Mann weiß nicht wovon er redet. Außer er war persönlich an Bord der Galactica während der Flucht vor den Cylonen.“

„Frau Verteidiger, sie wissen das sie dadurch ihre Mandantin eher belasten könnten als zu entlasten?“

„Euer Ehren, sie war da schon unschuldig!“

„Bitte, die Regierung hat nichts dagegen!“ sagte Brenner ihr lächelnd ins Gesicht. Er wartete nur darauf das Boomer ihm weiteres Material liefern könnte um es gegen Athena zu verwenden.

„Captain, ich weise sie nochmals auf ihre Wahrheitspflicht hin. Als sie von Caprica geflohen waren und wieder zur Flotte stießen - wie reagierten Präsident Roslin und der damalige Captain Adama auf meine Mandantin, und wieso reagierten sie so?“

„Wir waren mit der heutigen Colonel Thrace und einigen Überlebenden von Caprica entkommen. Zurück in der Flotte wurde meine Frau festgenommen und sollte ursprünglich aus der Schleuse geworfen werden – trotz des Hinweises dass sie unser Kind in sich trug. Lee Adama wollte sie auf der Stelle umbringen da eine Kopie auf seinen Vater schoss. Wir hatten es auf Caprica erfahren…..“

„Und der Attentäter ist sogar in diesem Raum, euer Ehren. Die Verteidigerin dieses Cylonen schoss damals 2-mal auf Admiral William Adama!“

Der Staatsanwalt hielt einen Untersuchungsbericht in seiner Hand den er anschließend auf den Tisch des Richters legte. Darin stand wie Boomer auf Admiral Adama schoss, wie sie auf dem Weg zur Zelle erschossen wurde und auf Neu Caprica zur kolonialen Flotte überlief.

„Wir haben hier nicht nur eine Mörderin sitzen, sogar einen Attentäterin.“

Richter Clifford blätterte durch die Akte während Brenner mit Zufriedenheit in Boomers Gesicht grinste. Sein Plan schien aufzugehen und Boomer lieferte ihm Freihaus weiteres Material, welches sogar sie selbst belastete. Doch die Freude wurde ihm schnell wieder genommen.

„Herr Staatsanwalt, sie sollten sich ihre Beweise sorgfältiger aussuchen. Dieser Bericht ist wertlos.“

Der Richter gab ihm den Bericht zurück und verwies auf einen handschriftlichen Eintrag auf der letzten Seite. Darin sprach Admiral William Adama sie von jeglicher Schuld frei.

„Netter Versuch, Kollege!“ schmunzelte Boomer und kam wieder zum ursprünglichen Thema zurück. Das Gesicht der Vizepräsidentin sah nicht gerade nach Begeisterung aus.

„Gut, das hätten wir schon einmal geklärt. Nur noch eine Frage, bevor der übereifrige Staranwalt auf sie zurückkommen möchte. Wie haben sie es geschafft von Caprica zu entkommen?“

„Meine Frau, Major! Wenn sie nicht gewesen wäre hätten wir nicht überlebt bzw. wären nicht von Caprica entkommen.“

„Danke, Captain!“

Staatsanwalt Brenner sprang auf und setzte die Vernehmung fort.

„Captain, wie war das Verhältnis zwischen der Präsidentin und diesem Ding nach der Ankunft in unseren Sektoren?“

„Sie waren sich nicht grün. Unsere Tochter wurde von ihr unterrichtet. Wenn irgendetwas war ging ich zur Schule……“

„Elternabende, Veranstaltungen, usw.?“ fragte Brenner zwischendurch.

„Ja, Sir!“

„Und in den folgenden Jahren?“

„Wir hatten kaum bis gar keinen Kontakt zu Laura Roslin. Erst als unsere Tochter nach ihrem Militärdienst Lehrerin werden wollte nahmen wir wieder Kontakt auf. Es war der Wunsch meiner Tochter sie als Mentor zu gewinnen.“

„Wie war das Wiedersehen zwischen ihrer Frau und Laura Roslin?“

„Gespannt, Sir.“

Staatsanwalt Brenner ging zurück an seinen Tisch und ließ sich von einem Mitarbeiter einen Umschlag geben den er mit zu Captain Agathon nahm.

„Und von wem ging diese „Spannung“ aktiver aus?“

Helo versuchte sich um diese Antwort zu drücken, doch die Regierung machte ihn wieder auf seine Wahrheitspflicht aufmerksam.

„Von meiner Frau, Sir.“

Ilias Brenner öffnete den Umschlag und legte vor ihm Fotos aus.

„Captain Agathon, wussten sie eigentlich das ihre „Frau“ öfters den Kontakt zur Präsidentin suchte?“

„Ich habe es später erfahren.“

„Aha, ihre Frau hat wohl Geheimnisse vor ihnen? Man könnte meinen es wäre ein Mensch. Meine Frau hat sicherlich auch Geheimnisse vor mir, aber sie bringt keine Menschen um und arbeitet nicht für den Feind…“

„Einspruch!“ sprach Boomer sofort dazwischen.

Der Richter gab dem Einspruch statt und ermahnte Brenner sich an das Protokoll zu halten.

„Hatten sie gewusst das ihre Frau kurz vor dem Anschlag auf der Remus war, die, wie wir alles wissen, kurze Zeit später explodierte und den Angriff von riesigen Cylonenschiffen einläutete.“

Helo verneinte und wusste nicht worauf der Staatsanwalt hinauswollte. Der Mitarbeiter von Brenner überreichte Boomer ebenfalls einen Umschlag. Er enthielt Kopien der Fotos. Darauf war Athena mit einem bekannten Waffenhändler zu erkennen der ebenfalls auf der Remus umkam. Auf einem weiteren Foto stand sie inmitten einer Gruppe von Cylonen. Richter Clifford wurde ebenfalls ein Umschlag übergeben.

„A.T., kannst du mir dazu etwas sagen?“

Boomer wollte verstehen was sie dort sah während der Staatsanwalt Athenas Mann weiter vernahm. Doch Sharon Agathon schwieg dazu und das verbesserte nicht gerade die augenblickliche Situation.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Argonia Star
Argonisches Passagierschiff

Die Raptor landeten auf dem argonischen Passagierliner und die Marines machten sich unverzüglich auf dem Weg zum D – Deck des Schiffes. Zuvor holte sie sich Informationen ein über den Coco – Club. Es schien nach Außen hin ein ganz normaler Club zu sein an dem nichts Verdächtiges zu vermuten war. Jedoch stieg in letzter Zeit der Umsatz drastisch und die Anzahl der männlichen Besucher verdreifachte sich. Diese Informationen stammen natürlich nicht aus offiziellen Quellen. Starbuck hatte noch alte Kontakte innerhalb der Flotte die den Angriff auf die Sektoren überlebten und sich innerhalb der Flotte versteckten. Lee wollte „offiziell“ von diesen Kontakten nichts wissen und ermahnte Starbuck auf Vorsicht.

Die Marines näherten sich dem Lokal. Der XO erkannte wie ein Späher vor dem Lokal stand und wahrscheinlich auf die Ankunft der Marines wartete. Kara reagierte sofort und schickte 3 ihrer Marines los. Der junge Mann lief los und wollte flüchten. Aber Kara hatte zuvor ihre Soldaten aufgeteilt und die Hälfte von der anderen Seite kommen lassen.

„Stehen bleiben!“ schrie einer der Marines die von der anderen Seite anrückten.

Sie richteten ihre Waffen auf den Mann. Dieser versuchte verzweifelt einen Ausweg zu finden. Die Menschen um ihn herum liefen sofort weg als die Marines mit ihren Waffen in Anschlag gingen.
Er griff in seine Innentasche und zog eine Waffe.

„Waffe!“ schrie einer der Marines.

Diese eröffneten daraufhin das Feuer und erschossen den jungen Mann. Starbuck ging an ihn heran und fühlte seinen Puls. Er war sofort tot.

„Blöder Idiot!“ beschimpfte sie ihn und befahl einem Teil ihr in das Lokal zu folgen während der Rest sicherte.

Der Besitzer des Lokals, ein Mann namens Erun Pilat, beschwerte sich beim XO. Das Geschehnis vor seinem Lokal würde einen schlechten Ruf mit sich bringen und Gäste würden daraufhin ausbleiben. Kara ließ es absolut kalt und reagierte nicht auf die Beschwerde. Gäste versuchten das Lokal zu verlassen, doch die Marines ließen keinen rein oder raus.

„Wie kann so ein schäbiger Laden einen so großen Gewinn abwerfen? Tun sie etwas in die Getränke? Ihr Koch hat kochen gelernt? Ist es die Musik? Cylonische Nutten?“

Pilat wollte auf die Fragen des XO antworten als ihm das Lächeln bei der letzten Frage zusammenfiel.

„Auf was wollen sie hinaus, Militär? Ich habe nur Geschäftsinn und weiß was die Leute wollen. Aber das ist wohl nicht der Grund warum sie meinen Laden demolieren lassen, worüber ich mich noch bei ihren Admiral beschweren werde. Und das mit diesen cylonischen Nutten werde ich extra zur Sprache bringen. Das ist ein…..“

„Colonel!“

Starbuck folgte der Stimme und ließ zwei Marines den Besitzer in Gewahrsam nehmen. Zusammen betraten sie einen kleinen Raum hinter dem Büro von Pilat.

„Dahinter befindet sich ein Hohlraum, Sir. Wir werden ihn öffnen. Wird aber eine kleine Weile dauern, Colonel.“

Starbuck sagte das sie solange nicht warten wollte. Sie wüsste jemanden der ihnen den Zugang schneller öffnen konnte. Erun hatte die fixe Idee fliehen zu wollen und scheiterte gleich an seinen Wachen.

„Frag die Marines was passiert wenn ich dich erst noch drum bitten müsste uns diesen Gefallen zu tun.“

„Sir, das wollen sie sicherlich nicht!“ steckte ihm einer seiner Wachen.

Erun zeigte auf seinen Tisch. Ein Sergeant überprüfte daraufhin den Tisch und fand unterhalb der Tischkante einen Schalter. Nach der Betätigung öffnete sich die Wand und ein beißender Geruch kam heraus. Er breitete sich schnell aus und Kara ahnte schon was sie erwartete. Sie nahm sich ein Tuch und stülpte es über ihre Nase. Die Marines die ihr folgten taten es ebenfalls. Nur Erun musste den Geruch pur ertragen.
Hinter der Tür verbargen sich mehrere Zimmer. Ein Marine fand einen Lichtschalter und erhellte die Räume. Alles war mit rotem Samt ausgestattet, leise Musik ertöne als die Stromzufuhr ansprang. Der Notstrom wurde durch einen Generator abgelöst und die Räumlichkeiten wurden voll ausgeleuchtet. Je näher sie den einzelnen Räumen kamen umso fauliger wurde der Geruch. Pilat überkam ein Brechreiz und übergab sich vor den Füßen der Soldaten.

„XO, das müssen sie sich ansehen!“

Kara folgte ihrem Marine. Er führte sie zu einem der vorderen Räume. Dort lag ein Modell Leyla Roberts, wo der Verwesungsprozess schon anfing zu wirken.

„Sir, ist es das wonach es aussieht?“

„Vor einen heucheln sie Schutz vor den Cylonen und Xenon. Und hinten rum betreiben sie einen Cylonenbordell. Es ist genau das wonach es aussieht, Lieutenant.“

Die Marines durchsuchten derweil die restlichen Räume und fanden weitere cylonische Leichen - allesamt Frauen. Die Wut in Kara steigerte sich ins unermessliche. Obwohl es ihre Feinde waren gab es Grenzen die hier eindeutig überschritten wurden.

„XO!!“

Eine aufgeregte Stimme am Ende des Ganges rief aufgeregt nach Starbuck. Diese eilte sofort dorthin um nachzusehen was einer ihrer Marines fand.
Auf dem Boden lag eine weitere Nummer 8. Sie rang um ihr Leben als der Marine sie fand. Blut strömte aus mehreren Wunden, sie schien als letztes in diese geheime Räumlichkeit gebracht worden zu sein und einfach ihren Schicksal überlassen.

„Bei den Göttern, holt Ayla! Holt unseren Sani!“ befahl Starbuck. Sie zog sich ihre Jacke aus und legte sie unter den Kopf des Cylonen. Ein Marine machte ein Verbandspäckchen frei und versorgte die klaffenden Wunden.

Der Cylon zitterte am ganzen Körper, es fiel ihr von Minute zur Minute schwerer Luft zu bekommen. Corporal Ayla Quantas eilte zu ihrem XO und schaute sofort nach der Verletzten.
Pilat stand vor dem Raum und schaute zu.

„Das ist doch nur ein Cylon!“ sagte er abwertend.

„Lieutenant, würden sie diesem Subjekt sagen was wir von seinem Kommentar halten!“

Der Marine befolgte diesen indirekten Befehl und schlug Pilats Kopf gegen den Türrahmen. Benommen ging der Besitzer des Coco – Clubs zu Boden.

Ayla war mit ihrer ersten Untersuchung fertig und schüttelte den Kopf. Starbuck verstand was der Sanitäter ihr sagen wollte. Für diese Nummer 8 war es zu spät und würde in kürze sterben.
Der Cylon griff mit letzter Kraft nach Starbucks Hand und schaute ihr in die Augen.

„Bitte, sie haben mein Baby. Sie haben mein Baby!“

„Wir werden deinen Sohn oder Tochter finden, das verspreche ich dir!“

„Meine Tochter! Sie ist bestimmt bei den anderen, sie haben sie weggebracht. Ich wollte nicht mit……“

Die Stimme der Cylonin wurde leiser. Ayla drückte fest auf ihre Wunden, doch diese 8 hatte schon zuviel Blut verloren.

„Wo haben sie sie hingebracht? Rede, verdammt!“

„Wir wollten doch nur helfen. Was haben wir falsch gemacht…….“

Nummer 8 verstarb in den Armen von Starbuck. Der XO schloss ihre Augen mit ihren blutverschmierten Händen. Sie nahm die Decke von dem Bett und legte sie über den toten Cylonen.

----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Luxusliner Excelsior

Mittlerweile sah es nicht gut aus für Athena. Die Aussagen von Captain Wagner belasteten sie sehr. Boomer waren die Hände gebunden da das Gericht die entlastenden Beweise nicht anerkannte. Die Verhandlung schien sehr kurz zu werden. Auf der anderen Seite sah sie die Vizepräsidentin mit einem zufriedenen Gesichtsausdruck. Richter Clifford blickte noch einmal in seine Prozessliste und fragte die Anwälte ob sie noch einen Zeugen hätten.

Boomer bat die Angeklagte in den Zeugenstand rufen zu dürfen.

„Euer Ehren, die Angeklagte sagte schon aus dass sie an den gesamten Tathergang keine Erinnerung hat. Wozu sollen wir sie dann in den Zeugenstand rufen, Sir?“ beschwerte sich Staatsanwalt Brenner.

„Sir, die Verteidigung hat noch weitere Zeugen die das Gericht einfach nicht zulassen will. Nur weil die Staatsanwaltschaft die entlastenden Beweise nicht anerkennen will?“

„Frau Anwältin, ich habe meine Entscheidung getroffen. Seien sie froh das diese Verhandlung recht kurz war……“

Boomer erhob sich aus ihrem Stuhl und fragte den Richter ob er noch alle Beisammen hätte. Es wurden nur wenige Zeugen aufgerufen, die längste Befragung war die ihres Mannes. Es wurden auch nur belastende Zeugen aufgerufen. Clifford forderte Major Valerii auf sich sofort beim Gericht zu entschuldigen.

„Das hat man davon wenn eine Attentäterin eine Mörderin verteidigt – Cylonenpack!“

Die Worte des Staatsanwalts waren nicht zu überhören. Ohne ein weiteres Wort zu verlieren wandte sich Boomer Ilias Brenner zu und schlug ihm zwei Zähne aus. Richter Clifford ließ sofort den Saal räumen und schickte die Jury weg. Beamte trennten die beiden Anwälte und schlugen auf Boomer ein. Marines sahen wie ihr Major auf dem Boden verprügelt wurde und griffen ein. Sie legten die Polizeibeamten ab und prügelten ihrerseits auf sie ein. Sharon stand auf und schnappte sich erneut den Staatsanwalt. Samuel Clifford holte derweil Verstärkung für die Polizeibeamten. Mit den Beamten drängten ebenfalls Marines in Zivil in den Saal und prügelten auf sie ein.

„Jetzt schlägt dir das Ding erst einmal in die Schnauze, du Quacksalber!“

Der nächste Schlag setzte den Staatsanwalt K.O. Boomer wurde von mehreren Beamten überwältigt und auf dem Boden festgehalten. Erst durch weitere Verstärkung der Polizei und Einsatz der Militärpolizei konnten die prügelnden Soldaten und Polizisten getrennt werden.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Battlestar Galactica
Standort: Cho’s Niederlage
Auftrag: Schutz der Flotte

Doc Paul versorgte sie Wunden und Prellungen der Soldaten. Ingesamt musste Lee 20 Soldaten einsperren lassen. Er hatte nur am Rande mitbekommen was passierte, aber umso schlimmer war für ihn die Entscheidung der Jury nach diesem Vorfall.
Starbuck stand an der Zelle von Boomer und lachte herzhaft.

„Toasterbabe, du hängst eindeutig zu oft mit mir rum. Aber erzähl noch mal, wie viele Zähne?“

Sharon holte aus ihrer Tasche zwei Zähne und reichte sie dem XO.

„Zwei, und es hat richtig gut getan. Leider hielt das Weichei nicht mehr aus, sonst hätte ich ihn quer durch den Gerichtssaal geprügelt….“

Während der Unterhaltung kam der Mann von Sharon hinzu.

„Kannst du mir bei den Göttern erzählen was du schon wieder angestellt hast!“

„Es waren zwei, Chief!“ steckte ihm Kara und zeigte ihm die Zähne.

„Staatsanwalt?“ fragte er darauf.

Kara nickte und drückte ihm die Zähne in die Hand.

„Braves Mädchen!“

Admiral Adama betrat die Zelle und war weniger über den Vorfall amüsiert. Er schickte den Chief und seinen XO raus.

„Verdammter Mist, Sharon, was hast du dir dabei gedacht? Meintest du so die Jury und den Richter überzeugen zu können? Das wird ein Nachspiel haben du verdammter Toaster! Willst du wissen was das alles gebracht hatte? Ich werd’s dir sagen – das Todesurteil für Athena. Die Jury war von den Zeugen nicht überzeugt, waren mit Mehrheit für euch. Durch deinen Auftritt hast du die Jury von der Schuld Athenas überzeugt. Sie waren sich sicher, wenn du so ausrastet – wird es Athena ebenfalls.“

Der Schock stand Boomer ins Gesicht geschrieben. Statt sie zu verteidigen trug sie nun eine maßgebliche Mitschuld an ihrer Verurteilung.

„Ich will zu ihr! Weiß sie es schon? Woher weißt du es, die Abstimmungen sind geheim!“

Ein Marine öffnete die Zellentür. Lee ließ seine Soldaten alle wieder frei. Boomer brauchte er als Ersatz für Athena für die Raptorbesatzungen.

„Nichts in meiner Flotte bleibt geheim!“

Lee entließ sie und Boomer machte sich sofort auf den Weg zu Athena.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Kara erreichte den Vernehmungsraum von Pilat. Marines bewachten den Eingang und den Gefangenen selbst, damit er nicht auf dumme Ideen kam und zwischendurch Selbstmord begann. Kara griff auf eine alte Methode zurück und ließ sich ihr Essen in den Raum bringen. Pilat war ein sehr kräftiger Mensch und schien gerne zu Essen. Er saß mittlerweile 6 Stunden im Vernehmungsraum, bei abgestellter Heizung und der Kleidung die er zuvor mit Erbrochenen beschmutzte.

Starbuck betrat mit zwei weiteren Marines den Raum. Einer von ihnen hatte zwei Kannen dabei und schenkte dem XO wie den Wachen heißen Kaffee bzw. Tee ein.

„Verdammt Marine, was ist mit der Heizung passiert. Hatten sie keinen anderen Raum gefunden?“

„Doch XO, aber sie laufen ungern zu Vernehmungen. Ich kann einen anderen auftreiben, Sir.“

Kara winkte ab und machte sich über ihr Essen her. Erun schaute mit fröstelnd und mit hungrigen Augen zu wie Starbuck ihr Essen hinunterschlang.

„Sag mal, dein Kopf, geht’s dem besser? Meine Marines meldeten das du unglücklich gefallen bist.“

Erun lachte. Starbuck lachte mit vollem Mund mit und einzelne Brocken Fleisch wie Gemüse fielen aus ihrem Mund.

„Was willst du damit bezwecken, Militär? Ihr habt ein paar Nutten gefunden – na und! Es waren Cylonen, keiner wird auch nur eine Träne dieser Dinger vergießen. Aber sie waren gut und füllten meine Kasse. Besonders diese Schlitzaugen, die waren zärtlich mir ihren kleinen Händen…..“

Kara kaute zu Ende nahm einen Schluck von ihrem Tee. Sie blickte kurz einen der Wachen an. Dieser holte aus und schlug ihm gegen den Hinterkopf. Erun sah dies nicht kommen und die Wucht des Schlages ließ ihn auf die Tischkante aufschlagen.
Die Tür öffnete sich und ein Marine brachte mehrere Akten in den Raum. Aus diesen holte sie mehrere Fotos hervor und legte sie vor seine Nase.

„Wenn du mir nun dumm kommen willst mit dem Spruch dass du keiner dieser Personen kennst wird dieser Marine neben dir ganz kribbelig. Er hasst Lügner und da kann es passieren dass ihm die Hand ausrutscht.“

„Ich sage es dir noch mal, Militär – Cylonen!“

Kara nahm sich erneut einen Bissen und blinzelte ihm kurz zu. Der Marine versetzte ihm einen erneuten Schlag.

„Über die Cylonen kommen wir noch gleich zu sprechen. Aber zunächst will ich über die hier was wissen. Was hat eine Politikerin, Dealerin, mehrere Schmuggler und das Büro der Präsidentin mit dir zu tun. Alles läuft bei dir zusammen. In deinen Räumen fanden wir Drogen, Gelder, mehrere cylonische Leichen und mit Roslin warst du auch nicht gerade befreundet.“

„Ihr könnt mir davon nichts nachweisen. Eure cylonische Nutte wird sterben, ihr werdet abgesägt und ich werde mit Genugtuung zusehen wie man euere Körper durch die Schleusen wirft.“

„Marine, hast du dem Fettsack gesteckt wie das Urteil gegen unsere Kameradin ausgefallen ist?“

Der Marine verneinte, dass auch sonst niemand bis jetzt etwas erfahren hatte. Kara schmunzelte und leerte ihren Teller. Es vergingen einige Minuten bis der XO mit seinem Essen fertig war. Diesmal genoss sie jeden Bissen und lächelte bei jedem Stück Fleisch.
Erun ahnte nicht das er sich verraten hatte und Starbuck ihn darauf festnageln würde.

„Marine, haben wir alles auf Band?“

„Ja, Sir!“

Kara stand auf und leerte ihren Becher. Sie klopfte zweimal an die Tür und befahl ihren Marines die Vernehmung abzubrechen. Erun überkam ein Lachen und klatschte Beifall.

„Wirklich, sie hätten Schauspieler werden sollen, Militär. Aber sie sollten das noch einmal üben – die Vorstellung war noch nicht überzeugend. Sie haben gar nichts!“

Starbuck begann ebenfalls zu lachen und setzte sich wieder zu Pilat. Sie zwinkerte ihm zu und holte ein Aufnahmegerät aus der Tasche eines Marines.

„Soll ich es dir noch abspielen, Schwabble? Ich mach keine Scherze. Vor allem nicht in einer Zeit wo das Kriegsrecht ausgerufen ist. Ich sag dir was, bis die Alte Präsi ist – bist du schon längst im Land der Träume. Das was wir hier haben reicht für Paragraph 117 der Notstandsverordnung. Ich kann ja meinem Chef sagen das du wenig kooperativ warst und – du hast recht, es waren ja nur Cylonen. Hat es wenigstens Spaß gemacht mal einen Toaster durchzunudeln? Im Gegensatz zu dir werden sie wiedergeboren und freuen sich darauf dir über den Weg zu laufen. Aber sei dir sicher, 117 wird vor ihnen da sein und die Vize wird sicherlich keine Träne dir nachweinen.“

Es schien gewirkt zu haben. Erun stand der Schweiß auf der Stirn als Marines ihre Waffen entsicherten und einer eine Plastikfolie ausbreitete.

„Hey, was ist 117?“ fragte Pilat einen der Marines als sie ihn auf der Folie platzierten.

„Sofortige Exekution ohne Gerichtsverhandlung, Sir. Würden sie bitte solange stillstehen!“

Kara stand draußen und genoss ihren Nachtisch als jemand laut gegen die Wand schlug und laut nach einem Deal verlangte. Sie schaute auf die Uhr und schlug sich selbst auf die Schulter.

„Na, dann wollen wir mal uns anhören was der Kerl zu beichten hat. Sagen sie mal Marine, wie viele Paragraphen hat eigentlich unsere Notstandsverordnung?“

„12, XO!“

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Viper047
17-01-2008, 05:19 PM
Colonial One

Admiral Adama wurde auf die Colonial One gebeten. Vizepräsident Horutko bereitete sich auf ihre Vereidigung vor und wollte den Admiral ein letztes Mal sprechen.

„Ah, vielen Dank für ihr persönliches Erscheinen, Admiral. Setzten sie sich doch.“

„Nein, danke – Frau Vizepräsident. Ich ziehe es vor zu stehen.“

Linda gewährte ihm seinen Wunsch und setzte sich in ihren Sessel.

„Warum haben sie mich so dringend sehen wollen?“

Linda holte mehrere Stapel Papier hervor und legte sie dem Admiral auf den Tisch. Er nahm sie an sich und blätterte einige durch.

„Ich will dass meine Übernahme so reibungslos wie möglich verläuft. Sie werden mir sicher wieder sagen wollen dass sämtliche Befehle und Anordnungen nur der Präsident der 12 Kolonien veranlassen kann – und da gebe ich ihnen Recht. In ca. 2 Stunden werde ich auf der Galactica vereidigt, bereiten sie sich schon mal darauf vor. Anschließend ist das Todesurteil gegen den Cylonen und ihre Ablösung als Admiral rechtskräftig. Und keine Sorge, ich habe auch schon einen Nachfolger für sie und ihren XO gefunden. Deren Entlassung mit allen Urkunden usw. finden sie im Stapel. Sie können ja wie früher die Papiere wie Sammelkarten tauschen. Sie sehen, die politische Einigung ging schneller als sie sicherlich erwartet hatten. Und die Galactica ist nun unter meiner Kontrolle! Sie dürfen gehen, ohne einen weiteren Kommentar, Mr. Adama!“

Sicherheitspersonal begleiteten den Admiral nach draußen. Linda schenkte sich Wasser ein und streichelte über ihren Bauch während sie die auf die Uhr sah. In wenigen Stunden war sie Präsident der 12 Kolonien und hätte über alles und jeden das letzte Wort.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Argonia City
Das von Cylonen und Xenon besetzte Argon Prime

Gaius schloss den Körper von Caprica Six an eine Speichereinheit an. Dort war das letzte Backup von Caprica Six. Es war mittlerweile 15 Jahre alt. Six stand neben ihm und beobachtete jeden Handgriff genaustens.

„Und du weißt genau was du da tust?“

„Soll ich dich anlügen oder die Wahrheit?“

Mit Hilfe der Schwester legte Baltar die letzten Kabel an. Auf einem Monitor war zu erkennen dass das System eine Verbindung zum Körper hergestellt hatte.
Er befahl den Schalter für die Energiezufuhr umzulegen. Normalerweise wachten die Cylonen in Aufwachräumen auf. Sie lagen dort in einem Bad mit einer speziellen Nährlösung und das System lud das Gedächtnis nach und nach in den Körper. Je nach Größe konnte es bei einem Körper zw. 30 Minuten und 2 Stunden dauern. Um Warteschlangen zu vermeiden hatten Basisschiffe mehrere solcher Räume und auch extra Schiffe gebaut um so viele wie möglich auf einen Schlag wiedererwachen zu lassen. Diese speziellen Schiffe wurden von den Cylonen „Resurrection Ship“ genannt.
Bei dieser Methode wurde das Gedächtnis, in diesem Falle ein Backup von Six, schnell hinein geladen. Dies geschah mit einer mobilen Gedächtniseinheit und mithilfe von Strom. Der Körper wurde an diese Maschine verkabelt und mit wenigen Energiestößen wurden der Körper und der Geist wiedererweckt. Die Cylonen verglichen diese Methode mit dem Kaltstart eines Schiffes. Sie entwickelten diese Methode in der Hoffnung sie nie anwenden zu müssen.
Daher war bis heute nichts bekannt ob dieses System auch richtig funktionierte. Es sollte bei Notfällen so viele Agenten wie möglich in einen neuen Körper laden.

Six klammerte sich an den Arm von Gaius als dieser den Schalter umlegte. Der Körper zitterte durch die Stromschläge. Nach wenigen Augenblicken hörte er auf und die Schwester überprüfte die Vitalwerte. Sie schüttelte den Kopf und Baltar versuchte es erneut.
Wieder zuckten Stromstösse durch den Körper. Six klammerte sich bei jeder Zuckung fester an ihren Geliebten. Wieder stellte die Schwester nur einen Fehlschlag fest.

„Stellen sie es auf die höchste Stufe!“ befahl er der Cylonin.

„Bist du verrückt, Gaius? Du wirst den Körper zerstören!“

Baltar ließen in diesem Augeblick die Worte von Six kalt. Er legte erneut den Schalter um. Noch heftiger Zuckte der Körper, die Augenlider schlugen auf, Hände und Füße versteiften. Für Six war es der längste Augenblick ihres Lebens. Es kam ihr vor als würden mehrere Minuten Stromstösse durch den Körper fahren. Nach wenigen Sekunden stellte er das Gerät ab. Wenn es jetzt nicht funktionierte, funktionierte es nie. Dann hatten die Cylonen ein Gerät entwickelt was absolut sinnlos gewesen wäre.
Die Schwester prüfte ein letztes Mal die Vitalwerte, doch auch dieses Mal wieder nichts.
Baltar ging selbst zum Körper und hielt ihre Hand. Leider hatte er bewiesen dass diese Methode unter gar keinen Umständen gewirkt hätte.

„Es tut mir leid!“

Gaius wollte die Hand wieder ablegen als diese ihn festhielt. Der Brustkorb bewegte sich leicht auf und ab.

„Oh mein Gott! Ich lebe, Gaius!“

Six freute sich sehr darüber das dieses Experiment doch klappte. Gaius rief seine Schwestern und Pfleger herbei um jeden Schritt zu untenehmen damit Six überlebte.
Baltar testete mit einer Lampe die Pupillenreaktion. Six folgte dem Licht. Um ganz sicher zu sein fragte er sie ob sie ihn verstehen konnte. Sie drückte daraufhin seine Hand. Gaius lächelte seit langer Zeit wieder und blickte sich um. Die andere Six war wieder verschwunden. Doch das war ihm zu diesem Zeitpunkt egal. Er war nur froh seine Six wiederzuhaben.

Kurze Zeit später suchte ihn wieder ein Mann auf. Er berichtete ihn dass ein Aufklärungsschiff die koloniale Flotte in Cho’s Niederlage fand und die eigene Flotte dorthin dirigierte.

„Hörst du Schatz, Gott wird sie für ihre Tat bestrafen!“

Six lächelte und machte Baltar dadurch sehr glücklich.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

DCP – 115 C
Argonisches Passagierschiff

Die Räume waren in Rot gehalten. Ein Mann führte das Modell Nummer 8 in einen kleinen Raum. Darin waren nur ein Bett und eine kleine Kommode.

„Wo hast du die den aufgegabelt?“ fragte einer der Menschenschmuggler den Zuhälter.

„Du wirst es nicht glauben, die ist von der Galactica geflohen. Der Boss will dass sie wieder arbeitet. Wir haben die Hälfte der Ware verloren und das muss der Rest wieder reinholen.“

Es dauerte nicht lange und Nummer 8 bekam ihren ersten Kunden. Es war ein großer, stämmiger Mann, Anfang der fünfziger. Er erhielt einen kleinen Umschlag und der Zuhälter wünschte noch viel Spaß. Der Mann schloss die Tür und setzte sich aufs Bett.

„Du bist meine erste Nummer 8! Habe mir erzählen lassen das dein Modell besonders zärtlich sein soll. Komm Kleines, zieh dich aus. Ich will dich sehen.“

Die Cylonin zog sich aus wie es der Kunde wünschte. Währenddessen fasste er sie überall an. Nummer 8 gefiel es nicht, doch dem Kunden war dies egal.

„Ich hatte schon seit einiger Zeit eine 8 vor meiner Nase gehabt und mir ausgemalt wie es ist sie zu vernaschen. Wie wär’s wenn du dich um meinem Hammer kümmern würdest!“

Nummer 8 ging auf ihre Knie als die Tür aufgerissen wurde. Der Mann erschrak. Mehrere Marines standen auf den Gängen und verhafteten die Kunden des Bordells.

„Verdammt Starbuck, wieso hast du dir soviel Zeit gelassen?“

Nummer 8 zog sich wieder an und lieh sich vom XO ihr Messer.

„Was hast du vor, Boomer?“

„Der Richter will dass sich die 8 um seinen Hammer kümmert. Ich glaube ihre Zeit ist noch nicht um, Richter Clifford. Sie haben für eine Stunde bezahlt und die kriegen sie auch.“

„Oh, dann lass ich euch beiden Turteltäubchen mal alleine!“

Starbuck war keine 3 Meter weg als der Richter um Gnade flehte. Das war ihr Stichwort.
Zurück an Boomers Zimmer sah sie wie Sharon dem Richter ihr Messer in dessen Hose hielt. Der Schweiß lief dem Mann über die Stirn.

„Ich glaube das Urteil wurde soeben revidiert, nicht wahr Richter?“ fragte ihn Sharon während sie das Messer immer tiefer rein hielt.

„Was immer sie wollen, aber nehmen sie die Klinge da weg – bitte!“

Sharon übergab den Richter in die Obhut des XO. Sein Name stand auf ihrer Liste ganz oben mit dabei. Erun war gegenüber Starbuck mehr als Geständig und verriet ihr den neuen Standort sowie einige Kunden. Auch mit den Experimenten mit Medikamenten und Drogen noch vor dem Attentat und der Cylonenjagd der Galactica. Diese Cylonen waren wie die anderen Schläfer schon seit Beginn der Flucht in der Flotte. Doch woher die Männer genau wussten welche Cylonen waren konnte oder wollte er zunächst nicht sagen. Pilat gestand dass ihnen eine nicht näher genannte Quelle ihnen die Standorte spezieller Cylonen verriet und ihnen deren Schicksal überließ. Sie erkannten das Potential dieser Cylonen und trennten später Männer und Frauen. Die Männer wurden noch am Anfang getötet und ihre Leichen mit der Remus gesprengt. Die Frauen wollten zuerst nicht so wie es die Zuhälter gerne hätten und da kam Sara Rith ins Spiel. Ihre Drogen machten die Cylonen gefügig und besonders beim Modell 8 wirkten sie effektiver als erwartet. Dieses Modell reagierte je nach Dosis mit einem Längerandauernden Blackout. Der Cylon war zu diesem Zeitpunkt absolut willenlos und wenn die Drogen abklungen war sie für mehrere Stunden benommen und konnte nichts um sie herum zuordnen. Zusammen mit Sara Rith bestachen sie Van de Weyd und nutzen ihre Transporter um die Cylonen, Drogen oder sogar Leichen zu transportieren.

Sharon wollte sofort zurück auf die Galactica um dem Admiral umgehend melden zu können.
Athena trug nicht die alleinige Schuld wie es allgemein vermutet wurde. Sie wurde als Werkzeug missbraucht. Kara begleitete sie zum Raptor.

„Toasterbabe, dein Mann muss dir den Umgang mit mir unbedingt verbieten. Du wirst immer ähnlicher – irgendwann siehst auch noch genauso gut aus wie ich!“

„ Ja, ich wird’s ihm sagen. Hier, brauche ich nicht mehr!“

Sharon hielt ihr das Messer vor die Nase und wollte es ihr zurückgeben. Starbuck schenkte es ihr und sagte das sie in ihrem Spind noch ungefähr ein Dutzend Messer hat – auf eins weniger oder mehr käme es da nicht mehr an.



-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Battlestar Galactica
Standort: Cho’s Niederlage
Auftrag: Schutz der Flotte

Helo hielt seine Frau im Arm während im CIC Vizepräsidentin Linda Horutko zum Präsidenten der 12 Kolonien vereidigt wurde. Kara und Boomer kamen kurz nach der Vereidigung in die Zelle von Karls Frau. Draußen warteten schon Sicherheitsbeamte der Präsidentin um Sharon Agathon zu exekutieren.

„Hey, wir können deine Hinrichtung hinauszögern. Wir haben ein paar Fragen klären können während ihr hier Händchen gehalten habt.“ erzählte ihr Boomer erfreut.

Helo freute sich für seine Frau und drückte sie fest an sich. Athenas Freude hielt sich in Grenzen. Sharon wollte gerade in Kurzfassung erzählen was sie und Starbuck herausfanden als Major Valerii eine entscheidende Entdeckung bei Athena machte.

„Die Frau ist unschuldig!“ sagte sie leise und schnappte Athena am Arm.

Ohne weitere Worte zu verlieren gingen sie ins CIC. Dort erhielt gerade Admiral Adama seine Entlassungsurkunde und sein Nachfolger wurde ohne offizielle militärische Übergabe eingestellt. Als die Gruppe um Boomer ankam erhielt auch Starbuck ihre Entlassungspapiere in die Hand gedrückt.

„Die Herren werden sie jetzt von meinem Schiff begleiten!“ sagte der neue Commander und holte zwei Beamte zu sich ran.

„Halt erstmal die Luft, Dicker!“ erwiderte Kara darauf und bat den Rat um Gehör. Sie könnten beweisen das Athena unschuldig war, und weitere Beweise für eine Verschwörung bis in die höchsten Kreise vorweisen.

Präsident Horutko bat den Rat diesen Menschen kein Gehör zu schenken, doch dieser entschied gegen den Willen der Präsidentin. Sie bekamen die Gelegenheit ihre späten Beweise vorzulegen.

„Starbuck, deine Waffe!“

Kara überreichte ihre Waffe. Vor den Augen der Anwesenden entnahm sie das Magazin und die Patrone aus dem Patronenlager. Sie übergab die Waffe Athena und forderte sie auf die Präsidentin zu erschießen. Athena wechselte die Waffe von der rechten in die linke Hand und ging in Anschlag. Die Präsidentin war erbost über die Frechheit sie als Ziel nutzen zu wollen.

„Sie werden es überleben, Präsi!“ warf ihr Starbuck entgegen. Lee Adama forderte alle Anwesenden auf die Vorführung nicht zu unterbrechen.

Boomer ging zu Athena und wechselte die Waffe erneut in die rechte Hand.

„Wir sind uns alle einig das die Schmauchspuren an der rechten Hand gefunden wurde. Los, schieß!“ forderte Boomer sie erneut auf. Doch Athena hatte Probleme abzukrümmen.
Anschließend forderte sie Athena auf die Waffe in die linke Hand zu nehmen und zwei Schüsse abzugeben. Sharon Agathon wechselte wie gefordert die Waffenhand und gab mühelos 2 Schüsse ab.

„Die Spurensicherung stellte Schmauchspuren an ihrer rechten Hand fest. Vorhin hatte ich in der Zelle gesehen wie Athena ein zusammengerolltes Stück Decke hielt und sie nur mit den unteren Fingern zusammendrückte. Die Tatwaffe war eine PX 402, eine so genannte „Damewaffe“. Sie ist klein und für Frauen in der kolonialen Flotte entwickelt worden. Die Götter wissen warum, aber es ist halt so. Um den Abzug betätigen zu können genügt einzig allein der Zeigefinger. Mehr Finger passen nicht hinein. Mit anderen Fingen die Waffe zu betätigen wäre bei dieser Bauart recht unbequem. Aber sie konnte nicht einmal den Abzug betätigen. Athena verletzte sich auf Argon Prime während der Arbeit an der rechten Hand und kann seitdem Zeige- und Mittelfinger nicht mehr richtig krümmen. Wer ihr auf der Schießbahn zusah, sah das Athena auf einmal Linksschütze war. Und nicht wie üblich für unser Modell ein Rechtsschütze. Sie konnte diesen Leichtgängigen Abzug nicht einmal abkrümmen, wie hätte sie damals abkrümmen sollen?“

Boomer nahm ihr wieder die Waffe ab und enstchuldigte sich das ihr nicht früher in den Sinn kam. Boomer stellte schon auf Argon Prime fest das Athena vieles mit der linken Hand erledigte. Athena erzählte ihr beiläufig dass sich sich während der Arbeit an der Hand verletzte und seitdem ihre Finger nicht mehr richtig bewegen konnte.

Linda machte den Rat darauf aufmerksam dass dieser Umstand nun nicht mehr zählte. Sie wurde von einem Gericht zum Tode verurteilt und allein das zählte.

„Frau Präsident, dieser neue Umstand ist sehr wichtig für dieses eh schon chaotische Verfahren. Es wirft ein ganz neues Licht darauf. Dieser Cylon ist sehr wahrscheinlich unschuldig und sie wollten ihre Amtseinführung nicht mit unschuldigen Blut beginnen.“

Die Vertreterin von Libran sprach aus der Seele des Rates und forderte umgehend die Freilassung von Athena. Als erste Außenstehende sprach sie Athena mit ihrem Dienstgrad und Namen an und entschuldigte sich für die erlittenen Schmerzen. Linda gefiel es überhaupt nicht und befahl ihren Beamten den Cylonen und ihre Begleiter festzunehmen.

„Lee, ich bin nicht mehr Angehöriger der kolonialen Flotte?“ fragte Kara nach.

Lee hielt ihre Entlassungspapiere hoch und fragte für den Grund ihrer Frage. Starbuck stellte sich vor die Präsidentin und blickte ihr die in die Augen.

„Ich hab dir versprochen dass am Ende ein Cylon oder Xenon hängen wird – und vor allem dass nicht Athenas Hals in der Schlinge steckt. Seit meinem neuen Dienstgrad sind mir die Vorgesetzten ausgegangen, aber es gibt auch im zivilen Leben Vorgesetzte, Frau Präsident…“

„Kara?“

Lee ahnte nichts Gutes und bevor er sich versah schlug Starbuck den Präsidenten der 12 Kolonien mit einem rechten Haken nieder. Sicherheitsbeamte nahmen sie sofort in Gewahrsam während sich Ratsmitglieder um die Präsidentin kümmerten.

Der Alarm ertönte. Dee meldete 2 Basisschiffe 80 Kilometer auf der rechten Flanke der Galactica. Sie wartete auf Befehle des neuen Commanders und dessen XO. Diese gaben Befehl die Viper gegen die Basisschiffe starten zu lassen und die Flotte zu warnen.

„Sie verdammter Volltrottel, führen sie einen Notsprung durch. Dee, Notsprung 3B einleiten. Viper starten, sie sollen die Flotte absichern und die Raider abfangen. Galactica auf 223 Karom 098, Geschütze auf Intervall. Vordere Batterien auf den Träger….“

Commander White befahl den ehemaligen Admiral aus dem CIC zu entfernen. Der Sprecher von Caprica hob diesen Befehl auf und riss Lee und Kara die Entlassungspapiere aus den Händen.

„Marines, bringen sie diese Amateure aus dem CIC des Admirals!“ befahl der XO.

„Dee, du hast meine Befehle gehört, Viper starten!“

„Ja, Sir! Steuermann, Rechtswendung – vorne 10 hinten 5 – Neigung +10 – Gefechtsfahrt voraus!“

Lee und Kara nahmen ihre gewohnten Plätze ein. Während er die Bildschirme im Auge hielt koordinierte sein XO den Einsatz der Viperstaffeln.

„Galactica, hier Viper 1007 – Kontakt!“ meldete sich Thomas über Funk.

Apollo und Starbuck schauten sich an und nickten sich zu. Jeder wusste was der andere eben dachte und konzentrierten sich auf ihren Job. Die Cylonen hatten sie erneut gefunden und daher musste jedes andere Problem erstmal hinten anstehen.
Die Geschütze der Galactica eröffneten das Feuer und begrüßten so die ersten cylonischen Jäger.

Viper047
17-01-2008, 05:22 PM
Kapitel XXI


Rückkehr eines Titanen ( Tei I )




Major Thomas J. Adama
Rufname: Cobra
Viper 1007
Standort: Unbekannter Sektor
Auftrag: Schutz der Flotte

Cobras Mk VII vollzog eine scharfe Rechtskurve und klemmte sich hinter einen Raider Mk II.
Der Cylon versuchte durch mehrere aufeinander folgende Manöver den kolonialen Jäger abzuschütteln, aber der CAG der Galactica ließ sein potentielles Opfer nicht mehr entwischen. Wie aus dem Schulbuch schob er die Nase der Viper bei der nächsten Wendung etwas oberhalb des Raider und gab mehrere Feuerstöße ab. Die 30mm Geschosse durchdrangen die Panzerung des cylonischen Jägers und zerstörten ihn schließlich.

„Ein Toaster weniger!“ gab er erfreut über Funk durch und flog mit seiner Formation wieder zurück zur Galactica.

„Hier Blau 1, ich brauch Hilfe – zwei Jäger sitzen mir im Nacken und haben meinen Flügelmann erwischt!“

Thomas hörte die Stimme seiner Frau und suchte den Raum nach ihrer Viper ab. Oberhalb schlug eine Mk VII mehrere Haken und versuchte 2 Cylonen abzuhängen. Doch die beiden Raider ließen von ihr nicht mehr ab. Ihre bläulichen Geschosse drängten Miracle in die Position die die Cylonen brauchten um sie abzuschießen.

„Treffer – meine Viper wurde getroffen!!“

„Baby, ich bin unterwegs!“

Der CAG befahl Viper 3 seiner Formation sich dem roten Geschwader anzuschließen und einen Flügelmann zu ersetzen. Cobra schwenkte mit seiner 2 zu Miracle und holte alles aus seiner Viper raus. Miracle geriet derweilen immer weiter in Bedrängnis. Eines ihrer Triebwerke war ausgefallen und die Manövertriebwerke auf der linken Seite arbeiteten nur noch mit halber Kraft.

„Schatz, ich bin unterhalb deiner 3 Uhr Position, führe die Toaster zu uns!“

Hera drehte ihre Maschine etwas und erblickte eine Mk VII mit einer Viper Mk II als Begleitung. Sie gab noch einmal Gas und schwenkte ihre Viper in Richtung ihrer Kameraden. Während der Drehung erfasste sie einer der Cylonen und traf sie mehrmals auf ihrer rechten Seite. Dabei wurden ihre Zielerfassungssysteme getroffen. Innerlich betete Hera zu den Göttern um deren Beistand.

„Baby?“

„Nicht heute, Hera – nicht heute!!“

Mit Höchstgeschwindigkeit rauschte die Viper 2614 am CAG vorbei, im Schlepptau hingen zwei Raider. Sie folgten Hera ohne Notiz von ihrer Verstärkung zu nehmen. T.J. nahm dieses Geschenk nur zu gern an und klemmte sich mit seinem Flügelmann an die feindlichen Jäger dran.

„Zielverteilung links nach rechts!“ befahl Cobra seinem Flügelmann.

Die Viper näherten sich schnell an und nahmen kurz darauf ihre Ziele aufs Korn. Sein Flügelmann erledigte sein Ziel schnell nachdem er das Triebwerk durchsiebte und den Jäger zur Explosion brachte. Cobras Ziel wollte nicht so wie er wollte und schlug einen Haken nach links. Er versuchte so schnell wie möglich sein Ziel wieder aufzufassen, aber der Raider entzog sich aus dem Wirkungsbereich der kolonialen MEC – A6. Doch weit kam der Cylon nicht. Er wurde unterhalb vom CAG zerstört. An den Einzelteilen flog eine Mk VII vorbei – es war Heras Viper.

„Meine Maschine ist zwar blind, aber sie hat immer noch ihre Zähne!“

Cobra befahl ihr sofort zur Galactica zurückzukehren. Für Hera war dieser Befehl willkommen. Sie verschoss ihre letzte Munition beim letzten Raider.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Battlestar Galactica
Standort: Unbekannter Sektor
Auftrag: Schutz der Flotte

Die Wucht des Einschlages schüttelte den Kampfstern durch. Die Galactica wurde von einer Anti – Ship - Missile getroffen. Seit einiger Zeit waren die Cylonen ihnen auf den Fersen. Die Flotte hatte seit der ersten Begegnung in Cho’s Niederlage insgesamt 169 Sprünge hinter sich. Nach jedem Sprung hatten sie ein Zeitfenster von ca. 40 Minuten bis zum Eintreffen der cylonischen Flotte. Boomer hatte den Verdacht dass die Schiffe neben den Agenten mit Sendern ausgestattet wurden die die Cylonen bis zu einer gewissen Reichweite empfangen können. Zusammen mit dem XO durchsuchten sie jedes Schiff fieberhaft nach solchen Sendern. Athena und Boomer hatten vor einiger Zeit zusammen mit Lt. Felix Gaeta ein Gerat zum Aufspüren solcher Sender entwickelt.

„Schadensbericht, Dee!“ schrie Adama.

„Feuer auf Deck 3 und 4, Abschnitte C,D und F. Der Chief ist mit der Brandbekämpfung vor Ort. Geschütze 12 und 16 sind beschädigt. Versiegelung der Steuerbordgondel hat wahrscheinlich Risse, mehr konnte der Chief nicht sagen!“

„Sir, die Flotte ist durch! meldete sich der Navigationsoffizier und bekam daraufhin den Befehl die Viper zurückzuholen.
Nachdem die Viper gelandet waren lief auch schon der Countdown zum Sprung. Die Galactica stieß zum Rest der Flotte und Dee stellte die Uhr erneut auf 40 Minuten.

„Na ja, es sind diesmal 7 Minuten mehr als beim letzten Mal.“ kommentierte Anastasia Adama und ging an ihre Station zurück.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Hitze und beißender Rauch machten es Master Chief Tyrol nicht einfach den Brand zu löschen. Das Feuer auf Deck 3 war unter Kontrolle. Das Feuer auf Deck 4 drohte eine der Waffenkammern zu erreichen. Seine Männer waren erschöpft und einige Verletzte hatte er ebenso zu beklagen.

„Chief, wir werden es nicht mehr rechtzeitig löschen können – wir müssen evakuieren!“ meldete ihm einer der Feuerwehrleute.

Tyrol hatte nur wenig Zeit um eine Entscheidung zu treffen. Er setzte sich das Oberteil des feuerfesten Anzuges auf und ging Richtung Waffenkammer.

„Was haben sie vor Chief?“

„Wenn das Feuer die Waffenkammer erreicht sind mehrere Decks verloren. Ich räume den Mist raus und ihr löscht weiter – das ist ein Befehl!“

„Sie sind verrückt, Chief!“

Tyrol eilte durch die Flammen zur Waffenkammer. Noch waren die Flammen nicht da und er nutzte die Gelegenheit so viel wie möglich aus der Kammer zu holen. Seine Kameraden legten mit dem Löschwasser eine Art Schneise und bereiteten sich vor die Munition und Sprengkörper zu empfangen. Eiligst räumte er alles aus was er in die Hände bekam. Seine Leute brachten die Munition und Granaten schnellstens außer Reichweite des Feuers.

„Los, schneller!“ trieb Galen seine Männer an.

Die Flammen rückten immer näher ran, das Wasser konnte die Flammen nicht schnell genug löschen. So schnell hatte niemand zuvor eine Waffenkammer geleert. Tyrol schnappte sich aus einem Schrank die letzten beiden Koffer mit Sprengkörper. Als er nach draußen gehen wollte schlugen die Flammen in die Waffenkammer hinein.

„Wir brauchen mehr Wasser!“ schrie einer der Specialists.

Chief Tyrol war eingeschlossen. Die Hitze in seinem Anzug wurde unerträglich. Das Atmen fiel ihm von Augenblick zu Augenblick schwerer. Der Löschtrupp konnte eine kleine Schneise schlagen die der Chief sofort nutzte. Er überreichte einen seiner Leute die Koffer und eilte von den Flammen weg. Der zweite Mann stolperte auf einmal und einer der Koffer öffnete sich dabei. Ein Sprengkörper rollte geradewegs auf die Flammen zu. Tyrol sah dies und rannte zurück.

„Chief, nein!“ schrie ihm einer seiner Leute nach.

Kurz darauf folgte eine Explosion und kleinere Trümmerteile begruben die Männer.
-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Colonel Kara Thrace
Rufname: Starbuck
Standort: Heavy 1212
Koloniales Passagierschiff
Auftrag: Aufspüren von cylonischen Peilsendern

Hastig durchstöberten die Marines das letzte Schiff auf ihrer Liste. Sie fingen nach dem Verdacht im hinteren Teil der Flotte an und durchsuchten in mehreren Trupps die Schiffe nach vermeintlichen Sendern. Die Galactica hatte insgesamt 12 Suchgeräte zur Verfügung und Starbuck versprach Gaeta heilig sprechen zu lassen für seine Arbeit.

„Los Toasterbabe, such das Stöckchen!“ drängte Kara Major Valerii.

„Starbuck, reiz mich nicht. Ich such ja schon!“

Sharon ging dem Trupp voran und achtete angestrengt auf ihre Anzeige. Sobald es ein cylonisches Sendesignal empfing schlug die Nadel aus und verriet den Soldaten wo sich das Gerät befand. Der Trupp näherte sich dem Kommunikationsraum des Schiffes als das Gerät reagierte. Starbuck zeigte auf den Kommunikationsraum. Ein Marine wollte die Tür öffnen, doch diese war verschlossen. Sharon hörte etwas hinter der Tür klicken und schubste den Soldaten instinktiv zur Seite. Kara reagierte und befahl sofort in Deckung zu gehen. Mehrere Schüsse wurden durch die Tür abgegeben. Der XO hatte die Befürchtung dass die Außenhaut des Schiffes verletzt werden konnte und musste dementsprechend den Gegner schnellstens eliminieren. Sie tastete sich vorsichtig heran und riskierte einen Blick durch ein Einschussloch. Dort sah sie einen jungen Mann, sie wusste dass sie sein Gesicht schon mal gesehen hatte – in der Leichenhalle mit den Cylonen aus dem Basisschiff. Er wechselte gerade das Magazin als Kara ihren Soldaten per Handzeichen den Standort des Toasters und Befehl zu schießen gab. Blitzschnell reagierten die Marines, richteten ihre Waffen auf den zugewiesenen Bereich und feuerten ihrerseits durch die Tür. Im Gegensatz zum Cylonen konnten sie gefahrlos schießen, da sie Richtung Mitte des Schiffes schossen. Boomer hörte wie jemand zu Boden fiel und befahl einzudringen.
Die Soldaten stürmten den Raum und sicherten ihn ab. Auf dem Boden lag der Cylon, mehrere Einschusslöcher zierten seinen Körper. Ein Sanitäter bestätigte dass der Tango am Boden war – er war tot. Sharon und Kara schauten auf das Gerät, die Nadel zeigte wieder auf 0. Dennoch suchten sich den Raum ab. Schließlich fand ein Marine hinter einer Wandverkleidung den Peilsender. Er wurde bei dem Feuerüberfall ebenfalls zerstört.

Über Funk meldeten sich die anderen Trupps, es wurden insgesamt 42 Geräte gefunden. Starbucks Trupp war der Letzte der noch draußen war. Die restlichen Marines und Seals verlegten wieder auf die Galactica und unterstützten dort die Löschtrupps.

„Wie lange noch?“ fragte der XO Major Valerii.

Sharon schaute auf ihre Uhr und zeigte 20 Minuten. Kara befahl alle wieder auf die Raptor und der Leichnam ginge ebenfalls mit.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------


Battlestar Galactica
Standort: Unbekannter Sektor
Auftrag: Schutz der Flotte

Ermüdet und teilweise niedergeschlagen saßen die Viperpiloten in der Nähe ihrer Maschinen. Die Deckcrew munitionierten die Viper wieder auf, flickten was in 40 Minuten zu flicken war. Hera saß geschafft im Arm ihres Ehemannes. Thomas überblickte den Hangar. Er sah die Müdigkeit seiner Piloten. Nur wenige waren darunter die vorher schon Gefechtserfahrung sammeln konnten. Das ständige starten, kämpfen und landen zerrte an ihren Körpern. Neben den 6 verlorenen Viper hatte T.J. auch Stressbedingte Ausfälle. Der Doc warnte diese Piloten in ein Cockpit steigen zu lassen. Es waren vor allem die jüngsten Piloten die unter Stresssymptomen ausfielen. Mehr als melden konnte er nicht. Der CAG schaute auf seine Uhr. Es dauerte noch ungefähr 15 Minuten bis der nächste Angriff der Cylonen begann. Damit wären es 170 Kurzaufeinander folgende Einsätze für die Einssatzstaffeln. Seine Piloten schwiegen. Jeder der noch kämpfen konnte bereitete sich leise auf den nächsten Einsatz vor. Auch der CAG und seine Frau sagten kein einziges Wort. Er hielt sie einfach nur in seinen Armen.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Doc Paul hatte alle Hände voll zu tun. Im Minutenintervall kamen Verletzte Crewmitglieder und fertige Piloten. Ihre Sanitäter versuchen so viele schon vor Ort zu behandeln um die Krankenstation so frei wie möglich zu halten.
Sanitäter der Marines kamen mit schnellen Schritten auf die Krankenstation und legten einen Schwerverletzten ab.

„Schwere Verbrennungen, Granatsplitter in Ober und Unterkörper sowie Quetschung des rechten Oberschenkels!“ meldete ihr der Sanitäter.

„Granatsplitter?“ fragte Paul nach.

„Waffenkammer auf Deck 4, Sir. Er hat einem Mann das Leben gerettet!“

„Dann wollen wir seines ebenfalls retten, bringen sie ihn sofort in den OP!“ befahl sie den Soldaten und bereitete sich auf die bevorstehende Operation vor.

Sie musste schnell handeln, ansonsten würde Chief Tyrol vor ihren Augen sterben.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Starbuck betrat mit Sharon Valerii das CIC. Admiral Adama informierte sich über den Stand der Dinge innerhalb der Flotte und auf seinem Schiff. Am Tisch blickte Lee wieder auf seine Schirme und schielte mit einem Auge auf die Uhr.

„Noch 8 Minuten, Kara!“

„Ich weiß, wir haben 42 gefunden. Sharon sagt dass wahrscheinlich noch einige aus unserer Zeit stammen. Andere sind neuerer Bauart. Aber sie benutzen dieselbe Frequenz. Manchmal kann man unsere Toasterfreunde einfach nur knutschen!“ meldete sie ihrem Admiral.

Lee rieb sich die Augen. Auch ihm war die Müdigkeit anzusehen. Dee meldete zwischendurch dass die Feuer gelöscht wurden und es auf Deck 4 eine Explosion gab.
Kara nahm ihren Platz ein und informierte sich über den Zustand der Viperstaffeln.

„Uns gehen die Piloten aus, Starbuck. Die Nuggets machen langsam schlapp. Uns fehlen die alten Haudegen.“

Der Alarm ertönte. Lee’s Frau meldete zwei Basisschiffe zur rechten Flanke des Schiffes. Sharon machte sich an die Arbeit sämtliche Sender zu deaktivieren. Manche unter ihnen hatten einen Notfallsender falls was mit dem Hauptsender passieren sollte. Kara blickte ihren Freund nur kurz an und zog sich die Jacke beim hinausgehen aus.

„Was hast du vor?“ wollte Apollo wissen.

„Unsere Viper brauchen Piloten!“ rief sie zurück und rannte zu ihrem Quartier.

Lee bemerkte dass Dee auf den Ausgang zeigte.

„Hol sie dir, Tiger!“

Apollo zog sich anschließend ebenfalls die Jacke aus und rannte Starbuck hinterher. Dee kannte jeden Schritt und übernahm die Brücke. Schließlich machten sie es zum 170. Mal.
Die Crew war fertig, dennoch taten sie routiniert ihren Job und die ersten Schiffe sprangen zu den neuen Notfallkoordinaten.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Major Thomas J. Adama
Rufname: Cobra
Viper 1007
Standort: Unbekannter Sektor
Auftrag: Schutz der Flotte

Die Viper nahmen erneut engere Formationen ein und fingen die cylonischen Jäger ab. 3 Raider flogen an Cobras Formation vorbei – bestehend aus 2 leichten und einen schweren Raider. Sie flogen geradezu auf die Galactica. Sie schienen einen Lücke gefunden zu haben wo das Abwehrfeuer der Kampfsterns schwächer war und wollten diese ausnutzen. Thomas drehte seine Viper als seine Formation unter Beschuss genommen wurde. 6 weitere Raider Mk II gaben der Formation Geleitschutz. Thomas spaltete seine Formation in 2 2er Teams und versuchte die Raider auseinaderzureisen. Die Cylonen klemmten sich an die kolonialen Jäger und drängte sie immer mehr ab.
T.J. stoppte seine Maschine schlagartig und ließ seinen Flügelmann samt Verfolger an ihm vorbeifliegen. Er nahm wieder Geschwindigkeit auf und zerstörte kurz nacheinander 2 der 3 Verfolger. Sein Flügelmann konnte durch eine geschickte Drehung aus dem Wirkungsbereich des Raiders entkommen. Er setzte sich anschließend hinter den Toaster und gab mehrere Feuerstöße ab. Sämtliche Fluchtversuche scheiterten und die Mk II ging als Sieger hervor.

„CAG an Galactica, ein schwerer Raider ist uns durch die Lappen gegangen – Enterung möglich!“

„Mami sagt – rede nicht so ein dummes Zeug, mein Sohn!“

„Starbuck?“

Cobra traute seinen Ohren nicht. Über Funk hörte er die Stimme seiner Mutter. Diese betrat das Gefechtsfeld mit einer weiteren Mk VII. Sie hingen sich an die Formation mit dem schweren Raider und eröffneten das Feuer. Der schwere Raider drehte sich und schoss noch mit seiner Vierlingskanone zurück, doch die Gegenwehr kam viel zu spät. Kurzerhand wurden alle 3 Maschinen zerstört.

„Thomas, verstärke die linke Flanke, sie werden es bestimmt noch mal versuchen!“

„Dad?“

„Beweg deinen müden Hintern!“

Die Stimme von Apollo war gereizt. Cobra führte den Befehl aus und flog mit seinen Flügelmännern zur linken Flanke des Gefechtsbereichs.

„Was meinst du, ob wir es noch drauf haben?“ fragte Apollo seinen Flügelmann.

„Das soll wohl ein Scherz sein! 40 Cubits das ich bis zum Sprung 6 Stück mindestens zerlege!“

Apollo näherte sich mit Starbuck der heißesten Zone. Gleich 7 Raider nahmen Kurs auf die Galactica als er sich entschied diese Formation zu sprengen. Er nahm den letzten Raider Mk II als Ziel, Kara gab ihm derweil Rückendeckung. Es dauerte nicht lange und Lee hatte den Cylonen aufgefasst und schoss mehrere Feuerstösse. Die cylonische Formation ging nach der Explosion des Raiders auseinander. 3 weitere Viper stießen zu ihnen und verfolgten eine Gruppe von Cylonen während die beiden Veteranen 3 Raider verfolgten. Starbuck scherte aus und gab mehr Schub auf die Triebwerke ihrer Mk VII. Apollo nahm in der Zwischenzeit den nächsten Raider ins Visier. Er kam in Schussweite und gab erneut mehrere Feuerstösse ab. Der Raider explodierte und die beiden restlichen Jäger flogen jeweils links und rechts weg.

Starbuck war zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Sie führten dieses Manöver zu ihren Pilotenzeiten öfters aus. Kara schoss kurz danach den rechten Jäger ab als er ihr Kanonenfeuer kreuzte. Sie schloss zu Apollo wieder auf und beide verfolgten den linken Jäger aus der Formation. Sie holten schnell auf und waren nahe an ihn dran als er sich einer neuen Formation anschloss. Starbuck setzte sich daraufhin neben Apollo. Vor ihnen flogen 4 Raider auf eine Gruppe von Viper zu. Der XO sah wie eng die rechte Seite der Cylonen zusammen flog und ergriff ihre Chance. Sie zerschoss das Triebwerk des mittleren Jägers und die Trümmerteile erfassten zwei Flügelmänner. Apollo nahm sich den übrigen Jäger vor und die 30mm Geschosse zersägten den Raider förmlich.

„Yeehhhaaa, das hat Mami gefehlt! Streng dich an, alter Mann!“

Kara nahm Schub von ihren Triebwerken und schwenkte ihre Maschine nach links. Sie sah unter sich 2 schwere Raider ohne Begleitung. Apollo schwenkte ebenfalls seine Viper und folgte Starbuck. Kara vergewisserte sich das kein Begleitschutz in der Nähe war. Etwas weiter sah sie wie eine Gruppe leichter Raider von mehreren Viper aufgemischt wurde. Daraufhin ergriff sie diese Gelegenheit und griff an. Einen schweren Raider zerstörte sie bei ihrem ersten Anflug von oben. Trümmerteile beschädigten den zweiten schweren Raider. Dieser wurde gleich von Apollo ins Visier genommen. Doch Lee flog zu schnell an und verfehlte sein Ziel.
Kara zog ihre Maschine scharf nach links und sah oberhalb den beschädigten Raider. Sie gab nur kurz vollen Schub, schwenkte ihre Maschine ein und schoss. Der Cylon hatte keine Chance. Die Luke trennte sich vom Raider und mehrere Centurion wurden ins All gesogen. Das Schiff explodierte in der unmittelbaren Nähe der Maschinen.

„Galactica an alle Viper, Heimflug!“ ertönte im Helmfunk der Piloten.

Admiral Adama befahl Abbruch und die Viper landeten auf der Galactica. Kurz danach sprang auch sie zu den neuen Koordinaten.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Sharon entfernte aus jedem Gerät die Sendevorrichtungen und hoffte dass sie auch alle gefunden hatten. Lee und Kara kamen zurück auf die Brücke. Dee hatte mittlerweile die Uhr wieder auf 40 Minuten gestellt. Jetzt hieß es nur noch abwarten und beten.

„Du schuldest mir 40 Cubits, alter Mann!“

„Schreibe es auf meinen Deckel!“

Aus einer Tasche ihres Fliegerkombis zog Kara einen Zettel und einen Stift. Darauf trug sie die Summe von 40 Cubits ein. Lee lächelte und schüttelte mit dem Kopf.

„Du hast ihn nach all den Jahren immer noch?“

„Spielschulden sind Ehrenschulden, mein Freund. Du schuldest mir mittlerweile 500, und ich habe aus Freundschaft die Zinsen weggelassen. Irgendwann musst du dass hier mal abarbeiten!“

Dee brachte ihm die letzten Berichte. Er schaute sich die Ereignisse auf seinem Schiff an während er ab und zu auf die Uhr sah. Kara überlegte sich Taktiken wie sie Ressourcen schonend weitere Angriffe überstehen konnten.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Boomer rannte zur Krankenstation der Galactica. Sie hörte nach dem letzten Angriff dass ihr Mann schwer verletzt wurde. Niemand konnte ihr sagen wie schlimm es um ihn stand. Sie befürchtete insgeheim das Schlimmste.

„Wo ist mein Mann?“ fragte sie einen Sanitäter.

„Sie können nicht rein, der Doc operiert ihn noch!“

Aber Boomer ließ sich nicht abhalten. Zwei weitere Sanitäter mussten Major Valerii davon abhalten in den OP – Abschnitt zu gehen.

„Was ist das für ein Lärm?“ fragte der Doc mit lauter und ernster Stimme.

„Wo ist er, wie geht’s ihm?“

Sharon wurde am ganzen Körper zittrig und wollte zu ihrem Chief.

„Ihm geht's den Umständen entsprechend. Ihr Chief ist ein wahrer Glückspilz. Die Sanis brachten mit schweren Verbrennungen rein. Es war zum Glück nur 1. Grades, sah schlimmer aus. Die Splitter haben wir ihm entfernt und den Oberschenkel behandelt. Er hat dennoch einiges an Blut verloren. Wenn sie nicht wissen was für eine Blutgruppe ihr……“

Sharon krempelte ihren Ärmel hoch und zeigte auf ihre Vene.

„Er hat meine….wir haben dieselbe Blutgruppe….sie müssen ihn nicht vorher testen!“

„Major, es wäre sicherer wenn wir seine Blutgruppe erst einmal bestimmen – das geht mit den argonischen Geräten schnell…“

Sharon lehnte es kategorisch ab die Blutgruppe ihres Mannes bestimmen zu lassen. Sie deutete immer wieder auf ihre Vene und beteuerte dass sie als Ehrfrau schließlich wissen müsste. Doc Paul hatte keine große Lust mit Boomer zu diskutieren und vertraute diesmal, obwohl gegen ihrer Natur, auf das Wort von Galens Frau. Der Sanitäter trennte das Paar von den restlichen Patienten und bereitete alles für eine Bluttransfusion vor.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Es waren mittlerweile 2 Stunden vergangen. Die Cylonen waren nicht mehr aufgetaucht. Raptor überprüften das gekaperte Basisschiff. Es blieb während allen Angriffen unentdeckt. Seals bewachten es und waren bereit das Schiff gegen jeden Angriff zu verteidigen.
Lee befahl seinem CAG die Piloten schlafen zu schicken und ein Schichtsystem mit Notreserven aufrecht zu erhalten. Auf allen Stationen gingen Großteile ein paar Stunden schlafen. Die Feuer waren gelöscht und die Versiegelung an der Steuerbordgondel hielt.

„Dee, XO, ich will mich mit dem vor den angesprochenen Personenkreis in unserem Besprechungsraum 1 Alpha treffen. Wir werden es so kurz wie möglich machen.“

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Viper047
17-01-2008, 05:22 PM
Ein langer dunkler Gang führte in einen der unteren Bereiche der Galactica. Die Piloten hatten hier ihre Umkleiden und Duschräume. Am Ende des Ganges waren abgetrennte Räumlichkeiten die Chief Tyrol mit Hilfe seiner Untergebenen in etwas anderes umwandelte.

Kara betrat den Raum. Sie legte in einer Kabine ihre Kleidung bis auf die Unterwäsche ab und folgte einfach dem Wasserdampf. In einem Nebenraum stand ein kleiner Whirlpool. Lee schätze den Ideenreichtum von Chief Tyrol und nutzte diese Gegebenheit selbst. Lee, Anastasia, Athena und ihr Mann, sowie Hera mit dem CAG erwarteten den XO bereits.

„Bei den Göttern tut das gut. Lee, rutsch mal ein Stück.“

Starbuck gesellte sich zur Gruppe und holte eine Flasche hervor. Sie öffnete den Verschluss und nahm einen Schluck. Kara reichte die Flasche an Dee weiter.

„Uähh, willst du mich vergiften? Woher hast du das Zeug. Das kannst du benutzen um die Galactica anzutreiben!“

„Das ist noch das Gebräu von Chief Tyrol, leckere 25 Jahre alt!“

Dee reichte die Flasche an Hera weiter die dankend ablehnte.

„Wie geht es dem Chief?“ erkundigte sich Apollo.

„Sharon ist bei ihm. Sah schlimmer aus als es war, den Göttern sein dank. Er hat einem seiner Leute das Leben dadurch gerettet.“ informierte ihn sein XO.

„Also, ihr wisst warum wir uns alle in dieser geselligen Runde getroffen haben?“ fragte Apollo die Anwesenden.

Alle nickten und wussten worum es gleich gehen mag.

„Unsere Reise war an manchen Punkten etwas chaotisch und ich möchte nicht dass wir so in der Luft hängen wie beim letzten Mal. Ich will auch nicht die globalen Punkte angehen die wir sowieso nicht mehr ändern können. Wir befinden uns faktisch im Krieg gegen die Cylonen und Xenon. Sie müssen es von langer Hand geplant und ihre Agenten seit Jahren eingeschleust haben. Wir waren zur falschen Zeit am falschen Ort. Uns interessieren nur die Probleme die auch die Flotte betreffen. Und die sollten wir nach und nach abarbeiten. Fragen auf die wir auch eine Antwort finden können ohne philosophisch zu werden.
Also, ich fange an.
Wir haben seit der Beginn der Flucht die Erkenntnis gewonnen das Cylonen und Xenon sich weiterentwickelt haben. Cylonen haben mehrere Modelle entworfen und die Xenon werden anhand von Implantaten hergestellt. Die haben wir samt Versuchspersonen auf Argon Prime gefunden. Die Xenon scheinen wie die Cylonen ihren einstigen „Meistern“ nachzueifern und anschließend vernichten zu wollen. Zusammen verfolgen sie unserer Flotte um auch den Rest zu vernichten, was wir natürlich nicht zulassen werden.
Wir haben viele Cylonen in unsere Mitte aufreiben können. Überlebende werden nach und nach von Starbuck vernommen. Dabei sollen auch Cylonen gewesen sein die gegen ihr eigenes Volk rebellieren.
Weiterhin beschäftigt uns der Mord an Präsident Roslin und wieso die Neue so darauf versessen ist die Galactica zu kontrollieren und besonders die alten Veteranen auszuschalten.
Und natürlich unsere weitere Vorgehensweise. Die Cylonen haben uns geschickt um Nopileos Memorial geführt. Sie wissen also wohin wir wollen, aber das war nicht schwer zu erraten. Problem wäre es wenn wir noch weitere Ratten unter uns hätten, egal auf welcher Seite sie stehen.

Meine Fragen wären nun:

1. Gibt es einen Bürgerkrieg unter den Cylonen?
2. Hätten wir ggf. neue Verbündete?
3. Inwiefern betrifft es unsere Flotte?
4. Wer ist der wahre Mörder von Roslin und wer profitierte davon?
5. Wie gehen wir weiter vor?“

Lee nahm die Flasche und reichte sie an Athena weiter. Sie nahm erst einmal einen Schluck und verzog wie Dee das Gesicht.

„Bei den Göttern, damit kann man eine Viper Grundreinigen!
Ja, ich hatte mit dem jüngsten Ereignis zu tun gehabt. Mir fehlten einige Tage und sollte auch noch Roslin ermordet haben. Die Umstände hatten perfekt zusammengepasst da jeder gewusst hatte dass wir uns seit dem ersten Zusammentreffen nicht verstanden. Die Nettigkeiten waren alles Fassade, was kein Geheimnis war. Ich denke es betrifft die Flotte. Meine Fragen wären daher wer mich betäubte und wie es ihm gelang. Es fühlte sich an als hätte einem das cylonische Bewusstsein in der Hand gehabt. Ich war zwar nie Schläfer, aber ich denke dass es sich so anfühlen musste. Und warum das Gericht schon in allen Einzelheiten geplant war.“

Athena fasste sich kurz und reichte die Flasche weiter an Starbuck. Die genehmigte sich einen etwas größeren Schluck.

„Weicheier! Gut, wo wollen wir anfangen? Ich wurde von einer 6 angeworben um Hera auszuschalten. Danach kam die Sache mit der Bar, Simon und Simon, die Klinik – wenn auch nicht in der Reihenfolge. Mich kotzt momentan unser Präsi an, aber es war eine Wohltat ihr eins mitzugeben…..“

Starbuck schmunzelte und genehmigte sich daraufhin einen weiteren Schluck aus der Flasche.

„Wir hatten einige Vorfälle innerhalb der Flotte. Die Remus oder die riesigen Cylonenschiffe.
Wir konnten schon einiges lösen, wie die Unschuld von Athena zu beweisen. Deshalb bleibt für mich persönlich nur eine einzige Frage, wer ist der ominöse Xenon Nummer 7. Ich sage frei raus was ich denke – es ist unser aktueller Präsi. Ich kann es noch nicht beweisen, aber mein Gespür sagt dass an der Tante was faul ist. Alles was auf diesem Schiff und innerhalb der Flotte passierte läuft irgendwie bei ihr zusammen. Und ich werde mir das Vergnügen gönnen ihr so richtig ihren dicken, fetten…..“

Apollo wusste was gleich käme und hielt ihr den Mund zu. Er entriss ihr förmlich den Selbstgebrannten und reichte ihn an Hera. Sie stellte das Getränk zur Seite und ekelte sich allein schon vor dem Geruch.

„Meine Güte, wie kriegt ihr das nur runter. Bei euch muss einiges mehr abgestorben sein als die Geschmacksnerven….“

„Werde nicht frech, junges Fräulein!“ ermahnte sie Helo.

„Ich war auf dem Schiff von Baltar, dort hatte ich Zugang zu den verschiedenen Rechnern. In den Hangars waren damals mehrere Jäger und Transporter der verschiedenen Völker. Sie bauten riesige Flotten nach. Am Ende erfuhren wir auch warum. Dieser Baltar wollte mich unbedingt haben. Ich denke dass es um mein Hybridenblut ging. Schließlich war ich die Erstgeborene. Ich wurde nicht schlau daraus, aber meine Vermutung ist es dass sie es für die Xenon evtl. gebraucht haben. Cylonen können untereinander fortpflanzen, was sie menschlicher wirken lässt. Vielleicht wollten die Xenon das auch?“

Ihre Mutter nahm die Flasche und gab sie Thomas in die Hand. Aber er lehnte ebenfalls dankend ab, da er sowieso keinen Alkohol trank.

„Ich hatte nur die Galactica gefunden und meinen Spaß in Harador gehabt. Bis ich meine Fragen aufgezählt habe sitzen wir noch Neujahr hier drin!“

Helo hatte nichts hinzuzufügen. Daraufhin übernahm der Admiral wieder die Flasche und nahm einen letzten Schluck daraus.

„Gut, ich fasse zusammen. Wir werden uns einige Fragen hoffentlich aus den Systemen von Baltars Schiff beantworten lassen. Das erledigen wir beiläufig sowie ich gerne Ideen sammele wie wir dieses Schiff verwenden. Wir können es nicht ewig verstecken. Der Xenon des XO scheint als Oberbegriff für einige unserer aktuelleren Probleme zu stehen und deshalb hat diese Sache Vorrang. Weiterhin das Tor raus aus diesem System. Wir müssen nach Nopileos Memorial und die Flotte durchschleusen. Für die Galactica eine harte Bewährungsprobe. Wir kämpfen dort gegen 2 mächtige Feinde die alles dransetzen werden uns zu zerlegen. Darüber werden insbesondere der CAG, Starbuck und ich selbst einmal Ideen sammeln. Jetzt legt euch aufs Ohr. Wir sehen uns in einigen Stunden wieder.“

Die Runde stieg aus dem Pool. Die Auflösung war für manch einen eine reine Erlösung.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Argonia City
Das von Cylonen und Xenon besetzte Argon Prime

Caprica Six saß aufrecht in ihrem Bett. Sie studierte einige Akten und aß nebenbei. Baltar brachte ihr frische Blumen ans Bett und nahm sich einen Stuhl.

„Wie geht’s dir?“

„Nicht auf dem Laufenden, Gaius!“ antwortete sie ihm ohne einen Blick von den Akten zu lassen.

„Ich bin froh dich wiederzuhaben. Du hast mir gefehlt.“

Six aß seelenruhig weiter und nahm kaum Notiz von Baltar.

„Mir fehlen 15 Jahre. Erfreulich ist das wir die Systeme erobert haben und die Menschen nahezu alle vernichtet. So wie es Gott wollte. Weniger erfreulich ist die Tatsache dass mich eine alte Nummer 8 ermordete und mit einem Virus infizierte. Am wenigsten das ein alter Kampfstern jegliche Bemühungen unsererseits zunichte macht. Hast du gewusst dass die Galactica nicht zerstört wurde? Roslin ist mittlerweile behoben, aber unsere Aufklärer haben die Flotte schon wieder verloren!“

Six schmiss die Akten auf den Boden und den leeren Teller gegen die Wand. Baltar sammelte die Akten wieder auf und legte sie auf ihren Nachttisch.

„Du wolltest unbedingt alles auf einmal haben. Es war bestimmt nur Zufall und unsere Schiffe werden sie sicherlich wieder finden.“

Baltar kniete am Bett und hielt ihre Hand. Six nahm seinen Kopf und legte ihn auf ihre Brust. Sie streichelte durch sein Haar und küsste ihn auf die Stirn.

„Gaius, so was wie Zufälle gibt es nicht. Gott hat einen Plan, und der sieht die Vernichtung der Flotte vor. Lee Adama ist wie sein Vater ein Sturkopf und versteht es nicht. Ich werde dir sagen wo sie ihr Ende finden werden! Dort wo auch alles begann!“

„Nopileos Memorial?“

Six nahm den Kopf von ihrer Brust und schaute ihm in die Augen. Sie gab Gaius anschließend einen langen und zärtlichen Kuss.

„Ich bin wieder da mein Geliebter Gaius. Wir Beide werden dafür sorgen dass Gott seinen Plan erfüllen kann. Lee Adama meint dass er alle unsere Trümpfe vernichtet hat, aber wir werden ihn eines besseren belehren. Spätestens in Nopileos Memorial. Das verspreche ich dir mein Liebling, und du weißt dass ich immer meine Versprechen gehalten habe. Und außerdem habe ich noch eine Rechnung mit jemanden zu begleichen!“

Six legte sich wieder hin und holte ihren Gaius mit ins Bett und schloss die Augen. Die Schwester löschte das große Licht und schob den Vorhang zum Bett von Nummer 6 zu.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Battlestar Galactica
Standort: Unbekannter Sektor
Auftrag: Schutz der Flotte

Lee stand unter der Dusche und ließ das Wasser über sich laufen. Er war genauso fertig wie der Rest seiner Crew. Er nahm sich vor ein paar Stunden aufs Ohr zu legen und anschließend sämtliche Berichte geben zu lassen um einen aktuellen Stand über sein Schiff und der Flotte zu haben. Er hörte Schritte hinter sich, aber bevor er sich umsehen konnte schmerzte auch schon sein Hinterteil und ein höhnisches Lachen ertönte aus dem Hintergrund.

„Haha – zu langsam, alter Mann!“

Starbuck stand hinter ihm und versetzte Lee noch mal einen Schlag mit dem Handtuch.

„Captain – komm! Captain, Captain, Captain………CAPTAIN!!!“

„Na warte!“

Lee lenkte den Duschkopf auf seinen XO und durchnässte ihre Unterwäsche ganz. Anschließend nahm er sein Handtuch und jagte sie durch die ganze Dusche.

„Komm schon, Captain – du wolltest doch noch in meinen Captainhintern treten!“

Apollo holte aus und trat mit Schwung vorbei. Aufgrund des nassen Bodens rutschte er aus und landete unsanft auf dem Boden. Starbuck lachte ihn aus. Doch Lee hielt sich mit schmerzverzerrtem Gesicht an den Rücken. Kara verging daraufhin das Lachen und ging sofort zu ihm.

„Lee, das wollte ich nicht! Tut’s sehr weh?“

Apollo fing an zu schmunzeln und riss sie zu Boden.

„Nur wenn ich lachen muss!“ entgegnete er ihr und begann sie am Boden zu kitzeln.

„Na warte – du Schauspieler! Und ich mache mir auch noch Sorgen um dich!“

Kara warf ihn gekonnt von sich und versetzte ihm wieder einen Schlag mit dem Handtuch.

„Captain! Komm, steh auf, du alter Sack! Du enttäuschst mich, Lee Adama. Wir sind wohl in den Jahren langsamer geworden während andere schöner wurden!“

„Hochmut kommt vor den Fall, XO!“

Lee stand blitzschnell auf und bekam Kara zu fassen. Er drückte sie gegen die Wand unter der Dusche. Starbuck hatte keine Chance mehr sich aus dem Griff ihres Freundes zu lösen.

„Wirklich gut, alter Mann!“

Beide standen lachend unter der Dusche während das warme Wasser weiterlief. Nach wenigen Augenblicken blickten sich beide tief in die Augen. Der Griff von Lee löste sich und seine Hände fuhren über ihren Körper. Kara drückte ihn fest an sich und beide küssten sich leidenschaftlich. Sie streichelte über seinen Rücken während sie seine zärtlichen Berührungen genoss. Lee streifte ihr die durchnässte Unterwäsche ab und legte sich mit ihr auf den Boden.
Kara setzte sich auf ihn und streichelte über seine Brust als sie auf einmal stoppte.
Tränen liefen ihre Wangen hinunter und ihre Hände streichelten über seine Wangen.

„Wir hätten ein schönes Paar abgegeben, oder?“ fragte sie ihren langjährigen Freund.

„Ja, das hätten wir.“

„Ich glaube du hast deinen Deckel heute vollkommen abbezahlt. Deine Frau wartet auf dich, du solltest gehen!“

Kara und Lee standen auf und taten so als wäre nichts geschehen.

„Kara!“

Starbuck wendete sich noch einmal zu ihm und gab Lee einen letzten Kuss.

„Ich dich auch, Lee. Schon immer und daran wird sich auch nichts ändern. Vielleicht in einem anderen Leben.“

Lee und Kara gingen getrennte Wege. Dee erwartete bereits ihren Mann und lag schon im Bett.

„Du hast wohl das ganze warme Wasser verbraucht?“

Apollo legte sein Handtuch ab und legte sich so in das Bett zu seiner Frau. Er streichelte über ihren Körper und küsste sie.

„Admiral, ich glaub du hast etwas zuviel in unser Bett mitgebracht!“ sagte sich lachend.

„Ich liebe dich, Dee!“

Das Ehepaar Adama schaute sich einen Augenblick an bevor Anastasia das Licht löschte.


-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Sharon schlief seit einigen Stunden am Bett ihres Mannes. Chief Tyrol wachte in der Zwischenzeit aus der Narkose auf und bemerkte die Hand seiner Frau. Doc Paul schaute nach ihrem Patienten.

„Hey Doc!“

„Na Chief! Keine Sorge, sie sind bald wieder auf den Beinen. Es sah schlimmer aus als es war. Sie Glückspilz hatten zweimal riesigen Dusel!“

Der Chief verstand nicht warum er zweimal Glück hatte und fragte genauer nach. Der Doc zeigte auf seine schlafende Boomer und erklärte ihm dass durch ihre schnelle Hilfe eine Bluttransfusion stattfinden konnte. Sie seien nicht nur seelenverwandt, sondern teilten aller Wahrscheinlichkeit nach dieselbe Blutgruppe.
Der Doc ging weiter als Galen zur Seite sah. Seine Frau hatte die Augen geöffnet und lächelte ihn an.

„Hey Chief!“

„Hey Sharon, danke!“

„Dafür sind Liebende doch da, um auf den anderen aufzupassen.“

„Sie wissen es nicht?“

„Nein, und das wird auch so bleiben. Und jetzt schlaf, du musst wieder gesund werden. Ich bin da wenn du mich brauchst.“

Tyrol schloss seine Augen und schlief weiter. Sharon legte ihren Kopf an seine Seite und schloss ebenfalls die Augen.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

T.J. regelte noch den reibungslosen Ablauf für die nächsten Stunden, so dass seine Piloten Schlaf nachholen konnten und vor allem die jungen Piloten ihren Stress abbauten.
Seine Frau hatte schon ganz kleine Augen nachdem die Adrenalinschübe der Einsätze nicht mehr da waren. Sie legte sich schon ins Bett und wollte nichts weiter als schlafen. Sie zog eines der Hemden ihres Mannes an. Sie tat dies schon seit Jahren. Hera kaufte einen Schlafanzug für ihren Mann und zog anschließend nur das Hemd davon an während sie ihm die Hosen überließ.

Nach einer Weile stieg auch Thomas ins Bett und kuschelte sich an seine Ehefrau.

„Hey du, wie geht’s dir?“ fragte er sie bevor er sich ganz in das Land der Träume verabschiedete.

„Schwanger, und selbst?“

„Ebenfalls, gute Nacht, Schatz!“

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Nach einigen Stunden wurde es wieder lebhafter auf dem Kampfstern. Lee Adama stand an seinem gewohnten Platz und las hier die Berichte statt in seinem Quartier. Starbuck kam ebenfalls ausgeschlafen zurück. Sie stellte sich ihm gegenüber. Beide starrten sich wenige Augenblicke an.

„Hey Lee!“

„Hey Kara!“

Der XO räusperte sich kurz und lenkte auf ein anderes Thema.

„Wie sieht’s aus?“

„Wir haben 17 Tote, 53 Verletzte und 6 verlorene Viper. Einige Schäden an der Panzerung, Waffensysteme und auf einigen Decks. Die Galactica wird es aber verkraften. Reparaturteams sind seit einigen Stunden unterwegs und richten das alte Mädchen wieder her. Ressourcen werden uns von der Flotte geliefert. Einige Raptor sind draußen und erkunden die Umgebung. Ich will wissen wie weit sie uns von Nopileos Memorial abgedrängt haben!

„Alles klar, dann werde ich mich mal um das Flottenmanagement kümmern und später ein paar unserer Gäste zum Tee einladen.“ schlug sie vor und ging zu Dee um einige taktische Dinge zu besprechen.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Captain Sharon Agathon
Rufname: Athena
Raptor 402
Standort: Unbekannter Sektor
Auftrag: Erkundung vorwärts der Flotte

Athena und Helo waren seit einer guten Stunde unterwegs. Sie gerieten in einen Sektor mit Nebel und die Sicht war sehr eingeschränkt. Sie mussten sich auf die Instrumente des Recon – Raptors verlassen um einen Standort der Flotte bestimmen zu können.

„Man, nichts als Nebel. Sag mir rechtzeitig bescheid wenn die Galactica am Radarrand ist. Nicht das wir sonst wo noch landen.“

Helo gab seinem Piloten den nächsten Wendepunkt. Sharon drehte ihren Raptor in die befohlene Richtung und behielt weiterhin die Instrumente wie das Geschehen draußen im Blick.

„Meinst du unsere Kleine hat es Humpelstilzchen schon gesagt?“

„Helo! Nenn ihn nicht so, sein Bein war gebrochen! Und sie wird es sicherlich noch tun. Ich hatte ja auch den richtigen Zeitpunkt abgewartet.“

„Ja, ich hoffe sie muss nicht wie ihre Mutter erst angeschossen werden!“

„Ich liebe dich auch, Helo! Siehst du das, ich habe etwas auf meinem Schirm.“

Athena hatte mehrere Objekte auf ihrem DRADIS und meldete es der Galactica. Der XO befahl Raptor 402 es sich genauer anzusehen.
Sharon flog näher ran und schien einen Schiffsfriedhof entdeckt zu haben. Sie flogen an mehreren Wracks und nicht intakten Schiffen vorbei.

„Helo, hast du irgendwas im System. Ist das vielleicht ein Völkersektor oder Piraten?“

Helo prüfte in seinem System ob irgendwas über die aktuellen Koordinaten bekannt war, doch leider war nichts bekannt. Auf Helos Schirm tauchte ein sehr großes Objekt auf. Er dirigierte seinen Piloten vorsichtig an das Objekt ran. Einige Meter vor dem Objekt kam der Raptor zum stehen und schaltete seine Scheinwerfer ein. Der Raptor hatte spezielle Nebelscheinwerfer um wenigstens ein paar Meter Sicht zu haben. Da keine Cylonen oder Xenon auf dem DRADIS zu erkennen waren konnten sie das Licht gefahrlos einschalten.

Sie flogen das Objekt langsam ab.

„Helo, würdest du bitte nach vorne kommen!“

Karl hörte einen gewissen Unterton in der Stimme seiner Frau und ging nach vorne zum Piloten. Jetzt sah er was den Unterton seiner Frau hervorrief.

„Berichtige mich, aber das sind Geschütze eines Kampfsterns!“

„Sharon, fliege mal vorsichtig weiter.“

Der Raptor flog das Objekt immer weiter ab. Die Außenhaut glich der Panzerung eines Kampfsterns, wie auch die mehreren Batterien auf der Oberseite des Schiffes.

„Da, siehst du! Scheint mir einer der Träger für eine Gondel zu sein. Am Ende müsste sich die Steuerbordlandebucht befinden.“

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Battlestar Galactica
Standort: Unbekannter Sektor
Auftrag: Schutz der Flotte

Lee und Kara hörten aufmerksam mit wie Raptor 402 das fremde Objekt abflogen.

„Wir fliegen jetzt an der Steuerbordgondel entlang. Der Aufbau erinnert an Mercury Class.
Galactica, wir haben einen……“

Der Funk brach auf einmal ab und es wurde ruhig um Raptor 402. Kara ließ sich die Verbindung auf die Leitungen des XO und Admiral legen als Helo wieder zu hören war.

„Bei den Göttern, das ist unmöglich! Galactica, es ist die Chronos. Es ist leibhaftig die Battlestar Chronos. Der Namenszug steht deutlich vor uns. Ohne jede Zweifel, es ist das Schwesterschiff der Pegasus.“

Geschockt sahen sich der Admiral und sein XO an. Mit vielem hätte man gerechnet, aber nicht mit so was.

„Lee, es ist die Chronos! Wir haben die Chronos gefunden!“

Nach einem Moment der Stille brach ein Augenblick der Freude aus. Die Freude über die Battlestar Chronos war laut und die CIC Crew fiel sich gegenseitig in die Arme.
Auch Kara und Lee fielen sich in die Arme.

„Verdammter Mist, Lee, die Chronos! Die Götter haben uns nicht verlassen!“

Viper047
17-01-2008, 05:24 PM
Kapitel XXII

Rückkehr eines Titanen ( Teil II )


Battlestar Galactica
Standort: Unbekannter Sektor
Auftrag: Schutz der Flotte

Lee saß mit seinem XO, dem CAG und der Raptorcrew in seinem Quartier und wertete die Fotos aus. Dee suchte inzwischen alles zusammen was über die Battlestar Chronos bekannt war. Nach der Meldung an die Galactica wollten die Führungsoffiziere des Kampfsterns ganz sicher gehen und ließen zwei weitere Raptor den Kampfstern abfliegen. Obwohl es ihnen widerstrebte informierten sie auch das Büro der Präsidentin über den Fund. Diese meldete sich für einen Besuch an und Starbuck freute sich insgeheim sie zu sehen – zwecks blauen Auges.

Anastasia legte ihren Fund auf den Tisch und verglich es mit den Fotos der Aufklärung.

„Ohne Zweifel, es ist die Chronos. Im Namen der Götter, wie kommt die hierher?“ fragte sich Starbuck und schaute sich weitere Abbildungen aus dem Flottenkatalog an.

„Die Chronos war das erste Schiff der BSG 101 und wurde zeitgleich mit der Pegasus gebaut. Das Beast kam früher zur Flotte und wurde der 63 zugeteilt. Zur 75 hatte sie ja nicht mehr rechtzeitig geschafft. Die Chronos ging zurück in die Schiffswerft nach Scorpia, wo sie weiterentwickelt wurde. Sie wurde in allem etwas mächtiger wie die Pegasus und sollte das erste Schiff der nächsten Generation sein. Ob sie auch Baltars System hat?“

Starbuck legte ihren Fund mitten auf den Tisch und schaute sich anschließend sie Sachen von Dee an.

„XO, für was habe ich hier Sessel und sogar eine Couch? Würdest du dich wie eine Frau deines Alters benehmen und nimm den verdammten Lutscher raus während wir arbeiten!“ beschwerte sich Apollo und stieß seine Freundin von seinem Schreibtisch.

„Das meinte er nicht so, du könntest glatt als meine jüngere Schwester durchgehen.“ verteidigte sie anschließend der CAG.

Kara nahm ihren Sohn freudestrahlend in den Arm und fuhr ihm mehrmals über die Wangen.

„Ist der nicht süß? Und so schön schleimen kann er auch! Du solltest dir ein Beispiel an diesen jungen Herren nehmen, er erkennt wenigstens eine junge Dame. Und wenn wir eines Tages deinen richtigen Vater finden gehen wir alle ein Eis essen. Du hast trotzdem die nächste Schicht, netter Versuch – mein Sohn!“

Kara nahm ihrem Sohn die Artikel über die Chronos ab und verscheuchte ihn aus dem Quartier des Admirals.

„Lee hat Recht, du benimmst die wie ein Teenager und prügelst dich wie ein räudiger Hund durch die gesamte Galaxie!“ setzte Dee fort und reichte ihrem Mann weiteres Infomaterial über das Schiff.

Starbuck setzte sich auf ihren Stammplatz auf der Couch und wie sie eben war, sie ließ sich nichts gefallen.

„Ja, ja, ja – lass mich raten, du hast dich in den Jahren zu einem feinen Pinkel gemausert der für seine Handtasche eine zweite Handtasche verwendet um sie zu transportieren!“

„Da gab’s doch im südlichen Teil von Argonia City einen Laden, der hatte schöne große Taschen. Ich habe mir gleich zwei von Bertran gekauft und meine…..“

Athena schwieg auf einmal. Ihr Kommentar zog die gesamte Aufmerksamkeit auf sich und verwunderte Gesichter starrten sie an.

„Ach, nichts!“ beendete sie ihren angefangenen Kommentar und steckte ihre Nase wieder in die Fotos ihres Erkundungsfluges.

Lee musste grinsen und kurz danach ging ein heiteres Lachen im Quartier umher. Selbst Athena musste grinsen und wurde rot im Gesicht.

„Toasterbabe und Taschen, wenn das nicht in Fetischismus ausartet! Was hast du dir bloß auf Caprica angelacht, Helo?“ fügte Kara hinzu und nahm wieder ihren Lutscher in den Mund.

„Sie war schwanger! Was hätte das für ein Bild abgegeben?“

„Du bist zu mir gekommen, Freundchen! Ich hätte jeden auf der Galactica haben können. Ich bin nur aus Mitleid mit dir zusammengeblieben. Frag doch den Chief!“

Die Runde wurde immer lockerer und ein dummer Spruch folgte dem nächsten. Der Bereich der Gürtellinie wurde dabei mehr als einmal unterschritten. Die Heiterkeit hörte auf als die Präsidentin das Quartier betrat. Es wurde auf einmal still. Lee schickte sein XO zurück auf die Brücke, sie sollte das weitere Vorgehen planen und die Arbeiten am Schiff überwachen.
Beim Hinausgehen begutachtete sie das geschwollene Gesicht der Präsidentin und wollte einen Kommentar abgeben als Lee sie daran hinderte. Kara verließ wortlos aber mit einem Grinsen auf dem Gesicht das Quartier Richtung CIC.

Linda Horutko setzte sich in einen Sessel und Lee informierte, wie es seine Pflicht verlangte, die Präsidentin über die Chronos.

----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Sharon verbrachte ihre Freizeit bei ihrem Mann. Ihm ging es den Umständen besser und durfte wieder feste Nahrung zu sich nehmen. Ihre 3 Kinder besuchten den Vater kurz und mussten nach Ende der Besuchszeit wieder gehen. Einzig Boomer durfte noch etwas bleiben.

„ ….und Nic will wie sein Vater als Mechaniker arbeiten. Ich habe ihm gesagt dass wir nichts dagegen haben. So wäre er immer in unserer Nähe und du könntest ihm weiter einige Kniffe zeigen. Ne Viper ist schon was anderes wie eine Discoverer oder ein Buster. Aya hat auf der Excelsior einen Typen kennen gelernt. Aber du kennst unsere Mittlere ja, sie kennt immer einen Typen kennen. Von mir kann sie das auf gar keinen Fall haben. Kyle will in die Ausbildung zum Piloten. Ich weiß nicht……“

Der Master Chief unterbrach seine Frau und hielt ihr den Mund zu. Er richtete sich auf und seine Augen verrieten dass ihn etwas bedrückte.

„Warum?“ fragte er seine Frau.

„Ich versteh nicht, Schatz.“

„Wir müssen es ihnen sagen!“

Sharon streichelte ihm durchs Haar und gab ihrem Chief einen Kuss.

„Wir müssen gar nichts! Alles bleibt so wie es ist!“

„Sharon, sie finden es eh irgendwann heraus. Wir sind es unseren Freunden schuldig. Sie kennen mich, uns, und werden sicherlich…..“

„Nein Chief, und das ist mein letztes Wort!“

Ihre Augen wurden glasig und Boomers Lippen begannen leicht zu zittern. Sie nahm die Hand ihres Gatten und hielt sie an ihre Wange.

„Das darfst du auf gar keinen Fall. Ich will dich nicht noch einmal verlieren! Versprich mir das wir es nie wieder erwähnen werden – versprich es mir!“

Galen nickte und nahm seine aufgelöste Frau in den Arm. Ihr Geheimnis schien Sharon mehr zu belasten als Galen selbst.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Dee betrat das CIC und beobachtete Starbuck bei einem Planspiel.

„Was soll das werden wenn es fertig ist?“ fragte sie den XO neugierig.

Kara verschob weitere Modelle. Auf dem Tisch fand ein mögliches Gefecht statt und Kara bot ihr gesamtes Wissen auf um neue Taktiken zu entwerfen. Dabei sah sie die Flotte stets als Unterlegen an und wollte diese Gegebenheit nutzen damit am Ende der unterlegene Part stets als Sieger dastand.

„Wir setzen alles immer etwas unüberlegt ein. Bis jetzt kamen wir auch mit der Keule zurecht, aber irgendwann brauchen wir eine scharfe Klinge um die Toaster in Schacht zu halten. Ich muss ein wenig experimentieren und abwägen. Wir haben wenige Viper, noch weniger erfahrene Piloten und einen Feind, der alles daran setzt uns fertig zu machen.“

Dee ließ Kara mit ihrem Spielzeug alleine. Sie konnte ihr nicht helfen. Der XO würde schon auf sie zukommen wenn es Absprachen mit dem Taktikoffizier geben musste.

„Ist Lee immer noch mit der Präsi drin?“

„Ich bin froh da raus zu sein. Da herrscht eisige Kälte zwischen den Beiden!“

„Ist doch gut!“ meinte Starbuck schmunzelnd und verschob seelenruhig ihre Miniaturviper über den Tisch.

„Wieso soll diese Kälte gut sein?“ hakte der Taktikoffizier nach.

„Schon mal einen Xenon mit Orangenhaut gesehen? Ein paar Sitzungen mit unseren Admiral und wir feiern Premiere!“

„Trottel!“ erwiderte Dee schmunzelnd darauf und wandte sich ihrem Job zu.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Yuki Tanaka
Rufname: Red Dragon
Standort: Unbekannter Sektor


Langsam bewegten sich 2 Jäger durch die Schiffswracks. Ihr Warnsystem an einem argonischen M2 Wrack wurde ausgelöst und daraufhin schwärmte ihr Clan aus. Seit Wochen kamen keine Schiffe mehr vorbei die diesen Sektor als Schmugglerroute nutzten oder alte Schiffe entsorgten. Yuki führte einen Piratenclan und war, trotz ihres jungen Alters von 29 Jahren, eine gute Pilotin und Anführerin zugleich. Sie witterten Beute und daher befahl sie mehreren Jägern und Aufklärern das betroffene Gebiet nach Opfern abzusuchen.

„Das wird auch langsam Zeit. Die Männer langweilten sich schon zu Tode. Ich hoffe auf einen Flüchtlingskonvoi aus Teladisektoren. Die haben immer was dabei!“

Yukis Flügelmann freute sich auf die bevorstehende Kaperung und auf fette Beute.

„Red, wir haben etwas. Mehrere Schiffe – verdammt viele Schiffe. Abschnitt Bravo, keine Militärsignaturen!“ meldete einer ihrer Aufklärer.

„Steve, da haben wir unsere Beute – und kein Militär in der Nähe. Das wird wie einem Baby den Schnuller zu klauen!“

Red Dragon schwenkte ihren Jäger und flog mit ihrem Flügelmann zu dem angesprochenen Abschnitt. Unterwegs gabelte sie weitere Piraten auf und sie befahl Feuer frei.

Kurz bevor sie die Flotte erreichten meldeten einige Piloten Gegenwehr. Innerhalb der Flotte patrouillierten Jäger. Sie gab die Erlaubnis sämtliche Gegenwehr zu vernichten und suchte selbst nach einem feindliche Jäger. Sie wollte sich auf gar keinen Fall die Beute nehmen lassen. Im Nebel sah sie vor sich zwei Jäger. Sie nahm mit ihrem Flügelmann sofort die Verfolgung auf. Sie gab mehrer Feuerstöße ab. Im Gegensatz zu dem Piloten vor ihr war sie geübt darin im Nebel zu kämpfen und zu gewinnen. Doch dieser machte es ihr nicht leicht und entzog sich den beiden Piraten.
Plötzlich zischten Geschosse an ihr vorbei. Yuki schlug mehrere Haken und wollte ihren Verfolger innerhalb der Flotte abhängen. Auch ihr Flügelmann geriet in Bedrängnis. Sie hatten es nicht mit Anfängern zu tun, soviel stand fest. Als sie der Flotte näher kam meldete sich ihr Radar. Ihr Atem stockte als sie die Symbole betrachtete.

„Bei den Göttern, abrechen! Sofort abbrechen! Feuer einstellen – es sind koloniale Schiffe! Es sind unsere!“

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Battlestar Galactica
Standort: Unbekannter Sektor
Auftrag: Schutz der Flotte

Lee betrat das CIC und erkundigte sich sofort nach dem aktuellen Stand. Auf dem Lagetisch hatte Starbuck die Positionen der CAP’s dargestellt.

„Unbekannte Angreifer, das DRADIS scheint bei dem Nebel nicht einwandfrei zu funktionieren…..“

„Sie haben das Feuer eingestellt und ziehen sich zurück. Keine Verluste!“ sprach Dee dem XO dazwischen.

Starbuck und Admiral Adama verstanden nicht warum sie auf einmal abbrachen. Lee wollte weitere Befehle erteilen als sich Dee wieder meldete. Sie hielt den Hörer in die Luft und sagte dass einer der Angreifer den Commander des Schiffes sprechen will.

„Ich denke ein Admiral geht auch.“ meinte Kara und drückte Lee den Hörer in die Hand.

Derweilen gab sie den Befehl dass sämtliche Viper in Bereitschaft bleiben sollen und verteilte die CAP’s innerhalb der Flotte.

„Hier spricht Admiral Adama, mit wem habe ich es zu tun und warum greifen sie meine Flotte an?“

„Adama? William Adama?“ fragte ihn eine aufgeregte weibliche Stimme.

Lee hielt seine Hand auf den Hörer und pfiff nach seinem XO. Er deutete auf den Hörer auf ihrer Seite. Kara nahm ihn ab und hörte mit.

„Nein, Lee Adama. William Adama war mein Vater. Mit wem spreche ich?“

„Ich würde gerne an Bord kommen.“

Lee blickte seinen XO an und sie verstanden sich auf Anhieb. Kara schnappte sich ein paar Marines während der Admiral dem Piloten die Erlaubnis erteilte. Dee befahl dem CAG eine Eskorte abzustellen und die Jäger zur Galactica zu geleiten.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Die Jäger der Piraten wurden in den Hangar der Galactica eskortiert. Lee Adama ging zu einer der Maschinen und staunte nicht schlecht als er eine Mk VII vor sich stehen hatte. Die Piloten meldeten zwar das ihnen die Anordnung der Triebwerke bekannt vorkamen, aber aufgrund der Hektik und des Nebels konnten sie sie nicht eindeutig als koloniale Viper identifizieren. Marines umstellten die Schiffe. Eine junge Frau stieg aus dem Cockpit und stellte sich mit glasigen Augen vor den Admiral. Sie nahm Haltung an und salutierte mit zwei Fingern vor ihm.

„Sir, Pilotin Tanaka bittet um Erlaubnis an Bord kommen zu dürfen.“

Lee kannte diese Bewegung. Vor seinen Augen sah er ein kleines Mädchen das ihn einst auf der Columbia so begrüßte.

„Yuki? Die kleine Yuki?“

Mit Freudentränen fiel Yuki Admiral Adama um den Hals. Lee kannte sie noch als kleines Mädchen. Sie war die Enkelin von Admiral Tanaka und begleitete ihn vor vielen Jahren bei einem Truppenbesuch auf der Columbia. Dort erhielt er den Wunsch seines Vaters die Formation bei der Einweihung des Freilichtmuseums auf der Galactica zu übernehmen.

„Das ist nicht wahr! Wie um den Göttern Willen kommst du hierher?“

„Das ist eine lange Geschichte, aber wie kommt die Galactica hierher? Sie ist doch ein Museumsschiff und……“

„Welcher Aasgeier hat die Mk VII so verunstaltet? Nichts gegen freie Kunst – aber nicht auf meiner Mk VII. Bringt mir diesen Idioten, ich zerreiß ihn in der Luft. Der schrubbt mir die Galactica von Außen mit seiner verdammten Zahnbürste!“

Yuki Tanaka drehte sich um. Sie kannte diese Stimme und war sichtlich erfreut ein weiteres bekanntes Gesicht zu sehen.

„Starbuck!“ schrie sie mit begeisterter Stimme und rannte auf den XO zu.

Völlig überrascht wurde Kara fast zu Boden gerissen. Sie schaute der jungen Frau ins Gesicht und vergaß in Windeseile ihre Wut.

„Das gibt’s nicht, Yuki Tanaka?“

Red Dragon nickte und Kara umschloss sie fest. Sie lernte das kleine Mädchen während der Außerdienststellung der Galactica kennen und verbrachte fast den ganzen Abend mit ihr.

„Bei den Göttern, als ich dich das letzte Mal gesehen hatte, da hattest du das rosa Kleid und die Zöpfe. Was suchst du denn hier?“

Während der XO Yuki fast erdrückte stellten sich zwei weitere Piraten vor Admiral Adama auf und salutierten.

„Admiral, Captain Steve Paye – CAG der Battlestar Chronos. Sie ahnen nicht wie verdammt froh sie uns durch ihre Anwesenheit machen. Wir dachten schon die Chronos wäre das einzige Schiff das entkommen war und in dieser Einöde gelandet ist.“

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Mit zitternden Händen saß Steve im Quartier von Admiral Adama und blickte sich mehrfach um während er die Geschichte der Galactica erzählt bekam. Ihm kam alles immer noch wie ein Traum vor, auf den sie vor wenigen Stunden noch geschossen hätten.

„Und ich dachte unsere Geschichte wäre schon von Leid und Schmerz geprägt, Sir. Das mit der Pegasus tut mir leid, es wäre schön gewesen wenn gleich 2 Kampfsterne aufgetaucht wären. Wir….“

Steve unterbrach und konnte keinen klaren Gedanken fassen. Die Traurigkeit und gleichzeitige Freude war bei ihm deutlich zu erkennen. Yuki reichte ihm ein Taschentuch, mit er die Tränen aus seinem Gesicht wischen konnte.

„Captain, wie sind sie in dieses trostlosen Teil des Universums geraten und vor allem geblieben?“ fragte ihn der Admiral als sich Paye etwas gefangen hatte.

Kara schenkte ihm noch etwas von Tyrols Selbstgebrannten nach und der ehemalige CAG der Chronos lehnte sich in den Sessel zurück.

„Das Bleiben kann ich ihnen schnell verklickern – ihr DRADIS wird es ihnen verraten haben. Der Nebel hat einige Stellen wo das DRADIS nicht richtig bis gar nicht funktioniert. Deshalb hatten wir sie auch erst spät erkannt, wofür ich mich aufs aller tiefste entschuldigen möchte, Admiral…..“

Lee winkte ab und signalisierte ihm per Handbewegung das er fortfahren sollte.

„Im inneren Bereich dieses Sektors gibt es 3 Tore, die uns mit den äußeren und Zentralsektoren verbinden. Schmuggler nutzen diese Wege, ebenso wie Firmen oder andere Piraten. Firmen laden Allenmöglichen Schrott ab. Aus diesen haben wir unsere Station errichtet. Seitdem leben wir hier. Es ist sicher vor Entdeckung durch Militär oder Xenon. Um unser Leben abzusichern haben wir uns der Piraterie verschrieben. Wir sind nicht stolz drauf, aber wir grenzen uns von den anderen ab. Wir holen uns nur was wir auch verwerten können und töten nicht wenn es nicht sein muss. Sie können darüber denken was sie wollen, Sir – aber es sicherte unser Überleben.“

Lee ließ sich von seinem XO ebenfalls nachschenken. Er dachte nicht daran diese Leute zu verurteilen, insbesondere weil er sie als weitere Verstärkung in seinem Hinterkopf mit einplante. Er wusste das sein Vater sich eher ein Urteil gebildet hätte – welches wahrscheinlich nicht positiv ausgefallen wäre. Lees Vater dachte und handelte eher als kolonialer Offizier und Piraterie wäre für ihn ein sehr mächtiger Dorn im Auge gewesen. Apollo war liberaler in dieser Hinsicht und schluckte einfach den Fakt das diese kolonialen Soldaten auf eine andere Art ihr Überleben in diesen trostlosen Sektor sicherten.

„Captain, ich werde sich nicht verurteilen was sie in den letzten Jahren getan oder nicht getan haben. Es steht mir nicht zu und keiner in dieser Flotte wird über sie richten. Wir haben selbst genug schwarze Schafe in dieser Flotte, da fallen sie nicht weiter auf.“

„Außer bei der Alten!“ fügte Starbuck hinzu

„Captain Paye, wie kam die Chronos hierher?“

Paye stellte sein Glas auf den Tisch und zeigt mit dem Finger darauf. Kara kam sich langsam wie ein Barkeeper vor, aber schenkte ihm dennoch nach. Steve nahm sich sein Glas und schaute in die klare Flüssigkeit darin. Er erinnerte sich und auf der Oberfläche seines Getränkes erschienen vor seinen Augen die Bilder vom Tag des Angriffes auf die 12 Kolonien.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Am Morgen des Angriffes auf die 12 Kolonien

Battlestar Chronos
Standort: Militärisches Übungsgebiet
Auftrag: Vorbereitung zur Ablösung der Battlestar Atlantia als koloniales Flaggschiff

Der CAG der Chronos schlief tief und fest. Am Vorabend machte er, wie seit Monaten, Überstunden um die Ablösung der Atlantia so reibungslos wie möglich zu gestalten. Die Chronos erhielt am Vortag die restlichen Viper vom Typ Mk VII und diese füllten den Fehlbestand auf. Der Kampfstern war bis auf die Munition soweit vollständig.
Am heutigen Tag sollte die Battlestar Chronos, das erste Schiff der neuen BSG 101, endlich der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Jahrelang hörte man immer wieder etwas vom „Schwesterschiff“ der Pegasus, doch Öffentlichkeitsauftritte hatte der Battlestar der neusten Generation nicht. Nur am Anfang der Entwicklung wurde dieses Schiff als Schwesterschiff in der Schiffswerft Scorpia gebaut. Während die Pegasus nach Fertigstellung der Flotte übergeben wurde, wurde die Chronos erneut in die Werft gebracht. Sie wurde wieder demontiert und in den folgenden Monaten neu zusammengesetzt. Die BS 101 Battlestar Chronos erhielt neue Bewaffnung, vor allem wurde sie auf 88 Rohre aufgestockt und verfügte nun über 44 Geschütze, neue Systeme und neue Triebwerke. Ihr Design änderte sich ein wenig und wich die der Pegasus ab. Ein neuer Kampfstern wurde geboren.

In ihren Maßen übertraf sie das bis dato größte Schiff der Flotte und die Pegasus wurde als schnellstes und stärkstes Schiff der Flotte abgelöst. Die Chronos war 1926m lang, 750m breit und 294m hoch und der Titan unter den Kampfsternen. So wurde sie auch von ihrer Besatzung genannt. Trotz ihrer Größe hatte sie eine vergleichsweise geringe Besatzung von 2100 Mann. Dies war auf ihre System zurückzuführen und hatte im Gegensatz zu manch anderen Kampfsternen ein kleineres CIC. Weiterhin verfügte die Chronos über 2 Überlichtantriebe, 6 Unterlichtantriebe und 304 Manövertriebwerke.

Die Chronos hatte als letzten Test Verbrauchsschießen und sollte heute neu aufmunitioniert werden, genauso wie ihre Jäger. Captain Paye, auch Stingray genannt, war noch am träumen als ihn einer seiner Piloten unsanft wecken musste.

„Hey Schlafmütze, aufstehen! Wir haben 8 durch und Hamilton ist auf der Such nach dir!“

Steve reagierte und stieß sich beim aufstehen den Kopf an. Er schaute auf seine Uhr und beschwerte sich warum ihn keiner rechtzeitig weckte. Lt. Antonia „Circe“ Orloff wartete bis sich ihr CAG in seine Fliegerkombi geschmissen hatte und ging mit ihm in den Steuerbordhangar der Chronos.

„Sind die Versorger schon da?“ fragte er seinen Piloten

„Sie hätten vor ca. 1 Stunde da sein sollen, aber wurden in Scorpia nicht rechtzeitig fertig. Die ersten Schiffe sind auf dem Weg hierher und haben Munition für unseren Titanen sowie Viper dabei.“

„Es muss eine schöne Zeit gewesen sein als jede Kolonie nur über einen Battlestar verfügte. Die Kerle sollen sich beeilen, sonst reißt mir Hamilton den Hintern soweit auf das die Pegasus und die Chronos darin Platz hätten!“

„Wenn man nicht vom Teufel spricht!“ ergänzte Circe und zeigte auf ihren Commander.

Commander Timothy Hamilton wartete ungeduldig auf seinen CAG und schaute mehrfach auf seine Uhr.

„Captain, wo verdammt noch mal waren sie? Ich suche sie seit geschlagenen 2 Stunden und hatte sie mehrfach ausrufen lassen.“

Paye geriet ins stocken als einer der Mechaniker einsprang.

„Commander, wir hatten Probleme mit der Verankerung für die Viper. Der CAG hatte uns geholfen die Stellplätze neu zuzuordnen und im hinteren Teil funktioniert Anlage nicht. Wir haben es erst bemerkt als der Lieutenant zu uns kam!“

Der CAG nickte und Commander Hamilton ließ sich vorerst besänftigten. Er überreichte seinem 1. Piloten einige Unterlagen und Befehle für den heutigen Tag – und einen Spezialauftrag. Hinter einer Viper holte er ein kleines Mädchen hervor. Sie versteckte sich hinter der Maschine und hielt verschüchtert einen Teddybären in ihren Armen.

„Captain, darf ich ihnen Yuki Tanaka vorstellen. Sie ist die Enkelin unseres Kommandeurs und wird heute das Band zum CIC durchschneiden. Dem Admiral kam etwas dazwischen und musste auf die Atlantia zurück. Er wird beim Rendezvouspunkt zu uns stoßen und hatte uns gebeten sich solange um seine Enkelin zu kümmern. Die Techniker werden heute noch die Systeme vernetzten und da werde ich keine Zeit für sie haben. Und sie sollen doch den Umgang mit Kindern gewohnt sein, Captain!“

Sein Commander reichte das kleine Mädchen an ihn weiter und ging zurück ins CIC. Die kleine Yuki stand schüchtern vor ihm und starrte nur auf den Boden. Paye blickte seinen Piloten an, doch Circe hob nur die Hände und sagte dass sie noch viel Arbeit vor sich hatte.
Da stand Steve auf einmal alleine mit der Enkelin des Admirals da. Mit Kindern hatte er nur zu tun wenn er zu Besuch bei seiner Schwester war, sie hatte insgesamt 6 Kinder. Ansonsten mied er jeden Umgang mit ihnen und seine letzte Beziehung scheiterte ebenfalls weil er keine Kinder haben wollte.

„Sir, die Versorger sind da. Ihr Captain meldet das sie uns nur zu 60% auffüllen können. Einige wurden zur Columbia und Valkyrie umgeleitet!“ meldete ihm der Chief.

„Besser als nichts! Ich werde unserem Commander vorschlagen nach Ragnar oder EP 255 zu fliegen wenn er das Haus voll haben will. Melden sie es nach oben weiter, nicht das der XO persönlich für eine Meldung herkommt.“

Chief Erickson verstand den Befehl des CAG und deutete auf das kleine Mädchen vor ihm.

„Oh, das ist unser Zuwachs! Sie wird bei uns ein Praktikum absolvieren und wird mit der ersten Staffel ein paar Trainingsflüge auf der Viper machen.“

Der Chief reichte ihr die Hand und begrüßte sie auf der Chronos. Nur zögerlich gab sie ihm die Hand und starrte weiterhin auf den Boden.

„Schüchtern was? Na ja CAG, dann müssen wir ihre Viper vorbereiten. Glaube irgendwo einen Kindersitz zu haben. Wie soll der Rufname lauten? Jerry ist gerade am pinseln und da können wir sie gleich Mitabfertigen.“

„Hast du einen Spitznamen?“ fragte Steve die kleine Yuki.

Aber sie traute sich nicht ihm eine Antwort zu geben und der CAG musste sich etwas einfallen lassen. Er schaute auf ihren Rucksack. Darauf war ein roter Drache abgebildet und brachte Paye auf eine Idee.

„Red Dragon, wo sie hinfeuert wächst kein Gras mehr – laut ihrer Dienstakte!“

„Freut mich sie kennen zu lernen, Red Dragon, Sir! Ihre Viper wird in einigen Minuten aufgetankt und aufmunitioniert bereit stehen!“

Chief Erickson salutierte vor ihr und Yuki schien es zu gefallen. Ein kleines Lächeln war auf ihrem Gesicht zu sehen. Aus einer Tasche holte der Chief ein paar Bonbons hervor, die er ansonsten immer seinen Kindern reichte wenn er nach Hause kam. Die junge Red Dragon nahm sie sehr gerne an und öffnete ihren Rucksack. Sie legte sie zu ihren anderen Süßigkeiten und ihrer Jacke.

„Na, gefällt dir der Name – Roter Drachen! Du musst wissen alle guten Viperpiloten haben einen gefährlichen Namen. Und vor dir bekommt man schon Angst ohne dass du etwas tun musst. Ich bin Steve und dein CAG. Wer bist du, habe den Commander nicht verstanden weil er so nuschelt.“

„Yuki Tanaka, ich bin fast 5!“ antwortete sie ihm mit einem kleinen Lächeln.

Steve nahm sie auf seinen Arm und ging in Richtung Briefingraum mit ihr.

„Fast 5? Da kommst du reichlich spät, die anderen haben schon mit 3 angefangen. Müssen wir uns ein wenig ranhalten! Hast du Hunger?“

Yuki nickte. Für den CAG war es mehr als passend. Er selbst hatte ebenfalls Hunger und konnte das kleine Mädchen für einige Zeit beschäftigen ohne großartig etwas tun zu müssen.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------


Commander Hamilton stand mit seinem XO auf der Brücke und ging mit ihm die Befehle und Ablauf durch. Sein Taktikoffizier brachte ihm die Meldungen des angebrochenen Tages vorbei.

„Irgendwas Interessantes dabei, Lieutenant?“

„Größtenteils Alltagsgeschichten, Sir. Außer eine Meldung vom Flottenkommando. Der Unterhändler der 12 Kolonien ist noch nicht von der Armistice Station wiedergekommen und überfällig.“

„Damit haben wir nichts zu tun, unser aktiver Dienst beginnt erst in einigen Stunden mit der Übergabe. Soll sich der Rest der Flotte Kopfzerbrechen darüber machen, wir haben einen gefüllten Terminkalender.“

„Sollen sie doch die Galactica schicken!“ fügte sein XO hinzu und grinste dabei.

Seinem Commander war aber nicht nach Lächeln und schickte seinen Taktikoffizier wieder weg.

„Tim, wir haben ein kleines Problem. Die Techniker für die Systeme werden sich verspäten, ggf. erst morgen kommen.“

Cmdr. Hamilton feuerte die Papiere auf den Lagetisch und schäumte vor Wut. Erst verspäteten sich die Versorger und nun auch noch die Systemtechniker. Er sah wie sein Zeitplan immer weiter in Gefahr geriet.

„So ein Mist, gibt es wenigstens eine Begründung warum sie gerade am Tag der Übergabe solchen Dreck verzapfen?“

Colonel Bosch schüttelte den Kopf und trug dadurch nicht zur Verbesserung der Situation bei.

„Prima! Ich hasse Verträge. Wir könnten locker mit unseren eigenen Leuten das Schiff klar machen. Aber diese verdammten Verträge mit den Firmen sagen was anderes und drohen der kolonialen Flotte mit Konsequenzen. In was für einer Welt leben wir, Oliver? Normalerweise sollten sie froh sein dass sie dieses Projekt bekommen hatten. Gut, Schwamm drüber. Dann müssen unsere Leute eben ihr Akademiewissen wieder auffrischen und ein wenig mehr tun. Wir halten an der Planung fest. Wenn die von der Galactica damit zurecht kommen, wird es die Chronos erst recht!“


-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Viper047
17-01-2008, 05:25 PM
Steve saß mit der kleinen Yuki in der Kantine. Er beobachte wie viel das kleine Mädchen verdrücken konnte und holte mittlerweile den 3. Teller mit Eier, Speck und einer Scheibe Toast. Einige Kameraden gesellten sich zu ihnen und staunten ebenfalls nicht schlecht über die „Leistung“ des kleinen Mädchens.

„Verdammt, ich werde alleine schon beim zusehen 5 Pfund schwerer. Wo hast du deine kleine Freundin her, und vor allem wo steckt sie das ganze Essen hin?“

Abbey Rodriguez war nach einem Teller schon satt und sie hatte nicht das Gefühl das die Kleine nach dem 3. Teller satt wäre.

„Das ist Yuki, sie ist die Enkelin von Admiral Tanaka und unser Spezialgast. Sie schneidet das Band zum CIC durch. Ich habe sie bis zum Eintreffen des Admirals an der Backe und spiele Babysitter.“

Yuki streckte Lt. Ricardo den Teller entgegen und fragte ihn ob noch eine Obstschale da wäre. Die Piloten lachten und waren über ihre neue Kameradin mehr als erstaunt.

„Ihr müsst erstmal in ihren Rucksack sehen. Wenn ich Kinder hätte, würde ich denen niemals soviel an Süßigkeiten einpacken. Das ist eine Fressmaschine, glaubt mir!“

„Steve, nicht so was schlimmes zur Kleinen. Ich find sie süß!“ warf ihm Abbey entgegen.

„Du findest sogar Ratten in der Kloschüssel süß!“ kommentierte Greg Ricardo.

„Bei dir mach ich eher ne Ausnahme und betätige die Spülung!“

„Ich bin fast 5!“ unterbrach Yuki das aufkommende Streitgespräch zwischen den Piloten und zog die Aufmerksamkeit wieder auf sich.

„Das erzählt sie jedem Zweiten. Ich vermisse jetzt schon die Zeit als sie ruhig vor sich auf den Boden starrte.“

„Ist Lee auch hier? Kommt Starbuck auch?“ fragte sie die Piloten und aß in Ruhe ihre Obstschale auf.

„Keine Ahnung wenn sie mit Lee meint, aber du kennst Starbuck?“ fragte sie Abbey.

Abbey und Kara Thrace kannten sich schon als Kinder und waren unzertrennlich. Erst nach der Akademie trennten sich ihre Wege zwangsweise und sie sahen sich in unregelmäßigen Abständen auf Caprica. Yuki holte aus ihrem Rucksack ein Bild und überreichte es Abbey.
Darauf waren Lt. Thrace und Yuki abgebildet. Admiral Tanaka besuchte vor einigen Wochen die Galactica und lies sich vor Ort die Fortschritte zeigen.

„Schau mal, wie süß! Das Kleid und die Zöpfe gefallen mir.“

„Starbuck kennt viele lustige Spiele!“

„Das glaube ich dir! Kara kennt wirklich viele lustige Spiele.“

Abbey gab ihr das Bild wieder. Das kleine Mädchen steckte es ein und schien endlich nach 3 Tellern mit Eiern und einer Obstschale endlich satt zu sein.

„Macht ihr auch was Starbuck macht?“ löcherte sie Admiral Tanakas Enkelin weiter

„Hey, ich hab eine Idee. Wieso nimmt ihr die Kleine nicht und zeigt ihr eine Viper? Dann kann ich mich endlich daran machen wofür ich auch bezahlt werde!“

Seine Piloten waren von dem Vorschlag begeistert – wie auch die kleine Yuki. Sie nahmen das kleine Mädchen an die Hand und gingen mit ihr in den Hangar zu den Jägern und Aufklärern. Steve atmete tief durch und war froh den Ballast von seinen Schultern zu haben.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Oliver Bosch stand zusammen mit dem jungen Navigationsoffizier am FTL – Computer und führte Sprungberechnungen durch. Er regte sich dabei auf wie es sein konnte dass an der Akademie nicht mehr intensiv ausgebildet wurde wie ein Sprung berechnet wurde. Er wünschte sich seinen alten Navigationsoffizier Felix Gaeta zurück, doch dieser war seit zwei Jahren auf der Galactica als Taktikoffizier.

„Ich werde wohl mit dem Admiral ein paar Takte reden müssen. Das kann und darf nicht sein das ich ihre Arbeit mache. Ich sollte sie nur prüfen, dafür ist ihr XO da. Und kommen sie mir nicht das es kein Schiff ohne Netzwerke mehr gibt. Computer können ausfallen, sie Genie. Und in Geschichte haben sie wohl auch nicht aufgepasst! Die Galactica war das einzige aktive Schiff ohne Computernetzwerk und eine Legende in der Flotte. Bei den Göttern, wo soll das noch hinführen?“

Cmdr. Hamilton rief seinen XO zur Besonnenheit auf. Lieber so, als hätte niemand eine Ahnung davon. Hamilton bekam in der Zwischenzeit die Meldung dass die Vernetzung erst morgen durchgeführt werden konnte. Die Scorpia Werke konnte keine Techniker zur Verfügung stellen und warnten in einem Nebensatz die Vernetzung selbst durchzuführen.
Der kommandierende Offizier der Chronos freute es überhaupt nicht von einer zivilen Firma bedroht zu werden, riskierte es aber dennoch nicht selbst Hand anzulegen. Er wusste wer bei Vertragsbruch seine Uniform ausziehen musste und schluckte die Meldung förmlich hinunter. Dann mussten seine Leute eben so auskommen und mehr miteinander kommunizieren. Für ihn bedeutete es mehr Führungsverantwortung.
Der Papierkram blieb nicht stehen und weitere Meldungen aus dem Flottenkommando folgten. Diese brachten dem mürrischen Offizier zum Schmunzeln. Er übereichte sie seinem XO als er sehen wollte was seinen Commander aufheiterte.

„Das ist doch ein Scherz, Sir?“

„Nein, XO. Das meinen die vollkommen ernst! Wie weit sind die Geschützmannschaften mit dem aufmunitionieren?“

„Letzter Stand war dass sie fast fertig waren. Laut Meldung haben wir auch nur 60% bekommen. Der Rest soll nach der Zeremonie folgen. Für unsere Viper hatten sie fast nichts dabei, der Großteil würde nur heiße Luft spucken. Im letzten Lauf müssen also die 40% Fehl ein Großteil 30mm Munition sein.“

Hamilton schüttelte den Kopf und fragte sich wozu Befehle überhaupt geschrieben wurden wenn sich niemand an diese hielt. Die Chronos hatte zwar etwas zum schießen, aber ihre Jäger gingen bei den 60% so gut wie leer aus. Die Offiziere fragten sich wie man das hinbekam in den Berechnungen und die Jäger völlig vergaß.

„Na wenigstens bekommt die Presse ihre Salutschüsse für die Atlantia. Melden sie dass weiter. Und machen sie Druck, ich will meine Munition für die Viper haben, XO!“

Colonel Bosch machte sich sofort auf und meldete die augenblickliche Lage an das Flottenkommando. Hamilton sah auf seine Uhr. Es waren nur noch wenige Stunden bis zur Übergabe. Mittlerweile begann die Einweihung der Galactica und anschließend machte sich die Presse auf dem Weg zum Flaggschiffwechsel. Er musste seine Crew antreiben um alles rechtzeitig fertig zu bekommen.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Chief Erickson führte Yuki Tanaka, alias Red Dragon, und ihre Begleiter zu einer Viper. Sie war noch nicht für den Dienst freigestellt worden und der Chief hatte für die kleine Besucherin eine Überraschung. Abbey hielt ihr die Augen zu bis sie zur Mk VII kamen.
Trotz der Arbeit nahm er sich ein paar Minuten und schrieb auf die Viper ihren Namen und malte einen kleinen roten Drachen daneben. Der Chief hatte ein gutes Gedächtnis und konnte den Drachen von ihrem Rucksack nachzeichnen. Für ihn kein Hexenwerk und in kleiner Form schnell hinzubekommen.

Lt. Rodriguez nahm ihre Hand herunter und half der Kleinen auf die Treppe.

„Siehst du, da steht dein Name. Yuki Tanaka, Red Dragon. Er hat dir sogar einen kleinen Drachen gemalt.“

Yuki fuhr mit ihrer Hand über den kleinen Drachen und war sichtlich erfreut über diese Überraschung. Der Chief war dieses Lächeln mehr als Dank genug und freute sich das dem kleinen Mädchen seine Arbeit gefiel.
Abbey öffnete das Cockpit der Viper und setzte sie hinein. Yuki konnte nicht einmal über die Armaturen sehen, doch gefiel es ihr hinter dem Steuer einer Mk VII zu sitzen. Die Piloten erklärten ihr die Maschine, obwohl sie wussten dass sie davon nichts verstehen würde.
Sie fasste alles an und drückte mehrere Knöpfe. Der Chief hatte die Viper kaltgestellt und es konnte nichts passieren. Nur mussten Abbey und die anderen alles wieder in die Ausgangstellung drücken um beim Start nichts Unvorhergesehenes auszulösen.
Sie holten das kleine Mädchen wieder aus dem Cockpit und verschlossen die Maschine. Yuki konnte ihren Blick kaum noch von der Maschine abwenden und würde am liebsten darin übernachten.

„Eines Tages, kleine Yuki, wirst du auch in so einer Maschine sitzen. Genau wie wir und Starbuck!“

„Kommt Starbuck auch?“

„Nein, Schätzchen. Starbuck ist auf der Galactica. Die wird heute ein Museum, da sie schon ganz alt ist. Aber ich bin mir sicher das dein Opa mit dir auf die Galactica fliegen wird und da könnt ihr Starbuck besuchen gehen.“

„Kommt Lee dann auch?“

Abbey wusste nicht wenn sie mit Lee meinte, aber versprach ihr vorsichtshalber das dieser Lee auch da sein würde.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Steve blickte auf seine Uhr. Es waren nur noch wenige Stunden bis zur Übergabe und die Feierlichkeiten auf der Galactica hatten schon begonnen. Auf seinem Schreibtisch landete eine Meldung dass nicht alle seine Viper etwas zu schießen hatten und die Versorger hauptsächlich die Chronos versorgten. Er zerknüllte seine Berechnungen für die Munition und warf sie in den Papierkorb.
Lt. Dan Malloy betrat den Briefingraum und legte dem CAG endlich eine erfreuliche Meldung auf dem Tisch.

„Die Raptor sind alle geprüft und einsatzbereit. Wir brauchen nur ihre Unterschrift, Sir!“
Steve las sich alles in Ruhe durch und zückte am Ende seinen Stift.

„Wenigstens etwas. Wie sieht es mit Raketen für die Pods aus?“

„Wir können mehrfach Neujahr feiern, Sir.“

Erleichtert gab er die Unterlagen an Lt. Malloy zurück und eine riesige Last wurde von seinen Schultern genommen. Er war froh dass seine Viper für den heutigen Tag nicht eingeplant wurden. Aber morgen mussten sie die Sicherung des neuen Flaggschiffes übernehmen, die Admiral Tanaka persönlich befahl. Und da mussten sie etwas zu schießen haben. Von seinen 120 Viper hätten lediglich 10 volle Munitionsbehälter und das war für ihn ein untragbarer Zustand. Beim nächsten Versorgungslauf würde er dem Verantwortlichen gehörig die Meinung geigen, das nahm er sich auf jeden Fall vor.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Cmdr. Hamilton hatte alle Hände voll zu tun. Die Feierlichkeiten auf der Galactica neigten sich dem Ende zu und der XO prüfte ein letztes Mal die Berechnungen für den Sprung zur Atlantia.

„XO, wie sieht’s aus?“

Colonel Oliver Bosch streckte seinen Daumen in die Höhe. Die Chronos war im Prinzip soweit zu springen. Der CAG kam mit seiner kleinen Begleiterin ins CIC und setzte sie auf die Treppestufe.

„CAG?“

„Sir, das mit der Versorgung war eine riesige Schweinerei. Gerade 10 Viper hätten volle Behälter, 110 würden mit heißer Luft schießen. Ich würde Ragnar, EP 255 oder sogar Olympus vorschlagen. Dort sind Depots um Munition für die Viper zu fassen und den fehlenden Bestand der Chronos aufzufüllen.“

„Zur Kenntnis genommen, CAG. Wird nicht nötig sein, nach unserem Schauspiel für die Presse werden Versorger andocken für den Fehlbestand. Dort wird auch ihre Munition für die Viper dabei sein. Und die Kleine?“

Hamilton zeigte auf Yuki, die schon jetzt der Star im CIC war. Die Crew lachte und feixte mit ihr während sie auf den Sprungbefehl ihres Commanders warteten.

„Sie sehen es ja, aus dem stummen Stein wurde eine Labertasche. Ich suche verzweifelt den Ausschalter, Sir!“

„Tja Captain, so was suchen sie vergebens. Glauben sie mir, ich habe 3 Töchter!“

Bei dem Gedanken an seine Kinder musste er ein wenig lächeln. Yuki erinnerte ihn an seine Kinder als sie in ihrem Alter waren. Doch die Gedanken wurden durch einen kreidebleichen Kommunikationsoffizier unterbrochen. Er überreichte ihm eine Meldung des Flottenkommandos. Beim Durchlesen wurde Hamilton selbst bleich im Gesicht und stütze sich anschließend an seinem Tisch ab. Sein XO ahnte dass es nichts Gutes zu bedeuten hatte und riss seinem Commander förmlich die Meldung aus der Hand.

„Was ist los?“ wollte Steve wissen.

Auch der Rest verfolgte das Geschehen mit beunruhigten Gesichtern.

„Das ist eine Eilmeldung vom Flottenkommando. Die Kolonien wurden angegriffen. Bei der ersten Welle wurden 60 % der Flotte vernichtet, darunter die Atlantia. Auf den Kolonien wurden atomare Einschläge bestätigt. Die Führung wurde evakuiert. Sie hatten schon eine Kapitulation bekannt gegeben. Aber der Feind, der in unbekannter Stärke angegriffen hatte, reagierte nicht darauf. Seitdem gab es keinen Kontakt mehr zu Adar und dem Rat.“ sagte ihm sein Commander und bestätigte was sein XO durchgelesen hatte.

„Tanja, schalten sie mich auf Com!“ befahl er anschließend und gab über das Intercom die aktuelle Lage an die Crew der Chronos weiter.

„Und wir haben nichts zu schießen, schöner Mist!“ fluchte der XO und schmiss das Papier hinter sich.

Steve drehte sich um und wollte das Papier aufheben. Vor ihm stand Yuki mit glasigen Augen und ließ ihren Teddy auf den Boden fallen. Obwohl sie noch klein war, realisierte sie schnell was die Worte „vernichtet“ und „Atlantia“ bedeuteten und fügte sie zusammen.
Steve stand vor dem tränenden Mädchen und blickte in ihre Augen. Sein Herz wurde weich und er fühlte mit ihr. In ihm wurde eine Art Beschützerinstinkt war und er beugte sich zur kleinen Yuki hinter. Sie sah ihn mit traurigem Blick an während er sie auf seinen Arm nahm.

„Ist Opa jetzt bei den Göttern bei Mama und Papa?“

Er wusste dass er das Mädchen nicht anlügen konnte. Mit ihren fast 5 Jahren war sie recht gut informiert und auf Draht was um sie geschah. Er hob ihrem Teddy auf und drückte ihn in ihre Hand.

„Ja, Schatz. Dein Opa ist bei den Göttern bei deiner Mami und deinen Papi. Ihm geht es dort sehr gut und wird weiterhin auf dich aufpassen.“

„Gehst du jetzt auch weg?“

Tränen liefen über ihre Wangen. Das traurige Gesicht des Kindes weckte in ihm jetzt mehr wie ein Beschützerinstinkt. Er drückte Yuki an sich und gab ihr einen Kuss auf die Wange.

„Nein, ich bleibe bei dir! Ich gehe nicht weg, versprochen!“

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Heute

Battlestar Galactica
Standort: Unbekannter Sektor
Auftrag: Schutz der Flotte

„Seitdem ist Yuki bei mir und ist wie meine eigene Tochter. Ich konnte zum Glück mein Versprechen halten und aus ihr ist ja was geworden. Eine gute Pilotin und eine ebenso gute Anführerin wie ihr Großvater. Die Leute vertrauen ihr und in ihren Namen.

Hamilton befahl anschließend Gefechtsbereitschaft. Wir sprangen nach Olympus um Munition aufzunehmen. Unsere Raptor suchten derweil nach Überlebenden. Wir hatten aber kaum Zeit und konnten nur bis Scorpia suchen. Die Aufklärer fanden nur zerstörte Schiffe. Wir dachten auch dass die Pegasus unter Cain vernichtet wurde. Sie sollte dort überholt werden bevor sie zur 75 überstellt wurde. Dasselbe Schicksal muteten wir auch der Galactica zu. Aber es war irgendwie zu erwarten dass Adama sie sicher hinausführt.“

Steve nahm seine „Tochter“ in den Arm und gab ihr einen Kuss auf die Stirn. Seine Hände zitterten immer noch ein wenig. Er hielt mit einer Hand die ganze Zeit eine Lehne fest und betete dass, wenn es ein Traum sein möge, er daraus nicht mehr so schnell erwachte.

„Niemand rechnete mit der Chronos, Lee. Hattet ihr Cylonen an Bord?“

Steve verstand die Frage von Kara nicht und fragte genauer nach. Sharon Agathon stand instinktiv auf und stellte sich neben Starbuck.

„Sie werden es eh raus finden. Darf ich ihnen Nummer 8 vorstellen, oder auch als Sharon Valerii bekannt. Keine Sorge, sie gehört zu uns. Genauso wie ihre Zwillinge, wobei eine davon ihre Tochter ist. Die Nase da drüben hat die hier geschwängert!“

Der XO zeigte auf Helo, der nur kurz seine Hand erhob.

„Wir hatten einen Verdacht, aber nicht konkretes. Die hier gab es nicht auf unseren Schiff.“

Lee warf ihm eine Akte vor die Füße und schlug vor bei Gelegenheit die aktuelle Besatzung zu überprüfen. Wenn es in den Jahren keinen auswärtigen Zuwachs gab sollte er sich auf die ersten Seiten konzentrieren.

„Wir kamen sie hierher?“ wollte Sharon wissen und setzte sich sicherheitshalber in die Nähe ihres Mannes.

Paye nahm sich selbst etwas zu trinken und leerte die Flasche. Er genehmigte sich einen Schluck und musterte Sharon von unten nach oben.

„Steve, du hast Starbuck gehört. Sie ist Ok!“ redete Yuki ihm ins Gewissen.

„Entschuldigung, aber ich habe zuvor nie einen menschlichen Cylonen gesehen, jedenfalls nicht bewusst. Aber wenn der XO sagt dass sie Ok ist, werde ich es so hinnehmen. Sie haben ja nur unsere Kolonien ausgerottet. Ich schlage ihnen vor es unseren Leuten erst mal nicht zu sagen, ich kann für ihre Sicherheit nicht sorgen!“

Steve wendete seinen Blick von ihr und lehnte sich wieder zurück. Erneut wurden Erinnerungen wach und setzte seine Geschichte fort. Er konnte in seinen Kopf den Alarm hören und wie Hamilton den Start der Viper befahl.

„Wir waren nicht allzu weit gekommen als uns das erste Basisschiff stellen wollte……..“

Viper047
17-01-2008, 05:29 PM
Kapitel XXIII


Rückkehr eines Titanen ( Teil III )


Battlestar Chronos
Standort: Olympus Nebel
Auftrag: SAR

Der Alarm ertönte durch den gesamten Kampfstern. Männer und Frauen liefen wie wild durcheinander. Piloten stürzten förmlich in die Hangars des Battlestars und die Deckcrew fertigte im Akkord ihre Piloten ab. Nachdem die Chronos im Olympus Nebel an einem Depot ihren Fehlbestand ergänzte und die Station nahezu leer räumte, tauchte auf dem DRADIS ein cylonischer Träger auf und versuchte die Chronos zu stellen.
Steve brachte Yuki in den Briefingraum und forderte sie auf hier zu bleiben. Das kleine Mädchen weinte als Steve sie verließ, doch darauf konnte er keine Rücksicht nehmen.

Cmdr. Hamilton stand vor seinem Monitor und wartete bis die ersten Viper starteten. Die Crew hatte nicht einmal Zeit die Mk VII zu bewaffnen als die Cylonen auftauchten. Jetzt mussten sie umso schneller arbeiten wenn die Chronos nicht bei ihrem ersten scharfen Einsatz dasselbe Schicksal wie die anderen Kampfsterne erleiden sollte.

„Sir, kommen sie schnell!“ schrie der Taktikoffizier nach Hamilton.

„Was gibt es, Julian?“

Sein Taktikoffizier zeigte auf den Bildschirm. Ein Virus versuchte sich vom Navigationscomputer auf andere Systeme zu überspielen. Doch da die Systeme der Chronos noch nicht vernetzt waren, blieb der Virus stecken und konnte sich nicht weiterverbreiten. Lt. Julian Gennaro sagte dass der Virus auftauchte als die Cylonen ihren Angriff begannen. Der Träger schickte bisher nur zwei Jäger und verharrte an seiner Position.

„Können sie das System isolieren und auf ein sekundäres System gehen ohne den Virus mitzunehmen?

„10 Minuten, Sir!“

„Bis auf weiteres werden die Systeme der Chronos nicht vernetzt, bis wir herausgefunden haben wie die Cylonen uns einen Virus schicken konnten!“ befahl Hamilton und schickte seinen XO an die restlichen Computer.

Bosch prüfte hastig auf weitere Vorfälle als er den Atomwaffenalarm hörte.

„Gegenmaßnahmen, Julian!“ schrie Hamilton und befahl vorsichtshalber der Crew sich auf den Aufschlag vorzubereiten.

Gennaro rannte zu dem Elektronikoffizier, der die Rakete bereits erfasste. Der ECO leitete Gegenmaßnahmen ein um die Rakete vom Schiff abzulenken bevor die Point – Defense – Guns seinen Job übernehmen mussten.

Ein zweites Basisschiff tauchte auf dem DRADIS auf und bekam gleich den ersten Schlag der Chronos ab. Die abgelenkte Rakete kreuzte den Sprungpunkt des Basestar und traf ihn ohne Vorwarnung. Ein Augenblick nach seinem Auftauchen verschwand der cylonische Träger auch wieder vom Schirm.

„ Viper sind gestartet, Tim!“ meldete sein XO.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Lieutenant Greg Ricardo
Rufname: Ice
Viper 0196
Standort: Olympus Nebel
Auftrag: Abfangen und vernichten der cylonischen Bedrohung

Die Alpha Staffel wurde als erstes abgefertigt und von Ricardo geführt anstatt des CAG. Paye unterstütze auf der Chronos die Deckcrew und wollte seine Viper so schnell wie möglich draußen haben. Nachdem die Chronos die Rakete mit dem atomaren Sprengkopf ablenken konnte, startete der cylonische Träger seine Jäger. Die Cylonen hatten wohl nicht erwartet dass der Kampfstern sich wehrte und schickten nur zwei Jäger zur Übertragung des Virus. Doch nun wurde es für die Alpha Staffel der Chronos ernst. Eine Vielzahl von Jägern kam auf sie zu und sie waren hoffnungslos in der Unterzahl.

„Wir müssen solange aushalten bis Verstärkung eintrifft. Der CAG reißt sich für uns den Hintern auf, enttäuschen wir ihn nicht!“ befahl Ice und die Viper gingen in Angriffsformation.

„Was zur…..“

Ice schaute auf seine Instrumente. Jedes System zeigte Fehlfunktion an und fiel auf einmal aus. Er versuchte die Chronos vergeblich über Funk zu erreichen. Eine Erschütterung erschreckte ihn. Sein Flügelmann stieß mit seiner Viper zusammen. Auch der Rest der Alphastaffel schwebte unkontrolliert im Raum.
Neben ihm explodierte eine Viper, eine Rakete eines cylonischen Raiders hatte die Mk VII getroffen und vernichtet. Vor sich sah er mehrere weiße Kondensstreifen und Ricardo ahnte was auf seine Staffel zukam. Ein letztes Mal öffnete er das Medaillon mit dem Bild seiner Verlobten und gab ihr einen Kuss als seine Viper in Flammen aufging.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Battlestar Chronos
Standort: Olympus Nebel
Auftrag: CSAR

Colonel Bosch meldete seinem Commander das die gesamte Alphastaffel ohne eine einzige Gegenwehr vernichtet wurde und mehrer cylonische Jäger auf dem Weg zur Chronos waren.
Hamilton ging darauf kurz in sich und gedachte eine Sekunde an die Männer und Frauen.

„XO, der CAG soll auf gar keinen Fall weitere Jäger rausschicken. Ich gehe jede Wette ein dass die Feiglinge unsere Jäger mit dem Virus infiziert hatten. Wir tragen das Gefecht so aus!
Julian, vordere Geschütze auf den Träger, restliche Geschütze zur Nah und Fernverteidigung. Raketengeschütze fertig machen! ECO, elektronische Angriffs und Verteidigungsmaßnahmen einleiten! Gennaro, Abfangkurs - volle Gefechtsfahrt! Wenn die Toaster unbedingt eine Antwort haben wollen, dann wird ihnen die Chronos eine Antwort geben damit ihnen hören und sehen vergeht!“

Die Battlestar Chronos wendete und hielt auf den Träger zu. Dieser begann sofort den kolonialen Kampfstern mit Raketensalven einzudecken. Er wendete um sich der Waffenwirkung des Battlestars so früh wie möglich entziehen zu können.
Die Raider rechneten eher mit einer Flucht statt eines Angriffes und formierten sich neu. Erste Wellen griffen die Chronos an.

Die PDG’s zerstörten mit chirurgischer Genauigkeit die erste Welle der cylonischen Jäger. Flugabwehrgeschütze begrüßten schon die zweite Welle und schwächten sie sehr früh.
Die MEC Missile Launcher der Chronos schalteten auf grün, sie hatten ihr Ziel erfasst und waren bereit zum feuern.

„Reißt sie in Stücke!“ befahl Hamilton.

Daraufhin feuerten die vorderen Geschütze der Chronos auf den cylonischen Träger. Ihre tödlichen Geschosse erwischten das Basisschiff bevor es sich der Waffenwirkung entziehen konnte. Ohne den Cylonen eine Pause zu gönnen schlugen die Geschosse unermüdlich ein und trennten schließlich einen der Ausläufer des cylonischen Trägers ab. Explosionen kamen aus dem inneren des Schiffes und die Vernichtung nahm seinen Lauf. Der Titan zerriss den Cylonen quasi und zerstörte einen Großteil der Raider.

„Zwei weitere Schiffe auf 10 und 3, Sir!“

Es verging nur ein Augenblick nach der Meldung von Gennaro als die Chronos von den ersten Raketensalven erschüttert wurde. Funken schlugen und die Glastür zum CIC sprang auseinander.

„Linke Geschütze auf Intervall, rechte Geschütze auf Feuerstoß, Launcher auf den linken Träger, der kommt zuerst!“

Die Chronos wendete unter den Einschlägen der cylonischen Raketen und ging auf Abfangkurs zum näheren Träger.
Der ECO hatte alle Hände voll zu tun die Raketen von der Chronos abzulenken und war froh dass die PDG’s ihm einen Großteil der Arbeit abnahm.
Der Battlestar näherte sich dem cylonischen Schiff mit voller Fahrt während der andere Träger versuchte die Chronos abzudrängen. Doch er kam viel zu spät. Zwei weitere Einschläge erschütterten den Bug des Kampfsterns als die Missile Launcher in Schussweite waren.
Die Geschütze feuerten ihre tödliche Fracht auf den Träger und binnen wenigen Sekunden explodierte das Basisschiff nach wenigen Direkttreffern auf dessen Mittelachse.

„Gennaro, Position 546 Karom 112, vordere Geschütze auf den ******* – rechte Geschütze auf Intervall.“

Die Chronos wendete scharf, trotz ihrer Größe war sie blitzschnell in idealer Schussposition.
Die PDG’s hatten die Nahverteidigung voll im Griff und die Flugabwehrgeschütze ließen den übrigen Jägern keine Chance mehr. Viele helle Lichter umgaben die Chronos. Das Flakfeld war aufgrund ihrer hohen Geschützanzahl nahezu undurchdringlich. Sie musste zwar einstecken, doch konnte die Chronos die wenigen Treffer sehr gut verkraften.
Auch der letzte Träger bekam die Feuergewalt des Titanen zu spüren und beschädigte ihn schwer. Das Basisschiff versuchte per Notsprung seiner Vernichtung zu entkommen, aber tauchte regungslos auf der Backbordseite der Chronos wieder auf.

„Wir haben wohl ihren FTL erwischt, Tim!“

„XO, gib ihnen den Rest!“

Colonel Bosch befahl ein letztes Mal zu feuern. Die Chronos wendete in Schussposition und zerstörte den Träger. Auf dem DRADIS tauchten mehrere kleinere Schiffe auf. Sie entfernten sich vom zerstörten Träger und der Chronos.

„Keine Überlebende!“

Der XO verstand und schickte wieder, trotz der Gefahr durch das Virus, weitere Viper raus. Der CAG führte sie diesmal persönlich. Über Funk hörten sie mit das es sich wahrscheinlich um Rettungsschiffe handelte. Die Viper zerstörten die Schiffe und kehrten anschließend zur Chronos zurück.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Stingray befahl nach seiner Landung die Schiffe gegen solche Angriffe immun zu machen. Er wollte auf gar keinen Fall weitere Piloten auf diese Weise verlieren, und wenn die Crew die Systeme voneinander trennen müssen.

In der Nähe des Briefingraumes sah er einen Menschenauflauf und ahnte nichts Gutes. Chief Erickson meldete das beim Angriff einer der Träger sich löste und die Decke einstürzte.

„Nein, Yuki!“

„Sir?“

„Yuki ist da drin!“

Der Chief beorderte sofort einige seiner Leute her. Er war davon ausgegangen das der Raum leer war. Doch Steve sagte ihm dass er die kleine Yuki dort absetzte bevor er zu seinen Leuten ging. Fieberhaft räumten sie den Schutt aus dem Weg und riefen nach dem Mädchen.
Nach ca. einer halben Stunde traf auch Cmdr. Hamilton und half mit. Colonel Bosch hatte das Kommando übernommen und sprang mit der Chronos aus dem kolonialen Raum. Zwei weitere Stunden vergingen und die Männer und Frauen kamen nur langsam voran.
Einer der Crew hielt mit der Taschenlampe rein und sah das heidenlose Chaos darin.

„CAG, wenn sie da drin war, kann sie es unmöglich überlebt haben!“ sagte ihm der Specialist.

Paye wollte es erst glauben wenn er die Leiche des Mädchens in seinen Händen hielt, aber soweit wollte er nicht denken und räumte weiter schwere Brocken raus.

„Stingray!“

Steve drehte sich um. Abbey stand hinter den Leuten und hielt ein kleines Mädchen im Arm.

„Sie war in der Viper. Das Cockpit fiel wahrscheinlich zu und wir hörten vorhin ein leises Jammern aus der Maschine. Sie muss sich wohl während des Kampfes darin versteckt haben.“

Steve eilte zu Abbey und nahm ihr das weinende Mädchen ab. Er drückte sie fest an sich.

„Bei den Göttern, bin ich froh dass du so ein kleiner Sturkopf bist!“



„Yuki hielt die ganze Zeit die Besatzung auf Trab. Sie ist bis heute ein Sturkopf geblieben. Wir feierten später ihren 5. Geburtstag und machten sie zu einer von uns, wir waren nun ihre Familie. Hamilton sprang jenseits der Red Line. Wir wussten dass wir auch nichts mehr ausrichten konnten. Jeglicher Kontakt zur Flotte blieb ergebnislos. Wir hatten zum Glück Nahrung und Wasser für mehrere Jahre an Bord. Nach wenigen Wochen folgte uns ein Verband. Sie dachten die Chronos wäre leichte Beute und wir drehten den Spieß um. Hamilton und Bosch schlossen das Handbuch für Taktik und zogen sämtliche Register des Guerillakampfs. Am Anfang folgten uns 6 Basisschiffe. In 5 Monaten reduzierten wir die *******e auf einen cylonischen Träger. Wir stellten ihnen eine Falle nach der anderen. Dabei verlor ich 40 Viper. Den letzten Träger verfolgten wir. Er führte uns in einen öden Sektor. Dort fanden unsere Raptor ein rundes Objekt. Wir waren uns sicher, die kommen hierher!“
-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Battlestar Chronos
Standort: Unbekannter Sektor
Auftrag: Guerillakampf

Hamilton stand mit seinen Führungsoffizieren am Lagetisch und wertete die Fotos der Aufklärer aus. Der CAG stellte verschiedene Modelle auf den Tisch und wartete bis der XO und der Commander mit den Überlegungen fertig waren.

„Ich so was noch nie gesehen, Tim. Was meinst du was das ist?“

„Ich kann es dir nicht sagen. Aber die Toaster haben sich in diesem Asteroidenfeld verkrümelt. Die Abstände zwischen den einzelnen Gesteinsbrocken sind groß genug für ihr Schiff. Die sind da nicht ohne Grund, die wollen den Spieß wieder umdrehen. Vielleicht ist das so was wie ein Durchgang für ihre Verstärkung und die warten bis wir auftauchen und machen uns anschließend fertig.“

Colonel Bosch schüttelte den Kopf und zeigte auf die Maße des Objekts.

„Glaub ich nicht. Verstärkung hätten sie schon in der Zwischenzeit rufen können. Ich denke dass ihr Kommunikationssystem ausgefallen ist. Das Ding hier ist zu klein für ein Basisschiff.

Timothy nahm sich einige Modelle des CAG’s und stellte sie auf. Er verglich die Aufstellung mit der Umgebung vor Ort und mit der Lage des cylonischen Kampfschiffes.
Nach wenigen Verschieben war ein Plan entstanden.

„Ok, das ist der Plan. Wir werden in der Nähe des Tores 4 Raptor positionieren. Sie mimen mit der Chronosbombe unseren Kampfstern. Der Träger wird glauben wir haben sie verpasst und kommt aus seinem Versteck. Was auch immer das ist, es wird sich endgültig herausstellen für was es gebaut wurde. Ein 5. Raptor wird sich in der Nähe der Chronosbombe positionieren und das Verhalten des Trägers beobachten. Er wird sicherlich sich an den großen Brocken entlang angeln um sich so spät wie möglich zu verraten. Der 5. Raptor wird zurückspringen, meldet die Bewegung und die Chronos wird zu seiner 10 Uhr Position springen. Wir erwischen ihn dann eiskalt wenn die Toaster den Köder schlucken.
CAG, ich will das die Babys bereits im Geburtskanal warten. Wenn ich ihnen das Zeichen gebe, starten die ersten Staffeln und radieren auch den Rest der verdammten Bande aus. Daddy wird sich derweil um den Träger kümmern und wir machen das wir am Ende so schnell wie möglich da weg kommen. Gefechtslandungen, meine Herren!“

Seine Offiziere verstanden den Befehl und kehrten zu ihren Stationen zurück. In den nächsten zwei Stunden sollte der Angriff beginnen und auch das letzte Schiff des Verfolgungsverbandes vernichten. In den letzten Wochen experimentierten der ECO und die Raptorcrews an einem Programm. Sie schafften es ein Radarbild der Chronos für einen kurzen Moment zu erschaffen. 4 Raptor nahmen dabei Positionen in der Länge der Chronos ein und starteten das Programm. Für die Cylonen sah es aus als wäre die Chronos gerade in ihren Sektor gesprungen und hätte anschließend elektronische Maßnahmen zur Radarstörung eingeschaltet. Die Cylonen sollten so aus ihrem Versteck gelockt werden und ihre Position preisgeben. Ein 5. Raptor sprang zurück zur Chronos und meldete die Positionen weiter. So konnte die Chronos sich gleich in ideale Schussposition bringen. Bisher funktionierte es nur bei Simulationen und hatte an diesem Tag ihre Feuertaufe.

Bosch schaute auf die Uhr. Der Taktikoffizier stellte sie auf 2 Stunden und startete auf Befehl des Commanders den Countdown.

----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Steve wies seine Piloten ein. Yuki verteilte an die Raptorcrews die Befehle des Commanders und machte sich auf ihre Weise nützlich.

„Die Chronos wird in diesen Bereich springen. Das wird eine schnelle Geburt und wir werden der Chronos die Jäger vom Hals halten. Wir erwarten die Toaster hier, am Ende des Asteroidenfeldes. Malloy wird mit seinen Raptor in der Nähe des Objekts solange warten bis sie den Befehl zum Abbruch bekommen. Auf Fragen, welches dieses runde Objekt betrifft, kann ich keine Antwort geben. Darum werden wir uns eventuell kümmern wenn die Toaster erledigt sind. Die Staffelführer und die Raptorcrews dürften mittlerweile von Red die Befehle in schriftlicher Form haben. Wenn ihr keine Fragen zum bevorstehenden Einsatz habt, bereitet eure Viper und Raptor vor. Einsatzbeginn in 60!“

Die Piloten verließen den Briefingraum. Chief Erickson kam anschließend mit ein paar seiner Leute herein und begutachtete kurz den „Neubau“. Stingray ging gedanklich ein letztes Mal die Lage noch einmal durch bevor er seinen Piloten folgte. Yuki setzte sich auf seinen Schoß um mitverfolgen was ihr „Stiefvater“ tat.

„Yuki, wie siehst du denn wieder aus? Wer hat dir Schokopudding gegeben?“

Steve holte ein Tuch hervor und wischte ihr den Mund und die Finger ab.

„Wo steckst du das alles nur hin? Ich habe dir schon mehr als einmal gesagt, iss mehr Obst. Die haben Vitamine und machen deine Zähne nicht kaputt!“

„Kann ich mit?“

Steve schaute ihr in die Augen und schüttelte den Kopf. Sie war zwar Dauergast beim Briefing oder im Hangar, aber hier konnte sie den Piloten nicht helfen.

„Nein, kleiner Schatz. Du gehst gleich nach Hause und wartest auf mich. Wir gehen gleich die bösen Toaster jagen und da haben kleine Mädchen nichts zu suchen.“

„Darf ich jetzt keinen Toast mehr essen?“

Steve musste lachen und fragte wie sie nun darauf kam.

„Ihr sagt das Toaster böse sind. Vielleicht wollen die nicht mehr Toast machen und sind dann nicht mehr böse. Vielleicht wollen die Schokoeis machen oder Vanilleeis! Wird das Radio dann auch irgendwann böse?“

Paye konnte sich das Grinsen nicht verkneifen und verunsicherte Yuki dadurch nur noch mehr.

„Nein, das Radio wird nicht böse – oder sonst irgendwas bei uns. Und wenn, dann rufst du mich oder einen der Marines. Der wird dem bösen Waffeleisen, Radio, Wecker oder was sonst böse wird, gehörig in den Allerwertesten treten.“

„Abbey sagt die treten die in den A…“

Steve hielt ihr den Mund zu und bereute es Yuki nur eine Minute bei ihr gelassen zu haben. Seit einiger Zeit beherrschte das kleine Ding Worte die für eine 5 jährige nicht üblich waren.

„Ich weiß was Abbey sagt. Und jetzt geh dir den Mund mit Seife auswaschen! Du gehst nach Hause und keinen Abstecher in die Küche, hast du mich verstanden, kleines Fräulein!“

Yuki lächelte und nickte. Sie nahm ihr Zeug auf und verabschiedete sich.

„Yuki, wieso sollte das Radio böse werden?“

„Weiß nicht!“ antwortete sie ihm und hob unschuldig die Schultern.

Als sie hinausging fiel etwas aus ihrem Rucksack. Stingray hob es auf und erkannte den Knopf seines Duschradios.

„Yuki!!!!!!“

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Sergeant Karlsen bereitete die Mahlzeiten für nach dem Kampf vor. Er musste sich beeilen, da er an einem Geschütz zugewiesen wurde.
Er behielt einen kurzen Augenblick den Eingang zur Küche nicht im Auge und schon schlich sich ein Eindringling ein.
Als der Sergeant seine Leute aus der Kantine schicken wollte hörte er seltsame Geräusche aus dem hinteren Bereich der Küche. Irgendjemand machte sich an seinem Inventar zu schaffen und der Kühlschrank ging mehrmals auf und zu.
Karlsen nahm sich ein Nudelholz und ging den Geräuschen nach. Auf seinem Weg fand er einen Teddybären auf einem Stuhl und ahnte wer der Eindringling in seiner Küche war.

Als er um die Ecke ging sah er wie Yuki Schokoladenpudding in einen seiner Toaster reintuen wollte. Im letzten Moment konnte er sie davon abhalten.

„Aber die wollen Eis machen!“

„Das wüsste ich kleine Dame. Das würden die mir rechtzeitig sagen!“

Der Sergeant verstaute das Zeug und drückte Yuki ein Vanilleeis in die Hand. Ohne ein schlechtes Gewissen zu haben nahm sie ihr Zeug und ging in ihr Quartier.

„Was war hier los?“ fragte einer der Piloten.

„Ey Leo, solltest du nicht im Hangar sein? Die Kleine wollte mit dem Toaster Eis machen. Morgen will sie sicherlich ein Karussell in den Hangar bauen.“

„Ja, ich bin auf den Weg. Tja, so sind Kinder eben. Ich habe hinten für euch das Licht ausgemacht. Musste noch mal!“

Karlsen bedankte sich beim Piloten und schickte alle raus. Er musste sich beeilen und seine Männer am Geschütz einteilen.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Hamilton und Bosch standen an ihrem Lagetisch und starrten auf die Monitore. Seit 10 Minuten waren die Raptor im Einsatz und sie hofften dass der cylonische Träger auf die Finte hereinfällt. Die Viper waren in den Startröhren und Einsatzbereit.

„Raptor 5, Sir!“

Der Raptor landete auf der Chronos und gab im gleichen Atemzug Koordinaten durch. Bosch empfing sie und trug sie auf der Karte ab.

„Die haben den Köder geschluckt, Sir!“

„Ich will die Chronos hier haben, XO!“

Hamilton zeigte auf eine Position auf der Karte. Bosch notierte sich schnell die Koordinaten und berechnete den Sprung selbst am FTL – Computer. Er zeigte wenige Augenblicke später mit dem Daumen nach oben. Der Sprung wurde daraufhin eingeleitet und der Battlestar zog in sein nächstes Gefecht.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Captain Steve Paye
Rufname: Stingray
Viper 1049
Standort: Unbekannter Sektor
Auftrag: Abfangen und vernichten der cylonischen Bedrohung

Kurz nach dem Eintreffen der Chronos starteten die Viper. Teile seiner Staffel geleiteten Combat - Raptor, die die cylonischen Jäger mit einem Raketenangriff überraschen sollten.
Es dauerte nicht lange und das Basisschiff durchschaute die Finte. Er startete ebenfalls seine Jäger. Die Chronos brachte sich schnell in Schussweite und eröffnete das Feuer.

Die Raider flogen den Viper entgegen als sie von einem Raketenteppich überrascht wurden. Die Formation platzte auf und der CAG gab den Angriffsbefehl.

„Macht sie fertig!“ gab er über Funk durch und hing sich an einen schweren Raider ran.

Er wusste was im Bauch dieses Cylonen war und drängte ihn in Richtung der Raptor. Eine zweite Gruppe wartete ohne Geleitschutz in der Nähe der Chronos um genau diese Jäger abzufangen. Sein Plan ging auch auf und die Raptor erledigten ihren Job vorbildlich.

Als er schwenken wollte explodierte sein Flügelmann neben ihm. Zwei Raider hatten sie ins Visier genommen. Steve drehte seine Maschine und schlug mehrere Haken.

„Viper 4, ich habe zwei Boogies an meinem Heck, ich bräuchte unbedingt eine helfende Hand!“

Abbey blickte zur Seite und sah ihren CAG samt Begleitung. Sie senkte die Geschwindigkeit und klemmte sich hinter die beiden Raider. Sie wusste wie sich Steve bewegen würde und brachte sich in Position. Nach zwei Linkskurven schwenkte Stingray seine Maschine nach rechts. Abbey gab mehrere Feuerstöße ab und vernichtete einen der Jäger. Sein Flügelmann konnte entkommen. Aber das Schicksal meinte es nicht gut mit dem Cylonen und er flog in die Waffenreichweite von Lt. Orloff. Ihre 30mm Kanonen zerstörten den Cylonen im Vorbeiflug.

Steve schaute sich um. Vor seinem Cockpit wurde es kurzzeitig hell und der cylonische Träger verschwand von seinem DRADIS.

Über Funk kam der Befehl auf der Chronos zu landen. Die restlichen Raider zogen sich zurück und flohen Richtung des runden Objekts.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Battlestar Chronos
Standort: Unbekannter Sektor
Auftrag: Guerillakampf

Auf der Chronos kam Freude auf. Mit wenigen Verlusten konnte auch der letzte cylonische Träger vernichtet werden. Hamilton und Bosch reichten sich die Hände und beglückwünschten jeweils den anderen.

„Geben sie Malloy den Befehl sie sollen zurückkehren!“

„Chronos! Bei den Gö……….“

Über Funk hörten sie kurzzeitig die Stimme von Lt. Malloy. Sie verstummte kurz danach. Auf dem DRADIS tauchte ein weiteres Schiff unbekannter Bauart auf. Die verbliebenen Piloten meldeten über Funk dass aus dem rundlichen Objekt ein eckiges Schiff auftauchte und mehrere Jäger entsendete. Raketen trafen die Raptor und einige Viper während des Landanfluges. Das Schiff begann sofort auf die Chronos zu feuern. Der Kampfstern wurde aufs heftigste durchgeschüttelt.

Überall auf dem Battlestar wurden Energieentladungen gemeldet. Auch auf der Brücke entluden sich Energiestöße und töteten Besatzungsmitglieder. Colonel Bosch traf er ebenfalls.
Hamilton kniete sich zu ihm und fühlte seinen Puls. Aber es war zu spät, das Herz schlug nicht mehr.

„Sir, schwere Schäden an den Systemen. Die Chronos lässt sich nicht mehr drosseln. Wir rasen auf das unbekannte Schiff zu!“ meldete sein Taktikoffizier.

„Vordere Geschütze auf das Schiff, pusten sie es mit dem Ding weg!“

Die schweren Geschütze feuerten auf das unbekannte Schiff während die Chronos unvermindert auf es zuraste. Die feindlichen Angreifer rechneten nicht mit einem starken Gegner und bezahlten einen hohen Preis dafür. Obwohl es über Schildtechnologie verfügte durchdrangen die Projektilgeschosse dieses mit Leichtigkeit. Die Raketengeschosse zerstörten das Schiff kurz vor einer Kollision der Schiffe.

„Ich hab sie!“ schrie sein ECO

„Schubumkehr, Lieutenant!“ befahl Hamilton.

Es war zu spät. Die Chronos tauchte in das Sprungfeld ein. Ihre Gondeln blieben an den Seiten hängen. Aber aufgrund ihrer Masse und Geschwindigkeit durchschlugen ihre Gondeln das Material des Objektes.

Eine Explosion erhellte den Raum und die Chronos war verschwunden.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Viper047
17-01-2008, 05:30 PM
Heute

Battlestar Galactica
Standort: Unbekannter Sektor
Auftrag: Schutz der Flotte


„Wir landeten auf einmal hier. Die Chronos hatte wie durch ein Wunder nur „Lackschäden“. Wir zerstörten beim Eintritt nicht nur ein Tor, sondern auch das auf dieser Seite. Aber die Chronos hatte schwere Schäden innerhalb des Schiffes. Fast alle Systeme waren ausgefallen. FTL, Navigation, Kommunikation – nahezu alles. Ionendisruptoren hatten der Chronos ziemlich den Rest gegeben. Ich frage mich warum sie nicht mit PIK’s oder Plasmawerfer schossen. Vielleicht wollten sie die Chronos an einem Stück. Mit letzter Kraft schaffte es der Kampfstern bis hierher. Wir manövrierten sie in das Wrackfeld und blieben schließlich hier.
Viele waren dem Kampf müde und einige hatten Familien gegründet. Tja, Männer und Frauen auf einem Kampfstern. Hamilton starb vor 5 Jahren. Er schlug Yuki als seinen Nachfolger vor. Sie hätten die Gesichter von uns sehen sollen. Aber sie hat es drauf – wie ihr Großvater. Sie hört auf uns Alte und macht einen guten Job. Sie wäre bestimmt ein guter Commander.“

Steve setzte sich mit Admiral Adama in einen Raptor. Starbuck flog schon mit Yuki vor um die Ankunft der kolonialen Flotte vorzubereiten.

„Ich weiß ihr Angebot zu schätzen, Admiral. Aber ich denke, trotz der Gefahr durch die Cylonen und Xenon, will der Großteil dennoch hier bleiben.“

Die Tür des Raptor wurde verschlossen und sie bekamen Starterlaubnis.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Piratenstation

Versteckt in einem Feld von alten Wracks war die Selbstzusammengebastelte Station der Piraten. Sie wurde aus alten Stations- und Schiffsteilen zusammengesetzt und war seither das Zuhause der gestrandeten Crew der Chronos. In den Jahren wurde vieles hinzugefügt. So gab es auch Bereiche wo man verschiedene Sachen anpflanzte oder Schlachtvieh hielt. Heute lebten ca. 1936 Menschen darin, davon waren 321 Kinder und Jugendliche.

Aus einem Quartier war ein lautes Lachen von zwei Frauen zu hören. Kara und Abbey „Stone“ Rodriguez hatten seit der Ankunft von Starbuck 2 Flaschen von Tyrols Alkohol „vernichtet“.

„Man Kara, du wirst alt! Wir…wir haben gera…de zwei Fl….Flaschen von diesem Zeug geleert – und du bist schon besoffen! Du lässt nach!“

Kara öffnete die 3 Flasche und schenkte den beiden Frauen nach.

„Ich bin so was von…..froh dich zu sehen. Ich dachte du wärst……“

Abbey begann zu heulen und Kara reichte der aufgelösten Stone ein Taschentuch.

„Brauchst nicht flennen, ich brauch dich noch um….die…..die….se Flasche zu killen. Lass us…….uns….Schwamm…..ne?“

Abbey und Kara stießen erneut an und tranken ihre Gläser auf Ex aus.

„Los, erzähl! Ich hab….dir..mein Leben breitgetreten. Jetzt will ich wissen was meine Kara so gemacht hat!“

Starbuck holte unter ihrer Uniform eine Kette hervor. Sie öffnete ein Medaillon und zeigte ihr ein kleines Foto. Abbey zog es an sich ran und Kara fast mit.

„Wer isn die Nase?“

„Ey, so redest du nicht….ü…bb..er meinen Sohn. Der wird es zu etwas bringen. Admiral oder Postbote, jedenfalls wird das schon!“

Abbey ließ das Medaillon wieder los. Kara schenkte den beiden betrunkenen Frauen erneut nach und sie stießen auf den jungen Thrace an.

„Der ist CAG auf der Gala…. Gala….Gala…., das Ding was da vorne parkt!“

Abbey lachte ihre Freundin aus und stellte mit Erheiterung fest – beide Frauen waren sturzbetrunken. Auf diese Erkenntnis stießen sie noch mal an.

„Und wenn hast du dafür foltern müssen?“

Kara lehnte sich zurück und grinste über beide Ohren.

„Kennst du noch Lee Adama?“

„Mir …..ja….war das nicht der……? Ah, jetzt weiß ich wen Yuku mit Lee meinte, der war das!“

„Yuki! Ich hab ihn flachgelegt und dabei kam der da….also……ich bin…wach…..und da war der da. Aber Pssst! Glaub seine Frau verträgt es nicht das jemand ihren Lee gevögelt hat. Die ist da auch auf diesem Schiff…..wo ich bin und guckt mich immer so böse an. Dabei macht der mich an!“

Ihre Freundin schenkte nach und bemerkte dass schon wieder die Hälfte der Flasche weg war.

„Auf Leelee Addamma!“

„Nur Leelee!“

Die Gläser waren nach dem Anstoßen zügig geleert und waren bereit wieder gefüllt zu werden.

„Und gibt’s….Sharon, oder?“

„Welche?“

Die Frauen starrten sich an und Abbey zeigte mit ihrem Finger auf ihre langjährige Freundin.

„Du weißt….wir hatten doch nur eine….die scharf auf den Dicken war!“

„Ja, also eine davon ist mit der Schwarte zusammen, der Rest verteilt sich auf die Crew. Ne, warte…..eine davon ist meine…Schwiegerin,…..Hera,….genau!

„Hä, Schwieger….du besoofffne Kuh meinst Schwägerin. Und dein Schiff heißt Galalilta!“

Lee Adama betrat das Quartier von Rodriguez und unterbrach die feuchte Unterhaltung der beiden Frauen.

„Ja, das isser…..mit dem hab ich den neben dran. Sehen die beiden nicht zu….knutschen aus? Kommt, setzen euch! Ich will euch die da vorstellen sobald mir der Name wieder einfällt!“

Kara schob einen Stuhl ran und deutete mit dem Finger darauf. Lee schickte den CAG weg und Kara reagierte darauf mit saurer Miene.

„XO, ich glaube der Befehl lautete die Ankunft vorzubereiten, nicht deinen Alkoholpegel in die Höhe zu treiben.“

„Ach so, treiben, bereiten – hörte für mich irgendwie….wie….selbes an!“

Der Admiral bat zwei seiner Marines herein, die den XO auf die Galactica zum ausnüchtern bringen sollten. Abbey verabschiedete sich von Starbuck und nahm die Flasche mit in den Besprechungsraum, wo Yuki mit den Ältesten sprach.

----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Abbey platzte mitten in die Besprechung und setzte sich auf ihren Platz. Der Rest ließ sich nicht beeindrucken und redeten weiter.

„Red, wir wissen das Angebot des Admirals zu schätzen. Aber das ist nicht mehr unser Kampf. Wir haben abgestimmt und der Großteil ist für einen Verbleib. Wir haben hier alles was wir brauchen. Weder Xenon noch Cylonen könnten uns aufspüren. Aber wir legen keinem einen Stein in den Weg der sich der Galactica und ihrer Flotte anschließen will.
Admiral, wir sind froh darüber das einige den Angriff überlebt hatten. Aber sie kommen über 25 Jahre zu spät. Wir haben Familien, die sicherlich nicht weg wollen. Auch wenn es für manch einen wie ein riesiger Schrotthaufen aussieht. Es ist unser Zuhause und der Krieg endete für uns als die Chronos hier strandete. Wir statten sie gerne mit Ressourcen aus, mehr können und wollen wir nicht tun.“

Admiral Adama bedankte sich trotzdem und besprach mit den Ältesten das weitere Vorgehen. Aus seinem Hinterkopf strich er die Chronos wieder und nahm alles was er kriegen konnte.
Währendessen nahm Stone aus der Tasche von Paye eine Akte hervor und blickte hinein.
Sie musste lachen als sie auf einer der Seiten Sharon erkannte und stieß ihren Nebenmann an.

„Ey, schau….Sharon Valarii…Valerii. Die kenn ich! Meine Freundin!“

Sie blätterte weiter und sah ein zweites bekanntes Gesicht.

„Guck, da issss…issst Leo, der sieht darauf ganz schön tot aus! Was isn das fürn Buch?“

Abbey betrachtete sich die Seite etwas genauer und konzentrierte sich.

„Witzig, der is ja tot! Was steht denn da? Leoben Co…….Cylonscher Age…….Bei den Göttern!!“

Das Glas fiel ihr aus der Hand und Abby schmiss die Akte auf den Boden.

„Dieser verfluchte Hund!“ fluchte sie und rannte raus.

Steve nahm die Akte auf und schaute was Stone so aufschrecken ließ.

„Verdammt! Wo ist Leo?“

Die Piraten folgten Abbey. Diese war kurz zuvor in der Waffenkammer und besorgte sich eine Pistole. Adama zeigte dem Gruppenführer der Marines den Cylonen und ließ die Soldaten ausschwärmen.

„Leo ist einer meiner Flügelmänner und für die Kommunikation zuständig. Er hat die Scanner entworfen. Wenn ich dieses Schwein erwische!“ gestand Steve Apollo während sie den Komplex durchsuchten.

Der Alarm mobilisierte den Rest der Piraten und Yuki teilte gleich die Suchtrupps ein.
Über Funk wurde ihr mitgeteilt dass er im Abflugbereich der Station gesichtet wurde.
Mehrere Piraten und Marines machten sich auf dem Weg dorthin.

Die Situation entspannte sich als sie an den Raptor der Galactica ankamen. Auf dem Boden saß Starbuck mit einem bewusstlosen Leoben.

„….und ich hab dir gesagt, schon auf Neu Caprica, dass zwischen uns kann nicht funktionieren. Wir sind zu unterschiedlich. Und ich habe jetzt ein Kind. Magst du Kinder?
Hey, wir haben uns nett unterhalten. Der wollte mir da so was in den Raptor schmuggeln.“

Kara zeigte auf Athena. Sie hielt einen kleinen grauen Kasten in der Hand und sagte dass es sich um einen cylonischen Hochleistungssender handelte.
Abby zückte ihre Waffe und hielt sie an den Kopf von Sharon.

„Die issn Cylon!“ sagte sie und spannte den Abzug.

Kara stand auf und quetschte sich zwischen Waffe und Athena.

„Hör zu, die issss meine Freundin. Du musst erst mich erschießen. Die gehört zu uns, wie die anderen Sharons und Heras an Bord der Galadingsda!“

Abbey nahm die Waffe runter und reichte Sharon die Hand.

„Wenn Kara sagt du bist cool, dann sagt Abbey auch cool! Cool?“

Athena nickte und gab ihr die Hand.

„Ey, ihr Nasen, wen auch nur einer meiner Freundin dumm kommt, kriegt es mit Starbuck zu tun. Das sind meine Toasterbabes, alle die wir da haben. Sind wir jetzt Freunde oder was?“

Kara gab Athena einen Kuss auf den Mund und meldete sich von Lee in den Raptor ab. Athena stand verdutzt da und wusste nicht wie sie hätte reagieren sollen. Starbuck formte aus ihrer Jacke ein Kissen und schloss die Augen.

„Hey, du hast was von Hochsendern gesagt!“ sprach Abbey Athena an und zeigte auf den grauen Kasten.

„Admiral, ich weiß nicht ob er mehrere davon angebracht hat oder sogar das Warnsystem als Sender funktioniert. Wenn die Galactica sie gefunden hat….“

„…dann finden uns auch die Cylonen!“ beendete einer der Ältesten den Satz von Captain Agathon.

Abbey sah zu wie Piraten und Marines des Cylonen wegschleppten. Paye sagte das sie es unter sich regeln würden. Athena gab ihnen den Hinweis dass der Cylon nach dem Tod sein Bewusstsein in einen anderen Körper überspielen konnte wenn ein Basisschiff in der Nähe sein sollte und er den Standort verraten konnte. Der ehemalige CAG der Chronos versprach dass Leo nicht sterben würde.

----------------------------------------------------------------------------------------------------------------


Die Führungsriege der Piraten besprach sich erneut und ca. 2 Stunden nach dem Vorfall kam Yuki mit dem Ergebnis zu Adama.

„So wie es aussieht ist der Krieg doch nicht vorbei, Admiral. Das Cylonen und Xenon nun aussehen wie wir hat alle ziemlich beunruhigt. Unter uns lebte seit Jahren einer von ihnen. Er aß, lachte und weinte mit uns.“

Yuki drückte Lee einige Papiere in die Hand. Er überflog sie nur ganz kurz um zu sehen was er damit anfangen konnte.

„Das ist der Schadenbericht, die Techniker vor Jahren anfertigte. Sie haben die Chronos kaltgestellt. Außen hat sie einige Panzerschäden, ist aber soweit intakt. 3 der 6 Unterlichttriebwerke sind defekt. Die Relais sind durchgeschmort. Ebenso sind die FTL Antriebe hinüber. Von den Systemen brauchen wir erst gar nicht zu reden. Ansonsten ist alles da. Munition, Werkstoffe für neue Viper, Viper, Raptor, Piloten und Marines….“

Während Red Dragon weitererzählte tauchten hinter ihr mehrere Männer und Frauen auf. Sie trugen alle ihre alten Kombis und befestigten sich an ihren Oberarmen ihre alten Geschwaderabzeichen.
Vor einer Waffenkammer traten Alte und Junge an. Aus alten Kisten holte der Verantwortliche Uniformen und Ausrüstungsgegenstände für die Marines heraus.

„Admiral!“

„Captain!“

„Ich habe vorhin erfahren dass es auf ihrem Schiff an Piloten und Marines mangelt. Auch ein paar Jungs für ihre Spezialeinheit wird dringend benötigt?“

„Da haben sie sich nicht verhört, Captain Paye!“

Steve stellte seine Stieftochter zur Seite.

„Achtung, Admiral an Deck!“

Die Piraten gingen ins Achtung und Captain Paye salutierte vor Admiral Adama.

„Admiral Adama, hiermit unterstelle ich ihnen die Crew der Battlestar Chronos und ich hoffe dass sie auf ihrem Weg hierher nicht alle Cylonen erledigt haben.“

„Es sind noch mehr als reichlich da.“

Paye und Adama gaben sich die Hand. Stingray drehte sich um und schaute in die Gesichter seiner Weggefährten.

„Wir haben einen neuen Chief, Admiral Lee Adama. Die Alten kennen noch Commander William Adama, das ist sein Sohn. Jeder seine Befehle wird so befolgt als kämen sie von mir oder Yuki. Dafür gibt er uns erneut die Gelegenheit Toaster zu grillen. Da draußen wartet eine ganze Flotte von Überlebenden aus den Kolonien. Wir hatten einst den Eid geschworen diese Menschen vor allen Gefahren zu verteidigen, heute fordert man diesen Eid ein. Und wir werden diesem Eid folgen. Wir werden der Galactica folgen, einer Legende der kolonialen Flotte die bis heute den Cylonen Paroli bietet. Aber die Flotte braucht erfahrene Piloten und Marines, sie brauchen uns! Ab dem heutigen Tage sind wir alle wieder im Dienst der kolonialen Flotte, unter dem Kommando von Admiral Lee Adama und der Battlestar Galactica. Mögen die Götter uns gnädig sein!“

Steve stellte sich wieder in die Reihen seiner Kameraden und ging ebenfalls ins Achtung. Lee blickte in die Gesichter seiner neuen Crewmitglieder.

„Das hoffen wir alle!“ sprach er aus und traf den Nerv der Chronoscrew.

„Das hoffen wir alle!“ sprachen sie ihm nach und Lee ließ sie wieder rühren.

Kara kam zu ihnen und hielt sich den Kopf.

„Was schreit ihr den so?“

„Ah, ist der XO auch endlich wach?“

Lee roch an ihr und schreckte zurück. Starbuck roch extrem nach Alkohol. Er übergab ihr den Schadensbericht und beorderte sie zurück zur Galactica.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Battlestar Galactica
Standort: Unbekannter Sektor
Auftrag: Schutz der Flotte

Kara duschte sich und zog frische Klamotten an. Über das CIC ließ sie Boomer ausrufen und zu ihr kommen.

„Eure Majestät hat mich rufen lassen?“

„Nicht so laut, Toasterbabe! Ich hab hier was für deinen Mann. Der Admiral hat ein neues Spielzeug und er erwartet ein Wunder- besser gesagt Lee befiehlt ein Wunder. Und dann kommst du nachher zu mir. Wir bekommen wahrscheinlich im Laufe der Zeit Besuch und wenn mein Kopf aufhört zu dröhnen hab ich eine Idee was wir mit Baltars Schiff anfangen können.“

Boomer wollte schon mit dem Blatt Papier gehen als Kara sie am Arm festhielt. Sie holte eine Tasche hervor, darin waren mehrere Akten und wünschte ihr viel Spaß ihren Mann zu überzeugen.

Sharon meldete sich mit lauter Stimme ab und verließ mit eiligen Schritten das CIC.
Starbuck reagierte zu langsam und ihr Fuß verfehlte um wenige Zentimeter Sharons Hinterteil.
-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Galen zog sich um und schlüpfte in einen seiner Arbeitsanzüge. Doc Paul ließ ihn wieder gehen. Er musste in regelmäßigen Abständen zur Untersuchung kommen und seine verbrannte Haut wurde wie ein schwerer Sonnenbrand behandelt. Sein Bein wurde mit einem Verband so stabilisiert das er leichte Tätigkeiten machen konnte.

Seine Frau schlich sich von hinten an und umarmte ihn. Tyrol zuckte zusammen und schrie vor Schmerz auf.

„Sharon, ich bin kein verdammter Teddy! Das mit dem Schmusen müssen wir in nächsten Tagen koordinieren.“

Boomer gab ihm einen Zettel in die Hand und sagte das Adama die Chronos mitnehmen will. Aber dafür erwartete er von Tyrol ein Wunder.
Chief Tyrol las sich den Bericht durch und meinte dass das Wunder schon geschehen sei.
Er packte seine Frau an der Uniform und zog sie mit in seinen Arbeitsbereich.
Dort kramte er in mehrere Schubladen und legte einige Ersatzteile auf den Tisch.

„Deren Chief wird wissen was damit zu tun ist. Wunder erfüllt, Chronos fliegt wieder!“

Master Chief Tyrol hörte wie etwas hinter seiner Frau aufriss und auf den Boden fielen mehrere Akten.

„Sharon, was ist das?“

Boomer wich langsam zurück und geriet in Erklärungsnot als sich ihr Mann einige Papiere ansah.

„Sharon, wann wolltest du mir das zeigen? Da sind fast alle Leitungen der Primärsysteme durchgeschmort, der FTL ist hin, 3 der 6 Unterlichttriebwerke streiken, und……Sharon?“

„Du machst das schon, Chief! Ich muss zum XO zurück, wir sehen uns nachher?“

Boomer wich langsam nach hinten zurück. Nachdem sie aus seiner Kammer war nahm sie die Füße in die Hand und rannte zurück ins CIC. Hinter ihr flogen mehrere Akten aus Tyrols Werkraum, gefolgt von einer sehr lauten Stimme.

„Sharon!!!!!!“

Viper047
17-01-2008, 05:31 PM
Kapitel XXIV


Waffenbrüder ( Teil 1 )



Battlestar Galactica
Standort: Unbekannter Sektor
Auftrag: Schutz der Flotte

Starbuck saß ungeduldig auf einem Bett in der Krankenstation. Die Vorhänge waren zugezogen und einzig allein die Stimmen waren zu vernehmen. Kara hatte seit einiger Zeit Beschwerden und klagte über Unwohlsein. Kurz vor den Angriffen der Cylonen und Xenon ließ sie sich von Doc Paul untersuchen und erwartete seit geraumer Zeit das Ergebnis.
Sie spielte an ihrem Untersuchungshemd und pfiff leise vor sich hin um die Langeweile zu vertreiben. Aus ihren Sachen, die neben ihr auf einem Stuhl lagen, kramte sie ihre Uhr hervor.
In ca.1 Stunde wollte sie auf die Chronos und nachsehen wie weit die Arbeiten waren.

Chief Tyrol arbeitete zusammen mit den Technikern der Chronos fieberhaft an der Wiederherstellung der Systeme. Der Battlestar hatte Glück dass die Flotte der Galactica genug Rohstoffe mit sich führte. Die Hexagon, ein argonisches Fabrikschiff, lieferte Kabelleitungen an die Chronos um die verschmorten Leitungen des Battlestars austauschen zu können.
Er und Sharon hatten in letzter Zeit etwas Funkstille, da sie ihm erst in letzter Minute offenbarte wie viel Arbeit es wirklich war.

Auf der Brücke koordinierte Dee die CAP’s der Galactica und die der Chronos. Sie kannten den Nebel wie ihre Westentasche und wussten wo sich welche Gefahren verbargen. Der Sektor war nicht nur die Heimat der Chronoscrew und Weltraumschrott, sondern auch vieler versteckter Asteroidenfelder, die sie in den Jahren auch unter schmerzhaften Ereignissen entdeckten. Um die Station herum setzten sie Navigationsbojen aus und statteten die Wracks mit Sensoren aus um sich besser bewegen und frühzeitig unerwünschten Besuch abfangen zu können.
Liyan flog, unter ständiger Bewachung von Marines, mit einer Raptorbesatzung die Grenzen des Nebels ab und verriet der Flotte die Standorte der Cylonen und Xenon. Kara erwartete in Kürze ein komplettes Bild der augenblicklichen Situation der Flotte. Ihren genauen Standort konnten sie aber nicht herausfinden ohne den Standort der Flotte zu verraten.

Der Vorhang ging auf und Karen Paul begrüßte ihre Patientin. Corporal Quantas zog den Vorhang wieder zu und kümmerte sich um die anderen Termine des Docs.
Doc Paul schlug die Patientenakte auf und Kara sah in ihrem Gesicht dass das Ergebnis nicht hervorragend sein konnte.

„Mach es nicht so spannend, Doc. Was ist es? Schnupfen, Wechseljahre, Schwangerschaft?“

„Waren sie schon mal früher beim Arzt wegen so etwas, XO?“

Kara schüttelte den Kopf und Doc Paul war von dieser Antwort nicht überrascht.

„Ich finde es gut dass sie mit dem Rauchen aufgehört hatten…..“

„Als Mutter hat man schließlich eine Vorbildfunktion!“ redete ihr Kara mit einem Schmunzeln auf den Lippen dazwischen.

„……aber der Alkohol tat ihrer Leber nicht gut!“

Kara stand nach diesem Satz auf und zog sich wieder an. Für sie war das Gespräch nun beendet und war in Gedanken schon auf der Chronos.

„Also, dann hör ich mit dem Saufen einfach auf. Das wollten sie mir sicherlich sagen, Doc!
Kein Problem, steig ich eben um auf Wasser und andere Sprudelgetränke.“

„Setzen sie sich, XO!“ befahl ihr der Doc mit einem strengen Unterton.

Kara knöpfte ihre Hose zu und befolgte die ärztliche Anweisung. Karen zog einen Stuhl heran und setzte sich vor sie.

„Ich mache mir weniger um ihre Leber Gedanken, das ist nur ein Stück vom Ganzen, Kara. Wenn es nur die Leber wäre, wären sie sicher nicht hier, oder?“

Starbuck zog langsam ihre Jacke über. Sie wusste was Karen Paul ansprechen wollte und sie wusste dass sie es nicht mehr verdrängen konnte.

„Also, hat mich der Fluch der Thrace ebenfalls erwischt?“ fragte sie den Doc und wischte sich die ersten Tränen aus ihrem Gesicht.

„Es ist Krebs, Kara!“

Kara wurde ruhig und ging in sich. Sie knöpfte ihre Jacke langsam zu und versuchte mit der Situation fertig zu werden. In ihrer Familie starben besonders die Frauen keinen natürlichen Tod, sondern wurden vom Krebs getötet. Dabei spielte das Organ keine Rolle, die Frauen der Familie Thrace waren für jede Arte von Krebs anfällig.

„Wollen sie wissen welches Organ betroffen ist?“

Starbuck winkte ab und wollte es gar nicht erfahren. Sie stellte sich vor einen Spiegel, knöpfte den obersten Knopf zu und richtete ihre Uniform.

„Wie lange?“

„Wochen, vielleicht Monate, je nachdem wie schnell er voranschreitet. Warum sind sie nicht früher zum Arzt gegangen?“

„Danke, Doc!“

Ohne ein weiteres Wort zu verlieren verließ Starbuck die Krankenstation Richtung Hangar. Sie wollte sich in die Arbeit stürzen um auf andere Gedanken zu kommen.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Battlestar Chronos

Die Chiefs Tyrol und Erickson arbeiteten im Maschinenraum an den FTL - Triebwerken und schlossen die frisch verlegten Leitungen an. Weitere Techniker prüften den Energiefluss an den Unterlichtriebwerken und tauschten zerstörte Relais aus.
Auf dem ganzen Schiff arbeiteten die Menschen Tag und Nacht um dieses Mammutprojekt so schnell wie möglich auf die Beine zu stellen. Tyrol schöpfte dabei aus den vollen und nutze den Schrottplatz um der Station als Ersatzteillager. An manchen Tagen begann sogar er zu zweifeln ob die Chronos jemals wieder fliegen würde, doch schon einen Augenblick später war dieser Gedanke wieder verflogen.
Galen scheuchte die Techniker durch den ganzen Sektor auf der Suche nach Teilen, egal ob sie der Galactica oder Chronos angehörten. Tyrol wollte so schnellst wie möglich aus diesem Sektor heraus und das bisherige Glück nicht weiter herausfordern.

„Erickson, kann ich ihnen eine Frage stellen?“

„Schießen sie los, Tyrol!“

Galen kroch unter einer Leitung hervor und ließ sie von einem Specialist mit dem FTL 1 verknüpfen. Mit einem Tuch säuberte er sich die Hände und schnappte sich aus seiner Brotdose ein Sandwich. Die Chiefs setzten sich etwas abseits und genehmigten sich eine Pause.

„Dieser ganze Sektor ist voll mit Ersatzteilen. Mit etwas Improvisation hätten sie vor Jahren die Chronos wieder fit machen können.“

Erickson verstand die versteckte Frage und vertiefte sich in die Arbeitspapiere statt ihm zu antworten. Doch Galen blieb hartnäckig und bestand seinerseits auf eine Antwort.

„Ich kann ihnen darauf keine Antwort geben. Wir sind geblieben, so einfach ist es!“

„Aha, der mächtigste Kampfstern zog also den Schwanz ein!“

Erickson schmiss die Papiere auf den Boden und war mehr als empört über diese Aussage von Tyrol.

„Wollen sie mir etwas sagen, Chief? Dann nutzen sie jetzt die Gelegenheit oder halten sie ihre Fresse! Sie sind kein Deut besser gewesen, oder wie nennt man das wenn man seine Kameraden in Stich lässt und sich einfach verkrümelt?“

„Wir sind nicht einfach abgehauen und haben die Überlenden den Kolonien zurückgelassen. Und wir haben nicht angefangen unschuldige Menschen zu überfallen und auszurauben…..“

Erickson schlug Tyrol das Essen aus der Hand und zog ihn am Kragen hoch. Bevor Galen weiterreden konnte wollte Erickson ihm eine Tracht Prügel verpassen. Auch Chief Tyrol ballte die Fäuste als die Streithähne durch eine laute Stimme unterbrochen wurden.
Major Valerii suchte den Chief und konnte gerade so eine Schlägerei verhindern.

„Was soll das werden, meine Herren? Eine Neuauflage von Pegasus gegen Galactica? Schwingen sie ihre Hintern wieder an die Arbeit und bringen sie die Chronos zum Laufen, sonst vergesse ich mich noch und klatsche sie Beide an die Wand! Haben die beiden Herren das verstanden?“

Nur die Blicke der Männer alleine konnte den jeweilig anderen töten.

„Aber vorher geben sie sich die Hände, wir sind eine Flotte – egal was vorher war! Und ich will ein Entschuldigung hören…..wird’s bald!!“

Nur widerwillig reichten sich die Männer die Hände und entschuldigten sich bei ihrem Widersacher. Anschließend gingen sie getrennte Wege.

Sharon folgte ihrem Mann. Galen schickte den Specialist weg und machte alleine an der Energieleitung des FTL 1 weiter.

„Ich hätte ihn ungespitzt in den Boden gerammt. Er wusste genau dass ich Recht und er Unrecht hatte. Das sind Piraten und keine koloniale Soldaten. Was hat sich Lee dabei gedacht als er sie mit in die Flotte holte. Der alte Mann hätte sie ohne Vorwarnung weggesperrt, und dass wäre auch richtig gewesen. Die haben ihren Eid gebrochen! Das sind Verbrecher, keine Soldaten! Und dann hast du auch noch die Frechheit dich einzumischen. Du machst mir wohl gerne das Leben schwer!“

Tyrol rutschte vor Zorn mit dem Schraubenschlüssel ab und verletzte sich leicht an der Hand.
Seine Frau hatte ein kleines Lächeln auf de Lippen und kümmerte sich liebevoll um seine kleine Wunde. Sie öffnete seinen Anzug etwas und liebkoste ihn am Hals.

„Sharon, das ist nicht der richtige Zeitpunkt. Ich bin verdammt sauer, und….“

„Ja, mein großer Bär ist sauer. Ich weiß was dich wieder runter bringt!“

Boomer zog sich ihre Jacke aus und streifte den oberen Teil des Arbeitsanzuges ihres Mannes ab.

„Sharon! Shar…….“

Galen drückte sie von sich, drehte sie blitzschnell an Rohre der Leitungen und ließ sich schließlich auf ihr Spiel ein.

„Wir haben 10 Minuten bis Jungs wiederkommen!“ flüsterte er ihr ins Ohr.

„Schön, dann hätten wir 8 Minuten zum kuscheln!“

Das Paar legte sich auf den Boden und genoss jeweils die Berührungen des Anderen.

Einige Minuten später öffnete sich die Luke zum Maschinenraum und eine zierliche Person kam herein. Das Ehepaar ließ sich nicht stören und fuhr mit ihrem Liebesspiel fort.

„Bei den Göttern, das sind Dinge die ich in meinem Leben nie sehen wollte!“ ertönte es auf einmal.

Vor Schreck griffen sich Galen und Sharon ihre Sachen und hielten sie vor sich.

„Aya, was machst du hier?“ fragte sie ihre Mutter

„Wie könnt ihr mir so was nur antun?“ fragte sie empört und verließ eiligst den Maschinenraum.

„Ja, wie konntest du ihr nur so was antun? fragte sie ihn lachend und verzog sich ebenfalls.

Galen blieb mit einem verstörten Gesichtsausdruck zurück und konnte soeben nicht ganz folgen. Währenddessen kam die Wartungscrew wieder rein und fanden den Chief mit entblößtem Oberkörper vor.

„Haben sie abgenommen, Chief?“ fragte ihn einer seiner Techniker scherzhaft.

„Halten sie die Schnauze und prüfen sie den Energietransfer zu FTL 2!“ befahl er ihm und richtete sich wieder her.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Battlestar Galactica
Standort: Unbekannter Sektor
Auftrag: Schutz der Flotte

Lee landete auf der Galactica und machte sich wie gewohnt auf den Weg zum CIC.
Seit der Ankunft der Flotte in diesem Sektor flog er mindestens 2-mal täglich auf die Colonial One um der Präsidentin Bericht zu erstatten. Dabei musste er sich jedes Mal anhören wie inkompetent er sei. Sie wollte so schnellst wie möglich weiter um den Cylonen und Xenon kein schmackhaftes Ziel zu bieten. Doch Adama und sein XO waren sich einig zuerst ein Lagebild zu verschaffen bevor sie den Nebel verlassen. Mit Hilfe des Cylonen Liyan flogen sie den Nebel ab und mit den Karten der „Piraten“ checkten sie die Ausgänge. Lee erwartete in Kürze einen Bericht seines XO’s um das weitere Vorgehen zu planen. Solange war das primäre Ziel die Chronos wieder zum laufen zu bringen.
Apollo bog um die Ecke als er beinahe mit Kara zusammenstieß.

„Hey Lee!“

„Kara!“

Lee und Kara standen sich wie zwei frisch verliebte Teenager gegenüber und ein Moment des Schweigens brach aus. Seitdem sie sich unter der Dusche näher gekommen waren änderte sich das Verhalten der Beiden. Sie versuchten so wenig wie möglich alleine in einem Raum zu sein, nur dienstliche Gespräche zu führen und vor allem nichts nach außen zu zeigen. Beide wollten nicht dass die Crew etwas mitbekam und die Gerüchteküche anfing zu brodeln.
Und Starbuck dachte vor allem an seine Familie. Dee sollte ihm auf keinen Fall das Leben zusätzlich schwerer machen.

„Ich gehe rüber auf die Chronos und schau mich mal um. Der Chief meinte dass er heute die FTL wieder zum Laufen brächte. Wie war dein Meeting mit der Alten?“

Kara fuhr sich durchs Haar und ging einen Schritt zurück als Mechaniker an ihnen vorbeigingen.

„Du kennst sie mittlerweile. Zuerst das Aktuelle, anschließend nette Beleidigungen und das wir bald unseren Hut nehmen können. Leider lässt sich der Rat von ihr nicht überzeugen. So ein Pech aber auch. Ich frage mich was wir ihr getan haben?“

„Also, ich weiß es. Wir sehen uns!“ antwortete sie mit einem genugtuenden Lächeln und ging zu ihrem Raptor.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Captain Sharon Agathon
Rufname: Athena
Raptor 402
Standort: Unbekannter Sektor
Auftrag: Aufklärung / Erkundung

Der Raptor der Galactica flog seit mehreren Stunden durch den Sektor und erkundete die Ausmaße des Nebels. Helo markierte auf seiner Karte die Ausgänge und feindliche Aktivitäten. Bisher hatten sie nichts Positives zu berichten. Es schien als würde sich die gesamte cylonische und xenon Flotte um den Nebel versammeln. Sie trafen auch auf Völkerschiffe. Doch mithilfe der Modifikationen am DRADIS seitens Liyan konnte sie schnell als Schläferschiffe enttarnt werden. Sie flogen noch einen Punkt an bevor sie zurück zur Galactica sprangen.

„Wohin muss ich, Helo?“

Karl machte letzte Bemerkungen auf der Karte und ging vor zu seiner Frau. Er setzte sich auf den Sitz des Co-Piloten und zeigte auf die Karte.

„Siehst du, in diesen Bereichen haben wir Probleme mit dem DRADIS, hier aber nicht. Das hatten wir schon mal in Nopileos Memorial, erinnerst du dich? In der Nähe der Asteroiden beim Eingangstor. Beim anderen Tor wiederum nicht. Ich denke da draußen ist irgendein Mineral, oder was auch immer, was die Sensoren des DRADIS beeinträchtigen. Ich habe vorhin sicherheitshalber das Gebiet gescannt. Eventuell finden die auf der Galactica heraus was es sein könnte.“

Athena schaute ihn desinteressiert an und schüttelte den Kopf.

„Siehst du, Liyan, und mit so was schlägst du dich die Jahre herum. Du stellst diesem Menschen eine direkte Frage und er erzählt dir sein halbes Leben. Dabei wollte ich nur den Kurs wissen. Den Rest hätte er mir auch danach erzählen können. Aber nein, erst sein Herz ausschütten. Auf Caprica war er mehr der stillere Typ. Es gibt Momente da vermisse ich richtig die Zeit wo er noch auf mich geschossen hat. Soll ich es dir aufschreiben oder willst du es eher in Zeichensprache – wohin, Helo? Ich will heute noch nach Hause!“

Karl zeigte ihr auf der Karte welchen Kurs sie einschlagen sollte und setzte sich wieder auf seinen Platz. Liyan versuchte ihr Grinsen unter Kontrolle zu halten. Seit einigen Stunden erzählte ihr Athena aus dem Nähkästchen der Familie Agathon und Helo kam dabei nicht ganz so gut weg.

„Sharon, werde ich es heute noch erleben dass du mich nicht wie einen Idioten hinstellst? Du kannst gerne wieder zu deinen Toasterfreunde zurück wenn dir meine Gesellschaft nicht passt!“

„Wir hätten nix dagegen, wir haben neue Modelle. Darunter einen mit herrlichen Sixpack!“

„Ich steh auf Sixpack, aber ich habe meinem Helo ziemlich lieb gewonnen in den letzten Jahren. Ich finde jeder Cylon sollte einen Menschen halten dürfen.“

„Schatz, kennst du schon die erschreckende Statistik wo Raptorpiloten auf Aufklärungsflügen aus Versehen von ihrem ECO erschossen wurden?“

„Ich dich doch auch, Helo!“

Der Raptor ruckelte und die Passagiere des Raptor 402 wurden leicht durchgeschüttelt. Helo wollte gerade fragen was in seine Frau gefahren sei als sie die Faust hob. Sie waren am Rand des Nebels angekommen und während der Unterhaltung blinkte das DRADIS des Raptors auf.

„Schatz, hol die Kamera raus und mach davon ein paar Aufnahmen!“ forderte Athena ihren ECO auf.

Liyan wollte nach vorne und sehen von was die Piloten eine Aufnahme machen wollten. Der Marine hob sie auf und begleitete sie nach vorne. Ihre Hände waren gefesselt, da der Admiral den Cylonen an Bord seines Schiffes nicht traute – selbst nicht der hilfsbereiten Liyan.
Vor dem Raptor tauchte eine riesige Flotte auf, bestehend aus cylonischen Basisschiffen und Xenon J und K. Aber ihre Aufmerksamkeit erregte ein riesiges Ungetüm inmitten der Flotte.
Es war ein riesiges, schwarzes Schiff. Ihrem Aufbau zufolge handelte es sich wahrscheinlich um ein Schiff der Xenon. Ein Teil der Flotte bewegte sich weg vom Raptor, darunter das riesige Schiff.
Helo machte ein paar Aufnahmen während Athena alles herunterfuhr was nicht unbedingt benötigt wurde. Sie wollten solange wie möglich unentdeckt bleiben.

„Bei den Göttern, was ist das?“ fragte sich Private Hanson.

„Das ist das Mutterschiff. Erbaut von Xenon und Cylonen. Das Herz der Flotte. Von hier begannen die Angriffe auf die anderen Völker.“ erzählte Liyan und nahm auf dem Sitz neben Athena Platz.

Sie beobachten wie die ersten Schiffe sprangen. Die kolonialen Soldaten erschraken als die Ausmaße des Mutterschiffes in voller Pracht zu sehen bekamen. 3 cylonische Schiffe begleiteten das Mutterschiff, die gerade mal 1/3 der Größe erreichten. Und dass war vorsichtig geschätzt. Helo wendete sich Liyan zu, da ihm seit Anfang der Flucht eine Frage auf der Zunge brannte und er nun jemanden hatte der sie gegebenenfalls beantworten konnte.

„Du sagtest vorhin von diesem Schiff gingen die Angriffe auf die Völker aus. Was ist mit ihnen geschehen? Ich meine, wo sind die Flotten der Teladi, Split, Boronen oder Paraniden? Zumindest die Split und Paraniden müssten irgendwo noch sein. Es kann nicht sein das wir auf der ganzen Reise kein einziges Völkerschiff getroffen haben. Oder zumindest die Kha’ak!“

Das Gesicht von Liyan wurde kreidebleich und ihre Augen gläsern. Sie schüttelte bloß den Kopf.

„Glaub mir, du willst es gar nicht wissen!“ antwortete sie ihm darauf.

Helo setze ein verschwitztes Lächeln auf und konnte den Worten von Liyan keinen rechten Glauben schenken. Er konnte nicht glauben das die Cylonen und Xenon sämtliche Völker überrannt hatten. Vor allem glaubte das nicht einmal sie die Stärke besäßen die Kha’ak zu besiegen.

„Kennst du die Geschichte der Erde?“ fragte sie Helo.

Karl verneinte und wusste nicht worauf sie hinauswollte.

„In unseren Archiven ist die Geschichte der Erde gespeichert, die wir aus den argonischen Archiven haben. Das 20.Jahrhundert war eines der dunkelsten Kapitel der Erdgeschichte. Im 2. Weltkrieg begann ein Volk, die man Nazis nannte, andere Völker systematisch auszurotten – ein Holocaust. Sie waren nach deren Meinung keines Lebens wert. Sie glaubten sogar sie wurden von Gott persönlich auf die höchste Stufe gestellt und waren seine Kinder.
Viel anders ist es nicht bei den Cylonen.
Unser Glaube ist in den letzten Jahren ziemlich radikal geworden. Die Kinder der Menschheit entscheiden wer des Lebens würdig ist. Das ist der Wille Gottes. Und die Cylonen haben entschieden. Und du kannst mir glauben das sie ihre Hausaufgaben gemacht haben – selbst über die Kha’ak. Und sie werden nicht ruhen bis diese Flotte ebenfalls vernichtet ist. Und bete zu deinen Göttern, wenn sie dich gefangen haben und nicht gleich töten, sondern zuerst in ein Internierungslager stecken, das du eines schnellen Todes stirbst.“

„Liyan, was ist mit den Völkern passiert, wo sind sie?“ fragte Helo nochmals nach.

„Der Wille Gottes!“ gab sie ihm als Antwort.

Die Cylonin wollte nicht mehr weiterreden und signalisierte ihrem Bewacher dass sie wieder in den hinteren Bereich des Raptors möchte. Athena nutze die Gelegenheit und flog ihren Raptor langsam zurück in den Nebel und sie sprangen anschließend zurück um der Galactica ihre Ergebnisse zu präsentieren.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Argonia City
Das von Cylonen und Xenon besetzte Argon Prime

Six und Baltar saßen auf der Veranda ihres Hauses und genossen die Morgensonne. Ein Cylon verabreichte Gaius ein Mittel gegen die Strahlung. Die Hauptstadt von Argon Prime wurde bei der Invasion nicht mit atomaren Waffen angegriffen, sondern durch Bodentruppen „bereinigt“. Dennoch wollte Six das ihr Geliebter gegen die Strahlung in anderen Gebieten von Argon Prime geschützt war.
Gaius schenkte ihr und sich Kaffee nach während Caprica Six weitere Berichte studierte.

„Sie sind in den äußeren Sektoren, Gaius. Aber unsere Sensoren können sie nicht erfassen. Sie müssen irgendwann wieder raus. Das M0 wird nach Nopileos Memorial verlegen, falls Adama doch noch ein Wunder gelingen sollte. Dann sind wir wenigsten vorbereitet.“
Baltar schmierte sich ein Brot und betrachtete seine schöne Geliebte beim Studium der Papiere.

„Warum lassen wir sie nicht einfach ziehen? Sie können eh nichts ausrichten und wir ersparen uns unnötigen Ärger. Vielleicht ist das der Plan Gottes, oder meinst du nicht?“

Nummer 6 legte die Papiere zur Seite und ging auf ihren Geliebten zu. Sie rückte ihn samt Stuhl zur Seite und nahm auf seinen Schoß platz. Ihre Hände öffneten seinen Morgenmantel und glitten über seine Brust während sie ihn leidenschaftlich küsste.

„Ich kann dir mindestens einen Grund nennen, warum wir sie nicht einfach so ziehen lassen können. Und dieser Grund heißt Sharon Valerii.“

„Aber widerspricht dies nicht deinem Glauben – egoistische Hassgefühle!“

„Mein geliebter Gaius, manchmal ist dein Geist für die großen Sachen einfach zu beschränkt!“ antwortete sie ihm darauf und streichelte durch sein Haar.

„Oh, danke schön. Schön aus deinem Munde zu hören das ich zu blöd für das Ganze bin. Das baut einen ungemein auf!“

Six strich etwas Marmelade auf eine Brotecke und fütterte ihren Geliebten anschließend damit. Als Nachtisch gab es einen zärtlichen Kuss seiner Six.

„Du musst über meine Rachegedanken hinweg sehen, Gaius. Du hast Recht das er gegen den Willen Gottes widerstrebt und nicht richtig ist….“

„Und menschlich vor allem!“ sprach er ihr dazwischen.

„Übertreibe es nicht, Gaius. Sharon hat Gott verraten und den Glauben mit Füssen getreten. Aber wenn ich Sharon bekomme, bekommen wir automatisch die gesamte Flotte.“

„Zuerst die verräterische 8, mit ihr die Galactica und mit der Galactica die gesamte Flotte!“

Six streifte sich und ihrem Geliebte den jeweils den Morgenmantel ab und lächelte ihm zu.

„Jetzt, Gaius – jetzt ist dein Geist wieder offen für das Große und Herrliche unter Gottes Gnaden.“

„Hast du eigentlich keine Angst dass uns jemand beobachten könnte?“

„Von uns kann man noch einiges lernen, Gaius!“

Six räumte die Papiere und Frühstück zur Seite und beugte sich über den Tisch, und genoss dabei jede Berührung ihres Geliebten.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Captain Sharon Agathon
Rufname: Athena
Raptor 402
Standort: Unbekannter Sektor
Auftrag: Aufklärung / Erkundung


Ohne sich auf der Ruhe bringen zu lassen versuchte Captain Karl Agathon die aktuelle Position des Raptors zu bestimmen, während aus dem Pilotensitz das Meckern immer lauter wurde.
Karl dachte den kürzesten Weg zur Flotte gefunden zu haben und gab die Koordinaten der Navigationsbojen durch. Der letzte Sprung sollte sie zurück zur Galactica bringen, doch der Raptor landete im Nirgendwo inmitten des Nebels. Zu allem Übel landete der Raptor in einem Gebiet wo das DRADIS nicht richtig funktionierte und Helo keine exakten Sprungkoordinaten ermitteln konnte. Dazu bräuchte er die letzte Position der Navigationsboje. Per Hand wollte er den letzten Sprung berechnen um manuell springen zu können.

„Dich kann man auch nichts heißen, Helo. Es ist eine Abkürzung, Schatz. Vertrau mir, Sharon – ich weiß was ich tue! Einen Dreck weiß du!
Wenn du mich nicht augenblicklich nach Hause bringst – Helo, ich schwöre dir – der Spruch „Scheiden tut weh“ wird eine ganz neue Bedeutung bekommen. Wenn ich eine Mutter gehabt hätte, die würde sicherlich sagen dass ich mir einen anderen hätte suchen sollen. Helo, du bist eine Katastrophe…..“

Karl atmete kurz durch und blickte zu Liyan. Sie verfolgte interessiert das Gemecker von Sharon.

„Sag mal, sind alle Nummer 8 so?“ fragte er neugierig.

„Ich nicht!“

„Dachte ich es mir. Aber wenigstens weiß ich jetzt nach welchen Kriterien ihr eure Schläfer aussucht.“

Liyan und er lächelten sich zu als Helo einen heftigen Schlag auf seine Schulter bekam.

„Du sollst nicht flirten, sondern die Galactica suchen – los!!“ befahl Athena ihrem ECO.

Private Hanson beobachtete derweil das Geschehen außerhalb des Raptors und bemerkte wie ein Schatten vor ihnen auftauchte und wieder verschwand. Nach einem Augenblick dass selbe Spiel noch mal. Er war sich sicher dass ihm seine Augen keinen Streich spielten und machte die Piloten auf seine Sichtung aufmerksam. Athena befahl sofortige Ruhe und fuhr die Systeme runter. Helo konnte aufgrund der Störungen nichts auf dem DRADIS erkennen.
Nach einer Weile tauchte der Schatten wieder auf. Doch diesmal verharrte er an seiner Position. Sharon bereitete sich in Gedanken darauf vor mit dem Raptor zu springen, auch wenn sie sonst wo raus kämen. Ein leises Rauschen ertönte über Funk und immer wieder hörten sie Laute. So plötzlich wie das Rauschen auftrat verschwand es auch wieder. Der Schatten vor dem Raptor verschwand und Sharon befahl ihrem Mann Koordinaten so nah wie möglich der Galactica oder der Station zu ermitteln. Sie wollte manuell springen und hatte keine Lust herauszufinden was es war.

„Raptor 402, hier Galactica Raptor 551, wenden sie links und folgen sie meiner Signatur. Kolonialer Code 457-2229-B2849. Geben sie diesen Schlüssel ein und bestätigen sie, Raptor 402.“
Helo gab die Kennung in seinen Computer ein. Als er das Ergebnis vor sich hatte, rief er seinen Piloten zu sich. Beide schauten sich verwirrt an.

„Raptor 551, diese Kennung ist ungültig! Entfernen sie sich von dieser Position oder wir sind gewillt Gegenmaßnahmen einzuleiten!“ antwortete Sharon über Funk.

Ihr Mann zerrte an ihr und fragte sie ob sie noch ganz bei Trost sei. Die Galactica war mindestens einen FTL Sprung weg und sie drohte dem Unbekannten mit Gewalt.

„Raptor 402, sie haben die Wahl. Entweder sie versauern inmitten dieser Einöde oder hängen sich an mir dran. Und Sharon, deine Drohungen sind genauso miserabel wie deine Landungen!“

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Battlestar Galactica
Standort: Unbekannter Sektor
Auftrag: Schutz der Flotte

Lee leistete ein paar Unterschriften und blickte nervös auf die Uhr. Er schickte 6 Raptor los um die Gegend zu erkunden und feindliche Verbände aufzuklären. Einzig 402 war überfällig.
Seine Frau brachte ihm weitere Papiere zur Unterschrift und Befehle für die nächsten Tage.

„Wie war das Meeting?“ fragte Dee ihren Mann

Der Blick war ihr Antwort genug. Er erzählte ihr fast täglich von den Meetings auf der Colonial One und wie sehr er sich Roslin zurückwünschte – obwohl sie sich auch nicht immer grün waren. Vor ihrem Tod hielt sie ihm des Öfteren vor das er Züge seines Vaters annehmen würde. Lee trennte strickt militärische und zivile Belange, aber mischte sich in die Entscheidungen der Präsidentin mit ein – wie einst sein Vater.

„Ist das der aktuelle Stand der Chronos?“

Apollo hielt einen Bericht hoch und zeigte auf einen Abschnitt am Ende des Schriftstückes.

„Ja, Tanaka will heute Abend einen Testlauf starten. Der Chief hat die Hexagon fast ausgeplündert. Den Rest hat er improvisiert – Tyrol eben! Das CIC hat wieder Energie. In den nächsten Tag kann die Produktion von Viper beginnen und hätten dann 3 Schiffe, mit der Chronos, für Schiffsbau. Die Sanctury und die Aeon werden nach der Freigabe von Tyrol die Chronos mit Treibstoff ergänzen. Die Nozov entlastet die Generatoren der Chronos und lädt einen Großteil des FTL Speichers auf.“

Admiral Adama unterschrieb die Papiere. Auf der Einsatztafel schaute er sich anschließend die Route des Raptor 402 an und verglich sie mit der Karte der Chronoscrew.

„Dee, wenn sie in einer Stunde nicht zurück sind – schick Suchmannschaften los. Sie sollen den Raptor suchen und versetze die Flotte in Alarmbereitschaft.“

Anastasia verstand den Befehl. Im CIC klingelte der Hörer an der Kommunikationsstation. Lt. Ho meldete dem Admiral das vor seinem Quartier die koloniale Genetikerin Reljia Porter wartete und mit ihm sprechen wollte.
Lee übergab Dee das Kommando und ging zu seinem Quartier.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Viper047
17-01-2008, 05:32 PM
Karen Paul machte letzte Notizen in ihrer Patientenakte und unterschrieb schnell ein Papier. Sie drückte es einer Schwester in die Hand mit dem weiteren Befehl eine Notiz für den Admiral und den CAG zu schreiben.

„Tja, Lieutenant – hiermit entziehe ich ihnen offiziell die Flugerlaubnis. Spätestens heute Abend werden der CAG und Admiral Adama mein Memo haben. Wenn sie wollen überweise ich sie auf die Excelsior und da können sie Beide erfahren was es wird.“

Hera verneinte und streichelt sich voller Vorfreude über den Bauch.

„Es wird ein Mädchen!“

„Woher wollen sie das wissen, Lieutenant?“

„Ich weiß es, Doc – ich bin mir da ganz sicher. Es ist ein Mädchen. Der CAG wollte immer einen Jungen, aber damit muss er sich nun mal zufrieden geben.“

Karen entließ ihren Patienten und war froh nach Hera etwas Luft zu haben. Miracle wollte den Admiral aufsuchen und nach einer anderen Beschäftigung bis zur Geburt fragen.


-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Unterwegs zu seinem Quartier traf Lee Kara, sie war ebenfalls auf dem Weg zu ihm. Starbuck kam frisch von der Chronos und wollte ihm die Fortschritte melden.

„Tyrol ist ein Wunder in Improvisation. Der hat es tatsächlich geschafft die Energieversorgung auf dem Schiff wiederherzustellen. Er sagte deutlich dass die Chronos Glück hatte und er im Endeffekt nur die Leitungen und verschmorte Relais ersetzen musste. Jedenfalls war ich so frei und gab, in deinem Namen natürlich, den Weg frei für Betankung und Aufladen der Speicher. Paye überwacht das aufmunitionieren der Geschütze und der CAG weißt Yuki als CAG ein. Die Berichte der CAP’s lege ich dir als Gutenachtlektüre auf deinen Schreibtisch.“

„In meinem Namen? Also hätte ich dir niemals meine Kreditkarte in die Hand geben dürfen, sonst wärst du in meinen Namen einkaufen gewesen!“

„Schatz, du hättest mich niemals leisten können. Ich habe gewissen Ansprüche!“

„Ansprüche, hört, hört!“ feixte Lee.

Professor Porter wartete aufgeregt vor seiner Tür und folgte beiden in dessen Quartier.

Kara schenkte sich Teewasser ein und setzte sich auf die Couch. Lee beobachtete argwöhnisch das Verhalten seines XO’s.

„Starbuck, keinen Whisky um diese Zeit? Bist du krank?“

„Kann man sich nicht einmal einen Tee machen ohne gleich verhört zu werden. Ich als Mutter habe gegenüber meinem Sohn eine Vorbildfunktion. Das solltest du dir mal durch den Kopf gehen lassen, Lee!“

Lee Adama hob abwehrend die Hände und setzte sich auf seinen Sessel. Vor ihm lagen schon die Berichte der CAP’s. Bei einem Blick zu seinem XO hinüber zwinkerte Kara ihm zu und hatte ein breites Grinsen auf dem Gesicht.

„Genieß du deinen Tee – die hier wirst du beackern, Fräulein!“

Kara zeigte ihm den Vogel und breitete sich auf der Couch aus als würde sie in diesem Quartier wohnen.
Lee wendete sich darauf Professor Porter zu und war neugierig darauf was es so dringendes gab. Reljia stellte ihm eine kleine Ampulle auf den Tisch und schob es ihm rüber.
Apollo nahm es in die Hand und las auf dem Etikett den Begriff „Exodus“.

„Erinnern sie sich noch an die Kältekammer, Admiral. Das ist es. Mein Kollege und ich haben den genetischen Ur-Code geknackt. Ich will ihnen sagen dass es Zufall war – so ehrlich muss ich sein. Aber wir haben ihn. Den Grundcode aller Cylonen. Das Beste daran ist – sie verwendeten diesen ebenfalls für die menschlichen Versionen der Xenon. Dieser Virus greift genau diese Basisinformation an und zerstört ihn von innen heraus. Es gibt kein Gegenmittel und ist absolut tödlich. Für den Menschen birgt er keine Gefahr.“

Kara stand auf und verschloss die Tür des Quartiers. Sie ging an den Tisch des Admirals und nach die Ampulle in ihre Hand.

„Aber ich habe meine Bedenken, Admiral!“

„Und die wären?“ fragte sie der XO.

„Nun ja, er wird zweifelsohne jeden Cylonen und Xenon töten. Nicht nur das dadurch kurz oder lang zwei Völker ausgelöscht werden – es beträfe auch ihre Kameraden. Diese beiden Nummer 8 und ihre Kinder. Wenn sie auch nur in die Nähe eines Infizierten kämen, war es das. Sie wären binnen weniger Stunden tot….“

Während Professor Porter weitererzählte schreckte Lee kurzeitig auf. Er spürte eine Hand auf seiner linken Schulter und blickte unauffällig nach Links.

„Was überlegst du noch, mein Sohn? Wir hatten einst die Chance und diesmal sollten wir sie auch nutzen. Und diesmal richtig!“ redete ihm sein Vater ins Gewissen.

„Erst wenn alle Risiken für unsere Cylonen erörtert wurden Oder willst du das ich Boomer, Athena oder sogar die Frau deines Enkels töte?“

„Hast du was gesagt, Lee?“ fragte Kara nach.

Lee schüttelte den Kopf und ging an das Bücherregal. Er tat so als würde er überlegen. Kara erörterte derweil die Einsatzmöglichkeiten mit Professor Porter, die erhebliche Gedenken hatte.

„Es gibt Zeiten da darf ein Kommandeur nicht zögern wenn er einen strategischen Vorteil erlangt. Und du zögerst, Lee! Und durch dein Zögern kann unnötiges Blut vergossen werden. Ich sag dir, nimm diese Gelegenheit wahr und beende die Flucht ein für alle mal. Die Cylonen würden keine Sekunde zögern und solche Mittel gegen dich einsetzen. Warum gibst du einen solchen Auftrag wenn du es nicht nutzen willst?“

Mit eisigen Blicken starrten sich Vater und Sohn an.

„Es ist eine Option, Vater. Ich bin nicht wie du, der mit einer Panzerfaust auf eine Fliege schießen würde!“

„Es würde dir auf gar keinen Fall schaden wenn du etwas mehr von mir gelernt hättest, Lee!“

„Was willst damit andeuten?“

„Zum Beispiel würde ich gerne wissen was du mit den Meuterern von der Chronos machst.
Sie haben gegen die obersten Gesetzte der kolonialen Flotte verstoßen. Und für Piraterie steht der Tod!“

Lee schlug laut gegen das Regal, so dass beide Frauen aufschreckten. Er entschuldigte sich und sagte dass ein Buch sonst raus gefallen wäre. Er würde noch etwas suchen und wieder zu den Frauen stoßen.

„Sie hatten ihre Gründe, Vater – die ich nachvollziehen kann. Ich bin nicht du und das ist auch gut so. Ich brauche dich nicht, dieses Schiff oder die Flotte braucht dich nicht. Und sie brauchen deine Ratschläge nicht. Warum nimmst du nicht deine Sachen und verschwindest endlich im Jenseits anstatt mir Befehle zu erteilen. Was anderes machst du nicht. Ich werde noch einige Cylonen töten – aber auf meine Weise. Ich bin der Admiral, ich habe das sagen und nicht du!“

Lee holte irgendetwas aus dem Regal heraus und setzte sich wieder zu den Frauen. Wie von Geisterhand drehte sein Sessel nach links. Ein wütender William Adama stand vor ihm und blickte ihm mit einem beängstigenden Blick an.

„Dann verhalte dich wie auch ein Admiral, Lee Adama! Erinnere dich zurück an Argon Prime, wenn ich dich nicht angestoßen hätte – wie lange wärst du mit der Galactica dort geblieben? Du bist ein guter Anführer, mein Sohn – aber wann triffst du auch einmal schwierige Entscheidungen?“

„Lee, alles in Ordnung? Hast du gefunden was du aus dem Regal wolltest?“

Lee drehte sich kreidebleich wieder zurück und griff nach der Teetasse seines XO.
Er wusste dass sein Vater auf irgendeine Weise Recht hatte. Zwar waren die Befehle der letzten Monate alles andere als einfach. Aber Entscheidungen, die sein Vater treffen musste hatte er bisher nicht. In Starbucks Händen war die Endlösung für die Flucht vor den Maschinen. Doch er musste dabei die Infizierung seiner Crewmitglieder in Kauf nehmen, im schlimmsten Fall. Und genau das schreckte ihn zurück.

„Professor, was sind die Bestandteile des Virus und welche Reichweite, Ansteckung, usw. hat er?“ fragte der Admiral nach.

„Es sind Nanobots, deren äußere Ummantelung den Stoffen aus dem Ragnarnebel ähnelt. Infizierung über fast jede direkte und indirekte Art die sie sich vorstellen können. Aber die Masse ist das entscheidende. Wir können nicht die Menge für einen großflächigen Angriff herstellen. Es müsste zentral platziert und aktiviert werden.“

„Also müsste jemand von uns sich unter die Cylonen mischen, und wie wird es aktiviert?“ kam als Frage von Starbuck nach.

„Es kann ferngesteuert aktiviert werden, aber ich weiß nicht welche Entfernung maximal ausreichend sind um gefahrlos diesen zu aktivieren. Und mein Kollege gibt zu bedenken dass er von Testzwecken abrät. Dieser Virus lässt sich nur einmal aktivieren und nicht mehr aufhalten.“

Lee lehnte sich in seinen Sessel zurück und blickte zu Seite. Er sah seinen Vater an der ihn erwartungsvoll ansah. Er hasste ihn momentan, da Lee genau wusste das sein Vater wieder einmal Recht behielt.

„Boomer oder Athena!“

„Moment Mal Lee, das steht überhaupt nicht fest. Du kannst nicht unsere Freunde darein schicken. Warte doch erst einmal ab, mir fällt sicherlich noch was ein!“ beschwerte sich Starbuck und versuchte ihrem Freund ins Gewissen zu reden. Sie wollte unter gar keinen Umständen eine ihrer Freundinnen dieser Gefahr aussetzen.

„Ich mache es, Lee. Ich weiß noch nicht wie, aber darum mache ich mir noch Gedanken. Gib mir einfach…..“

„Es wird Boomer sein, die Entscheidung steht, XO!“

Starbuck stand auf und verstand ihren Freund nicht. Ohne eine Regung zu zeigen, ohne andere Möglichkeiten zu besprechen, wählte er Boomer als Bauernopfer aus.

„Hey, Lee – ich bin dein XO, du muss das mit mir zuerst besprechen bevor wir unsere Leute opfern.“

„Einen Cylonen, XO – wir opfern einen Cylonen!“

„Weißt du was Lee, du bist ein verdammtes A********.“

Lee Adama blickte zur Seite und seinem Vater, der immer noch da stand ins Gesicht. Apollos Blick zeigte Trauer und Wut. Er hatte eine Entscheidung getroffen wie sie auch sein Vater entscheiden würde.

„Bist du nun zufrieden, Vater?“ fragte er ihn in Gedanken.

„Lee, solche Entscheidungen musste ich täglich treffen. Das ist die Bürde eines Commanders und erst Recht eines Admirals. Lerne damit zu leben oder mache Platz für jemanden der es kann!“

Lee schloss nur einen Augenblick seine Augen und als er sie wieder aufschlug war sein Vater wieder verschwunden. Starbuck lief in seinem Quartier auf und ab und stellte erbost die Entscheidung des Admirals in Frage.

„Kara, setz dich und halte deinen verdammten Mund. Wenn der alte Mann diese Entscheidung getroffen hätte wärst du freudestrahlend gefolgt. Und bei mir machst du so einen Aufstand?“

„Lee, das ist wirklich schlechter Zeitpunkt einen Vergleich zum alten Mann zu ziehen. Aber er hätte niemals einen seiner Leute unnötig in Gefahr gebracht. Und komm mir nicht mit Baltars Basisschiff. Das war ein Kinderspiel im Gegensatz dazu was du hier verlangst.“

Admiral Adama ließ seinen XO links liegen und wendete sich dem Professor zu.

„Also, es muss aktiviert werden. Dazu müssten wir ein Signal schicken, für das wir erst einmal eine maximale Entfernung ermitteln müsste. Es muss auf jeden Fall in einer Simulation getestet werden. Ich kann auf keinen Fall Boomer oder Athena diesen Auftrag erteilen. Und der Einzige der mir noch einfallen würde starb vor Jahren auf diesem Schiff!“

„Danke für die Blumen, aber ich helfe ihnen gerne ein Programm dafür zu entwerfen.“

Starbuck drehte sich um und ihr fiel förmlich die Kinnlade herunter als sie den Mann am Eingang sah.

„Bei den Göttern, ich sehe einen toten Menschen!“ stotterte Starbuck.

Kara stand auf und berührte die „Erscheinung“. Als sie feststellte dass er echt war fiel sie ihm um den Hals. Karl und Sharon betraten ebenfalls das Quartier und meldeten sich mit Verspätung zurück.
Kara und ihr alter Bekannter lösten sich und er ging auf Admiral Adama zu. Der Mann blickte zur Seite und erkannte ein weiteres bekanntes Gesicht. Er lächelte kurz und nickte diesem zu.

„Ich wusste das er immer noch hier ist, Sir. Ich wartete seit einigen Wochen und meinte Yuki hätte unseren Standort durchgegeben. Sir, wenn sie nichts dagegen haben würde ich den Dienst wieder aufnehmen und mit der Arbeit sofort beginnen. Vorausgesetzt sie haben nichts dagegen, Admiral Adama.“

Lee zögerte noch kurz und fragte sich ob er träumte.

„Sie sagten Wir!“

Der Mann lächelte und nickte.

„Nopileos Memorial ist nicht weit weg, Sir. Es sind genau 3 Sektoren, die bestimmt jetzt voll mit Cylonen und Xenon sind. Es waren nicht alle gestorben nur weil nicht alle der Flotte gefolgt waren. “

„Und mein Vater?“ wollte Lee unter Tränen von ihm wissen.

„Er starb auf der Galactica, Sir. Der Rest ist nach der Zerstörung des Basisschiffes mit Colonel Tigh von Bord. Wir sind in die Entgegengesetzte Richtung geflohen. Aber können wir das nicht ein andermal besprechen? Es warten ca. 100 Leute mit gepackten Sachen und für den Anfang haben wir ihnen einen Raptor samt Besatzung zurückgebracht. Und die Positionen der 6 Tore zum Ausgang aus diesem Universum.“

Der Mann zeigte auf Sharon und Karl, die sich gegenseitig mit dem Zeigefinger „anklagten“.

„Wie sieht es aus, Sir?“ fragte er noch mal nach.

Lee reichte ihm die Hand begrüßte ihn zurück an Bord der Galactica.

„Willkommen zurück an Bord der Galactica, Mr. Gaeta!“

„Ich mach uns erst mal einen Tee um diese angespannte und emotionale Stimmung zu verarbeiten. Dieser Nebel verbirgt mir zu viele Überraschungen. Was kommt denn als nächstes – die Auferstehung der Pegasus?“ frage sich Starbuck und setzte sich erneut Wasser auf.

In gleichen Augenblick kam Hera herein und fiel Kara wie Lee um den Hals und knutschte sie förmlich ab.

„Na, wie fühlt man sich als werdende Großeltern?“ fragte sie mit einem über beide Ohren reichenden Lächeln.

„Lee, wo hast du deinen guten Whiskey versteckt? Ich brauch jetzt unbedingt einen Schluck!“ meinte Starbuck zu ihrem langjährigen Freund und schaltete den Wasserkocher wieder aus.

„Schreibtisch, linke Tür. Und hol zwei Gläser raus – nein, die ganze Flasche!“ fügte Apollo hinzu.

Athena und ihr Mann entschieden sich das Quartier zu verlassen und vorzeitig in den Dienstschluss zu gehen.

Viper047
17-01-2008, 05:34 PM
Kapitel XXV

Waffenbrüder ( Teil 2 )


Battlestar Galactica
Standort: Unbekannter Sektor
Auftrag: Schutz der Flotte

Dampf des warmen Wassers stieg empor und beschlug den Spiegel. Ein Mann, ende der Vierziger, wischte mit der Hand einmal quer über den Spiegel um sein Spiegelbild sehen zu können. Er führte seine Rasierklinge ein letztes Mal über seine Wangen und kontrollierte anschließend seine Rasur. Er schaute sich einen Moment lang still an. Seine Haare hatten schon graue Ansätze, die Uniform zwickte an manchen Stellen. Falten an seiner Stirn zeichneten sich ab und gaben sein ungefähres Alter Preis. Ein Blick auf die Uhr zeigte ihm dass er gut in der Zeit lag, er würde pünktlich seinen Dienst antreten – wie viele Jahre zuvor auch.
Er packte seine Wäschebeutel und knöpfte sich den obersten Knopf seiner Uniform zu. Mit zwei Fingern fuhr er über seinen Kragenspiegel und lächelte kurz. Er trug nun den Dienstgrad eines Captains, dabei war er gerade einmal ein paar Stunden an Bord der Galactica.
Als letzte Maßnahme steckte er sich sein Namensschild an und polierte es kurz nach. Im Spiegel kontrollierte er nochmals den korrekten Sitz seiner Uniform und des Namensschilds.
Ein Schmunzeln überkam ihm als er den Dienstgrad und seinen Namen zusammen in Gedanken aussprach – Captain Felix Gaeta. Ein letzter Blick auf die Uhr und er machte sich auf dem Weg ins CIC um nach über 25 Jahren wieder seinen Dienst an Bord der Battlestar Galactica aufzunehmen.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Kara ging hinunter in den Hangarbereich um die Abfertigung von Gaeta’s Mitreisenden zu überprüfen. Er händigte Lee eine Liste mit Namen und Herkunft aus. Von den 100 Menschen waren ca. 20 ehemalige Angehörige des Kampfsterns. Der Rest teilte sich auf in Familienangehörige und Flüchtlinge.

Felix Gaeta floh vor über 25 Jahren mit den letzten Crewmitglieder. Aus Versehen flogen sie in die Entgegengesetzte Richtung der Flotte und suchten sie daher vergeblich. Auf eigene Faust durchflogen sie weitere Tore und durchquerten größere Sektoren. Irgendwann erreichten sie den Nebel wo auch die Crew der Chronos strandete. Commander Hamilton fand die kleine Flüchtlingsflotte und führte sie auf die andere Seite des Nebels. Er bot ihnen an bei der Chronos bleiben zu können, doch Colonel Tigh entschied weiterzufliegen und die Flotte zu erreichen. Leider verloren sie die Spur zur Flotte ganz und ließen sich schließlich auf einer Handelstation in Omikron Lyrae nieder. Von dort trennten sich die Wege der letzten Überlebenden. Saul Tigh starb 2 Jahre später und Felix Gaeta flog mit seiner Familie nach Argon Prime, ohne ahnen zu können dass auch dort der Rest der Flotte bereits ankam. Die koloniale Flotte wurde damals wie ein ganz normaler Flüchtlingskonvoi behandelt, die ein normales Leben ermöglicht bekamen wenn sie ihre alten Strukturen aufgaben.
Felix arbeitete mit seiner Frau für eine Softwarefirma als Systemadministrator und behielt bis heute Kontakt zu der Crew der Chronos und manchen Weggefährten. Hamilton verschwieg all die Jahre das Zusammentreffen mit Überlebenden der Galactica. Und so war Gaeta nur ein argonischer Bekannter und die Chronoscrew „freundliche“ Piraten.
Erst nach den Angriffen auf Argon Prime erfuhr er von einem seltsamen Schiff das mit einer Flotte Überlebender entkommen sei. Über mehrere Wochen hinweg versuchte er weitere Angehörige der Galactica zu finden und konnte fast alle wieder aufsammeln. Zusammen machten sie sich auf den Weg zum Nebel und stießen dabei auf Überlebende eines Angriffes durch die Xenon.
Felix wartete im Nebel einige Zeit auf seinen Kontaktmann und hatte die Hoffnung schon aufgegeben von Yuki, die er zuvor nie gesehen hatte, jemals wieder etwas zu hören. Kurz bevor sie selbst zur Station fliegen wollten staunte Gaeta nicht schlecht als er im Nebel einen sehr bekannten Umriss eines Schiffes sah. Nach mehreren Anflügen war er sich sicher dass es sich um einen Raptor der Galactica handeln musste. Er dankte den Göttern und rief den Raptor über Funk. Bei der Stimme von Sharon wollte er am liebsten durch die Decke des Raptors springen.


Captain Wagner leitete die Abfertigung und verglich seine Liste mit der von Gaeta. Starbuck linste über seine Schulter und verfolgte seine Arbeit.

„Guten Morgen, Sir!“

„Morgen Captain, was verwertbares darunter?“

Wagner legte beide Listen nebeneinander und zeigte auf die letzten 20 Passagiere. Er hatte sie als Fehl markiert und war zuvor mit seinen Männern nochmals alles durchgegangen. Zur Sicherheit ließ er seine Marines Strichlisten führen um sie mit dem Endergebnis abgleichen zu können. Aber diese kamen auf rund 100 Passagiere, so wie es Gaeta auch gemeldet hatte.
Kara schnappte sich seine Liste und blätterte nochmals durch. Sie verglichen gemeinsam alle Zählungen und Kara machte sich Gedanken – 20 Personen fehlten.

„Stellen sie einen Trupp Marines zusammen und befragen sie die Leute ob sie etwas gesehen haben, wie die Leute aussahen, Männchen, Weibchen – das ganze Programm, Captain. Das ist ein Kampfstern und kein Ausflugsdampfer! Suchen sie mir die Leute und bringen sie sie mir!“

Der Captain der Marines reagierte sofort und löste einen leisen Sicherheitsalarm bei seinen Leuten aus. Der XO und Wagner sprachen es nicht offen aus, aber es konnte auch sein dass Gaeta aus Versehen ein paar Toaster mit an Bord brachte und damit die Sicherheit der Flotte gefährdete. Bevor sie sich selbst drum kümmerte hatte sie noch etwas vor. Kara musste zuvor noch einen Freundin aufsuchen.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

In der Dunkelheit des Quartiers von Tyrol und Valerii waren nur zwei Geräusche zu vernehmen, das leise Ticken eines Weckers und eine Art „sägen“. Man würde vermuten dass sich jemand am Holzmobiliar zu schaffen macht um Feuerholz zu bekommen. Aber Boomer kannte die Quelle des Sägens genau. Es schlief direkt neben ihr. Mit den Jahren gewöhnte sie sich daran, um genau zu sein sie gewöhnte sich wieder dran.
Einen kurzen Moment später klingelte der Wecker für die Eheleute, es war Zeit zum Aufstehen. Doch das allmorgendliche Spiel begann von vorne. Galen machte ganz automatisch die Schublade des Nachttisches auf, legte den Wecker rein und schob die Schublade wieder zu. Anschließend drehte er sich um und schlief einfach weiter.

„Chief, aufstehen!“ flüsterte sie ihm zu.

Aber ihr Mann antwortete darauf nur mit einem lauteren Schnarchen.

„Chief, aufstehen!!“ wiederholte sie in einer etwas lauteren Stimme.

Sie wollte ihn nicht anschreien und fuhr mit ihrer Hand durch sein Gesicht. Mehr als Stöhnen bekam sie nicht zurück. Wie erwartet drehte sich ihr Mann um. Boomer lehnte sich an die Wand und stützte sich somit ab. Mit ihren Füßen fuhr die doch sehr gelenkige Sharon auf seinen Rücken und schubste ihn samt Bettdecke aus dem Bett.

„Was, Alarm! Sharon, das Schiff wackelt!“

Völlig benommen raffte sich der Master Chief auf und suchte den Lichtschalter. Nachdem er das Quartier erhellte schlappte auch Sharon an ihm vorbei und wünschte ihrem Ehegatten einen guten Morgen und das er genau 30 Minuten bis zum Dienstbeginn hätte.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Vor Wut schäumend eilte Boomer durch die Gänge des Kampfsterns und war auf dem Weg zum Quartier des Admirals. Sie überhörte die Begrüßungen ihrer Kameraden und ließ auch auf kein Gespräch ein.

„Boomer!“ rief Gaeta als sie an ihm vorbeieilte.

Aber Major Valerii blickte ihn nur kurz an und war auch schon wieder weg.
Ohne zu klopfen stürmte sie in sein Quartier und überraschte das Ehepaar Adama im Morgenmantel. Dee putzte sich gerade die Zähne und ihr Mann stand mit einer Tasse Kaffee an seinem Schreibtisch.

„Major, was ist in sie gefahren?“ fragte Admiral Adama erbost.

„Wann hattest du vor es mir persönlich zu sagen, du verdammter Heuchler! Wir opfern nur einen Cylonen, na vielen Dank auch du Stück Dreck. …… Hey Dee, ist das der Morgenmantel aus dem Laden der Excelsior?“

Dee nickte nur kurz, doch die Zeit reichte Lee nicht um Luft zu holen. In einem Atemzug schrie Boomer ihn weiter an.

„Einfach hinter meinem Rücken über mein Leben befehlen, mit dem Toaster kann man es ja machen. Wir hätten im Notfall noch welche, ich könnte dich eigenhändig erwürgen! Bist du nicht Manns genug um es mir ins Gesicht zu sagen, es mir persönlich zu befehlen? Soll ich dir mal kräftig in die Suppe husten, häh? Ich melde mich freiwillig, du Sohn eines Esels. Jetzt kannst du so viel befehlen wie du willst. Ich mache es von mir aus, damit hat der Mensch nicht gerechnet! Der Toaster macht es von sich aus. Sag doch was! Kriegst wohl keinen Ton mehr raus, was!!“

Lee wollte gerade loslegen als der Alarm an Boomers Armbanduhr losging. Beide blickten sich wütend an während Dee in Ruhe ihre Zähne fertig putzte. Sharon ging 3 Schritte zurück und richtete ihre Uniform. Auf ihrer Uhr war es 6:30 und damit Dienstbeginn. Sie ging ins Stillgestanden und salutierte vor ihrem Admiral.

„Das wäre alles, Sir. Melde mich zum Dienst ab. War das nicht Gaeta?“

Sharon drehte sich um und war genau so schnell verschwunden wie sie reinplatzte.

„Die hängt eindeutig zuviel mit Starbuck rum, Schatz. Ich hoffe Thomas hat mehr Gene von dir geerbt!“ feixte seine Frau.

Lee winkte einfach nur ab und widmete sich wieder seinem Kaffee.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Pilat träumte noch als er durch ein heftiges Rumpeln vor seiner Zelle geweckt wurde. Die Tür öffnete sich und die Wache fiel leblos rein.
Vor Angst stand er auf und sah in das Gesicht des Mörders des Marines.

„Ich habe nichts gesagt, ehrlich. Ich habe alles getan was sie mir aufgetragen haben!“ stotterte Pilat.

Die Gestalt im langen, schwarzen Kapuzenmantel öffnete seine Zellentür und ging auf ihn zu. Vor Angst machte sich der Mann in die Hose und kniete nieder. Er flehte um sein Leben, was ihm aber nichts nützte.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Gaeta wurde über das Intercom ausgerufen und war auf dem Weg zum Hangarbereich statt zum CIC. Sein Weg führte ihn an den Zellentrakten vorbei. Nur durch Zufall erkannte er einen der Flüchtlinge wieder die sie auf dem Weg zum Nebel mitnahmen. Er wollte ihn ansprechen als Felix sah wie andere Flüchtlinge Leichen aus den Zellen trugen.
Eine Gestalt in einem schwarzen Kapuzenmantel überreichte ihm einen kleinen grauen Gegenstand und verschwand mit den anderen. Der Mann blieb stehen. Aus dem Raum, wo er davor stand, war ein wimmern zu hören. Er hob seinen rechten Arm, der sich in eine Art Waffe verwandelte. Er gab mehrer Energiestöße ab und das Wimmern verstummte darauf.

Gaeta erschrak als eine Hand seine Schulter berührte und ihn mit einem Ruck wegzog. Eine Hand presste sich auf seinem Mund. Aber der Schreck verflog sich nach einem Augenblick wieder. Es war Starbuck ein Trupp Marines. Sie gab Felix eine Handfeuerwaffe in die Hand und nahm ihre wieder von seinem Mund.

„Nicht reden, Gaeta. Du hast ein paar Xenon und Cylonen mit an Bord gebracht. Es ist nicht deine Schuld, aber wie viele Unbekannte hattest du aufgenommen?“ fragte sie ihn und kam gleich aufs Thema zu sprechen.

„9 Frauen, 11 Männer! Toaster?“

Starbuck nickte. Wut kam in Felix auf und entsicherte daraufhin seine Waffe. Kara gab Wagner ein Zeichen das er noch einen Moment warten sollte.

Felix richtete schnell seine Uniform und ging um die Ecke. Auf seinem Rücken hielt er die Waffe und war bereit jeder Zeit zu schießen. In ihm ging vieles durch den Kopf. Er hatte es ermöglicht dass Cylonen wie Xenon sich Zutritt zur Galactica verschaffen konnten und gegebenenfalls die Position der Flotte verrieten.

„Tag Jerome, wie geht es ihnen? Haben sie sich verlaufen?“

„Nein, ich finde mich schon zurecht. Man sagte dass hier die Quartiere für die Gäste seien. Aber dennoch danke!“

Felix blieb stehen nachdem der Mann, der sich selbst Jerome nannte, sich zu ihm umdrehte. Er erzählte Gaeta das er früher auf Argon Prime wohnte und in der Hauptstadt Physik studierte. Seine Eltern waren bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Gaeta ahnte nichts böse bei dem jungen blonden Mann, den er Anfang Zwanzig schätzte. Beide entdeckten sogar die Gemeinsamkeit im Sport. Beide spielten gerne Hockey.

„Felix, das ist ein schlechter Zeitpunkt. Nimm es nicht persönlich, es ist einfach nur Krieg!“

„Stimmt, es ist einfach nur Krieg!“ wiederholte Felix mit einem falschen Lächeln.

Verwirrt reagierte der Xenon nicht schnell genug als Felix hinter seinem Rücken eine Waffe hervorholte. Gaeta schoss ihm mehrmals in die Brust. Die Maschine brach zusammen und blieb leblos liegen. Starbuck wollte sich überzeugen und setzte noch eine Kugel zwischen seine Augen.

„Jetzt sind es nur noch 10 Männer!“ berichtigte sie Gaeta.

Über Funk bekam Wagner Feuergefechte in den hinteren Lageräumen gemeldet. Wachmannschaften sperrten ungefähr 15 Toaster ein und forderten Verstärkung an.
Der XO löste den Schiffsalarm aus und war bereit die Toaster von „ihrem“ Schiff zu vertreiben.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Arch und Buba waren die ersten die den Ort des Geschehens erreichten. Die Seals hatten an diesem Morgen eine Einsatzbesprechung und hatten zuvor einen Abstecher in die Kantine gemacht.
Die Cylonen hatten sich hinter Kisten verschanzt und beschossen die kolonialen Soldaten mit ihren erbeuteten Waffen. Sie vermuteten dass die Cylonen Zeit hinaus schinden wollten. Sie wehrten nur die Angriffe ab und versuchten erst gar nicht zu fliehen. Starbuck traf wenige Augenblicke später ein. Ihre Marines verstärkten die Wachmannschaften und belegten die Maschinen mit MG-Feuer.

„Boss, irgendwas ist faul an der Sache. Ich habe nichts gegen ein paar gemütliche Feuergefechte, aber die hier wollen uns nur hinhalten.“

Starbucks Kopf fing an zu arbeiten als sie die auf den Koffer von Buba starrte.

„Großer, was ist da drin?“

„Unsere Gatling, Sir?“ antwortete ihr Buba darauf.

Eine Granate schlug vor den Stellungen der Wachmannschaft ein und verletzte 3 Soldaten schwer. Buba hatte alles dabei für seine „Fat Lady“ und Starbuck befahl ihm dieses Feuergefecht sofort zu beenden.
Kara sprintete hinter den Stellungen zu Captain Wagner und befahl ihm eine die linke Flanke der Maschinen aufzureiben. Die Toaster sollten weiter zusammenrücken damit Buba einfach nur draufhalten müsste.
Wagner befahl seinem Marines einen Feuerüberfall sobald die Maschinen nachladen mussten.
Starbuck sah nach einem Moment den Zeitpunkt gekommen als 4 der 6 Toaster auf der linken Seite die Magazine wechseln mussten. Archer wurde mit ins Boot geholt und unterstütze den Überfall mit seinem Scharfschützengewehr. Wie aus de Lehrbuch wichen die Toaster zurück und Buba bekam sein Ok vom XO.
Buba stellte sich auf, nahm grob die Zielrichtung ein und drückte ab.

Die 30mm Geschosse seiner „Fat Lady“ donnerten mit 6000 Schuss die Minute auf die Maschinen nieder. Die Cylonen und Xenon wurden regelrecht zerfetzt. Nach wenigen Augeblicken hörte Buba auf zu feuern und sicherte seine Gatling.

„Boah, wo warst du nur all die Jahre?“ fragte er sein neues Spielzeug und packte es wieder ein.

Die Marines rückten vor und begutachteten das Werk der Gatling. Starbuck stellte sich auf eine intakte Kiste und wollte sich nicht unbedingt die Stiefel dreckig machen.

„Zum identifizieren ist nicht viel da, Sir!“ meldete einer der Marines.

Kara versuchte zu zählen wie viele es mal waren. Momentan lagen ihr zu viele Einzelteile in der Gegend.

„Es waren 15, XO. Da sind wir uns absolut sicher!“

Kara rechnete im Kopf zusammen und ihr fehlten immer noch 4 Toaster.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Porter und Werra tauschten die letzten Informationen aus und fertigten einen vollständigen Bericht für den Admiral her. Kevin schnappte sich ein paar von den silbernen Ampullen
und sagte ihr bescheid dass er sie in den Lagerschrank brachte.
Reljia schaute auf ihre Uhr und dachte sich nichts dabei als der Alarm wieder erlosch. Beide hielten es für einen Übungsalarm und warteten deshalb wie gewohnt auf den Marine der sie eskortierte. Aber diesmal kam er nicht und deshalb arbeiteten sie wie gewohnt weiter.

Professor Porter machte sich weitere Notizen als sie in der Nebenkammer ein leises zischen und rumpeln hörte.

„Kevin? Hast du dir wehgetan?“

Normalerweise war ihr Kollege stets redseliger, weshalb sie sich nun Gedanken machte.

„Kevin?“

Wieder bekam sie keine Antwort. Von ihrem Tisch nahm sie ein Skalpell und ging langsam an den Wandschalter für den Alarm. Plötzlich wurde hinter ihr die Tür aufgerissen und mehrere Personen stürmten das Labor. Einer von ihnen schnappte sie und hielt sie fest. Aus dem benachbarten Raum kam eine dunkle Gestalt direkt auf sie zu. Instinktiv reagierte die Frau und stach ihrem hinteren Angreifen mit dem Skalpell ins Bein. Dieser ließ sie los und reflexartig stach sie auf die Person im Kapuzenmantel ein. Dieser wich von ihr zurück und kniet kurz auf dem Boden. Im Nebenraum hatte sich einer der Angreifer die Box mit den Ampullen geschnappt und wollte durch den Versorgungschacht fliehen. Porter nahm ein Reagenzglas vom Tisch und schmiss nach ihm. Tatsächlich hatte sie ihn auch getroffen. Vor Schmerzen schmiss er die kleine Box ins Labor vor die Füße des Professors. Der Getroffene ging zu Boden und hielt Beide Hände vors Gesicht. Aus Versehen hatte Reljia ein Reagenz mit Salzsäure geschmissen, die nun die Kleidung und Körper des Angreifers zerfraß.

Reljia wollte sich die Box schnappen als sie zwei Angreifer festhalten und zu Boden reisen. Dabei streifte einer den Alarmknopf an der Wand und der Alarm auf der Galactica wurde erneut ausgelöst.

„Lasst sie liegen und verschwindet von hier!“ befahl ihr die Gestalt im Mantel.

Wieder versuchten sie die Box zu bekommen. Doch Porter trat sie weg und sie rutschte unter einen Schrank.

„Du verdammtes Miststück!“ sprach einer der Angreifer und begann sie zu würgen.

Er zerrte sie an den Arbeitsplatz ihres Kollegen und hob sie hoch. Dabei ließ er keine Sekunde ihren Hals los. Reljia war kurz vor der Bewusstlosigkeit als sie im Augenwinkel eine Spritze mit einer Testampulle sah. Mit letzter Mühe schnappte sie sich die Spritze und rammte sie in den Hals ihres Angreifers. Dieser weichte zurück und hielt sich vor Schmerz an den Hals. Nach Luft ringend suchte Reljia das PDA ihres Kollegen mit dem Aktivierungscode für die Nanobots. Nach hastigen Suchen hatte sie den PDA in der Hand und aktivierte den Virus.

Vor Schmerzen krümmte sich der Mann nieder. Sie wusste jetzt dass der Angreifer entweder ein Cylon oder Xenon war. Dieser schrie laut und wurde ganz steif. Er hatte eine ganze Dosis abbekommen, die normalerweise beim richtigen Einsatz für einige Tausend Maschinen gereicht hätte. Porter brauchte nicht lange nach einem Grund zu suchen um aus dem Labor zu verschwinden. Sie vernahm 2 metallische Geräusche die in ihr Labor reinkullerten. Sie wusste sofort worum es sich handelte. Sie rannte so schnell wie sie konnte raus.

„Granate!!!“ schrie sie um andere zu warnen.

Als Athena mit Marines um die Ecke kam riss Reljia den Cylonen sofort wieder zurück. Die Granaten explodierten und setzten weitere entflammbare Chemikalien in Brand.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Argonia City
Das von Cylonen und Xenon besetzte Argon Prime

Baltar kam aus dem Bad und musste mit ansehen wie Six einen anderen Cylonen als unfähig beschimpfte. Um Fragen ihres Geliebten vorzubeugen überreichte sie ihm ein PDA und verwies auf die letzten Eintragungen.

„Das ist doch toll, wir wissen jetzt wo sich die Flotte versteckt. Warum bist du denn
so sauer?“

Six riss ihm das PDA aus der Hand und scrollte weiter nach unten und zeigte ihm die Passagen die sie aufregte. Gaius musste sich erst einmal setzen als er die Zeilen las. Er nahm seine Kaffeetasse in die Hand und schaute den Cylonen an. Baltar nahm einen kleinen Schluck und schmiss anschließend die Tasse nach dem männlichen Cylonen.

„Ihr unfähiges Pack. Ist euch ein Computervirus nicht genug? Wann wolltet ihr mir von ihren biologischen Waffen berichten. Wenn es wieder zu spät ist? Wie viele Agenten sind noch dort, habt ihr Proben nehmen können – spuck’s aus oder ich vergesse mich auf der Stelle!“

Six setzte sich auf den Schoß ihre Baltars und gab ihm einen Kuss auf die Wange während sein wütender Blick weiterhin den Cylonen fixierte. Dieser stand einfach nur da und bekam kein Wort über seine Lippen.

„Weiß du Gaius warum er dir nicht antwortet? Weil er dir darauf keine zufrieden stellende Antwort geben kann. Er war der Letzte der getötet wurde. Aber ein Gutes hat das alles doch noch. Unsere 7 hat das Labor samt Proben vernichtet. Sie konnte nur sehr wenig herstellen und das war in dieser kleinen Box. Du darfst dich entfernen, sei froh dass er dich nicht deaktivieren lässt! Verschwinde!“

Der Cylon verließ die Räumlichkeiten ohne ein Wort zu sagen. Six schenkte ihrem Geliebten nach und reichte seine Tasse Kaffee, die er eisern jeden Morgen brauchte.

„Gaius, du bist zu gutmütig. Ich hätte diesen Versager eine Weile in einer Feedbackschleife schmoren lassen und über seine Unfähigkeit nachdenken lassen. Diese Menschen gehen sogar soweit und wollen deine Schöpfung auslöschen.“

Caprica Six fasste die Wangen von Baltar und drehte sein Gesicht zu sich. Sie hatte kleinere Tränen in den Augen und schmiegte sich an ihn.

„Sie wollen unsere Kinder töten, Gaius. Eines haben sie uns schon weggenommen. Sie wollen deine Familie mit einem tödlichen Virus ausrotten. Das dürfen wir ihnen nicht erlauben. Was tun wir nur?“

Baltar hielt seine Six fest in den Armen und starrte nach draußen. Er überlegte nicht lange und seine Entscheidung stand felsenfest. Er richtete ihren Blick auf sich und gab ihr einen Kuss auf den Mund.

„Wie schnell können unsere Schiffe sie aufspüren?“ fragte er sie aus voller Überzeugung.

Six lächelte ihm zu und holte das PDA wieder hervor. Sie tippte einiges ein und versendete einige Nachrichten. Gaius Baltar schaute interessiert zu und war neugierig zu erfahren was sie tat.

„Ich wusste es immer Gaius, Gott hat dir persönlich erwählt. Du warst schon immer derjenige der unsere Kinder in eine bessere Zukunft führen würde. Das wusste ich schon vom ersten Tag an, Gaius!“

„Das beantwortet aber nicht was du eben getan hast?“ warf er zurück

„Willst du dabei sein wenn die Galactica ihren letzten Flug hat?“

Baltar nickte. Six stand auf und führte ihn ins Schlafzimmer ihrer Wohnung.

„Wir werden bald abreisen und miterleben wie die Flotte ihren letzten Atemzug tätigt. Sie können nicht entkommen und wir werden sie auch nicht im Nebel suchen müssen. Sie werden von ganz alleine kommen und wir wissen auch schon wo sie rauskommen werden!“

Ihre Worte klangen wie Musik in seinen Ohren. Das Paar nahm noch einige Stunden für sich bevor ihr Basisschiff abflog und zur cylonischen Flotte am Abfangpunkt stieß.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Battlestar Galactica
Standort: Unbekannter Sektor
Auftrag: Schutz der Flotte

Lee saß mit seinen Führungsoffizieren und Liyan in seinem Quartier und verarbeitete die Situation.
Kara lief auf und ab und flucht wie wild. Sie hatte sie am heutigen Tag vorgenommen weitere Cylonen zu vernehmen. Aber das 20-köpfige Kommando tötete sämtliche Gefangene Toaster, sowie Pilat und auch die befreiten Cylonen aus den geheimen Bordellen. Liyan war als einzige übrig geblieben.

„Weiß du was wir jetzt haben, Lee? Absolut nichts! 16 tote Marines und mein kompletter Gefangenenblock ist leergefegt. Und unser Labor ist nur noch Asche. Die haben genau gewusst wonach sie suchen und wen sie töten müssen. Verdammter Mist, einmal nicht richtig aufgepasst. Ich könnte mich in den……“

Lee machte eine Schublade auf und holte eine Kassette hervor. Er öffnete diese und legte zwei Ampullen auf den Tisch. Liyan stand auf und nahm sie in die Hand.

„Exodus - ist es das?“ fragte die Cylonin.

Lee nickte und nahm sie wieder zurück.

„Das war nicht nur ein Angriff gegen die Flotte. Sie haben gewusst wer wir waren. Das war auch ein Angriff gegen uns. Ich weiß dass es jetzt nicht der richtige Zeitpunkt ist, aber ich muss runter von der Galactica. Ich muss zu meinen Leuten zurück. Wir werden mit Hilfe zurückkommen, das verspreche ich. Aber sie müssen versprechen dieses Zeug gegen mein Volk nicht einzusetzen.“

Lee Adama stimmte zu und befahl ihr ein Schiff zu geben was über ein Sprungtriebwerk verfügte. Liyan bedankte sich und wollte vorher noch zu Athena und Boomer bevor sie die Flotte verließ.

„Bevor du mich dumm von der Seite anmachst, ist es wenigstens was Konstruktives?“ fragte Lee seinen XO die schon in den Startlöchern stand um die Befehle ihres Admirals in Frage zu stellen.

Kara verneinte und Lee befahl dass sich die Führungsoffiziere in 2 Stunden wieder hier trafen und die Gemüter sich beruhigten.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Viper047
17-01-2008, 05:35 PM
Lee stand im CIC und schob vor sich ein paar Modelle hin und her. Zwischendrin schaute in die Berichte und Fotos seiner Aufklärer.
Kara stieß ebenfalls dazu und platzierte sie wie gewohnt ihm gegenüber.

„Liyan ist weg. Wir haben ihr ein Shuttle gegeben.“ meldete sie ihrem Freund.

„Frag mich nicht warum, aber ich vertraue ihr. Aber ich weiß nicht warum, ganz ehrlich!“

Apollo nahm wieder einige Fotos in die Hand und warf sie nach wenigen Augenblicken wieder weg.

„Die Präsidentin will weg, der Rat auch. Aber egal wo wir hin gehen, sie werden schon auf uns warten.“

Kara unterstütze ihren Admiral und machte sich ein Bild von der Gesamtlage. Ein wenig später meldeten sie die Agathons und Gaeta im CIC. Felix gab sich die Schuld am Vorfall auf der Galactica und bereute es jemals wieder an Bord gekommen zu sein. Starbuck und Lee gaben ihm jeweils keine Schuld. Athena gab Admiral Adama einen Bericht in die Hand und hatte ein Lächeln auf ihrem Gesicht.

„Toasterbabe, wie kannst du nach so einen Tag noch solche Freude verbreiten?“ fragte sie argwöhnisch der XO.

„Liyan brachte uns darauf. Wir wissen endlich was dem DRADIS Probleme macht und wie wir es nutzen können. Gaeta!“

Felix schob die Modelle zur Seite und legte eine Karte auf den Tisch. Er zeichnete ein paar Kreise ein und tippte mehrmals darauf. Nebenan legte er mehrere Blätter mit chemischen Formeln und Berechnungen.

„Ich weiß nicht um welches Mineral es handelt, aber ihre Strahlung verursacht Fehler in unserem DRADIS. Es lässt sich in manchen Asteroiden nachweisen und lässt sich sogar frei schwebend nachweisen. Es konzentriert sich auf den inneren Bereich des Nebels. Die frei schwebenden Partikel sind jeweils in der Nähe von Asteroidenfelder. Ich weiß dass ich mich sicherlich mal mit chemischen Formeln der Mineralien in diesem Universum hätte beschäftigen sollen in den letzten Jahren – aber vielleicht weiß es einer von ihnen. Deuterium, Nividium?“

Felix schaute in die Gesichter der anderen, aber außer Fragezeichen in den Gesichtern bekam er nichts zu hören.

„Vielleicht wissen das unsere Kinder, schließlich haben wir eine Menge an Schulgeld gezahlt um ihr Bildung zu finanzieren.“ warf Athena in die Runde.

„Und wer geht einen von ihnen holen?“ fragte Starbuck die Anwesenden.

„Dachte ich es mir doch. Zurück zum Thema! Mensch Gaeta, wie habe ich deine Birne vermisst!“

Felix musste nach dem Kompliment seitens Starbuck etwas lächeln, aber kam schnell wieder zurück zu Thema.

„Ist auch egal, was uns jedenfalls interessiert ist diese instabile Gruppe. Sie ist unter gewissen Voraussetzungen hochgradig explosiv!“ erläuterte er weiter und kreiste eine Teil in einer chemischen Formel ein.

„Danke, das muntert uns so was von auf. Jetzt darf ich meinem Freund und Admiral melden das wir in einem Pulverfass sitzen.“

Athena forderte den XO auf ihre Vorfreude noch in Zaun zu halten und bat darum Gaeta erst einmal ausreden zu lassen.

„Diese Cylonin Liyan gab mir den Hinweis das der FTL der Basisschiffe über einen biologischen Zusatzstoff verfügt, der bei Freisetzung sich mit dem Mineral verbinden würde, diese Verbindung aber extrem schnell wieder zerfallen würde, eine Kettenreaktion wäre die Folge und der ganze Sektor würde uns um die Ohren fliegen. Ich erkläre ihnen anhand der Formel wie es passieren würde und in welchen, grob errechneten, Zeitabständen………“

Während Gaeta am erklären war fiel vor Lee das Modell des Basisschiffes auf den Boden. Er hob es wieder auf und stellte es wieder zu den anderen. Auf der anderen Seite stand sein Vater der die Modelle verschob und wahrscheinlich ein Plan hatte. Der Rest hörte gespannt Felix Gaeta zu und bekam nicht mit wie sich wie durch Geisterhand die Modelle verschoben.

„Egal was du tust – es wir deine Falle sein. Fliegst du mit der Flotte raus seid ihr tot. Da spielt die Chronos auch keine Rolle mehr. Du musst ihnen einen Grund geben rein zu kommen. Schwäche ihre Verbände und schaffe dir ein Loch zum Springen. Denk an Ragnar, du musst raus aus dem Nebel und das wissen sie. Lass dir von Gaeta berechnen wie hoch die Streuwirkung der Explosion sein wird. Evakuiere die Station und präpariere das Basisschiff.
Verlege die Flotte in einen Bereich wo euch das DRADIS keinen Ärger macht. Teil die Kampfsterne auf. Lass die Galactica den Lockvogel spielen und hole so Ziele für die Chronos heran…..“

Lee starrte seinen Vater an. William Adama bemerkte dass sein Sohn ihm nicht aufmerksam zuhörte und hörte auf die Modelle zu verschieben. Lee hob eines der Modelle auf und setzte es in die Nähe der Station.

„Die Wracks haben teilweise noch warme Antriebe – atomare Antriebe. Es wird die Explosion verstärken und reißen damit nicht nur ein kleines Loch hinein – Vater!“

William Adama überkam ein kleines Lächeln über seinem sonst stets ernsten Gesicht.

„Es ist keine Schwäche sich helfen zu lassen, Lee! Im Gegenteil, es zeugt von Stärke. Und das macht ebenfalls einen guten Admiral aus. Die Flotte soll sich bereithalten, sie springen wenn du es befiehlst. Lass die Chronos im Nebel die Toaster erledigen und hole sie erst im letzten Augenblick. Lass sie von der Flanke angreifen. Hier hat der Nebel Ausläufer und ihre Waffenreichweite liegt noch innerhalb des Nebels. Die Cylonen werden ihr blaues Wunder erleben. Sie werden nicht mit der Chronos rechnen und auch nicht damit das ihr den Spieß umdrehen werdet. Finde einen guten Grund warum sie einen Teil ihrer Flotte in den Nebel schicken müssen und breche ihnen ihr Genick…..“

„Lee?“

Kara schubste ihren Freund an und fragte ob er den Ausführungen Gaeta’s gefolgt wäre. Lee blickte auf den Platz gegenüber, der wieder leer war. Lee breitete die Karte auf dem Tisch aus und zeigte auf die Modelle.

„Während ihr ein Kaffeekränzchen gehalten habt habe ich derweil einen Plan entwickelt. Ich werde ihn euch erläutern bevor ihr euren Senf dazu geben könnt – gilt besonders für dich Starbuck!“

Lee zeigte auf sie, aber wies jede Anschuldigung von sich. Sie überblickte den Plan ihres Admirals und verglich es mit der Karte des Sektors.

„Du weißt schon dass wir einen verdammt guten Grund finden müssen um Teile ihrer Flotte zu uns zu locken. Ansonsten wird dir diese Aufstellung nicht viel nützen!“ wies Kara ihren Freund freundlich hin.

Lee verlangte nach einer Waffe um Starbuck auf der Stelle erschießen zu können. Die nächsten Minuten hatte die Mannschaft am Tisch um sich ein paar Gedanken zu machen während der Admiral seinen XO jagte.

----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Kopfgeldjägerschiff Taurus

Starbuck setzte sich in die Küche ihres Schiffes. Sie wollte etwas früher ins Bett, da um 0700 des folgenden Tages die Einsatzbesprechung für beide Kampfsterne stattfand. Auch machte sich Kara Gedanken wegen dem Vorfall. Sie vergaß einen Cylonen, der noch auf der Station versauerte – ihr alter Bekannter Leoben. Morgen wollte sie wieder in die Höhle des Löwen und war froh das die Situation sich wieder änderte seit Neu Caprica. Auf dem Schreibtisch lag eine Aussage von Professor Porter. Sie erzählte noch von einem 5. Angreifer und damit wären es 21 Toaster gewesen. Aber Gaeta hatte nur 20 aufgenommen. So musste der „Kapuzentoaster“, wie Kara ihn nannte, innerhalb der Flotte agieren und über allem Bescheid wissen. Weitere Sorgen machte sie sich nicht mehr und verschob das unbekannte Basisschiff auf irgendwann später, wenn dieses Problem akut werden würde.

Archer kam rein und begrüßte seinen Boss. Er setzte sich zu ihr und genehmigte sich mit ihr einen Tee. Er übergab ihr ein kleines Päckchen. Starbuck machte es auf und kontrollierte den Inhalt.

„Ich habe wie ein Blöder in der ganzen Flotte suchen lassen. Ich habe es auf einem kolonialen Schiff gefunden, so wie du es haben wolltest. Pillen und Rohform. Für was ist diese Chamalla überhaupt?“

Starbuck packte es weg und hielt die Hand ihres Kameraden fest.

„Kara, alles klar mit dir?“

„Ja! Mach dir keinen Kopf. Das Zeug ist für Frauengeschichten. Kenne es noch aus meiner Heimat, als sie noch existierte, weiß du…..“

Archer setzte sich um und nahm Kara in den Arm. Sie schien etwas zu belasten und nach seinem Gefühl hing es nicht mit ihrer Heimat Caprica zusammen. Er reichte ihr ein Küchentuch für die Tränen in ihrem Gesicht. Starbuck löste sich aus der Umarmung deutete an dass es wieder gut sei. Er könne schlafen gehen, sie käme zurecht.
Arch ließ sich nicht zweimal bitten und freute sich auf sein Bett.

„Hey Boss, du weißt das du jeder Zeit mit uns sprechen kannst. Wir sind für dich da, ich hoffe du weißt das!“

„Ach Arch, mach dass du Land gewinnst und verpulvere dein weiches Gewäsch bei jemand anders. Ab ins Bett, das ist ein Befehl von deinem XO!“

„Nacht Boss!“

„Hey!“

Arch drehte sich wieder um und sah Kara ins Gesicht. Kleine Tränen kullerten ihn die Wangen hinunter und wollte etwas sagen, konnte es aber nicht.

„Du weißt wo ich liege, Boss. Komm wenn du soweit bist!“

„Danke!“

Arch ging runter in sein Quartier. Starbuck holte erneut das Päckchen hervor und holte das Chamallaextrakt heraus. Anbei war ein kleiner Zettel mit Dosierungshinweisen, die sich Kara sorgsam durchlas.

„Ach Boss!“

„Arch!“

„Adama will das du morgen vor der Einsatzbesprechung zu ihm kommst. Scheint was wichtiges sein wenn er drauf besteht dass du pünktlich erscheinen solltest.“

„Danke Arch, und jetzt ab ins Bett!“

Kara wollte auch ins Bett. Sie blieb einen Moment am Küchenschrank stehen und holte sich schließlich noch ein Glas heraus, aus dem Kühlschrank eine Flasche Wasser. Sie wickelte das Päckchen in ihre Jacke ein und ging ins Bett.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Battlestar Galactica
Standort: Unbekannter Sektor
Auftrag: Schutz der Flotte

Wie befohlen stand Starbuck vor der Tür des Admirals. Er machte ihr im Morgenmantel auf und bat sie Platz zu nehmen. Dee bereitete das Frühstück vor. T.J. war schon auf und überreichte seine Befehle für die Viperstaffeln für den Angriff.

„Hey Dee, ist das der Mantel aus dem Shop da drüben?“

Dee musste schmunzeln. Kara war schon die Zweite die nach ihrem Mantel fragte.

„Boomer fragte schon, aber ja – das ist er. Und er wir nicht in deiner Größe vorhanden sein!“

„Ich bin ein S-Typ meine Liebe, der hier sieht mir nach versteckten L aus. Hat deine Frau zugenommen, Lee?“

Dee reichte dem XO einen Kaffee und einen Klaps auf den Hinterkopf zum Frühstück. Major Adama verabschiedete sich von seinen Eltern und war auf den Weg seine Piloten zu informieren. Dee verschloss hinter ihnen die Tür und befahl vorher einem Marine dass der Admiral nicht gestört werden möchte.

„Was soll das nun werden, flotter Dreier? Bin ich nicht zu hübsch für euch?“ fragte Kara und legte ihr berühmtes Starbucklächeln auf.

„Ein anderes Mal vielleicht. Starbuck du weißt das ich dir vertraue, sogar mehr als das!“

„Oh Lee, doch nicht vor deiner Frau – du Schlingel, du!“

„Kara, ernsthaft!“

„Ok, ernsthaft!“

Kara stand auf und breitete ihren Körper auf der Couch aus. Für Lee ein Zeichen das Kara aufnahmefähig war.

„Was uns jetzt bevorsteht ist eine verdammt harte Nuss und es werden sicherlich nicht alle den morgigen Tag erleben. Das muss ich mir eingestehen und realistisch bleiben. Und unsere Verluste so gering wie möglich zu halten und die bevorstehende Aufgabe meistern zu können brauche ich einen kühlen Kopf und fähige Leute die nicht aus der Reihe tanzen. Kara, ich will ehrlich sein. Ich kann dich so nicht gebrauchen, nicht als mein XO!“

Starbuck verdaute die Worte ihres Freundes und stand auf. Sie übergab Dee ihre Tasse und bedankte sich für die herzliche Einladung am frühen Morgen.

„Wie du willst, Lee. Und wie kann ich der Galactica sonst meinen Dienst erweisen, großer Admiral?“

Lee schüttelte den Kopf und meinte das durch ihre Eskapaden sie keine Zukunft auf der Galactica hätte. Starbuck merkte es ihm an das er es ernst meinte und seine Entscheidung bereits getroffen hatte.
Kara war enttäuscht und wütend zugleich. Doch sie unterdrückte es und wollte nur raus aus diesem Quartier.

„Kara!“

„Was!“

Starbuck blickte Apollo an. Er öffnete eine Schublade und stellte ein kleines Etui auf den Tisch.

„Aufmachen, Colonel!“ befahl er Starbuck

Sie wurde neugierig und nahm es in die Hand. Nachdem sie es geöffnet hatte überkam sie ein überbreites Grinsen.

„Das ist nicht dein Ernst?“ fragte sie überwältigt.

„Dein eigenes Kommando, Commander. Ich versetze dich mit sofortiger Wirkung auf die Chronos. Dee rückt nach als XO. Sie gehört dir, Kara, und deine Mannschaft wartet schon ungeduldig.“

Lee gab seiner Frau das vereinbarte Zeichen und sie gingen auf Kara zu. Sie entfernten die alten Dienstgrade am Kragenspiegel und hefteten ihren neuen Dienstgrad an. Kara schwellte vor Stolz die Brust und nahm sehr gern die Glückwünsche von Lee und Anastasia entgegen.

„Sag mal Lee, wann darf ich es der Alten unter die Nase reiben. Ich meine, jetzt hat die Durchgeknallte auch noch einen Kampfstern!“

„Kara, melde dich einfach ab und sei pünktlich zur Einsatzbesprechung wieder da.“

Starbuck meldete sich mit ihrem neuen Dienstgrad ab und eilte schnellen Schrittes zum Hangar. Dort wartete schon Yuki und begrüßte ihren Commander als Erstes.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Battlestar Chronos


Paye wartete am Eingang zum CIC auf Starbuck. Ein Marine gab ihm ein Zeichen das der neue Commander in 1 Minute da wäre. Steve stellte sich seitlich am Lagetisch auf und befahl seinen Leuten sich vorzubereiten. Einen kurzen Augenblick später kam auch schon Starbuck herein.

„Achtung, Commander an Deck!“ befahl er der CIC Crew.

Steve salutierte vor ihr. Kara nahm Haltung an und hob ihre Hand ebenfalls zum Gruß.

„Commander Thrace, Major Paye, melde ihnen die Battlestar Chronos bereit zur Kommandoübergabe.“

Steve und Kara gaben sich die Hand. Dabei löste er eine graue Schnur von seiner Uniform und führte sie als Symbol des Machtwechsels über beide ihre Hände auf ihre Schulter und befestigte sie an ihrer Uniform. Sie ließen wieder los und Steve ging 3 Schritte zurück. Er nahm erneut Haltung an und salutierte vor. Ebenso nahm Kara diese Haltung an.

„Commander, die Chronos erwartet ihre Befehle!“

Kara nahm ihre Hand herunter und befahl ihre Leute an sich zu rühren. Kara ging an den Lagetisch und streichelte über dessen Rand. Sie blickte sich um und sah erwartungsvolle Gesichter in ihrem CIC. Sie ließ es sich in Gedanken mehrmals über die Zunge zergehen.
Von der Seite bekam sie von Paye die ersten Berichte überreicht. Kara überflog sie schnell und übergab die letzten Papiere zurück.

„Berichte der CAP’s macht traditionsgemäß der XO. Ich möchte diese Eigenheit von der Galactica gerne übernehmen. Wie weit sind wir, XO?“

Kara genoss es förmlich wie diese Worte ihr über die Lippen gingen.

„Sir, die Primärsysteme sind angeschlossen, getestet und einsatzbereit. Waffen sind aufmunitioniert, Systeme nicht miteinander verknüpft, Viperstaffeln in den Einsatzbesprechungen. Bodentruppen warten auf endgültige Befehle.“

Kara atmete nochmals tief durch. Sie legte die Papiere zur Seite und blickte zu den Monitoren über ihr.

„XO, schmeißen sie die Motoren an. Die Raptor sollen uns aus diesem Feld der Einsamkeit lotsen. Und Steuermann, dass sie mir keinen Kratzer in den Lack machen!“

Kara beobachtete mit Freude wie das CIC anfing zu arbeiten. Sie hielt sich am Rand des Lagetisches fest und ganz sicher zu sein das es kein Traum war. Sie blickte auf die Uhr und es waren nur noch einige Stunden bis zum waghalsigen Ausbruchmanöver der Flotte.

Viper047
17-01-2008, 05:38 PM
Kapitel XXVI ( Extendet Version )

Waffenbrüder ( Teil 3.1 )

Battlestar Chronos
Standort: Unbekannter Sektor
Auftrag: Schutz der Flotte

Cmdr. Thrace saß in ihrem Quartier und zerbrach sich ihren Kopf wie man Teile der cylonischen und xenon Flotte in den Nebel locken konnte. Darin war sie so versunken dass sie die Einsatzbesprechung verschwitzte. Admiral Adama empfand dies natürlich als einen Verstoß gegen gültige Befehle und landete ohne Voranmeldung auf der Chronos.
Starbuck drehte ihren Bleistift in ihrer Hand und starrte die ganze Zeit auf ihr Konzeptpapier. Sie zweifelte an ihrem Können da ihr partout keine Ideen kommen wollten und zerknüllte auch dieses Stück Papier und warf es zu den anderen Stücken in ihrem Mülleimer.
Ihre Konzentration wurde durch ein lautes Klopfen gestört und bevor sie die Gelegenheit hatte etwas zu sagen stand ihr Besucher auch schon in ihrem Quartier. Kara blickte auf die Uhr und bemerkte voller Pein dass sie über 1 Stunde überfällig war.

„Kara, ich stell dir nur diese eine Frage – sind Zeiten Befehle oder Richtgrößen?“

Lee schmiss sie aus ihrem Sessel und verbannte seine Freundin auf einen der Stühle vor dem Schreibtisch. Ihr war es unangenehm am ersten Tag ihres Kommandos und einem bevorstehenden Einsatzes einen klaren Befehl mehr oder weniger missachtet zu haben.

„Es tut mir leid, Lee. Ich habe mir Gedanken gemacht und dabei die Zeit vergessen.“

Für Admiral Adama war diese Entschuldigung ziemlich lachhaft und zeigte auch seinen Unmut gegenüber der Frischbeförderten Kara.

„Sag mir bitte wenn ich dich mit diesem Kommando überfordere, Commander. Aber ich kann mich genau daran erinnern das ich eine Zeit erwähnte, oder? Und hier hast du sie sogar noch mal in schriftlicher Form!!“

Apollo hob einen schriftlichen Befehl hoch und hielt ihn unter Karas Nase.

„Aber gut, du wirst mir bestimmt gleich deine brillanten Einfälle vortragen und mir damit begründen das du dich nicht an diesen Befehl gehalten hast. Muss ich später auch befürchten das die Galactica alleine mit den Schiffen fertig werden muss weil du vergessen hast uns zur Hilfe zu kommen?“

„Lee, ich hätte große Lust dir in die Fresse zu schlagen!“

Bevor der Streit richtig entfachen konnte räusperte sich eine weitere Person im Hintergrund der beiden Kommandeure.

„Du kennst sicherlich noch Liyan!“

Die Cylonin setzte sich zu den beiden und berichtete von ihrem Treffen mit ihren Leuten. Leider konnte die Verstärkung nicht rechtzeitig hier sein und andere Schiffe hätten andere Aufträge. Ihre Flotte würde die Flotte der Galactica spätestens in Nopileos Memorial treffen und solange würde Liyan als Verbindungsoffizier entweder auf der Galactica oder Chronos bleiben. Die beiden Kampfsternkommandeure waren davon wenig begeistert.

„Sag mal, Toasterbabe – was hat dein eigenes Volk gegen dich?“ wollte Kara wissen.

„Na ja, es fing alles mit Boomer an. Sie und Caprica Six wurden als Helden verehrt. Sie zeigten uns einen neuen Weg, einen besseren Weg. Aber auf Neu Caprica eskalierte alles. Boomer wandte sich von ihrem Weg ab, Caprica Six konnte ihren Gaius nicht vergessen. Ihre Anhänger konnten ihren Sinneswandel nicht begreifen. Ein paar Tagen vor den Angriffen änderte sich Boomer schlagartig. Sie schien zwischen ihrem Hass auf die Menschheit und irgendetwas anderem hin und her gerissen zu sein. Bei uns heißt es dass alles im Leben nicht nur einmal geschieht und sich alles ständig wiederholt. Bloß die Rollen werden neu verteilt.
Boomer lief am Tag des Angriffes über. Ich und ein paar andere ihrer Anhänger hatten gesehen wie sie Chief Tyrol hätte erschießen können. Die beiden schauten sich mehrere Momente lang an. Sie ließ die Waffe fallen und anschließend von euren Marines festnehmen. Ihr könnt mich für eine Idiotin halten, aber meine zu wissen was sie davon abhielt. Sie hatte sich entschieden.

Wir verstanden was wir getan hatten und waren schuldig. Der Krieg war von Anfang an falsch. Wir kehrten zu den Kolonien zurück und taten Buße.“

Kara verzog etwas die Miene und runzelte mit der Stirn. Sie verstand den letzten Satz nicht und wollte den Teil mit der Buße etwas genauer haben.

„Durch uns leben die Kolonien weiter, das ist unsere Buße!“

Kara stand auf und musste tief durchatmen. Ihre fröhliche Art wechselte schlagartig in eine sehr ernsthafte. Sie schnallte ihren Gürtel ab und überreichte ihn ihrem Admiral.

„Lee, tu mir einen Gefallen und bewahre ihn gut auf. Ich habe jetzt die größte Lust meine Waffe zu ziehen und diesen Toaster büßen zu lassen. Durch euch leben also die Kolonien weiter, ja?“

Liyan wollte darauf antworten als Kara ihren Stuhl erfasste und sie nun Angesicht zu Angesicht waren. Liyan wirkte eingeschüchtert und ein wenig verängstigt auf die Art wie sie Kara ansah.

„Ihr verdammten Toaster hättet unsere Kolonien erst gar nicht auslöschen müssen. Ihr hättet euch einfach irgendwo hin verpissen und eure eigene kleine verdammte Welt gründen können. Also komm mir nicht mit Buße, sonst zeig ich dir wie man für Völkermord richtig büßt!“

„Kara!“ funkte Lee dazwischen.

Starbuck entfernte sich von ihrem Stuhl und ging vor die Tür um einen kühlen Kopf zu bekommen.

„Du darfst es Kara nicht übel nehmen, aber das ist Mist was du hier von dir gibst. Die Cylonen haben unsere Heimatwelten ausgerottet. Und das kann keine Buße der Welt wieder rückgängig machen. Aber mich würde auch interessieren ob es so was wie ein Bürgerkrieg zwischen den Cylonen gibt?“

Die Cylonin drehte ihren Stuhl und schob sich näher ran an den Schreibtisch. Lee sah ihr an das ihr Kopf am arbeiten war und wusste nicht genau was das Ergebnis sein würde.

„Es ist kein Bürgerkrieg, es geht um die Glaubensfrage. Es sind nur einige wenige die uns sagen alles was geschieht sei Gottes Wille. Aber ist das wirklich so? Warum will Gott dass wir die Menschen umbringen? Sind die Worte in unserer Bibel wirklich die Worte Gottes? Warum sagt man uns dass wir durch den Tod der Menschen frei sind, aber durch unsere eigenen Leute viele Freiheiten genommen werden. Was ist Liebe? Was fühlt man dabei? Was sind Gefühle, kann man sie anfassen, schmecken oder sogar riechen? Wie ist es Mutter und Vater zu haben? Ist es schön Kinder zu bekommen? Warum streiten Menschen die sich lieben? Woran merke ich dass ich in jemanden verliebt bin? Wie fühlt sich ein Kuss an?“

Bei ihrer letzten Frage kam Liyan immer näher an Lee heran. Sie schaute ihm in die Augen während ihre Finger über seine Lippen glitten. Lee zuckte zurück und wies Liyan von sich. Die Scham war ihr im Gesicht anzusehen und sie traute sich nicht mehr den Admiral ins Gesicht zu sehen.

„Es tut mir leid, das wollte ich nicht!“ entschuldigte sie sich zaghaft.

Lee weitete seinen Kragen und atmete tief durch. Ihm war die Situation genauso peinlich wie ihr.

„Liyan, es braucht dir nicht Leid zu tun. Aber ich habe eine Frau und Kinder. Ich liebe sie und daher kann ich nicht. Du bist eine hübsche Frau, du wirst sicherlich deinen Gegenpart irgendwann finden. Aber, ich will gerne wieder auf das alte Thema zurückkommen. Ihr habt Unstimmigkeiten in eurer Glaubensfrage. Wie weit geht diese Unstimmigkeit?

Liyan rückte den ihren Stuhl ein wenig weiter weg vom Schreibtisch und Lee Adama bevor sie ihm weiter Rede und Antwort stand.

„Mein Modell wird verachtet. Es steht als Sinnbild für Verrat – Boomers Verrat. Wir folgen ihrem Weg und wollen frei sein, dafür verfolgt man uns und sperrt unsere Muster in eine Feedbackschleife bis wir gereinigt worden sind…..“

Wie aufs Stichwort platzte Kara herein und beide erschraken durch ihr plötzliches Auftauchen. Starbuck setzte sich neben Liyan, hielt ihre Hände fest und blickte ihr in die Augen.

„Toasterbabe, wenn die wüssten das du hier wärst – was würden deine Toasterfreunde da draußen mache?“

„Lauschst du an deinem eigenen Quartier, Kara!“

„Ja, du nicht? Also Babe, würden die genau das tun was ich denke und du weißt was die tun würden, so das wir beide es wissen und die es nicht wissen das wir es wissen und die es vielleicht wissen sollten?“

Diesmal musste Apollo die Stirn runzeln und verlor absolut den roten Faden. Liyan nickte und Kara bekam ein breites Grinsen in ihr Gesicht.

„Und nehmen wir an ihr würdet Baltars Schiff mit all seinen kleinen Spielsachen in die Finger bekommen?“ fragte Kara weiter.

„Ihr habt…“

Starbuck hielt ihr den Mund zu und bestand darauf nur auf die Frage zu antworten.

„Die Cylonen und Xenon waren sich sicher das sein Schiff nie in Gefahr geraten würde, dafür hatte Caprica Six stets gesorgt. Ihr habt tatsächlich ein cylonisches Basisschiff gekapert. Warum findet man darüber nichts in den Einsatzberichten? Sauer wäre untertrieben wenn sie wüssten das wir Baltars Schiff hätten.“

Liyan war verblüfft über die Menschen. Es wurde innerhalb der Flotte gemunkelt das Baltars Schiff, auf dem sich Caprica Six befand, verloren ging. Und mit ihm jede Menge an geheimen Forschungen. Am Ende wurde berichtet dass ein Aufklärungsschiff von der kolonialen Flotte infiziert wurde und Six wurde von den anderen betroffenen Cylonen isoliert. Aber wo sich das Schiff von Baltar befand wurde nie erwähnt. Es wurde als geheim eingestuft und deshalb fragte nie wieder jemand nach.
Kara verabreichte der Nummer 8 einen Kuss auf die Wange und drehte sich freudestrahlend zu ihrem Freund. Er blickte sie nur kurz an und wusste ohne ein Wort mit ihr zu wechseln was sie vorhatte.

„Du bist ein böses Mädchen!“

Starbuck griff nach einer Schüssel auf ihrem Schreibtisch und genoss mit einem Lächeln ihr Frühstück.

„Lee, du weißt gar nicht wie böse ich bin!“

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Colonial One

„Würden sie das bitte wiederholen, sie haben was?“

Die Stimme der Präsidentin wurde sehr laut als Lee ihr sagte wer das Kommando über die Chronos bekam. Linda beschwerte sich das sie all die Zeit nicht ordentlich auf dem Laufenden gehalten wurde, trotz der regelmäßigen Treffen, und verurteilte den Admiral scharf. Sie erfuhr erst jetzt dass die Flotte einen Ausbruchsversuch wagte und er den Zeitpunkt und Austrittspunkt der Präsidentin änderte. Sie gab ihm vor wohin und wann die die Flotte fliegen sollte.

„Sie haben Kara Thrace ohne mein Wissen zum Commander befördert und ihr das Kommando über einen Kampfstern gegeben. Haben sie jemals unsere Verfassung gelesen? Nur der Präsident der 12 Kolonien ist ermächtigt in Notzeiten so was zu tun. Sie vergessen anscheinend dass die Flotte unter meinem Befehl steht. Sie stehen unter meinem Befehl!“

Lee lehnte sich zurück und erinnerte sich an eine ähnliche Unterhaltung, die vor einigen Jahren in diesem Raum stattfand. Damals waren es Admiral William Adama und Präsident Roslin die dieses Thema anschnitten und Lee musste zum Ärger der Präsidentin anfangen zu lächeln.

„Was finden sie so amüsant daran?“ fragte sie nach.

„Ich weiß jetzt was in Commander Thrace Kopf los sein muss. Ich verspüre irgendwie denselben Drang. Mit allem nötigen Respekt, sie können mich mit ihrer Befehlsbefugnis kreuzweise. Das ist eine militärische Entscheidung und sie werden genau das tun was ich ihnen sage. Sie werden rechtzeitig Koordinaten für die Flotte bekommen und sich dorthin begeben. Die Chronos fällt in meine Entscheidungsbefugnis und daher bestimme ich wer die Chronos befehligt. Commander Thrace ist ein guter Offizier und ich habe sie in Griff. Und wenn sie mich entschuldigen würden, ich habe Pflichten.“

Lee stand auf und machte dass er aus diesem Raum raus kam. Linda lehnte sich zurück und zerbrach vor Wut ihren Kugelschreiber. Der Vorhang hinter hier öffnete sich und eine Person setzte sich zu ihr.

„Lee Adama ist ein Problem, genauso wie Kara Thrace. Der Rat lässt sich nicht überzeugen. Das die Chronos einsatzfähig ist, ist ein herber Rückschlag. Vor allem da sie nicht unter deiner Kontrolle ist. Was haben sie vor?“

„Ich weiß es nicht, er hatte nichts gesagt und ich habe keine Ahnung. Doch er wirkte sicher.“

Linda schaute ihren Gegenüber an und sah einen roten Fleck auf ihrer Kleidung. Sie stand auf und holte ein Handtuch und Verbandszeug für ihren Gast.

„Du bist verletzt.“

„Diese Professorin hat mit erwischt. Aber es ist halb so schlimm. Wichtiger ist unser Kind, wie geht es ihr?“

Die Hand ihres Gastes streichelte über ihren schwangeren Bauch, was Linda gefiel.

„Es geht ihr gut, sehr gut sogar. Kara Thrace muss verschwinden! Sie ist gefährlich und ohne sie ist Lee Adama eine einfach zu manipulierende Puppe. Danach die Cylonen, sie müssen ebenfalls weg!“

Linda setzte sich wieder in ihren Sessel während ihr Gast sich wieder in den hinteren Bereich der Colonial One zurückzog. Sie blickte auf die Uhr und war gezwungen auf die Maßnahmen des Admirals zu warten und zu befolgen.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Battlestar Galactica
Standort: Unbekannter Sektor
Auftrag: Schutz der Flotte.

Die beiden Kommandeure sowie die beiden CAG’s standen am Lagetisch. Yuki und T.J. erhielten ihre Befehle und verfolgten aufmerksam die Befehlsausgabe.

„…die Galactica wird nach der Justierung der Navigationsbojen an den Rand des Nebels springen. Major, deine Viperstaffeln werden diesen Bereich sichern. Wenn Liyan Recht hat werden sie einen gemischten Verband reinschicken. Boomer wird eine Weile brauchen bis ihre Seals die Sender mit den falschen cylonischen Comsignalen angebracht haben. Solange müsst ihr die Toaster beschäftigen. Erwähne besonders den Nuggets dass sie sich aus dem Feuerbereich der Galactica fernhalten sollen. Sie sind keine Starbucks oder Apollos! Die Galactica wird derweil die Aufmerksamkeit dieser Schiffe auf sich ziehen. Wir kämpfen alleine gegen zwei J und vier Basisschiffe. Sie werden sich auseinander ziehen um den Raum des gesprungenen Verbandes zu sichern.

Gaeta, übertragen sie diesen Kurs und halten sie ihn. Wenn alles gut geht werden wir nur gegen 2 Schiffe direkt kämpfen müssen während die anderen versuchen werden uns in die Zange zu nehmen. Ich will sie in die Nähe des kontaminierten Nebels bringen. Zur Sicherung unserer Flanke wird die Chronos nach Installierung der Sprengsätze und Aufnahme unserer Bodentruppen an den Ausläufer hier springen. Starbucks Waffenreichweite liegt noch innerhalb des Nebels. Du wirst sie sehen, aber sie dich nicht. Halte der Galactica den Rücken frei. Ansonsten findest du nur noch Überreste von uns.

Die Flotte dirigiert Dee. Sie werden insgesamt 2 Sprünge durchführen. Erster Sprung wird von der Chronos befohlen, der zweite von Dee. Wir werden die Koordinaten von Gaeta benutzen für den FTL – Sprung. CAG, deine Viper werden volle Gefechtsladung erhalten. Ihr müsst eine Weile da draußen aushalten. Lass sie unsere Staffeln nicht zu weit auseinander ziehen. Wenn ihr den Befehl bekommt, kommt ihr in Gefechtlandung herein. Die Galactica wird für nur kurze Zeit die PDG’s ausschalten und euch mit einem Flakteppich Rückendeckung geben. Sind alle Viper im Landeanflug werden die PGS’s euch Schutz gewähren und die Durchbrecher erledigen. Fragen?“

T.J. notierte sich einige Daten aus der Karte und schüttelte den Kopf. Was zu sagen war konnte er schon in seinem Vorbefehl am frühen Morgen loswerden. Lee überreichte das Zepter an Kara weiter während ihr Sohn sich eiligst zum Besprechungsraum seiner Piloten aufmachte.

„Ok, die Chronos wird sich für einen Überraschungsangriff hinter dem Wrackfeld verstecken. Die Interferenzen der Strahlungen werden den Toastern erhebliche Probleme bereiten. Inmitten der Felder sind Raptor der Galactica und Chronos verteilt. Sie werden die Bewegungen der Schiffe beobachten und uns über Kurzwellen die Koordinaten geben. Yuki, mein Gefechtsstand verlässt sich auf eure Angaben. Wir schießen mehr oder weniger blind. Unsere Geschützcrews werden nach euren Meldungen die Geschütze ausrichten. Ihr seid unsere Augen und Ohren. Freundlicherweise überlassen uns die ehemaligen Piraten auf meinem Luxusdampfer ein paar raffinierte Verstecke. Meine Viper werden dort andocken und auf ihren Einsatzbefehl warten. Verkleidungen absprengen und losschlagen. Auf Blatt 4 siehst du noch einmal die Verteilungen der Staffeln. So will ich sie haben!

Meine Combat - Raptor beziehen im Wrackfeld und in der Nähe der Chronos Stellung. Wenn ihre Jäger loslegen wollen werdet ihr sie mit einem konzentrierten Überfall überraschen. Rot und Blau werden Raider und Xenon direkt vor eure Rohre bringen.

Wenn alles glatt läuft werde ich das erste Kampfschiff erledigt haben. Die Flotte wird sich zeitgleich mit dem Angriff aus dem Staub machen. Ich ziehe derweil hinter dem Wrackfeld vorbei und kümmere mich um das Begleitschiff. Sie werden bestimmt eine Sicherung oberhalb haben. Die Chronos räumt den Toaster aus dem Weg und komme dann zu einem kritischen Punkt. Die Strahlung ist nach der Feld recht schwach. Dort kann man mich erwischen und ich stehe mit heruntergelassenen Höschen da. Daher brauche ich alle Minuten einen aktuellen Stand meiner Umgebung.

Sollte alles so funktionieren wie ich es mir vorgestellt habe wird die Chronos in ein kontaminiertes Gebiet eintauchen. Links von mir ist ein Asteroidenfeld nichtexplosiver Art, dort drücke ich das zweite Geleitschiff rein. Die Bodentruppen sollten spätestens da auf dem Weg sein um auf der Chronos zu landen. Für euch gilt ebenfalls die schnelle Art der Landung. Raptor bilden so was wie ein Leuchtfeuer für die Bodentrupps. Wenn ich an dem Asteroidenfeld vorbei bin will ich weg sein! Meine Viper haben erfahrene Nebelkämpfer. Die werden leichtes Spiel haben mit den Toastern.

Wir springen raus, flankieren die Basisschiffe und folgen der Flotte. Die Galactica wird in einem Verteidigungsgefecht stecken, wir führen den Angriff.
Yuki, ich brauche exakte Positionsbestimmungen. Wenn der erste Schuss vorbei geht sehen wir uns alle auf der anderen Seite wieder, und damit meine ich nicht den Nebel!“

„Ja, Sir!“

Für Red Dragon war alles klar und sie kannte ihre Aufgabe. Sie packte alles zusammen und ging zurück zur Chronos.

„Bodentrupps?“ fragte Adama seinen XO.

„Boomer ist in der Einsatzbesprechung. Wagner hat seine Marines eingewiesen und ist mit einigen Technikern drüben auf der Station. Athena platziert das Basisschiff. Auf deinen Befehl werden wir das Kommunique senden.“

Kara packte ihr Material zusammen und meldete sich auf die Station ab. Sie wurde mittlerweile evakuiert und präpariert. Doch der finale Auslöser für die Station musste noch angebracht werden. Und da hatte Starbuck eine besondere Überraschung für die Maschinen.
Dee wischte die Einsatztafel ab und schrieb die Einsatzstaffeln auf. Tyrol brachte noch schnell die Munitionsberechnungen für die Viper rein und machte sich auf dem Weg zu den Raptor. Er begleitete die Marines als Techniker und Unterstützungskraft.

Felix blickte auf die Uhr und stellte den Timer auf 2 Stunden. Der Countdown lief.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Battlestar Chronos
Standort: Unbekannter Sektor
Auftrag: Schutz der Flotte

Kara machte noch einen Abstecher auf die Chronos. Tyrol brauchte die Frequenz für die Zünder. Starbuck hatte sie auf ihrem Schreibtisch vergessen und wollte keine Zeit verlieren indem sie zuerst auf die Station flog.
Sie wurde schnell fündig als eine sehr bekannte Stimme sie erschreckte.

„Hallo Kara!“

Cmdr. Thrace blickte auf und wollte ihren Augen nicht trauen.

„Ich versuche seit einigen Wochen dich zu erreichen. Weißt du was ich unfair von dir fand? Du schreibst nicht, rufst nicht an. Eines Tages fand ich in meinem Briefkasten die Scheidungspapiere. Aber keine einzige persönliche Zeile von dir. War unsere Ehe so beschießen?“

„Sam, das ist der schlechteste Zeitpunkt für so was und ich habe keine Lust dieses Gespräch mit dir zu führen. Wir hatten das alles vor Jahren geklärt. Akzeptiere es wie ein Mann.“

Samuel Anders, der Ex-Mann von Kara, setzte sich, ohne Einladung von ihr, hin und blickte sie nur böse an.

„Du hättest dich wenigsten Mal melden können. Ich musste erst durch andere erfahren dass meine Exfrau auf der Galactica ist. Und wir haben gar nichts geklärt, vor allem nicht das aus unserer letzten Nacht ein Kind hervorging. Ich weiß das ich einen Sohn habe und ich will ihn sehen.“

Kara schnaufte nur kurz und setzte sich auf den Rand ihres Schreibtisches. Sie schüttelte den Kopf und musste ihren Exmann enttäuschen. Sam stand empört und verletzt auf und lief im Quartier auf und ab.

„Geh zurück zu deiner Frau, Sam. Und komm nie wieder!“

„Wenn nicht von mir, von wem dann? Ich will es wissen, Kara. Als dein rechtmäßiger Ehemann zu dieser Zeit bist du es mir schuldig.“

Sam sah sie an und konnte die Antwort schon erahnen.

„Es ist seins, oder?“

Starbuck nickte und verlor kein weiteres Wort mehr darüber. Aber Sam traf es umso härter das ausgerechnet die damalige Affäre seiner Exfrau der Vater war.

„Ich habe nur eine Frage, die ich dir schon auf Argon Prime stellen wollte – bevor du die Fliege gemacht hast und mich in Caprica City zurückgelassen hast. Warum hast du überhaupt etwas auf Caprica mit mir angefangen?“

Kara schloss die kurz die Tür und atmete noch einmal tief durch bevor sie ihm antworten wollte.

„Ehrliche Antwort?“

„Ich werde es verkraften.“

„Du warst verdammt gut im Bett und ich hatte etwas zum vögeln gebraucht. Ich mochte dich, aber mein Herz hatte immer jemand anderes gehört. Ich dachte das ich es dir klar gemacht hatte!“

„Und warum bist du wieder zurückgekommen und warum erzählst du dass es wegen mir war?“

„Ich lasse nie jemanden in Stich. Ich bin auch wegen dir zurückgekommen, und ich liebte dich sogar auf eine Weise.“

„Weißt du was, das mit dem vögeln nehme ich dir ab, aber ich bin mir sicher dass du mit dem Wort Liebe nichts anfangen kannst. Du kotzt mich an, Kara. Unglaublich das ich um dich getrauert hatte.“

Sam stieß Kara zur Seite und war in seinem Ego sehr verletzt worden. Kara übergab einem ihrer Wachen die Frequenzen und befahl dass Sam nie wieder ohne ihr Einverständnis die Chronos betreten durfte.



-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Viper047
17-01-2008, 05:38 PM
Piratenstation


Leoben wurde durch Lärm vor seiner Zellentür geweckt. Er sah Lichtstrahlen unter der Tür seiner dunklen Zelle durchscheinen und Schatten die hin und her liefen. Er richtete sich auf und zuckte kurz vor Schmerzen zusammen. Die Fesseln an seinen Händen hatten seine Handgelenke aufgescheuert und bluteten eine ganze Weile. Er versuchte sich mit seinem Stuhl vorwärts zu bewegen um zu hören was vor der Tür vor sich ging als seine Tür aufgeschlossen wurde. Seine Augen zuckten zusammen als das Licht eingeschaltet wurde. Seine Sicht wurde allmählich klarer und er erkannte seinen Gast.

„Ich habe auf dich gewartet, Kara.“

Ein Marine stellte dem Commander einen Stuhl hin und Starbuck setzte sich vor den gefangenen Cylonen. Sie schauten sich eine Weile an und Leoben lächelte die ganze Zeit.
Dabei linste er ab und zu nach draußen und sah wie Marines und Männer in Rüstungen hin und her liefen, es war ein geordnetes Durcheinander. Andere Marines begannen in seiner Zelle zu Arbeiten und machten etwas hinter ihm an der Wand. Starbuck sah wie er immer wieder nach draußen blickte und verschloss die Tür.

„Ich habe dich vermisst und dachte all die Jahre an dich, ich wusste das wir uns eines Tages wieder begegnen werden.“

„Ich kann es dir nicht so recht glauben. Du warst all die Jahre hier bei diesen Leuten, wie kannst du mich vermisst haben?“

Leoben lächelte und schüttelte den Kopf.

„Wer weiß, vielleicht war ich all die Jahre hier oder bin erst seit einigen Monaten hier. Wer weiß das so genau. Aber meine Liebe zu dir, die ist all die Jahre hier gewesen.“

Kara streifte ihm durchs Haar und schaute nach seinen Wunden die er durch die Verhöre davongetragen hatte.

„Tut das weh?“ fragte sie ihn mit falscher Besorgnis.

„Nein, aber dass müsstest du am besten wissen. Wir hatten schöne Gespräche, die fehlen mir am meisten. Was macht ihr hier? Wird das eine Falle für uns?“

„Wie kommst du da drauf? Wir haben nur Frühjahrsputz und der Hausmeister sagte du hättest Probleme mit dem Licht. Die netten Herren kümmern sich darum und bauen dir sogar eine Energiesparlampe ein.“

Der Cylon und Commander Thrace belächelten sich gegenseitig. Leoben rückte näher zu Starbuck und machte einen der Marines nervös damit. Kara hob die Hand und signalisierte das alles in Ordnung sei.

„Tut dir der Kopf noch weh? Ich hoffe ich habe nicht zu fest zugeschlagen?“

„Du hast immer noch eine außerordentliche Rechte, muss man dir lassen. Aber du bildest dir darauf viel zu sehr ein. Hast du es vergessen, liebste Kara? Ich bin hier weil ich hier sein will. Wenn ich wollte würde ich die Fesseln aufsprengen, die drei Marines hinter mir, deinen Bewacher und dich in kürzester Zeit töten und einfach hieraus spazieren. Aber ich würde dir niemals wehtun wollen.“

„Hmm, warum tust du es nicht einfach? Wir könnten dann sehen wer hier wem weh tut. Ich habe es nicht vergessen, ich habe gar nichts vergessen!“

Leoben rückte noch näher um ihre Gegenwart besser spüren zu können. Der Marine, der das Gespräch verfolgte, beobachtete sehr aufmerksam den Cylonen und entsicherte seine Waffe als beide nur noch von einer dünnen Schicht Luft getrennt wurden.

„Neu Caprica?“ fragte er sie.

„Darauf kannst du deine Juwelen verwetten.“

„Ich erinnere mich an jede unserer Berührungen, deine zarten Lippen, deine weiche Haut. Warum hast du dich nicht geöffnet, Kara? Ich habe soviel Schmerz ertragen, hast du das nicht gemerkt? Ich habe dich beschützt vor allen anderen die dir böses wollten.“

Kara rückte ebenfalls näher und beide konnten sich nun ihre Worte zuflüstern ohne dass jemand etwas mitbekam.

„Natürlich habe ich es gemerkt und ich würde dich jedes Mal töten wenn du auch nur daran denkst mich zu berühren, du verdammtes Schwein!“

„Es ist Lee Adama, nicht wahr? Warum hast du ihm dein Herz geschenkt? Er tat dir immer nur weh, aber ich liebe dich aus tiefstem Herzen, Kara. Ich hätte dir alles bieten können. Du hättest nur einen Schritt in die richtige Richtung machen müssen. Die Tür, Kara, sie steht auch heute noch offen. Du, Kacey und ich wären eine glückliche Familie gewesen – wir können es auch heute noch. Sie wartet auf dich, sie vermisst dich!“

Karas Augen wurden leicht rot und glasig. Zu schmerzhaft waren die Erinnerungen an Neu Caprica. Sie erinnerte sich an die Zeit als sie eine Gefangene Leobens war, mit welchen Tricks er sie auf die Seite der Cylonen ziehen wollte. Eines Tages brachte er ein Mädchen mit und gab sie als ihre Tochter aus, welche aus einen der entnommenen Eierstöcke auf Caprica gezüchtet wurde.
Kara tat und empfand viel für das Mädchen. Eines Tages fand sie heraus dass auch Kacey eines von Leobens Lügen waren. Das kleine Mädchen wurde von den Cylonen entführt. Vor dem Angriff verschwand das kleine Mädchen spurlos und Kara hörte nie wieder etwas von dem kleinen Mädchen.

„Wenn du nur noch einmal Kacey in den Mund nimmst, ich schwöre dir dass ich deine Zunge herausschneiden werde. Du hast dieses Kind gestohlen, ihrer Eltern beraubt und als meines auszugeben. Wie hast du es noch mal genannt?“

„Die Frucht unserer Lenden!“ antwortete ihr der Cylon.

„Du willst wissen warum ich Lee Adama mein Herz geschenkt habe? Nun, mein Freund, er hat mir einen Sohn geschenkt. Wir haben ein Kind zusammen!“

Leoben musste schlucken, diese Worte trafen ihn mehr als jeder körperlicher Schmerz. Sein Mund stand offen und Tränen liefen seinen Wangen herunter. Kara umarmte und küsste ihn auf die Wange. Der Marine verfolgte zwar weiterhin das Geschehen vor ihm, konnte aber keines der Worte verstehen.

„Ich habe einen Sohn, hörst du! Verstehst du was ich sage? Du hast Recht das diese Liebe zu Lee mir das Herz bricht, aber unsere Liebe ist dennoch vollkommen. Die Frucht unserer Lenden, Leoben – aber nicht unserer Beiden. Du solltest ihn sehen, er ist ein prächtiger junger Mann geworden. Er kommt ganz nach seiner Mutter. Und ich danke den Göttern das er nicht von dir ist!!“

Ein Techniker meldete dass sie soweit seien und die Arbeit an der Station abschließen konnten. Kara löste daraufhin die Umarmung mit dem Cylonen. Beiden liefen die Tränen als sie sich ansahen. Leoben war sehr getroffen. Er fühlte sich betrogen. Kara stand auf und wollte gehen um auf der Chronos ihren Platz einzunehmen.

„Ich werde ihn töten, Kara! Ich werde Lee dafür bezahlen lassen das er dich mir weggenommen hat!“ schrie er ihr nach.

Starbuck drehte sich um und ging wieder zu ihm zurück. Sie setzte sich erneut sehr nahe zu ihm.

„Es wird umsonst sein, Leoben. Wenn du wiederkommst werde ich nicht mehr da sein. Ich werde bald sterben und diese Welt hinter mir lassen. Denn ich kann nicht wiedergeboren werden und das ist auch gut so. Ihr hättet schon damals sehen müssen dass ich an Krebs sterben werde. Nun ist er da und wird mich von all dem erlösen. Ich wünsch dir noch ein schönes Leben in der Ewigkeit!“

Kara löste sich von Leoben und gab ihm einen Kuss auf den Mund. Sie ließ Leoben alleine zurück und blieb draußen vor der Tür erst einmal stehen. Ihre Wache schaute nach ihr und fragte nach ihrem Befinden. Kara wischte sich die Tränen aus dem Gesicht und richtete ihre Uniform. Techniker platzierten einen Auslöser unter Leoben, mit dem später der FTL des Basisschiffes gesprengt werden sollte. Deshalb sollte Athena das Schiff so platzieren dass dieses ohne Störung ferngesteuert in Luft gejagt werden konnte.

„Sir, Chief Erickson meldete dass der Behälter mit den Proben in den Venenverlauf des cylonischen FTL gespritzt wurde. Der Sender wurde installiert. Wenn der FTL aktiviert wird, fliegt uns der gesamte Sektor um die Ohren. Darf man nun keines der anderen Schiffe zerstören, Sir?“

„Doch Marine, das Zeug muss direkt in Verbindung gebracht werden. Die paar Sekunden reichen für die Kettenreaktion aus. Wenn wir es normal zerstören würden, würde dieses Biozeug verbrennen. Ich hoffe für uns Gaeta irrt sich nicht!“

Der Marine blickte kurz in die Zelle und fragte was mit dem Cylonen geschehen sollte.
Kara überlegte nur kurz bis ihre Antwort feststand.

„Brecht ihm den Kiefer. Er soll bei der Ankunft seiner Toasterfreunde nicht reden können. Macht ihm am Boden fest und die Jungs sollen die Entlastung sehr gering halten!“ befahl sie ihm.

Kara ging wieder zurück auf ihr Schiff. Leoben sah dass der Bewacher von Kara wieder zurückkam und zwei weitere Marines zu sich befahl. Er flüsterte einem der Beiden etwas zu und blickte dabei Leoben ununterbrochen an. Der Marine nickte und verschloss die Tür als ihre Wache wieder ging.
-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Battlestar Galactica
Standort: Unbekannter Sektor
Auftrag: Schutz der Flotte

Die Seals wurden von Boomer eingewiesen und in zwei Gruppen aufgeteilt. Sie unterstützen die Marines im Kampf auf dem Basisschiff und der Station. Ihr Auftrag war die cylonischen Truppen zu verzögern und abzunutzen. Es sollte so aussehen als würden sich die kolonialen Kräfte schnell zurückziehen wollen und einer direkten Konfrontation ausweichen. Dabei verschafften sie aber den Technikern genug Zeit die Falle für die Maschinen scharf zu machen und von den beiden Schauplätzen evakuiert zu werden.

Sharon hatte hinter dem Besprechungsraum der Seals ein eigenes kleines Büro. Es war dunkel, nur zwei Kerzen spendeten Licht. Es roch nach Räucherstäbchen und Boomer kniete vor einem kleinen, selbst gebastelten Schrein. In dem kleinen Schrein stand eine kleine Schatulle, diese stand unter einem kleinen Bock auf dem ein Schwert aufgebahrt wurde.
Galens Frau hatte die Augen geschlossen und war in Gedanken versunken. In ihrem Kopf spielten sich verschiedene Szenen aus den letzten Jahren ab. Immer wieder hörte sie bekannte Stimmen in ihrem Kopf.



„Wie viele Cylonen sind in der Flotte? Mach den Mund auf oder dein Freund wird wegen dir vor deinen Augen sterben!“

„Ich weiß es nicht!“

„Ich an deiner Stelle würde mir diese Antwort noch mal überlegen, wie viele?“



„Weil ich das kleine Mädchen nicht vergessen kann, das einst auf mein Schiff kam. Ein guter junger Offizier, ein sehr guter Raptorpilot, die bei jeder Landung stets ein Ärgernis für meinen Chief war. Ein junges Mädchen das keine Ahnung hatte das sie ein Cylon ist.
Ich liebte dieses Mädchen wie eine eigene Tochter……“




„Kennt du diese Situation? Damals lag ich auf den Boden. Ich hatte dir versprochen das es eines Tages mal anders sein wird!“

„Ich hätte dich schon auf Neu Caprica töten sollen!“



„Ich bin kein Cylon, ich habe eine Identität. Ich bin Sharon Valerii, Lieutenant der kolonialen Flotte. Und ich lasse mich nicht aus meiner Wohnung vertreiben!“



„Du bist der Menschheit keine Rechenschaft schuldig, Sharon. Er war nur ein Mensch!“

„Du hast Recht, Adama war nur ein Mensch und ich bin ihm keine Rechenschaft schuldig!“



„Ich habe dich nie geliebt, Chief. Du warst nur ein Auftrag und nicht mehr.“

„Und warum bist du dann hier, Sharon? Du könntest jeder Zeit raus gehen und deinen Toasterfreunden Bericht erstatten!“

„Ja, das könnte ich!“



„Ich kann und will nicht mehr! Wegen uns muss einer meiner Kameraden büßen. Es ist aus, Sharon!“




„Wie geht’s dir?“

„Warum bist du hier, Chief?“

„Ich wollte einfach nur sehen wie es dir geht.“

„Du hast deinen Standpunkt klar vertreten, du musst das nicht tun. Sie dürfen wegtreten, Chief!“



„…, hatte eine Frau, habe ein Kind. Ich war glücklich, ich hatte das was ich eigentlich mit dir haben wollte, was wir haben wollten. Und dir nichts, mir nichts tauchst du wieder auf und behauptest diesmal ’meine’ Sharon zu sein. Ich hatte mir nichts sehnlichster gewünscht als dich aus meinem Leben streichen zu können. Doch du kannst mich einfach nicht in Ruhe lassen. Du solltest mir nicht wichtig! Ich sollte dich vergessen…“

„…, aber ich kann dich nicht vergessen!“




„Ich weiß von deinem kleinen schmutzigen Treffen mit dem Chief. Ich sage dir eines, Sharon Valerii – denk nicht einmal daran! Beim nächsten Mal wird Gaius ihn nicht verschonen und da werden wir sehen bei wem deine Loyalität stärker ist!“

„Wenn er es auch nur wagen sollte sich dem Chief zu nähern – ich schwöre dir dass ich ihn töten werde!“

„Du würdest für einen Menschen dein Volk verraten?“

„Nein, für etwas höheres!“



„Sharon?“

Boomer wurde aus ihren Gedanken gerissen. Am Eingang stand Liyan und wollte sie holen kommen.

„Es ist soweit.“

„Liyan, schließ für einen Augenblick die Tür!“
Wie gebeten schloss die Cylonin die Tür ihres Büros und setzte sich zu Major Valerii.

„Ist alles vorbereitet?“

„Athena hat den Schlüssel. Wenn es soweit ist wird sie alles einleiten. Sie wird dem Chief erstmal nichts sagen.“

„Tu mir bitte einen Gefallen, ich habe eine Narbe von der Geburt unseres dritten Kindes – ich hätte sie gerne wieder.“

Liyan nickte und versprach es ihr. Sharon wischte sich die aufkommenden Tränen aus dem Gesicht und blickte auf die Schatulle vor ihr.

„Was ist da drin?“ fragte Liyan nach und zeigte auf das kleine Kästchen.

„Der Grund warum ich hier bin. Was ist eigentlich mit dir?“

„Keine Sorge, wir haben einige Schiffe in der Nähe. Ich werde dort aufwachen und mit ihnen erst einmal weiterfliegen. Wir stoßen spätestens in Nopileos Memorial zur Flotte.“

Buba kam herein und sagte das es schon spät sei. Die Raptor zum Basisschiff würden bereits warten, die andere Gruppe sei schon in Position. Auch die beiden Kampfsterne seien soweit. Man wartete nur auf die Versendung des Kommuniques. Boomer nahm sich ihren Helm und das Schwert vom Bock. Ihr Blick war eisern und entschlossen. Sie hatte eine Vorahnung dass heute ein Teil ihres Selbstaufgelegten Schicksals sich erfüllen würde.

Liyan starrte aus dem Büro in den Besprechungsraum und fixierte einen der Seals.

„Sag mal, dieser Archer – hat der zufällig eine Freundin?“

„Das ist doch jetzt wohl nicht dein Ernst, oder?“

„Wieso, für einen Menschen sieht er recht gut aus!“

Sharon musste kurz vor dem Einsatz doch noch mal schmunzeln und setzte ihren Helm auf.
Als Boomer draußen war packte die Cylonin doch die Neugier und öffnete die Schatulle. Es waren einige Bilder und weitere persönliche Kleinigkeiten drin. Ganz oben lag ein Foto das wahrscheinlich auf einem Geburtstag geschossen wurde. Sharon und ihr Chief wurden heimlich aufgenommen wie sie in einer dunklen Ecke knutschten. Liyan schloss die Schatulle wieder und konnte nun verstehen was am Ende Sharons Entscheidung beeinflusste.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Battlestar Chronos
Standort: Unbekannter Sektor
Auftrag: Schutz der Flotte

Kara blickte auf die Uhr. Es waren 20 Minuten vergangen als vom Basisschiff eine verschlüsselte Nachricht gesendet wurde. Es herrschte absolute Stille auf dem Schiff. Gespannt wartete die Crew im CIC ob die Maschinen den Köder geschluckt hatten. Adama blieb im ständigen Kontakt und wartete mit der Galactica in der Nähe des ersten Sprungpunktes mit der Flotte. Starbuck kontrollierte nochmals auf der Karte die Standorte ihrer Viper und Raptor. Es durfte nichts schief gehen. Hera war von der Galactica gekommen und half in der Taktikstation aus. Sie wartete auf die Meldungen der Raptor um für Kara die Positionen der Basisschiffe auf der Karte einzutragen.

Die Spannung war allen ins Gesicht geschrieben. Die Zeit verging sehr langsam. Auch nach 1 Stunde tat sich nichts.
Kara schnappte den Hörer und war sich nicht mehr sicher ob der ausgelegte Köder lecker genug war. In ihr kam die Vermutung das die Cylonen die Finte entdeckten und weiterhin auf sie außerhalb des Nebels warteten.
Dabei hatten sie Hoffnung, da Liyan es hatte aussehen lassen als würden mehrere Schiffe ihrer Gruppe im Nebel kreuzen.

„Geben sie mir die Galactica!“

Hera riss dem Commander den Hörer auf der Hand und zeichnete einige taktischen Symbole auf die Karte, mit Kennzeichnung und Bewegungsrichtung. Eine ganze Flotte tauchte im Nebel auf und wurde durch die Störungen, wie angenommen, verstreut.
Es vergingen weitere Minuten bis zur Meldung welche Kämpfe aus dem Basisschiff und der Station gemeldet wurde. Hera hatte alle Hände voll zu tun um alle Meldungen zu verarbeiten. Kara verfolgte die Änderungen und hatte den richtigen Augenblick erfasst.

„Meldung an die Galactica, Küchengeräte sind aus dem Schrank, Koch und Lehrlinge können zum Ausgang. Der Metzger kümmert sich um die Steaks!“

Eine verschlüsselte Nachricht wurde an die Galactica gesendet, daraufhin sprang die Galactica an den Rand des Nebels um die dortigen feindlichen Kampfschiffe von der zivilen Flotte abzulenken.

„Sir, Feuerkoordinaten von Raptor 3!“ meldete Hera

„An unsere Geschützcrews weitergeben. Backbordgeschütze ausrichten, fertig machen zum Feuerüberfall!“ befahl Starbuck.

Hera gab die Koordinaten weiter und zeichnete die Bewegung des Zieles weiter auf. Raptor 3 meldete ein Basisschiff das entlang des Wrackfeldes patrouillierte.

„Commander, Schiff in Feuerreichweite! Es zeigt die volle Breitseite!“

Kara schaute auf den Monitor und glich die Angaben mit der Karte ab. In ihrem Kopf berechnete sie den Vorhaltewinkel für ihre Geschütze, da die Chronos noch stillstand und nur das Basisschiff sich bewegte.

„Dann sollte die Chronos den Toastern doch einmal einen guten Tag wünschen – Vorhaltewinkel +1 – Feuer!!!!!!“ befahl Starbuck und leitete den Kampf gegen die Maschinen im Nebel ein…….

Viper047
17-01-2008, 05:40 PM
Waffenbrüder ( Teil 3.2 )

Battlestar Chronos
Standort: Unbekannter Sektor
Auftrag: Schutz der Flotte

„Dann sollte die Chronos den Toastern doch einmal einen guten Tag wünschen – Vorhaltewinkel +1 – Feuer!!!!!!“ befahl Starbuck und leitete den Kampf gegen die Maschinen im Nebel ein.

Die 120mm Geschosse der mächtigen Kampfsterngeschützen durchschlugen die Panzerung des Basisschiffes ohne Probleme. Die Treffer waren genausten platziert. Auf der ganzen Backbordseite des cylonischen Trägerschiffes hämmerten die Geschosse der Chronos ein. Einen Augenblick später trat Feuer aus dem Innenraum des Schiffes und explodierte.

Kara betete zu den Göttern das die Explosion nicht den Sektor in Luft jagte und tatsächlich hatte sich Gaeta mit seinen Annahmen nicht geirrt.

„Steuermann, halbe Fahrt voraus. Eingegebenen Kurs einschlagen. Hera, die Scouts sollen mir was vor die Rohre liefern – ich bin in Geberlaune!“

Die Chronos setzte sich in Bewegung und flog am Wrackfeld entlang um so lange wie möglich nicht von den anderen Schiffen gesehen zu werden.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Major Sharon Valerii
Rufname: Boomer
Standort: Basisschiff B26-H
Auftrag: Verzögerung der feindlichen Bodentruppen


„Chief, wie lange dauert dieser Bockmist noch?“ schrie Archer über Funk Chief Erickson an.

Er stellte seit einigen Minuten die Fernbedienung mit den Frequenzen ein, damit der FTL nach Inbetriebnahme gezündet werden worden.

Seals und Marines hatten sich schnellstmöglich eine provisorische Stellung aufgebaut und versuchten mit allen Mitteln die Toaster in Schach zu halten. Mittlerweile gab es 4 verletzte Marines die unbedingt ärztlich behandelt werden müsste.
Buba zog den 4. Marine unter dem Feuerhagel der Cylonen und Xenon zum Eingang des Maschinenraums. Corporal Quantas hatte alle Hände voll zu tun um die 3 anderen Soldaten transportfertig zu machen.

„Sani!!!!“ rief Buba und schleifte den blutenden Marine herein.

Der Sanitäter eilte mit ihren Sachen zu dem nächsten Verletzten.

„Treffer Schulter und Brustbereich, Sani!“

„Soldat, heben sie ihn hoch!“

Buba hob den Oberkörper des Marines hoch. Ayla begutachtete im Schnellverfahren seine Verletzungen und begann daraufhin ihn zu behandeln.

„Durchschuss linke Schulter, drücken sie die Wunde hab während ich den Verband anlege. Zwei Treffer Brust – Glück gehabt, stecken in der Weste.“

Quantas versorgte den Marine als der Chief mit seinen Technikern aus dem Maschinenraum kamen. Er gab Boomer das Ok und sie befahl sofort auszuweichen.
Das war das Stichwort für Buba. Er packte seine Gatling aus und zielte grob in Richtung der angreifenden Kräfte. Ohne zu zögern gab er mehrere Feuerstöße. Seine 30mm Geschosse zerstörten mehrere Maschinen, die ihre Panzerung durchdrangen als würden sie auf Butter treffen. Einige menschliche Modelle der Cylonen und Xenon zersägte er sprichwörtlich.
Archer gab ihm per Klopfzeichen auf seine Schulter den Befehl mit den Kräften auszuweichen. Er unterstützte die Marines mit den Verletzten und machte sich auf dem Weg zum Hangar des Schiffes.

Sharon und Arch blieben noch eine Weile und kümmerten sich um die angreifenden Cylonen.

„Arch, 80 links, Kommando – Centurion!“ gab Boomer an den Scharfschützen weiter.

Archer sah ihn am Ende des Flures. Diese Centurion waren Befehlseinheiten für die normalen Centurion. Wenn man sie zerstörte verschaffte man sich etwas Zeit, da die übrigen Maschinen für einen kurzen Augenblick führungslos waren. Unter dem Deckungsfeuer seines Halbtrupps zielte er auf die empfindlichste Stelle am Kopf des Cylonen und feuerte. Der Kommando – Centurion sackte zusammen und Sharon nutze diesen Augenblick. Sie lud eine Gewehrgranate und feuerte diese in die Menge der Maschinen. Die Wucht der Explosion zerstörte einige Maschinen und menschliche Modelle.

„Ausweichen!“ befahl Major Valerii als sie vom anderen Halbtrupp die Bestätigung bekam das sie die Sicherung eingenommen hatten.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Battlestar Galactica
Standort: Unbekannter Sektor
Auftrag: Schutz der Flotte

Die Galactica sprang an den Rand des Nebels und Lee nutze die Gelegenheit des Ausläufers.
Das DRADIS erfasste vor ihnen über 40 Schiffe, aber nur 7 waren in unmittelbarer Nähe zur Galactica. Auf seinem Monitor konnte Apollo den schwach gesicherten Raum erkennen und wollte genau diese Schiffe zerstören.

„Lee, Ziel aufgefasst – Xenon J!“ meldete ihm sein XO

„Dee, Geschütze auf das Ziel, alle auf Intervall – wenden auf mein Zeichen und feuern!“

Apollo zählte von 3 runter und ließ die Galactica wenden. Die Steuerbordgeschütze des Kampfsterns überraschten den Xenon als sie aus dem Nebel heraus feuerten. Zu spät erkannten sie was aus dem Nebel geflogen kam. Die Projektile durchdrangen ohne Mühe die Schilde des Trägers und fügten ihm schwere Schäden zu. Einen Wimpernschlag später wurde höchstwahrscheinlich der Antrieb des Schiffes getroffen und verwandelte sich in einen riesigen Feuerball. Zwei weitere Basisschiffe näherten sich der Galactica und eröffneten das Feuer.
Die PDG’s des Kampfsterns übernahmen die Nahverteidigung und wehrten die Raketen der Cylonen ab. Dennoch konnten wenige Geschosse durchdringen und erwischten die Galactica oberhalb und ihre Steuerbordgondel. Die Wucht der Explosion schüttelte die Crew der Galactica durch. Doch das kampferprobte Schiff steckte die Treffer weg und feuerte seinerseits.

Das nähere Basisschiff machte einen Fehler und versuchte im Vorbeiflug die Galactica zu stellen. Dies ließ sich Lee nicht entgehen und nutzte den Fehler seines Feindes. Er befahl die Steuerbordgeschütze auf Feuerstoss umzustellen und die Wucht der Einschläge trennte den Cylonen quasi in zwei Hälfte.

„Ein weiteres J in Begleitung mit zwei K’s gehen auf Abfangkurs. Basisschiff auf 398 Karom 001 und näher kommend. Leichte Schäden auf Steuerbordpanzerung. Jäger im Anmarsch!“

Apollo sah auf seinen Monitor und konnte die Meldungen seines XO’s verfolgen.

„Dee, Viper starten!“

Anastasia schwang sich an das Intercom und gab T.J. grünes Licht. Während die Viper starteten konnten die Heckgeschütze des Kampfsterns einen weiteren feindlichen Träger zumindest kampfunfähig schießen. Der Cylon sprang kurz darauf aus dem Gefechtsfeld.

Dee sah auf ihrem Monitor erste Schiffe der Flotte, die von der Colonial One angeführt wurden. Sie gab ihnen den Befehl sofort den zweiten Sprung einzuleiten. Mit dem Schiff der Präsidentin begann der Ausbruch der kolonialen Flotte.

„Erste Schiffe gesprungen, Viper 1007 meldet Feindkontakt!“

„Volle Gefechtsfahrt, Wendung in 1!“

„Ja Sir, Steuermann – volle Gefechtsfahrt – Rechtswendung – vorne 11, hinten 8 – jetzt!“

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Piratenstation

Chief Tyrol befestigte eine Sprengladung an einer Luke. Seine Gruppe wurde nach einer Explosion im Unterkunftsbereich von den restlichen Marines getrennt. Aber einer seiner Männer hörte auf der anderen Seite Gefechtlärm und bekannte Stimmen.

„Achtung, Sprengung!“

Die Soldaten gingen in Deckung und Tyrol sprengte die verklemmte Luke aus ihrer Verankerung. Statt einem freundlichen „Hallo“ wurden die Soldaten mit Gewehrsalven begrüßt.

„Tango! Verdammter Mist, Tango!!!“ schrie Tyrol

„Friendly Fire – Feuer einstellen!“ befahl Wagner und lenkte dieses wieder in Richtung der Angreifer.

„Ich dachte wir hätten sie verloren – Verletzte?“

Chief schüttelte den Kopf und schickte seine Halbgruppe zum nächsten Sicherungspunkt vor. Seals und Marines gaben ihnen Feuerschutz.

„Wir haben einen Verletzten, Chief. Sieht übel aus!“

„Wo ist der Sani?“

„Es ist der Sani!“

Tyrol sah hinter der Stellung einen verletzten Soldaten. Er schnappte sich Rohre und Arbeitsjacken die im Nebenraum lagen und bastelte eine Trage daraus. Er überprüfte hastig ob sein Kamerad zum Transport fähig war und verlud ihn anschließend mit einem Marine.
Als sie sich auf dem Weg machen wollten schlug vor der Stellung eine Gewehrgranate ein. Sie zerstörte einen Teil davon und zerriss einen der Marines. Wagner wurde dabei am Bein verletzt. Sein Oberkörper fiel in Richtung der zerstörten Stellung und lag frei im Kugelhagel. Tyrol fasste all seinen Mut zusammen, schnappte sich eine seiner Granaten, entfernte den Splint, stand schnell auf und warf sie im gleichen Atemzug in Richtung der angreifenden Toaster. Kurz vor der Explosion warf er seinen Körper schützend auf den Offizier. Die Granate trennte die Gelenke eines Cylonen von dessen Körper ab und vernichtete 4 menschliche Modelle. Unter dem Deckungsfeuer der kolonialen Soldaten zog er den Marine hinter den intakten Teil der Stellung.

„Soldat, helfen sie mir!“ befahl er einem Fähnrich.

Er baute eine zweite Trage und wenige Augenblicke später waren sie soweit um auszuweichen.

„Chief, geben sie mir ne Knarre!“ befahl ihm Captain Wagner.

Der Offizier gab das Zeichen zum Ausweichen nachdem ihm Galen eine Waffe samt Ersatzmagazinen gab. Die Marines hoben die Trage an und Captain Wagner richtete seine Waffe in Richtung der angreifenden Truppen. Er schaltete auf Feuerstoß und ließ einen lauten Schrei los als er feuerte.

„Kommt und holt mich ihr verdammten Dreckstoaster – holt mich wenn ich könnt!!!“

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Captain Yuki Tanaka
Rufname: Red Dragon
Viper1491
Standort: Unbekannter Sektor
Auftrag: Abfangen und vernichten der feindlichen Bedrohung

Raider und Jäger der Xenon passierten das Wrack eines Titan. Kurz danach gab Yuki den Befehl zum Absprengen der Verkleidung und die Jäger dockten von ihrem Versteck ab.
Die Piloten der Chronos wussten genau wohin die feindlichen Jäger in diesem Labyrinth aus alten Schiffen und Stationen geflogen waren.
Sie schlossen trotz des dichten Nebels schnell auf und setzten sich unerkannt hinter die Jäger.

„Denise, hier Yuki – Frischfleisch in 2!“

Lieutenant Denise Yakobi bereitete ihre Raptorstaffel vor und machte die Raketen scharf. Sie waren in einem Teil des Feldes wo die Strahlung nicht zu stark war und sie die Toaster ohne Probleme erfassen konnten.

Yukis Staffel eröffnete das Feuer. Sie konnte einen Xenon N ausschalten und zerstörten weitere 5 Raider und 3 Xenon M. Die restlichen Jäger verteilten sich innerhalb des Feldes. Die Viperstaffel hatte ihre Formation gesprengt und scheuchte sie nun zu den Raptor.
Red Dragon verfolgte einen schweren Raider, der wahrscheinlich auf dem Weg zur Station oder Basisschiff war. Sie gab mehrere Feuerstöße und traf eines der Triebwerke. Aber der Raider drehte sich um die eigene Achse und nahm sie unter Feuer. Sie schaffte es gerade so auszuweichen während ihr Flügelmann im Kugelhagel explodierte.
Sie hatte aber keine Zeit zu trauern da er sie verfolgte und die blauen Geschosse nur an ihr vorbeizischten. Sie kam in einen Teil des Feldes wo sein Radar funktionierte und sie problemlos verfolgen konnte. Sie wurde von ihrer Staffel getrennt.
Zwei Xenon hefteten sich an sie dran und Yuki hatte gut zu tun um sie abzuschütteln. Anhand eines Boron Hai erkannte sie wo sie sich befand und steuerte nach dem boronischen Träger nach rechts.

„Nicht schlapp machen, Jungs – immer hübsch dran bleiben.“

Kurz bevor sie wieder in ein kontaminiertes Feld eintauchte zündete sie kurz ihre Nachbrenner und verschwand im Nebel. Die Maschinen folgten ihr und erkannten zu spät dass sie in eine Falle gelockt wurden. Alle 3 Verfolger zerschellten an der Bordwand eines alten Sonnenkraftwerkes.

Cpt. Tanaka erkannte im Nebel die Triebwerksformation einer Viper und hängte sich an ihr dran.

Währenddessen scheuchte die Gruppe von Rodriguez eine Gruppe von Jägern in ein anderes Feld. Sie bemerkten nicht dass ihre Verfolger auf einmal weg waren und flogen tiefer in das Herz des Wrackfeldes. Denise sprengte nach dem Vorbeiflug die Verkleidung ab und ihre Raptor erfassten alle 12 Schiffe. Einen Augenblick später waren von diesen Jägern nichts mehr übrig als die Raketensalven sie erwischten.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Basisschiff R – 19 X

Die Cylonen hatten Schwierigkeiten ihre Kräfte zu koordinieren. Ihre Systeme wurden immer wieder gestört. Das Basischschiff sollte die vordere Flotte vor Überraschungen schützen und feindliche Kräfte abfangen. Ihre Jäger waren schon gestartet und schon jetzt fehlte von einem Teil jede Spur.

Eine 21 verfolgte auf ihrem Radar das Geschehen und wurde von einem Blinken immer wieder abgelenkt.

„Commander, kommen sie, ich habe hier ein undeutliches Signal.“

Der Commander, ein 5, kam zur 21 und blickte ebenfalls auf das Radar. Er sah auch das Signal das im nächsten Moment wieder verschwand.

„Ich will wissen was es ist, schickt Aufklärer!“ befahl er.

Schon wieder tauchte das Signal auf und 5 zeigte darauf.

„Es ist jedenfalls riesig und steuert auf uns zu!“

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Battlestar Chronos
Standort: Unbekannter Sektor
Auftrag: Schutz der Flotte

Der schleichende Titan bahnte sich seinen Weg durch das Wrackfeld und erreichte bald einen gefährlichen Punkt. In wenigen Augenblicken flog die Chronos in ein Teil des Feldes ein wo man sie sehen konnte. Aber Kara wollte ihre Glücksträhne nicht abreisen lassen und verlangte jede Minute ein Lagebild um sie herum. Auf dem Weg hierher hatte sie noch einen Xenon K erledigen können und ihre Geschütze machten dessen Jäger ein jähes Ende.

„Sir, Basisschiff auf 11. Es ist ca. 32 von uns entfernt!“ meldete ihr Hera und aktualisierte die Karte. Auf ihrem Monitor erkannte Starbuck das Basisschiff und befahl die Raketengeschütze scharf zu machen.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Basisschiff R – 19 X

„Was in Gottes Namen ist das?“

Das Signal wurde nun beständiger und die Konfiguration wurde den Cylonen angezeigt.

„Die Galactica?“ fragte die 21.

„Nein - viel zu groß!“

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------


Battlestar Chronos
Standort: Unbekannter Sektor
Auftrag: Schutz der Flotte

Der Battlestar hatte eine beständige Erfassung des Zieles und Hera meldete grüne Lichter der Raketengeschütze.

„Buh!“ gab Starbuck von sich und gab Feuer frei.

Die MEC – Missile Gun tat ihren Job und zerriss das Schiff in Stücke. Die Flankensicherung der Maschinen wurde zerstört und der Weg war für die Chronos frei.

„Commander, 80 % sind gesprungen!“

Starbuck nickte und blickte weiterhin auf ihre Monitore. Sie erreichten bald ihren Sprungpunkt.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Major Thomas J. Adama
Rufname: Cobra
Viper 1007
Standort: Unbekannter Sektor
Auftrag: Abfangen und vernichten der feindlichen Bedrohung

Thomas wendete scharf linke und versuchte seinen Verfolger abzuschütteln. Doch der Xenon L blieb an ihm dran und feuerte weiter auf ihn. Zuvor hatte dieser seine Formation gesprengt und alle beide Flügelmänner mit Raketen zerstört. Cobras Maschine hatte einen Triebwerkstreffer und konnte dennoch die Leistung durch umleiten der Energie aufrecht erhalten.

Von seiner linken Seite näherten sich drei weitere Raider und brachten sich in Schussposition als alle drei nacheinander zerstört wurden.
Auch Cobras Verfolger wurde zerstört. Eine Viperstaffel rauschte an ihm vorbei und der CAG hängte sich an ihnen dran.

„Die Firma dankt, Grün 1!“

„Kein Problem CAG, ich sehe ihren Dank auf meine……….“

Der Funk verstummte. Grün 1 wurde durch eine Swarmmissile getroffen und zerstört. Die Formation platzte auseinander und Toaster hefteten sich an die kolonialen Jäger.
Sie übersahen den anfliegenden CAG und so konnte sich T.J. an zwei Raider hängen.

Die Viper Mk II versuchte verzweifelt ihre Verfolger abzuschütteln und wurde bereits an den Flügeln getroffen. Für Cobra war es höchste Zeit einzugreifen. Er holte noch mal alles aus seiner Mk VII raus und brachte sich bei dem nächsten Haken in Schussposition. Seine 30mm Thraxon durchlöcherte den rechten Jäger und zwang den linken zum Abbruch.

„An mir dran bleiben, Grün 3!“ befahl er dem Viperpiloten.

Thomas wendete scharf links und brachte sich nur nach kurzer Zeit in Schussposition. Oberhalb erkannte er seinen neuen Flügelmann der besser gestellt war und übergab sein Ziel.

Die Mk II feuerte kurz darauf und entflammte die Triebwerke des Cylon Raider, der daraufhin explodierte.

„Galactica an alle, 80% - ziehen sie langsam Kräfte zurück!“ hörte er über Funk.

„CAG an alle Viper, Checkpoint Charly 3!” befahl der CAG seinen Staffeln.

Die Viper blieben nun in der Nähe der Galactica und bereiteten sich vor unter Gefechtsbedingungen zu landen.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------


Major Sharon Valerii
Rufname: Boomer
Standort: Basisschiff B26-H
Auftrag: Verzögerung der feindlichen Bodentruppen


Eine Explosion erschütterte das Innenleben des Basisschiffes und versperrte den Rückzugsweg der Soldaten. Cylonische Kräfte bahnten sich ihren Weg durch die aufgesprengte Mauer und nahmen die Marines wie Seals in die Zange.

„Saaaannnniiiiii!!!!!!!“ schrie einer der Marines der durch einen durch die Explosion verletzten Kameraden hinter sich her schleifte. Bevor er die Gruppe erreichte wurde auch dieser von einer Kugel in den Rücken getroffen und sackte tot zusammen.

„Major, sie haben uns am Sack. Wir können weder vor noch zurück!“ schrie Arch.

Boomer befahl sofort eine Verteidigung zu errichten. Fieberhaft schafften Marines aus einem Aufenthaltsraum Tische und Schränke an und erstellten somit eine vorübergehende Stellung.

„Buba, der Hangar ist direkt unter diesem Raum – ich will einen Zugang, los!!“

Buba fackelte nicht lange und machte mehrere Sprengladungen klar. Währenddessen lud Boomer erneut eine Gewehrgranate, kam aus ihrer Deckung und feuerte inmitten einer cylonischen Gruppe.

„2. Halbgruppe, verschiebt euch nach vorne und richtet euch ein!“

Marines wie Seals gingen unter stetigen Schutz der Verteidigungsgruppe nach vorne. Boomer hatte etwas Platz verschafft und konnte einen kleinen Raumgewinn erzielen.
Frische Kräfte der Maschinen drängten in den Gang und nahmen die Marines unter Feuer. Einer der Centurion stürmte auf Boomers Stellung und konnte sie überwinden. Er nahm einen der Marines hoch und brach dessen Genick während er mit der anderen Hand einen Seal wegschubste.
Boomer reagierte sofort und zog den Centurion in den Aufenthaltraum wo Buba die Sprengung vorbereitete. Marines füllten die Lücke und beschossen die Cylonen mit Granaten.

„Weiter machen!“ befahl sie ihm.

Der Centurion stand auf und versuchte Sharon am Hals zu fassen. Die Rüstung von Sharon bracht die Kraft auf den Angriff abzuwehren. Mit ihrer freien Hand verpasste sie dem Cylonen mehrer Schläge an den Kopf, so das sie dass Metall völlig zerbeulte. Der Centurion ging zu Boden. Boomer machte die Klinge an ihrem Handgelenk frei und stieß sie dem Cylonen in sein Auge. Nach einer kurzen Drehung sackte er auch schon zusammen.

„Sprengung!“

Eine weitere Explosion erschütterte das Schiff. Ein riesiges Loch klaffte im Boden und Sharon gab sich den wartenden Raptorbesatzungen zu erkennen.
Der Major eilte zu ihren Leuten während Buba die Seile befestigte, die die Raptorbesatzungen ihm hochwarfen.

„Arch, sammele die Verletzten ein und seilt euch ab. Die Chronos wird uns aufnehmen.“

Boomer gab den Befehl zum erneuten Ausweichen. Der Angriffstrupp kam zurück während der Verteidigungstrupp die Rundumverteidigung übernahm. Buba half Quantas die geborgenen Soldaten zu verteilen, nach und nach seilten sich die Soldaten ab.

„Sir, sie zuerst!“ forderte Arch Boomer auf als die letzten Kräfte Granaten schmissen um ihren Rückzug zu decken.

„Runter mit ihnen, das ist ein Befehl!“

Boomer stieß Archer zu den Seilen. Er ließ es sich nicht zweimal sagen und seilte sich mit den letzten Kräften ab. Als alle unten waren kappte Sharon sämtliche Seile.

Buba und Arch sicherten derweil den Rückzug und stellten sich am letzten Raptor auf.

„Wo ist Boomer? Fragte Athena nach und deutete auf ihre Uhr.

Beide Seals stellten sich auf einmal dieselbe Frage als über ihnen eine laute Explosion zu hören war.

„Sharon!!!“ rief Buba und rannte unter das Loch.

Er hielt eines der Seile hoch und zeigte seinem Freund die gekappten Stellen.

„Was hat dieser Toaster bloß vor?“ fragte er Arch.

„Sie ist tot, Buba – wir müssen los!“

Die Seals eilten zum letzten Raptor. Athena schloss die Tür und flog so schnell wie sie konnte aus dem Basisschiff.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------


Captain Yuki Tanaka
Rufname: Red Dragon
Viper1491
Standort: Unbekannter Sektor
Auftrag: Abfangen und vernichten der feindlichen Bedrohung

„CAG an alle Combat - Raptor, ab nach Hause!

Yukis Viper machte eine Kehrtwende und flog zurück in das Feld. An ihrem Heck hangen 4 feindliche Jäger. Die Jäger der Chronos versuchte Munition zu sparen indem sie die Toaster gegen verschiedene Wände fliegen ließen. Die Viper betätigten kurz vorher den Nachbrenner und stiegen vor dem jeweiligen Wrack auf. Ihre Verfolger hatten keine Chance, da sie die Wracks nicht sehen konnten. Aber dieses Spiel kosteten dem CAG der Chronos bisher 7 Viper, da die Cylonen und Xenon einfach blind in den Nebel schossen wenn sie ihre Ziele verloren hatten.

„Abbey, habe 4 Boogies an meinem süßen Hintern!“

„Laut und deutlich, meine Kleine. Führe deine Freunde durch den Schacht!“

Yuki wendete und bewegte sich auf eine alte Schiffswerft zu. Dort gab es eine Röhre die die Piloten im Notfall nutzen um lästige Verfolger loszuwerden. Wenn man nicht jeden Winkel dort kannte passierte es leicht das sich verflog oder irgendwo zerschellte.
Abbey wartete mit 6 Viper am Ende der Röhre auf ihrem CAG und begrüßte Yukis Anhang wenn sie die Verfolgung überleben sollten.
Red Dragon flog durch den Eingang oberhalb der Fabrikationshallen. Einer der Verfolger, ein Xenon N, verpasste der Wendung nach rechts und schellte inmitten der alten Laufbänder. 3 Raider blieben übrig die Yuki durch die Röhre folgten.
Überall waren hervorstehende Teile die sie im Schlaf kannte. Instinktiv weichte sie jedem Bauteil aus. Die Raider schossen auf sie ohne großartig zu zielen und versuchten Deckenteile zum Einsturz zu bringen.

„Hey, das ist unfair – ich bleibe tot, ihr Mistviecher!!“ stieß Red aus.

Nach einer Weile war es ihr genug. Sie kannte einen kleinen Schacht in der Decke wo ihre Viper genug Platz hatte und sie die Raider an sie vorbeischießen lassen konnte.
Sie zählte innerlich von 3 runter, betätigte den Umkehrschub und ließ ihre Maschine nach oben gleiten.
Die Cylonen schossen unterhalb an ihr vorbei und Yuki setzte sich hinter sie.

„Jetzt wollen wir doch mal den Spieß umdrehen!“ fluchte sie und ihre 3 Bordwaffen holten den ersten Raider aus dem Raum.

Die verbliebenen Raider erkannten dass sie gezwungenermaßen bis ans Ende der Röhre fliegen mussten um eine höhere Überlebenschance zu haben. Sollten sie sich drehen wären sie des Todes, da Yuki in kurzen Zeitabständen mehrere Feuerstöße abgab.

„Stone, 2 Boogies kommen direkt auf euch zu. Ich verzieh mich durch die 6!“

Yuki drehte ihre Maschine und flog wieder zurück. Abbey wusste genau wie lange sie zu warten hatten und gaben dann mehrere Feuerstöße ab. Aus der Röhre kamen nur noch Einzelteile und Blut klebte auf einmal an Abbeys Scheibe.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Piratenstation

Tyrol und die anderen Soldaten erreichten den Hangarbereich. Raptor warteten bereits und deren Besatzungen nahmen die Verletzten und Tote auf.

„Chief, machen sie das verdammte Ding scharf, Basisschiff evakuiert!“ befahl ihm der Marinecaptain.

Tyrol gab eine Zahlenkombination ein machte somit die Falle komplett scharf.
Wagner gab weiterhin Schüsse ab als ihn die Raptorbesatzung abtransportierte.
Galen bezog mit dem Sicherungstrupp Stellung und sprengte 4 der 5 Zugänge zum Hangar.
Sie konzentrierten ihr Feuer auf den verbliebenen Zugang als die Toaster doch noch einen anderen Zugang räumen konnte. Centurion drängten hinein und schalteten das aufgebaute MG – Nest aus. Tyrol sah die beiden verletzten Marines und eilte zu ihren. Andere Marines folgten ihm und transportierten sie ab. Galen legte sich hinter das MG und feuerte mehrere Salven auf die Eindringlinge. Er konnte einige menschliche Modelle festnageln, aber die Centurion waren schwerer auszuschalten.

„Ich brauche das Granat – MG!“ schrie Tyrol.

Sein Nebenmann glitt zu einem der Raptor und brachte das Granatmaschinengewehr.
Die Marines bauten sie schleunigst auf und gaben Tyrol die Anweisung sofort den Kopf runter zunehmen.

Die Granaten schlugen tödlich für die Cylonen ein und zerstörten jedes Modell der Toaster.
Die Marines schwenkten die Waffe zum anderen Eingang und die Wucht der Explosionen brachte auch den letzten Zugang zum Einsturz.

„Zusammenräumen und weg hier!“ schrie Tyrol.

Die Soldaten beeilten sich und verließen schleunigst die Station. Als die Maschinen die Zugänge wieder frei räumten waren die kolonialen Soldaten schon auf dem Weg zur Chronos.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Viper047
17-01-2008, 05:40 PM
Major Sharon Valerii
Rufname: Boomer
Standort: Basisschiff B26-H
Auftrag: Unbekannt

Sharon ging über die Leichen und zerstörten Einheiten der Maschinen als sie jemanden traf der die gleiche Rüstung wie sie trug.

„Er ist hier,